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Gesund Bauen: Emissionsarme
Materialien & Wohngesundheit

Schadstoffe im Altbau erkennen, wohngesunde Materialien waehlen und die Raumluftqualitaet nachhaltig verbessern -- der umfassende Ratgeber fuer Ihre Sanierung.

18 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Schadstoffe im Altbau

In Gebaeuden vor 1995 lauern oft unsichtbare Schadstoffe -- in Boeden, Klebern, Farben und Daemmstoffen. Wer saniert, sollte sie kennen.

Viele Baustoffe, die bis in die 1990er-Jahre verbaut wurden, enthalten gesundheitsschaedliche Substanzen, die kontinuierlich in die Raumluft ausgasen. Bei einer Sanierung besteht die Chance, diese Altlasten fachgerecht zu entfernen und durch wohngesunde Alternativen zu ersetzen. Besonders kritisch sind Wohnungen, in denen Kinder, Allergiker oder immungeschwaechte Personen leben.

Die haeufigsten Schadstoffe im Altbau sind VOC (fluechtige organische Verbindungen), Formaldehyd, PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), PCB und verschiedene Weichmacher. Sie koennen Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Allergien und langfristig schwere Erkrankungen verursachen.

VOC -- Fluechtige organische Verbindungen

Volatile Organic Compounds, Richtwert: < 300 ug/m3 (UBA)
  • Vorkommen: Lacke, Farben, Klebstoffe, PVC-Boeden, Moebel, Dichtstoffe
  • Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Reizung von Augen und Atemwegen
  • Zeitraum: Starke Ausgasung in den ersten Wochen, kann ueber Monate anhalten
  • Hinweis: Summe aller VOC (TVOC) ist entscheidend, nicht einzelne Stoffe

Formaldehyd

Richtwert WHO: 0,1 mg/m3 (100 ug/m3)
  • Vorkommen: Spanplatten, OSB-Platten, Sperrholz, Teppichkleber, Lacke
  • Symptome: Traenenfluss, Uebelkeit, Atemwegsreizung, krebserregend (Kat. 1)
  • Baujahre: Besonders kritisch in Gebaeuden der 1960er -- 1980er Jahre
  • Tipp: E1-Klasse heute Standard, besser noch E0,5 oder CARB2-zertifiziert

PAK -- Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Teerhaltige Stoffe, krebserregend, Sanierungspflicht bei Ueberschreitung
  • Vorkommen: Parkettkleber (vor 1970), Teerpappen, Dachbahnen, Abdichtungen
  • Gefahr: Benzo[a]pyren stark krebserregend -- bereits bei geringer Konzentration
  • Erkennung: Schwarzer, teerartiger Kleber unter altem Parkett = Verdachtsmoment
  • Sanierung: Fachgerechte Entfernung durch zertifizierten Schadstoffsanierer noetig

PCB -- Polychlorierte Biphenyle

Seit 1989 in Deutschland verboten, Richtwert: 300 ng/m3 Raumluft
  • Vorkommen: Dauerelastische Fugen, Deckenanstriche, Kondensatoren, Transformatoren
  • Gefahr: Hormonell wirksam, leberschaedigend, wahrscheinlich krebserregend
  • Baujahre: Hauptsaechlich in oeffentlichen Gebaeuden der 1960er -- 1970er
  • Sanierung: PCB-Richtlinie: Ab 3.000 ng/m3 Raumluft = Sanierungspflicht

Weichmacher (Phthalate, DEHP)

In flexiblen Kunststoffen, gasen ueber Jahrzehnte aus
  • Vorkommen: PVC-Bodenbelaege, Kabel, Vinyl-Tapeten, Kunstleder, Dichtstoffe
  • Gefahr: Hormonell wirksam (endokrine Disruptoren), fruchtbarkeitsschaedigend
  • Besonders kritisch: In Kinderzimmern und Schlafzimmern vermeiden
  • Alternative: Linoleum, Kork, Echtholzparkett statt PVC-Boeden

