Entwässerung und Versickerung im Außenbereich ist die gezielte Ableitung und Einleitung von Niederschlagswasser von Dachflächen, Wegen und Stellplätzen in den Untergrund oder die Kanalisation — fachgerecht geplant nach DWA-A 138 und DIN EN 752, mit Berliner Marktpreisen 2026.
Entwässerung im Außenbereich bezeichnet die gezielte Erfassung und Ableitung von Niederschlagswasser, das auf versiegelten oder teilversiegelten Flächen wie Dächern, Wegen, Hofflächen und Stellplätzen anfällt. Versickerung ist dabei die kontrollierte Einleitung dieses Wassers in den bewachsenen Boden oder spezielle Anlagen, sodass es in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird.
Der Klimawandel verschiebt das Bild drastisch: Starkregenereignisse mit über 25 l/(m²·h) nehmen in Berlin seit 2010 signifikant zu, gleichzeitig sind viele Mischkanalisationen in Gründerzeit-Vierteln bereits an der Kapazitätsgrenze. Dezentrale Versickerung entlastet das Kanalnetz, schützt Keller vor Rückstau und spart langfristig Niederschlagswassergebühren ein — in Berlin bis zu 1,84 Euro je m² befestigter Fläche und Jahr.
Für Neubaugebiete und Bauvorhaben mit mehr als 800 m² versiegelter Fläche schreiben Berliner Behörden heute Versickerung oder Regenwassernutzung als Vorzugsvariante vor. Das Prinzip lautet: Niederschlagswasser dort verbleiben lassen, wo es fällt — oder so nah wie möglich.
Von der Grundstücksentwässerung bis zur Versickerungsanlage — diese Regelwerke sind verbindlich oder anerkannte Regeln der Technik.
| Norm / Gesetz | Stand | Inhalt & Relevanz |
|---|---|---|
| DIN 1986-100 | 2016-12 | Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke; Bemessungsgrundlage für alle Dachabflüsse, Rinnen, Leitungen und Anschlusskanäle |
| DIN EN 12056-3 | 2000-01 | Schwerkraftentwässerung — Dachentwässerung; legt Berechnungsgrundlagen für Dachflächen, Regenrinnen und Fallrohre fest |
| DIN EN 752 | 2017-07 | Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden; Planung, Bau und Betrieb öffentlicher und privater Außenentwässerung |
| DWA-A 138 | 2005-04 | Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen für Niederschlagswasser; maßgebliches Regelwerk für Bemessung und Ausführung |
| DWA-A 117 | 2013-12 | Bemessung von Regenrückhalteanlagen; gilt wenn Versickerung nicht möglich ist und Retention + gedrosselter Ablauf erforderlich wird |
| WHG § 37 | Bund | Erlaubnisfreie Benutzung: Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück ohne wasserrechtliche Erlaubnis — unter definierten Voraussetzungen |
| Berliner Wassergesetz (BWG) | aktuell | Ergänzende Berliner Anforderungen; Niederschlagswassereinleitungsverbot in Mischwasserkanal bei Neubau (ab definierter Flächengröße); Gebührenordnung BWB |
Die Wahl des richtigen Systems hängt von Bodenart, verfügbarer Fläche und hydraulischer Belastung ab — hier die wichtigsten Verfahren nach DWA-A 138.
Direkte Versickerung über belebte Bodenzone auf Rasenflächen oder belebten Oberboden. Natürlichste Methode, hohe Filterleistung, gute Nährstoffrückhaltung. Setzt große, möglichst ebene Grünfläche voraus.
kf ≥ 5×10⁻³ m/s — optimalFlache, bewachsene Geländemulde (Tiefe 20–30 cm, Böschung 1:3 bis 1:5) mit oberirdischer Retentionswirkung. Robustes, wartungsarmes System — von DWA-A 138 bevorzugt empfohlen. Einfache optische Integration in Grünanlagen und Vorgärten.
kf ≥ 1×10⁻&sup5; m/s — gutKombination aus oberirdischer Mulde (Retention) und unterirdischer Kies- oder Blockrigole (Versickerung). Optimal bei mittleren Böden: Mulde puffert Lastspitzen, Rigole versickert gedrosselt. Bevörzugtes System im Berliner Stadtgebiet.
