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Abriss Berlin
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Abbruch & Rückbau

Abriss in Berlin beauftragen — Kosten, Ablauf & Fachbetrieb

Ob Einfamilienhaus, Gewerbegebäude oder Teilrückbau — ein fachgerechter Abbruch beginnt lange vor dem ersten Baggereinsatz: mit Schadstofferkundung, Abbruchkonzept und Standsicherheitsnachweis für die Nachbarbebauung. Wer diese Vorlaufschritte unterschätzt, riskiert Kostennachträge, Baugenehmigungsprobleme und ernsthafte Haftungsrisiken.

In Berlin kommen spezifische Herausforderungen hinzu: kriegsbedingte Altlasten im Erdreich, ein hoher Anteil an DDR-Bausubstanz mit oft undokumentierten Schadstoffen sowie dichte Bebauung, die erschütterungsarme Abbruchverfahren erfordert. Ein strukturiertes Vorgehen nach aktuellem Abbruchrecht schützt alle Beteiligten.

Leistungsumfang

Was umfasst ein professioneller Gebäudeabriss?

  • Schadstofferkundung mit Bauteilkatalog (Asbest, KMF, PAK, PCB, Schwermetalle)
  • Abbruchkonzept inkl. Standsicherheitsnachweis für angrenzende Bebauung
  • Genehmigungsmanagement nach BauO Bln (Abbruchanzeige oder Baugenehmigung)
  • Selektiver Vorabriss: schadstoffhaltige Bauteile und wiederverwertbare Fraktionen
  • Mechanischer Gebäudeabbruch mit erschütterungsoptimiertem Verfahren
  • Fraktionierte Schutt-Klassifizierung, Dokumentation und Entsorgungsnachweis

Grundlage für Planung und Ausschreibung ist ein vollständiger Bauteilkatalog, der alle relevanten Materialien, Schadstofffunde und Mengen dokumentiert — er steuert das Entsorgungskonzept und verhindert kostspielige Überraschungen auf der Deponie.

Was den Preis wirklich bestimmt

Abbruchkosten Berlin: Kennwerte nach Gebäudetyp

Die Abbruchkosten in Berlin bewegen sich für ein unterkellertes Einfamilienhaus zwischen 80 und 150 EUR/m³ umbautem Raum — umgerechnet ca. 15.000 bis 45.000 EUR für einen typischen Altbau der 1950er bis 1970er Jahre.

Abbruchverfahren im Vergleich: Technik, Präzision, Einsatzbereich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Verborgene Kostentreiber unter Berliner Altbauten: alte Fundamente, verborgener Keller, Altlasten und Schadstoffe im Boden – Erklär-Illustration (NEUWEST Berlin)

Maßgebliche Kostentreiber sind Schadstoffbelastung (Asbest, Teer, KMF), die Zugänglichkeit für Abbruchgeräte, Rückbautiefe (mit oder ohne Fundamente und Keller) sowie Entsorgungskosten für kontaminierten Bauschutt.

Berliner Altbauten erfordern regelmäßig Budgetpuffer von 20–40 %, weil Altlasten im Boden, unbekannte Gründungsformen und fehlende Bestandspläne erst im laufenden Abbruch sichtbar werden.

Preise & Kosten

Was kostet Abriss in Berlin?

Orientierungswerte; Endpreise abhängig von Schadstofflage, Zugänglichkeit und Rückbautiefe.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Abbruch EFH unterkellert (bis 200 m² BGF)15.000–45.000 EUR gesamt
Abbruch Massivbau MFH (mehrgeschossig)40–90 EUR/m³ umbautem Raum
Teilrückbau Anbau oder Aufstockung60–130 EUR/m² abzubrechende BGF
Schornsteinabbruch600–2.500 EUR je Schornstein
Schadstoffsanierung Asbest (schwachgebunden)80–200 EUR/m² Bauteilfläche
Kellerverfüllung (Magerbeton)80–180 EUR/m³ Hohlraum
Fundamentabbruch Streifenfundament120–280 EUR/lfm
Entsorgung Betonbruch unbelastet (Z0)0–5 EUR/t (Erlös möglich)
Entsorgung Mischbruch belastet (Z2)30–80 EUR/t Deponiegebühr
Schadstoffgutachten und Genehmigung2.000–8.000 EUR pauschal

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Detaillierte Preisbeispiele, Rechenwege und Kostentreiber je m²: Abbruch Kosten pro m².

