■ Rohbau & Tragwerk

Stürze & Überlager: Fertigsturz, Ziegelsturz & Stahlbetonsturz

Ein Sturz ist ein horizontales Bauteil, das Lasten über Wanddurchbrüchen — Fenster, Türen, Tore — aufnimmt und sicher in das flankierende Mauerwerk ableitet. Welcher Sturztyp für welche Öffnung passt, was DIN EN 845-2 fordert und was Einbau in Berlin 2026 kostet: der vollständige Fachratgeber.

14 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist ein Sturz? — Definition und Funktion

Ein Sturz (auch: Überlager) ist ein tragfähiges, horizontales Bauteil, das über einer Wanddurchbrechung — Fensteröffnung, Tür, Tor oder Durchbruch — eingebaut wird. Seine Aufgabe: die aus dem Mauerwerk und aus den Decken wirkenden vertikalen Lasten aufzunehmen und beidseitig als Auflagerkräfte in das flankierende Mauerwerk abzuleiten.

Ohne einen richtig dimensionierten Sturz würde das Mauerwerk oberhalb einer Öffnung nachgeben, reißen oder kollabieren. In tragenden Wänden ist der Sturz deshalb sicherheitsrelevantes Bauteil und unterliegt der Norm DIN EN 845-2 bzw. dem Eurocode 6 (EC 6).

In Berliner Altbauten — Gründerzeitbauten, Nachkriegsbauten, DDR-Plattenbau — findet man alle Sturztypen: gemauerte Ziegelsturzbögen, einbetonierte Stahlträger aus der Vorkriegszeit und moderne Betonfertigteile. Bei Umbau oder Durchbruch ist die Bestandssituation stets zu prüfen.

Die lichte Weite (die tatsächliche Öffnungsbreite) und die Auflast (Deckensystem, Geschössanzahl, Dach) bestimmen, welcher Sturztyp in welcher Abmessung nötig ist. Faustregel: Spannweiten über 3 m oder mehrere Geschösse über der Öffnung erfordern immer einen statischen Einzelnachweis.

Sturz auf einen Blick

≥ 10 cm
Mindest-Auflagerlänge je Seite nach DIN EN 845-2 (bis 1,5 m Spannweite)
3 Typen
Fertigsturz · Ziegelsturz · Stahlbetonsturz (Ortbeton)
bis 6 m
Spannweiten mit bewehrten Stürzen realisierbar
EC 6 / EC 2
Maßgebliche Eurocodes für Bemessung und Nachweis

Begriffe: Sturz, Überlager, Lintelsturz — was ist was?

📍
Sturz: Oberbegriff für alle horizontalen Tragbauteile über Wanddurchbrüchen — unabhängig vom Material.
📍
Überlager: Synonymer Begriff, in der Praxis häufig für vorgefertigte Betonelemente verwendet.
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Lichte Weite (lw): Die tatsächliche Öffnungsbreite — maßgebend für die Bemessung und die Sturzlänge (+ 2 × Auflagerlänge).
📍
Auflagerlänge (a): Der Teil des Sturzes, der auf dem Mauerwerk aufliegt. DIN EN 845-2 schreibt Mindestwerte vor; üblich sind 10–20 cm je Seite.
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Rollladensturz / L-Sturz: Fertigsturz mit integrierter Rollladentasche oder L-förmigem Querschnitt für Sicht- und Rolladenführung.
📍
U-Schale: Vorgefertigter, oben offener Schalungsstein (Beton oder Poroton), der mit Bewehrung und Ortbeton ausgefüllt wird — auch „Schalungsziegel“ genannt.

Sturztypen: Fertigsturz, Ziegelsturz & Stahlbetonsturz

Jeder Sturztyp hat spezifische Stärken, Einsatzbereiche und Kostenpunkte. Der richtige Typ entscheidet sich an Spannweite, Auflast und Wandsystem.

