Der CO2-Preis steigt 2026 auf 55–65 €/Tonne. Was das für Ihre Heizkosten bedeutet, wie die Kosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden und welche Alternativen sich rechnen.
Der CO2-Preis ist eine Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Gas und Heizöl. Er verteuert gezielt das Heizen mit fossilen Energien und soll den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen wirtschaftlich attraktiver machen.
Seit 2021 steigt der CO2-Preis jährlich an. 2025 lag er bei 55 €/Tonne (Festpreis). Ab 2026 wechselt das System: Statt eines Festpreises gilt ein Preiskorridor von 55–65 €/Tonne. Der tatsächliche Preis ergibt sich durch Versteigerungen.
Zusätzlich wird ab Juli 2026 eine Vorversteigerung für Emissionszertifikate eingeführt. Das europäische Emissionshandelssystem ETS II wurde auf 2028 verschoben — dann drohen freie Marktpreise, die deutlich höher liegen könnten.
Aufschläge auf Gas und Öl sowie Beispielrechnungen für typische Berliner Wohngebäude.
| Brennstoff | CO2-Aufschlag (min.) | CO2-Aufschlag (max.) | Bezugsgröße |
|---|---|---|---|
| Erdgas | +1,31 ct/kWh | +1,55 ct/kWh | pro Kilowattstunde |
| Heizöl | +17,45 ct/L | +20,70 ct/L | pro Liter |
| Fernwärme | variabel | variabel | abhängig vom Brennstoffmix des Versorgers |
Das Stufenmodell regelt seit 2023, wie CO2-Kosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden.
| CO2-Ausstoß (kg CO2/m²/a) | Mieter-Anteil | Vermieter-Anteil | Typisches Gebäude |
|---|---|---|---|
| < 12 kg/m² | 100% | 0% | Neubau / KfW-Effizienzhaus |
| 12 – 17 kg/m² | 90% | 10% | Gut sanierter Bestand |
| 17 – 22 kg/m² | 80% | 20% | Teilsanierter Bestand |
| 22 – 27 kg/m² | 70% | 30% | Durchschnittlicher Bestand |
| 27 – 32 kg/m² | 60% | 40% | Unsanierter Bestand |
| 32 – 37 kg/m² | 50% | 50% | Schlecht gedämmter Altbau |
| 37 – 42 kg/m² | 40% | 60% | Stark sanierungsbedürftig |
| 42 – 47 kg/m² | 30% | 70% | Sehr schlechter Zustand |
| 47 – 52 kg/m² | 20% | 80% | Energetisch katastrophal |
| > 52 kg/m² | 5% | 95% | Schlechteste Kategorie — fast alles zahlt der Vermieter |
Typische Betriebskosten verschiedener Heizsysteme für ein Berliner Einfamilienhaus (15.000 kWh/Jahr).
Von der Festpreis-Phase über Preiskorridore bis zum freien Emissionshandel.
Letztes Jahr mit festem CO2-Preis. Gas: +1,31 ct/kWh, Heizöl: +17,45 ct/L. Keine Schwankungen, kein Marktrisiko.
AbgeschlossenErstmals Versteigerung statt Festpreis. Die Kosten schwanken innerhalb des Korridors. Ab Juli 2026 zusätzlich Vorversteigerungen für ETS-Zertifikate.
AktuellDer Korridor bleibt unverändert. Der Marktpreis innerhalb des Korridors wird durch Angebot und Nachfrage der Zertifikate bestimmt.
GeplantDas europäische Emissionshandelssystem ETS II löst den nationalen Preiskorridor ab. Kein Preisdeckel mehr. Experten erwarten Preise von 80–120 €/Tonne — möglicherweise höher.
Entscheidender StichtagOhne Preisdeckel könnten CO2-Kosten für Gas auf 2,5–3,5 ct/kWh steigen, für Öl auf 30–40 ct/L. Fossile Heizkosten würden sich spürbar verteuern.
PrognoseAktuelle Preise und regionale Besonderheiten für Berliner Haushalte.
25–38 ct/kWh je nach Tarif und Anbieter. Wärmepumpentarife ab ca. 22 ct/kWh verfügbar. Die Netzentgelte in Berlin wurden 2026 halbiert — spürbare Entlastung.
Sinkend9,45 ct/kWh Grundversorgung (GASAG). Alternativanbieter teils günstiger. Dazu kommt der CO2-Aufschlag von 1,31–1,55 ct/kWh. Die Gasspeicherumlage entfällt 2026.
Steigend (CO2)Vattenfall Wärme: 10–14 ct/kWh Arbeitspreis. Berlin hat mit über 30% eines der größten Fernwärmenetze Europas. Dekarbonisierung läuft bis 2045.
RegionalSenkt den Gasverbrauch um 10–15% ohne große Investition. Kosten: ca. 500–1.200 €. Wird mit 15% BAFA-Zuschuss gefördert.
Viele Berliner Altbauten sind überdimensioniert beheizt. Eine Absenkung der Vorlauftemperatur um 5–10°C spart spürbar Energie — und CO2-Kosten.
Berliner Stromanbieter bieten spezielle Wärmepumpentarife ab ca. 22 ct/kWh — deutlich günstiger als Normaltarife. Spart bis zu 400 €/Jahr.
Eine der günstigsten Sanierungsmaßnahmen: ca. 30–50 €/m². Senkt den Heizwärmebedarf um bis zu 20%. Förderung bis 20% über BAFA.
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