🛠 Treppenbau & Innenausbau

Treppenbau: Holz, Beton & Stahl im Vergleich — Kosten, Normen & Planung 2026

Treppenbau ist Ingenieurskunst und Gestaltungsaufgabe zugleich. Welches Material — Holz, Beton oder Stahl — für Ihr Projekt das richtige ist, hängt von Statik, Budget, Nutzung und Ästhetik ab. Der vollständige Vergleich mit Berliner Marktpreisen 2026, DIN-Normen und Planungshinweisen.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
NEUWEST Bau-Experten Berlin

Was ist Treppenbau? Definition & Materialwahl

Treppenbau ist die Planung, Berechnung und Herstellung von Treppen als vertikale Verbindungsbauteile zwischen Geschossen eines Gebäudes. Eine Treppe besteht mindestens aus Stufen (Auftritt), Steigöffnungen (Stufensteigung), Wangen oder Holmen sowie einem Geländer und Handlauf. Die Wahl des Tragsystems — monolithisch, eingespannt, freitragend oder gewendelt — ist untrennbar mit dem Material verbunden.

Die drei dominierenden Baustoffe im Treppenbau sind Holz (wärmeintensiv, bearbeitungsfreundlich, wohnlich), Stahlbeton (massiv, schallschluckend, brandresistent) und Stahl (schlank, transparent, hohe Spannweiten). Kombinationen wie Stahlwange mit Holzstufen oder Betonlauf mit Glasgeländer sind Standard.

Rechtlich verbindlich sind in Deutschland die DIN 18065 für Gebäudetreppen sowie — bei gewerblicher Nutzung und öffentlichen Gebäuden — zusätzlich die ASR A1.8 (Treppe im Arbeitsstättenrecht). Beide Normen regeln Mindestmasse, Steigungsverhältnisse, Geländerhöhen und Rutschhemmung.

In Berlin gilt als Landesbaurecht die Berliner Bauordnung (BauO Bln), die die Gebäudeklassen 1–5 und damit die Anforderungen an Fluchwege, Feuerwiderstandsklassen und Mindestbreiten von Treppenhäusern festlegt. Freistehende Auftritttreppen im Wohnungsbau unterliegen weitgehend privatrechtlicher Vereinbarung, müssen aber die DIN 18065 erfüllen.

Treppenbau — Kenngrößen

17 cm
Maximale Steigungsmäßung (s) im Wohnungsbau nach DIN 18065
29 cm
Mindest-Auftritt (a) nach DIN 18065; Faustregel 2s + a = 63 cm
1,0 m
Mindest-lichte Breite notwendiger Treppen (Wohnungsbau Berlin)
F90
Feuerwiderstand notwendiger Treppenhäuser in GK 4–5 (BauO Bln)
🪵 Holz

Holztreppe

Klassisches Innentreppenmaterial. Warme Haptik, einfach zu bearbeiten, vielfältig kombinierbar. Einschränkungen bei Feuerwiderstand (max. F30 mit Schutzverkleidung) und hohen Nutzlasten.

800–2.500 €/m²
🏛 Beton

Betontreppe

Monolithisch oder als Fertigteil. Höchste Schallschutzwerte, brandresistent, dauerhaft. Schwer, erfordert solide Unterkonstruktion. Oberfläche mit Belag (Stein, Holz, Keramik) veredelbar.

600–1.800 €/m²
⚙ Stahl

Stahltreppe

Freitragende Konstruktionen mit minimaler Materialstärke. Ideal für Design-Treppen, Außenanlagen und Industriebauten. Feuerverzinkt oder pulverbeschichtet dauerhaft. Schallschutz gering.

900–3.500 €/m²

DIN-Normen & Baurecht für Treppen in Deutschland

Jede bauliche Treppe muss normkonform sein. Die wichtigsten Regelwerke für Planer, Bauherren und Handwerker.