Fertigteil
01

Fertigsturz (Flachsturz)

Vorgefertigtes Stahlbetonelement mit rechteckigem Querschnitt. Standard für Fenster- und Türöffnungen bis ca. 2,5 m Spannweite. Breiten entsprechen den üblichen Wandstärken (11,5 / 17,5 / 24 / 30 / 36,5 cm), Höhen von 7,1 bis 24 cm. Einfach einzubauen, günstig, normgerecht nach DIN EN 845-2.

bis 2,5 m Spannweite
Fertigteil
02

L-Sturz (mit Rolladentasche)

L-förmiger Betonfertigsturz, der eine integrierte Tasche für den Rollladenkasten bietet und wärmedämmende Elemente aufnehmen kann. Spart separate Rollladenaufsatzkastenlösungen. Breiten 24–36,5 cm, Längen bis 3,5 m. In Mehrfamilienhaus-Neubauten Berlins heute der Standardsturz.

mit Rollladentasche
Mauerwerk
03

Ziegelsturz (Rollschicht / Bogen)

Traditionelle, gemauerte Lösung: Ziegel werden im Bogenschluss (Segmentbogen, Spitzbogen) oder als Rollschicht über einer Hilfskonstruktion vermauert. Nur für kleine Spannweiten < 1,2 m und geringe Auflasten (Innenwand ohne Decke darüber) geeignet. In Berliner Gründerzeitbauten häufig — bei Sanierung sorgfältig prüfen.

historisch / Sanierung
Ortbeton
04

U-Schale (Schalungsstein)

Oben offener, vorgefertigter Schalungsstein aus Beton oder Poroton, der auf der Baustelle mit Bewehrungsstäben und Ortbeton ausbetoniert wird. Eignet sich für Spannweiten bis ca. 5 m und große Wandstärken. Die Schalung verbleibt im Bauwerk („verlorene Schalung“). Statischer Nachweis nach EC 2 erforderlich.

bis 5 m
Ortbeton
05

Stahlbetonsturz (Ortbeton)

Individuell geschalten und betonierter Sturz mit Bewehrungsplan nach EC 2. Für große Spannweiten (> 4 m), besonders schwere Auflasten oder unreguläre Geometrien. Höchste Tragfähigkeit und größte gestalterische Freiheit, aber auch höchste Kosten durch Schalung, Bewehrungsarbeit und Betonage. Statikernachweis zwingend.

ab 3–4 m / schwere Last
Sonderform
06

Porenbeton-Sturz (Ytong & Co.)

Bewehrter Sturz aus Porenbeton, kompatibel zu Ytong- oder Multipor-Wandsystemen. Bietet hohen Wärmeschutz (kein Wärmebrücken-Risiko), geringes Gewicht und einfache Bearbeitbarkeit. Spannweiten bis ca. 2,25 m; Höhen 17,5 und 24 cm. Einzel- oder Doppelsturz möglich. Hersteller: Ytong, H+H, Hebel.

Wärmedämmsystem

Direktvergleich: Welcher Sturztyp für welche Situation?

Sturztyp Spannweite Auflast Einbauaufwand Wärmeschutz Kostenrahmen
Fertigsturz (Flach) bis 2,5 m leicht–mittel ★ einfach mittel ★ günstig
L-Sturz bis 3,5 m mittel ★★ einfach gut (Dämmkern) ★★ mittel
Ziegelsturz < 1,2 m sehr gering ★★★ aufwendig gut ★★★ hoch (Lohn)
U-Schale (Ortbeton) bis 5 m mittel–schwer ★★ mittel variabel ★★ mittel
Stahlbetonsturz (Ort) bis 6 m+ sehr schwer ★★★★ aufwendig gering (Wärmebr.) ★★★★ hoch
Porenbetonsturz bis 2,25 m leicht–mittel ★ einfach sehr gut ★★ mittel

Normen & Bemessung: DIN EN 845-2, EC 6 und EC 2

Stürze in tragenden Wänden sind normativ geregelt. Bauherren und Planer müssen die einschlägigen Vorgaben kennen, um rechtssicher und statisch korrekt zu bauen.

