Ratgeber Sanitär

Badsanierung: Ablauf, Gewerke
und Zeitplanung

Der vollständige Leitfaden für Ihre Badezimmer-Sanierung — von der Planung über alle 7 Gewerke bis zur Endmontage. Mit interaktivem Kostenrechner und DIN-konformen Fachinfos.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Wann ist eine Badsanierung nötig?

Diese Signale zeigen, dass Ihr Badezimmer eine Modernisierung braucht — und welche Optionen Sie haben.

Typische Anzeichen

  • Veraltete Technik (über 25 Jahre): Alte Leitungen, undichte Armaturen, hoher Wasserverbrauch durch veraltete Spültechnik
  • Feuchtigkeitsschäden: Abplatzende Fliesen, aufgequollene Untergründe, nasse Stellen an Wänden oder Decke
  • Schimmelbildung: Schwarze Fugen, muffiger Geruch, Schimmelflecken an Silikonfugen und Decke
  • Barrierefreiheit: Hohe Duschwanne oder Badewanne werden zum Hindernis — altersgerechter Umbau nötig
  • Wertsteigerung: Ein modernes Bad steigert den Immobilienwert um 10–15 % und ist ein entscheidendes Verkaufsargument

Kosten-Nutzen im Überblick

  • Energieeinsparung: Moderne Armaturen und Durchlauferhitzer sparen bis zu 30 % Warmwasserkosten
  • Wasserschäden vermeiden: Undichte Leitungen und fehlende Abdichtungen können tausende Euro Folgeschäden verursachen
  • Gesundheit: Schimmel im Bad ist ein ernstes Gesundheitsrisiko — besonders für Kinder und Allergiker
  • Lebensqualität: Ein gut geplantes Bad ist ein täglicher Komfortgewinn für die ganze Familie
  • Förderung: Barrierefreier Umbau wird mit bis zu 6.250 € über KfW 455-B gefördert

Teilsanierung

Austausch einzelner Elemente wie Armaturen, WC oder Dusche. Bestehendes Fliesenbild und Leitungen bleiben erhalten. Sinnvoll bei intakter Bausubstanz und begrenztem Budget.

Ab ca. 3.000 – 8.000 €

Vollsanierung

Komplette Entkernung bis auf den Rohbau. Neue Leitungen, Abdichtung, Estrich, Fliesen und Sanitärobjekte. Notwendig bei Schäden, veralteten Leitungen oder grundlegender Neugestaltung.

Ab ca. 15.000 – 35.000 €

Die 7 Gewerke einer Badsanierung

Jedes Gewerk erfordert spezialisierte Fachkräfte. NEUWEST koordiniert alle Gewerke aus einer Hand.

01

Demontage & Entkernung

Fachgerechter Rückbau aller Sanitärobjekte, Fliesen und Unterkonstruktionen bis auf den Rohbau. Entsorgung nach Abfallverordnung.

02

Sanitärinstallation

Verlegung von Trink- und Abwasserleitungen. Anschlusspunkte für WC, Waschtisch, Dusche/Wanne und ggf. Waschmaschine nach DIN 1988.

03

Elektroinstallation

Steckdosen, Beleuchtung, Spiegelschrank-Anschlüsse und Lüftersteuerung. Schutzbereiche 0–2 nach DIN VDE 0100-701 werden eingehalten.

04

Abdichtung nach DIN 18534

Normgerechte Abdichtung aller wasserbelasteten Bereiche. Flüssigkunststoff oder Dichtbahnen an Boden, Duschbereich und Wannenanschluss.

05

Estrich & Fußbodenheizung

Gefälleestrich für bodengleiche Duschen, ggf. Nachrüstung einer elektrischen oder wassergeführten Fußbodenheizung. Trocknungszeiten beachten.

06

Fliesen & Naturstein

Wand- und Bodenfliesen im Dünn- oder Mittelbettverfahren. Großformate, Mosaik oder Naturstein — mit exakter Fugenausführung und Gefälleeinhaltung.

07

Montage Sanitärobjekte & Möbel

Installation von WC, Waschtisch, Dusche/Wanne, Armaturen, Spiegelschrank, Handtuchheizkörper und Badmöbeln. Abschließende Silikonfugen.

Typischer Ablauf einer Badsanierung

Von der ersten Planung bis zur Endabnahme — so läuft ein Badprojekt bei NEUWEST ab.