Norm / RegelwerkAnwendungsbereichKernanforderung (Auswahl)
DIN 18065:2015-03 Gebäudetreppen (notwendig + sonstig) Steigung s ≤ 21 cm, Auftritt a ≥ 21 cm; 2s + a = 59–65 cm; Kopfhöhe ≥ 2,00 m
DIN EN 1337 / EN 1995 Holztragwerke (Eurocode 5) Bemessung von Holzbauteilen inkl. Treppenwangen, Befestigungen, Schwingungsnachweis
DIN EN 1992 (EC2) Betonbau (Eurocode 2) Stahlbetonbemessung Treppenlauf und -podest, Mindestbewehrung, Schlankheit
DIN EN 1993 (EC3) Stahlbau (Eurocode 3) Profilwahl, Schweißnahtbemessung, Verformungsgrenzen (L/300 Treppenlauf)
DIN 4102 / EN 13501 Brandschutz Baukonstruktionen Feuerwiderstandsklassen F30/F60/F90; Holz max. F30 (verkleidet), Beton/Stahl bis F90
DIN 18024 / DIN 18040 Barrierefreies Bauen Handlauf beidseitig, Stufenmarkierung, Mindestbreite 1,20 m bei barrierefreiem Anspruch
ASR A1.8 Arbeitstätten (Gewerbebau) Mindestbreite 1,00 m, Steigung ≤ 17 cm, Rutschhemmung R9–R12 je Nass/Trocken
BauO Bln (Berlin) Landesbaurecht Berlin GK 1–2: Holztreppen zulässig; GK 3: F30-B; GK 4–5: nichtbrennbar (F90), geschlossenes Treppenhaus
Planungshinweis: Die Schrittmaßformel 2s + a = 63 cm (Toleranz 59–65 cm) ist die ergonomisch bewährte Faustregel. Für Berliner Neubau-Wohnungen empfehlen erfahrene Planer s = 17 cm / a = 29 cm als Standardmaß (2 × 17 + 29 = 63). Im Bestand weichen viele Altbauten davon ab; nachträgliche Angleichung erfordert häufig neue Konstruktionen.

Holztreppe: Typen, Konstruktion & Preise

Holz bleibt das beliebteste Material für Innen-Wohnungstreppen. Wir erklären Konstruktionstypen, Holzarten und reale Berliner Kosten 2026.

🪵 Vorteile Holz

Wärme & Haptik: Keine andere Oberfläche fühlt sich so angenehm an — ideal für Wohnhäuser
Bearbeitbarkeit: Vor Ort sägbar, schleifbar, nachbearbeitbar; Reparaturen einfach
Eigengewicht: Leichteste Lösung, kaum zusätzliche Belastung auf Decken und Wände
Nachhaltigkeit: Zertifiziert (FSC/PEFC) als nachwachsender Rohstoff, CO₂-bindend
Kosten: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Segment Einfamilienhaus

⚠ Nachteile Holz

Brandschutz: Brennbar (B2/B3); in GK 3+ Verkleidung oder Alternativmaterial nötig
Schallschutz: Trittschall übertragbar; entkoppelte Auflagerung und Teppichbelag mindern Problem
Feuchtigkeit: Quell- und Schwundneigung bei schwankenden rF-Werten; nicht für Nassbereich
Verschleiß: Oberfläche abnutzbar, regelmäßiges Ölen oder Versiegeln nötig
Knarren: Verbindungen können sich setzen; Qualität der Verleimung und Dübel entscheidend

Konstruktionstypen & Holzarten

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Wangentreppe (klassisch)

Stufen werden in zwei seitliche Wangen eingeschoben oder aufgelegt. Robuste Konstruktion, einfach zu planen und zu bauen. Wangen sichtbar (Designelement) oder verkleidet. Holzarten: Buche, Eiche, Esche, Kiefer. In Berlin Standard für Einfamilienhäuser: 1.200–2.000 €/m Treppenlänge (inkl. Geländer, Einbau).