Norm / RegelwerkInhaltRelevanz für Stürze
DIN EN 845-2:2013+A1:2016
+ Nationaler Anhang (NA)
Ergänzungsbauteile für Mauerwerk — Teil 2: Stürze Produktnorm für Fertigstürze: Klassenbildung, Mindest-Auflagerlänge, Tragfähigkeitserklärung (Biegetragfähigkeit in kNm)
DIN EN 1996-1-1 (EC 6)
+ DIN EN 1996-1-1/NA
Bemessung von Mauerwerksbauten — allgemeine Regeln Nachweis des Mauerwerkskörpers um die Öffnung herum; Lastverteilungswinkel, Auflagerdruckspannungen
DIN EN 1992-1-1 (EC 2)
+ DIN EN 1992-1-1/NA
Bemessung von Stahlbetontragwerken Nachweis für Ortbetonsturz und U-Schale: Biege- und Querkrafttragfähigkeit, Bewehrungsplanung, Mindestbewehrung
DIN EN 1990 (EC 0) Grundlagen der Tragwerksplanung Lastkombinationen, Teilsicherheitsbeiwerte γG = 1,35 / γQ = 1,5
DIN EN 1991-1-1 (EC 1) Einwirkungen auf Tragwerke — Eigenlasten, Nutzlasten Charakteristische Lastansätze: Decken (Wohnbau 2,0 kN/m² Nutzlast + Eigengewicht)
M-MBO / LBauO Berlin Landesbauordnung Berlin + Technische Baubestimmungen Bautechnischer Nachweis bei Umbau oder Durchbruch; Nachweispflicht gegenüber der Bauaufsicht

Mindest-Auflagerlänge nach DIN EN 845-2

Die Auflagerlänge — der Teil des Sturzes, der beidseitig auf dem Mauerwerk aufliegt — ist das häufigst unterschätzte Maß. Zu kurze Auflagerlängen führen zu überhöhtem Auflagerdruck, Rissbildung und im schlimmsten Fall zu partiellem Mauerwerksversagen.

Lichte Weite lwMindest-Auflagerlänge je SeitePraxisempfehlung
bis 1,50 m≥ 100 mm150 mm empfohlen (Steinraster)
1,51 m bis 3,00 m≥ 150 mm200 mm empfohlen
über 3,00 m≥ 200 mm250 mm empfohlen, Statiker prüfen lassen
alle Spannweiten (Sonderfall Leichtmauerwerk)≥ 200 mmPorenbeton, Leichthochlochziegel

Lastermittlung vereinfacht — Dreieck-Lastsmodell nach EC 6

Dreieckslastverlauf: In DIN EN 1996 wird für Mauerwerk („gewölbetragfähigem“ Mauerwerk) ein dreieckiger Lastanteil angesetzt: Die Auflast aus dem Mauerwerk über der Öffnung wirkt nur aus dem 45°-Dreieck oberhalb der Spannweite auf den Sturz.
Formel: pd = γG × γMW × lw/2 [kN/m]. Für eine 24er-Wand (Rohdichte 800 kg/m³, Höhe 2,50 m) und lw = 1,0 m ergibt sich eine charakteristische Gleichlast von ca. 1,5–2,5 kN/m aus dem Mauerwerk-Dreieck.
Deckenlasten zusätzlich: Liegt eine Decke in Höhe des 45°-Dreiecks oder darüber, wirkt die Deckenaufstandsfläche als Rechtecklast auf den Sturz. Diese kann je nach Deckenart (Holzbalken vs. Stahlbeton) zwischen 3 und 12 kN/m variieren.
Hinweis: Das Dreieckslastmodell gilt nur für intaktes, gewölbetragfähiges Mauerwerk mit ausreichendem Wandquerschnitt beidseits. Bei Durchbrüchen im Bestand oder über älteren Stürzen ist eine Bestandsprüfung durch einen Tragwerksplaner unabdingbar.

