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Sanitaerinstallation

Wasserleitungen erneuern:
Materialien, Kosten & Ablauf

Alte Bleirohre, korrodierte Stahlleitungen oder Kupfer mit Lochfrass -- wann ein Austausch zwingend noetig ist, welche Rohrmaterialien heute Standard sind und was die Sanierung kostet.

18 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Februar 2026
Von NEUWEST Sanitaer-Experten

Wann muessen Wasserleitungen erneuert werden?

Trinkwasserleitungen halten nicht ewig. Alter, Material und Wasserqualitaet bestimmen, wann eine Erneuerung faellig ist.

Die Lebensdauer von Trinkwasserleitungen haengt stark vom verwendeten Material ab. Bleileitungen, die bis in die 1970er Jahre verbaut wurden, stellen ein akutes Gesundheitsrisiko dar und muessen laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV) zwingend ausgetauscht werden. Verzinkte Stahlrohre, Standard in Altbauten der 1950er bis 1980er Jahre, korrodieren von innen und verursachen nach 30 -- 50 Jahren braunes Wasser, Druckverlust und Rohrbrueche.

Auch Kupferleitungen koennen bei unguenstiger Wasserchemie (pH-Wert unter 7,0, hoher Chloridgehalt) durch sogenannten Lochfrass vorzeitig versagen. Besonders in Berliner Altbauten -- viele davon aus der Gruenderzeit -- ist die Leitungserneuerung eine der haeufigsten Sanierungsmassnahmen. Im Schnitt werden bei einer Komplettsanierung alle Steigleitungen und Verteilungen gleichzeitig erneuert.

Die DIN 1988 (Technische Regeln fuer Trinkwasser-Installationen) und die DIN EN 806 definieren die anerkannten Regeln der Technik. Eine Installation, die diesen Normen nicht mehr entspricht -- etwa wegen Materialermuedung, unzulaessiger Werkstoffe oder fehlender Absperrarmaturen -- sollte fachgerecht saniert werden.

Warnzeichen fuer defekte Leitungen

  • Braunes oder truebes Wasser nach dem Aufdrehen -- Korrosion in verzinkten Stahlrohren, Rost im Leitungssystem
  • Druckverlust an mehreren Entnahmestellen gleichzeitig -- Ablagerungen verengen die Leitungsquerschnitte
  • Feuchte Waende oder Schimmelbildung -- undichte Verbindungen oder schleichende Rohrbrueche im Mauerwerk
  • Gruenliche Verfaerbungen an Armaturen und Waschbecken -- Kupferkorrosion durch Lochfrass
  • Haeufige Rohrbrueche -- Material ist insgesamt am Ende seiner Lebensdauer angelangt
  • Metallischer Geschmack des Wassers -- erhoehte Schwermetallbelastung im Trinkwasser

Wasserqualitaet & Grenzwerte (TrinkwV)

  • Blei: max. 10 Mikrogramm/Liter -- Grenzwert seit 01.12.2013, gilt an jeder Entnahmestelle
  • Kupfer: max. 2 mg/Liter -- wird bei saurem Wasser (pH < 7,0) haeufiger ueberschritten
  • Eisen: max. 0,2 mg/Liter -- braunes Wasser zeigt oft Werte deutlich ueber 1 mg/L
  • Nickel: max. 20 Mikrogramm/Liter -- stammt aus verchromten Armaturen und Loetnippeln
  • Legionellen: technischer Massnahmenwert 100 KBE/100 ml -- Stagnation foerdert Wachstum
  • Probenahme: Vermieter sind zur regelmaessigen Untersuchung verpflichtet (Legionellenpruefung alle 3 Jahre bei Grossanlagen)

Typische Lebensdauer nach Rohrmaterial

Durchschnittliche Nutzungsdauer in Jahren -- abhaengig von Wasserqualitaet, Verarbeitung und Einbaubedingungen

Rohrmaterialien im Vergleich

Vier gaengige Materialien fuer moderne Trinkwasserleitungen -- mit ihren Eigenschaften, Kosten und Einsatzbereichen.

