🚪 Innenausbau & Türen

Türzargen & Innentüren fachgerecht einbauen

Türzargen und Innentüren sind tragende Elemente des Raumkomforts — von der richtigen Zargenwahl über Normabmessungen nach DIN 18101 bis zum präzisen Einbau auf Gehrung: Hier erfahren Bauherren und Fachleute alles für eine professionelle Ausführung.

15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist eine Türzarge — und warum ist sie entscheidend?

Eine Türzarge ist das konstruktive Rahmenelement, das eine Wandöffnung einfasst, das Türblatt aufnimmt und die Kräfte aus Gewicht sowie Betrieb sicher in die Wandkonstruktion überleitet. Sie ist — anders als eine reine Bekleidung — tragend und formgebend: Ohne eine maßhaltig und lotrecht eingebaute Zarge lässt sich kein Türblatt dauerhaft spielfrei und leichtgängig hängen.

Die Norm DIN 18101:2020‑08 regelt Nennmaße für Türblätter und Zargen; DIN 18100:2022‑03 legt die zugehörigen Wandöffnungsmaße fest. Der Einbau ist handwerklich anspruchsvoll: Bereits ein Winkelversatz von 2 mm über die Zarghöhe führt zum Schlagen oder Klemmen des Türblatts.

In Berliner Altbauten (Gründerzeit, DDR-Plattenbau) treffen Handwerker zudem auf nicht normgerechte Bestandsöffnungen: schiefe Wandleibungen, Putzaufbauten bis 40 mm, unbekannte Wandstärken. Sorgfältige Vorvermessung und die richtige Zargenwahl sind daher Pflicht.

Für Architekten und Planer: Die Maßkoordination zwischen Türblatt‑Nennmaß, Zargenfalzmaß und lichtem Durchgangsmaß (lichte Weite nach DIN 18040‑1 für barrierefreies Bauen ≥ 900 mm) muss frühzeitig im Grundriss verankert werden.

Türzargen auf einen Blick

DIN 18101
Maßnorm für Türen und Zargen (Ausgabe 2020)
860 mm
Häufigstes Nennmaß der Türblattbreite (Standard)
≥ 900 mm
Lichte Durchgangsbreite nach DIN 18040‑1 (barrierefrei)
T30 / T90
Feuerwiderstandsklassen für Brandschutztüren (DIN 4102)
Rw ≥ 32 dB
Schallschutzklasse SSK 2 für Wohnungstrennwände
Fachbegriff Falzmaß: Das Falzmaß bezeichnet den Überstand des Türblatts über die Zarge (i. d. R. 8–12 mm pro Seite). Es definiert zusammen mit der Falztiefe den Schall- und Luftdichtungsanschluss. Planer geben das Falzmaß im Detail vor; Handwerker müssen es bei der Zargenbestellung berücksichtigen.

Zargentypen im Vergleich: Stahl, Holz, Aluminium

Die Wahl der Zargen-Konstruktion und des Materials ist die wichtigste Entscheidung — sie bestimmt Einbauverfahren, Brandschutzeignung und Langlebigkeit.

01

Blockzarge (Holz/CPL)

Wird werkseitig als einteiliger Rahmen gefertigt und vor dem Verputzen in die Rohbauöffnung eingemauert oder eingeständert. Hohe Maßstabilität bei trockenen Bedingungen. Standard im Wohnungsbau für Holzrahmenkonstruktionen und Trockenbauwände (GK-Wände nach DIN 18183).

Einfacher Einbau Wohnbau
02

Umfassungszarge (3-teilig)

Dreiteilige Zarge aus zwei Seitenteilen und einem Oberteil für den nachträglichen Einbau in fertige Wandöffnungen (z. B. Renovierung, Altbau). Die Zargenbreite wird an die Wandstärke angepasst. Wird gedübelt, geschraubt oder mit Klemmfedern fixiert. Häufig mit Putzabdecklaschen.

