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Gesundheitsschutz

Radon in Gebaeuden:
Messung, Grenzwerte & Schutz

Radon ist die zweithaeufigste Ursache fuer Lungenkrebs -- und dringt unsichtbar aus dem Boden in Gebaeude ein. Hier erfahren Sie alles ueber Messung, gesetzliche Grenzwerte und wirksame Schutzmassnahmen.

12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist Radon?

Ein natuerliches radioaktives Edelgas, das ueberall im Boden vorkommt -- unsichtbar, geruchlos und potenziell gefaehrlich.

Radon (Rn-222) ist ein natuerlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das bei der Zerfallsreihe von Uran-238 im Erdreich entsteht. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und daher mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar. Da Uran in nahezu allen Boeden und Gesteinen vorkommt, wird Radon praktisch ueberall gebildet -- allerdings in regional sehr unterschiedlichen Konzentrationen.

Im Freien verduennt sich Radon schnell und ist unbedenklich. Problematisch wird es in geschlossenen Raeumen: Radon dringt aus dem Erdreich ueber Risse, Fugen und undichte Stellen in der Bodenplatte oder im Kellermauerwerk in Gebaeude ein. Dort kann es sich anreichern und ueber die Zeit hohe Konzentrationen erreichen. Die Einheit fuer die Radon-Aktivitaetskonzentration ist Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3).

Die Radonkonzentration im Freien betraegt typischerweise 5 -- 15 Bq/m3. In Gebaeuden kann sie dagegen auf 100 bis ueber 10.000 Bq/m3 ansteigen -- abhaengig von Bauweise, Untergrund und Lueftungsverhalten.

Erdreich (Uran-238 Zerfall → Radon-222) Konzentration abhaengig von Geologie: Granit, Gneis, Schiefer = hoch | Sand, Lehm = niedrig Rn Rn Rn Rn Rn Keller / Erdberuehrte Raeume Erdgeschoss / Wohnraeume Radon-Anreicherung bei schlechter Lueftung Dach Bodenplatte / Kellersohle Risse Bauteil- fugen Rohr- durchfuehrung Poroeses Mauerwerk Aufstieg durch Treppenhaus, Schaechte, Risse in Decke Lueftung = Abfuhr Unterdruck im Gebaeude saugt Radon an
Risse in Bodenplatte
Bauteilfugen (Wand/Boden)
Rohrdurchfuehrungen
Poroeses Mauerwerk / Lueftung

Gesundheitsrisiko durch Radon

Radon ist nach Rauchen die zweithaeufigste Ursache fuer Lungenkrebs -- laut WHO und Bundesamt fuer Strahlenschutz.

Wenn Radon eingeatmet wird, zerfaellt es in der Lunge in kurzlebige radioaktive Folgeprodukte (Polonium-218, Blei-214, Bismut-214, Polonium-214). Diese lagern sich im Lungengewebe ab und bestrahlen es mit Alpha-Strahlung -- der energiereichsten Form ionisierender Strahlung. Ueber Jahre kann diese Bestrahlung zu Lungenkrebs fuehren.

In Deutschland sterben laut Bundesamt fuer Strahlenschutz (BfS) jaehrlich etwa 1.900 Menschen an radonbedingtem Lungenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Referenzwert von 100 Bq/m3. Ab dieser Konzentration steigt das Lungenkrebsrisiko statistisch messbar an. Das Risiko steigt linear mit der Konzentration -- es gibt keine unbedenkliche Schwelle.

WHO-Empfehlung

Internationaler Referenzwert der Weltgesundheitsorganisation

100 Bq/m3 Obergrenze fuer Wohnraeume (Empfehlung)

EU-Richtlinie

Europaeische Vorgabe gemaess Richtlinie 2013/59/Euratom

300 Bq/m3 Nationaler Referenzwert (Obergrenze)

Deutschland (StrlSchG)

Gesetzlicher Referenzwert seit 2018 (Strahlenschutzgesetz)

300 Bq/m3 Jahresmittel Aufenthaltsraeume & Arbeitsplaetze

Radon-Belastung nach Regionen

Durchschnittliche Radon-Konzentration in Innenraeumen (Bq/m3) nach Bundeslaendern -- Quelle: BfS Radon-Handbuch

Achtung: Radon und Rauchen verstaerken sich gegenseitig. Raucher haben ein 25-fach hoeheres Lungenkrebsrisiko bei erhoehter Radonbelastung als Nichtraucher. Radon ist aber auch fuer Nichtraucher die haeufigste Ursache fuer Lungenkrebs nach dem Rauchen.

