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Abdichtung & Nassraum

Badezimmer-Abdichtung
nach DIN 18534

Beanspruchungsklassen, Abdichtungssysteme und fachgerechte Ausfuehrung -- wie Ihr Bad dauerhaft dicht wird und welche Fehler Sie vermeiden muessen.

12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Sanierungsexperten

Beanspruchungsklassen W0-I bis W3-I

Die DIN 18534 teilt Nassbereiche in vier Wassereinwirkungsklassen ein -- je hoeher die Klasse, desto intensiver die geforderte Abdichtung.

Seit Januar 2017 regelt die DIN 18534 "Abdichtung von Innenraeumen" verbindlich, wie Baeder und Nassraeume abgedichtet werden muessen. Die Norm loeste die bis dahin geltenden Hinweise in den Fliesenlegermerkblaettern ab und schuf erstmals ein eigenstaendiges Regelwerk mit klaren Beanspruchungsklassen. Fuer Handwerker und Bauherren in Berlin bedeutet das: Bei jeder Badsanierung muss die richtige Klasse bestimmt und die Abdichtung normgerecht ausgefuehrt werden -- sonst drohen Gewaehrleistungsansprueche und Feuchtigkeitsschaeden.

Besonders in Berliner Altbauten mit Holzbalkendecken, alten Gussrohren und unebenen Waenden ist die fachgerechte Abdichtung entscheidend. Ein Wasserschaden in der Dusche kann im Altbau schnell die darunterliegende Wohnung betreffen und Sanierungskosten von 15.000 -- 30.000 EUR verursachen.

W0-I

Geringe Einwirkung
BereichWand am Waschtisch
BelastungNur Spritzwasser
AbdichtungOptional (empfohlen)
Mindesthoehe--
RisikoGering
TypischGaeste-WC, Handwaschbecken

W1-I

Maessige Einwirkung
Haeufigste Klasse im Bad
BereichHaeusliches Bad
BelastungSpritz- & Brauchwasser
AbdichtungPflicht (Wand + Boden)
Mindesthoehemind. 200 cm Wand
RisikoMittel
TypischDusche, Badewanne, Familienbad

W2-I

Hohe Einwirkung
BereichGewerbl. Nassraum
BelastungHaeufiges Stauwasser
AbdichtungPflicht (vollfl. + erhoehte Anf.)
MindesthoeheRaumhoch (Wand)
RisikoHoch
TypischHotel-Bad, Sporthalle, Altenheim

W3-I

Sehr hohe Einwirkung
BereichGewerblicher Nassraum
BelastungDauerhaft Wasser
AbdichtungBahnenabdichtung Pflicht
MindesthoeheRaumhoch (Wand)
RisikoSehr hoch
TypischSchwimmbad, Dampfbad, Grosskue.
Praxis-Tipp fuer Berlin: In den meisten privaten Badsanierungen gilt W1-I fuer Dusche und Badewanne. Nur der Bereich am Waschtisch ohne Duschfunktion faellt unter W0-I. Bei bodengleichen Duschen ohne Schwelle empfehlen wir grundsaetzlich den gesamten Boden in W1-I abzudichten -- besonders in Altbauten mit Holzbalkendecken.

Abdichtungssysteme im Vergleich

Vier bewaehrte Abdichtungssysteme fuer den Nassbereich -- mit Vor- und Nachteilen, Kosten und Einsatzgebieten.

Fluessigabdichtung (PMBC)

Polymermodifizierte Bitumendickbeschichtung bzw. polymerbasierte Fluessigabdichtung. Wird mit Rolle oder Spachtel aufgetragen, mindestens zweilagig. Trocknet zu einer nahtlosen, elastischen Membran aus. Bewaehrt seit Jahrzehnten bei Kellerabdichtungen, zunehmend auch im Innenbereich.

  • Einfache Verarbeitung, auch auf unebenen Untergruenden
  • Lueckenlose, nahtlose Abdichtungsschicht
  • Gute Rissueberlruckung bei flexiblen Produkten
  • Geeignet fuer Wand und Boden (W0-I bis W2-I)
  • Trocknungszeit 6 -- 12 Stunden pro Lage
  • Mindestschichtdicke muss kontrolliert werden (1 mm nass)
  • Nicht fuer W3-I zugelassen
8 -- 15 EUR/m2 (Material)

Verbundabdichtung (AIV)

Abdichtung im Verbund mit dem Belag -- die haeufigste Methode bei Badsanierungen. Fluessig aufgetragen (1- oder 2-komponentig), direkt unter dem Fliesenkleber. System aus Dichtschlaemme oder Fluessigfolie mit Dichtband an Ecken und Anschluessen. Direktes Verfliesen nach Trocknung moeglich.

