Aufbau, Technik, Materialien und Kosten: Alles über die langlebigste und wartungsärmste Fassadenlösung im Überblick.
Die VHF ist ein mehrschichtiges Fassadensystem, bei dem zwischen Dämmung und Bekleidung eine offene Luftschicht für permanente Hinterlüftung sorgt.
In der mindestens 20 mm breiten Hinterlüftungsebene zwischen Dämmung und Bekleidung entsteht ein natürlicher Kamineffekt: Erwärmte Luft steigt auf und führt Feuchtigkeit zuverlässig nach oben ab. Über Zu- und Abluftöffnungen am Fußpunkt und an der Traufe wird ein permanenter Luftwechsel sichergestellt. Dieses Prinzip verhindert Tauwasserbildung in der Konstruktion und trocknet eingedrungene Feuchte innerhalb kürzester Zeit aus.
Die Bekleidung fungiert als vorgehängter Regenschutz. Selbst wenn Schlagregen durch offene Fugen eindringt, wird die Feuchtigkeit im Kapillarspalt abgefangen und durch den Hinterlüftungsstrom sofort abgetrocknet. Die Dämmebene bleibt dadurch dauerhaft trocken und behält ihre volle Wärmedämmleistung — ein entscheidender Vorteil gegenüber WDVS, bei dem der Putz als alleinige Regenschutzschicht fungiert.
Die VHF bietet eine Lebensdauer von über 50 Jahren, ist nahezu wartungsfrei und vollständig rückbaubar. Einzelne beschädigte Fassadenplatten lassen sich punktuell austauschen, ohne das gesamte System zu beeinträchtigen. Durch die Trennung von Wärmedämmung und Witterungsschutz wird jede Schicht optimal beansprucht — Bauschäden durch Haarrisse wie beim WDVS sind ausgeschlossen.
Kein anderes Fassadensystem bietet eine vergleichbare Materialvielfalt: Von Faserzement über Naturstein und Keramik bis hin zu Metall, Glas und Holz ist nahezu jede Ästhetik realisierbar. Formate, Farben und Fugenbilder sind frei wählbar. Selbst Mischfassaden mit verschiedenen Materialien an einem Gebäude sind technisch problemlos umsetzbar.
Klicken Sie auf eine Schicht in der Grafik oder in der Liste, um Details zu Material, Funktion und Eigenschaften zu erhalten.
| Material | — |
| Dicke | — |
| Wärmeleitfähigkeit | — |
| Brandverhalten | — |
| Funktion | — |
Von Faserzement bis Glas — jedes Material bringt eigene Stärken in Ästhetik, Lebensdauer und Kosten mit.
Welches Fassadensystem passt besser? Hier finden Sie eine direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Kriterien.
| Kriterium | VHF | WDVS |
|---|---|---|
| Kosten (inkl. Montage) | 180 – 450 €/m² | 120 – 250 €/m² |
| Lebensdauer | 50 – 100+ Jahre | 25 – 40 Jahre |
| Wartungsaufwand | Gering (Sichtprüfung) | Hoch (Putzreparaturen, Algen) |
| Gestaltungsfreiheit | Sehr hoch (8+ Materialien) | Eingeschränkt (Putzstrukturen) |
| Brandschutz | A1/A2 (Mineralwolle + Bekleidung) | B1 (EPS) / A1 (MW-WDVS) |
| Feuchteschutz | Permanent hinterlüftet, kein Tauwasser | Putzschicht als alleiniger Schutz |
| Recyclingfähigkeit | Vollständig rückbaubar, sortenrein | Sondermüll (EPS-Verbund) |
| Reparatur | Einzelne Platten tauschbar | Großflächige Putzreparatur nötig |
| Algenbefall | Kein Risiko (hinterlüftet) | Häufig (feuchte Oberfläche) |
| Montagezeit | Länger (ca. 3–5 Wochen / 200 m²) | Kürzer (ca. 2–3 Wochen / 200 m²) |
Die VHF überzeugt in allen bauphysikalischen Disziplinen — von Feuchteschutz bis Brandverhalten nach DIN 18516.
