Wie nachhaltig sind Daemmstoffe, Mauerwerk und Beton wirklich? LCA-Kennwerte, Baustoff-Vergleiche und was QNG-Siegel sowie GEG fuer Ihre Sanierung bedeuten.
Life Cycle Assessment -- die wissenschaftliche Methode zur Bewertung von Umweltwirkungen ueber den gesamten Lebenszyklus eines Baustoffs.
Eine Oekobilanz (englisch: Life Cycle Assessment, LCA) erfasst saemtliche Umweltwirkungen eines Baustoffs -- von der Rohstoffgewinnung ueber Herstellung und Transport bis hin zum Rueckbau und der Entsorgung. Sie ist nach DIN EN 15978 und DIN EN 15804 standardisiert und bildet die Basis fuer nachhaltiges Bauen in Deutschland.
Fuer die Bewertung werden sogenannte Umweltproduktdeklarationen (EPD) herangezogen. Diese enthalten herstellerspezifische Daten zu Treibhauspotenzial, Primaerenergiebedarf und weiteren Wirkungskategorien. Die Datenbank OEKOBAUDAT des Bundesbauministeriums stellt generische und spezifische EPD-Datensaetze kostenlos zur Verfuegung.
Fuer die energetische Sanierung bedeutet das: Ein Daemmstoff, der im Betrieb viel Heizenergie spart, kann in der Herstellung einen hohen CO2-Fussabdruck haben. Erst die Gesamtbilanz ueber den Lebenszyklus zeigt, ob sich eine Massnahme oekologisch rechnet -- und das tut sie in der Regel bereits nach wenigen Jahren.
Diese drei Werte finden Sie in jeder EPD und jedem QNG-Nachweis. Sie beschreiben den oekologischen Fussabdruck eines Baustoffs.
Global Warming Potential: Wie viel CO2-Aequivalente ein Baustoff verursacht. Der zentrale Wert fuer den Klimaschutz -- je niedriger, desto besser.
kg CO2-eq. Bezogen auf 1 m2 Bauteil oder 1 kg MaterialPrimaerenergie nicht erneuerbar total: Die gesamte fossile Energie, die fuer Herstellung, Transport und Entsorgung benoetigt wird. Auch als "Graue Energie" bekannt.
MJ / kWh Gesamter nicht erneuerbarer EnergiebedarfAcidification Potential: Misst den Beitrag zur Bodenversauerung und zu saurem Regen, verursacht durch SO2- und NOx-Emissionen waehrend der Produktion.
kg SO2-eq. Beitrag zu saurem Regen und BodenversauerungSechs Daemmstoffe im oekologischen Direktvergleich -- bezogen auf die gleiche Daemmwirkung (1 m2, U-Wert 0,24 W/m2K).
* Negative GWP-Werte = im Holz gebundenes CO2 uebersteigt die Herstellungsemissionen (biogener Kohlenstoff nach EN 16449)
Treibhauspotenzial (GWP) gaengiger Daemmstoffe bei gleicher Daemmwirkung (U-Wert 0,24 W/m2K) -- inkl. biogener CO2-Gutschriften.
Datenquelle: OEKOBAUDAT 2024, EPD-Daten. Negative Werte = CO2-Senke durch biogene Speicherung
Auch bei tragenden Bauteilen gibt es enorme Unterschiede im CO2-Fussabdruck -- Beton ist dabei der groesste Emittent.
* Negative Werte: Im Holz gespeicherter biogener Kohlenstoff uebersteigt Herstellungsemissionen (Modul A1-A3). Bei Verbrennung am Lebensende wird CO2 wieder freigesetzt (Modul C3/C4).
Die Oekobilanz unterteilt den Lebenszyklus in vier Phasen (Module A bis D). Erst die Gesamtbetrachtung ergibt ein vollstaendiges Bild.
Rohstoffgewinnung, Transport zur Fabrik, Produktion. Hier entsteht der groesste Teil der Grauen Energie. Bei Beton: 70 -- 80 % des gesamten CO2.
Lieferung zur Baustelle und Einbau. Typisch 5 -- 15 % der Gesamtbilanz. Kurze Transportwege und regionale Baustoffe reduzieren diesen Anteil.
Instandhaltung, Reparatur und Energieverbrauch waehrend der Nutzung. Daemmung spart hier ein Vielfaches ihrer Herstellungsenergie ein.
Abriss, Entsorgung und Verwertung. Modul D rechnet Vorteile durch Recycling an (z. B. Stahlverwertung, Holz-Kaskade, Beton-Aufbereitung).
Nachhaltigkeit wird zunehmend vom Gesetzgeber gefordert -- und gefoerdert. QNG und GEG setzen den Rahmen fuer oekologisches Bauen.
Berechnen Sie den CO2-Fussabdruck und die Materialkosten fuer Ihre Daemmung -- inklusive geschaetzter CO2-Kompensationskosten.
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Graue Energie, CO2-Fussabdruck und nachhaltiges Bauen.
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