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Elektrotechnik

Sicherungskasten modernisieren:
Unterverteilung, FI & Ueberspannungsschutz

Alte Schraubsicherungen, fehlender FI-Schutz, zu wenig Stromkreise -- warum eine neue Unterverteilung Pflicht sein kann und was die Modernisierung in Berlin kostet.

12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Elektro-Experten

Warum den Sicherungskasten modernisieren?

In Berliner Altbauten stecken oft Elektroinstallationen aus den 1960er -- 1980er Jahren. Viele Sicherungskaesten sind laengst an ihrer Belastungsgrenze.

Ein Sicherungskasten -- fachlich Stromkreisverteiler oder Unterverteilung -- ist das Herzstuck jeder Elektroinstallation. Er verteilt den eingehenden Strom auf einzelne Stromkreise und schuetzt Leitungen sowie Personen vor Ueberlast, Kurzschluss und Fehlerstroemen. Doch viele Verteiler in Bestandsgebaeuden erfuellen die heutigen Anforderungen nach VDE 0100 und DIN 18015 nicht mehr.

Typische Warnsignale fuer eine veraltete Anlage: Schraubsicherungen (Diazed) statt Leitungsschutzschalter, kein FI-Schalter (RCD) vorhanden, zu wenige Stromkreise fuer moderne Elektrogeraete, haeufig ausloesende Sicherungen oder sichtbare Alterungsspuren wie verfaerbte Leitungen und bruechige Isolation.

Besonders in Berliner Altbauten mit klassischer Nullung (TN-C) -- also ohne separaten Schutzleiter -- ist eine Modernisierung dringend empfohlen. Seit 2007 schreibt die Norm fuer neue Installationen ein TN-C-S-System mit durchgaengigem PE-Leiter vor. Ohne diesen Schutzleiter kann kein FI-Schalter funktionieren, und es besteht bei einem Leitungsdefekt akute Lebensgefahr.

Alter Sicherungskasten -- typische Probleme

  • Schraubsicherungen (Diazed/Neozed): Muessen manuell gewechselt werden, Fehlbestueckung mit zu starken Sicherungen moeglich -- erhoehte Brandgefahr
  • Kein FI-Schutz: Bei Isolationsfehlern fliesst Fehlerstrom unkontrolliert -- akute Stromschlag-Gefahr fuer Personen
  • Zu wenige Stromkreise: Kueche, Waschmaschine und Trockner auf einem Kreis fuehrt zu chronischer Ueberlastung
  • Klassische Nullung (TN-C): PEN-Leiter als kombinierter Neutral- und Schutzleiter -- bei Unterbrechung steht das Gehaeuse unter Spannung
  • Kein Ueberspannungsschutz: Blitzeinschlaege und Schaltspitzen zerstoeren empfindliche Elektronik wie Router, PC und Smart-Home-Geraete
  • Platzmangel: Kein Raum fuer zusaetzliche Schutzgeraete, Wallbox-Anschluss oder PV-Einspeisung
  • Alterung: Sproede Isolation, oxidierte Kontakte, ueberhitzte Klemmen -- erhoehte Brandgefahr nach 30+ Jahren

Moderne Unterverteilung -- Vorteile

  • Leitungsschutzschalter (LS/MCB): Wiedereinschaltbar per Hebel, exakte Ausloesecharakteristik, manipulationssicher
  • FI-Schutzschalter (RCD 30 mA): Schuetzt Personen zuverlaessig vor toedlichem Stromschlag in unter 30 Millisekunden
  • Separate Stromkreise: Jedes Grossgeraet auf eigenem Kreis -- keine Ueberlastung, gezielte Abschaltung moeglich
  • 5-Leiter-System (TN-C-S): Saubere Trennung von N und PE -- Grundvoraussetzung fuer funktionierenden FI-Schutz
  • Ueberspannungsschutz (SPD Typ 2): Seit 2016 Pflicht in Neubauten, schuetzt alle angeschlossenen Geraete vor Spannungsspitzen
  • Reserve-Plaetze: Freie Einbauplaetze fuer kuenftige Wallbox, PV-Anlage oder Smart-Home-Aktoren
  • Brandschutzschalter (AFDD): Erkennt Fehlerlichtboegen und verhindert Kabelbraende bevor sie entstehen
Wichtig fuer Vermieter: Laut Betriebssicherheitsverordnung und Mietrecht muessen Vermieter die Elektroanlage in einem sicheren Zustand halten. Ein E-Check alle 4 Jahre ist dringend empfohlen. Bei Unfaellen durch veraltete Elektrik haftet der Vermieter -- auch ohne explizite Nachruest-Pflicht.

