Warum ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 heute Pflicht ist, wie Wärmerückgewinnung funktioniert und welches System zu Ihrem Gebäude passt.
Moderne Gebäude sind luftdicht gebaut. Das spart Energie, schafft aber neue Herausforderungen für die Raumluftqualität.
Nach Fenstertausch, Fassadendämmung oder bei Neubau ist die Gebäudehülle nahezu luftdicht. Der natürliche Luftaustausch über Fugen und Ritzen entfällt. Ohne kontrollierte Lüftung steigt die Luftfeuchtigkeit, CO2-Konzentration wächst und es droht Schimmelbildung. Die DIN 1946-6 schreibt deshalb bei Neubau und Sanierung mit Fensteraustausch ein Lüftungskonzept verpflichtend vor.
Bei Neubau und Sanierung (wenn mehr als 1/3 der Fenster getauscht werden) muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Es definiert die notwendigen Luftvolumenströme und die Art der Lüftung.
Eine 4-köpfige Familie produziert ca. 10-12 Liter Feuchtigkeit pro Tag. Ohne ausreichenden Luftaustausch kondensiert diese an kalten Oberflächen - Schimmel entsteht bereits ab 80% relativer Feuchte.
Beide Systeme haben ihre Stärken. Der Vergleich hilft Ihnen bei der Entscheidung.
| Kriterium | Zentrale KWL | Dezentrale KWL |
|---|---|---|
| Aufbau | Ein Zentralgerät mit Kanalnetz durch das gesamte Gebäude | Einzelgeräte pro Raum, in der Außenwand verbaut |
| Wärmerückgewinnung | 85 – 95 % (Gegenstrom-WT) | 70 – 90 % (Keramik-Speicher) |
| Einbau | Aufwändig: Kanäle in Decke/Wand, Deckenabhängung nötig | Einfach: Kernbohrung (ca. 16 cm) pro Gerät |
| Ideal für | Neubau, größere Sanierungen mit offenen Decken | Sanierung, Nachrüstung, einzelne Räume |
| Investitionskosten | 5.000 – 12.000 € (EFH komplett) | 500 – 1.500 € pro Gerät (3-6 Geräte typisch) |
| Wartung | Zentral: 1x jährlich, ein Filterwechsel | Pro Gerät: alle 3-6 Monate Filterwechsel |
| Lautstärke | Gerät im Technikraum, Räume: 20 – 25 dB(A) | Im Raum: 20 – 35 dB(A) je nach Stufe |
| Platzbedarf | Technikraum + Kanalquerschnitte in Decken | Minimal: nur Wanddurchbruch pro Gerät |
| Steuerung | Zentral: eine Bedieneinheit, Raumweise Regelung möglich | Jedes Gerät einzeln oder per Smart-Home |
| Filterqualität | Feinfilter F7-F9 (Pollen, Feinstaub) | Standard G3-G4, teils F7 nachrüstbar |
Der Wärmetauscher ist das Herzstück jeder KWL-Anlage. Er überträgt die Wärme der Abluft auf die kalte Außenluft.
Anhand weniger Kriterien finden Sie das passende System für Ihr Gebäude.
Was eine KWL-Anlage kostet, welche Betriebskosten anfallen und wie Sie bis zu 20% Förderung erhalten.
Einfamilienhaus, 120 m², Gasheizung, Berlin
Diese staatlichen Förderprogramme können Sie nutzen.
Zuschuss für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung als Einzelmaßnahme. Voraussetzung: WRG-Grad mindestens 80%, Einbau durch Fachunternehmen, Energieberater empfohlen.
Zusätzlich 5% Bonus, wenn die Maßnahme im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen wird. Ergibt insgesamt bis zu 20% Zuschuss auf förderfähige Kosten.
Alternativ zum BAFA-Zuschuss: 20% der Kosten über 3 Jahre steuerlich absetzbar (§35c EStG). Max. 40.000 € pro Wohnobjekt. Kein Energieberater nötig.
So läuft ein typisches KWL-Projekt bei NEUWEST ab.
Berechnung der notwendigen Luftvolumenströme anhand von Gebäudedaten, Raumgrößen und Nutzung. Festlegung, ob Lüftungsstufe I (Feuchteschutz) nutzerunabhängig sichergestellt werden muss.
Auf Basis des Lüftungskonzepts wird das passende System (zentral/dezentral) gewählt. Kanalführung bzw. Gerätepositionen werden geplant, Angebot mit Festpreisgarantie erstellt.
Zentral: Montage des Geräts, Verlegung der Lüftungskanäle, Einbau der Zu- und Abluftventile. Dezentral: Kernbohrungen (ca. 16 cm Durchmesser), Einsetzen und Anschluss der Einzelgeräte.
Einmessung der Volumenströme pro Raum, Einstellung der Lüftungsstufen, Einweisung in die Bedienung. Protokoll der Inbetriebnahme für Gewährleistung und Förderantrag.
Filterwechsel alle 3–6 Monate (dezentral) bzw. 6–12 Monate (zentral). Jährliche Inspektion des Wärmetauschers und der Ventilatoren empfohlen. NEUWEST bietet Wartungsverträge an.
Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden.
Kostenloses Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 und unverbindliche Beratung.