Kosten

Kosten Komplettsanierung:
Realistische Budgetplanung

Von der Faustformel bis zum detaillierten Kostenrechner: Alle Gewerke, Praxisbeispiele, Finanzierung und Fördermittel auf einen Blick. Mit interaktivem Kalkulator.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was kostet eine Komplettsanierung?

Faustformeln, Kostenbereiche und die wichtigsten Einflussfaktoren für Ihre Budgetplanung.

Die Kosten einer Komplettsanierung hängen stark vom Gebäudetyp, dem Bauzustand und dem gewünschten Sanierungsumfang ab. Für eine erste Orientierung haben sich zwei Faustformeln bewährt:

Energetische Sanierung (Gebäudehülle + Heizung): Rechnen Sie mit 400 – 800 €/m² Wohnfläche. Dazu zählen Dachdämmung, Fassadendämmung, neue Fenster, Kellerdeckendämmung und eine moderne Heizung.

Vollsanierung inkl. Innenausbau (Elektro, Sanitär, Bäder, Böden, Putz): Hier liegen die Kosten bei 1.000 – 1.500 €/m². Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Luxusausstattung auch darüber.

In Berlin und Brandenburg liegen die Handwerkerpreise 5–15 % über dem Bundesdurchschnitt, bedingt durch die hohe Nachfrage und Fachkräftemangel im Baugewerbe.

Faustformel Energetische Sanierung
400 – 800 €/m²
Wohnfläche · Dämmung, Fenster, Heizung
Faustformel Vollsanierung
1.000 – 1.500 €/m²
inkl. Innenausbau, Elektro, Sanitär
  • Gebäudetyp (EFH, DHH, MFH)
  • Baujahr & Zustand der Substanz
  • Sanierungsumfang & Gewerke
  • Region (Berlin +5–15 %)
  • Qualitätsstufe & Materialwahl

Kosten pro Gewerk im Überblick

Alle Kostenspannen auf einen Blick – als Tabelle und als prozentuale Verteilung im Diagramm.

Gewerk Kostenspanne Bezugsgröße Beispiel EFH 130 m²
Dach (Dämmung + Eindeckung)150 – 300 €/m²Dachfläche18.000 – 36.000 €
Fassadendämmung (WDVS)120 – 200 €/m²Fassadenfläche15.600 – 26.000 €
Fenster (3-fach Verglasung)500 – 1.200 €/Fensterpro Fenster5.000 – 12.000 €
Kellerdeckendämmung30 – 60 €/m²Kellerdecke2.400 – 4.800 €
Heizung (Wärmepumpe)15.000 – 30.000 €pauschal15.000 – 30.000 €
Lüftungsanlage (dezentral)3.000 – 8.000 €pauschal3.000 – 8.000 €
Elektro-Erneuerung80 – 120 €/m²Wohnfläche10.400 – 15.600 €
Sanitär / Bad8.000 – 25.000 €pro Bad8.000 – 25.000 €
Innenputz / Maler25 – 50 €/m²Wandfläche8.750 – 17.500 €
Bodenbeläge40 – 120 €/m²Bodenfläche5.200 – 15.600 €

Kostenverteilung bei Vollsanierung

Typische prozentuale Aufteilung der Gesamtkosten eines Einfamilienhauses

Kostenrechner Komplettsanierung

Wählen Sie Ihren Gebäudetyp, Wohnfläche und gewünschte Gewerke – Sie erhalten sofort eine Schätzung.

Geschätzte Gesamtkosten
75.000 – 135.000 €
EFH, 130 m², Baujahr 1950–1969
Kosten pro m²577 – 1.038 €
Geschätzte Förderung- 18.000 €
Eigenanteil (nach Förderung)57.000 – 117.000 €
Monatl. Kreditrate (20 J., 3,5 %)330 – 678 €
Richtwerte für Berlin/Brandenburg 2025/2026. Keine Gewähr. Verbindliches Angebot auf Anfrage.

Reale Sanierungsprojekte aus Berlin

Drei typische Fälle mit tatsächlichen Kosten und Förderung – anonymisiert aus unserer Projekthistorie.