Aufbau einer modernen Unterverteilung

Vom Hauptschalter ueber SLS und RCD bis zum letzten Leitungsschutzschalter -- so ist eine normgerechte Verteilung aufgebaut.

Eine moderne Unterverteilung besteht aus einem Installationsverteiler mit genormten Hutschienen, auf denen die einzelnen Schutz- und Schaltgeraete aufgeschnappt werden. Der Aufbau folgt einer klaren Hierarchie: Vom Netzeingang ueber den Hauptschalter und die Vorsicherung (SLS) zu den Fehlerstromschutzschaltern (RCD), die jeweils eine Gruppe von Leitungsschutzschaltern absichern.

Die Norm DIN 18015-1 definiert Mindestanforderungen an Stromkreise und Ausstattung. Die RAL-RG 678 geht darueber hinaus und empfiehlt drei Ausstattungswerte: Die meisten Fachbetriebe empfehlen mindestens Ausstattungswert 2 fuer zeitgemaessen Wohnkomfort und ausreichend Reserveplaetze.

Aufbau Unterverteilung -- Einfamilienhaus Netz 3~ 400V / 230V Hauptschalter 3-polig, 63A SLS 3-pol., 63A, selektiv SPD Typ 2 Ueberspannungs- schutz (Ableiter) Sammelschiene (L1 + L2 + L3 + N + PE) HUTSCHIENE 1 -- Allgemeine Stromkreise RCD 30mA 4-pol. Typ A, 40A B16A Licht Wohn. B16A Licht Flur B16A Steckd. Wohn. B16A Steckd. Schlaf. B16A Steckd. Kind. B16A Steckd. Arbeit. Reserve Reserve HUTSCHIENE 2 -- Kueche, Nassraeume, Grossgeraete RCD 30mA 4-pol. Typ A, 40A B16A Kueche Steckd. B16A Kueche Geraete C16A Herd/Backofen B16A Spuelmasch. B16A Waschmasch. B16A Trockner B16A Bad B16A Aussen/Keller Reserve HUTSCHIENE 3 -- Sonderkreise / Zukunft (Wallbox, PV, Waermepumpe) RCD 30mA Typ A-EV / Typ B C32A Wallbox 22kW B20A PV-Einspeisg. B16A Waermepumpe B16A Smart Home Reserve Reserve Reserve Beispiel-Aufbau fuer ein 4-Zimmer-EFH -- Anzahl Reihen und LS variiert nach Bedarf
Netzeingang & Hauptschalter
SLS (Vorsicherung) & Sammelschiene
RCD / FI-Schutzschalter (30 mA)
Leitungsschutzschalter (LS / MCB)
Reserve-Plaetze fuer Erweiterung

Alle Schutzgeraete im Detail

FI-Schalter, Leitungsschutzschalter, Brandschutzschalter und Ueberspannungsableiter -- was schuetzt vor was?

FI-Schutzschalter (RCD)

Der Fehlerstrom-Schutzschalter (Residual Current Device) erkennt Differenzen zwischen hin- und rueckfliessendem Strom und schaltet bei Fehlerstroemen ab -- der wichtigste Personenschutz in der Elektroinstallation.

