Türzargen und Innentüren sind tragende Elemente des Raumkomforts — von der richtigen Zargenwahl über Normabmessungen nach DIN 18101 bis zum präzisen Einbau auf Gehrung: Hier erfahren Bauherren und Fachleute alles für eine professionelle Ausführung.
Eine Türzarge ist das konstruktive Rahmenelement, das eine Wandöffnung einfasst, das Türblatt aufnimmt und die Kräfte aus Gewicht sowie Betrieb sicher in die Wandkonstruktion überleitet. Sie ist — anders als eine reine Bekleidung — tragend und formgebend: Ohne eine maßhaltig und lotrecht eingebaute Zarge lässt sich kein Türblatt dauerhaft spielfrei und leichtgängig hängen.
Die Norm DIN 18101:2020‑08 regelt Nennmaße für Türblätter und Zargen; DIN 18100:2022‑03 legt die zugehörigen Wandöffnungsmaße fest. Der Einbau ist handwerklich anspruchsvoll: Bereits ein Winkelversatz von 2 mm über die Zarghöhe führt zum Schlagen oder Klemmen des Türblatts.
In Berliner Altbauten (Gründerzeit, DDR-Plattenbau) treffen Handwerker zudem auf nicht normgerechte Bestandsöffnungen: schiefe Wandleibungen, Putzaufbauten bis 40 mm, unbekannte Wandstärken. Sorgfältige Vorvermessung und die richtige Zargenwahl sind daher Pflicht.
Für Architekten und Planer: Die Maßkoordination zwischen Türblatt‑Nennmaß, Zargenfalzmaß und lichtem Durchgangsmaß (lichte Weite nach DIN 18040‑1 für barrierefreies Bauen ≥ 900 mm) muss frühzeitig im Grundriss verankert werden.
Die Wahl der Zargen-Konstruktion und des Materials ist die wichtigste Entscheidung — sie bestimmt Einbauverfahren, Brandschutzeignung und Langlebigkeit.
Wird werkseitig als einteiliger Rahmen gefertigt und vor dem Verputzen in die Rohbauöffnung eingemauert oder eingeständert. Hohe Maßstabilität bei trockenen Bedingungen. Standard im Wohnungsbau für Holzrahmenkonstruktionen und Trockenbauwände (GK-Wände nach DIN 18183).
Dreiteilige Zarge aus zwei Seitenteilen und einem Oberteil für den nachträglichen Einbau in fertige Wandöffnungen (z. B. Renovierung, Altbau). Die Zargenbreite wird an die Wandstärke angepasst. Wird gedübelt, geschraubt oder mit Klemmfedern fixiert. Häufig mit Putzabdecklaschen.
Aus kaltgewalztem Stahlblech (1,5–2 mm, DIN 18111‑1). Zwingend für Brandschutztüren T30 und T90 nach DIN 4102‑5. Eingemauert (Anker ins Mauerwerk) oder in Trockenbau (Sonderankersystem). Höherer Einbauaufwand, aber sehr robust und feuchtigkeitsresistent. Häufig in Treppenräumen, Kellern, gewerblichen Objekten.
Eloxiertes oder pulverbeschichtetes Aluminiumprofil. Korrosionsfest, leicht und repräsentativ — typisch für Gewerbebau, öffentliche Gebäude und hochwertige Wohnprojekte. Thermisch getrennte Ausführungen für außenliegende Zargen (EN 14351‑1). Schlanke Profilansichten möglich.
Kein tragendes Einbauteil, sondern eine aufgesetzte Verkleidung für vorhandene Bestandszargen. Häufig im Renovierungsfall: Die alte Zarge bleibt, neue CPL- oder Deckschichtprofile werden aufgeleimt oder geklipst. Schnelle Optik-Aufwertung, aber kein Ersatz bei statischen oder brandschutztechnischen Anforderungen.