Kupfer

Klassiker, langlebig, bewaehrt
Bewaehrter Standard
Materialkosten8 -- 15 EUR/m
Lebensdauer50 -- 80 Jahre
VerbindungLoeten / Pressen
TrinkwasserZugelassen (DIN 50930-6)
VorteileBakteriostatisch, recyclebar
NachteileLochfrass bei pH < 7
Dimensionen12 -- 54 mm AD
Ideal fuerSichtbare Installation, Altbau

Edelstahl

Premium, korrosionsfest, hygienisch
Materialkosten15 -- 30 EUR/m
Lebensdauer70 -- 100 Jahre
VerbindungPressen (kein Loeten)
TrinkwasserUneingeschraenkt (1.4401)
VorteileKein Lochfrass, hoechst hygienisch
NachteileHoher Materialpreis
Dimensionen15 -- 108 mm AD
Ideal fuerKrankenhaus, Gewerbe, MFH

PE-X (vernetztes PE)

Kunststoff, flexibel, guenstig
Preis-Leistung-Tipp
Materialkosten3 -- 8 EUR/m
Lebensdauer40 -- 50 Jahre
VerbindungSchiebehuelsenverbinder
TrinkwasserZugelassen (KTW/W270)
VorteileKeine Korrosion, leicht, leise
NachteileUV-empfindlich, nicht Aufputz
Dimensionen16 -- 63 mm AD
Ideal fuerVorwand, Fussboden, Sanierung

Mehrschichtverbund

PE-X + Aluminium + PE-X
Materialkosten5 -- 12 EUR/m
Lebensdauer40 -- 50 Jahre
VerbindungPressen / Stecken
TrinkwasserZugelassen (KTW/W270)
VorteileFormstabil, sauerstoffdicht
NachteileDelamination bei Fehlverarbeitung
Dimensionen16 -- 75 mm AD
Ideal fuerSanierung, Vorwand, Neubau

Bleileitungen: Erkennen, Bewerten, Austauschen

In Berliner Altbauten sind Bleileitungen noch immer anzutreffen -- ein ernstes Gesundheitsrisiko mit Austauschpflicht.

Bleirohre wurden in Deutschland bis ca. 1973 verbaut -- in Berlin und Norddeutschland aufgrund des weichen Wassers besonders haeufig. Das Berliner Trinkwasser hat einen pH-Wert von ca. 7,3 -- 7,5 und eine geringe Haerte (ca. 14 -- 18 Grad dH), was die Bildung einer schuetzenden Kalkschicht im Rohrinneren erschwert. Dadurch loest sich Blei kontinuierlich ins Trinkwasser -- besonders nach laengerer Standzeit in den Rohren.

Seit dem 1. Dezember 2013 gilt in der TrinkwV ein Grenzwert von 10 Mikrogramm Blei pro Liter. Dieser Wert kann mit Bleileitungen in der Praxis nicht zuverlaessig eingehalten werden -- insbesondere nach Stagnationsphasen (ueber Nacht, bei Abwesenheit, in selten genutzten Wohnungen). Bleikonzentrationen von 20 -- 100 Mikrogramm/Liter sind in Altbauten mit Bleileitungen keine Seltenheit.

Eigentuemer sind nach § 17 Abs. 1 TrinkwV verpflichtet, die Hausinstallation so instand zu halten, dass keine Grenzwertueberschreitungen auftreten. Auch die DIN 50930-6 schliesst Blei als Werkstoff fuer Trinkwasserinstallationen ausdruecklich aus. In der Praxis bedeutet das: Bleileitungen muessen ausgetauscht werden -- es gibt keine zugelassene Sanierungsmethode, die Bleirohre trinkwassertauglich macht.

So erkennen Sie Bleileitungen

  • Optik: Bleirohre sind grau-matt, weich und lassen sich mit dem Fingernagel einritzen. An Schnittstellen oder Kratzern sieht man silbrig-glaenzendes Metall.
  • Verbindungen: Typische dickwandige, bauchige Loetmuffen -- keine Gewinde oder Pressfittings. Die Verbindungsstellen sehen wie gegossen aus.
  • Klang: Beim Klopfen mit einem harten Gegenstand klingt Blei dumpf und weich, nicht metallisch-hell wie Kupfer oder Stahl.
  • Biegen: Bleirohre lassen sich mit der Hand leicht biegen -- Kupfer und Stahl sind deutlich steifer und federn zurueck.
  • Alter des Gebaeudes: Baujahr vor 1973 in Berlin, Hamburg, Bremen, Leipzig = hohe Wahrscheinlichkeit fuer Bleileitungen im Bestand.
  • Wasseranalyse: Stagnationsprobe (mindestens 4 Stunden Standzeit) beim Wasserversorger oder akkreditierten Labor -- Kosten ca. 25 -- 50 EUR pro Probe.