Renovierung Altbau geeignet
03

Stahlzarge

Aus kaltgewalztem Stahlblech (1,5–2 mm, DIN 18111‑1). Zwingend für Brandschutztüren T30 und T90 nach DIN 4102‑5. Eingemauert (Anker ins Mauerwerk) oder in Trockenbau (Sonderankersystem). Höherer Einbauaufwand, aber sehr robust und feuchtigkeitsresistent. Häufig in Treppenräumen, Kellern, gewerblichen Objekten.

Brandschutz Objektbau
04

Aluminiumzarge

Eloxiertes oder pulverbeschichtetes Aluminiumprofil. Korrosionsfest, leicht und repräsentativ — typisch für Gewerbebau, öffentliche Gebäude und hochwertige Wohnprojekte. Thermisch getrennte Ausführungen für außenliegende Zargen (EN 14351‑1). Schlanke Profilansichten möglich.

Repräsentativ Korrosionsfest
05

Bekleidungszarge

Kein tragendes Einbauteil, sondern eine aufgesetzte Verkleidung für vorhandene Bestandszargen. Häufig im Renovierungsfall: Die alte Zarge bleibt, neue CPL- oder Deckschichtprofile werden aufgeleimt oder geklipst. Schnelle Optik-Aufwertung, aber kein Ersatz bei statischen oder brandschutztechnischen Anforderungen.

Schnellrenovierung Optik
06

Schiebetür-/Lauftürzarge

Wandeinbausystem für wandbündige Schiebetüren (Wandschiene, Wandkasten). Laufschiene nach DIN 18100, Bandhalter an Oberzarge. Anspruchsvoll: Wandöffnung ca. doppelte Türbreite, Leitungen müssen umverlegt werden. Hoher Platzgewinn, besonders in Berliner Altbau-Grundrissen beliebt.

Platzsparend Erhöhter Aufwand

Türblatt-Typen: Welche Innentür passt zu welcher Zarge?

Holz-Innentüren (CPL/HPL)

CPL (Continuous Pressure Laminate): Beschichtete Spanplatte oder HDF, strapazierfähig, preisgünstig (ab 120 €/Blatt)
HPL: Höhere Schlagfestigkeit als CPL, Oberfläche besonders kratzresistent, typisch im Objektbau
Massivholz: Eiche, Buche oder Kiefer massiv — hohe Wertigkeit, Nacharbeit möglich, ab ~450 €/Blatt
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Norm: DIN 68706 (Innentüren aus Holzwerkstoffen), Falzmaß i. d. R. 10 mm

Sonder- & Funktionstüren

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Brandschutztür T30: Stahlblatt mit Mineralwolle-Kern, zertifiziert nach EN 16034, Stahl-Umfassungszarge zwingend
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Schallschutztür: Schwere Dämmkernkonstruktion (35–47 dB Rw), Rundumdichtung, Automatikabsenkdichtung
Barrierefreie Tür: Mindestens 900 mm lichte Breite (DIN 18040‑1), schwellenlos, leichtgängige Scharniere
🚫
Einbruchhemmende Tür: RC-Klassen 2–4 nach EN 1627, verstärkte Zargenverankerung, 3D-Band-System

Normabmessungen nach DIN 18101 & relevante Normen

Türen und Zargen folgen einem genormten Maßraster. Abweichungen erfordern Sonderanfertigungen und erhöhen die Kosten erheblich.