Bauordnungsrecht als erster Schritt

Abbruchgenehmigung Berlin: Anzeige oder Genehmigung?

In Berlin ist der Abbruch baulicher Anlagen mit Aufenthaltsräumen oder Keller grundsätzlich genehmigungspflichtig nach BauO Bln; kleinere Nebenanlagen ohne Aufenthaltsräume und ohne Keller fallen unter die erleichterte Anzeigepflicht.

Die Bearbeitungsdauer beim Berliner Bauordnungsamt beträgt je nach Bezirk 4–12 Wochen; Gebäude in sozialen Erhaltungsgebieten (Milieuschutz), denkmalgeschützte Objekte und Ensembleschutzbauten benötigen zusätzlich Zustimmung der jeweils zuständigen Fachbehörde.

Häufig übersehen: die Baustellenanmeldung nach Baustellenverordnung (BaustellV) sowie die Meldepflicht nach GefStoffV, sobald im Schadstoffkataster Gefahrstoffe dokumentiert sind — beides ist unabhängig vom bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren einzuhalten.

Interaktiv

Schuttmassen-Kalkulator

Bruttorauminheit (BRI nach DIN 277-1) eingeben und Bauweise wählen — Ausgabe: Schuttgewicht in Tonnen, Mulden-Bedarf und Entsorgungskosten-Schätzung nach AVV-Abfallschlüssel.

Schuttmasse (t)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Abbruchprozess: Phasen und Pflichten im Überblick

1

Bestandsaufnahme und Genehmigung

Bestandspläne sichten, Genehmigungsantrag beim Bauordnungsamt stellen, Denkmal- oder Milieuschutzprüfung einleiten.

2

Schadstoffkataster erstellen

Sachkundiger beprobt Bauteile auf Asbest (TRGS 519), KMF (TRGS 521), PAK, PCB und Schwermetalle; Bericht ist Grundlage für Ausschreibung und Arbeitssicherheitsplanung.

3

Selektive Schadstoffsanierung

Gefahrstoffe werden manuell und materialgetrennt entfernt, bevor Maschinen eingesetzt werden — Asbestsanierung erfordert behördlich anerkannte Sachkunde nach TRGS 519.

4

Erschütterungsmonitoring einrichten

Kalibrierte Dreikanalaufnehmer an Nachbargebäuden anbringen; Grenzwerte nach DIN 4150-3 festlegen und protokollieren, ab Überschreitung automatischer Maschinenstopp.

5

Rohbauabbruch maschinell

Hydraulikbagger mit Abbruchzange oder Pulverisierer bricht Decken, Wände und Stützen kontrolliert ab; Rückbaureihenfolge richtet sich nach Abbruchstatik.

6

Fundamentrückbau und Kellerverfüllung

Fundamente werden bis auf Planumshöhe abgebrochen; Kellerhohlräume sind nach BauO Bln vollständig zu verfüllen, Materialwahl abhängig von Grundwasserstand und Baugrundtragfähigkeit.

7

Bauschutt-Deklaration und Entsorgungsnachweis

Mineralische Fraktionen werden beprobt (LAGA M 20, AVV-Schlüssel), sortiert und entsorgt oder als RC-Baustoff verwertet; Entsorgungsnachweis nach KrWG ist Pflicht.

Normgerechte Rückbaureihenfolge beim kontrollierten Abbruch – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Pflichtprogramm vor dem ersten Baggerhieb

Schadstoffkataster: Was TRGS 519 und TRGS 521 konkret fordern

Die TRGS 519 verpflichtet den Auftraggeber, vor Abbrucharbeiten an Gebäuden, die vor 1993 errichtet wurden, eine Gefährdungsbeurteilung durch einen Sachkundigen nach TRGS 519 Anhang 4 einzuholen — eine rein visuelle Einschätzung ohne Materialprobe ist nach TRGS 519 Ziffer 4.2 nicht ausreichend.

Die TRGS 521 erfasst künstliche Mineralfasern (KMF) wie Steinwolle und Glaswolle; kritisch sind alte Spritzasbest-Substitute, Rohrisolierungen und Brandschutzplatten aus KMF-haltigen Materialien bis ca. Baujahr 1998.