Rechtliche Pflichten und Normen

  • TrinkwV § 17: Eigentuemer muessen sicherstellen, dass die Trinkwasserinstallation den anerkannten Regeln der Technik entspricht.
  • DIN 50930-6: Blei ist fuer Trinkwasserinstallationen nicht mehr zugelassen -- auch nicht als Lotwerkstoff (nur bleifreies Lot nach DIN EN 29453).
  • DIN EN 806 / DIN 1988: Neuinstallationen muessen diesen Normen entsprechen. Blei ist ausdruecklich als Werkstoff ausgeschlossen.
  • Berliner Wasserbetriebe: Empfehlen dringend den vollstaendigen Austausch aller Bleileitungen und bieten kostenlose Erstberatung an.
  • Vermieter-Pflicht: Bleileitungen stellen einen Sachmangel dar. Urteile bestaetigen Mietminderungsansprueche von 5 -- 10 % bei nachgewiesener Belastung.
  • Besonderer Schutz: Schwangere, Saeuglinge und Kleinkinder sind besonders gefaehrdet -- Blei ist ein Nervengift, das die Gehirnentwicklung schaedigt.

Verlegemethoden und Verteilungssysteme

Von der Aufputzverlegung bis zur Vorwandinstallation, von der Reihenschaltung bis zur hygienischen Ringleitung.

Aufputz-Verlegung

Leitungen werden sichtbar auf der Wand montiert und mit Rohrschellen befestigt. Einfachste und guenstigste Methode, besonders bei nachtraeglicher Installation im Altbau-Keller oder Wirtschaftsraeumen.

ab 35 EUR/m Material + Montage, Kupfer, inkl. Schellen und Daemmung

Unterputz-Verlegung

Leitungen werden in gefraeste Schlitze im Mauerwerk eingelegt und anschliessend verputzt. Unsichtbare Installation, erfordert aber umfangreiche Stemm- und Verputzarbeiten.

ab 55 EUR/m Material + Montage + Stemmen + Verputz, ohne Fliesen

Vorwandinstallation

Metallstaenderwerk mit Gipskartonverkleidung vor der Wand. Leitungen, Anschluesse und Spuelkaesten verschwinden dahinter. Sauberste Loesung, ideal bei Badsanierung im Altbau.

ab 75 EUR/m Komplettsystem inkl. Staenderwerk, Daemmung, GK-Platten
Reihenleitung (T-Stueck) Ringleitung (Durchschleifen) WU T Kueche Spuele T Bad Waschtisch T Dusche WC Stagnationsgefahr in Stichleitungen Nachteile Reihenleitung: Stagnation in Stichleitungen, ungleichmaessiger Druck, Legionellenrisiko WU Kueche Spuele Bad Waschtisch Dusche WC Durchstroemung = keine Stagnation Vorteile Ringleitung: Keine Stagnation, gleichmaessiger Druck, hygienisch optimal (DIN 1988-200)
Reihenleitung (T-Stueck-Installation)
Ringleitung (Durchschleifprinzip)
Stagnationsgefahr

Kosten der Leitungserneuerung

Material- und Arbeitskosten pro Meter sowie Gesamtkosten fuer typische Sanierungsprojekte in Berliner Altbauten.

Leistung / Material Material pro m Arbeit pro m Gesamt pro m
Kupferrohr 15 -- 22 mm (Aufputz, geloetet oder gepresst) 8 -- 15 EUR 25 -- 40 EUR 35 -- 55 EUR
Edelstahlrohr 15 -- 22 mm (Aufputz, Presssystem) 15 -- 30 EUR 25 -- 40 EUR 40 -- 70 EUR
PE-X Rohr 16 -- 20 mm (Vorwand oder Estrich) 3 -- 8 EUR 20 -- 35 EUR 25 -- 45 EUR
Mehrschichtverbundrohr 16 -- 20 mm (Vorwand oder Estrich) 5 -- 12 EUR 20 -- 35 EUR 30 -- 50 EUR
Schlitz stemmen + verputzen (Zuschlag Unterputz) -- 15 -- 25 EUR +15 -- 25 EUR
Vorwandinstallation (Staenderwerk + Gipskarton) 20 -- 35 EUR 20 -- 35 EUR +40 -- 70 EUR
Demontage Altleitungen (Blei, verzinkter Stahl) -- 10 -- 20 EUR 10 -- 20 EUR
Rohrdaemmung (GEG-konform, 100 % Rohrdurchmesser) 3 -- 6 EUR 3 -- 5 EUR 6 -- 11 EUR
Absperrventil / Eckventil (pro Stueck, eingebaut) 15 -- 40 EUR 20 -- 35 EUR 35 -- 75 EUR
Druckprobe + Spuelung (pauschal pro Wohnung) -- -- 150 -- 350 EUR

