Die günstigste Dämmmaßnahme überhaupt — in wenigen Stunden eingebracht, ohne Gerüst, ohne Fassadenveränderung. Alles zu Verfahren, Materialien, Kosten und Förderung.
Dämmmaterial wird über kleine Bohrungen direkt in Hohlräume eingeblasen — schnell, sauber und effektiv.
Bei der Einblasdämmung (auch Kerndämmung oder Hohlraumdämmung) wird loser Dämmstoff über Bohrungen in vorhandene Hohlräume der Gebäudehülle eingeblasen. Im klassischen Fall handelt es sich um die Luftschicht zwischen zwei Mauerschalen — ein Konstruktionsprinzip, das vor allem in Nord- und Westdeutschland sowie Berlin bei Bauten von 1900 bis 1980 verbreitet ist.
Das Verfahren ist die kostengünstigste Dämmmaßnahme am Gebäude: Kein Gerüst, keine Veränderung der Fassadenoptik, Durchführung in einem Tag. Trotzdem lassen sich U-Wert-Verbesserungen von 60–80 % erzielen.
Neben dem zweischaligen Mauerwerk eignet sich Einblasdämmung auch für die oberste Geschossdecke (begehbar/nicht begehbar) und Dachschrägen mit Hohlräumen zwischen den Sparren.
Häufigster Anwendungsfall. Hohlschicht (4–10 cm) zwischen Innen- und Außenschale wird vollständig verfüllt.
Hohlräume in Holzbalkendecken oder Aufblasen auf die Decke. Günstigste GEG-Pflichtmaßnahme.
Zellulose oder Mineralwolle-Flocken zwischen die Sparren einblasen — ohne Demontage der Verkleidung.
In vier Schritten zur gedämmten Fassade — ohne Gerüst, ohne Dreck.
Bohrungen (ca. 20–25 mm) in der Außenschale im Raster von ca. 1 m. Fugenbohrung bevorzugt — unsichtbar nach Verschluss.
Kamerainspektion der Hohlschicht: Breite messen, Mörtelreste und Feuchte prüfen, Hindernisse erkennen.
Dämmstoff wird mit Druckluft (0,5–1 bar) gleichmäßig und lückenlos in die Hohlschicht eingeblasen. Dauer: 2–4 Std. pro EFH.
Bohrungen werden mit passendem Mörtel verschlossen und farblich angepasst. Von außen kaum sichtbar.
Vier gängige Einblasdämmstoffe im direkten Vergleich — mit allen relevanten Kennwerten.
| Material | Lambda (W/mK) | Kosten/m² | Brandklasse | Setzung | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| Mineralwolle-Granulat Steinwolle-Flocken |
0,035 | 20 – 30 € | A1 nicht brennbar | Keine | Empfehlung |
| EPS-Perlen Styropor-Kügelchen |
0,033 – 0,040 | 15 – 25 € | B1 schwer entflammbar | Keine | Gut |
| Zellulose-Flocken Recyceltes Zeitungspapier |
0,038 – 0,042 | 18 – 28 € | B2 normal entflammbar | Gering (2–5 %) | Gut (ökologisch) |
| Aerogel-Granulat Hochleistungsdämmstoff |
0,016 – 0,020 | 80 – 150 € | A1/A2 nicht brennbar | Keine | Premium |
Nicht jedes Gebäude ist geeignet — diese Punkte müssen vor Beginn geklärt sein.
Kamerainspektion zeigt den tatsächlichen Zustand der Luftschicht: Durchgängigkeit, Mörtelreste, Drahtanker, vorhandene Teildämmung.
Die nutzbare Luftschicht muss mindestens 40 mm breit sein. Üblich sind 50–80 mm bei Altbauten. Unter 40 mm ist Einblasdämmung technisch schwierig.
Die Wand darf keine aufsteigende Feuchtigkeit haben. Nasse Hohlräume müssen erst saniert werden. Messung per Feuchtefühler oder Thermografie.
Die Außenschale muss intakt und regendicht sein (keine offenen Fugen, Risse). Gegebenenfalls vorher Fugen sanieren oder Hydrophobierung aufbringen.
Einblasdämmung ist die günstigste Einzelmaßnahme mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Berechnen Sie die Kosten, jährliche Einsparung und Amortisationszeit für Ihr Projekt.
Staatliche Zuschüsse und Steuervorteile für Ihre Kerndämmung.
Zuschuss von 15 % der förderfähigen Kosten für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle. Voraussetzung: Technische Mindestanforderungen, Energieberater einbinden.
Zusätzlich 5 % Bonus, wenn die Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) stammt. Ergibt insgesamt bis zu 20 % Zuschuss.
Alternativ zum BAFA-Zuschuss: 20 % der Kosten über 3 Jahre steuerlich absetzen. Max. 40.000 € pro Objekt. Kein Energieberater nötig.
Worauf erfahrene Fachbetriebe achten — und wie Probleme vermieden werden.
Überquellender Mörtel aus der Bauzeit verengt oder blockiert die Luftschicht stellenweise.
Durchfeuchtung durch defekte Fugen, fehlende Abdichtung oder aufsteigende Feuchtigkeit.
Manche Materialien (v. a. Zellulose) können sich im Laufe der Jahre um 2–5 % setzen.
Die Hohlschicht reicht oft nicht bis zur Fensterlaibung. Dort bleibt eine ungedämmte Stelle.
Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden.
Kostenlose Beratung und Hohlraumprüfung — in Berlin und Brandenburg.