Asbest

Seit 1993 verboten, nur durch Fachfirmen zu entfernen (TRGS 519)
  • Vorkommen: Fassadenplatten (Eternit), Floor-Flex-Platten, Spachtelmassen, Putze
  • Gefahr: Lungenkrebserregend bei Faserfreisetzung (Bohren, Schleifen, Brechen)
  • Baujahre: 1950 -- 1993 in nahezu jedem Gebaeude verbaut
  • Sanierung: Niemals selbst entfernen! Asbestpruefung VOR der Sanierung Pflicht

Guetesiegel & Zertifizierungen

Wer emissionsarm bauen will, braucht zuverlaessige Siegel. Die wichtigsten Label im Vergleich -- von streng bis Standard.

Der Markt fuer Bauprodukte ist unuebersichtlich. Guetesiegel helfen, schadstoffarme Produkte zu erkennen. Doch nicht jedes Label hat die gleiche Aussagekraft. Entscheidend ist, welche Schadstoffe geprueft werden, wie streng die Grenzwerte sind und ob eine unabhaengige Pruefstelle kontrolliert.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Zertifizierungen fuer wohngesunde Baustoffe in Deutschland. Als Faustregel gilt: Produkte mit EC1PLUS oder Blauer Engel sind eine sichere Wahl. Fuer hoechste Ansprueche empfehlen wir natureplus- oder Sentinel-Haus-zertifizierte Materialien.

Guetesiegel Herausgeber Pruefumfang Strenge Geeignet fuer
Blauer Engel (DE-UZ 113, 156) RAL / Umweltbundesamt VOC, Formaldehyd, Schwermetalle, Weichmacher, Konservierungsstoffe Sehr streng Farben, Lacke, Bodenbelaege, Moebel, Daemmstoffe
EC1 / EC1PLUS GEV (Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe) TVOC nach 3 und 28 Tagen, Formaldehyd, Krebsstoffe Kat. 1A/1B Sehr streng Kleber, Spachtelmassen, Grundierungen, Verlegewerkstoffe
GEV EMICODE (EC1, EC2) GEV e.V. Emissionsklassen fuer Verlegewerkstoffe, VOC-Pruefkammer 28 Tage Streng Bodenbelagsklebstoffe, Spachtelmassen, Vorstriche
natureplus natureplus e.V. (international) Oekobilanz + Schadstoffpruefung + Rohstoffherkunft + Sozialstandards Sehr streng Daemmstoffe, Putze, Farben, Holzwerkstoffe, Bodenbelaege
Sentinel Haus Institut Sentinel Haus Institut GmbH Raumluftmessung nach Fertigstellung, gesamtes Gebaeude geprueft Sehr streng Komplettsanierungen, Neubauten, Gesundheitshaeuser
AgBB-Schema Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten VOC-Pruefkammer 3 + 28 Tage, NIK-Werte, LCI-Werte Streng Bodenbelaege, Dichtmassen, Baustoffpruefung allgemein
IBR-Pruefsiegel Institut fuer Baubiologie Rosenheim Baubiologische Unbedenklichkeit, Ausgasung, Radioaktivitaet Mittel Ergaenzende Pruefung fuer Allergiker und sensible Personen
Unser Tipp: Achten Sie auf das EC1PLUS-Siegel bei Klebstoffen und Spachtelmassen -- es ist der zuverlaessigste Standard fuer emissionsarme Verlegewerkstoffe. Bei Farben und Lacken ist der Blaue Engel (DE-UZ 113) die beste Orientierung.

Emissionsarme Baustoffe

Von Farben ueber Bodenbelaege bis zu Daemmstoffen -- welche Produkte sind wohngesund und welche sollten Sie meiden?