Wandeinbausystem für wandbündige Schiebetüren (Wandschiene, Wandkasten). Laufschiene nach DIN 18100, Bandhalter an Oberzarge. Anspruchsvoll: Wandöffnung ca. doppelte Türbreite, Leitungen müssen umverlegt werden. Hoher Platzgewinn, besonders in Berliner Altbau-Grundrissen beliebt.
Türen und Zargen folgen einem genormten Maßraster. Abweichungen erfordern Sonderanfertigungen und erhöhen die Kosten erheblich.
| Norm | Titel (Kurzform) | Relevanz für den Einbau |
|---|---|---|
| DIN 18101:2020‑08 | Türen — Maße | Nennmaße für Türblätter, Zargen und Wandöffnungen; verbindliches Maßraster |
| DIN 18100:2022‑03 | Wandöffnungen für Fenster und Türen | Rohbauöffnungsmaße = Türblatt-Nennmaß + 2× Einbauluft (je 12,5 mm Seite, 25 mm oben) |
| DIN 18040‑1:2010 | Barrierefreies Bauen — öffentl. Gebäude | Lichte Durchgangsbreite ≥ 900 mm, Schwellenfreiheit, Kraftbedarf < 25 N |
| DIN 4102‑5 | Brandverhalten — Feuerschutzabschlüsse | Klassifizierung T30/T60/T90 für feuerbeständige Zargen und Türblätter |
| EN 16034:2014 | Feuer-/Rauchschutzeigenschaften (CE-Kennzeichnung) | Produktnorm für Brandschutz- und Rauchschutztüren; CE-Pflicht im Markt |
| DIN 18111‑1 | Zargen aus Stahl | Stahlstärke, Profil, Anker; maßgeblich für T30/T90-Stahlzargen |
| DIN EN 1935:2002 | Bänder — Anforderungen | Tragfähigkeitsklassen für Scharniere; Mindestens Klasse 11 für schwere Türblätter (> 80 kg) |
| VDI 4100 / DIN 4109 | Schallschutz im Hochbau | Schalldämmmaß Rw für Türen; SSK 2: Rw ≥ 32 dB, SSK 3: Rw ≥ 37 dB |
| Türblatt-Nennmaß (H × B) | Rohbauöffnung (H × B) | Lichte Weite (Falzmaß 10 mm) | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 1985 × 610 mm | 2035 × 735 mm | ca. 590 mm | Abstellraum, Abseite |
| 1985 × 735 mm | 2035 × 860 mm | ca. 715 mm | Gäste-WC, Abstellraum |
| 1985 × 860 mm | 2035 × 985 mm | ca. 840 mm | Standardtür Wohnung |
| 1985 × 985 mm | 2035 × 1110 mm | ca. 965 mm | Wohnzimmer, Schlafzimmer |
| 2110 × 860 mm | 2160 × 985 mm | ca. 840 mm | Lofts, große Raumhöhen |
| 2110 × 1010 mm | 2160 × 1135 mm | ca. 990 mm | Barrierefrei (DIN 18040‑1) |
Der Einbau einer Innentür gliedert sich in Vorbereitung, Zargeneinbau, Türblatt-Hängen und Abschlussarbeiten. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf.
Rohbauöffnung mit Lot und Wasserwaage in Breite, Höhe und Rechtwinkligkeit prüfen. Toleranz nach DIN 18202 Tabelle 3: ± 10 mm auf 1 m. Alte Zargen vollständig entfernen, Putz an den Leibungen bis zum Untergrund zurücknehmen. Alle Dübel und Schraubenreste entfernen. Wichtig: Feuchtemessung in der Wand (Zielwert < 3 % b. m.); bei Berliner Altbauten häufig erhöhte Restfeuchte nach Winterbetrieb.
Wandstärke an drei Messpunkten erfassen (Abweichung im Altbau bis ± 20 mm möglich). Zargenbreite = Wandstärke + Putzaufmaß. Umfassungszargen werden individuell auf Maß bestellt. Für Blockzargen: Rohbaumaß vs. Zargen-Außenmaß abstimmen, Einbauluft (12,5 mm je Seite, 25 mm oben) einplanen. Für Brandschutztüren: Einbausituation und Zulassungsnummer der Tür mit Stahlzargen-Typ abstimmen — eine nicht zugelassene Kombination löscht die Brandschutzklassifizierung.