Praxisfehler: Kataster nur punktuell, ohne alle relevanten Schichten und Bauteiltypen zu beproben. Bei Asbest-Verdacht ist eine Materialprobe mit Lichtmikroskopie (PLM) oder Rasterelektronenmikroskopie (REM/EDX) zwingend, um Faserart und -konzentration sicher zu bestimmen.

Wo Schadstoffe im Bestand lauern: Spritzasbest, KMF-Rohrisolierung, Brandschutzplatten und alte Bodenbeläge – Erklär-Illustration (NEUWEST Berlin)
4–12 Wo.Genehmigungsdauer beim Berliner Bauordnungsamt je nach Bezirk
5 mm/sDIN 4150-3 Anhaltswert PPV für Wohngebäude (Schwingschnelle)
1993Asbestverbot in Deutschland — Gebäude älter als dieser Jahrgang prüfpflichtig
Z0–Z2RC-Baustoff-Einbauklassen nach LAGA M 20 / ErsatzbaustoffV (seit 2023)
Grenzwerte, Gerätewahl und Protokoll

Erschütterungsschutz beim Abbruch: DIN 4150-3 und Messpflicht

DIN 4150-3 legt für Einwirkungen auf bauliche Anlagen bei Wohngebäuden einen Anhaltswert der Schwingschnelle (Peak Particle Velocity, PPV) von 5 mm/s am Bauteil fest; für Gewerbebau gelten 10 mm/s, für besonders empfindliche Altbausubstanz mit Vorschäden empfiehlt die Praxis 2,5 mm/s als konservativen Zielwert.

Hydraulikhammer und Reißzahn überschreiten 5 mm/s in einem Radius von 3–8 m regelmäßig — bei Berliner Blockrandbebauung ist daher eine messtechnische Überwachung mit kalibriertem Dreikanalaufnehmer und automatischem Maschinenstoppsignal praxisüblich.

Eine Vorab-Rissdokumentation per Fotogrammetrie an Nachbargebäuden schützt vor Haftungsansprüchen und klärt, ob vorhandene Risse dem Abbruchbetrieb oder bereits bestehender Bauwerksschädigung zuzuordnen sind.

Interaktiv

Abbruchkosten-Schätzer

Gebäudetyp, BGF sowie Unterkellerung und Schadstoffbelastung wählen — Kostenkorridor in €/m² BGF mit Aufschlüsselung nach Abbrucharbeiten und Entsorgung.

Abbruchkosten gesamt (€)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Im Überblick

Abbruchverfahren: Übersicht und Einsatzbedingungen

Maschineller Abbruch (Hydraulikbagger)

Standardverfahren für Massivbauten; Abbruchzange, Pulverisierer oder Reißzahn je nach Bauteil. Schnell und wirtschaftlich, aber erschütterungsintensiv — sinnvoll ab ca. 3 m Abstand zur Nachbarbebauung.

Selektiver Rückbau (manuell + maschinell)

Schadstoffkontaminierte Bauteile, denkmalwerte Elemente oder statisch relevante Strukturen werden manuell vordemontiert. Erhöhter Aufwand, aber bessere RC-Sortierqualität und geringere Entsorgungskosten.

Teilrückbau (Geschoss oder Anbau)

Entfernung von Aufstockungen, Anbauten oder einzelnen Geschossebenen — erfordert Abbruchstatik, da Aussteifungselemente des Restgebäudes betroffen sein können. Hohes Schadensrisiko ohne vorherige Tragwerksanalyse.

Sprengungsabbruch

In Berlin nur bei Industrie- und Großbauten (Schornsteine, Silos, Brücken) in ausreichend freier Lage anwendbar — erfordert Sprengerlaubnis nach SprengG und behördliche Koordination. Für innerstädtische Wohngebäude ungeeignet.

Schadstoffrisiko nach Baujahr — was lauert im Bestand – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Warum eine Abbruchstatik nicht optional ist

Teilrückbau: Statische Risiken und häufige Fehler in der Praxis

Beim selektiven Teilrückbau entfallen Bauteile, die für das Aussteifungssystem des Restgebäudes maßgebend waren — Wandscheiben, Ringanker, Deckenplatten als Scheibentragwerk. Ohne Nachweis der verbleibenden Stabilität ist das Bauwerk in der Abbruchphase gefährdet.