NormTitel (Kurzform)Relevanz für den Einbau
DIN 18101:2020‑08Türen — MaßeNennmaße für Türblätter, Zargen und Wandöffnungen; verbindliches Maßraster
DIN 18100:2022‑03Wandöffnungen für Fenster und TürenRohbauöffnungsmaße = Türblatt-Nennmaß + 2× Einbauluft (je 12,5 mm Seite, 25 mm oben)
DIN 18040‑1:2010Barrierefreies Bauen — öffentl. GebäudeLichte Durchgangsbreite ≥ 900 mm, Schwellenfreiheit, Kraftbedarf < 25 N
DIN 4102‑5Brandverhalten — FeuerschutzabschlüsseKlassifizierung T30/T60/T90 für feuerbeständige Zargen und Türblätter
EN 16034:2014Feuer-/Rauchschutzeigenschaften (CE-Kennzeichnung)Produktnorm für Brandschutz- und Rauchschutztüren; CE-Pflicht im Markt
DIN 18111‑1Zargen aus StahlStahlstärke, Profil, Anker; maßgeblich für T30/T90-Stahlzargen
DIN EN 1935:2002Bänder — AnforderungenTragfähigkeitsklassen für Scharniere; Mindestens Klasse 11 für schwere Türblätter (> 80 kg)
VDI 4100 / DIN 4109Schallschutz im HochbauSchalldämmmaß Rw für Türen; SSK 2: Rw ≥ 32 dB, SSK 3: Rw ≥ 37 dB

Standard-Türmaße nach DIN 18101 — Nennmaße Türblatt (H × B)

Türblatt-Nennmaß (H × B)Rohbauöffnung (H × B)Lichte Weite (Falzmaß 10 mm)Typische Anwendung
1985 × 610 mm2035 × 735 mmca. 590 mmAbstellraum, Abseite
1985 × 735 mm2035 × 860 mmca. 715 mmGäste-WC, Abstellraum
1985 × 860 mm2035 × 985 mmca. 840 mmStandardtür Wohnung
1985 × 985 mm2035 × 1110 mmca. 965 mmWohnzimmer, Schlafzimmer
2110 × 860 mm2160 × 985 mmca. 840 mmLofts, große Raumhöhen
2110 × 1010 mm2160 × 1135 mmca. 990 mmBarrierefrei (DIN 18040‑1)
Planungshinweis für Architekten: Das Rohbauöffnungsmaß gilt für Mauerwerk. Bei Trockenbau-Ständerwänden (GK) ist die Öffnung i. d. R. um die Beplankungsstärke (12,5 mm je Seite) größer zu planen. Zargenanbieter liefern auf Bestellung Sonderbreiten in 1‑mm-Schritten, meist ab 5 Stück wirtschaftlich.

Türzarge fachgerecht einbauen: 7 Schritte

Der Einbau einer Innentür gliedert sich in Vorbereitung, Zargeneinbau, Türblatt-Hängen und Abschlussarbeiten. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf.

1

Wandöffnung aufmaßen und vorbereiten

Rohbauöffnung mit Lot und Wasserwaage in Breite, Höhe und Rechtwinkligkeit prüfen. Toleranz nach DIN 18202 Tabelle 3: ± 10 mm auf 1 m. Alte Zargen vollständig entfernen, Putz an den Leibungen bis zum Untergrund zurücknehmen. Alle Dübel und Schraubenreste entfernen. Wichtig: Feuchtemessung in der Wand (Zielwert < 3 % b. m.); bei Berliner Altbauten häufig erhöhte Restfeuchte nach Winterbetrieb.

2

Zargentyp und Maße bestimmen

Wandstärke an drei Messpunkten erfassen (Abweichung im Altbau bis ± 20 mm möglich). Zargenbreite = Wandstärke + Putzaufmaß. Umfassungszargen werden individuell auf Maß bestellt. Für Blockzargen: Rohbaumaß vs. Zargen-Außenmaß abstimmen, Einbauluft (12,5 mm je Seite, 25 mm oben) einplanen. Für Brandschutztüren: Einbausituation und Zulassungsnummer der Tür mit Stahlzargen-Typ abstimmen — eine nicht zugelassene Kombination löscht die Brandschutzklassifizierung.

3

Zarge positionieren und ausrichten

Umfassungszarge in die Öffnung stellen, mit Keilen (Kunststoff-Montagekeile, nicht Holzkeile wegen Quellen) temporär fixieren. Senkrechte der Bandseite mit Setzwaage oder Richtscheit prüfen (Genauigkeit ± 1 mm/m). Bandseite zuerst ausrichten; die Gegenseite folgt parallel. Oberkante auf Höhe prüfen. Winkelkontrolle: Beide Diagonalen der Zarge messen — Differenz < 2 mm; sonst schlägt die Tür beim Öffnen.

