Ablaufsysteme, Aufbauvarianten und normgerechte Abdichtung nach DIN 18534 -- wie die bodengleiche Dusche im Berliner Altbau sicher und barrierefrei gelingt.
Vier Systeme fuer die bodengleiche Dusche -- mit unterschiedlichen Anforderungen an Aufbauhoehe, Gefaelle und Gestaltung.
Die bodengleiche Dusche ist heute Standard bei jeder Badsanierung in Berlin. Sie bietet nicht nur optische Vorteile, sondern ist auch Voraussetzung fuer barrierefreies Wohnen nach DIN 18040-2. Entscheidend fuer die Funktion ist das Ablaufsystem: Es bestimmt die minimale Aufbauhoehe, die Ablaufleistung und die gestalterischen Moeglichkeiten.
In Berliner Altbauten mit Holzbalkendecken oder niedrigen Aufbauten ist die verfuegbare Einbauhoehe oft der limitierende Faktor. Hier entscheidet die Wahl des Ablaufsystems ueber Machbarkeit und Kosten des gesamten Projekts.
Estrich mit Gefaelle, Hartschaum-Elemente oder fertige Duschboards -- jede Variante hat ihren optimalen Einsatzbereich.
Die Aufbauvariante bestimmt den Arbeitsaufwand, die Trocknungszeit und die erreichbare Mindest-Aufbauhoehe. Im Berliner Altbau mit bestehender Holzbalkendecke oder duenner Estrichschicht ist oft die Hartschaum-Variante (Wedi, Schlueter DITRA) die einzige praktikable Loesung.
Alle drei Varianten muessen die Anforderungen der DIN 18534 (Abdichtung in Innenraeumen) erfuellen. Bei Holzbalkendecken kommt zusaetzlich die DIN 68800 (Holzschutz) ins Spiel -- die Abdichtung muss das Holz zuverlaessig vor Feuchtigkeit schuetzen.
Konventionelle Loesung: Gefaelleestrich auf Daemmschicht, darauf Verbundabdichtung und Fliesen. Ideal bei Neubau oder bei ausreichender Aufbauhoehe im Bestand. Trocknungszeit ca. 3 -- 4 Wochen.
80 -- 120 mm Gesamtaufbau inkl. Daemmung, Estrich, Abdichtung, FlieseVorgefertigtes XPS- oder PUR-Element (z.B. wedi Fundo, Schlueter DITRA) mit integriertem Gefaelle und Ablauf. Kein Gefaelleestrich noetig, nach 24 h befliesbar. Ideal fuer Altbau-Sanierung.
50 -- 70 mm Gesamtaufbau inkl. Element, Abdichtung, FlieseKomplettes Systemboard mit integriertem Ablauf, Gefaelle und bereits aufkaschierter Abdichtungsbahn. Nur noch einkleben, Naehte abdichten und fliesen. Geringster Arbeitsaufwand.
40 -- 65 mm Gesamtaufbau inkl. Board, Dichtmanschette, FlieseSeit Juli 2017 regelt die DIN 18534 die Abdichtung von Innenraeumen -- fuer Duschen gelten mindestens die Klassen W2-I oder W3-I.
Die bodengleiche Dusche zaehlt zu den am staerksten wasserbelasteten Bereichen im Badezimmer. Die DIN 18534 teilt die Beanspruchung in Klassen ein: W1-I (maessig, z.B. Waschbecken), W2-I (hoch, z.B. Dusche mit Abtrennung) und W3-I (sehr hoch, z.B. begehbare Dusche ohne Abtrennung).
Bei bodengleichen Duschen wird in der Regel die Klasse W2-I oder W3-I angewandt. Die Abdichtung erfolgt als Verbundabdichtung (AIV) -- direkt unter dem Fliesenbelag, nicht unter dem Estrich. Alternativ kommen PMBC-Abdichtungen (polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen) oder Flaechenabdichtungen als Bahnenware zum Einsatz.