Umfassungszarge in die Öffnung stellen, mit Keilen (Kunststoff-Montagekeile, nicht Holzkeile wegen Quellen) temporär fixieren. Senkrechte der Bandseite mit Setzwaage oder Richtscheit prüfen (Genauigkeit ± 1 mm/m). Bandseite zuerst ausrichten; die Gegenseite folgt parallel. Oberkante auf Höhe prüfen. Winkelkontrolle: Beide Diagonalen der Zarge messen — Differenz < 2 mm; sonst schlägt die Tür beim Öffnen.
Zarge mit Zellulose-PU-Schaum (montageschaum nach ISO 9001) oder Schrauben/Dübeln fixieren (Holzschrauben 6 × 70 mm, Spreizdübel SX 8 im Mauerwerk, mind. 3 Befestigungspunkte je Seite). Bei Stahlzargen zusätzlich Einbauanker in den Mauerwerksfugen verschrauben (DIN 18111). Schaum nach Aushärtung bündig abschneiden. Keine übermäßige Schaumfüllung — Expansionsdruck kann Zargenleibungen durchbiegen.
Türblatt in die Bänder einhängen (bei 3D-Bändern: Höhe, Seite und Andruck nach Herstellerangaben einstellen). Türblatt muss im gesamten Falzbereich umlaufend gleichmäßiges Falzspiel von 2–3 mm aufweisen. Türblatt in 45°-Stellung loslassen: Es soll in dieser Position stehen bleiben (Gleichgewicht). Schleifstellen identifizieren und über Band-Justage korrigieren — niemals das Blatt abhobeln (hebt Deckschicht an, verliert Garantie).
Türdrücker und Schlosskasten nach Werkslochbild montieren. Schlossnuss und Vierkant auf Leichtgängigkeit prüfen. Schließblech in die Zarge einpassen: Stulpbreite und Einfrästiefe müssen exakt aufeinander abgestimmt sein (Ausfräsung in die Zarge). Abstandshalter für Schlosskasten nach DIN EN 12209 prüfen. Für Brandschutztüren: Nur in der Zulassung gelistete Schlösser und Beschläge verwenden — Abweichungen erzeugen Haftungsrisiken.
Anschluss Zarge/Wand mit Acryl (Maler-Qualität, überstreichbar) dicht verfugen — kein Silikon (nicht überstreichbar). Putz an die Zarge heranführen, Abschlussleiste oder Putzabdecklasche befestigen. Türblatt mit sauberem Tuch entfetten. Gesamtfunktionsprüfung: Türblatt 5× öffnen und schließen, Drücker, Schloss, Anschlag und Dichtleisten kontrollieren. Dokumentation bei Brandschutztür: Einbauprotokoll anfertigen, Typenschild sichtbar belassen.
Stellen Sie Anzahl der Türen, Türqualität und Ausführungsart ein — die Kostenschätzung aktualisiert sich live auf Basis Berliner Marktpreise 2026.
Richtwerte für Liefer- und Einbaupreise in Berlin, Stand Juni 2026. Preise verstehen sich inkl. MwSt., exkl. Putzanschluss und Sonderleistungen.