  • 30 mA (Personenschutz): Pflicht fuer alle Steckdosen-Stromkreise bis 32A seit VDE 0100-410:2018. Schaltet in unter 30 ms ab -- bevor der Strom toedlich wirkt
  • 300 mA (Brandschutz): Fuer Hauptleitungen und Stromkreise ohne direkten Personenkontakt. Verhindert Brandgefahr durch dauerhafte Fehlerstroeme
  • Typ A (Standard): Erkennt Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerstroeme. Fuer die meisten Haushaltsgeraete ausreichend
  • Typ A-EV / Typ B: Pflicht fuer Wallboxen (E-Auto-Ladung). Erkennt zusaetzlich glatte Gleichfehlerstroeme aus Wechselrichtern
  • Selektivitaet: Mindestens 2 RCDs verwenden, damit bei einem Fehler nicht die gesamte Wohnung stromlos wird
VDE 0100-410 -- Personenschutz

Leitungsschutzschalter (LS / MCB)

Schuetzt die Leitung vor thermischer Ueberlastung und Kurzschluss. Anders als Schmelzsicherungen ist ein LS-Schalter wiedereinschaltbar und reagiert exakt nach definierter Ausloesecharakteristik.

  • B-Charakteristik: Loest bei 3-5-fachem Nennstrom aus. Standard fuer alle Wohnungsstromkreise (Licht, Steckdosen)
  • C-Charakteristik: Loest bei 5-10-fachem Nennstrom aus. Fuer Geraete mit hoeherem Einschaltstrom (Motoren, Kompressoren, Herd)
  • D-Charakteristik: Loest bei 10-20-fachem Nennstrom aus. Fuer Transformatoren und grosse Motoren (selten im Wohnbau)
  • Nennstroeme: B10A Beleuchtung, B16A Standard Steckdosen (max. 3.680 W bei 230V), C16A/C20A fuer Herd und Grossgeraete
  • Koordination mit Leitung: Der Querschnitt muss zum LS passen: B16A erfordert mind. 1,5 mm2 (besser 2,5 mm2 fuer Steckdosen)
VDE 0100-430 -- Leitungsschutz

Brandschutzschalter (AFDD)

Der Arc Fault Detection Device erkennt gefaehrliche Fehlerlichtboegen in der Leitung -- z. B. durch gequetschte Kabel, lose Klemmen oder Nagelbeschaedigungen -- und schaltet ab, bevor ein Brand entsteht.

  • Pflicht seit VDE 0100-420:2019 in Neubauten fuer: Schlaf- und Kinderzimmer, Holzhaeuser, Raeume mit erhoehter Brandgefahr, Fluchtwege
  • Erkennung: Mikroprozessor analysiert das Strommuster und unterscheidet normale Schaltlichtboegen von gefaehrlichen seriellen/parallelen Lichtboegen
  • Kombination: Viele AFDD-Geraete integrieren bereits einen LS-Schalter (AFDD+MCB) und sparen so Platz auf der Hutschiene
  • Kosten: Ca. 80 -- 120 EUR pro Stueck, teurer als ein normaler LS (5 -- 15 EUR), aber enorm hoher Sicherheitsgewinn
  • Altbau-Relevanz: Besonders bei alter Verkabelung mit Stoffisolierung empfohlen -- hier entstehen Lichtboegen besonders leicht
VDE 0100-420 -- Brandschutz

Ueberspannungsschutz (SPD)

Surge Protective Devices leiten transiente Ueberspannungen (Blitz, Schalthandlungen im Netz) gegen Erde ab und schuetzen so empfindliche Elektronik im gesamten Haushalt.

  • Typ 1 (Grobschutz): Am Gebaeuedeeingang, leitet direkte Blitzstroeme ab (bis 25 kA). Pflicht bei vorhandener Blitzschutzanlage
  • Typ 2 (Mittelschutz): In der Unterverteilung. Pflicht seit DIN VDE 0100-443:2016 fuer alle Neubauten und wesentliche Aenderungen
  • Typ 3 (Feinschutz): Direkt an der Steckdose oder im Geraet. Zusaetzlicher Schutz fuer besonders empfindliche Geraete (Server, HiFi, NAS)
  • Kaskadierung: Optimaler Schutz durch Kombination Typ 1 + 2 + 3. Jede Stufe begrenzt die Restspannung weiter herunter
  • Lebensdauer: SPDs verschleissen bei jedem Ableitvorgang. Statusanzeige (gruen/rot) zeigt den Zustand an. Defekte Module austauschen
DIN VDE 0100-443 & -534
Normhierarchie: Die VDE 0100 ist das verbindliche Regelwerk fuer elektrische Anlagen in Deutschland. Sie wird als DIN-Norm veroeffentlicht und hat ueber die Niederspannungsrichtlinie quasi Gesetzescharakter. Fachbetriebe muessen nach dem aktuellen Stand der Technik installieren -- auch im Bestand, sobald wesentliche Aenderungen vorgenommen werden.