Fallstudie 1

EFH Berlin-Reinickendorf, Bj. 1965

130 m² Wohnfläche · Energetische Sanierung
Dach (Dämmung Aufsparren)22.500 €
Fassade WDVS 16 cm EPS17.800 €
10 Fenster 3-fach9.200 €
Kellerdeckendämmung3.500 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe22.000 €
Energieberatung + iSFP2.000 €
Planung & Baunebenkosten18.000 €
Förderung (BEG + iSFP)- 28.000 €
Gesamtkosten / Eigenanteil
95.000 € / 67.000 €
Fallstudie 2

DHH Berlin-Spandau, Bj. 1978

160 m² Wohnfläche · Vollsanierung
Dach komplett (Dämmung + Ziegel)32.000 €
Fassade WDVS 18 cm Mineralwolle24.500 €
14 Fenster + Haustür15.800 €
Heizung (Erdwärmepumpe)28.000 €
Elektro komplett neu18.500 €
2 Bäder + Gäste-WC35.000 €
Innenausbau (Putz, Böden, Maler)31.200 €
Förderung (BEG + KfW + iSFP)- 52.000 €
Gesamtkosten / Eigenanteil
185.000 € / 133.000 €
Fallstudie 3

MFH Berlin-Neukölln, Bj. 1905

6 WE · 450 m² Wohnfläche · Komplettsanierung
Dach (Sanierung + Dämmung)48.000 €
Fassade (Innendämmung Altbau)45.000 €
42 Fenster + 2 Haustüren52.000 €
Heizung (Luft-WP + Pufferspeicher)55.000 €
Elektro + Steigeleitung52.000 €
6 Bäder + 6 Gäste-WC78.000 €
Innenausbau gesamt50.000 €
Förderung (BEG WG + iSFP)- 95.000 €
Gesamtkosten / Eigenanteil
380.000 € / 285.000 €

So finanzieren Sie Ihre Sanierung

KfW-Kredite, Zuschüsse, steuerliche Förderung und klassische Bankfinanzierung im Vergleich.

KfW 261

Wohngebäude-Kredit (BEG WG)

Kredit bis 150.000 € pro Wohneinheit für Komplettsanierung zum Effizienzhaus. Tilgungszuschuss 5–45 % je nach Effizienzhaus-Stufe. Zinssatz ab 0,01 % eff.

KfW-Kredit
KfW 358

Ergänzungskredit (Heizungstausch)

Ergänzungskredit bis 120.000 € für den Heizungstausch. Zinsverbilligung für Haushalte bis 90.000 € zu versteuerndem Einkommen. Kombinierbar mit BAFA-Zuschuss.

Ergänzungskredit
20–70 %

BAFA & BEG Einzelmaßnahmen

Zuschuss für Einzelmaßnahmen: Dämmung 20 %, Heizungstausch 30–70 % (inkl. Klima-Geschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus). Plus 5 % iSFP-Bonus.

Zuschuss
§35c

Steuerliche Förderung

20 % der Sanierungskosten über 3 Jahre von der Steuer absetzen. Max. 40.000 € pro Objekt. Alternative zu BAFA/KfW, kein Energieberater nötig.

Steuerbonus
BSV

Bausparvertrag

Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit. Staatliche Förderung über Wohnungsbaupräie und Arbeitnehmersparzulage möglich. Gut planbar.

Bausparen
Bank

Annuitätendarlehen

Klassisches Bankdarlehen mit fester Rate. Aktuell ab ca. 3,2–3,8 % eff. Zinssatz (Stand Q1/2026). Flexibel, keine Zweckbindung an einzelne Maßnahmen.

Bankkredit
Finanzierungsart Zinssatz (eff.) Max. Kreditsumme Laufzeit Besonderheit
KfW 261 (Effizienzhaus 55)0,01 – 2,03 %150.000 €/WE4–30 JahreTilgungszuschuss 15–45 %
KfW 358/359 (Heizung)ab 0,01 %120.000 €4–35 JahreEinkommensabhängig
Bausparvertrag (Tarifø)2,5 – 3,5 %flexibel7–20 JahreZinssicherheit ab Tag 1
Annuitätendarlehen Bank3,2 – 3,8 %flexibel10–30 JahreKeine Zweckbindung
§35c Steuerbonus200.000 €3 JahreMax. 40.000 € Steuerersparnis

Kosten sparen ohne Qualitätsverlust

Bewährte Strategien, um Ihr Sanierungsbudget effizient einzusetzen.