Farben & Lacke

Silikatfarbe vs. Dispersionsfarbe vs. Naturharzlack
Empfehlung: Silikatfarbe
SilikatfarbeVOC-frei, mineralisch
KalkfarbeVOC-frei, schimmelhemmend
Dispersionsfarbe (Blauer Engel)VOC < 1 g/l, gut
NaturharzlackVOC moeglich (Terpene)
Konventioneller LackVOC hoch, meiden
Blauer Engel vorhanden?DE-UZ 113
Trocknungszeit4 -- 12 Stunden
Ideal fuerWaende, Decken, Altbau

Bodenbelaege

Echtholz, Linoleum, Kork, Fliesen vs. PVC und Laminat
Empfehlung: Echtholz / Linoleum
MassivholzparkettEmissionsfrei, langlebig
Linoleum (echt)Naturstoffe, antibakteriell
KorkbodenNatuerlich, fussswarm
KeramikfliesenVOC-frei, pflegeleicht
LaminatFormaldehyd moeglich (E1)
PVC / VinylWeichmacher, meiden
Wichtiges SiegelEC1PLUS, Blauer Engel
Ideal fuerWohn-, Schlaf-, Kinderzimmer

Kleber & Spachtelmassen

EC1PLUS-zertifiziert vs. konventionelle Verlegewerkstoffe
Empfehlung: EC1PLUS
EC1PLUS KleberTVOC < 60 ug/m3
EC1 KleberTVOC < 150 ug/m3
Konventioneller KleberTVOC bis 1.000+ ug/m3
Kasein-/StaerkeleimNatuerlich, VOC-frei
Preisunterschied+10 -- 25 % vs. Standard
Ausgasung nach Verlegung3 -- 28 Tage (Pruefzeitraum)
Wichtiges SiegelGEV EMICODE EC1PLUS
Ideal fuerParkettverlegung, Fliesen

Daemmstoffe

Natuerliche vs. synthetische Daemmung im Innenbereich
Empfehlung: Holzfaser / Zellulose
HolzfaserdaemmungNatuerlich, diffusionsoffen
Zellulose (Einblas)Recycling-Papier, sehr gut
Hanf / FlachsNatuerlich, schimmelfest
SchafwolleSchadstoffabbauend(!)
Mineralwolle (neu)Faserfrei (RAL-GZ), ok
EPS/XPS (Styropor)Flammschutzmittel, meiden
Wichtiges Siegelnatureplus, Blauer Engel
Ideal fuerInnendaemmung, Dach, WDVS

Putze & Spachtel

Kalkputz, Lehmputz, Gipsputz -- Vergleich fuer Innen
Empfehlung: Kalk- oder Lehmputz
KalkputzAlkalisch, schimmelhemmend
LehmputzFeuchteregulierend, VOC-frei
GipsputzGeringe Emissionen, ok
Kalk-Zement-PutzRobust, emissionsarm
KunstharzputzLoesemittel moeglich, meiden
FeuchteregulierungLehm > Kalk > Gips
Wichtiges Siegelnatureplus, Blauer Engel
Ideal fuerWaende Innen, Bad (Kalk)

Dichtstoffe & Fugenmassen

Silikon, Acryl, Hybrid -- worauf beim Kauf achten?
Vorsicht: Loesemittelhaltige Silikone
Neutralvernetzend (Silikon)Emissionsarm, empfohlen
Acetatvernetzend (Silikon)Essigsaeure-Ausgasung
Acryl-DichtstoffWasserbasiert, ok
Hybrid-DichtstoffTVOC gering, empfohlen
PU-SchaumIsocyanate, gut lueften
Wichtiges SiegelEC1PLUS, GISCODE
AusgasungMeist 2 -- 7 Tage
Ideal fuerBad, Kueche, Fenster

Raumluftmessung & Richtwerte

VOC-Messungen geben Sicherheit -- vor der Sanierung, waehrend der Bauphase und nach dem Einzug. Die Richtwerte des Umweltbundesamts im Ueberblick.