Häufigster Praxisfehler: kein Einbau temporärer Unterfangungen oder Sprießungen, weil diese als unnötige Zusatzkosten erscheinen. Die Folge sind Risse oder Teileinbrüche im Restgebäude, die die Gesamtkosten vielfach übersteigen.

Nach VOB/C DIN 18459 (Abbruch- und Rückbauarbeiten) ist die Abbruchstatik durch einen zugelassenen Tragwerksplaner bei komplexen Teilabbrüchen in der Planungsleistung des Auftraggebers vorgesehen — sie ist auch haftungsrechtlich unverzichtbar.

Temporäre Sicherung beim Teilrückbau: Sprießungen und Unterfangung stabilisieren das Restgebäude – Erklär-Illustration (NEUWEST Berlin)
Im Vergleich

Abbruchverfahren im Vergleich

KriteriumHydraulikbaggerSelektiver RückbauSprengung
Kosten (relativ)niedrigmittel–hochhoch (Planung + Behörden)
Erschütterunghoch (bis 8 m Radius)geringkurzzeitig extrem
RC-Sortierqualitätmittelhochgering
Schallemission90–105 dB(A)65–85 dB(A)einmalig sehr hoch
EinsatzbereichFreifläche, Abstand >3 mSchadstoff, Denkmal, InnenbereichIndustrie, Freifläche
Abbruchstatik erforderlichbei Teilrückbauimmerimmer
Was der Untergrund verbirgt

Fundamentrückbau und Altlasten unter Berliner Altbauten

Berliner Gründerzeitbauten (1870–1918) gründen häufig auf hölzernen Pfahlrosten oder Bruchsteinfundamenten in 1,5–3,5 m Tiefe — Bereiche, die bei Bodenaushub Schadstoffe aus früherer Bebauung (Teer, Mineralöle, Schwermetalle) freisetzen können.

Die Deklarationsanalyse des Bodenaushubs nach AVV-Abfallschlüssel und LAGA M 20 ist gesetzlich vorgeschrieben; ohne Beprobung und Zuordnung zu Einbauklassen ist die Entsorgung nicht zulässig.

Kontaminierter Bodenaushub verursacht Sonderentsorgungskosten von 120–400 EUR/t — eine Vorerkundung nach BBodSchV mit Rammkernsondierungen oder Kleinstschürfen amortisiert sich ab ca. 50 m³ Aushubvolumen regelmäßig.

Lösungs-Finder

Abbruchverfahren-Finder

Welche Kombination aus Wandmaterial, Wandstärke und Zugangssituation beschreibt Ihr Objekt am besten?