Eigenleistung gezielt einsetzen

Rückbau, Entkernung, Malerarbeiten und einfache Dämmung (z.B. Kellerdecke) können in Eigenleistung erfolgen. Finger weg von Elektro, Sanitär und statisch relevanten Arbeiten – das muss der Fachbetrieb machen.

Mindestens 3 Angebote einholen

Vergleichen Sie immer mindestens drei Angebote. Achten Sie auf gleiche Leistungsbeschreibung (LV) für echte Vergleichbarkeit. Die Preisspanne kann 20–40 % betragen.

Gewerke bündeln statt einzeln vergeben

Ein Generalunternehmer oder Bündelung mehrerer Gewerke spart Koordinationsaufwand und oft 10–15 % durch Mengenvorteile. NEUWEST übernimmt das als Komplettsanierer.

Saisonale Preisunterschiede nutzen

Herbst und Winter sind für Innengewerke (Elektro, Sanitär, Trockenbau) günstiger. Fassadenarbeiten im Frühjahr beauftragen, wenn die Auftragslage noch moderat ist.

iSFP für höhere Förderung

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kostet ca. 1.500–2.500 € (davon 80 % gefördert). Dafür erhalten Sie 5 % mehr Förderung auf jede Einzelmaßnahme – bei 100.000 € Sanierung sind das 5.000 € extra.

Fördermittel vor Auftragsvergabe beantragen

Wichtig: BAFA- und KfW-Anträge müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Wer zu spät beantragt, verliert die Förderung komplett.

Die häufigsten Kostenfallen

Diese Fehler machen Sanierungen teurer als nötig – und wie Sie sie vermeiden.

Nachträge durch schlechte Planung

Bis zu 30 % Kostensteigerung entstehen durch mangelhafte Bestandsaufnahme und unvollständige Leistungsverzeichnisse. Investieren Sie in eine gründliche Planung mit erfahrenem Bausachverständigen – das spart am Ende deutlich mehr.

Schadstoff-Überraschungen

Asbest (Eternit-Fassade, Fußbodenplatten), PCB, künstliche Mineralfasern oder Holzschutzmittel im Altbau: Eine Schadstoffuntersuchung vor Baubeginn (500–2.000 €) verhindert teure Entsorgungsstopps und Bauzeitenverzögerungen.

Zu knappe Reserven einplanen

Kalkulieren Sie immer 15–20 % Puffer auf die Gesamtkosten. Unvorhergesehenes (morsche Balken, undichte Leitungen, statische Mängel) tritt bei nahezu jeder Altbausanierung auf. Ohne Reserve geraten Projekte ins Stocken.

Billigstes Angebot = oft teuerstes Ergebnis

Unrealistisch günstige Angebote enden häufig in Nachträgen, Qualitätsmängeln oder Firmeninsolvenzen. Prüfen Sie Referenzen, Qualifikationen und ob das Angebot alle Leistungen vollständig enthält.

FAQ zu Sanierungskosten

Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen unserer Kunden.