1

Planung & Entwurf

Aufmaß vor Ort, 3D-Badplanung, Auswahl von Fliesen, Sanitärobjekten und Armaturen. Festlegung der Grundrissänderungen und technischen Anforderungen.

2–4 Wochen
2

Materialbestellung

Beschaffung aller Fliesen, Sanitärobjekte, Armaturen und Baumaterialien. Besonders bei Sonderformaten oder importierten Fliesen sind längere Lieferzeiten einzuplanen.

2–4 Wochen Lieferzeit
3

Entkernung

Demontage aller Sanitärobjekte, Altfliesen, Estrich (falls nötig) und Verkleidungen. Freilegung der Leitungsführungen und Prüfung der Bausubstanz.

1–2 Tage
4

Rohinstallation Sanitär & Elektro

Verlegung neuer Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen. Setzen der Anschlusspunkte und Unterputz-Dosen nach aktuellem Installationsplan.

2–3 Tage
5

Abdichtung & Estrich

Normgerechte Abdichtung nach DIN 18534 in allen Nassbereichen. Anschließend Gefälleestrich für bodengleiche Dusche. Die Trocknungszeit muss zwingend eingehalten werden.

1 Tag + 3–5 Tage Trocknung
6

Fliesen verlegen

Verlegung der Wand- und Bodenfliesen. Großformate erfordern spezielle Verlegetechnik. Verfugung und Reinigung der Flächen nach Aushärtung.

3–5 Tage
7

Montage Sanitärobjekte & Möbel

Installation aller Sanitärobjekte, Armaturen, Spiegelschrank, Handtuchheizkörper und Badmöbel. Anschluss und Funktionsprüfung.

2–3 Tage

Feinarbeiten & Silikonfugen

Dauerelastische Silikonfugen an allen Anschlussstellen, Feinreinigung, Endkontrolle aller Anschlüsse und gemeinsame Abnahme mit dem Kunden.

1 Tag
3–5 Wochen
Gesamtdauer einer Vollsanierung
Reine Bauzeit ab Entkernung: ca. 2–3 Wochen. Planung und Materiallieferung kommen vorab hinzu.

Badsanierung: Kostenrechner

Berechnen Sie die voraussichtlichen Kosten für Ihre Badsanierung — aufgeschlüsselt nach Gewerken.

Hinweis: Die Kosten sind Richtwerte für Berlin (inkl. Material und Arbeit). Individuelle Angebote können je nach baulichen Gegebenheiten abweichen.
Geschätzte Gesamtkosten
12.800 €
Spanne: 9.600 – 16.000 €
  • Demontage & Entsorgung1.200 €
  • Sanitärinstallation2.400 €
  • Elektroinstallation900 €
  • Abdichtung & Estrich1.600 €
  • Fliesen (Material + Verlegung)3.200 €
  • Sanitärobjekte & Armaturen2.500 €
  • Montage & Feinarbeiten1.000 €

Abdichtung nach DIN 18534

Die korrekte Abdichtung ist das Fundament jeder Badsanierung — Fehler hier führen zu teuren Folgeschäden.

Wassereinwirkungsklassen im Badezimmer

Die DIN 18534 definiert vier Wassereinwirkungsklassen für Innenräume. Je nach Bereich im Bad gelten unterschiedliche Anforderungen an die Abdichtung.

W0-I
Gering
Wandflächen außerhalb des Spritzwasserbereichs, z. B. gegenüber der Dusche
W1-I
Mäßig
Häusliche Bäder im Spritzwasserbereich, z. B. Duschbereich Wand + Boden
W2-I
Hoch
Bodengleiche Duschen ohne Schwelle, Bodenflächen mit Ablauf, Dampfbäder
W3-I
Sehr hoch
Gewerbliche Nassbereiche, Schwimmbäder — im privaten Bad eher selten relevant

Wo muss abgedichtet werden? Im privaten Bad sind mindestens der Duschbereich (Boden + Wand bis 200 cm Höhe), der Wannenanschluss und die gesamte Bodenfläche bei bodengleichen Duschen abzudichten. Bei fehlendem Bodenablauf reicht meist W1-I, mit Bodenablauf ist W2-I erforderlich.