Dimensionierung nach DIN 18015 und RAL-RG 678

Wie viele Stromkreise braucht eine Wohnung? Die Normen definieren klare Mindestanforderungen und Empfehlungen.

Die DIN 18015-2 definiert die Mindestausstattung fuer Wohngebaeude. Die RAL-RG 678 beschreibt darueber hinaus drei Ausstattungswerte: Wert 1 (Mindestausstattung), Wert 2 (Standardausstattung, empfohlen) und Wert 3 (Komfortausstattung). Fuer eine zukunftssichere Modernisierung empfehlen wir mindestens Ausstattungswert 2 -- besonders wenn Wallbox, PV-Anlage oder Smart-Home-Technik geplant sind.

Stromkreis / Bereich LS-Typ Wert 1 (Minimum) Wert 2 (Standard) Wert 3 (Komfort)
Beleuchtung gesamt B10A / B16A 1 Kreis / 20 m2 1 Kreis / Raum 1 Kreis / Raum + Dimmung
Steckdosen Wohnraeume B16A 1 Kreis / 20 m2 1 Kreis / Raum 2 Kreise / Raum
Kueche Arbeitssteckdosen B16A 2 Kreise 3 Kreise 4 Kreise
Herd / Backofen C16A / C20A 1 Kreis (Drehstrom) 1 Kreis (Drehstrom) Herd + Backofen separat
Spuelmaschine B16A 1 eigener Kreis 1 eigener Kreis 1 eigener Kreis
Waschmaschine B16A 1 eigener Kreis 1 eigener Kreis 1 eigener Kreis
Trockner B16A -- 1 eigener Kreis 1 eigener Kreis
Badezimmer B16A 1 Kreis (Licht+Steckd.) 1 Steckd. + 1 Licht 2 Steckd. + 1 Licht
Aussen / Keller / Garage B16A 1 Kreis 2 Kreise 3 Kreise
Wallbox (E-Auto) C32A -- Vorbereitung (Leerrohr) 1 eigener Kreis + RCD Typ B
PV-Anlage / Speicher B20A / C20A -- Platz im Verteiler reserviert 1 -- 2 eigene Kreise
RCD / FI-Schalter (30 mA) Typ A, 4-pol. Min. 1 (alle Steckd.) Min. 2 (selektiv) 3+ (je Nutzungsgruppe)
Praxis-Empfehlung fuer Berlin: In einer 3-Zimmer-Altbauwohnung rechnen Sie mit mindestens 12 -- 16 Stromkreisen (Wert 2). In einem Einfamilienhaus mit Keller und Garage sind 18 -- 28 Stromkreise realistisch. Planen Sie immer 20 -- 30 % Reserve-Plaetze im Verteiler ein -- die naechste Wallbox oder PV-Anlage kommt bestimmt.

Kosten: Sicherungskasten modernisieren

Material- und Arbeitskosten fuer Wohnung und Einfamilienhaus im Detail -- typische Preise in Berlin, Stand 2026.

Materialkosten (Markenqualitaet)

Verteilerkasten 3-reihig, AP/UP (Wohnung)120 -- 250 EUR
Verteilerkasten 4-reihig, UP (EFH)180 -- 350 EUR
SLS 3-polig 63A (Vorsicherung)40 -- 70 EUR
FI/RCD 30mA, 4-pol. Typ A (pro Stueck)35 -- 65 EUR
FI/RCD Typ A-EV fuer Wallbox120 -- 200 EUR
Leitungsschutzschalter B16A (pro Stueck)5 -- 15 EUR
AFDD Brandschutzschalter (pro Stueck)80 -- 120 EUR
SPD Typ 2 Ueberspannungsschutz (Set)60 -- 150 EUR
Hauptschalter 3-polig 63A25 -- 50 EUR
Phasenschiene, Klemmen, Kleinmaterial50 -- 120 EUR
Material Wohnung (3-reihig) 450 -- 900 EUR