Richtiges Gefaelle sichert die Entwaesserung -- zu wenig fuehrt zu Pfuetzen, zu viel ist unbequem und verfliesungstechnisch problematisch.
Das Gefaelle im Duschbereich sollte zwischen 1 % und 2 % liegen (10 -- 20 mm pro Meter). Bei 1 % ist der Boden kaum spuerbar geneigt, das Wasser laeuft aber zuverlaessig ab. 2 % sind die Obergrenze fuer Komfort -- darueber wird der Boden als schief wahrgenommen. Bei Grossformat-Fliesen (60x60 cm oder groesser) ist maximal 1,5 % empfohlen, da sonst die Fliesen an den Raendern abstehen.
Ein Standard-Punktablauf DN 50 schafft 0,4 -- 0,8 Liter pro Sekunde. Eine normale Kopfbrause liefert 9 -- 12 l/min (0,15 -- 0,2 l/s) -- also mehr als genug Reserve. Bei Regenbrausen (20 -- 30 l/min) sollte ein Ablauf mit mindestens 0,6 l/s Leistung gewaehlt werden. Duschrinnen erreichen bis zu 1,0 l/s und sind damit auch fuer Mehrfach-Brausen geeignet.
Der Geruchsverschluss (Siphon) im Ablauf muss eine Sperrwasserhoehe von mindestens 50 mm aufweisen (DIN EN 1253). Kompakt-Siphons mit nur 30 mm Sperrwasser sind zwar platzsparender, trocknen aber schneller aus und lassen dann Kanalgeruch aufsteigen. Tipp: Bei selten genutzten Duschen einen Trocken-Siphon (Membranverschluss) waehlen.
Der Ablauf wird ueber ein DN-50-Rohr (Innendurchmesser 50 mm) an die Fallleitung angeschlossen. Das Rohr benoetigt ein Gefaelle von mindestens 1 -- 2 % (besser 2 -- 3 %) zur Fallleitung. Bei langen Wegen oder niedrigen Aufbauhoehen kann ein DN-40-Ablauf mit flacherem Siphon gewaehlt werden -- Achtung: geringere Ablaufleistung. Im Berliner Altbau ist oft die Anbindung an die bestehende Fallleitung der kritische Punkt.
Bodengleiche Duschen sind zentrale Voraussetzung fuer barrierefreie Baeder -- und werden ueber KfW-Programme gefoerdert.
Fuer barrierefreie Baeder fordert die DIN 18040-2 eine schwellenlose Dusche -- die Uebergangshoehe zwischen Duschbereich und Badezimmerboden darf maximal 20 mm betragen. Fuer rollstuhlgerechte Baeder ("R"-Anforderung) muss der Uebergang voellig eben (0 mm) sein. Die Duschflaeche muss mindestens 120 x 120 cm betragen.
DIN 18040-2 PflichtDie KfW foerdert den Umbau zum barrierefreien Bad mit einem Zuschuss von bis zu 12,5 % der foerderfaehigen Kosten (max. 50.000 EUR pro Wohneinheit, also max. 6.250 EUR Zuschuss). Voraussetzung: Die Massnahme muss die Anforderungen des KfW-Standards "Altersgerecht Umbauen" erfuellen.
KfW 455-B ZuschussAlternativ zum Zuschuss bietet die KfW einen zinsguenstigen Kredit bis 50.000 EUR pro Wohneinheit fuer Massnahmen zur Barrierereduzierung. Der Kredit kann mit anderen Foerdermitteln kombiniert werden. Vorteil: Kein Eigenkapital erforderlich, die Badsanierung kann komplett finanziert werden.
KfW 159 KreditFuer die rollstuhlgerechte Ausfuehrung ("R") fordert die DIN 18040-2 eine Duschflaeche von mindestens 150 x 150 cm, eine Nullschwelle, rutschhemmenden Boden (Bewertungsgruppe B nach DIN 51097), Haltegriffe und einen Duschklappsitz. Der Bodenbelag muss auch im nassen Zustand rutschhemmend sein.
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