Sturztyp-Assistent: Orientierung in Sekunden

Geben Sie lichte Weite, Wandstärke und Auflast ein — der Assistent zeigt Ihnen Sturztyp-Empfehlung, Mindest-Auflagerlänge und Kostenrahmen für Berlin 2026 (indikative Richtwerte, kein Ersatz für statischen Nachweis).

Lichte Weite 120 cm
Wandstärke
Auflast / Deckenart
Empfohlener Sturztyp
Fertigsturz (Flach)
Mindest-Auflagerlänge je Seite
100 mm
Empf. SturzmindestHöhe
12 cm
Kostenrahmen Berlin 2026 (inkl. Einbau)
150–280 €
Richtwerte für Neubau & unkomplizierten Bestandseinbau in Berlin. Kein Ersatz für statischen Nachweis. Bei tragenden Wänden, Spannweiten > 2,5 m oder mehreren Geschössen: Tragwerksplaner einschalten.

Sturz einbauen: Schritt für Schritt

Der korrekte Einbau eines Fertigsturzes ist handwerklich gut beherrschbar — vorausgesetzt, Planung, Abstützung und Auflagerfläche stimmen.

1

Planung & statische Prüfung

Vor dem Durchbruch: tragende Wand oder nicht? In tragenden Wänden ist ein statischer Nachweis durch den Tragwerksplaner Pflicht (LBauO Berlin). Sturztyp, -abmessung und Auflagerlänge bestimmen. Bei Bestandsbau zusätzlich Bestandsmörtel und Wandzustand prüfen. Ggf. Baugenehmigung beantragen.

2

Unterstützung & Lehrgerüst

Decke oder Wand über dem geplanten Durchbruch mit Stahlstützen und Doppelträgern abfangen — mindestens zwei Felder über die Öffnung hinaus. Die Abstützung muss die Lasten sicher in die Decke darüber oder den Boden darunter leiten. Keine Abkürzungen: Einsturzgefahr bei unzureichend abgefangenen tragenden Wänden.

3

Wanddurchbruch herstellen

Zunächst Sturzschlitze beidseitig sägen/stemmen (Auflagertiefe beachten!), dann schrittweise den Wanddurchbruch öffnen. Nicht den gesamten Querschnitt auf einmal herausschlagen — auch bei abgestützter Wand abschnittsweise vorgehen. Strom- und Wasserleitungen im Bestand orten (Leitungssucher verwenden).

4

Auflagerfläche vorbereiten & ausrichten

Auflagerfläche eben, tragfähig und sauber herstellen. Gebrochene oder mindertragfähige Steine durch Vergussmörtel oder Ausgleichsschicht (M10-Mauerwerksmörtel) ausgleichen. Auflagerlänge nach Norm einhalten — Maß nachmessen, nicht schätzen. Druckfestigkeitsklasse des Auflagermauerwerks dem Sturzhersteller-Datenblatt entnehmen.

5

Sturz einlegen & ausrichten

Fertigsturz mit Hebezeug oder im Team einlegen — Achtung: Gewicht (24er Betonfertigsturz, 2,0 m: ca. 90–110 kg). Sturz in Maurermörtel M10 betten, Lage (Oberkante, Flucht) prüfen. Bei L-Stürzen auf korrekte Einbaurichtung achten (Rollladentasche außen). Temporäre Unterstützung (Lehrgerüst unter dem Sturz) während der Mörtelabbindezeit.

6

Vermauerung, Aushärten, Gerüst entfernen

Fugen schließen, Sturzauflager vollflächig vermauern (keine Hohlräume). Mörtel mindestens 48 Stunden bei normalen Bedingungen abbinden lassen, bevor Abstützung entfernt wird. Bei Ortbetonsturz oder U-Schale: Ausschalungsfristen nach EC 2 (i. d. R. 7–14 Tage) einhalten. Anschluss wärmedämmend ausführen.