Flüssigabdichtung (PMBC)

Vorteile: Einfache Verarbeitung, fugenlose Fläche, schnelle Trocknung. Ideal für Wandflächen und kleine Bodenbereiche.
Aufbau: Grundierung → 1. Lage → Vlieseinlage in Ecken/Kanten → 2. Lage. Mindesttrockenschichtdicke 0,5 mm (W1-I) bzw. 1,0 mm (W2-I).

Bahnenabdichtung (AIV-F)

Vorteile: Definierte, gleichmäßige Schichtdicke, hohe Sicherheit bei W2-I und W3-I. Ideal für große Bodenflächen und bodengleiche Duschen.
Aufbau: Verbundabdichtung mit Dichtbahnen, verklebt im Dünnbett. Überlappungen mind. 50 mm, Ecken und Durchdringungen mit Formteilen.

Barrierefreies Bad nach DIN 18040-2

Komfortabel, sicher und zukunftsorientiert — ein barrierefreies Bad ist eine Investition in Lebensqualität.

Anforderungen nach DIN 18040-2

Die Norm definiert Mindestanforderungen für barrierefreie Bäder in Wohnungen. Eine Umsetzung steigert nicht nur den Komfort, sondern auch den Immobilienwert und ermöglicht KfW-Förderung.

Bodengleiche Dusche

Schwellenloses Eintreten, Duschfläche mind. 120 x 120 cm (150 x 150 cm rollstuhlgerecht)

Bewegungsfläche 150 x 150 cm

Freie Fläche zum Wenden mit Rollstuhl oder Rollator — vor WC, Waschtisch und Dusche

Haltegriffe & Stützklappgriffe

Am WC beidseitig, in der Dusche mind. einseitig. Belastbarkeit min. 100 kg nach DIN 18040-2

WC Sitzhöhe 46–48 cm

Erhöhtes WC für leichteres Aufstehen. Wandhängendes WC ermöglicht flexible Höheneinstellung

Unterfahrbarer Waschtisch

Beinfreiheit von mind. 67 cm Höhe. Waschtisch-Oberkante max. 80 cm. Einhebelarmatur mit verlängertem Griff

Rutschhemmung R10/R11

Bodenfliesen mit Bewertungsgruppe mind. R10 (B), in der Dusche R11 (B) nach DIN 51130

KfW-Förderung 455-B: Für Maßnahmen zur Barrierereduzierung gewährt die KfW einen Zuschuss von bis zu 6.250 € (12,5 % der förderfähigen Kosten, max. 50.000 €). Antrag vor Baubeginn über das KfW-Zuschussportal stellen.

FAQ zur Badsanierung

Antworten auf die 10 häufigsten Fragen unserer Kunden.