Die offene Hinterlüftungsebene ermöglicht einen ständigen Feuchtetransport nach außen. Wasserdampf aus dem Gebäudeinneren diffundiert durch die Dämmebene und wird vom Luftstrom abtransportiert. Ein Dampfbremsfolien-Einbau ist bei der VHF in der Regel nicht erforderlich, da die Konstruktion diffusionsoffen aufgebaut ist. Der Luftspalt wirkt als kapillarbrechende Schicht und verhindert aufsteigende Feuchte in der Bekleidung.
Da die Hinterlüftungsebene die Bekleidung thermisch vom Dämmsystem entkoppelt, kann kein Tauwasser an der Innenseite der Bekleidung ausfallen. Selbst bei extremen Temperaturunterschieden bleibt die Dämmschicht trocken. Im Gegensatz zum WDVS, bei dem nächtliche Abstrahlung die Putzoberfläche unter den Taupunkt kühlen kann, ist dieser Effekt bei der VHF bauartbedingt ausgeschlossen.
Der mehrschalige Aufbau der VHF bietet hervorragenden Schallschutz. Die Masse der Bekleidung, der Luftspalt und die Dämmschicht wirken als Masse-Feder-Masse-System. Durch die Entkopplung der Bekleidungsschale vom Tragwerk über die Unterkonstruktion werden Körperschallbrücken minimiert. Bewertete Schalldämmmaße von Rw = 50–65 dB sind je nach Bekleidungsmaterial erreichbar.
Nach DIN 18516-1 gelten strenge Anforderungen an das Brandverhalten. Bei Gebäudeklassen 4 und 5 ist nichtbrennbare Mineralwolle (A1/A2) als Dämmstoff vorgeschrieben. Horizontale Brandsperren in der Hinterlüftungsebene (alle zwei Geschosse) verhindern einen Kamineffekt im Brandfall. Die Bekleidung selbst muss je nach Gebäudehöhe mindestens schwerentflammbar (B1), bei Hochhäusern nichtbrennbar (A1/A2) sein.
Berechnen Sie die ungefähren Gesamtkosten Ihrer VHF-Fassade inkl. Unterkonstruktion, Dämmung und Montage.
Die VHF ist als energetische Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig.
Als Einzelmaßnahme zur Fassadendämmung erhalten Sie einen Zuschuss von 15 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 € pro Wohneinheit). Voraussetzung: Der U-Wert der gedämmten Fassade muss mindestens 0,20 W/(m²·K) erreichen. Die VHF mit 140 mm Mineralwolle erfüllt diesen Wert problemlos. Ein Energieberater (dena-Energieeffizienz-Expertenliste) muss die Maßnahme begleiten. Antragstellung beim BAFA vor Baubeginn.
Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, erhöht sich der Zuschuss um weitere 5 % auf insgesamt 20 %. Der iSFP wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt und zeigt den optimalen Sanierungsfahrplan für Ihr Gebäude auf. Die VHF kann Teil einer Gesamtsanierung zum Effizienzhaus sein — dann sind KfW-Kredite mit Tilgungszuschuss bis 45 % möglich (EH 40).
Im Rahmen einer Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus (z. B. EH 70 oder EH 55) kann die VHF als Teil der Gebäudehülle mit einem zinsgünstigen KfW-Kredit (262) plus Tilgungszuschuss gefördert werden. Der Kredit beträgt bis zu 150.000 € pro Wohneinheit. Die VHF bietet durch die erreichbaren U-Werte von 0,15 – 0,18 W/(m²·K) ideale Voraussetzungen für Effizienzhaus-Standards.
Alternativ zur BAFA-Förderung können Eigentümer die VHF steuerlich geltend machen: 20 % der Kosten (max. 40.000 €) über drei Jahre verteilt nach §35c EStG absetzen. Diese Option ist besonders für Selbstnutzer interessant, die keine BAFA-Förderung in Anspruch nehmen. Beide Förderungen sind nicht kombinierbar — eine Vergleichsrechnung durch den Steuerberater ist empfehlenswert.
Kostenlose Besichtigung und Beratung — mit Festpreisgarantie.