Energie

Photovoltaik: Technik,
Wirtschaftlichkeit und Förderung

Alles über Solarstrom vom eigenen Dach — von der Funktionsweise über den PV-Ertragsrechner bis zu Einspeisevergütung, Förderung und Speicherlösungen. Mit interaktiven Tools für Ihre Planung.

17 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Energie-Experten

Wie funktioniert Photovoltaik?

Sonnenlicht wird in Solarzellen direkt in elektrischen Strom umgewandelt — sauber, lautlos und über Jahrzehnte zuverlässig.

Photovoltaik (PV) nutzt den photoelektrischen Effekt: Treffen Photonen des Sonnenlichts auf eine Solarzelle, lösen sie Elektronen aus dem Halbleitermaterial (Silizium) und erzeugen so eine elektrische Spannung. Die Solarzelle produziert Gleichstrom, der über einen Wechselrichter in netzfähigen Wechselstrom umgewandelt wird.

In Berlin liegt die Globalstrahlung bei rund 1.050 kWh/m² pro Jahr. Damit erreichen moderne PV-Anlagen in der Hauptstadt einen Ertrag von 900 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr — genug, um einen Großteil des Strombedarfs eines Einfamilienhauses zu decken.

Monokristallin

Höchste Effizienz durch einheitliche Kristallstruktur. Dunkle, gleichmäßige Optik. Ideal bei begrenzter Dachfläche.

20–22%Wirkungsgrad

Polykristallin

Günstiger in der Herstellung durch mehrere Kristalle. Bläuliche Oberfläche. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

15–18%Wirkungsgrad

Dünnschicht

Flexible, leichte Module für spezielle Anwendungen (Fassade, Carport). Geringerer Wirkungsgrad, dafür besser bei Teilverschattung.

10–13%Wirkungsgrad

Die Komponenten einer PV-Anlage

Jede Photovoltaikanlage besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten — von den Modulen bis zur Wallbox.

Solarmodule

Herzstück der Anlage
TypMono-/Polykristallin
Leistung/Modul400–440 Wp
Lebensdauer25–30 Jahre
Kosten/Modul150–300 €

Wechselrichter

Gleichstrom zu Wechselstrom
String-WRFür gleichmäßige Dächer
Mikro-WRPro Modul, bei Verschattung
Lebensdauer10–15 Jahre
Kosten1.000–2.500 €

Montagesystem

Sichere Befestigung
AufdachStandard, auf Dachziegeln
IndachIntegriert, optisch elegant
FlachdachAufgeständert, 10–15°
Kosten500–1.500 €

Batteriespeicher

Strom für die Nacht
TechnologieLiFePO4 (Lithium)
Kapazität5–15 kWh
Lebensdauer10–15 Jahre
Kosten4.000–10.000 €

Smart Meter

Intelligenter Stromzähler
FunktionVerbrauchsoptimierung
Pflicht ab6 kWp (ab 2025)
Kosten/Jahr20 € (gedeckelt)
VorteilEchtzeit-Monitoring

Wallbox

Sektorkopplung E-Auto
Ladeleistung11 kW (typ.)
PV-ÜberschussAutomatisch laden
ErsparnisBis 80% Ladekosten
Kosten500–1.500 € + Montage

PV-Ertragsrechner für Berlin

Berechnen Sie Leistung, Ertrag und Amortisation Ihrer Photovoltaikanlage — basierend auf realistischen Berliner Werten.

0° (flach)30° (optimal)60° (steil)
Anlagenleistung8,5 kWp
Jahresertrag8.075 kWh
Eigenverbrauchsquote35%
Einspeisevergütung/Jahr414 €
Ersparnis Eigenverbrauch/Jahr989 €
CO₂-Einsparung/Jahr3,3 t
Amortisation~10 Jahre

Wirtschaftlichkeit über 25 Jahre

Kumulierte Erträge einer typischen 10-kWp-Anlage in Berlin — Eigenverbrauch-Ersparnis und Einspeisevergütung abzüglich Kosten.