Was kostet eine komplette Badsanierung?
+
Die Kosten hängen stark von Größe, Ausstattung und baulichen Gegebenheiten ab. Richtwerte für Berlin: Standard-Bad (6–8 m²) ca. 8.000–14.000 €, Mittelklasse 14.000–22.000 €, Premium ab 22.000 €. Eine bodengleiche Dusche, Fußbodenheizung oder barrierefreier Umbau erhöhen die Kosten zusätzlich. NEUWEST erstellt Ihnen ein verbindliches Festpreisangebot nach Aufmaß.
Wie lange dauert eine Badsanierung?
+
Die reine Bauzeit bei einer Vollsanierung beträgt 2–3 Wochen. Hinzu kommen 2–4 Wochen für Planung und Materialbestellung. Insgesamt sollten Sie mit 3–5 Wochen rechnen. Ein kritischer Faktor ist die Trocknungszeit des Estrichs (3–5 Tage), die nicht verkürzt werden kann. Bei einer Teilsanierung (z. B. nur Armaturen und WC tauschen) reichen oft 2–5 Tage.
Kann ich eine Badewanne durch eine Dusche ersetzen?
+
Ja, das ist eine der häufigsten Maßnahmen bei Badsanierungen. Der Wannenbereich wird entfernt und durch eine bodengleiche Dusche ersetzt. Dabei muss die Abdichtung nach DIN 18534 erneuert und ggf. ein Gefälleestrich eingebaut werden. Oft entsteht dadurch mehr nutzbare Fläche im Bad. Wichtig: Die Abwasserleitung muss für den neuen Ablaufpunkt angepasst werden — das ist bei Altbauten manchmal aufwendiger.
Kann man eine Fußbodenheizung im Bad nachrüsten?
+
Ja, bei einer Vollsanierung ist das der ideale Zeitpunkt. Es gibt zwei Optionen: Elektrische Heizmatten (dünn, ca. 3 mm Aufbauhöhe, schnelle Installation, höhere Betriebskosten) oder wassergeführte Systeme (effizienter, aber 30–50 mm Aufbauhöhe, Anbindung an Heizkreislauf nötig). Kosten: Elektro ca. 50–80 €/m², wassergeführt ca. 80–120 €/m² inkl. Einbau. Bei Altbauten muss die Aufbauhöhe geprüft werden — oft ist elektrisch die einzige Option.
Was tun gegen Schimmel an Fugen im Bad?
+
Schwarze Silikonfugen sind meist nur oberflächlich befallen und können erneuert werden — altes Silikon herausschneiden, Fläche desinfizieren, neues Sanitärsilikon mit Fungizid auftragen. Bei wiederkehrendem Schimmel liegt oft ein tieferes Problem vor: fehlende oder defekte Abdichtung, unzureichende Lüftung oder Wärmebrücken. Dann ist eine fachgerechte Sanierung mit Abdichtung nach DIN 18534 und verbesserter Belüftung notwendig.
Lohnt sich ein wandhängendes WC?
+
Eindeutig ja. Wandhängende WCs haben gegenüber Standmodellen mehrere Vorteile: Der Boden darunter ist frei zugänglich (einfache Reinigung), die Sitzhöhe ist flexibel einstellbar (wichtig für Barrierefreiheit, 46–48 cm), und die Spültechnik moderner Unterputz-Spülkästen spart bis zu 50 % Wasser. Der Einbau erfordert eine Vorwandinstallation (Geberit, TECE o. ä.), die ca. 12–15 cm Raumtiefe benötigt, aber auch Leitungen verdeckt.
Wie erkenne ich Feuchtigkeitsschäden hinter Fliesen?
+
Typische Anzeichen sind: Hohlliegende Fliesen (klingen beim Klopfen hohl), Verfärbungen der Fugen, muffiger Geruch, Wasserflecken an der Decke des darunter liegenden Raums oder abplatzende Farbe an angrenzenden Wänden. Eine Feuchtigkeitsmessung durch einen Fachbetrieb schafft Klarheit. Bei Verdacht sollten Sie nicht warten — versteckte Feuchtigkeit kann zu Schimmel und Bausubstanzschäden führen.
Kann ich mein Bad selbst fliesen?
+
Grundsätzlich ja, aber im Nassbereich ist davon dringend abzuraten. Die Abdichtung nach DIN 18534 muss fachgerecht ausgeführt werden — Fehler führen zu Wasserschäden, die ein Vielfaches der gesparten Fliesenlegerkosten betragen. Auch Großformate (60x60 cm und größer) erfordern spezielle Werkzeuge und Erfahrung. Unser Tipp: Eigenleistung bei Malerarbeiten, Demontage oder Endreinigung spart Kosten, ohne Risiken einzugehen.
Welche Förderungen gibt es für eine Badsanierung?
+
Für eine rein optische Badsanierung gibt es keine Förderung. Förderfähig ist der barrierefreie Umbau: KfW 455-B gewährt bis zu 6.250 € Zuschuss (12,5 % von max. 50.000 €) für Maßnahmen wie bodengleiche Dusche, Haltegriffe, erhöhtes WC und Bewegungsflächen. Voraussetzung: Antrag vor Baubeginn stellen. Alternativ können Handwerkerleistungen mit 20 % (max. 1.200 €/Jahr) von der Steuer abgesetzt werden (§35a EStG). In Berlin gibt es zusätzlich die IBB-Förderung für altersgerechtes Wohnen.
Darf ich als Mieter das Bad sanieren?
+
Nur mit schriftlicher Genehmigung des Vermieters. Eine Badsanierung ist eine bauliche Veränderung, die der Zustimmung bedarf. Klären Sie vorab: Wer trägt die Kosten? Muss der Originalzustand beim Auszug wiederhergestellt werden? In vielen Fällen beteiligt sich der Vermieter an den Kosten, da die Maßnahme den Wohnwert steigert. Tipp: Vereinbarung schriftlich fixieren — idealerweise mit Regelung zur Kostenaufteilung und Rückbaupflicht.

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