kf ≥ 1×10⁻⁶ m/s — bedingtUnterirdischer Kieskörper (Kiesrigole) oder Kunststoff-Blockspeicher (Aquacell, Rausikko) mit 90–95 % Porenvolumen. Platzsparend, geeignet bei beengten Grundstücken. Varianten: Rohrrigole DN 300–500, Blockspeicher, Kassettenrigole.
kf ≥ 1×10⁻⁶ m/s — bedingtPunktuelle Versickerung über Sohlschacht DN 1000–1500 mit Filterkies. Schnelle Ableitung von Spotmengen, bei sehr gut durchlässigen Sandböden. Nicht geeignet für Wasser mit Schmutzfrachtpotenzial; ohne Vorfilter nicht zulässig.
kf ≥ 5×10⁻&sup4; m/s — nur SandbödenUnterirdischer Tank (5.000–20.000 l) sammelt Regenwasser zur Brauchwassernutzung (WC, Bewässerung). Notüberlauf führt Überschuss zu Versickerungsanlage oder gedrosselt zum Kanal. Ideal bei bindigen Böden, hohem Gartenbewässerungsbedarf.
Bodenart-unabhängigGeben Sie Einzugsfläche, Oberfläche, Bodenart und Bemessungsregen ein — der Rechner ermittelt nach DWA-A 138 (vereinfacht) das erforderliche System und schätzt die Kosten für Berlin 2026.
Vor jeder Versickerungsanlage steht eine Standortprüfung. Wer diesen Ablauf befolgt, plant sicher und vermeidet teure Nachbesserungen.
Schurfgrube mind. 1,5 m tief anlegen, Bodentyp nach DIN EN ISO 14688 bestimmen, Grundwassertiefe feststellen. Perkolationstest (Sickerschluckversuch nach DWA-A 138, Anhang D) ergibt belastbaren kf-Wert. Kosten: 800–2.000 € für Fachuntersuchung. Auf Altlasten im Boden und Altstandorte prüfen!
Einzugsgebiet und befestigte Flächen kartieren, Abflussbeiwerte ψ nach DIN 1986-100 bestimmen, Bemessungsregen aus KOSTRA-DWD 2020 ablesen (Berlin: r(15,5) = 146 l/(s·ha)). Mindestabstand zum höchsten Grundwasserstand prüfen (≥ 1,0 m nach DWA-A 138, Abschnitt 3.3).
Auf Basis von kf, Flächenbedarf und Niederschlagsbelastung System wählen (Mulde, Rigole, Kombination). Dimensionierung nach dem vereinfachten Verfahren (DWA-A 138, Kapitel 5) oder dem allgemeinen Verfahren (iterative Volumen-Zeit-Kurve). Speichervolumen ≥ Q × tD − kf × As × tD.
Für sauberes Dachablaufwasser auf eigenem Grundstück: nach WHG § 37 erlaubnisfrei — formlose Anzeige beim Bezirksamt genügt. Für Verkehrsflächen, Zinkdächer, Anlagen > 300 m² oder Einleitungen in Gewässer: wasserrechtliche Erlaubnis beim Bezirksamt beantragen (Berliner Wassergesetz, Abteilung Umwelt).
Lageplan (M 1:200), Längsprofil und Detailzeichnungen für Anschluss, Zulauf, Notüberlauf und Wartungsöffnungen. Leistungsverzeichnis nach STLB-Bau, Positionen: Erdbau, Filtervlies, Kiesschüttung, Rohre, Schächte, Bepflanzung. Einbau durch Tiefbaufachbetrieb.
Druckprüfung der Anschlussleitungen nach DIN EN 1610, Sichtkontrolle Einlaufbauwerke, Dokumentation als Bestandsplan. Wartung 1×/Jahr: Einlauf reinigen, Schlammeimer leeren, Muldenbepflanzung pflegen, Versickerungsleistung kontrollieren (Sichtprobe nach Regen).