Kueche (Spuele + Spuelmaschine)

800 -- 1.800 EUR Ca. 3 -- 5 m Leitungslaenge, 2 Kalt-/Warmanschluesse, Absperrventile. Aufputz-Verlegung. Ohne Armatur und Anschluss-Zubehoer.

Bad komplett (Dusche, WC, Waschtisch)

2.500 -- 5.500 EUR Ca. 8 -- 15 m Leitungen, 4 -- 6 Anschlusspunkte, Vorwand-Installation. Inkl. Druckprobe. Ohne Fliesen und Sanitaerobjekte.

Ganze Wohnung (60 -- 100 m2)

5.000 -- 12.000 EUR Kompletterneuerung aller Kalt- und Warmwasserleitungen, Steigleitung, Verteilung, Absperrarmaturen. Ohne Heizungsleitungen und Fliesen.

Kostenvergleich nach Material und Verlegemethode

Durchschnittliche Gesamtkosten pro laufenden Meter (Material + Arbeit + Nebenkosten) -- Berliner Marktpreise 2026

Ablauf einer Rohrsanierung

Von der Bestandsaufnahme bis zur Abnahme -- so laeuft die Erneuerung der Wasserleitungen in einem Berliner Altbau ab.

1

Bestandsaufnahme & Wasseranalyse

Ein Sanitaerfachbetrieb begutachtet die bestehenden Leitungen: Material, Alter, Zustand und Leitungsfuehrung werden dokumentiert. Bei Verdacht auf Blei oder erhoehte Schwermetallwerte wird eine Stagnationsprobe entnommen und im Labor analysiert. Der Installateur erstellt eine Bestandszeichnung mit allen Entnahmestellen, Absperrungen und Leitungslaengen.

Dauer: 1 -- 2 Stunden vor Ort
2

Planung & Angebotserstellung

Auf Basis der Bestandsaufnahme wird die neue Leitungsfuehrung geplant: Materialwahl (Kupfer, PE-X, Mehrschichtverbund), Verlegemethode (Aufputz, Unterputz, Vorwand) und Dimensionierung nach DIN 1988-300. Das Angebot umfasst Demontage, Material, Montage, Druckprobe, Spuelung und Wiederherstellungsarbeiten. Bei Mehrfamilienhaeusern wird ein Bauzeitenplan mit den Mietparteien abgestimmt.

Dauer: 3 -- 5 Werktage fuer Angebotserstellung
3

Wasserabstellung & Demontage

Die Hauptabsperrung wird geschlossen und die Altleitungen demontiert. Bei Bleileitungen erfolgt die fachgerechte Entsorgung als Sonderabfall. Unterputzleitungen werden freigestemmt, Durchbrueche fuer die neue Leitungsfuehrung erstellt. In Mehrfamilienhaeusern wird die Wasserabstellung mit allen Parteien koordiniert -- typisch sind 6 -- 8 Stunden ohne Wasser pro Steigleitungsstrang.

Dauer: 1 -- 2 Tage pro Steigleitung
4

Neuinstallation der Leitungen

Die neuen Trinkwasserleitungen werden nach DIN 1988 / DIN EN 806 verlegt. Kalt- und Warmwasserleitungen erhalten die vorgeschriebene Rohrdaemmung (GEG: mindestens 100 % des Rohrdurchmessers als Daemmstaerke). Absperrventile werden an jeder Wohnung und jeder Nasszelle eingebaut. Alle Leitungen werden mit Rohrschellen in korrekten Abstaenden befestigt (1,0 -- 1,5 m bei Kupfer, 0,5 -- 0,8 m bei Kunststoff).