Was kostet eine Sanierung pro m²?
+
Für eine energetische Sanierung (Dämmung, Fenster, Heizung) liegen die Kosten bei 400–800 €/m² Wohnfläche. Eine Vollsanierung inklusive Innenausbau kostet 1.000–1.500 €/m². In Berlin/Brandenburg liegen die Preise tendenziell 5–15 % über dem Bundesdurchschnitt. Der genaue Preis hängt von Gebäudetyp, Baujahr und gewählten Materialien ab.
Lohnt sich eine Komplettsanierung wirtschaftlich?
+
In den meisten Fällen ja. Eine energetische Sanierung spart 50–80 % Heizkosten jährlich ein. Bei einem typischen EFH mit 2.500 € Heizkosten/Jahr ergibt das eine Ersparnis von 1.250–2.000 €/Jahr. Unter Berücksichtigung der Förderung amortisiert sich die Investition in 12–20 Jahren. Hinzu kommt eine Wertsteigerung der Immobilie von 10–25 %.
Wie finanziere ich eine Komplettsanierung?
+
Die beste Strategie kombiniert mehrere Bausteine: KfW-Kredit 261 (bis 150.000 € mit Tilgungszuschuss), BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen und ggf. einen Ergänzungskredit KfW 358 für den Heizungstausch. Die Restfinanzierung erfolgt über ein Bankdarlehen oder Eigenkapital. NEUWEST unterstützt Sie bei der optimalen Kombination.
Welche Förderung bekomme ich für eine Sanierung?
+
Die Förderung hängt vom Umfang ab: Dämmung/Fenster: 20 % Zuschuss (+ 5 % iSFP-Bonus). Heizungstausch: 30–70 % Zuschuss (Basis 30 % + bis zu 20 % Klima-Geschwindigkeitsbonus + 20 % Einkommensbonus). Effizienzhaus: KfW-Kredit mit bis zu 45 % Tilgungszuschuss. Alternativ: 20 % steuerliche Absetzung (§35c). Fördermittel sind vor Auftragsvergabe zu beantragen.
Welche Eigenleistungen kann ich erbringen?
+
Geeignet für Eigenleistung: Rückbau und Entkernung, Malerarbeiten, einfache Dämmung (Kellerdecke, Dachboden), Bodenbeläge verlegen, Gartenarbeiten. Nicht geeignet: Elektroinstallation (nur durch Fachbetrieb), Gas-/Wasserinstallation, statische Eingriffe, WDVS-Fassade (Systemgarantie entfällt). Eigenleistung kann 10–20 % der Gesamtkosten sparen.
Wie lange dauert eine Komplettsanierung?
+
Typische Dauern: Energetische Sanierung EFH: 6–10 Wochen. Vollsanierung EFH: 3–6 Monate. MFH Komplettsanierung: 6–12 Monate. Die Planungsphase (Energieberatung, Förderanträge, Ausschreibung) dauert zusätzlich 2–4 Monate. Witterungsabhängige Arbeiten (Fassade) sollten zwischen April und Oktober erfolgen.
Was tun bei Kostensteigerung während der Bauphase?
+
Prävention ist entscheidend: Detaillierte Bestandsaufnahme vor Baubeginn, vollständiges Leistungsverzeichnis und ein Puffer von 15–20 %. Wenn Nachträge unvermeidbar sind: Schriftliche Beauftragung mit Festpreis, Prüfung durch Bauleitung. Bei NEUWEST erhalten Sie Festpreisgarantie auf die vereinbarten Leistungen – Nachträge nur bei echten Zusatzleistungen.
Wie viel spare ich an Energiekosten nach der Sanierung?
+
Je nach Ausgangszustand und Umfang: Energetische Hüllensanierung: 40–60 % Einsparung. Heizungstausch auf Wärmepumpe: Zusätzlich 30–50 % (abhängig vom Strompreis). Komplettsanierung auf KfW-55: Bis zu 80 % weniger Heizenergie. Ein unsaniertes EFH Bj. 1965 verbraucht ca. 200–300 kWh/m²a, nach Sanierung nur noch 40–55 kWh/m²a.
Wie wirkt sich eine Sanierung auf den Immobilienwert aus?
+
Studien zeigen eine Wertsteigerung von 10–25 % nach energetischer Komplettsanierung. Besonders relevant: Verbesserung der Energieeffizienzklasse (z.B. von G auf B) kann den Verkaufspreis um 15–20 % steigern. Seit 2023 wird der Energieausweis bei Immobilienverkauf und -vermietung strenger geprüft. Schlecht sanierte Gebäude erfahren zunehmend Preisabschläge.
Wann ist ein Abriss und Neubau sinnvoller?
+
Ein Abriss lohnt sich, wenn: Die Sanierungskosten über 75 % der Neubaukosten liegen, schwere Substanzschäden vorliegen (Fundament, Statik), der Grundriss nicht mehr zeitgemäß angepasst werden kann, oder Schadstoffbelastung eine wirtschaftliche Sanierung unmöglich macht. Neubaukosten liegen aktuell bei 2.500–3.500 €/m² in Berlin. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist Abriss in der Regel keine Option.

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Unverbindliche Erstberatung mit Bestandsaufnahme und individueller Budgetplanung.