Funktioniert eine Wärmepumpe auch im unsanierten Altbau? Ja! Mit interaktivem JAZ-Rechner, Förderungs-Übersicht 2026 und Praxisbeispielen zeigen wir, worauf es ankommt.
Ein weit verbreiteter Irrglaube, den aktuelle Studien klar widerlegen.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat in einem über vier Jahre angelegten Forschungsprojekt 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Wärmepumpen heizen auch in älteren Gebäuden effizient und klimafreundlich, ohne dass diese auf Neubaustandard saniert werden müssen.
Die Studie zeigt, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4 erreichen. Erdgekoppelte Systeme kommen sogar auf JAZ 4,3. Im Vergleich zu Erdgasheizungen sind die CO2-Emissionen 64 Prozent niedriger.
Entscheidend sind die richtige Auslegung, ein hydraulischer Abgleich und bei hohen Vorlauftemperaturen der Einsatz von Hochtemperatur-Wärmepumpen. Ein Neubau-Dämmstandard ist ausdrücklich nicht zwingend erforderlich.
Vier Systeme im Vergleich: Investition, Effizienz und Eignung für den Altbau.
Klicken Sie auf die Komponenten, um Details zu Funktion, Temperatur und Druck zu sehen.
| Funktion | Nimmt Wärme aus der Umgebung (Luft, Erde, Wasser) auf und verdampft das flüssige Kältemittel |
| Temperatur | -5 bis +10 °C |
| Druck | Niederdruck (3-5 bar) |
| Zustand Kältemittel | Flüssig zu gasfoermig |
Was Sie vor der Installation prüfen müssen: mit Ampel-Bewertung.
Norm-Heizlast nach DIN EN 12831 durch Fachbetrieb ermitteln lassen. Basis für die korrekte Dimensionierung der Wärmepumpe. Überdimensionierung (zu grosse WP) führt zu ineffizientem Taktbetrieb.
PflichtUnter 55 °C: Ideal für jede Wärmepumpe, hohe Effizienz.
55-65 °C: Möglich mit Hochtemperatur-WP (Propan R290).
Über 65 °C: Kritisch, nur mit speziellen HT-WP oder Hybridlösung sinnvoll.
Grosse Radiatoren und Plattenheizkröper sind in der Regel OK. Kleine Rippenheizkörper ggf. gegen größere Modelle tauschen. Fussbodenheizung ideal, aber nicht zwingend notwendig.
EmpfohlenPflicht für KfW-Förderung und entscheidend für die Effizienz. Sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig versorgt werden. Kosten: ca. 500-1.500 € je nach Anlage.
Pflicht für FörderungBessere Dämmung = höhere Effizienz und niedrigere Betriebskosten. Aber: Eine Dämmung ist keine Voraussetzung! Auch in unsanierten Altbauten funktionieren Wärmepumpen, wie die Fraunhofer-Studie belegt.
EmpfohlenAbstandsregeln zur Grundstücksgrenze beachten (länderspezifisch). Berlin: Nachbarschaftsrecht und TA Lärm einhalten. Empfohlen: mind. 3 m zur Grundstücksgrenze. Schallschutz beachten (siehe Abschnitt Schallschutz).
Pflicht prüfenKleine WP: 230V Anschluss reicht. Größere Anlagen (ab ca. 10 kW): 400V Drehstromanschluss erforderlich. Ggf. Hausanschluss durch Netzbetreiber verstärken lassen (Vorlaufzeit 4-8 Wochen).
Pflicht prüfenSchätzen Sie die Jahresarbeitszahl und Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe.
Investitionskosten, laufende Kosten und Break-Even im Vergleich zu fossilen Heizungen.
Bis zu 70% Zuschuss durch die Bundesförderung (KfW 458).
Basisförderung für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung. Gilt für alle Eigentümer (Selbstnutzer und Vermieter). Max. förderfähige Kosten: 30.000 € (EFH).
Für Selbstnutzer beim Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung (Oel, Gas, Kohle, Nachtspeicher) oder einer Biomasse-/Gasheizung älter als 20 Jahre. Bis 31.12.2028: 20%, danach alle 2 Jahre -3%.
Für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr. Nicht kombinierbar mit Vermietung. Nachweis über Steuerbescheid.
TA Lärm Grenzwerte, typische Schallpegel und wirksame Maßnahmen.
Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden.
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