Maschineller Selektivabbruch mit Hydraulikbagger (15–25 t) und Abbruchzange oder Tieflöffel. Standard-Verfahren für Berliner Gründerzeit- und Nachkriegsbauten. Erschütterungsnachweis nach DIN 4150-3 Tabelle 1 bei Nachbarbebauung < 5 m empfohlen — Richtwert Wohngebäude: v ≤ 5 mm/s (1–10 Hz), 5–15 mm/s (10–50 Hz). Vorlaufend: Schadstoffkartierung nach TRGS 519 (Asbest) sowie selektiver Rückbau nach GewAbfV § 12 für getrennte Abfallfraktionen.
Hydraulikschere am Bagger: geräuschärmer als Hydraulikhammer, effizient bis ca. 40 cm Wandstärke, trennt Bewehrungsstahl direkt im Arbeitsgang. Bewehrungsstahl separat erfassen (AVV 17 04 05) — Schrottwert rechnerisch gegenrechnen. Bei erhöhter Bewehrungsdichte (> 120 kg/m³ Stahl) Hydraulikhammer ergänzend einsetzen. Erschütterungsmessung nach DIN 4150-3 bei empfindlicher Nachbarschaft dokumentieren.
Kombination Diamantseilsäge + Hydraulikhammer: Seilsäge setzt Trennschnitte erschütterungsarm (Messwert v < 1 mm/s), Bagger bricht anschließend die Einzelblöcke. Schnittleistung Diamantseil: 3–6 m²/h bei 40 cm Stahlbeton. Bei extremen Bewehrungsgraden (Bunker, Sonderbauwerke) alternativ Kernbohrungen im Raster (Ø 162 mm, Rasterpunkt 15–20 cm) zur Vorspaltung — aufwändig, aber maximal erschütterungsarm und präzise.
Brennschneiden (autogenes Schneiden) für Stärken > 6 mm, Plasmaschneider für Feinbleche und Aluminium-Legierungen. Vorab Beschichtungsanalyse auf Bleiweißfarben, Chromat-Primer und PAK-haltige Korrosionsschutzmittel (TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten) — bei Befund PSA Klasse 3 und Punktabsaugung Pflicht. Stahl AVV 17 04 05 gesondert lagern; Schrottwert erheblich. Bei tragenden Elementen: statische Freigabe und Abbruchkonzept gemäß Berliner Bauordnung (BauO Bln) vor Beginn.
Zunächst Mini-Raupenbagger prüfen (Breite ab 0,75 m, Betriebsgewicht 1,5–2,5 t) — oft deutlich günstiger als Vollhandabbruch. Bei echten Platzzwängen (Berliner Hinterhöfe, Souterrain-Keller): Handabbruch mit SDS-Max-Stemmhämmern (≥ 8 J Schlagenergie) und Trennschleifer. Kostenaufwand 3–5× gegenüber maschinellem Vergleichsabbruch. Schuttabtransport per Schubkarre und Bauaufzug — Taktzeiten und Wendeflächen exakt in der Kalkulation berücksichtigen.
Erschütterungsarme Sonderverfahren zwingend: Diamantsägetechnik (Fugenschnitt, Kernbohrung) oder Expansionsmörtel auf CaO-Basis (z. B. BRISTAR, Druckaufbau ca. 30–50 MPa) für massiven Beton ohne Sprengung. Erschütterungsmonitoring Online (kontinuierliche Messung) nach DIN 4150-3 Tabelle 1, Zeile 3 für schützenswerte Gebäude: v ≤ 3 mm/s (1–10 Hz), 3–8 mm/s (10–50 Hz). Statische Gefährdungsanalyse der Nachbarbebauung vor Baubeginn — haftet der ausführende Betrieb.

Asbest-Eigenrückbau ist strafbar

Asbesthaltige Materialien dürfen ausschließlich durch Betriebe mit behördlich anerkannter Sachkunde nach TRGS 519 Anhang 4 entfernt werden. Verstöße gegen die ChemVerbotsV sind Ordnungswidrigkeiten und können zu sofortigem Baustopp sowie empfindlichem Bußgeld führen.

Schadstoffvorerkundung spart Kosten

Ein professionelles Schadstoffkataster kostet 800–3.000 EUR, verhindert aber Kostenschocks durch unerkannte Asbest- oder PAK-Belastungen, die im laufenden Abbruch die Stundensätze um das Drei- bis Fünffache erhöhen können.

RC-Baustoff: Erlöse statt Entsorgungskosten

Sortenreiner Betonbruch aus unbelastetem Berliner Abbruchmaterial erzielt regional 3–8 EUR/t Erlös oder kann direkt als Unterbaumaterial auf dem Grundstück weiterverwendet werden — frühzeitige Fraktion-Trennung beim Baggereinsatz ist der entscheidende Hebel.

Schüttdichten und Lockerfaktor — Grundlage der Containerplanung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Unterschätzter Faktor bei innerstädtischen Abbrüchen

Kellerrückbau in Berlin: Grundwasser als Kalkulationsrisiko

In weiten Teilen Berlins (u.a. Spandau, Kreuzberg, Mitte, Treptow) liegt der Grundwasserspiegel bei 1,5–4 m unter Geländeoberkante — bei Kellerabbrüchen mit Sohltiefe über 2 m ist Wasserhaltung damit regelmäßig erforderlich.

Offene Wasserhaltung (Kreiselpumpen) kostet 15–35 EUR/m³ Mehraufwand; bei bindigen Böden (Berliner Ton) kann eine geschlossene Brunnenabsenkung notwendig werden, die eine wasserrechtliche Erlaubnis nach WHG §9 erfordert und Monate Vorlauf beansprucht.