Dauer: 2 -- 5 Tage pro Wohnung
5

Druckprobe & Dichtheitstest

Vor der Inbetriebnahme wird eine Druckprobe nach DIN EN 806-4 durchgefuehrt: Das Leitungssystem wird mit dem 1,5-fachen Betriebsdruck (mindestens 10 bar) fuer 30 Minuten beaufschlagt. Kein Druckabfall = das System ist dicht. Bei Kunststoffleitungen (PE-X, Mehrschicht) gelten spezielle Pruefverfahren mit laengerer Standzeit wegen der Materialelastizitaet. Die Druckprobe wird schriftlich protokolliert.

Dauer: ca. 2 -- 3 Stunden
6

Spuelung & Desinfektion

Neue Trinkwasserleitungen muessen nach VDI 6023 fachgerecht gespuelt werden, um Montagereste, Flussmittel und Keime zu entfernen. Bei groesseren Anlagen erfolgt eine thermische Desinfektion (70 Grad Celsius, mindestens 3 Minuten an jeder Entnahmestelle) oder eine chemische Desinfektion mit anschliessender Freimessung. Die Spuelung wird lueckenlos dokumentiert.

Dauer: 2 -- 4 Stunden
7

Wiederherstellung & Abnahme

Schlitze werden verschlossen und verputzt, Vorwandkonstruktionen beplankt und verspachtelt. Die gesamte Installation wird fotografisch dokumentiert und dem Eigentuemer eine Installationsbescheinigung uebergeben. Bei Trinkwasseranlagen in Mehrfamilienhaeusern wird nach 4 Wochen eine Erst-Probenahme (Legionellen, Schwermetalle) empfohlen. Alle Massnahmen werden im Bestandsplan nachgefuehrt.

Dauer: 1 -- 3 Tage (ohne Fliesenarbeiten)

FAQ zu Wasserleitungen erneuern

Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kunden rund um die Erneuerung von Trinkwasserleitungen.