Alle Preise inkl. Material und Einbau durch Berliner Tiefbaufachbetriebe (Bruttopreise, ca.-Werte, Stand Q2 2026).
| Leistung / System | Einheit | Preisspanne Berlin 2026 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Muldenversickerung anlegen | m² | 40–90 € | Inkl. Oberbau, Filtervlies, Bepflanzung; ohne Erdabtransport |
| Kiesrigole DN 400 / 500 | m | 120–280 € | Perforiertes Rohr in Kieskörper, Filtervlies, Schachtzugang |
| Blockrigole (Aquacell, Rausikko) | m³ | 200–450 € | Kunststoffblock 95 % Porenanteil, deutlich platzsparender als Kies |
| Schachtversickerung DN 1000 | Stück | 2.500–6.000 € | Inkl. Filterkies, Abdeckung; nur bei kf ≥ 5×10⁻&sup4; m/s |
| Zisterne 10.000 l unterirdisch | Stück | 5.000–12.000 € | Inkl. Einbau, Zulauf, Pumpe, Notüberlauf; ohne Erdaushub separat |
| Wasserdurchlässiges Pflaster | m² | 45–120 € | Rasengitter, Ökopflaster oder Porenpflaster inkl. durchlässigem Unterbau |
| Linienentwässerungsrinne inkl. Rigole | m | 80–250 € | ACO Drain, Hauraton o.ä. inkl. Kiesrigole und Anschluss |
| Perkolationstest (Fachbüro) | Stück | 800–2.000 € | Schurfgrube, Sickerschluckversuch, kf-Protokoll gem. DWA-A 138 |
| Fachplanung Versickerung | pauschal | 1.500–5.000 € | Abhängig von Komplexität; HOAI LPH 1–5 (Entwurf + Ausschreibung) |
Berlins Untergrund, die Mischentwässerung älterer Stadtteile und das Regenwasser-Gebührenmodell der BWB stellen besondere Anforderungen.
Rund 30 % des Berliner Stadtgebiets (vor allem gründerzeit-geprägte Bezirke wie Mitte, Prenzlauer Berg, Neukölln-Alt) haben Mischwasserkanalisation: Regen- und Schmutzwasser fließen in ein Rohr. Bei Starkregen läuft es über — mit Geruch und Ökologieproblemen. In Neubaugebieten (Adlershof, Marienfelde, Tegel-Quartier) ist Trennkanalisation Pflicht: Regenwasser muss dort zwingend versickert oder getrennt bewäirtschaftet werden. BWB-Netzplan beim Bezirksamt einsehen.
Berlin liegt auf glazialen Quartiärsanden und -kiesen, die im Mittel kf-Werte von 10⁻³–10⁻&sup5; m/s aufweisen — ideale Versickerungsvoraussetzungen. Ausnahmen: Seetonlinsen (Berliner Urstromtal), Torfschichten und Auffüllungen in Altstädten (Mitte, Spandau). In Wasserschutzgebietszone II/III (Teile Zehlendorf, Grunewald) gelten zusätzliche Auflagen. Grundwasserkarte: FIS-Broker Senatsverwaltung online abrufbar.
Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) erheben 1,84 €/m² befestigter Fläche/Jahr als Niederschlagswassergebühr. Wer Flächen entsiegelt, auf Rasengitter oder Gründach umrüstet oder eine nachweisliche Versickerungsanlage betreibt, kann den Gebührenbescheid dauerhaft reduzieren. Voraussetzung: schriftlicher Nachweis gegenüber BWB (Skizze, Flächenaufmaß, ggf. Abnahmeprotokoll). Antrag genügt, kein Genehmigungsverfahren für reine Gebührenreduzierung.
Nach mehreren Starkregenereignissen (2017 Neukölln, 2021 gesamt Berlin) hat die Senatsverwaltung eine Starkregengefahrenkarte veröffentlicht (berlin.de/starkregen). Grundstücke in roten Zonen tragen hohes Kellerüberflutungsrisiko. Hier empfiehlt NEUWEST: Rückstausicherung in Hausanschlussleitungen (Rückstauklappe, Hebeanlage nach DIN EN 12056-4) kombinieren mit Oberflächenentwässerung. Neubauten in Risikogebieten werden zunehmend mit Auflage zur Regenwasserrückhaltung genehmigt.
Von der Perkolationsprüfung bis zur schlussfertigen Versickerungsanlage — NEUWEST plant, koordiniert und baut Ihre Außenentwässerung fachgerecht nach DWA-A 138 in Berlin und Umgebung.