Arbeitskosten Elektrofachbetrieb

E-Check / Bestandsaufnahme80 -- 150 EUR
Alten Verteiler demontieren150 -- 300 EUR
Neuen Verteiler montieren + verdrahten (Whg.)600 -- 1.200 EUR
Neuen Verteiler montieren + verdrahten (EFH)1.200 -- 2.500 EUR
Stromkreise umklemmen / erweitern40 -- 80 EUR / Kreis
Neue Zuleitung (bei Bedarf)200 -- 600 EUR
Schutzleiter nachruesten (TN-C auf TN-C-S)300 -- 800 EUR
Pruefprotokoll / Messung nach VDE100 -- 200 EUR
Anmeldung beim Netzbetreiber (bei Bedarf)50 -- 100 EUR
Arbeit Wohnung (komplett) 1.000 -- 2.200 EUR

Gesamtkosten nach Objekttyp

Typische Preisbereiche in Berlin inkl. Material, Arbeit und Pruefung -- Stand 2026, Bruttopreise inkl. MwSt.

Foerderung moeglich: Im Rahmen einer energetischen Sanierung (KfW 261/262 Effizienzhaus) koennen Elektroarbeiten als notwendige Nebenkosten mitgefoerdert werden. Auch das BAFA-Programm BEG EM kann greifen, wenn die Elektromodernisierung Teil eines Heizungstauschs ist. Fragen Sie Ihren Energieberater nach den aktuellen Moeglichkeiten.

Ablauf: Vom E-Check zur neuen Verteilung

So laeuft eine typische Modernisierung des Sicherungskastens ab -- von der Bestandsaufnahme bis zur Abnahme.

1

E-Check und Bestandsaufnahme

Ein Elektrofachbetrieb prueft die bestehende Anlage: Zustand der Leitungen, Art der Sicherungen, vorhandene Schutzeinrichtungen, Leitungsquerschnitte und das Erdungssystem (TN-C oder TN-C-S). Messung der Schleifenimpedanz und des Isolationswiderstands. Ergebnis: Detaillierter Zustandsbericht mit konkreten Empfehlungen und Maengelprotokoll.

2

Planung und Angebot

Auf Basis des E-Checks erstellt der Elektriker einen Verteilungsplan: Anzahl Stromkreise, Schutzgeraete, Verteilergroesse und ggf. noetige Leitungserweiterungen. Sie erhalten ein detailliertes Angebot mit Materialaufstellung und Zeitplan. Bei groesseren Umbauten wird ggf. eine Anmeldung beim Netzbetreiber (Stromnetz Berlin / E.DIS) erforderlich.

3

Freischaltung und Demontage

Am Einbautag wird die Wohnung oder das Haus komplett stromlos geschaltet (Sicherung im Zaehlerkasten/HAK). Der alte Verteilerkasten wird demontiert, alle Leitungen freigelegt und sorgfaeltig beschriftet. In der Regel dauert die Stromabschaltung 4 -- 8 Stunden -- planen Sie den Tag entsprechend ein (Kuehlschrank, Aquarium, Homeoffice).

4

Neuen Verteiler montieren und bestuecken

Der neue Verteilerkasten wird montiert (Aufputz oder Unterputz). Bei UP-Montage wird zuvor der Wandausschnitt erstellt. Dann werden Hutschienen, Sammelschienen und alle Schutzgeraete eingebaut: Hauptschalter, SLS, SPD Typ 2, RCDs und Leitungsschutzschalter. Alles wird nach Plan verdrahtet, mit Phasenschienen verbunden und beschriftet.

5

Leitungen anklemmen und Schutzleiter nachruesten

Alle bestehenden Stromkreise werden auf die neuen LS-Schalter aufgelegt. Falls noch klassische Nullung vorliegt, wird der PEN-Leiter an der Verteilung in N und PE aufgeteilt (TN-C-S-Umstellung). Bei Bedarf werden einzelne Leitungen erneuert oder neue Stromkreise gezogen (z. B. separater Kreis fuer Kueche, Waschmaschine oder Trockner).