Kellerhohlräume, die beim Neubau nicht genutzt werden, sind bauordnungsrechtlich vollständig zu verfüllen; Schaumglasschotter eignet sich dort, wo Grundwasserdruck auf die Verfüllung einwirkt, da das Material druck- und wasserstabil sowie nicht kapillar ist.

Wasserhaltung beim Kellerabbruch: Grundwasserspiegel, offene Wasserhaltung, Brunnenabsenkung und Verfüllung – Erklär-Illustration (NEUWEST Berlin)
Technische Daten

Technische Kennwerte: Abbruch und Entsorgung

Erschütterungsanhaltswert Wohngebäude (DIN 4150-3)5 mm/s PPV
Erschütterungsanhaltswert Gewerbebau (DIN 4150-3)10 mm/s PPV
Erschütterung empfindliche Altbausubstanz (Praxisempfehlung)2,5 mm/s PPV
Schallemission Hydraulikbagger in 10 m90–105 dB(A)
Raumgewicht Mauerwerkbruch (lose)1,0–1,4 t/m³
Raumgewicht Stahlbetonbruch (lose)1,4–1,8 t/m³
AVV-Schlüssel Beton (sortenrein, unbelastet)17 01 01
AVV-Schlüssel gemischte Bau- und Abbruchabfälle17 09 04
RC-Beton Typ 1 (DIN 4226-101): max. Asphaltanteil1 Masse-%
Einbauklasse Z0 (ErsatzbaustoffV / LAGA M 20)uneingeschränkt einbaufähig
Wenn Abbruch zum wirtschaftlichen Vorteil wird

Abbruchmaterial als Recyclingrohstoff: Güten und Einsatzgrenzen

Mineralischer Bauschutt lässt sich nach LAGA M 20 und ErsatzbaustoffV (in Kraft seit August 2023) in Einbauklassen Z0 bis Z2 einordnen — Z0 ist ohne Einschränkung einbaufähig, Z1.1/Z1.2 mit definierten Randbedingungen, Z2 nur mit behördlicher Einzelfallgenehmigung.

AVV-Abfallschlüssel Abbruch: Entsorgungspfad und Kostenklasse – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Sortenreine Trennung von Bauschutt: Beton, Ziegel und Gips getrennt erfassen, Mischbruch zur Deponie – Erklär-Illustration (NEUWEST Berlin)

Sortenreiner Betonbruch (RC-Beton Typ 1 nach DIN 4226-101) aus unbelastetem Berliner Abbruchmaterial erzielte 2023–2025 Marktpreise von 3–8 EUR/t als Füllmaterial oder Schotterunterbau; verunreinigter Mischbruch hingegen kostet 30–80 EUR/t Deponiegebühr.

Die wirtschaftliche Entscheidung fällt im Abbruchprozess selbst: Getrennte Erfassung von Beton, Ziegel und Gips beim Baggereinsatz reduziert Sortierkosten und verbessert die RC-Güte — ein Detail, das Leistungsverzeichnisse oft nicht explizit fordern, aber erheblichen Einfluss auf die Gesamtkalkulation hat.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Abriss

PPV (Peak Particle Velocity)
Spitzenpartikelgeschwindigkeit in mm/s — Maß für die Erschütterungsintensität nach DIN 4150-3. Anhaltswert für Wohngebäude: 5 mm/s am Bauteil.
TRGS 519
Technische Regel für Gefahrstoffe: Asbest. Regelt Gefährdungsbeurteilung, Sachkundenachweis (Anhang 4) und Schutzmaßnahmen bei Abbruch und Sanierung asbesthaltiger Materialien.
TRGS 521
Technische Regel für Gefahrstoffe: künstliche Mineralfasern (KMF). Gilt für Abbruch- und Sanierungsarbeiten mit alter Mineral- und Glaswolle bis ca. Baujahr 1998.
LAGA M 20
Richtlinie der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall zur Verwertung mineralischer Abfälle; definiert Einbauklassen Z0–Z2 für RC-Baustoffe und Bodenmaterial.
ErsatzbaustoffV
Ersatzbaustoffverordnung (Teil der Mantelverordnung, in Kraft seit August 2023); regelt bundeseinheitlich die Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe mit Einbauklassen und Dokumentationspflichten.
Selektiver Rückbau
Kontrollierter Abbruch mit manueller Vordemontage schadstoffhaltiger oder wiederverwertbarer Bauteile vor maschinellem Hauptabbruch — verbessert RC-Sortierqualität und senkt Entsorgungskosten.
AVV (Abfallverzeichnis-Verordnung)
Europäisches Abfallverzeichnis; ordnet Bauabfällen 6-stellige Schlüsselnummern zu (z.B. 17 01 01 für sortenreinen Beton), die Entsorgungsweg und Nachweispflicht bestimmen.
DIN 18459 (VOB/C)
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen: Abbruch- und Rückbauarbeiten. Regelt Leistungsbeschreibung, Abrechnung und Pflichten bei Abbruchleistungen im Rahmen der VOB.