Kumulierter Gewinn: 10 kWp PV-Anlage in Berlin

Investition 14.000 € (netto, 0% MwSt) | Eigenverbrauch 35% | Strompreis 35 ct/kWh (+3%/Jahr) | Degradation 0,5%/Jahr
Investition (10 kWp)
14.000 €
netto, inkl. 0% MwSt
Jährlicher Ertrag
~1.500 €
Ersparnis + Einspeisung
Break-Even
~9 Jahre
Amortisationsdauer
Gewinn nach 25 Jahren
~30.000 €
kumuliert abzgl. Kosten

Einspeisevergütung und Förderprogramme

Aktuelle EEG-Vergütungssätze, KfW-Kredite und Berliner Förderprogramme für Ihre PV-Anlage.

ZeitraumAnlagengrößeTeileinspeisungVolleinspeisung
01.02.2024 – 31.07.2024bis 10 kWp8,11 ct/kWh12,87 ct/kWh
10–40 kWp7,03 ct/kWh10,79 ct/kWh
40–100 kWp5,74 ct/kWh10,79 ct/kWh
01.08.2024 – 31.01.2025bis 10 kWp8,03 ct/kWh12,73 ct/kWh
10–40 kWp6,95 ct/kWh10,68 ct/kWh
40–100 kWp5,68 ct/kWh10,68 ct/kWh
01.02.2025 – 31.07.2025bis 10 kWp7,94 ct/kWh12,60 ct/kWh
10–40 kWp6,88 ct/kWh10,56 ct/kWh
40–100 kWp5,62 ct/kWh10,56 ct/kWh
01.08.2025 – 31.01.2026bis 10 kWp7,86 ct/kWh12,47 ct/kWh
10–40 kWp6,80 ct/kWh10,45 ct/kWh
40–100 kWp5,56 ct/kWh10,45 ct/kWh
Degression: Die EEG-Vergütung sinkt halbjährlich um 1%. Der Vergütungssatz wird bei Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben. Teileinspeisung = Eigenverbrauch + Überschusseinspeisung (häufigstes Modell). Volleinspeisung = gesamter Strom wird eingespeist.
0%

Mehrwertsteuer auf PV

Seit 01.01.2023 gilt 0% MwSt auf Kauf und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp (auf Wohngebäuden). Das macht die Anschaffung sofort günstiger — netto = brutto.

Seit 2023
KfW 270

Erneuerbare Energien — Standard

Zinsgünstiger Kredit der KfW für PV-Anlagen inkl. Speicher. Bis zu 150 Mio. € pro Vorhaben, bis 5 Jahre tilgungsfrei. Effektivzins ab ca. 3,2% (bonitätsabhängig). Antrag vor Baubeginn.

Kredit
SolarPLUS

Berliner Förderprogramm

Das Land Berlin fördert über SolarPLUS u.a. Beratungskosten, Gutachten für Dacheignung und Batteriespeicher. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen bei der IBB.

Landesförderung

Batteriespeicher im Vergleich

Ein Speicher erhöht Ihren Eigenverbrauch von ca. 30% auf bis zu 70% — und macht Sie unabhängiger vom Stromnetz.

Kompakt

Für 1–2-Personen-Haushalt
5 kWh
Passende PV3–5 kWp
Kosten (LiFePO4)3.500–5.000 €
Preis pro kWh700–1.000 €
Eigenverbrauch55–65%
Zyklen6.000–10.000

Premium

Für großen Haushalt + E-Auto
15 kWh
Passende PV10–15 kWp
Kosten (LiFePO4)8.500–12.000 €
Preis pro kWh550–800 €
Eigenverbrauch70–80%
Zyklen6.000–10.000

Solargesetz Berlin — PV-Pflicht

Seit Januar 2023 gilt in Berlin eine Solarpflicht für Neubauten und wesentliche Dachumbauten.

Die wichtigsten Regelungen

Das Solargesetz Berlin verpflichtet Eigentümer, bei Neubauten und wesentlichen Dachumbauten Solaranlagen zu installieren. Es gilt für alle Gebäude mit einer Nutzfläche ab 50 m².

  • Mindestens 30% der Bruttodachfläche müssen mit PV oder Solarthermie belegt werden
  • Gilt für Neubauten mit Baubeginn ab 01.01.2023
  • Gilt für Bestandsgebäude bei wesentlicher Umgestaltung des Daches (Neueindeckung)
  • Nutzfläche ab 50 m² — sowohl privat als auch gewerblich genutzte Gebäude
  • Alternativen: Solarthermie oder Fassaden-PV werden anerkannt
  • Ausnahmen: Denkmalschutz, technische Unmöglichkeit, unbillige Härte (auf Antrag)
  • Inbetriebnahme: Spätestens bei Fertigstellung und Nutzungsbeginn des Gebäudes

FAQ zu Photovoltaik

Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen unserer Kunden rund um Solarstrom.