  • Standard-Loesung fuer private Badsanierung (W1-I)
  • Schnelle Verarbeitung, kurze Trocknungszeiten
  • Direkte Fliesenverlegung auf der Abdichtung
  • Grosse Produktauswahl, viele bewaehrte Systeme
  • System muss komplett von einem Hersteller sein
  • Untergrund muss tragfaehig und saugfaehig sein
  • Fehler bei Ecken/Durchdringungen haeufig
12 -- 22 EUR/m2 (Material)

Bahnenabdichtung

Flexible Dichtungsbahnen (z. B. EPDM, Polyethylen oder Bitumenbahnen) werden vollflmchig verklebt oder verschweisst. Bieten die hoechste Sicherheit durch definierte, gleichmaessige Schichtdicke. Pflicht ab Wassereinwirkungsklasse W3-I (Schwimmbaeder, Dampfbaeder).

  • Hoechste Sicherheit -- fuer alle Klassen geeignet
  • Definierte, gleichmaessige Schichtdicke garantiert
  • Sofort wasserdicht nach fachgerechter Verlegung
  • Ideal fuer grossflaechige Nassraeume und Schwimmbaeder
  • Aufwaendige Verarbeitung an Ecken und Detailpunkten
  • Hoehere Materialkosten als fluessige Systeme
  • Erfordert erfahrenen und geschulten Fachhandwerker
20 -- 40 EUR/m2 (Material)

Reaktionsharz (Epoxid / PU)

Zweikomponentige Reaktionsharze auf Epoxid- oder Polyurethanbasis. Chemisch haertend, extrem belastbar und wasserbestaendig. Werden vor allem bei hohen mechanischen und chemischen Anforderungen eingesetzt -- oder wenn der Untergrund nicht saugfaehig ist (z. B. alte Fliesen).

  • Extrem belastbar und chemikalienbestaendig
  • Sehr hohe Haftung auf fast allen Untergruenden
  • Dampfdicht -- ideal bei aufsteigender Feuchte
  • Auch auf nicht-saugenden Untergruenden anwendbar
  • Deutlich teurer als PMBC oder AIV-Systeme
  • Verarbeitungstemperatur mindestens 10 Grad Celsius
  • Topfzeit beachten (Materialmix erhaertet schnell)
25 -- 50 EUR/m2 (Material)
Unsere Empfehlung: Fuer die private Badsanierung in Berlin setzen wir am haeufigsten auf die Verbundabdichtung (AIV) in Kombination mit hochwertigen Systemloesungen von Herstellern wie PCI, Mapei oder Sopro. Das System ist praxisbewaehrt, wirtschaftlich und fuer die Klasse W1-I optimal geeignet.

Richtig abdichten -- Schritt fuer Schritt

So fuehren wir eine normgerechte Abdichtung nach DIN 18534 im Bad aus -- von der Untergrundvorbereitung bis zur Freigabe.

1

Untergrund pruefen & vorbereiten

Der Untergrund muss tragfaehig, sauber, trocken und rissfrei sein. Alte Fliesen, Tapeten und lose Beschichtungen werden komplett entfernt. Unebenheiten groesser 5 mm werden mit Ausgleichsmasse planiert. Die Restfeuchte des Estrichs wird mit einem CM-Messgeraet geprueft -- bei Zementestrich max. 2 % CM, bei Calciumsulfatestrich max. 0,5 % CM. Im Duschbereich wird das Gefaelle zum Ablauf geprueft (mind. 1,5 -- 2 %).

Praxis-Tipp: Im Berliner Altbau immer auf Gipsputz pruefen -- Gips ist in Nassbereichen problematisch und muss ggf. durch Zementputz ersetzt werden.
2

Grundierung auftragen

Auf saugenden Untergruenden (Estrich, Putz, Beton) wird eine Haftgrundierung aufgerollt oder aufgestrichen. Sie reguliert das Saugverhalten, verbessert die Haftung der Abdichtung und verhindert Blasenbildung. Die Grundierung muss vollstaendig durchtrocknen (mindestens 2 -- 4 Stunden, je nach Produkt und Raumtemperatur). Auf nicht-saugenden Untergruenden (z. B. alte Fliesen) kommt eine Spezialgrundierung mit Haftvermittler zum Einsatz.