Eine professionelle Raumluftmessung ist der einzige Weg, unsichtbare Schadstoffe zuverlaessig zu erkennen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat Richtwerte fuer die wichtigsten Schadstoffe definiert -- unterteilt in Richtwert I (Vorsorge, unbedenklich) und Richtwert II (Handlungsbedarf). Bei Ueberschreitung von RW II sollte umgehend saniert werden.

Raumluftmessungen sind besonders sinnvoll vor dem Kauf eines Altbaus, nach umfangreichen Sanierungen, bei unerklaerlichen gesundheitlichen Beschwerden und fuer Familien mit kleinen Kindern oder Allergikern.

TVOC-Messung (Summe VOC)

Erfasst die Gesamtbelastung aller flueechtigen organischen Verbindungen in der Raumluft. Standardverfahren mit Tenax-Roehrchen und GC-MS-Analyse.

< 300 ug/m3 -- UBA Richtwert I (hygienisch unbedenklich)

Formaldehyd-Messung

Separate Messung noetig (nicht in TVOC enthalten). Wichtig bei Spanplatten-Moebeln oder alten Holzwerkstoffplatten aus den 1970er -- 1980er Jahren.

< 100 ug/m3 -- WHO-Richtwert (0,1 mg/m3 = 80 ppb)

Kosten & Dauer

Eine professionelle Raumluftanalyse dauert 1 -- 3 Werktage (Probenahme + Labor). Einfache Screening-Tests gibt es auch als Selbsttest fuer ca. 100 EUR.

250 -- 600 EUR pro Raum (TVOC + Formaldehyd + Auswertung)

UBA-Richtwerte fuer haeufige Schadstoffe in der Raumluft

Richtwert I (Vorsorge) vs. Richtwert II (Handlungsbedarf) -- Angaben in ug/m3, Stand 2026

Wann messen? Mindestens 4 Wochen nach Fertigstellung der Sanierung bei geschlossenen Fenstern (8 Stunden vor Messung). Optimal: Messung vor Einzug der Moebel und nochmals 3 Monate nach Einzug. Viele Handwerker-Betriebe bieten Raumluftmessungen als Qualitaetsnachweis an.

Lueftungskonzept fuer wohngesunde Raeume

Emissionsarme Materialien allein reichen nicht -- ein durchdachtes Lueftungskonzept ist die zweite Saeule der Wohngesundheit.

Nach einer energetischen Sanierung ist die Gebaeudehuelle oft so dicht, dass ein natuerlicher Luftaustausch nicht mehr stattfindet. Ohne ausreichende Lueftung steigen CO2, Feuchtigkeit und Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft schnell an. Laut DIN 1946-6 muss bei jedem Fensteraustausch oder bei Daemmung von mehr als einem Drittel der Dachflaeche ein Lueftungskonzept erstellt werden.

Der empfohlene Mindestluftwechsel liegt bei 0,5-fach pro Stunde (das gesamte Raumluftvolumen wird alle 2 Stunden ausgetauscht). Eine CO2-Ampel (ab ca. 40 EUR) hilft, die Luftqualitaet im Alltag zu ueberwachen: Grueen unter 1.000 ppm, Gelb bis 1.400 ppm, Rot ab 1.400 ppm.

Kontrollierte Wohnraumlueftung (KWL)

  • Mit Waermerueckgewinnung (WRG): 75 -- 95 % der Abwaerme wird zurueckgewonnen, Energieersparnis bis 30 %
  • Ohne WRG (Abluftanlage): Guenstiger, aber Waermeverlust -- eher fuer milde Klimazonen oder uebergangsweise
  • Dezentral (Einzelraumgeraete): Einfache Nachruestung im Altbau, Kernbohrung je Geraet (ca. 160 mm), ab 400 EUR/Geraet
  • Zentral (Lueftungsgeraet + Kanalnetz): Optimale Luftverteilung, aber aufwaendige Installation (Kanaele in Decken/Waenden)
  • Filterklassen: F7-Filter (Standard) fuer Pollen und Feinstaub, HEPA fuer Allergiker
  • Schallschutz: Moderne Geraete unter 25 dB(A) -- leiser als ein Kuehlschrank
  • Wartung: Filterwechsel alle 3 -- 6 Monate, Kanalreinigung alle 5 -- 10 Jahre
  • Foerderung: KfW-foerderfaehig als Teil der energetischen Sanierung (BEG EM)