Häufige Fehler beim Sturzeinbau

Zu kurze Auflagerlänge

Zusätzliche Zentimeter im Durchbruch „sparen“ und die Norm-Auflagerlänge unterschreiten — führt zu konzentriertem Druckversagen am Auflager. Häufig in Eigenregie bei Bestandsdurchbrüchen. Immer nachmessen und dokumentieren.

Unzureichende Abstützung vor dem Durchbruch

Tragende Wand ohne ausreichendes Lehrgerüst geöffnet. Das Restmauerwerk über der Öffnung kann in sich zusammensacken, bevor der Sturz eingebaut ist. Besonders gefährlich in mehrgeschossigen Bauten.

Falscher Sturztyp für die Spannweite

Fertigsturz Typ 1 mit 7-cm-Höhe für 2,5-m-Toröffnung mit Stahlbetondecke darüber. Der Sturz ist rechnerisch unterdimensioniert und verbiegt sich im Laufe der Zeit; Schäden am angrenzenden Mauerwerk entstehen.

Wärmebrücke am Sturzanschluss

Betonfertigsturz schließt bündig mit der Außenkante der Wand ab — keine Dämmebene unterbrochen. Am Sturzkopf entsteht eine linienförmige Wärmebrücke, die zu Tauwasser, Schimmelpilz und Heizenergieverlust führt. Lösung: L-Sturz mit Dämmkern oder nachträgliche Kopfdämmung.

Sturzkosten in Berlin 2026 — Material & Einbau

Aktuelle Richtwerte für den Berliner Markt, inkl. MwSt. Preise abhängig von Baustelle, Zugänglichkeit und Lohnregion.

Produkt (24er Wand)LängeMaterialpreis Berlin 2026Hinweis
Fertigsturz Beton (Flach, h = 12 cm) 1,0 m 18–32 € gängigste Variante; Baustoffhandel Berlin
Fertigsturz Beton (Flach, h = 12 cm) 2,0 m 38–60 € Typisch für Terrassentür / Garagentor
Fertigsturz Beton (Flach, h = 17,5 cm) 2,5 m 65–95 € Höhere Lastklasse; große Fenster
L-Sturz mit Rolladentasche 1,5 m 60–100 € inkl. Dämmkern
L-Sturz mit Rolladentasche 2,0 m 85–140 € Standardmaß Mehrfamilienhaus
Porenbetonsturz (Ytong) 1,25 m 35–65 € Für Ytong-Wandsysteme
U-Schale (Schalungsstein, ohne Beton/Bew.) pro Laufmeter 12–22 €/lfm zzgl. Bewehrung + Beton C25/30

