Welches System passt in Ihren Altbau? Nassestrich, Trockenestrich oder Dünnschichtverfahren – mit interaktivem Kostenrechner, SVG-Aufbauschnitt und Förderungsübersicht.
Drei entscheidende Gründe, warum sich die Nachrüstung besonders bei der energetischen Sanierung lohnt.
Wärmepumpen arbeiten optimal mit Vorlauftemperaturen von 30–35 °C. Genau diesen Bereich decken Fußbodenheizungen ab. Ohne Flächenheizung müsste die Wärmepumpe bei 55–70 °C arbeiten – das verdoppelt den Stromverbrauch.
Fußbodenheizungen geben 60–70 % ihrer Energie als Strahlung ab. Das ergibt gleichmäßig warme Böden, keine kalten Ecken und eine gefühlte Temperatur die 2–3 °C über der Raumlufttemperatur liegt. Weniger Staubaufwirbelung als bei Konvektionsheizkörpern.
Heizkörper an den Wänden entfallen komplett. Das schafft 5–10 % mehr nutzbare Stellfläche pro Raum. Fenster können bodenbündig eingebaut werden, Möbel stehen frei – das ist besonders in kleinen Altbauwohnungen ein enormer Vorteil.
Je nach verfügbarer Aufbauhöhe kommen unterschiedliche Systeme in Frage. Die SVG-Schnittzeichnungen zeigen den typischen Schichtaufbau.
Die wichtigsten Kriterien für Ihre Entscheidung – von Aufbauhöhe bis Bodenbelag-Eignung.
| Kriterium | Nassestrich | Trockenestrich | Fräsverfahren |
|---|---|---|---|
| Aufbauhöhe | ca. 35 mm | ca. 20 mm | ca. 12 mm |
| Kosten pro m² | 40–60 € | 55–80 € | 70–110 € |
| Reaktionszeit | 2–4 Stunden (träge) | 30–60 Minuten | 20–40 Minuten |
| Trocknungszeit | 4–6 Wochen | Sofort begehbar | 1–3 Tage |
| Eignung Altbau | Bedingt (Statik prüfen) | Sehr gut | Ideal |
| Flächenlast | ca. 80 kg/m² | ca. 30 kg/m² | ca. 5 kg/m² |
| Fliesen | Optimal | Geeignet (Entkopplung) | Optimal |
| Parkett | Geeignet | Geeignet | Geeignet |
| Vinylboden | Geeignet | Geeignet | Geeignet |
Material- und Arbeitskosten pro m² im direkten Vergleich – die günstigste Lösung ist nicht immer die beste für den Altbau.
Nicht jeder Altbau eignet sich für jedes System. Diese drei Punkte klären, was möglich ist.
Nassestrich wiegt ca. 80 kg/m² – bei Holzbalkendecken im Altbau oft kritisch. Lassen Sie die Tragfähigkeit von einem Statiker prüfen. Trockenestrich (30 kg/m²) oder Fräsverfahren (5 kg/m²) sind die sichere Alternative bei schwachen Decken.
Pflicht prüfenMessen Sie den Abstand zwischen Rohboden und Türunterkante. Nassestrich braucht 35 mm, Trockenestrich 20 mm, Fräsverfahren nur 12 mm. Bedenken Sie: Türen müssen noch öffnen, Treppenstufen dürfen nicht ungleich werden, Anschlüsse an Nachbarräume müssen passen.
Pflicht prüfenFür das Fräsverfahren muss der vorhandene Estrich mindestens 45 mm dick und tragfähig sein. Risse, Hohlstellen oder abbröckelnder Estrich disqualifizieren diese Methode. Ein Estrichleger kann den Zustand mit einer Gitterritzprüfung oder Haftzugprüfung bewerten.
Nur bei FräsverfahrenWarum Flächenheizung und Wärmepumpe ein perfektes Paar sind – und was das für Ihre Betriebskosten bedeutet.
Eine Wärmepumpe arbeitet nach dem Prinzip der Temperaturanhebung: Je geringer die Differenz zwischen Quellentemperatur (Außenluft, Erdreich) und der gewünschten Heizungstemperatur, desto weniger Strom wird benötigt.
Fußbodenheizungen kommen mit 30–35 °C Vorlauftemperatur aus. Klassische Heizkörper brauchen dagegen 55–70 °C. Dieser Unterschied erhöht die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe um 0,5 bis 1,0 Punkte – das spart 15–25 % Stromkosten pro Jahr.
Zusätzlich kann der massive Estrich einer Fußbodenheizung als thermischer Speicher dienen: Günstiger PV-Strom vom Dach lädt den Boden tagsüber auf, die Wärme wird abends abgegeben.
Wählen Sie Fläche und System – der Rechner zeigt die geschätzten Gesamtkosten inkl. Material und Einbau.
Sie müssen nicht das ganze Haus auf einmal umrüsten. So geht die schrittweise Umstellung Raum für Raum.
Raum-für-Raum-Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Legt fest, welcher Raum welchen Rohrabstand und welche Vorlauftemperatur braucht. Mischbetrieb (FBH + Heizkörper) ist problemlos möglich.
Starten Sie mit Bad und Küche: Hier steht ohnehin eine Sanierung an, Fliesen sind der ideale FBH-Belag, und warme Füße im Bad haben den höchsten Komfort-Effekt. Die Rohre werden an den bestehenden Heizkreisverteiler angebunden.
Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flure können schrittweise folgen. Während der Umbauphase laufen die alten Heizkörper in den noch nicht umgerüsteten Räumen einfach weiter. Hydraulischer Abgleich erfolgt jeweils nach dem Umbau.
Sind alle Räume umgestellt, werden die alten Heizkörper abgebaut und der Kessel durch eine Wärmepumpe ersetzt. Die Vorlauftemperatur wird auf 30–35 °C abgesenkt – die Heizkosten sinken spürbar.
Fußbodenheizungen allein sind nicht direkt förderfähig – aber im Rahmen größerer Maßnahmen gibt es attraktive Zuschüsse.
Wird die Fußbodenheizung zusammen mit einem Heizungstausch auf Wärmepumpe eingebaut, zählt sie als „Heizungsoptimierung“ und ist über die BEG-Einzelmaßnahme förderfähig. 15 % Grundförderung, bis 20 % mit Klimageschwindigkeitsbonus.
Bei einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus (z.B. EH 70 oder EH 55) wird die FBH als Teil der Gesamtmaßnahme gefördert. Tilgungszuschuss über KfW-Kredit 261: 25–45 % je nach erreichtem Standard. Max. 150.000 € förderfähige Kosten.
Wir beraten Sie, welches System in Ihrem Gebäude machbar ist – und übernehmen die komplette Umsetzung.