Radon-Vorsorgegebiete & Strahlenschutzgesetz

Seit 2020 gelten in Deutschland verbindliche Vorschriften zum Schutz vor Radon -- mit besonderen Pflichten in Vorsorgegebieten.

Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), in Kraft seit 31.12.2018, legt fuer Deutschland einen Referenzwert von 300 Bq/m3 im Jahresmittel fuer die Radon-Aktivitaetskonzentration in Aufenthaltsraeumen und an Arbeitsplaetzen fest. Die Bundeslaender haben bis Ende 2020 sogenannte Radon-Vorsorgegebiete ausgewiesen -- Regionen, in denen auf mindestens 75 % der Flaeche der Referenzwert ueberschritten werden koennte.

In Vorsorgegebieten gelten zusaetzliche Pflichten: An Arbeitsplaetzen im Erd- und Kellergeschoss muss innerhalb von 18 Monaten eine Radon-Messung durchgefuehrt werden. Bei Neubauten sind bautechnische Radon-Schutzmassnahmen vorgeschrieben. Fuer Wohngebaeude gibt es keine Messpflicht, aber eine dringende Empfehlung.

Pflichten in Vorsorgegebieten

  • Arbeitsplaetze: Radon-Messung Pflicht (Keller- und Erdgeschoss) innerhalb 18 Monate
  • Neubauten: Bautechnische Radon-Schutzmassnahmen vorgeschrieben (z.B. radondichte Bodenplatte)
  • Ueberschreitung > 300 Bq/m3: Arbeitgeber muss Massnahmen ergreifen und Messung wiederholen
  • Weiterhin > 300 Bq/m3: Meldung bei der zustaendigen Behoerde, Dosisabschaetzung, ggf. Berufslebensdosis-Ueberwachung
  • Dokumentation: Messergebnisse muessen 5 Jahre aufbewahrt werden

Betroffene Bundeslaender (Auswahl)

  • Sachsen: Grossflaechig betroffen (Erzgebirge, Vogtland) -- hoechste Radonwerte in Deutschland
  • Thueringen: Suedosten, Thueringer Schiefergebirge
  • Bayern: Bayerischer Wald, Oberpfalz, Fichtelgebirge
  • Baden-Wuerttemberg: Schwarzwald, Schwaedbische Alb (Teile)
  • Sachsen-Anhalt: Harzregion
  • Berlin & Brandenburg: Kein Vorsorgegebiet -- aber dennoch erhoehte Werte in einzelnen Gebaeuden moeglich
Berlin ist kein Vorsorgegebiet -- die Radonbelastung ist im Durchschnitt niedrig (ca. 40 -- 60 Bq/m3). Dennoch koennen in Einzelfaellen auch in Berlin erhoehte Werte auftreten, z.B. bei ungenuegend abgedichteten Kellern auf durchlaessigem Baugrund. Eine freiwillige Messung ist daher auch hier sinnvoll.

Radon richtig messen

Nur eine fachgerechte Messung zeigt die tatsaechliche Radon-Belastung -- Kurzzeitmessungen reichen nicht aus.

Die Radonkonzentration in Gebaeuden schwankt stark -- abhaengig von Tageszeit, Wetterlage, Heizverhalten und Lueftung. Eine zuverlaessige Aussage ist daher nur ueber eine Langzeitmessung ueber mindestens 12 Monate moeglich, die saisonale Schwankungen erfasst. Die Messgeraete (Exposimeter) sind einfach in der Handhabung und kostenguenstig.

Messmethode Dauer Kosten Genauigkeit Einsatz
Exposimeter (passiv) 3 -- 12 Monate 30 -- 50 EUR / Stueck Hoch (bei 12 Monaten) Standardmessung, Langzeit, amtlich anerkannt
Kernspurdetektor 6 -- 12 Monate 25 -- 40 EUR / Stueck Hoch Passive Langzeitmessung, anerkannt gemaess StrlSchG
Elektret-Detektor 1 -- 12 Monate 40 -- 60 EUR / Stueck Mittel bis hoch Flexible Messdauer, wiederverwendbar
Elektronisches Messgeraet Ab 48 Stunden 100 -- 400 EUR (Kauf) Mittel (Kurzzeitwert) Schnelle Orientierung, Echtzeitanzeige, nicht amtlich
Radon-Schnelltest 2 -- 7 Tage 30 -- 50 EUR Niedrig (Momentaufnahme) Grobe Ersteinschaetzung, nicht fuer Bewertung geeignet

So fuehren Sie eine Radon-Messung durch

1

Exposimeter bestellen

Bestellen Sie 2 -- 3 Exposimeter bei einer anerkannten Messstelle (z.B. BfS-gelistet, Radon Analytics, Kernfysisch Versneller Instituut). Pro Messort (Raum) ein Geraet. Kosten: ca. 30 -- 50 EUR pro Stueck inkl. Auswertung.