Fensterlueftung & Hilfsmittel

  • Stosslueftung: 3 -- 5 Minuten bei weit geoeffnetem Fenster, 3 -- 4x taeglich = Minimum
  • Querlueftung: Gegenueberliegende Fenster oeffnen, Durchzug fuer 2 -- 3 Minuten = effektivster natuerlicher Luftaustausch
  • Kipplueftung: Ineffizient! Dauerkippen verschwendet Heizenergie und kuehlt Fensterlaibungen aus (Schimmelgefahr)
  • CO2-Ampel: Ab 40 EUR, zeigt an wann gelueftet werden muss -- ideal fuer Schlaf- und Kinderzimmer
  • Hygrometer: Relative Luftfeuchte zwischen 40 -- 60 % halten, ab 10 EUR erhaeltlich
  • Fensterfalzluefter: Passive Nachstroemung (3 -- 5 m3/h), ersetzt keine aktive Lueftung, aber verbessert Grundlueftung
  • Problem nach Sanierung: Neue Fenster sind oft zu dicht -- Lueftungskonzept nach DIN 1946-6 pruefen lassen
  • Faustregel Feuchtigkeit: 4-koepfige Familie erzeugt 8 -- 12 Liter Wasser pro Tag durch Atmen, Kochen, Duschen

Kosten: Konventionell vs. Wohngesund

Emissionsarme Materialien kosten oft nur 10 -- 25 % mehr -- eine ueberschaubare Investition in die Gesundheit Ihrer Familie.

Material / Leistung Konventionell Wohngesund (emissionsarm) Mehrkosten
Wandfarbe (Innen)
pro Liter, Deckkraft Klasse 1
2 -- 5 EUR/l
(Standard-Dispersionsfarbe)
4 -- 9 EUR/l
(Silikatfarbe, Blauer Engel)
+50 -- 80 %
Parkettkleber
pro kg, elastisch
4 -- 8 EUR/kg
(Standard SMP-Kleber)
6 -- 12 EUR/kg
(EC1PLUS-zertifiziert)
+25 -- 50 %
Bodenbelag (Parkett)
pro m2, verlegt
45 -- 70 EUR/m2
(Fertigparkett, Klick)
55 -- 90 EUR/m2
(Massivholz, geoelt, EC1PLUS-Kleber)
+15 -- 30 %
Spachtelmasse
pro m2
3 -- 5 EUR/m2
(Standard)
4 -- 7 EUR/m2
(EC1PLUS)
+20 -- 40 %
Innendaemmung
pro m2 inkl. Einbau
50 -- 80 EUR/m2
(EPS / Mineralwolle)
70 -- 120 EUR/m2
(Holzfaser / Zellulose)
+30 -- 50 %
Innenputz
pro m2, verarbeitet
12 -- 18 EUR/m2
(Gipsputz)
18 -- 30 EUR/m2
(Lehmputz / Kalkputz)
+40 -- 65 %
Raumluftmessung
nach Fertigstellung
0 EUR
(wird nicht gemacht)
250 -- 600 EUR
(TVOC + Formaldehyd pro Raum)
Einmalig
KWL dezentral (pro Raum)
inkl. Kernbohrung + Montage
0 EUR
(keine Lueftungsanlage)
500 -- 1.200 EUR
(Einzelraumgeraet mit WRG)
Einmalig
Rechenbeispiel 80 m2 Wohnung: Bodenbelag (Parkett + Kleber + Spachtel) konventionell ca. 4.800 EUR, wohngesund ca. 6.400 EUR. Mehrkosten: rund 1.600 EUR -- verteilt auf 20 Jahre Nutzungsdauer sind das weniger als 7 EUR pro Monat fuer schadstofffreie Raumluft.