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Holmtreppe / Mittelholmtreppe

Ein zentraler Stahlbeton- oder Stahlholm trägt die Stufen beidseitig auskragend. Optisch transparent, zeigt Stufen von beiden Seiten. Beliebt in modernen Berliner Neubauten und Dachausbauten. Gesamtpreis 2.500–4.500 €/m Treppenlänge inkl. Planung und Montage.

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Bolzentreppe (freitragend)

Stufen werden an der Wand oder am Holm mit Gewindebolzen verankert. Sehr offen, schwebende Optik. Erfordert eine massiv berechenbare Wandkonstruktion oder Stahlständer. In Beton oder Holzstufen auf Stahlkonstruktion: 300–600 € je Stufe, ab 15 Stufen wirtschaftlich.

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Empfohlene Holzarten im Vergleich

Buche (hart, preisgünstig, gebleicht möglich): 80–120 €/m² roh. Eiche (dauerhaft, Naturfarbe beliebt, Berlin-Favorit): 120–200 €/m². Esche (elastisch, helle Maserung, gute Stoßdämpfung): 100–160 €/m². Nussbaum (premium, dunkel, repräsentativ): 200–350 €/m². Alle Preise netto, nur Stufenmaterial.

Betontreppe: Ortbeton, Fertigteile & Sichtbeton

Stahlbetontrepen sind Pflicht in Mehrfamilienhäusern der Gebäudeklasse 3–5. Sie bieten höchsten Brandschutz & Schallschutz und sind individuell formbar.

🏛 Vorteile Beton

Brandschutz: Nichtbrennbar; F90 ohne Zusatzmaßnahmen; Pflicht in GK 4–5
Schallschutz: Hohe Flächenmasse dämpft Trittschall effektiv (bei entkoppelter Auflagerung)
Formfreiheit: Geschwungene, gewendelte Formen im Ortbetonverfahren möglich
Langlebigkeit: Wartungsfrei, unempfindlich gegen Feuchtigkeit & mechanische Last
Fertigteile: Planbar, schnell montiert, Qualitätskontrolle im Werk

⚠ Nachteile Beton

Eigengewicht: 2.000–2.500 kg/m³; Decken & Fundament müssen für Lastfall ausgelegt sein
Kälteempfinden: Beton fühlt sich kalt an; Beläge (Holz, Stein, Keramik) empfohlen
Montage-Aufwand: Ortbeton: Schalung, Bewehrung, Betonage, Ausschalung — zeitintensiv
Korrektur: Nach dem Erhärten kaum noch veränderbar; Planung muss stimmen
Kriechen: Langzeitverformung bei Ortbeton ohne Bewehrung; Statiker nötig

Herstellverfahren & Kosten in Berlin 2026

VerfahrenTypischer EinsatzBerliner Marktpreis 2026 (netto)Hinweis
Ortbeton (Schalung)Mehrfamilienhaus, individuelle Form1.200–2.200 €/m TreppenlängeInkl. Bewehrung, Schalung, Betonage; ohne Belag
BetonfertigteilSerienbau, Wohnungsbau800–1.400 €/mWerksqualität, schnelle Montage; geräteintensiov
Sichtbeton (Schalhaut)Design-Treppenhäuser, Architekturprojekte1.800–3.200 €/mSchalhaut Klasse SB2/SB4 nach DBV-Merkblatt
Betontreppe + HolzbelagMFH, Luxuswohnungen Berlin+150–350 €/m²Eichenholz-Trittstufen auf Betonrohstufe aufgeklebt
Schallschutztipp: Selbst eine massiv gemauerte Betontreppe überträgt Trittschall über Flanken in angrenzende Wohnungen. Pflicht in Berlin: schallgeköppelte Auflager (Sylomer-Lager oder ähnlich) an Wandanschluss und Podest gemäß DIN 4109 — das ist kein optionales Extra, sondern normativ gefordert.