Wichtig: Grundierung und Abdichtung muessen vom selben Hersteller stammen -- nur dann ist das System abP-geprueft (allgemeines bauaufsichtliches Pruefzeugnis).
3

Dichtband an Ecken & Anschluessen einarbeiten

Dichtband (vliesarmiertes Elastomerband, mind. 120 mm breit) wird in allen Innenecken (Boden/Wand, Wand/Wand) sowie an allen Anschluessen und Durchdringungen eingeklebt. Das Band wird in eine frische Abdichtungsschicht eingebettet und anschliessend ueberstrichen -- sogenanntes "Nass-in-Nass"-Verfahren. Bei Rohrdurchfuehrungen kommen vorgefertigte Dichtmanschetten zum Einsatz. Fuer Innenecken und Aussenecken gibt es vorgeformte Eckformteile.

Dichtband NIEMALS auf Stoss verlegen -- immer mindestens 50 mm ueberlappen! Formteile verwenden statt Band zu falten -- Falten sind undicht.
4

Flaechenabdichtung auftragen (1. Lage)

Die Flaechenabdichtung wird mit einem Zahnspachtel oder Malerrolle gleichmaessig auf Boden und Wand aufgetragen. Die Mindest-Nassschichtdicke betraegt je nach Produkt 0,5 -- 1,0 mm (Herstellerangabe beachten). Im Duschbereich wird der gesamte Boden und die Wand bis mindestens 200 cm Hoehe abgedichtet. Rund um die Badewanne: Boden komplett, Wand im Spritzwasserbereich bis 200 cm. Die erste Lage muss vollstaendig durchtrocknen (Farbumschlag beachten).

Mit einem Zahnspachtel (4 mm Zahnung) laesst sich die Schichtdicke am besten kontrollieren. Nach dem Aufziehen die Rillen glattstreichen.
5

Flaechenabdichtung (2. Lage) & Trocknung

Nach vollstaendiger Durchtrocknung der ersten Lage (min. 4 -- 6 Stunden, je nach Produkt und Raumklima) wird die zweite Lage kreuzweise zur ersten aufgetragen. Das stellt sicher, dass keine Fehlstellen entstehen. Die Gesamt-Trockenschichtdicke muss nach DIN 18534 bei mindestens 0,5 mm liegen (produktabhaengig auch mehr). Die komplette Abdichtung muss vor dem Fliesen mindestens 24 Stunden durchtrocknen -- bei kuehlen Raeumen oder hoher Luftfeuchte entsprechend laenger.

Faustregel: Die Abdichtung hat von gruenlich/blau nach dunkelgruen/schwarz gewechselt, wenn sie trocken ist. Niemals zu frueh fliesen!
6

Qualitaetskontrolle & Dokumentation

Vor der Fliesenverlegung wird die fertige Abdichtung auf Fehlstellen, Risse, Blasen und Pinholes kontrolliert. Alle Ecken, Anschluesse und Durchdringungen werden nochmals geprueft. Die Schichtdicke wird stichprobenartig mittels Schichtdickenmessung kontrolliert. Die ausgefuehrte Abdichtung wird fotografisch dokumentiert -- das ist bei einer Badsanierung ein wichtiger Bestandteil der Gewaehrleistungssicherung. Erst nach erfolgreicher Pruefung wird die Flaeche fuer den Fliesenleger freigegeben.

Wir dokumentieren jede Abdichtung mit Fotos und Protokoll -- das schuetzt Sie als Bauherrn und sichert unsere gemeinsame Gewaehrleistung ab.

Die 4 kritischen Details im Bad

80 % aller Feuchtigkeitsschaeden im Bad entstehen an Anschluessen und Durchdringungen -- nicht in der Flaeche.

Die Flaechenabdichtung ist technisch relativ einfach -- die wahre Herausforderung liegt in den Details. Bodenablaeufe, Rohrdurchfuehrungen, Wannenanschluesse und Bewegungsfugen sind die neuralgischen Punkte, an denen Wasser hinter die Abdichtung gelangen kann. Hier entscheidet sich, ob ein Bad dauerhaft dicht bleibt oder nach wenigen Jahren Feuchtigkeitsschaeden zeigt.