Lohnt sich Photovoltaik in Berlin noch?
+
Ja, mehr denn je. Durch die 0% Mehrwertsteuer seit 2023 sind die Anschaffungskosten deutlich gesunken, während die Strompreise hoch bleiben. Eine typische 10-kWp-Anlage in Berlin amortisiert sich in 8–12 Jahren und erzeugt über 25 Jahre rund 30.000 € Gewinn. Die Globalstrahlung von ca. 1.050 kWh/m² reicht für wirtschaftlichen Betrieb völlig aus.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
+
Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht ca. 4.000–5.000 kWh und benötigt eine 5–7 kWp Anlage. Pro kWp brauchen Sie ca. 5–6 m² Dachfläche. Die optimale Größe hängt von Dachfläche, Ausrichtung und Eigenverbrauchsziel ab.
Muss ich für eine PV-Anlage ein Gewerbe anmelden?
+
In der Regel: nein. Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Eine Gewerbeanmeldung ist nicht mehr nötig. Auch die Umsatzsteuer entfällt (0% MwSt). Sie müssen die Anlage lediglich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden — kostenlos und unkompliziert.
Was ist ein Cloud-Speicher bei Photovoltaik?
+
Ein PV-Cloud-Speicher ist ein virtuelles Stromkonto bei einem Anbieter. Überschüssigen Solarstrom speisen Sie ein und können ihn bei Bedarf „abrufen". Klingt praktisch, ist aber wirtschaftlich oft unattraktiv: Monatliche Gebühren (ab 20–30 €) übersteigen häufig den Nutzen. Ein physischer Batteriespeicher ist langfristig meist die bessere Wahl.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
+
Ja, als Einstieg. Balkonkraftwerke mit 800 Watt Einspeiseleistung kosten 400–800 € und erzeugen 500–800 kWh/Jahr. Das spart 200–280 € Stromkosten jährlich — Amortisation in 2–3 Jahren. Seit 2024 ist die Anmeldung vereinfacht und die Leistungsgrenze auf 800 W angehoben.
Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet?
+
Die meisten Dächer sind geeignet. Ideal: Südausrichtung, 25–35° Neigung, keine Verschattung. Aber auch Ost-West-Dächer sind sinnvoll (ca. 85% des Süd-Ertrags, dafür höhere Eigenverbrauchsquote). Ungeeignet sind stark verschattete Dächer oder solche mit schlechter Statik. Nutzen Sie den Berliner Solaratlas für eine erste Einschätzung.
Wie viel Wartung braucht eine PV-Anlage?
+
PV-Anlagen sind wartungsarm. Empfohlen: jährliche Sichtprüfung, alle 3–5 Jahre Fachbetrieb-Kontrolle. Modulreinigung meist unnötig (Regen reicht). Wechselrichter nach 10–15 Jahren tauschen (ca. 1.500–2.500 €). Jährliche Betriebskosten: ca. 100–200 € (Versicherung + Zählergebühr).
Wie lange hält eine PV-Anlage?
+
Solarmodule halten mindestens 25–30 Jahre, oft deutlich länger. Die meisten Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren (mind. 80% der Nennleistung). Die jährliche Degradation beträgt nur ca. 0,3–0,5%. Insgesamt eine der langlebigsten Investitionen im Gebäudebereich.
Kann ich PV mit einer Wärmepumpe kombinieren?
+
Ja — die ideale Kombination! Eine Wärmepumpe verbraucht 3.000–5.000 kWh Strom jährlich. Mit einer 8–12 kWp PV-Anlage decken Sie einen Großteil selbst. Im Sommer deckt PV den Warmwasserbedarf fast komplett. Mit Speicher erreichen Sie 50–70% Eigenverbrauch für die Wärmepumpe.
Brauche ich eine spezielle Versicherung?
+
Eine PV-Versicherung (Allgefahrenversicherung) ist empfehlenswert, aber nicht Pflicht. Kosten: ca. 50–100 €/Jahr. Sie deckt Sturm, Hagel, Blitz, Diebstahl, Tierverbiss und Überspannung ab. Alternativ kann PV oft in die Wohngebäudeversicherung integriert werden. Bei KfW-Finanzierung verlangen Banken meist eine Versicherung.

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