Stahltreppe: Konstruktion, Oberflächen & Planung

Stahl ermöglicht schlanke freitragende Konstruktionen und große Spannweiten. Unverzichtbar im Außenbereich und Gewerbebau — zunehmend auch im Wohndesign.

⚙ Vorteile Stahl

Schlankheit: Wangen ab 8 mm Blech möglich; minimaler Platzbedarf
Spannweiten: Freitragende Längen bis 4 m ohne Zwischenstütze realisierbar
Präzision: Werksgefertigt mit CNC; Toleranzen < 1 mm, passgenaue Montage
Außenbereich: Feuerverzinkt (70 µm Schichtdicke) oder Edelstahl rostfrei für Freibereiche
Kombinierbar: Holz-Trittstufen, Glas-Geländer, Betonpodeste problemlos integrierbar

⚠ Nachteile Stahl

Schallleitung: Stahl ist ein hervorragender Schallleiter; Entkopplung an jedem Anschlusspunkt zwingend
Brandschutz: Stahl verliert ab ~400 °C Tragfähigkeit; F30/F60 nur mit Bekleidung oder Beschichtung (i30)
Korrosion: Baustahl ohne Schutz rostet; aufwendige Oberflächenvorbereitung (Sa 2,5)
Wärmeübertragung: Stahl fühlt sich kalt an; im Wohnbereich fast immer Belag nötig
Kosten: Hochwertiger Stahlbau ist teuerste Lösung; Preise stark von Stahlmarkt abhängig

Oberflächen & Korrosionsschutz

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Feuerverzinkung (DIN EN ISO 1461): 70–85 µm Zinkschicht, Lebensdauer > 40 Jahre im Freiluftbereich. Standard für Berliner Außentreppen und Fluchttreppen.
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Pulverbeschichtung (RAL): über Verzinkung, 80–120 µm. Jede Farbe nach RAL möglich; Zweischichtsystem empfohlen. Vorbehandlung: Strahlen auf Sa 2,5 oder Phosphatieren.
Edelstahl (1.4301 / 1.4404): Rostträger für Geländer und Handläufe im Freien. Gebürstet (K240) oder poliert. Empfindlich gegen Chloride — an Meeresklimazonen 1.4404 verwenden.
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Brandschutzbeschichtung (i30): Dämmschichtbildner (Intumeszenz) schäumt im Brandfall auf, isoliert Stahl bis 60 min. Alternative: Bekleidung mit Calciumsilikatplatten oder Gipskarton F30/F60.

Holz vs. Beton vs. Stahl: Alle Kriterien auf einen Blick

Berliner Marktpreise 2026, Normenanforderungen und Planungsempfehlungen für Architekten und Bauherren.

Kriterium🪵 Holz🏛 Stahlbeton⚙ Stahl
Berliner Basispreis (2026, netto)800–2.500 €/m²600–1.800 €/m²900–3.500 €/m²
Brandschutz (max. ohne Auflage)F30-B (mit Verkleidung)F90-AF30-A (mit Beschichtung i30)
GK-Eignung (BauO Bln)GK 1–2GK 1–5GK 1–4 (mit Brandschutz)
Trittschallmittel (Entkopplung)gut (Masse)schlecht (Schallleiter)
Eigengewicht (ca.)30–80 kg/m²300–500 kg/m²80–200 kg/m²
Lebensdauer25–60 Jahre> 80 Jahre40–80 Jahre (Korrosionsschutz)
Designfreiheithoch (Formen, Farben)sehr hoch (Ortbeton)sehr hoch (CNC, Schweißen)
Außenbereicheingeschränkt (Holzschutz)gut geeignetsehr gut geeignet
Nachrüstbarkeit im Bestandsehr gutschwierig (Last)gut (leichte Montage)
Typische Ausführungszeit Berlin3–8 Wochen6–12 Wochen4–10 Wochen

Berliner Marktpreise 2026 auf Basis von NEUWEST-Projektdaten und Herstellerpreislisten. Preise netto exkl. MwSt. Regional und projektspezifisch können erhebliche Abweichungen bestehen.

