Welches Material schuetzt Ihr Dach am besten? Wir vergleichen Tondachziegel, Betondachsteine, Naturschiefer, Faserzement, Metalldaecher und Bitumenschindeln — mit Kosten, Lebensdauer und Praxistipps.
Dachneigung, regionale Bautraditionen und Denkmalschutz bestimmen, welche Materialien in Frage kommen.
Nicht jedes Material eignet sich fuer jede Dachneigung. Tondachziegel benoetigen in der Regel mindestens 22° Neigung, waehrend Metalldaecher bereits ab 3° funktionieren. In Norddeutschland dominieren rote Tonziegel und Reet, in Sueddeutschland Biberschwanzziegel, und im Rheinland sowie der Eifel ist Naturschiefer seit Jahrhunderten verbreitet.
Bei denkmalgeschuetzten Gebaeuden schreibt die Denkmalbehoerde haeufig Material, Farbe und Verlegeart vor. Sprechen Sie fruehzeitig mit dem Bauamt, bevor Sie die Dacheindeckung planen.
Tonziegel ab 22°, Betondachsteine ab 22°, Schiefer ab 22°, Faserzement ab 15°, Metalldach ab 3°, Bitumenschindeln ab 15°. Unter der Mindestneigung drohen Wassereintritt und Frostschaeden.
3°–22° Spannbreite je MaterialBebauungsplaene (B-Plan) koennen Dachfarbe und Material vorschreiben. In historischen Ortskernen ist haeufig nur Naturschiefer oder roter Tonziegel erlaubt. Pruefen Sie den B-Plan Ihrer Gemeinde.
B-Plan Immer vorab pruefenBei denkmalgeschuetzten Gebaeuden muss die Dacheindeckung in Material und Optik dem Original entsprechen. Abweichungen erfordern eine Genehmigung der Denkmalbehoerde. Foerderung ueber Denkmal-AfA moeglich.
Genehmigung Denkmalbehoerde einbindenSechs gaengige Materialien mit Lebensdauer, Gewicht, Kosten sowie Vor- und Nachteilen. Klicken Sie auf „Details“ fuer mehr Informationen.
Haltbarkeit, Kosten, Gewicht, Aesthetik und Wartungsaufwand der vier Hauptmaterialien auf einen Blick.
Bewertung von 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut). Hoehere Werte = besser. Bei Kosten und Gewicht bedeutet ein hoher Wert guenstig bzw. leicht.
Die Unterkonstruktion ist das Fundament jeder Dacheindeckung. Fehler hier fuehren zu Feuchtigkeitsschaeden und verkuerzter Lebensdauer.
Direkt auf den Sparren verlegt. Schuetzt die Daemmung vor Flugschnee, Staub und Kondenswasser. Muss die Anforderungen der DIN 4108-3 erfuellen: sd-Wert ≤ 0,3 m (diffusionsoffen) oder ≥ 2 m (diffusionshemmend je nach Konstruktion). Bahnen muessen mindestens 10 cm ueberlappen und an den Stoessen verklebt werden.
Latten (30 × 50 mm oder 40 × 60 mm) laengs auf den Sparren, direkt ueber der Unterspannbahn. Sie erzeugt die Hinterlueftungsebene — essenziell fuer den Feuchtigkeitsabtransport. Ohne Konterlatten staut sich Feuchtigkeit unter der Eindeckung und schaedigt die Holzkonstruktion. Mindesthoehe: 24 mm gemaess ZVDH-Fachregeln.
Quer auf der Konterlattung montiert. Der Lattenabstand richtet sich nach dem Dachstein-Format (z.B. 32–34 cm bei Frankfurter Pfanne). Lattenquerschnitt mindestens 30 × 50 mm (NH C24). Bei Metalldaechern oder Schiefer kommt statt Lattung oft eine Vollschalung aus Rauspundbrettern zum Einsatz.
Wer das Dach saniert, sollte gleichzeitig die Vorbereitung fuer eine Photovoltaikanlage mitdenken — auch wenn die PV erst spaeter kommt.
Die Dachhaken werden zwischen den Ziegeln oder Dachsteinen auf den Sparren verschraubt. Sie bilden die Aufnahme fuer die Montageschienen der PV-Module.
PV-Module mit Unterkonstruktion wiegen ca. 15–20 kg/m². Das muss die Dachkonstruktion tragen koennen.
Waehlen Sie Ihr Material und geben Sie die Dachflaeche ein — Sie erhalten eine Schaetzung der Gesamtkosten inkl. Material und Arbeitslohn.
Wenn die Dachsanierung mit einer energetischen Verbesserung (Daemmung) kombiniert wird, stehen attraktive Foerderprogramme zur Verfuegung.
Foerderung fuer Daemmung der Dachflaeche als Einzelmassnahme (BEG EM). Die Dacheindeckung allein ist nicht foerderfaehig, aber bei gleichzeitiger Dachdaemmung auf U-Wert ≤ 0,14 W/(m²K) werden die Gesamtkosten inkl. Eindeckung gefoerdert.
BEG EinzelmassnahmeZusaetzlich 5% Foerderung, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) von einem Energieberater erstellt wurde und die Massnahme daraus umgesetzt wird. Maximaler Foerdersatz somit 20%.
ZusatzfoerderungAlternative zur BAFA-Foerderung: 20% der Kosten (max. 40.000 € pro Objekt) ueber 3 Jahre von der Steuerschuld absetzen. Kein Antrag vorab noetig, dafuer muss die Immobilie mindestens 10 Jahre alt und selbst bewohnt sein.
SteuerlichUnsere Experten beraten Sie zu Material, Daemmung und Foerdermoeglichkeiten — kostenlos und unverbindlich.