4

Zarge befestigen

Zarge mit Zellulose-PU-Schaum (montageschaum nach ISO 9001) oder Schrauben/Dübeln fixieren (Holzschrauben 6 × 70 mm, Spreizdübel SX 8 im Mauerwerk, mind. 3 Befestigungspunkte je Seite). Bei Stahlzargen zusätzlich Einbauanker in den Mauerwerksfugen verschrauben (DIN 18111). Schaum nach Aushärtung bündig abschneiden. Keine übermäßige Schaumfüllung — Expansionsdruck kann Zargenleibungen durchbiegen.

5

Türblatt einhängen und justieren

Türblatt in die Bänder einhängen (bei 3D-Bändern: Höhe, Seite und Andruck nach Herstellerangaben einstellen). Türblatt muss im gesamten Falzbereich umlaufend gleichmäßiges Falzspiel von 2–3 mm aufweisen. Türblatt in 45°-Stellung loslassen: Es soll in dieser Position stehen bleiben (Gleichgewicht). Schleifstellen identifizieren und über Band-Justage korrigieren — niemals das Blatt abhobeln (hebt Deckschicht an, verliert Garantie).

6

Schloss und Beschläge einbauen

Türdrücker und Schlosskasten nach Werkslochbild montieren. Schlossnuss und Vierkant auf Leichtgängigkeit prüfen. Schließblech in die Zarge einpassen: Stulpbreite und Einfrästiefe müssen exakt aufeinander abgestimmt sein (Ausfräsung in die Zarge). Abstandshalter für Schlosskasten nach DIN EN 12209 prüfen. Für Brandschutztüren: Nur in der Zulassung gelistete Schlösser und Beschläge verwenden — Abweichungen erzeugen Haftungsrisiken.

7

Anschlussarbeiten: Putz, Fugen, Abdeckleisten

Anschluss Zarge/Wand mit Acryl (Maler-Qualität, überstreichbar) dicht verfugen — kein Silikon (nicht überstreichbar). Putz an die Zarge heranführen, Abschlussleiste oder Putzabdecklasche befestigen. Türblatt mit sauberem Tuch entfetten. Gesamtfunktionsprüfung: Türblatt 5× öffnen und schließen, Drücker, Schloss, Anschlag und Dichtleisten kontrollieren. Dokumentation bei Brandschutztür: Einbauprotokoll anfertigen, Typenschild sichtbar belassen.

💡
Altbau-Tipp (Berlin): Bei Gründerzeitbauten ist die Deckenhöhe oft 3,20 m+ — Standardzargen sind zu kurz. Sonderzargen auf Maß oder Aufstockelemente bestellen, Vorlaufzeit 3–6 Wochen einplanen
DDR-Plattenbau: Wandöffnungen häufig 837 mm breit (DDR-Norm) — nicht kompatibel mit heutigen 860-mm-Zargen ohne Ausmauerung oder Aufweitung
🔧
Werkzeug-Pflichtliste: Setzwaage 1,5 m, Richtscheit 2 m, Gliedermaßstab, Stichsäge, Akkuschrauber, Schaumpistolenset, Malerkrepp
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Abnahme: Einbau im Protokoll festhalten (Maße, Material, Brandschutzklasse, Bandtype, Schlosshersteller) — wichtig für spätere Versicherungs- und Gewährleistungsfragen

Kostenrechner: Was kostet der Türeinbau in Berlin?

Stellen Sie Anzahl der Türen, Türqualität und Ausführungsart ein — die Kostenschätzung aktualisiert sich live auf Basis Berliner Marktpreise 2026.

Anzahl Türen 3 Türen
Zargentyp
Türblatt-Qualität
Beschläge
Montage
Materialkosten gesamt
1.035 €
Montagekosten gesamt
660 €
Gesamtkosten (Richtwert)
1.695 €
Kosten pro Tür
565 €
Berliner Marktpreise inkl. MwSt., 2026. Zzgl. Putzarbeiten (~80–120 €/Tür) und etwaiger Öffnungsanpassung im Altbau (150–400 €). Komplexe Situationen (Brandschutz, Barrierefreiheit) können die Kosten deutlich erhöhen.