Treppenbau-Kostenrechner: Was kostet Ihre Treppe in Berlin?

Wählen Sie Material, Konstruktionstyp, Geschoßhöhe und Ausstattung — der Richtwert-Kostenrahmen berechnet sich live auf Basis Berliner Marktpreise 2026.

Material
Konstruktionstyp
Geschosshoehe 2,75 m
Breite der Treppe 1,00 m
Ausstattung Geländer
Anzahl Stufen (ca.)
16 Stufen
Treppenfläche (ca.)
1,6 m²
Kostenrahmen Gesamt (netto)
4.100 €
Davon Geländer/Handlauf
800 €
Richtwerte für Berlin 2026, netto. Tatsächliche Kosten abhängig von Lage, Zugang, Spezialwünschen und Subunternehmerauslastung. Planung und Statik: +8–15 % auf Bausumme. Alle Angaben ohne Gewähr.

Treppe planen & bauen: Ablauf von der Idee bis zur Abnahme

Vom Bestandsaufmaß bis zur Bauabnahme — die typischen Projektphasen für Treppen in Berliner Wohn- und Gewächsbauten.

1

Bestandsaufnahme & Raumprogramm

Genaues Aufmaß der lichten Geschoßhöhe, verfügbarer Treppenloch-Größe (Grundriss), Deckenstärke und Wandkonstruktion. In Berliner Altbauten (GK 2, vor 1950) oft abweichende Rohdeckenhöhen und unebene Rohdecken — Aufmaß vor Ort ist unabdingbar. Nutzungsanforderungen (Wohnen, Gewerbe, Fluchtweg) bestimmen Norm-Klasse.

2

Entwurf & Normenprüfung (DIN 18065)

Stufenanzahl und Steigungsmaß aus Geschosshoehe berechnen. Prüfung: Schrittmaßformel, Kopffreiheit, Podestbreite, Geländerhöhe (≥ 90 cm, bei Hühstufe > 12 m: 1,10 m). Bei barrierefreiem Anspruch: DIN 18040-2 zusätzlich. Materialwahl in Abstimmung mit BauO-Gebäudeklasse.

3

Statik & Brandschutzkonzept

Tragwerksplanung durch Ingenieurbüro: Lastannahmen nach DIN EN 1991-1-1 (qk = 3,0 kN/m² Wohnungstreppen, 5,0 kN/m² öffentliche Treppen), Nachweis der Anschlusskonstruktion an Decke/Wand. Brandschutznachweis gemäß GK und BauO Bln — bei GK 3+ Genehmigungspflicht. Berliner Baukontrollamt prüft Einreichungsunterlagen.

4

Ausschreibung & Vergabe

LV nach VOB/B oder frei, mit Leistungsbeschreibung für Materialgüte, Oberflächenklassen (Sichtbeton SB2, Holz geschliffen + gerölt), Geländertyp und Schallschutzmaßnahmen. In Berlin: Mindestwartezeit für qualif. Treppenbauerbet'riebe 4–8 Wochen. Richtpreisanfrage parallel bei 3 Firmen empfohlen.

5

Ausführung & Baustellenkoordination

Beton: Bewehrungsabnahme vor Betonage, Nachbehandlung (7 Tage feucht), Ausschalfrist. Holz/Stahl: Werkvorfertigung, passgenaue Montage auf Maß. Koordination mit Gewerken Estrich, Putz, Maler (Reihenfolge: Treppe meist nach Rohbau, vor Estrich im EG). Provisorische Absperrung bis Geländer steht.

6

Abnahme & Dokumentation

Prüfung: Stufenmasse, Steigung, Geländerhöhe, Handlauf-Durchmesser (Ø 25–50 mm nach DIN 18065), Oberfläche, Befestigung. Bei notwendigem Treppenhaus: behördliche Abnahme und Eintrag im Baubestandsbuch. Schallschutzmessung bei vereinbartem Schallschutzwert (ältere Berliner MFH oft nachgerüstet).