Im Berliner Altbau kommen erschwerend unregelmmaessige Wandwinkel (selten exakt 90 Grad), alte Gussrohre mit ungleichmaessigen Durchmessern und Holzbalkendecken mit starken Bauteilbewegungen hinzu. Jeder dieser Punkte erfordert besondere Sorgfalt.

Querschnitt: Abdichtungsdetails im Nassbereich 1. Bodenablauf / Duschrinne Estrich Abdichtung Ablauf- koerper Dichtmanschette Fliesen min. 2 % Gefaelle 2. Rohrdurchfuehrung Wand / Mauerwerk Wasserleitung Abdichtung Rohrmanschette Fliesen 3. Wannenanschluss Wand Dichtband Badewanne Wannenrand Silikon (dauerelastisch) 4. Bewegungsfuge (Boden/Wand) Estrich (Boden) Wand Dichtband (Innenecke) Silikonfuge (dauerelastisch, NICHT starr verfugen!)
Abdichtungsschicht (Fluessig/AIV)
Dichtband / Manschette
Dauerelastische Fuge (Silikon)
Fliesen / Belag

Kosten und Zeitaufwand der Badabdichtung

Materialkosten, Arbeitszeit und Gesamtkosten fuer die normgerechte Abdichtung -- nach System und Badgroesse.

Abdichtungssystem Material/m2 Arbeit/m2 Gesamt/m2 Arbeitszeit/m2 Empfehlung
Fluessigabdichtung (PMBC) 8 -- 15 EUR 15 -- 25 EUR 23 -- 40 EUR ca. 20 min Einfache Baeder, Budget
Verbundabdichtung (AIV) 12 -- 22 EUR 20 -- 35 EUR 32 -- 57 EUR ca. 25 min Standard-Badsanierung
Bahnenabdichtung 20 -- 40 EUR 30 -- 50 EUR 50 -- 90 EUR ca. 35 min W2-I / W3-I, Gewerbe
Reaktionsharz (Epoxid/PU) 25 -- 50 EUR 35 -- 55 EUR 60 -- 105 EUR ca. 30 min Problemuntergruende

Gesamtkosten Abdichtung nach Badgroesse

Inkl. Material, Arbeit, Dichtband, Manschetten und Silikonverfugung -- Verbundabdichtung (AIV), Klasse W1-I, Stand 2026

Typische Gesamtkosten in Berlin (Altbau): Fuer ein Standard-Badezimmer mit Dusche (ca. 6 -- 8 m2 Grundflaeche, abzudichtende Flaeche ca. 12 -- 18 m2 inkl. Waende) rechnen wir mit 600 -- 1.200 EUR fuer die komplette Abdichtung (Material + Arbeit). Bei einem Luxusbad oder bodengleicher Grossdusche kann es bis 2.000 EUR werden. Diese Kosten sind eine Investition in Schadensvermeidung -- ein Wasserschaden kostet ein Vielfaches.

Die 6 haeufigsten Abdichtungsfehler

Aus unserer Erfahrung mit ueber 500 Badsanierungen in Berlin: Diese Fehler sehen wir am haeufigsten -- und sie sind alle vermeidbar.

1. Kein Dichtband in den Ecken

Der haeufigste Fehler ueberhaupt: Die Flaechenabdichtung wird sauber aufgetragen, aber an den Boden-Wand-Uebergaengen fehlt das Dichtband. Genau dort reisst die Abdichtung bei Bauteilbewegungen als Erstes -- besonders bei Holzbalkendecken.

Folge: Rissbildung an den Ecken, Feuchtigkeit dringt in die Konstruktion, Schimmelbildung hinter den Fliesen innerhalb von 1 -- 3 Jahren.

2. Zu geringe Schichtdicke

Die Abdichtung wird zu duenn aufgetragen -- oft nur 0,2 -- 0,3 mm statt der geforderten 0,5 mm Trockenschichtdicke. Besonders an Waenden, wo das Material "ablaeuft", passiert das haeufig.

Folge: Die Abdichtung ist nicht wasserdicht, Feuchtigkeit durchdringt die Membran an duennen Stellen. Der Schaden zeigt sich oft erst nach Jahren.

3. Nur eine Lage aufgetragen

Aus Zeitdruck oder Unwissenheit wird nur eine Lage Abdichtung aufgetragen. DIN 18534 fordert aber mindestens zwei Lagen, kreuzweise aufgetragen, um Fehlstellen auszuschliessen.

Folge: Nadelstichporenbildung ("Pinholes"), punktuelle Undichtigkeiten, die bei Belastung mit Stauwasser versagen.

