Der umfassende Leitfaden zur fachgerechten Sanierung von Berliner Gründerzeitbauten — von Denkmalschutz über Innendämmung bis zur Schadstoffanalyse. Mit interaktivem Wandaufbau und Kostenbeispiel.
Die Bauperiode 1870–1918 prägt bis heute das Berliner Stadtbild — und stellt Sanierer vor besondere Herausforderungen.
Berlins Gründerzeitviertel entstanden während der rasanten Industrialisierung und dem explosionsartigen Bevölkerungswachstum nach der Reichsgründung 1871. In wenigen Jahrzehnten wuchs Berlin zur Millionenstadt. Die typischen Blockrandbebauungen mit ihren Vorder-, Seiten- und Hinterhäusern prägen bis heute Stadtteile wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg.
Diese Gebäude sind 100–150 Jahre alt und wurden nach den Baustandards des 19. Jahrhunderts errichtet. Die massive Ziegelbauweise bietet zwar eine hervorragende Substanz, erfüllt aber energetisch nicht mehr die Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Eine fachgerechte Sanierung erhält den historischen Charakter und bringt den Altbau auf einen zeitgemäßen Stand.
Klicken Sie auf die einzelnen Schichten, um technische Details zu Material, Wärmeleitfähigkeit und Funktion zu sehen.
| Material | Historischer Vollziegel im Kreuzverband |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,68 W/(m·K) |
| Dicke | 520 mm (2 Fuß) |
| U-Wert (nur Wand) | ca. 1,35 W/(m²·K) |
| Funktion | Tragende Konstruktion & Raumabschluss |
Die wichtigsten Dämm- und Sanierungsmaßnahmen — mit Bewertung für den typischen Berliner Altbau.
Ziehen Sie den Regler, um den Unterschied zwischen unsanierter und sanierter Gründerzeitfassade zu sehen.
Was bei denkmalgeschützten Gründerzeitbauten erlaubt ist — und wie der Genehmigungsprozess funktioniert.
Vor jeder Sanierung muss ein Schadstoffgutachten erstellt werden. Diese Stoffe finden sich häufig in Gründerzeitbauten.
Häufig in Nachtspeicheröfen, Fassadenplatten (Eternit), Rohrisolierungen, Fußbodenbelag (Floor-Flex) und Fensterkitt. Extrem krebserregend bei Faserfreisetzung. Sanierung nur durch zertifizierte Fachfirmen nach TRGS 519.
Alte Wasserleitungen (vor 1973) aus Bleirohren — besonders in Berliner Altbauten verbreitet. Auch in Farbanstrichen (Bleiweiß) bis ca. 1960. Bleirohre müssen bei Sanierung ausgetauscht werden (TrinkwV: Grenzwert 10 µg/l).
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe in schwarzen Parkettkleber, Teerpappe (Dachabdichtungen), alten Straßenbelag-Resten im Keller. Krebserzeugend bei Hautkontakt und Einatmen. Fachgerechte Entfernung nach TRGS 551 erforderlich.
Polychlorierte Biphenyle in dauerelastischen Fugenmassen, Farben und Lacken — vor allem in Bauten der 1950er–1980er Jahre (Nachkriegs-Umbauten). Gefährlich durch Ausgasung in die Raumluft. PCB-Richtlinie beachten!
PCP (Pentachlorphenol) und Lindan in behandelten Dachbalken und Holzverkleidungen. Häufig in DDR-Altbauten und westdeutschen Sanierungen der 1960er–1980er. Dauerhafte Ausgasung — Raumluftmessung empfohlen.
Pflicht vor jeder Sanierung! Ein qualifizierter Schadstoffgutachter nimmt Materialproben und erstellt ein Sanierungskonzept. Kosten: ca. 1.500–3.500 € für ein MFH. Ohne Gutachten drohen Gesundheitsrisiken und Baustopps.
Typische Kostenverteilung für ein Mehrfamilienhaus (6 WE, ca. 500 m²) in Berlin.
Komplettsanierung eines typischen Berliner Gründerzeithauses — mit Denkmalschutz-Auflagen.
Stuck-Fassade unter Ensembleschutz • 520 m² Wohnfläche • 4 Geschosse + Dach
Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden zu Gründerzeitbauten.
Kostenlose Erstberatung zur Altbausanierung — mit Denkmalschutz-Erfahrung und Fördermittel-Beratung.