Berlin-spezifisch: Altbau, Dachausbau & Denkmalschutz

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Altbau-Treppenerneuerung (Gründerzeit, Nachkrieg)

Viele Berliner Gründerzeitbauten (1880–1930) haben noch originale Holzwangentreppen mit Steigungen von 19–22 cm — oberhalb heutiger DIN-Grenzwerte. Erneuerung ohne Grundrissänderung: Mit Sondergenehmigung können bestehende Maße im Bestand beibehalten werden (Bestandsschutz). Neue Treppenanlagen im selben Haus müssen DIN 18065 erfüllen.

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Denkmalschutz: Was ist möglich?

In denkmalgeschützten Berliner Gebäuden (Landesdenkmalamt Berlin) sind Veränderungen an Treppen genehmigungspflichtig. Originale Treppenformen und Holzgeländer sind häufig zu erhalten. Sicherheitsertüchtigung (zweiter Handlauf, Stolperschutz) ist fast immer genehmigungsfähig — frühzeitige Abstimmung mit dem Denkmalamt spart Zeit und Kosten.

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Treppe im Dachausbau

Berliner Dachausbauten (DG-Treppe neu) müssen als „notwendige Treppe“ ausgelegt werden, sobald das DG als eigene Wohneinheit genutzt wird. Mindestbreite 1,00 m, F30 (GK 2–3) oder F60/F90 (GK 4). Platzsparendes Lösung: Mittelholmtreppe aus Stahl mit Holzstufen — beliebt und normkonform für enge Grundrisse.