Berliner Marktpreise: Türen & Zargen einbauen

Richtwerte für Liefer- und Einbaupreise in Berlin, Stand Juni 2026. Preise verstehen sich inkl. MwSt., exkl. Putzanschluss und Sonderleistungen.

LeistungPreisrange Berlin 2026Hinweis
CPL-Innentür 860 mm inkl. Holzzarge & Einbau420–680 €Komplettpaket Wohnungsrenovierung, Standardgröße, 1 Band je Seite
Schallschutztür Rw 32 dB inkl. Zarge & Einbau780–1.300 €Wohnungstrennwand, inkl. Türdichtung rundum und Automatikabsenkdichtung
Brandschutztür T30 inkl. Stahlzarge & Einbau1.400–2.600 €Zugelassene Einheit (Tür + Zarge), Einbauprotokoll, Treppenhaus/Keller Berlin
Massivholztür Eiche inkl. Zarge & Einbau1.100–2.200 €Hochwertig, individuell, z. B. für Altbauwohnungen Prenzlauer Berg/Mitte
Schiebetüranlage inkl. Wandeinbau & Montage1.800–3.800 €Ohne Umverlegung Leitungen; GK-Wandkasten, Laufschienensystem
Nur Türblatt tauschen (vorh. Zarge bleibt)250–500 €Inkl. Ausrichtung, Schloss-Anpassung, Beschläge Standard; nur bei passender Zarge möglich
Nur Zarge erneuern (Renovierungszarge)180–350 €Bekleidungszarge über Bestand; Türblatt bleibt; schnelle Optik-Aufwertung
Öffnung verbreitern (Altbau, Mauerwerk)300–800 €Je nach Wanddicke und Wandtyp (Ziegel/Kalksandstein/Stahlbeton); inkl. Sturzsicherung
💲
Preistreiber Berlin 2026: Fachkräftemangel treibt Stundenlöhne im Ausbaugewerbe auf 60–80 €/Std. netto. Für Brandschutztüren mit Einbauprotokoll gelten Zuschläge von 20–30 %
🏛
Altbau-Zuschlag: Unregelmäßige Öffnungen, Schieflagen und unbekannte Wandaufbauten in Berliner Gründerzeitbauten erhöhen den Montageaufwand um 1–3 Stunden je Tür
📦
Serienvorteil: Ab 5 Türen Gleichmaß lassen sich bei Berliner Innenausbau-Betrieben bis zu 15 % Mengenrabatt auf Material und reduzierte Anfahrtskosten verhandeln
🛠
Selbsteinbau: Umfassungszargen und Standardtüren können von handwerklich erfahrenen Bauherren selbst eingebaut werden; Zeitbedarf ca. 4–8 Stunden pro Tür (ohne Vorerfahrung)

Schallschutz & Brandschutz bei Innentüren

Türen sind die schwächste Stelle in trennenden Bauteilen — Schallschutz und Brandschutz müssen schon bei der Planung als System gedacht werden.

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Schallschutzklassen nach VDI 4100 / DIN 4109

DIN 4109:2018 definiert Mindestanforderungen an Türen in Wohngebäuden: Wohnungseingangstüren müssen Rw ≥ 27 dB erreichen (Mindeststandard). Die höherwertigen Schallschutzklassen nach VDI 4100 lauten: SSK 1: Rw ≥ 27 dB (gesetzlicher Mindeststandard), SSK 2: Rw ≥ 32 dB (empfohlen für Wohnungstrennwände) und SSK 3: Rw ≥ 37 dB (erhöhter Schallschutz, Büros, Studios). Für jede Klasse sind Automatikabsenkdichtungen (Bodendichtung) und umlaufende Zargenfalzdichtungen zwingend.