Wie erkenne ich Bleileitungen in meiner Wohnung?
+
Bleileitungen haben eine grau-matte Oberflaeche und fuehlen sich weich an. Kratzen Sie mit einem Messer oder Fingernagel ueber die Oberflaeche -- darunter erscheint silbrig-glaenzendes Metall. Die Verbindungsstellen sind typisch bauchig und dickwandig (gegossene Loetstellen, keine Gewinde). Bleirohre klingen beim Klopfen dumpf, nicht metallisch-hell. Wenn Ihr Haus in Berlin vor 1973 gebaut wurde, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit fuer Bleileitungen. Eine sichere Auskunft gibt eine Wasseranalyse als Stagnationsprobe (ca. 25 -- 50 EUR beim akkreditierten Labor oder den Berliner Wasserbetrieben).
Was kostet die Erneuerung von Wasserleitungen pro Meter?
+
Die Kosten variieren je nach Material und Verlegemethode erheblich: Kupfer (Aufputz) kostet ca. 35 -- 55 EUR pro Meter, PE-X in Vorwandinstallation ca. 25 -- 45 EUR pro Meter, Mehrschichtverbundrohr ca. 30 -- 50 EUR pro Meter. Hinzu kommen Zuschlaege fuer Unterputz-Verlegung (Stemmen + Verputzen: +15 -- 25 EUR/m) oder Vorwandinstallation (+40 -- 70 EUR/m fuer Staenderwerk und Beplankung). Fuer eine komplette 80-m2-Wohnung in einem Berliner Altbau sollten Sie mit 5.000 -- 12.000 EUR rechnen -- inklusive Demontage, Neuinstallation und Druckprobe, aber ohne Fliesen und Sanitaerobjekte.
Welche Grenzwerte gelten laut Trinkwasserverordnung?
+
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) definiert strenge Grenzwerte fuer Stoffe, die aus der Hausinstallation ins Wasser gelangen: Blei: max. 10 Mikrogramm/Liter (seit 01.12.2013). Kupfer: max. 2 mg/Liter. Eisen: max. 0,2 mg/Liter. Nickel: max. 20 Mikrogramm/Liter. Legionellen: technischer Massnahmenwert 100 KBE/100 ml (in Grossanlagen mit zentraler Warmwasserbereitung). Die Probenahme erfolgt als Stagnationsprobe: Das Wasser muss mindestens 4 Stunden in der Leitung stehen, bevor die Probe entnommen wird -- so werden die realen Belastungswerte gemessen.
Muss der Vermieter die Wasserleitungen erneuern?
+
Ja, wenn die Trinkwasserqualitaet nicht den Anforderungen der TrinkwV entspricht. Der Vermieter ist nach BGB § 535 verpflichtet, die Mietsache in einem zum vertragsmaessigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Bleileitungen stellen einen Sachmangel dar, der zur Mietminderung berechtigt (Urteile: AG Koeln, AG Berlin -- 5 bis 10 % bei nachgewiesener Bleibelastung). Bei Grenzwertueberschreitungen kann das Gesundheitsamt eine Sanierungsanordnung erlassen. Die Kosten traegt der Eigentuemer -- sie koennen nicht als Modernisierungsumlage auf die Miete umgelegt werden, da es sich um Instandhaltung bzw. Instandsetzung handelt.
Kupfer oder Kunststoff -- welches Rohrmaterial ist besser?
+
Beide Materialien sind fuer Trinkwasser zugelassen und tausendfach bewaehrt. Kupfer ist der Klassiker: Lebensdauer 50 -- 80 Jahre, bakteriostatische Wirkung, vollstaendig recyclebar, auch fuer sichtbare Aufputz-Installation geeignet. Nachteil: Bei weichem, saurem Wasser (pH unter 7,0) kann Lochfrass auftreten -- in Berlin (pH 7,3 -- 7,5) kein Problem. PE-X und Mehrschichtverbundrohr sind korrosionsfrei, leichter zu verlegen und guenstiger im Material. Nachteil: UV-empfindlich (nur verdeckte Verlegung), kuerzere Lebensdauer (40 -- 50 Jahre). Fuer Vorwandinstallationen und schnelle Altbausanierungen ist Mehrschichtverbundrohr oft die pragmatischere Wahl -- fuer sichtbare Installationen bleibt Kupfer die erste Wahl.
Wie lange dauert die Erneuerung der Wasserleitungen?
+
Fuer eine einzelne Wohnung (2 -- 3 Zimmer) dauert die komplette Leitungserneuerung inklusive Demontage, Neuverlegung, Druckprobe und Verputz ca. 3 -- 7 Werktage. Ein einzelnes Bad ist in 2 -- 3 Tagen fertig (ohne Fliesen). Bei einem Mehrfamilienhaus mit Steigleitungserneuerung planen Sie pro Strang 1 -- 2 Tage. Die Wasserabstellung pro Steigleitung betraegt typischerweise 6 -- 8 Stunden. Hinzu kommen Vorlaufzeit fuer Planung und Materialbestellung (ca. 1 -- 2 Wochen) sowie die Wiederherstellung (Verputzen, Trocknen, Streichen: weitere 3 -- 5 Tage).
Gibt es Foerderung fuer die Erneuerung von Wasserleitungen?
+
Eine direkte Bundesfoerderung ausschliesslich fuer Trinkwasserleitungen gibt es derzeit nicht. Allerdings kann die Leitungserneuerung im Rahmen groesserer Massnahmen mitgefoerdert werden: Die KfW (Programm 159 -- Altersgerechtes Umbauen) foerdert barrierefreie Badsanierungen mit guenstigen Krediten bis 50.000 EUR. In Berlin bietet die IBB (Investitionsbank Berlin) Modernisierungsdarlehen fuer Bestandsgebaeude. Die Kosten fuer den Bleileitungsaustausch sind als Instandhaltungskosten steuerlich absetzbar (§ 35a EStG: 20 % der Handwerkerleistungen, max. 1.200 EUR pro Jahr Steuerersparnis). Sprechen Sie uns an -- wir pruefen Ihre individuellen Foerdermoeglichkeiten.
Was ist eine Druckprobe und warum ist sie Pflicht?
+
Die Druckprobe nach DIN EN 806-4 ist die normkonforme Dichtheitspruefung neu installierter Leitungen. Das gesamte Leitungssystem wird mit dem 1,5-fachen Betriebsdruck (in der Regel mindestens 10 bar, normaler Betriebsdruck liegt bei 3 -- 6 bar) beaufschlagt und 30 Minuten gehalten. Sinkt der Druck nicht ab, ist die Anlage dicht. Bei Kunststoffleitungen wird ein mehrstufiges Pruefverfahren (Vorabpruefung + Hauptpruefung) ueber ca. 2 Stunden angewandt, da sich Kunststoff unter Druck geringfuegig dehnt. Die Druckprobe wird schriftlich protokolliert und ist zwingende Voraussetzung fuer die Inbetriebnahme. Ohne dokumentierte Druckprobe ist die Installation nicht normkonform und im Schadensfall nicht versichert.

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