Einbaukosten & Gesamtkosten Berlin 2026

LeistungRichtwert gesamt (Material + Lohn)Hinweise
Fertigsturz 1,0 m einbauen (unkompliziert, EG) 160–280 € Ohne Wanddurchbruch; nur Sturzeinbau in vorhandenen Schlitz
Fertigsturz 2,0 m einbauen (EG, Wohnbau) 280–480 € Inkl. Mörtelbettung, Auflager vorbereiten
L-Sturz 2,0 m einbauen 320–560 € Schwerere Handhabung; Rolladenmontage separat
Wanddurchbruch (tragende Wand, Stb-Abstützung) +400–1.200 € Je nach Wandstärke, Geschoss und Abstützaufwand
U-Schale 3,0 m (inkl. Bew., Beton, Schalung) 550–1.100 € Statiker-Honorar zzgl. ca. 500–1.500 €
Stahlbetonsturz Ortbeton 4,0 m (inkl. alles) 900–2.200 € Individuelle Bemessung; Aufwand stark variabel
Tragwerksplaner-Honorar (Einzelnachweis Sturz) 400–1.500 € Je nach Komplexität; bei Umbau in Berlin marktüblich
💰
Preistreiber Berlin: Berliner Handwerkerlöhne liegen 2026 bei Maurern bei 60–80 €/Std. (Tarifgruppe). Hinzu kommen Anfahrt, Kleinkran und Abfallentsorgung — kalkulieren Sie immer mit Puffer.
📋
Angebote vergleichen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Einheitspreis je Sturz-Laufmeter und Stundenlohn im Angebot festhalten — erleichtert den Vergleich und vermeidet Nachtragsstreit.
🛠
DIY nur bei Nicht-Tragwerk: Fertigsturz in nicht tragender Innenwand selbst einbauen ist technisch möglich — bei tragenden Wänden grundsätzlich durch Fachbetrieb ausführen lassen (Haftung, Genehmigung).
Berlin: Förderprogramme — Fenster- und Fassadendurchbrüche im Zuge energetischer Sanierung können über KfW BEG (KfW 261) oder BAFA-Förderung bezuschusst werden, wenn sie Teil eines Sanierungskonzeptes sind.