4. Mischsysteme verschiedener Hersteller

Grundierung von Hersteller A, Abdichtung von Hersteller B, Dichtband von Hersteller C. Die Produkte sind nicht aufeinander abgestimmt und haben kein gemeinsames Pruefzeugnis (abP).

Folge: Haftungsversagen zwischen den Schichten, kein Gewaehrleistungsanspruch gegenueber dem Hersteller, Versicherung kann Regulierung ablehnen.

5. Starre Verfugung an Bewegungsfugen

Boden-Wand-Uebergaenge, Wannenanschluesse und Dehnungsfugen werden mit starrem Fugmoertel statt mit dauerelastischem Sanitaer-Silikon verfugt. Bei Bauteilbewegungen reisst die Fuge sofort.

Folge: Rissbildung in der Fuge, Wasser laeuft hinter die Wanne oder unter den Boden. Im Altbau mit Holzbalkendecke besonders kritisch.

6. Zu frueh gefliest (Trocknungszeit ignoriert)

Die Abdichtung ist noch nicht vollstaendig durchgetrocknet, wenn bereits die Fliesen verlegt werden. Restfeuchtigkeit unter den Fliesen verhindert die vollstaendige Filmbildung der Abdichtungsmembran.

Folge: Die Abdichtung erreicht nie ihre volle Dichtigkeit, Osmose-Blasen unter den Fliesen, spaeteres Abloesen von Fliesen und Abdichtung.

FAQ zur Badabdichtung

Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden rund um die Abdichtung im Badezimmer.