Mehrkosten wohngesund vs. konventionell

Prozentuale Mehrkosten nach Gewerk -- je nach Produktwahl und Anforderung

FAQ zu Wohngesundheit & emissionsarmen Materialien

Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden rund um schadstofffreies Bauen und Sanieren.

Was sind VOC und warum sind sie schaedlich?
+
VOC steht fuer Volatile Organic Compounds (fluechtige organische Verbindungen). Das sind Kohlenstoffverbindungen, die bei Raumtemperatur verdunsten und in die Atemluft uebergehen. Dazu gehoeren Loesemittel, Alkohole, Aldehyde und Terpene. In hoher Konzentration verursachen sie Kopfschmerzen, Schwindel, Uebelkeit und Reizungen von Augen, Nase und Rachen. Langfristig koennen bestimmte VOC (wie Benzol oder Formaldehyd) krebserregend wirken. Das Umweltbundesamt empfiehlt einen TVOC-Wert von unter 300 ug/m3 in der Raumluft. Frisch renovierte Raeume koennen kurzzeitig Werte von ueber 10.000 ug/m3 erreichen -- daher ist gruendliches Lueften nach der Sanierung zwingend erforderlich.
Welche Wandfarbe ist wirklich schadstofffrei?
+
Reine Silikatfarben (Wasserglas) sind die emissionsaermsten Wandfarben. Sie enthalten keine organischen Loesemittel, keine Weichmacher und keine Konservierungsstoffe. Alternativ sind reine Kalkfarben eine ausgezeichnete Wahl -- sie sind natuerlich alkalisch und wirken schimmelhemmend. Dispersionsfarben mit dem Blauen Engel (DE-UZ 113) sind ebenfalls empfehlenswert und bieten die groesste Farbauswahl. Meiden sollten Sie: loesemittelhaltige Lacke, guenstige Baumarktfarben ohne Siegel und sogenannte "Latexfarben" (enthalten oft Weichmacher). Achten Sie auf die Angabe VOC < 1 g/l auf dem Gebinde -- je niedriger, desto besser.
Ist Laminat oder Parkett gesuender?
+
Massivholzparkett ist deutlich gesuender als Laminat. Parkett aus Echtholz, geoelt (nicht versiegelt), ist nahezu emissionsfrei. Laminat besteht dagegen aus Holzfaserplatten (HDF/MDF), die mit Melamin-Harz beschichtet werden -- hier kann Formaldehyd ausgasen, besonders bei guenstigen Produkten. Entscheidend ist die Emissionsklasse: E1 ist der gesetzliche Mindeststandard, besser sind E0,5 oder CARB2-zertifizierte Produkte. Bei Laminat unbedingt auf den Blauen Engel achten. Wichtig: Auch der Kleber unter dem Parkett zaehlt! Verwenden Sie ausschliesslich EC1PLUS-zertifizierte Klebstoffe. Alternativ ist die schwimmende Verlegung (Klick-System) ohne Kleber eine gute Option.
Was kostet eine Raumluftmessung?
+
Eine professionelle Raumluftmessung durch ein akkreditiertes Labor kostet 250 -- 600 EUR pro Raum (TVOC-Analyse + Formaldehyd). Die Probenahme dauert 30 -- 60 Minuten, das Laborergebnis liegt nach 5 -- 10 Werktagen vor. Fuer eine Wohnung mit 3 Raeumen (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer) rechnen Sie mit ca. 600 -- 1.500 EUR. Einfachere Screening-Tests zum Selbermachen gibt es ab ca. 80 -- 150 EUR (Passivsammler, den Sie einschicken). Diese sind aber weniger praezise und erfassen nicht alle Stoffe. Die Messung sollte bei geschlossenen Fenstern (8 Stunden vorab) und normaler Raumtemperatur erfolgen. Tipp: Manche Handwerker und Bautraeger bieten die Raumluftmessung als Qualitaetsgarantie an.