| Leistung | Preisrange Berlin 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| CPL-Innentür 860 mm inkl. Holzzarge & Einbau | 420–680 € | Komplettpaket Wohnungsrenovierung, Standardgröße, 1 Band je Seite |
| Schallschutztür Rw 32 dB inkl. Zarge & Einbau | 780–1.300 € | Wohnungstrennwand, inkl. Türdichtung rundum und Automatikabsenkdichtung |
| Brandschutztür T30 inkl. Stahlzarge & Einbau | 1.400–2.600 € | Zugelassene Einheit (Tür + Zarge), Einbauprotokoll, Treppenhaus/Keller Berlin |
| Massivholztür Eiche inkl. Zarge & Einbau | 1.100–2.200 € | Hochwertig, individuell, z. B. für Altbauwohnungen Prenzlauer Berg/Mitte |
| Schiebetüranlage inkl. Wandeinbau & Montage | 1.800–3.800 € | Ohne Umverlegung Leitungen; GK-Wandkasten, Laufschienensystem |
| Nur Türblatt tauschen (vorh. Zarge bleibt) | 250–500 € | Inkl. Ausrichtung, Schloss-Anpassung, Beschläge Standard; nur bei passender Zarge möglich |
| Nur Zarge erneuern (Renovierungszarge) | 180–350 € | Bekleidungszarge über Bestand; Türblatt bleibt; schnelle Optik-Aufwertung |
| Öffnung verbreitern (Altbau, Mauerwerk) | 300–800 € | Je nach Wanddicke und Wandtyp (Ziegel/Kalksandstein/Stahlbeton); inkl. Sturzsicherung |
Türen sind die schwächste Stelle in trennenden Bauteilen — Schallschutz und Brandschutz müssen schon bei der Planung als System gedacht werden.
DIN 4109:2018 definiert Mindestanforderungen an Türen in Wohngebäuden: Wohnungseingangstüren müssen Rw ≥ 27 dB erreichen (Mindeststandard). Die höherwertigen Schallschutzklassen nach VDI 4100 lauten: SSK 1: Rw ≥ 27 dB (gesetzlicher Mindeststandard), SSK 2: Rw ≥ 32 dB (empfohlen für Wohnungstrennwände) und SSK 3: Rw ≥ 37 dB (erhöhter Schallschutz, Büros, Studios). Für jede Klasse sind Automatikabsenkdichtungen (Bodendichtung) und umlaufende Zargenfalzdichtungen zwingend.
In Berlin schreibt die Berliner Bauordnung (BauO Bln) Brandschutztüren (T30 = feuerhemmend) für Treppenhaus-Zugänge zu Wohnungen in Gebäuden der Gebäudeklasse 3–5 zwingend vor. T90 (feuerbeständig) ist bei brandabschnitttrennenden Wänden und in Tiefgaragen erforderlich. Im Berliner Altbaubestand fehlen diese Türen häufig — Hauseigentümer sind im Rahmen der BauO verpflichtet, nachzurüsten. Der Einbau erfordert eine zugelassene Einheit (Tür + Zarge + Beschläge nach Zulassung des DIBt) und ein Einbauprotokoll des Fachbetriebs.
Einbruchhemmende Türen werden in die Widerstandsklassen RC1 bis RC6 klassifiziert. Für private Wohnungseingangstüren empfiehlt die Polizei Berlin mindestens RC2. Das erfordert: verstärktes Türblatt (≥ 3 mm Stahleinlage oder HDF-Kern ≥ 30 mm), geprüfte Zargenverankerung (Befestigungsabstand < 600 mm, mind. M8-Schrauben), Mehrfachverriegelungsschloss und geprüfte Bänder nach EN 1935. Kombination mit Schallschutz (SSK 2 + RC2) ist im Wohnungsbau am häufigsten anzutreffen.
Für barrierefreie Erschließung (Pflegewohnungen, öffentliche Gebäude, Umbau für Rollstuhlnutzer) gelten: lichte Durchgangsbreite ≥ 900 mm (DIN 18040‑1/-2), keine Schwelle oder max. 2 mm Anschlag, Türdrücker in 85–105 cm Höhe, Betätigungskraft ≤ 25 N. In Berliner Altbauten bedeutet das regelmäßig eine Öffnungserweiterung von mindestens 40 mm. Die Förderprogramme der KfW (Programm 455-B) erstatten bis zu 25 % der Umbaukosten.
Ob Standard-Renovierung, Brandschutztür oder barrierefreier Umbau: Wir planen, liefern und montieren — fachgerecht, mit Einbauprotokoll und Gewährleistung.