2

Geraete aufstellen

Platzieren Sie die Exposimeter in Wohnraeumen im Erd- und Kellergeschoss -- idealerweise im Schlafzimmer, Wohnzimmer und Keller. Aufstellhoehe: ca. 1 -- 1,5 m. Nicht direkt an Fenster, Heizung oder in Zugluft. Mindestabstand zur Wand: 25 cm.

3

12 Monate messen lassen

Lassen Sie die Geraete mindestens 12 Monate ungestoert liegen, um saisonale Schwankungen abzubilden. In der Heizperiode sind die Werte typischerweise hoeher (Kamineffekt, geschlossene Fenster). Im Sommer meist niedriger.

4

Auswertung erhalten

Senden Sie die Geraete an die Messstelle zurueck. Die Auswertung erhalten Sie nach ca. 2 -- 4 Wochen. Sie bekommen den Jahresmittelwert in Bq/m3 -- vergleichen Sie diesen mit dem Referenzwert von 300 Bq/m3.

Tipp: Starten Sie die Messung idealerweise im Herbst oder Winter (Oktober -- Dezember). Dann liegt die erste Heizperiode mit erhoehten Werten innerhalb des Messzeitraums und Sie haben nach 12 Monaten ein vollstaendiges Bild.

Radon-Schutzmassnahmen beim Neubau

Wer vorsorglich baut, kann Radon effektiv draussen halten -- durch radondichte Bodenplatte, Abdichtung und Lueftungskonzept.

Radondichte Bodenplatte

Primaere Barriere gegen Radon-Eindringen
Wichtigste Massnahme
PrinzipGasdichte Betonplatte
MaterialWU-Beton + Abdichtung
WirksamkeitSehr hoch (bis 95 %)
Mehrkosten2.000 -- 5.000 EUR
NormbezugDIN 18533 (Abdichtung)
VorteileDauerhaft, wartungsfrei

Radon-Sperrschicht

Folie oder Bitumenbahn als zusaetzliche Barriere
PrinzipGasdichte Membran
MaterialPE-Folie / Bitumenbahn
WirksamkeitHoch (80 -- 90 %)
Mehrkosten1.500 -- 3.000 EUR
NormbezugDIN 18533, DIN 4108-3
VorteileEinfache Verlegung

Radonsumpf / Drainage

Aktive Absaugung unter der Bodenplatte
PrinzipUnterdruck-Absaugung
MaterialKiesschicht + Luefter
WirksamkeitSehr hoch (bis 99 %)
Mehrkosten3.000 -- 8.000 EUR
Betriebskosten50 -- 100 EUR/Jahr (Strom)
VorteileHoechste Wirksamkeit

Lueftungskonzept

  • Kontrollierte Wohnraumlueftung (KWL) mit Waermerueckgewinnung reduziert Radon effektiv
  • Leichter Ueberdruck im Gebaeude verhindert das Nachsaugen von Bodenluft
  • Zuluftventile bevorzugt im Erdgeschoss platzieren
  • Regelmaessiges Stosslueften im Keller (3 -- 4 Mal taeglich, 5 -- 10 Min.) als einfachste Massnahme
  • Kellertuer zum Wohnbereich dicht halten (Zugluftstopper)

Abdichtung von Durchfuehrungen

  • Rohrdurchfuehrungen (Wasser, Abwasser, Strom) gasdicht verschliessen
  • Spezielle Radon-Manschetten fuer Leitungsdurchfuehrungen verwenden
  • Fugen zwischen Bodenplatte und aufgehendem Mauerwerk abdichten
  • Kellerfenster-Schaechte mit gasdichten Abdeckungen versehen
  • Revisionsschacht-Deckel im Keller pruefen und ggf. abdichten

Sanierung bei erhoehten Radon-Werten

Auch in Bestandsgebaeuden laesst sich die Radon-Belastung deutlich senken -- von einfachen Massnahmen bis zur professionellen Sanierung.

Wenn die Messung Werte ueber 300 Bq/m3 ergibt (oder Sie auch bei niedrigeren Werten das Risiko minimieren moechten), stehen verschiedene Sanierungsmassnahmen zur Verfuegung. Die Wahl der richtigen Massnahme haengt von der Hoehe der Radonkonzentration, der Bauweise des Gebaeudes und dem Budget ab.

