Eine Trockenbau-Brandschutzwand ist eine nicht tragende, raumabschließende Wand aus Metallständern und Brandschutzplatten, die im Brandfall einen definierten Zeitraum (30–90 Minuten) Feuer und Rauch zurückhält — klassifiziert nach DIN EN 13501-2.
Eine Trockenbau-Brandschutzwand ist eine nicht tragende, raumabschließende Innenwand, die aus einem Metallständerprofil-Gerippe und beidseitig aufgeschraubten Brandschutzplatten (z. B. Gipsfaserplatten, Feuerschutzplatten nach EN 520 Typ F) besteht und einen Feuerwiderstand von mindestens 30 Minuten (F30) bis zu 90 Minuten (F90) bietet.
Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 13501-2 (Brandverhalten) und DIN EN 1364-1 (Prüfung nicht tragender Wände). In der deutschen Bauordnung (MBO § 26 ff.) wird der Begriff feuerbeständige Wand (F90) bzw. feuerhemmende Wand (F30) verwendet.
Trockenbau-Lösungen haben massive Mauerwerkswände in Neubauten und Sanierungen weitgehend abgelöst, weil sie schneller montiert, leichter (relevant für Deckentragfähigkeit) und bei gleicher Schutzklasse kostengünstiger sind. Besonders in Berliner Gewerbebauten, Krankenhäusern und Schulen ist F60-/F90-Trockenbau heute Standard.
Die F-Klasse definiert, wie viele Minuten eine Wand im Normbrand (ISO 834-Einheitstemperaturkurve) standhält und raumabschließend bleibt.
Typisch in Einfamilienhäusern (GK 1–2), Wohnungstrennwänden, Kellerflurwänden. Einfacher Aufbau: meist 1-lagige Beplankung mit Typ-F-Gipskarton. Entspricht europ. Klasse EI 30.
GK 1–3Häufig in Gewerbebauten, Hotels, Schulen (GK 4), Flure in Krankenhäusern. Erfordert in der Regel 2-lagige Beplankung oder spezielle Gipsfaserplatten à 15 mm. Europ. Klasse EI 60.
GK 4Pflicht für Treppenhäuser, Hochhäuser (GK 5), Krankenhaus-Bereiche, Tiefgaragenabschlüsse. Mindestens 2-lagige Gipsfaserplatten oder 3-lagige Gipskarton-Systeme. Europ. Klasse EI 90.
GK 5| Klasse | Europ. Entsprechung | Gebäudeklasse (MBO) | Typische Anwendung Berlin | Min. Wanddicke (System) |
|---|---|---|---|---|
| F30-A | EI 30 | GK 1–3 | Wohnungstrennwand, Keller | ab 75 mm |
| F60-A | EI 60 | GK 3–4 | Büroflure, Schulen, Hotels | ab 100 mm |
| F90-A | EI 90 | GK 4–5 | Treppenhaus, Hochhaus, Krankenhaus | ab 125 mm |
| F120 / F180 | EI 120 / EI 180 | Sonderbauten | Tunnel, Nuklearanlagen, Schutzräume | ab 200 mm |
Das „A“ nach der F-Klasse (z. B. F90-A) bedeutet: nicht brennbar (Baustoffklasse A1/A2) nach DIN EN 13501-1. Gipsplatten sind grundsätzlich A2, Metallprofile A1. Ein reines F90-System ohne Zusatz wäre brennbar — das ist in Deutschland für tragende oder abschließende Bauteile selten zulässig. W (z. B. EI30 W) zeigt zusätzlich den Schutz vor Flammen auf der Kaltseite an. Im deutschen Sprachgebrauch wird „F90“ meist als Kurzform für F90-A verwendet.
Der Wandaufbau ist normiert und systemgebunden — jede Abweichung vom Zulassungsaufbau hebt die F-Klassifizierung auf.
Umlaufende Fugen (Boden, Decke, Wand) müssen mit Brandschutz-Mineralwolledichtung und/oder Intumeszenz-Dichtband geschlossen werden. Ein unkontrollierter Fugenbrand hebt die F-Klassifizierung auf. Empfehlung: Knauf Brandschutz-Fugendichtband oder Hilti CP 620 Brandschutzkleber.
Jede Leitungsdurchführung durch die Brandschutzwand erfordert eine zugelassene Abschottung (z. B. Manschy-Block, Hilti Firestop-Manschette, 3M-Abschottungssystem). Die Abschottung muss die gleiche F-Klasse wie die Wand haben. Gilt für Strom-, Wasser-, Heizungs- und Lüftungsleitungen.