FAQ: Stürze & Überlager

Was ist ein Sturz und wozu brauche ich ihn?
+
Ein Sturz (Überlager) ist ein horizontales Tragelement, das über Wanddurchbrüchen — Fenster, Türen, Tore — eingebaut wird. Er übernimmt die Lasten aus dem Mauerwerk und ggf. aus Decken, die oberhalb der Öffnung wirken, und leitet sie über seine Auflagerpunkte links und rechts sicher in das flankierende Mauerwerk ab. Ohne Sturz würde das Mauerwerk über einer Öffnung reißen oder nachgeben — in tragenden Wänden ist er sicherheitsrelevantes Pflichtbauteil.
Was ist der Unterschied zwischen Fertigsturz und Stahlbetonsturz?
+
Der Fertigsturz ist ein im Werk vorgefertigtes, genormtes Betonelement — er wird einfach eingelegt und direkt belastet. Der Stahlbetonsturz (Ortbeton) wird auf der Baustelle eingeschalt, bewehrt und betoniert — er ist individuell bemessbar, für große Spannweiten und schwere Lasten geeignet, aber deutlich aufwendiger und teurer. Für Standardöffnungen bis ca. 2,5 m ist der Fertigsturz die wirtschaftlichere Wahl; für Öffnungen über 3–4 m oder besondere statische Anforderungen kommt der Ortbetonsturz ins Spiel.
Welche Auflagerlänge schreibt DIN EN 845-2 vor?
+
Die Norm DIN EN 845-2 schreibt Mindest-Auflagerlängen je Seite vor: 100 mm bei lichten Weiten bis 1,5 m, 150 mm bis 3,0 m und 200 mm bei Spannweiten über 3,0 m. Bei Leichtmauerwerk (Porenbeton, Leichthochlochziegel) gilt mindestens 200 mm unabhängig von der Spannweite. In der Praxis wird empfohlen, jeweils 5–10 cm mehr einzuplanen, um Ausführungstoleranzen aufzufangen.
Brauche ich für einen Wanddurchbruch in Berlin eine Baugenehmigung?
+
Das hängt davon ab, ob es sich um eine tragende oder nichtragende Wand handelt. In Berlin gilt: Eingriffe in tragende Bauteile (Wände, Decken) sind nach LBauO Berlin i. d. R. genehmigungspflichtig oder bedürfen zumindest eines statischen Standsicherheitsnachweises durch einen Tragwerksplaner (Prüfingenieur). Nichttragende Innenwände können ohne Genehmigung geöffnet werden. Im Zweifel — immer beim zuständigen Bezirksamt anfragen.
Was kostet ein Sturz einbauen in Berlin 2026?
+
Ein einfacher Fertigsturz (1,0 m, 24er Wand) kostet in Berlin inklusive Material und Einbau (ohne Wanddurchbruch) etwa 160–280 €. Für einen L-Sturz (2,0 m) rechnet man mit 320–560 €. Kommt ein Wanddurchbruch in einer tragenden Wand hinzu (Abstützung, Stemmarbeit, Entsorgung), kommen 400–1.200 € mehr hinzu. Ein individueller Stahlbetonsturz (4 m, Ortbeton) kann inkl. Schalung, Bewehrung und Statik 1.500–3.000 € und mehr kosten.
Was ist ein L-Sturz und wann wird er eingesetzt?
+
Ein L-Sturz ist ein Betonfertigsturz mit L-förmigem Querschnitt. Das kurze Bein des L bildet eine Tasche für den Rollladenkasten, das lange Bein trägt die Mauerlast. Der L-Sturz kombiniert Sturz- und Rollladenkasten-Funktion in einem Bauteil und spart damit Bauzeit und Anschlussprobleme. Er ist der Standard bei Neubauten mit integriertem Raffstore oder Rollladen. Die Wärmedämmung des Rollladenkastens ist im L-Sturz meist werkseitig integriert.
Wie schwer ist ein Betonfertigsturz — brauche ich ein Hebezeug?
+
Betonfertigsturze wiegen je nach Abmessung und Betondichte erheblich: Ein 1,0-m-Sturz (24 × 12 cm) wiegt ca. 30–40 kg und kann noch von zwei Personen gehoben werden. Ein 2,0-m-Sturz (24 × 17,5 cm) wiegt bereits 80–120 kg — hier ist ein Hebezeug (Deckenhaken, Minibagger, Kran) zwingend. Rückenverletzungen durch Unterschätzen des Gewichts sind eine der häufigsten Ursachen für Baustellenunfälle. NEUWEST setzt bei allen Sturzmontagen ab 1,5 m Länge Hebezeuge ein.
Was ist eine U-Schale (Schalungsstein) und wann ist sie sinnvoll?
+
Eine U-Schale (auch Schalungsstein oder Schalungsziegel) ist ein oben offener, vorgefertigter Hohlstein aus Beton oder Poroton. Er wird über der Öffnung verlegt, mit Bewehrungsstahl bestückt und mit Beton (mind. C20/25) ausgefüllt. Die Schale selbst verbleibt als verlorene Schalung im Bauwerk. Vorteil: kein Abbau der Schalung nötig, wandbündiger Abschluss, guter Wärmeschutz bei Poroton-Varianten. Sinnvoll für Spannweiten von 1,5 bis 5,0 m, wenn kein Fertigsturz der passenden Abmessung verfügbar ist oder die Wandsystemstärke (z. B. 36,5 cm) eine individuelle Lösung erfordert. Statischer Nachweis nach EC 2 ist erforderlich.
Wie erkenne ich im Berliner Altbau einen schadhaften oder fehlenden Sturz?
+
Typische Warnsignale: Risse im Mauerwerk diagonal oberhalb von Fenstern oder Türen (45°-Risse), Putzabplatzungen am Sturzkopf, sichtbar durchgebogener Sturz, Fensterrahmen, die sich nicht mehr schließen lassen (Setzung der Öffnungsgeometrie). In Berliner Gründerzeitbauten wurden historische Backsteingewölbe oder Flachstürze mit eingelegten Flacheisen verbaut — bei diesen kann Korrosion des Stahls über Jahrzehnte zu Sprengwirkung führen. Im Zweifel immer einen Tragwerksplaner hinzuziehen — besonders vor geplanten Umbaumaßnahmen im Bestand.

Sturz, Durchbruch oder Umbau in Berlin? Wir planen und bauen.

Von der statischen Prüfung über den Wanddurchbruch bis zur schlüsselfertigen Lösung — NEUWEST ist Ihr Fachbetrieb für Rohbau und Sanierung in Berlin.

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