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Brandschutztüren: T30 und T90 im Berliner Bestand

In Berlin schreibt die Berliner Bauordnung (BauO Bln) Brandschutztüren (T30 = feuerhemmend) für Treppenhaus-Zugänge zu Wohnungen in Gebäuden der Gebäudeklasse 3–5 zwingend vor. T90 (feuerbeständig) ist bei brandabschnitttrennenden Wänden und in Tiefgaragen erforderlich. Im Berliner Altbaubestand fehlen diese Türen häufig — Hauseigentümer sind im Rahmen der BauO verpflichtet, nachzurüsten. Der Einbau erfordert eine zugelassene Einheit (Tür + Zarge + Beschläge nach Zulassung des DIBt) und ein Einbauprotokoll des Fachbetriebs.

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Einbruchhemmung: RC-Klassen nach EN 1627

Einbruchhemmende Türen werden in die Widerstandsklassen RC1 bis RC6 klassifiziert. Für private Wohnungseingangstüren empfiehlt die Polizei Berlin mindestens RC2. Das erfordert: verstärktes Türblatt (≥ 3 mm Stahleinlage oder HDF-Kern ≥ 30 mm), geprüfte Zargenverankerung (Befestigungsabstand < 600 mm, mind. M8-Schrauben), Mehrfachverriegelungsschloss und geprüfte Bänder nach EN 1935. Kombination mit Schallschutz (SSK 2 + RC2) ist im Wohnungsbau am häufigsten anzutreffen.

Barrierefreier Türeinbau nach DIN 18040

Für barrierefreie Erschließung (Pflegewohnungen, öffentliche Gebäude, Umbau für Rollstuhlnutzer) gelten: lichte Durchgangsbreite ≥ 900 mm (DIN 18040‑1/-2), keine Schwelle oder max. 2 mm Anschlag, Türdrücker in 85–105 cm Höhe, Betätigungskraft ≤ 25 N. In Berliner Altbauten bedeutet das regelmäßig eine Öffnungserweiterung von mindestens 40 mm. Die Förderprogramme der KfW (Programm 455-B) erstatten bis zu 25 % der Umbaukosten.