Wie lange gasen neue Baustoffe aus?
+
Die Ausgasungsdauer haengt stark vom Material ab. Farben und Lacke gasen am staerksten in den ersten 3 -- 7 Tagen aus und erreichen nach 4 Wochen meist unbedenkliche Werte. Klebstoffe und Spachtelmassen brauchen 2 -- 8 Wochen. Bodenbelaege (insbesondere PVC und Laminat) koennen 3 -- 6 Monate oder laenger ausgasen. Holzwerkstoffe (Spanplatten, MDF) mit Formaldehyd gasen teilweise ueber Jahre hinweg aus -- hier hilft nur der Austausch. Faustregel: Nach einer Komplettsanierung mit zertifizierten Materialien (EC1PLUS, Blauer Engel) sind die TVOC-Werte nach 4 -- 6 Wochen in der Regel unter dem UBA-Richtwert. Intensive Lueftung in den ersten 2 Wochen nach der Sanierung ist entscheidend.
Brauche ich nach der Sanierung eine Lueftungsanlage?
+
Nicht immer, aber in vielen Faellen ist es sinnvoll. Pflicht wird ein Lueftungskonzept nach DIN 1946-6, wenn Sie Fenster austauschen oder mehr als ein Drittel der Dachflaeche daemmen. Das bedeutet nicht automatisch eine Lueftungsanlage -- es kann auch eine nutzerunabhaengige Lueftung ueber Fensterfalzluefter ausreichen. Empfehlenswert ist eine dezentrale KWL mit Waermerueckgewinnung (ab ca. 500 EUR/Geraet plus Einbau). Sie sorgt fuer automatischen Luftaustausch, filtert Pollen und Feinstaub und spart durch die WRG bis zu 30 % Heizenergie. Besonders fuer Allergiker, in Schlafzimmern und bei energetisch hochwertig sanierten Gebaeuden ist eine KWL eine lohnende Investition in die Wohngesundheit.
Ist Daemmung mit Styropor (EPS) gesundheitsschaedlich?
+
EPS (expandiertes Polystyrol, "Styropor") selbst gast im Normalzustand nur minimal aus. Problematisch sind jedoch die enthaltenen Flammschutzmittel (HBCD, inzwischen durch polymere Alternativen ersetzt) und die Styrolreste aus der Herstellung. Im Brandfall entwickelt EPS hochgiftige Gase. Fuer die Innendaemmung empfehlen wir grundsaetzlich natuerliche Alternativen wie Holzfaserplatten, Zellulose oder Hanf -- sie sind diffusionsoffen, regulieren die Feuchtigkeit und sind frei von synthetischen Zusatzstoffen. Bei der Aussendaemmung (WDVS) ist EPS weit verbreitet und unter dem Putz von der Raumluft getrennt -- hier ist die Gesundheitsgefahr gering. Wer konsequent wohngesund daemmen will, greift auch aussen zu Holzfaser-WDVS (z. B. Steico, Gutex).
Lohnt sich eine Schadstoffpruefung vor dem Hauskauf?
+
Ja, unbedingt -- besonders bei Gebaeuden, die vor 1995 errichtet oder zuletzt renoviert wurden. Eine Schadstoffpruefung vor dem Kauf kann boese Ueberraschungen verhindern: Asbest in Fassadenplatten oder Spachtelmassen, PAK in altem Parkettkleber, PCB in Fugenmassen oder Formaldehyd aus Spanplatten koennen die Sanierungskosten um 10.000 -- 50.000 EUR erhoehen. Eine orientierende Begehung durch einen Baubiologen kostet ca. 300 -- 600 EUR, eine umfassende Schadstoffanalyse mit Materialproben ca. 800 -- 2.000 EUR. Diese Investition kann sich vielfach auszahlen -- sowohl finanziell als auch gesundheitlich. Tipp: Klauseln zum Schadstoffrisiko im Kaufvertrag vereinbaren und die Pruefung als Verhandlungsargument nutzen.

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