FAQ: Treppenbau Holz, Beton & Stahl

Was kostet eine neue Treppe in Berlin 2026?
+
Die Kosten hängen stark von Material und Bauart ab. Als Richtwerte für Berlin 2026 (netto): eine Holzwangentreppe kostet 800–2.500 €/m², eine Betonfertigteiltreppe 600–1.800 €/m², eine Stahldesigntreppe 900–3.500 €/m². Für ein Einfamilienhaus mit einer Treppe (EG→OG, ca. 16 Stufen) sollten Bauherren 5.000–18.000 € inkl. Geländer einplanen. Hinzu kommen Planung und Statik (ca. 8–15 % der Bausumme) sowie ggf. Belag.
Welche DIN-Norm gilt für Treppen in Wohnhäusern?
+
Verbindlich ist die DIN 18065:2015-03 „Gebäudetreppen“. Sie unterscheidet „notwendige Treppen“ (Mindestanforderungen, sicherheitsrelevant) und „sonstige Treppen“ (privatrechtlich vereinbarte Abweichungen möglich). Wichtigste Maße: Steigung s ≤ 19 cm (Wohnbau, sonstige Treppe bis 21 cm), Auftritt a ≥ 23 cm, Schrittmaßformel 2s + a = 59–65 cm, Kopffreiheit ≥ 2,00 m, Geländerhöhe ≥ 0,90 m. Zusätzlich gilt in Berlin die BauO Bln für Brandschutz und Fluchtweganforderungen.
Welches Treppenmaterial ist das Beste für ein Einfamilienhaus?
+
Für ein freistehendes Einfamilienhaus (GK 1–2) ist Holz meist die erste Wahl: geringes Eigengewicht, warme Optik, gute Preis-Leistung, kein erhöhter Brandschutzaufwand. Stahl eignet sich, wenn Platz knapp ist (Mittelholmtreppe) oder eine besondere Optik gewünscht wird. Beton ist im EFH-Bereich selten, macht aber bei geschoßhohem Sichtbetonhaus oder wenn die Treppe gleichzeitig als Raumteiler fungiert Sinn. Die häufigste Kombination in Berlin: Stahl-Mittelholm mit Eichenholzstufen — optisch modern, technisch durchdacht.
Braucht eine neue Treppe im Mehrfamilienhaus eine Baugenehmigung?
+
In Berlin: ja, bei Änderungen an notwendigen Treppen. Eine neue oder veränderte Treppe im Treppenhaus eines MFH (notwendige Treppe nach BauO Bln) ist genehmigungspflichtig, da sie den Fluchtweg betrifft. Einzureichen beim Bauamt des jeweiligen Berliner Bezirks sind Grundrissplan, Schnittzeichnung, Brandschutznachweis, ggf. Statik. Ausnahme: rein interne Wohnungstreppe innerhalb einer Wohneinheit (z. B. zur Galerie) ist in GK 1–2 baugenehmigungsfrei, muss aber DIN 18065 erfüllen.
Wie viele Stufen hat eine Treppe pro Geschoss?
+
Die Stufenanzahl ergibt sich aus Geschosshoehe geteilt durch Steigungsmaß. Bei üblicher Berliner Rohdeckenhöhe von 2,75 m und einer Steigung von 17 cm: 275 cm ÷ 17 cm = 16,2 → 16 Stufen à 17,2 cm. Bei Altbauten mit 3,00 m: 3,00 m ÷ 0,175 m = 17 Stufen. DIN 18065 schreibt vor, dass alle Stufen eines Treppenlaufs gleich hoch sein müssen (max. Abweichung ± 5 mm). Mehr als 18 Stufen ohne Zwischenpodest sind bei notwendigen Treppen im Wohnbau nicht zulässig.
Kann eine alte Holztreppe durch eine Stahltreppe ersetzt werden?
+
Ja, mit Planung. Der Austausch einer Holztreppe gegen Stahl ist technisch und optisch eine beliebte Modernisierungsmaßnahme. Zu prüfen ist: (1) Brandschutz — bei GK 3+ ist Brandschutzbeschichtung (i30) oder Bekleidung der Stahl-Trag­konstruktion nötig; (2) Schallschutz — Entkopplungslager an allen Auflagerpunkten zwingend; (3) Statik — neue Anschlusspunkte an Wand/Decke müssen berechnet werden; (4) in Berlin: Baugenehmigung für Treppenhaus-Änderungen. Die Fertigungszeit für eine Stahltreppe im Werk beträgt nach Freigabe der Werkplanung ca. 4–6 Wochen.
Wie hoch muss ein Treppengeländer sein?
+
Nach DIN 18065 muss das Geländer an notwendigen Treppen mindestens 0,90 m hoch sein, gemessen senkrecht über der Stufenvorderkante. Bei absturzsicherungspflichtigen Anlagen ab mehr als 12 m Höhe (z. B. Außentreppen an Hochhäusern) ist eine Höhe von 1,10 m Pflicht. Für Kindersicherheit: kein Kletterbarer öffnungen > 11 cm Sp­alt­breite; Horizontalstäbe sind unzulässig. Ein zweiter Handlauf auf Ermüßigungshöhe (0,65 m) wird für barrierefreie Gebäude nach DIN 18040 gefordert.
Was ist der Unterschied zwischen Wangentreppe und Holmtreppe?
+
Bei der Wangentreppe tragen zwei seitliche Wangen (Holz, Stahl oder Beton) die Stufen. Die Stufen sind eingeschoben oder aufgelegt — klassisch, robust, gut verkleidbar. Bei der Holmtreppe (Mittelholm) trägt ein einziger zentraler Träger die Stufen beidseitig auskragend — die Treppe wirkt optisch sehr offen und „schwebend“. Der Platzbedarf der Holmtreppe im Grundriss ist geringer; die Schwingungsneigung bei Holmtreppen ist höher und muss statisch nachgewiesen werden (Eigenfrequenz > 3 Hz nach DIN EN 1990). Holmtreppen kosten in der Regel 30–60 % mehr als vergleichbare Wangentreppen.

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