Ein oft übersehenes Risiko beim Berliner Altbauabbruch: Holzpfahlgründungen des Nachbargebäudes können durch Grundwasserabsenkung während der Wasserhaltung trockenfallen und zu verrotten beginnen — das Schadensbild entsteht am Nachbargebäude, nicht am abgerissenen Objekt. Dieses Risiko muss geotechnisch bewertet werden, bevor die Wasserhaltung geplant wird.

Geotechnische Praxis Berlin
Zeitlicher Ablauf

Typischer Abbruchzeitraum für ein Berliner Einfamilienhaus

  • Genehmigungsphase (Bauordnungsamt + Schadstoffgutachten)6–12 Wochen
  • Schadstoffkataster und Laboranalyse2–4 Wochen
  • Schadstoffsanierung (Asbest, KMF)1–3 Wochen
  • Rohbauabbruch maschinell3–8 Arbeitstage
  • Fundamentrückbau und Kellerverfüllung3–10 Arbeitstage
  • Bauschutt-Beprobung und Entsorgungsnachweis1–3 Wochen

Abriss Fragen & Antworten

Wann brauche ich in Berlin eine Abbruchgenehmigung?
Die BauO Bln unterscheidet zwischen genehmigungsfreiem Abbruch (kleine Nebenanlagen unterhalb definierter Schwellenwerte), der vereinfachten Abbruchanzeige und dem vollständigen Baugenehmigungsverfahren. Gebäude mit mehr als 300 m³ Brutto-Rauminhalt sind in der Regel genehmigungspflichtig; für denkmalgeschützte Substanz oder Gebäude in Erhaltungsgebieten gelten zusätzliche Anforderungen nach dem Berliner Denkmalschutzgesetz. Ein häufiger Fehler in der Praxis: Eigentümer beantragen nur die Neubaugenehmigung und versäumen es, den Abbruch separat anzuzeigen — das führt regelmäßig zu Baustopps.
Ist eine Schadstofferkundung vor dem Abriss rechtlich verpflichtend?
Ja — sowohl für Auftraggeber als auch Auftragnehmer. Die TRGS 519 (Asbest) und TRGS 521 (Künstliche Mineralfasern/KMF) verpflichten dazu, vor Abbruch- und Sanierungsarbeiten eine Gefährdungsbeurteilung auf Basis einer systematischen Gebäudeerkundung durchzuführen. Bei Asbestverdacht sind Beprobung und Analytik durch ein akkreditiertes Labor erforderlich. Wird die Erkundungspflicht übergangen und treten Asbestfunde erst während der Abbrucharbeiten auf, drohen sofortiger Baustopp, erhebliche Mehrkosten und strafrechtliche Konsequenzen — auch für den Auftraggeber.
Was kostet Abriss in Berlin — und was beeinflusst den Preis wirklich?
Richtwerte für den reinen mechanischen Abbruch liegen je nach Bauweise bei 30–80 €/m³ Brutto-Rauminhalt, doch dieser Wert allein ist wenig aussagekräftig. Die eigentlichen Kostentreiber sind: Art und Umfang der Schadstoffbelastung (Asbest-Sanierung kann den Gesamtpreis vervielfachen), Zugänglichkeit für Abbruchmaschinen, Erschütterungsempfindlichkeit der Nachbarbebauung (erzwingt ggf. hydraulischen Zangenabriss statt Meißeleinsatz), aktuelle Deponiekapazität und -preise in Berlin/Brandenburg sowie Mengen an kontaminiertem Bodenaushub. Ein belastbares Budget entsteht erst nach Bauteilkatalog und ausgearbeitetem Abbruchkonzept.
Was ist der Unterschied zwischen selektivem Rückbau und Totalabbruch?
Beim selektiven Rückbau werden Bauteile manuell demontiert, bevor schweres Gerät zum Einsatz kommt: zuerst schadstoffhaltige Materialien (Asbestplatten, PCB-haltige Fugenmassen, teerhaltige Bodenbeläge), dann sortenrein trennbare Fraktionen wie Holz, Metall und Glas. Erst danach erfolgt der maschinelle Abbruch des Rohbaus. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) fordern diese sortenreine Trennung ausdrücklich. Der Totalabbruch ohne Vorabriss ist nur bei nachweislich schadstofffreier, homogener Substanz zulässig — in der Berliner Innenstadt mit gemischter Bebauungsgeschichte die Ausnahme.
