Kalziumsilikat, Holzfaser oder Mineralschaum -- welche Innendaemmung fuer Berliner Altbauten mit Denkmalschutz, Grenzbebauung oder Fachwerk die richtige ist und worauf Sie bei Dampfbremse und Waermebruecken achten muessen.
Wenn eine Aussendaemmung (WDVS) technisch oder rechtlich nicht moeglich ist, bietet die Innendaemmung eine wirksame Alternative.
Die Innendaemmung gilt als Sonderloesung -- sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine Aussendaemmung mit Waermedaemmverbundsystem (WDVS) ausscheidet. In Berlin betrifft das einen erheblichen Teil des Gebaeudebestands: Gruenderzeitbauten unter Denkmalschutz, Gebaeude an der Grundstuecksgrenze oder historische Fachwerkkonstruktionen. Laut DIN 4108-3 und den WTA-Merkblaettern 6-4 und 6-5 ist die Innendaemmung bauphysikalisch anspruchsvoller als eine Aussendaemmung, bei fachgerechter Ausfuehrung aber dauerhaft sicher.
Die zentrale Herausforderung: Der Taupunkt verschiebt sich bei Innendaemmung in die bestehende Wandkonstruktion. Dadurch steigt das Risiko von Feuchteakkumulation hinter der Daemmebene. Moderne Materialien und Systeme loesen dieses Problem entweder durch eine dampfdichte Sperrschicht oder durch kapillaraktive Daemmstoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen, verteilen und wieder abgeben koennen.
Denkmalgeschuetzte Fassaden duerfen nicht veraendert werden. Innendaemmung erhalt das aeussere Erscheinungsbild vollstaendig.
Bei Gebaeuden direkt an der Grundstuecksgrenze fehlt der Platz fuer ein WDVS. Innendaemmung braucht keinen Aussenraum.
Sichtfachwerk darf nicht verkleidet werden. Zudem benoetigen diffusionsoffene Waende spezielle Daemmsysteme.
Von kapillaraktiv bis hochdaemmend -- jedes System hat spezifische Staerken bei Feuchteverhalten, Daemmwirkung und Kosten.
Zwei grundlegend verschiedene Strategien, um Tauwasser in der Konstruktion zu vermeiden -- mit unterschiedlichen Anforderungen an Planung und Ausfuehrung.
Der entscheidende Unterschied bei der Innendaemmung liegt im Feuchtemanagement. Jede Innendaemmung verschiebt den Taupunkt in die Bestandswand -- dort wo frueher warme Raumluft die Wand trocken hielt, kann nun Feuchtigkeit kondensieren. Zwei Loesungsansaetze haben sich etabliert:
Die groesste Schwachstelle der Innendaemmung -- wo Innenwand auf Aussenwand trifft, entstehen geometrische und konstruktive Waermebruecken.
Bei Aussendaemmung wird die gesamte Gebaeudehuelle lueckenlos umschlossen. Bei Innendaemmung endet die Daemmebene an jeder Innenwand, jeder Geschossdecke und jeder Fensterlaibung. An diesen Stellen fliesst Waerme ungehindert ueber die Bestandskonstruktion nach aussen -- es entstehen Waermebruecken mit erhoehter Gefahr von Tauwasserbildung und Schimmel. Die DIN 4108 Beiblatt 2 definiert Planungswerte fuer Waermebruecken-Zuschlaege.
Innenwand-Anschluss an die Aussenwand: Hier muss die Daemmung mindestens 50 cm um die Ecke gefuehrt werden (Daemmkeil oder -streifen). Ohne Flanke: Schimmelrisiko an der Wandecke durch kalte Oberflaeche.
Fenster sitzen in der Laibung -- die Innendaemmung muss bis an den Blendrahmen gefuehrt werden. Schlanke Daemmplatten (20 -- 30 mm) in der Laibung verhindern den Kaltlufteinfall. Ohne Laibungsdaemmung: Tauwasser am Fensteranschluss.
Die Betondecke durchstoesst die Daemmebene und leitet Waerme zur Aussenwand. Loesung: Deckendaemmstreifen von mindestens 30 cm Breite an der Deckenunterseite entlang der Aussenwand anbringen.
Gruenderzeitbauten, Stuckfassaden und strenger Denkmalschutz -- warum Berlin eine Hochburg der Innendaemmung ist.
Berlin hat einen der groessten Gruenderzeit-Bestaende Europas. Rund 67.000 Gebaeude stammen aus der Zeit vor 1919 -- viele davon mit aufwaendig gestalteten Fassaden, die unter Denkmalschutz stehen oder erhaltenswert sind. Die typische Berliner Gruenderzeitwand besteht aus Vollziegel-Mauerwerk mit 36 -- 64 cm Staerke (1,5 bis 2,5 Stein). Ohne Daemmung liegt der U-Wert bei 1,2 -- 1,8 W/m2K -- weit ueber dem GEG-Anforderungswert von 0,24 W/m2K fuer Aussenbauteile.
Der Grossteil mit Stuckfassaden, die nicht veraendert werden duerfen. Innendaemmung ist oft die einzige Moeglichkeit zur energetischen Ertuechtigung dieser Gebaeude.
Mit 80 mm Kalziumsilikat-Innendaemmung sinkt der U-Wert auf ca. 0,50 -- 0,55 W/m2K -- eine Verbesserung um ueber 60 %. Bei Denkmalschutz reicht das nach GEG aus (erleichterte Anforderung).
Vollziegel-Mauerwerk im Preussischen Verband: 1,5 Stein (36 cm) in den Obergeschossen, 2 -- 2,5 Stein (51 -- 64 cm) im Erdgeschoss. Die hohe Masse sorgt fuer guten sommerlichen Waermeschutz.
Ein haeufiges Argument gegen Innendaemmung. Bei 50 -- 80 mm Daemmstaerke plus Putz gehen pro Aussenwand ca. 6 -- 10 cm Raumtiefe verloren. Bei einem 20 m2 Raum sind das ca. 0,4 -- 0,7 m2 Flaeche.
Wie stark verbessert sich der U-Wert einer typischen Berliner Ziegelwand (1,5 Stein, U = 1,5 W/m2K) mit verschiedenen Innendaemm-Systemen?
Ausgangswert: Vollziegel 36 cm, U = 1,50 W/m2K -- Zielwert GEG Denkmal: 0,80 W/m2K
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