Von der statischen Prüfung über die Baugenehmigung bis zur fertigen Wohnung unterm Dach — alle Schritte für Ihren Dachgeschossausbau in Berlin.
Bevor Sie mit dem Dachausbau beginnen, müssen diese vier Kernpunkte geklärt sein.
Ein Statiker muss prüfen, ob die vorhandene Dachkonstruktion (Sparren, Pfetten, Deckenbalken) die zusätzlichen Lasten aus Ausbau, Estrich, Sanitärinstallation und Möblierung tragen kann. Bei Altbauten ist häufig eine Verstärkung der Deckenbalken erforderlich. Kosten für das Statik-Gutachten: ca. 1.500 – 3.000 EUR.
Nach der Bauordnung Berlin (BauO Bln) müssen Aufenthaltsräume eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,30 m über mindestens der Hälfte der Grundfläche aufweisen. Die Fläche unter 1,50 m Raumhöhe zählt nicht als Wohnfläche (WoFlV). Messen Sie die Firsthöhe und die Sparrenlänge — daraus ergibt sich die nutzbare Fläche.
Der Zugang zum Dachgeschoss erfordert eine baurechtlich konforme Treppe (keine Leiter). Die Mindestbreite für Wohngebäude beträgt 80 cm (BauO Bln). Prüfen Sie, ob im Geschoss darunter genügend Platz für den Treppenausschnitt vorhanden ist. Beliebte Lösungen: Einläufige Treppe, Spindeltreppe oder Raumspartreppe.
Jeder Aufenthaltsraum braucht zwei voneinander unabhängige Rettungswege. Der erste führt über die Treppe, der zweite kann ein Dachfenster (ab 0,90 m x 1,20 m) sein, das von der Feuerwehr mit Drehleiter erreichbar ist, oder eine Dachterrasse/ein Dachausstieg. Bei Gebäuden über 7 m Brüstungshöhe gelten erhöhte Anforderungen (Gebäudeklasse 4+).
Ein Dachausbau ist in Berlin fast immer genehmigungspflichtig — wir erklären warum.
Drei Varianten im Vergleich — wählen Sie die passende Dämmebene für Ihr Dach.
Die häufigste Methode beim Dachausbau: Der Dämmstoff (Mineralwolle, Holzfaser) wird zwischen die vorhandenen Sparren geklemmt. Voraussetzung ist eine ausreichende Sparrenhöhe (mind. 16 cm für GEG-konforme Dämmung).
Vorteil: Kostengünstig, kein Eingriff in die Dachhaut, von innen ausführbar.
Die Dämmplatten (PUR/PIR oder Holzfaser) werden oberhalb der Sparren auf der Schalung verlegt. Die Sparren bleiben innen sichtbar — ideal für optisch anspruchsvolle Räume. Erfordert die Neueindeckung des Dachs.
Vorteil: Wärmebrückenfreie Dämmebene, volle Sparrenhöhe als Raumhöhe nutzbar, Sichtdachstuhl möglich.
Eine zusätzliche Dämmschicht (3 – 6 cm) wird unter den Sparren angebracht, wenn die Sparrenhöhe für die alleinige Zwischensparrendämmung nicht ausreicht. Wird meistens mit einer Zwischensparrendämmung kombiniert.
Vorteil: Erreicht GEG-Anforderung auch bei flachen Sparren, reduziert Wärmebrücken an Sparren.
Lichtplanung nach DIN 5034: Die Fensterfläche sollte mindestens 1/8 der Grundfläche betragen.
Die häufigste Gaubenform: flaches Pultdach, maximaler Raumgewinn, einfach zu konstruieren. Ideal für Altbauten mit Satteldach.
Elegante dreieckige Form mit Satteldach. Weniger Raumgewinn als die Schleppgaube, dafür optisch zurückhaltend und denkmalverträglich.
Maximale Stehhöhe und Fensterbreite. Modernes Erscheinungsbild, eignet sich besonders für breite Dachflächen. Aufwändigere Abdichtung erforderlich.
Heizung, Lüftung, Elektro und Sanitär — was im Dachausbau zu beachten ist.
Fußbodenheizung ist beim Dachausbau Standard — niedrige Aufbauhöhe (Trockensysteme ab 20 mm) und gleichmäßige Wärmeverteilung unter Schrägen. Heizkörper unter Dachfenstern als Alternative. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 bestimmt die nötige Leistung.
DIN EN 12831Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist Pflicht bei Veränderung der Gebäudehülle. Bei gut gedämmten Dachräumen empfiehlt sich eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG bis 90%). Mindestluftwechsel: 0,5-fach pro Stunde.
DIN 1946-6Neue Stromkreise vom Verteiler ins DG, separate Absicherung nach DIN VDE 0100. Empfehlung: mindestens 3 Stromkreise (Licht, Steckdosen, Großverbraucher). Netzwerkanschluss und ausreichend Steckdosen (alle 2–3 m) einplanen.
DIN VDE 0100Für ein Bad im DG müssen Wasser- und Abwasserleitungen nach oben geführt werden. Schallschutz beachten (DIN 4109). Bodengleiche Duschen erfordern ausreichend Aufbauhöhe oder Podestlösungen. WC benötigt Fallleitungsanschluss DN 100.
DIN 4109 / DIN EN 12056Schätzen Sie die Gesamtkosten für Ihren Dachausbau — nach Fläche und Ausbaustandard.
Vom ersten Aufmaß bis zum Einzug — so läuft ein Dachausbau-Projekt bei NEUWEST ab.
Unser Bauleiter nimmt das Dachgeschoss auf: Sparrenabstände, Firsthöhe, Dachneigung, vorhandene Leitungen und Anschlüsse. Fotodokumentation des Bestands.
Prüfstatiker berechnet Tragfähigkeit der Decke und des Dachstuhls. Bei Bedarf: Verstärkungskonzept für Deckenbalken und Sparren.
Architekt erstellt Grundriss, Schnitte und Ansichten. Einreichung des Bauantrags bei der zuständigen Berliner Bauaufsicht mit allen Unterlagen.
Falls nötig: Verstärkung der Deckenbalken, Einbau von Wechseln für Treppenöffnung und Gauben. Mauerarbeiten für Drempel oder Giebel.
Dachöffnungen herstellen, Gauben aufsetzen, Dachflächenfenster einbauen. Anschlüsse an Dachhaut fachgerecht abdichten.
Zwischensparrendämmung einbauen, ggf. Untersparrendämmung ergänzen. Luftdichte Dampfbremsebene verlegen und alle Anschlüsse verkleben.
Rohinstallation aller Leitungen: Heizungsrohre, Elektrokabel, Wasser- und Abwasserleitungen. Lüftungsrohre verlegen falls KWL geplant.
Beplankung mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, Spachteln und Schleifen. Trockenestrich oder Nassestrich verlegen, Trocknungszeit einplanen.
Badezimmer fliesen, Bodenbelag verlegen (Parkett, Vinyl, Fliesen), Wände und Decken streichen. Türen einbauen, Treppe montieren.
Gemeinsame Bauabnahme, Blower-Door-Test zur Prüfung der Luftdichtheit, Übergabe aller Dokumentationen. Fertigstellung anzeigen beim Bauamt.
Dachausbau eines Gründerzeit-Mehrfamilienhauses — 2 Wohnungen im Dachgeschoss.
Baujahr 1907 · Satteldach 35° · Ausbau zu 2 Maisonette-Wohnungen · Fertigstellung 2025
Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden.
Kostenlose Besichtigung und Beratung durch unsere Dachausbau-Experten.