Welche Erschütterungsgrenzwerte gelten beim Abbruch in dicht bebauten Lagen?
DIN 4150-3 ('Erschütterungen im Bauwesen — Einwirkungen auf bauliche Anlagen') definiert Anhaltswerte für die maximale Schwinggeschwindigkeit v in mm/s. Für Wohngebäude gelten je nach Frequenzbereich Werte von 5–20 mm/s, für besonders erschütterungsempfindliche Gebäude (z. B. Denkmäler, Krankenhäuser) 3–8 mm/s. In dicht bebauten Berliner Innenstadtlagen erfordern diese Grenzwerte häufig den Einsatz von Abbruchangreifern statt Meißelarbeit sowie kontinuierliches Erschütterungsmonitoring mit kalibrierter Messtechnik — beides sind Kostenfaktoren, die bei der Ausschreibung explizit zu benennen sind.
Was ist ein Bauteilkatalog und ab wann ist er sinnvoll?
Der Bauteilkatalog (auch Pre-Demolition Audit) erfasst systematisch alle verbauten Materialien mit Mengen, Lageorten und Schadstoffgehalten. Er ist Grundlage für Entsorgungskonzept, Ausschreibung und Kostenkalkulation. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG und ihre Novellierung durch die Richtlinie 2018/851/EU fordern für größere Abbruchvorhaben eine solche Materialbestandsaufnahme; national ist sie über KrWG und GewAbfV verankert. In der Praxis lohnt der Bauteilkatalog bereits ab 500 m² Nutzfläche, weil er Nachtragsrisiken eliminiert und Entsorgungskosten planbar macht.
Welche Besonderheiten hat der Abriss von DDR-Bausubstanz in Berlin?
DDR-Gebäude der Baujahre 1955–1985 weisen eine charakteristische Schadstoffkombination auf, die oft unterschätzt wird: Eternit-Faserzementplatten an Fassaden und Dächern (Chrysotil/Weißasbest), Heraklith- und Durisol-Platten mit Asbest, teerhaltige Klebstoffe unter PVC-Bodenbelägen (PAK), PCB-haltige Fugenmassen und Anstriche sowie Mineralwolledämmungen der alten KMF-Risikogruppe. Erschwerend: DDR-Bauakten sind häufig unvollständig oder nicht auffindbar, sodass die Beprobungsdichte höher angesetzt werden muss als bei Westbausubstanz gleichen Alters. Auch Bleirohre in der Haustechnik und bleihaltige Farbanstriche sind regelmäßig anzutreffen.
Wie werden Abbruchabfälle klassifiziert und was gilt für gefährliche Fraktionen?
Abbruchabfälle werden nach der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) eingestuft: Beton (17 01 01), Ziegel (17 01 02), nicht-teerhaltige Bitumengemische (17 03 02). Asbesthaltige Dämmmaterialien tragen den Code 17 06 01* — der Stern kennzeichnet gefährlichen Abfall mit besonderer Nachweispflicht nach der Nachweisverordnung (NachweisV): Entsorgungsnachweis, Begleitschein und elektronische Erfassung im eANV-System sind verpflichtend. Die Entsorgungskosten für asbestkontaminiertes Material liegen erheblich über denen für Bauschutt, da die Deponiekapazität für schadstoffbelastete Abfälle in der Region Berlin-Brandenburg begrenzt ist — ein Faktor, der bei Projekten in der Innenstadt regelmäßig zu Kostensteigerungen führt.
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