FAQ: Türzargen & Innentüren einbauen

Was ist der Unterschied zwischen Blockzarge und Umfassungszarge?
+
Eine Blockzarge ist ein einteiliger, werkseitig gefertigter Rahmen, der vor dem Verputzen in die Rohbauöffnung eingebaut wird. Sie eignet sich für den Neubau und Trockenbau. Eine Umfassungszarge (auch: dreiteilige Renovierungszarge) ist aus zwei Seitenteilen und einem Oberteil zusammengesetzt und wird nachträglich in fertig verputzte Wandöffnungen eingebaut — ideal für die Renovierung im Altbau. Beide Typen werden in der Zargenbreite an die Wandstärke angepasst.
Welche Normmaße gelten für Innentüren in Deutschland?
+
Die maßgebliche Norm ist DIN 18101:2020‑08. Die häufigsten Türblatt-Nennmaße für Innentüren sind: 610, 735, 860 und 985 mm Breite bei 1985 oder 2110 mm Höhe. Das mit Abstand häufigste Maß im deutschen Wohnungsbau ist 860 × 1985 mm. Die dazugehörige Rohbauöffnung beträgt 985 × 2035 mm (inkl. je 12,5 mm Einbauluft an den Seiten, 25 mm oben). Alle anderen Maße gelten als Sonderanfertigung und sind teurer.
Was kostet der Einbau einer Innentür in Berlin 2026?
+
Eine Standard-CPL-Innentür inkl. Zarge und Montage kostet in Berlin 2026 zwischen 420 und 680 € pro Stück. Für Schallschutztüren (Rw ≥ 32 dB) sind es 780–1.300 €, für Brandschutztüren T30 mit Stahlzarge und Einbauprotokoll 1.400–2.600 €. Treiber sind hohe Montagelöhne (60–80 €/Std. netto) und bei Altbauten erhöhter Aufwand durch schiefe Leibungen und Sondermaße. Nutzen Sie unseren Rechner oben für eine individuellere Schätzung.
Wann brauche ich eine Brandschutztür (T30)?
+
Brandschutztüren T30 (feuerhemmend) sind nach der Berliner Bauordnung (BauO Bln) u. a. erforderlich: zwischen Treppenraum und Wohnungs-Flur in Gebäuden der Gebäudeklasse 3–5, bei Zugängen zu Tiefgaragen, Heizräumen und Kellerabschnittstrennwänden. Im Berliner Altbau fehlen diese Türen oft und müssen nachgerüstet werden. Der Einbau erfordert eine zugelassene Einheit (Tür + Zarge + Beschläge, alle in der DIBt-Zulassung gelistet) sowie ein Einbauprotokoll des ausführenden Fachbetriebs.
Kann ich eine Innentür selbst einbauen?
+
Ja, für Standard-Innentüren ohne Sicherheits- oder Brandschutzanforderungen ist der Selbsteinbau einer Umfassungszarge und eines CPL-Türblattes handwerklich möglich. Notwendig sind: Setzwaage (1,5 m), Richtscheit, Montageschaum, Akkuschrauber, Gliedermaßstab. Zeitbedarf: 4–8 Stunden ohne Vorerfahrung. Nicht selbst einbauen: Brandschutztüren (T30/T90) — deren Montage muss durch einen Fachbetrieb mit Einbauprotokoll erfolgen. Fehler heben die Brandschutzklassifizierung auf und erzeugen Haftungsrisiken.
Wie viel Schallschutz bietet eine Standardtür?
+
Eine einfache CPL-Innentür ohne Dichtung erreicht ein Schalldämmmaß von Rw ≈ 17–22 dB — das ist deutlich unter dem gesetzlichen Mindestmaß für Wohnungseingangstüren (Rw ≥ 27 dB nach DIN 4109). Für Wohnungstrennwände empfiehlt die VDI 4100 mindestens Rw ≥ 32 dB (SSK 2). Entscheidend für guten Schallschutz sind neben dem Türblatt: umlaufende Falzdichtungen in der Zarge und eine Automatikabsenkdichtung am unteren Türrand, die die unvermeidliche Fuge zum Boden schließt.
Welche lichte Breite brauche ich für eine rollstuhlgerechte Tür?
+
Nach DIN 18040‑1 (öffentliche Gebäude) und DIN 18040‑2 (Wohnungen) muss die lichte Durchgangsbreite mindestens 900 mm betragen. Das entspricht einem Türblatt mit einem Nennmaß von mindestens 985 mm Breite (abzügl. Falzmaße). Zudem sind Schwellenfreiheit oder eine Schwellenhöhe < 2 mm, ein Türdrücker in 85–105 cm Höhe und ein Betätigungsaufwand von max. 25 N vorgeschrieben. In vielen Berliner Altbauten bedeutet das eine Erweiterung der vorhandenen Öffnung. KfW-Förderprogramm 455-B kann bis zu 25 % der Umbaukosten erstatten.
Was tun, wenn die Tür nach dem Einbau schleift oder klemmt?
+
Schleifen und Klemmen entstehen fast immer durch eine nicht lotrechte Zarge oder falsch eingestellte Bänder. Zuerst prüfen: Sind alle drei Bänder im Lot? Sind die 3D-Bänder (Höhe, Seite, Andruck) korrekt justiert? Beim modernen 3D-Band können alle Parameter mit einem Inbusschlüssel einfach nachjustiert werden — ohne Tür auszuhängen. Niemals das Türblatt abhobeln: Das beschädigt die Deckschicht und löscht die Garantie. Bei alten Stahllappen-Bändern (häufig im DDR-Bestand) muss die Bandposition in der Zarge nachgefräst oder die Zarge komplett neu ausgerichtet werden.

Türen & Innenausbau in Berlin — von NEUWEST.

Ob Standard-Renovierung, Brandschutztür oder barrierefreier Umbau: Wir planen, liefern und montieren — fachgerecht, mit Einbauprotokoll und Gewährleistung.

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