6

Pruefung und Messung nach VDE 0100-600

Nach dem Einbau wird die gesamte Anlage systematisch geprueft: Isolationswiderstand aller Stromkreise, Schleifenimpedanz an jeder Steckdose, RCD-Ausloesezeit (muss unter 300 ms / 40 ms liegen) und Schutzleiterwiderstand. Alle Messwerte werden lueckenlos im Pruefprotokoll dokumentiert. Erst nach erfolgreicher Pruefung wird die Anlage eingeschaltet.

7

Abnahme und Dokumentation

Sie erhalten folgende Unterlagen: Pruefprotokoll nach DIN VDE 0100-600, Stromlaufplan der neuen Verteilung, Beschriftungsplan aller Stromkreise und die Installationsbestaetigung nach ZVEH-Vordruck. Diese Dokumente sind wichtig fuer Versicherung, Hausverwaltung und spaetere Arbeiten. Bewahren Sie die Unterlagen sicher auf und uebergeben Sie sie bei Wohnungsverkauf an den neuen Eigentuemer.

FAQ zum Sicherungskasten modernisieren

Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden zur Modernisierung der Elektroverteilung.

Ist ein FI-Schalter nachruesten Pflicht?
+
Fuer bestehende Anlagen gibt es keine generelle Nachruest-Pflicht -- die Anlage muss lediglich dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Errichtung entsprechen (Bestandsschutz). Aber: Bei jeder wesentlichen Aenderung oder Erweiterung der Elektroanlage (neuer Stromkreis, neues Bad, Kuechenumbau) muss der geaenderte Teil nach aktuellem Stand der VDE 0100 ausgefuehrt werden -- und das bedeutet: RCD 30 mA ist Pflicht fuer alle Steckdosen-Stromkreise bis 32A. In der Praxis empfehlen alle Fachbetriebe die Nachruestung dringend, da der FI-Schalter der wirksamste Schutz vor toedlichem Stromschlag ist. Auch Versicherungen koennen im Schadenfall den fehlenden FI-Schutz als Argument fuer Leistungskuerzungen heranziehen.
Was kostet es, den Sicherungskasten austauschen zu lassen?
+
Die Kosten haengen stark vom Umfang ab. Fuer eine Berliner Altbauwohnung (2 -- 4 Zimmer) rechnen Sie mit 1.500 -- 3.000 EUR inkl. Material, Arbeit und Pruefung (brutto). Das umfasst einen neuen 3-reihigen Verteiler, 2 RCDs, 10 -- 16 LS-Schalter, SPD Typ 2, SLS und die komplette Verdrahtung. Fuer ein Einfamilienhaus mit 20 -- 30 Stromkreisen, Wallbox-Vorbereitung und ggf. AFDDs liegen die Kosten bei 2.500 -- 5.000 EUR. Zusaetzliche Kosten entstehen bei Leitungserneuerung oder Schutzleiter-Nachruestung (TN-C auf TN-C-S). Holen Sie immer mindestens 2 -- 3 Angebote ein und achten Sie auf eine detaillierte Materialaufstellung.
Wer darf am Sicherungskasten arbeiten?
+
Arbeiten am Sicherungskasten duerfen ausschliesslich eingetragene Elektrofachbetriebe ausfuehren -- das regeln die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und die technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber. Der Betrieb muss im Installateurverzeichnis des zustaendigen Netzbetreibers eingetragen sein (in Berlin: Stromnetz Berlin GmbH). Eigenarbeiten von Laien sind verboten und lebensgefaehrlich. Bereits das Oeffnen des Zaehlerbereichs ist nur dem Netzbetreiber gestattet. Selbst das einfache Tauschen eines LS-Schalters sollte nur ein Fachmann durchfuehren, da Fehlverdrahtungen zu Brand oder Stromschlag fuehren koennen.
Wie lange dauert der Austausch des Sicherungskastens?
+