1

Sofortmassnahme: Lueftungsverhalten aendern

Einfachste und kostenlose Massnahme: Regelmaessiges Querstosslueften im Keller und Erdgeschoss (3 -- 5 Mal taeglich, je 5 -- 10 Minuten). Kellertuer zum Wohnbereich geschlossen halten. Kann die Radonkonzentration um 30 -- 50 % senken. Allerdings nicht nachhaltig in der Heizperiode (Energieverlust).

2

Abdichtung von Rissen und Fugen

Risse in der Bodenplatte und im Kellermauerwerk mit Spezialharzen (PU-Harz, Epoxidharz) verpressen. Fugen zwischen Bodenplatte und Wand mit dauerelastischer Dichtmasse verschliessen. Rohrdurchfuehrungen mit Radon-Manschetten nachdichten. Kosten: 500 -- 3.000 EUR. Wirksamkeit: 50 -- 80 % Reduktion.

3

Radonbrunnen (Sub-Slab-Depressurization)

Effektivste Massnahme: Ein Radonbrunnen wird durch die Bodenplatte gebohrt und erzeugt mittels Ventilator einen Unterdruck unter dem Gebaeude. Radonhaltige Bodenluft wird abgesaugt und ueber ein Rohr ueber Dach abgeleitet. Wirksamkeit: 80 -- 99 %. Kosten: 2.000 -- 6.000 EUR inkl. Einbau. Betriebskosten: ca. 50 -- 120 EUR/Jahr (Strom).

4

Lueftungsanlage mit Ueberdruck

Eine kontrollierte Wohnraumlueftung (KWL) mit leichtem Ueberdruck im Gebaeude verhindert das Nachstroemen radonhaltiger Bodenluft. Besonders sinnvoll in Kombination mit einer energetischen Sanierung. Kosten: 5.000 -- 12.000 EUR (dezentral) bzw. 8.000 -- 18.000 EUR (zentral). Nebeneffekt: verbesserte Luftqualitaet und Energieeffizienz.

5

Komplette Kellerabdichtung

Bei sehr hohen Werten oder stark geschaedigter Bausubstanz: Vollstaendige Abdichtung der Kellersohle und -waende von innen oder aussen. Innenabdichtung mit Dichtungsschlaemme und Radon-Membran: 5.000 -- 15.000 EUR. Aussenabdichtung mit Freilegung: 15.000 -- 40.000 EUR. Oft nur sinnvoll in Kombination mit Feuchtigkeitssanierung.

Kosten und Wirksamkeit der Sanierungsmassnahmen

Vergleich der gaengigsten Radon-Sanierungsoptionen -- Investition, laufende Kosten und erwartbare Reduktion

Wichtig: Nach jeder Sanierungsmassnahme sollte eine Kontrollmessung (mindestens 3 Monate, besser 12 Monate) durchgefuehrt werden, um den Erfolg zu verifizieren. Erst dann koennen Sie sicher sein, dass der Referenzwert dauerhaft unterschritten wird.

FAQ zu Radon in Gebaeuden

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Radon, Messung, Grenzwerte und Sanierung.