Muss ich im gesamten Bad abdichten?
+
Nicht zwingend, aber dringend empfohlen. Nach DIN 18534 ist die Abdichtung im direkten Spritzwasserbereich (Dusche, Badewanne) Pflicht -- das entspricht der Klasse W1-I. Der Bereich am Waschtisch (W0-I) erfordert normativ keine Abdichtung, wir empfehlen sie aber trotzdem. In Berliner Altbauten mit Holzbalkendecken raten wir grundsaetzlich dazu, den gesamten Boden und die Waende im Spritzwasserbereich bis mindestens 200 cm Hoehe abzudichten. Die Mehrkosten von ca. 200 -- 400 EUR stehen in keinem Verhaeltnis zum Risiko eines Wasserschadens, der schnell 15.000 EUR und mehr kosten kann.
Welche Abdichtung kommt unter Fliesen im Bad?
+
Fuer die private Badsanierung ist die Verbundabdichtung (AIV) die Standard-Loesung. Diese wird als fluessige Dichtschlaemme oder Fluessigfolie direkt auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen, zusammen mit Dichtband an allen Ecken und Anschluessen. Der Fliesenkleber wird dann direkt auf die getrocknete Abdichtung aufgebracht -- daher der Name "Abdichtung im Verbund". Wichtig: Das gesamte System (Grundierung, Abdichtung, Dichtband, Kleber) muss vom selben Hersteller stammen und ueber ein allgemeines bauaufsichtliches Pruefzeugnis (abP) verfuegen. Bewaehrte Systeme sind z. B. PCI Lastogum, Mapei Mapelastic AquaDefense oder Sopro FDF 525.
Wie lange haelt eine Badabdichtung?
+
Eine fachgerecht ausgefuehrte Abdichtung nach DIN 18534 haelt in der Regel die gesamte Lebensdauer des Bades -- also 25 -- 40 Jahre. Die Schwachstellen sind nicht die Flaechenabdichtung selbst, sondern die dauerelastischen Fugen (Silikon), die alle 8 -- 15 Jahre erneuert werden sollten. Wenn die Abdichtung mit hochwertigem Material und korrekt in zwei Lagen ausgefuehrt wurde, gibt es keinen Grund fuer einen vorzeitigen Ausfall. Voraussetzung ist allerdings, dass keine mechanischen Beschaedigungen erfolgen -- zum Beispiel durch nachtraegliches Bohren in die abgedichtete Wand ohne Pruefung.
Ist die DIN 18534 bei einer Badsanierung Pflicht?
+
Ja, faktisch schon. Die DIN 18534 ist zwar keine Rechtsvorschrift im engeren Sinne, gilt aber als anerkannte Regel der Technik. Das bedeutet: Wer bei einer Badsanierung davon abweicht, muss dies ausdruecklich mit dem Bauherrn vereinbaren und ueber die Risiken aufklaeren. Im Schadensfall wird ein Sachverstaendiger immer die DIN 18534 als Massstab heranziehen. Fuer Handwerksbetriebe ist die Einhaltung der Norm daher de facto verpflichtend -- auch bei Sanierungen im Bestand. Seit 2017 gilt dies fuer private Badsanierungen genauso wie fuer den Neubau. Wer ohne normgerechte Abdichtung saniert, riskiert Gewaehrleistungsansprueche und Haftungsprobleme.
Was kostet die Abdichtung bei einer Badsanierung?
+
Fuer ein Standard-Badezimmer (6 -- 8 m2 Grundflaeche) mit Dusche und Badewanne rechnen wir in Berlin mit 600 -- 1.200 EUR fuer die komplette Abdichtung nach DIN 18534 (Material + Arbeitszeit). Das beinhaltet Grundierung, zwei Lagen Flaechenabdichtung, Dichtband an allen Ecken, Manschetten an Rohrdurchfuehrungen und die Verfugung mit Sanitaer-Silikon. Bei bodengleichen Duschen, grossen Baedern oder besonderen Anforderungen (z. B. Holzbalkendecke mit Verbundplatte) koennen die Kosten auf 1.500 -- 2.500 EUR steigen. Gemessen an den Gesamtkosten einer Badsanierung (15.000 -- 30.000 EUR) ist die Abdichtung mit etwa 5 -- 8 % ein kleiner, aber absolut entscheidender Posten.
Kann ich die Abdichtung im Bad selbst machen?
+
Technisch moeglich, aber nicht empfehlenswert. Die Flaechenabdichtung auf einer geraden Wand ist handwerklich machbar. Die Herausforderung liegt in den Details: Ecken, Anschluesse, Durchdringungen und die korrekte Schichtdicke erfordern Erfahrung. Fehler zeigen sich oft erst nach 2 -- 3 Jahren, wenn die Feuchtigkeit durch die Konstruktion gewandert ist. Im Schadensfall haben Sie als Eigenleister keinen Gewaehrleistungsanspruch und Ihre Gebaeudeversicherung kann die Regulierung ablehnen. Besonders in Mietwohnungen und Mehrfamilienhaeusern ist professionelle Ausfuehrung Pflicht -- Sie haften gegenueber den Nachbarn. Unser Tipp: Lassen Sie zumindest die kritischen Details vom Fachmann ausfuehren.
Bodengleiche Dusche im Altbau -- geht das mit Abdichtung?
+
Ja, mit der richtigen Planung. Die bodengleiche Dusche ist auch im Altbau realisierbar, erfordert aber besondere Sorgfalt bei der Abdichtung. Entscheidend ist ein Gefaelleestrich mit mindestens 2 % Neigung zum Ablauf und eine lueckenlose Verbundabdichtung des gesamten Duschbodens. In Altbauten mit Holzbalkendecken empfehlen wir eine Verbundplatte (z. B. wedi, Schluter DITRA) als Unterkonstruktion -- diese bringt Gefaelle, Abdichtung und Tragschicht in einem Element mit. Der Bodenablauf muss mit dem Abdichtungssystem kompatibel sein (Dichtflansch!). Die Abdichtung wird bis auf mindestens 200 cm Wandhoehe hochgezogen. Bei fehlender Duschwand empfehlen wir den gesamten Raum in W1-I abzudichten.
Was ist der Unterschied zwischen Dichtschlaemme und Fluessigfolie?
+
Dichtschlaemme (zementgebunden, z. B. PCI Seccoral 2K) ist ein mineralisches Produkt, das mit Wasser angeruehrt wird und eine starre bis leicht flexible Schicht bildet. Sie eignet sich besonders gut auf mineralischen Untergruenden (Putz, Beton, Estrich) und ist sehr dauerhaft. Fluessigfolie (dispersionsbasiert, z. B. Knauf Flaechendicht oder Sopro FDF 525) ist ein Kunststoff-Produkt, das beim Trocknen eine elastische Membran bildet. Fluessigfolie ist deutlich flexibler und ueberbrueckt kleine Risse besser. Fuer die meisten Badsanierungen empfehlen wir Fluessigfolie wegen der besseren Rissueberlruckungsfaehigkeit -- besonders im Altbau, wo Bauteilbewegungen durch Setzungen und Holzbalkendecken auftreten. Beide Systeme sind fuer W1-I zugelassen, wenn sie ein abP haben.

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