Ein reiner Verteiler-Tausch in einer Wohnung dauert typischerweise 4 -- 8 Stunden an einem Arbeitstag. Waehrend dieser Zeit ist die Wohnung komplett stromlos. Bei einem Einfamilienhaus oder wenn zusaetzlich Leitungen gezogen, der Schutzleiter nachgeruestet oder ein Unterputz-Kasten eingebaut werden muss, kann die Arbeit 1 -- 2 Tage dauern. Planen Sie den Tag so, dass kuehlpflichtige Lebensmittel gesichert sind und empfindliche Geraete (Aquarium, Server, NAS) per USV ueberbrueckt werden. Der Elektriker informiert Sie vorab ueber die genaue Abschaltdauer.
Brauche ich einen Ueberspannungsschutz im Sicherungskasten?
+
Seit Oktober 2016 ist ein SPD Typ 2 (Ueberspannungsschutz) nach DIN VDE 0100-443 fuer alle Neubauten und bei wesentlichen Aenderungen der Elektroanlage Pflicht. Der Grund: Moderne Haushalte sind voll mit empfindlicher Elektronik (Smart-TV, Router, Waermepumpensteuerung, PV-Wechselrichter), die bei Ueberspannung durch Blitzeinschlaege in der Naehe oder Schalthandlungen im Stromnetz zerstoert werden kann. Ein SPD Typ 2 kostet nur 60 -- 150 EUR als Material -- verglichen mit dem moeglichen Schaden an Elektronik (schnell mehrere tausend Euro) ist das eine sehr sinnvolle Investition. Wir empfehlen den Einbau bei jeder Verteiler-Modernisierung.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherungskasten und Zaehlerkasten?
+
Der Zaehlerkasten (auch Zaehlerplatz oder HAK) gehoert dem Netzbetreiber und enthaelt den Stromzaehler, die Hauptsicherungen und ggf. den SLS. Er befindet sich in der Regel im Keller oder Treppenhaus und darf nur vom Netzbetreiber oder einem beauftragten Fachbetrieb geoeffnet werden. Der Sicherungskasten (Unterverteilung) befindet sich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus und verteilt den Strom auf die einzelnen Stromkreise. Hier sitzen die Leitungsschutzschalter und FI-Schalter, die Sie als Bewohner im Fehlerfall auch selbst wieder einschalten duerfen. Bei der Modernisierung wird in der Regel nur die Unterverteilung getauscht -- der Zaehlerbereich bleibt Sache des Netzbetreibers.
Kann ich den Sicherungskasten von Aufputz auf Unterputz umbauen lassen?
+
Ja, das ist moeglich und wird gerade bei Altbau-Sanierungen haeufig gewuenscht, da Unterputz-Verteiler optisch unauffaelliger sind. Dafuer muss ein Wandausschnitt in der passenden Groesse erstellt werden (Stemmarbeiten). Die Wandstaerke sollte mindestens 12 cm betragen. In Berliner Altbauten mit massiven Ziegelwaenden ist das in der Regel problemlos moeglich. Zusaetzliche Kosten fuer die Stemmarbeiten: ca. 200 -- 400 EUR. Alternativ gibt es halbversenkbare Verteiler, die nur teilweise in die Wand eingelassen werden. Bei Trockenbauwanden (Rigips) werden spezielle Hohlwand-Verteiler verwendet.
Lohnt sich ein Brandschutzschalter (AFDD) im Altbau?
+
Gerade im Altbau ist der AFDD besonders sinnvoll. Alte Leitungen mit Stoffummantelung, bruechiger PVC-Isolation oder lose Schraubklemmen sind anfaellig fuer Fehlerlichtboegen -- die haeufigste elektrische Brandursache in Deutschland. Laut VDE 0100-420 sind AFDDs seit 2019 Pflicht in Schlaf-/Kinderzimmern und Fluchtwegen von Neubauten. Im Bestandsbau gibt es keine Nachruest-Pflicht, aber die Empfehlung ist eindeutig: Wer alte Leitungen nicht komplett erneuern will, kann mit AFDDs die Sicherheit signifikant erhoehen. Bei einem Preis von ca. 80 -- 120 EUR pro Stromkreis ist das eine vergleichsweise guenstige Massnahme gegenueber einer Komplettverkabelung (10.000+ EUR im Einfamilienhaus).

Sicherungskasten modernisieren lassen

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