Ist Radon in Berlin ein Problem?
+
Berlin ist kein Radon-Vorsorgegebiet -- die durchschnittliche Radonkonzentration in Innenraeumen liegt bei ca. 40 -- 60 Bq/m3, also deutlich unter dem Referenzwert von 300 Bq/m3. Dennoch koennen in Einzelfaellen erhoehte Werte auftreten, insbesondere bei Altbauten mit undichten Kellern auf durchlaessigem Sandboden, bei Gebaeuden ohne durchgehende Bodenplatte oder bei mangelhaft abgedichteten Rohrdurchfuehrungen. Eine freiwillige Langzeitmessung (ca. 30 -- 50 EUR) schafft Klarheit und ist besonders im Keller und Erdgeschoss empfehlenswert.
Wie kann ich Radon in meiner Wohnung messen?
+
Am zuverlaessigsten ist eine Langzeitmessung mit Exposimetern ueber 12 Monate. Sie bestellen die kleinen Messgeraete (ca. 30 -- 50 EUR pro Stueck) bei einer anerkannten Messstelle, stellen sie in den relevanten Raeumen auf (Keller, Erdgeschoss, Schlafzimmer) und senden sie nach 12 Monaten zurueck. Die Auswertung erhalten Sie per Post oder E-Mail. Fuer eine schnelle Orientierung koennen Sie auch ein elektronisches Messgeraet verwenden (z.B. Airthings, RadonEye, ab ca. 100 EUR), das Echtzeitwerte anzeigt -- diese sind aber nicht amtlich anerkannt und nur als Anhaltspunkt geeignet.
Welcher Radon-Grenzwert gilt fuer Wohnungen in Deutschland?
+
Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) legt einen Referenzwert von 300 Bq/m3 als Jahresmittelwert fuer Aufenthaltsraeume und Arbeitsplaetze fest. Wichtig: Es handelt sich nicht um einen verbindlichen Grenzwert im engeren Sinne, sondern um einen Referenzwert, bei dessen Ueberschreitung Massnahmen empfohlen werden. Die WHO empfiehlt sogar einen niedrigeren Wert von 100 Bq/m3. Fuer Privatwohnungen gibt es in Deutschland keine Messpflicht -- die Verantwortung liegt beim Eigentuemer. Fuer Arbeitsplaetze in Vorsorgegebieten besteht hingegen eine gesetzliche Messpflicht.
Was kostet eine Radon-Sanierung?
+
Die Kosten haengen stark von der Massnahme ab. Einfache Abdichtung von Rissen und Fugen: 500 -- 3.000 EUR. Radonbrunnen (effektivste Einzelmassnahme): 2.000 -- 6.000 EUR plus ca. 50 -- 120 EUR/Jahr Betriebskosten. Lueftungsanlage: 5.000 -- 18.000 EUR. Komplette Kellerabdichtung: 5.000 -- 40.000 EUR. In vielen Faellen reicht eine Kombination aus Abdichtung und Radonbrunnen fuer 3.000 -- 8.000 EUR, um die Radonkonzentration dauerhaft unter 100 Bq/m3 zu senken. Tipp: Beginnen Sie mit den guenstigsten Massnahmen und messen Sie danach erneut.
Kann Radon durch die Wand eindringen?
+
Ja, das ist moeglich -- insbesondere bei poroesem Mauerwerk (z.B. Naturstein, Ziegel ohne Putz, Bruchsteinmauerwerk). Allerdings ist der Haupteindringweg in den meisten Gebaeuden die Bodenplatte und deren Anschluesse: Risse in der Platte, Fugen zwischen Platte und Wand, undichte Rohrdurchfuehrungen und Revisionsschaechte. Durch intaktes, verputztes Mauerwerk dringt nur wenig Radon ein. Bei Kellerraeumen mit erdberuehrten Waenden ohne Aussensperrschicht kann der Weg durch die Wand jedoch relevant sein.
Wie schnell sinkt die Radon-Konzentration nach dem Lueften?
+
Radon hat eine Halbwertszeit von 3,8 Tagen -- aber durch Lueften sinkt die Konzentration viel schneller, weil die radonhaltige Luft direkt ausgetauscht wird. Bei Querstosslueftung (gegenueberliegende Fenster offen) faellt die Konzentration innerhalb von 5 -- 10 Minuten um 50 -- 80 %. Bei Kipplueftung dauert es deutlich laenger (30 -- 60 Minuten fuer eine spuerbare Reduktion). Allerdings steigt die Konzentration nach Schliessen der Fenster schnell wieder an (je nach Gebaeude innerhalb von 2 -- 8 Stunden). Deshalb ist Lueften allein keine Dauerloesung -- es muss regelmaessig und konsequent erfolgen.
Muss ich beim Hausverkauf Radon-Werte offenlegen?
+
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, Radonmesswerte beim Hausverkauf offenzulegen. Allerdings: Wenn dem Verkaeufer bekannt ist, dass erhoehte Radonwerte vorliegen und er dies arglistig verschweigt, kann das einen Sachmangel im Sinne des BGB darstellen und Gewaehrleistungsansprueche ausloesen. In der Praxis werden Kaeufer zunehmend aufmerksamer. In Vorsorgegebieten ist es ratsam, eine Messung durchfuehren zu lassen und die Ergebnisse transparent zu kommunizieren. Niedrige Werte koennen sogar ein Verkaufsargument sein.
Gibt es Foerderung fuer Radon-Schutzmassnahmen?
+
Eine spezifische Bundesfoerderung ausschliesslich fuer Radon-Schutzmassnahmen gibt es derzeit nicht. Allerdings koennen Radon-Sanierungen haeufig im Rahmen anderer Foerderprogramme mitfinanziert werden: Die BEG-Foerderung (Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude) foerdert Lueftungsanlagen als Einzelmassnahme mit bis zu 15 -- 20 %. Kellerabdichtungen koennen im Rahmen einer Feuchtigkeitssanierung steuerlich absetzbar sein (20 % der Handwerkerkosten, max. 1.200 EUR/Jahr). In einigen Bundeslaendern (z.B. Sachsen, Thueringen) gibt es Landesfoerderprogramme fuer Radon-Schutzmassnahmen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer zustaendigen Landesbehoerde.

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