Einbauten in Brandschutzwände (Türen, Klappen) müssen die entsprechende Feuerschutztür-Klassifizierung (T30/T90, europ. EI2 30-C / EI2 90-C) tragen. Die Zargen müssen aus dem zugelassenen System stammen oder mit Intumeszenzstreifen abgedichtet werden. Anforderung: selbstschließend (DIN 18095).
Lüftungskanäle durch F90-Wände erfordern Brandschutzklappen (BSK) nach EN 15650, die im Brandfall automatisch schließen. Alternativ: Kanalabschnitte in Feuerbeständigkeitsklasse. Die Einbauanleitung des Klappenlieferanten ist verbindlich.
Wählen Sie die gewünschte Feuerwiderstandsklasse — der Schichtaufbau, die Spezifikationen und die Kostenschätzung aktualisieren sich live.
Brandschutz ist gesetzlich reguliert. Diese Normen und Vorschriften sind für Trockenbau-Brandschutzwände in Berlin verbindlich.
| Norm / Vorschrift | Inhalt | Relevanz für Brandschutzwand |
|---|---|---|
| DIN EN 13501-2 | Klassifizierung Brandverhalten — Feuerwiderstand | F-Klassifizierung EI 30–EI 90 |
| DIN EN 1364-1 | Prüfung des Feuerwiderstands nicht tragender Wände | Prüfnorm für Trockenbausysteme |
| DIN 4102-4 | Brandverhalten (alte nationale Norm, noch referenziert) | F30-/F90-Aufbautabellen, Bestandsbauten |
| DIN EN 520 | Gipskartonplatten — Definitionen und Anforderungen | Typ F = Feuerschutz; Grundlage für GKF-Platten |
| MBO §§ 26–32 | Musterbauordnung — Anforderungen an Bauteile | Definition feuerbeständig/feuerhemmend |
| BauO Bln (Berlin) | Berliner Bauordnung — Landesrecht | Verbindlich für alle Berliner Bauprojekte |
| DIN 18095-1 | Feuerschutztüren — Begriffe, Anforderungen | T30/T90-Türen in Brandschutzwände |
| EN 15650 | Brandschutzklappen für Lüftungsanlagen | Klappeneinbau in F90-Wände zwingend |
Reale Berliner Marktpreise 2026 inklusive Material und Montage — basierend auf NEUWEST-Projekterfahrungen und Ausschreibungswerten.
| Leistung / Wandtyp | Preisspanne Berlin 2026 (inkl. 19 % MwSt.) | Hinweise |
|---|---|---|
| F30-A, CW 75, 1-lagig GKF | 55–80 €/m² | Einfachste Brandschutzwand; Wohnungsbau, Keller |
| F60-A, CW 100, 2-lagig GKF | 90–130 €/m² | Gewerbeflure, Hotels; inkl. Mineralwolledämmung 40 mm |
| F90-A, CW 125, 2-lagig Gipsfaser | 140–220 €/m² | Treppenhäuser, GK 5; inkl. Mineralwolle 80 mm, Brandschutzfugen |
| T30-Stahltür in Brandschutzwand | 600–1.200 € je Tür | Inkl. Zarge, Einbau, Dichtbänder; selbstschließend nach DIN 18095 |
| T90-Stahltür in F90-Wand | 1.400–2.800 € je Tür | Verglasung T90 möglich (+Aufpreis); für Treppenhäuser |
| Leitungsabschottung (Rohrdurchführung) | 80–250 € je Abschottung | Je nach RohrØ, Medium (Wasser/Strom/Gas) und Klasse |
| Brandschutzsachverständiger | 1.500–6.000 € je Projekt | Bei Sonderbauten und GK 5 Pflicht (§ 66a BauO Bln) |
Ein strukturierter Ablauf vermeidet Nacharbeiten, Kostennachträge und Baugenehmigungsprobleme.
Für alle Sonderbauten und GK 5 in Berlin ist ein Brandschutznachweiserstatter (zugelassen nach BauO Bln) Pflicht. Für GK 1–4 empfehlen wir mindestens eine fachkundige Beratung. Das Konzept legt fest, welche Wände welche F-Klasse benötigen — und verhindert teure Planungsänderungen im Rohbau.
Knauf, Rigips, Fermacell und Siniat bieten geprüfte Systemaufbauten mit gültiger abZ oder ETA. Die Systemwahl hängt von der geforderten F-Klasse, den Schallschutzanforderungen, dem Raumklima (Feuchträume: Typ H-Platten!) und den Montagekapazitäten ab. Mischsysteme verschiedener Hersteller sind nicht zulässig.
Alle Leitungsdurchführungen (Elektro, Sanitär, Lüftung, IT) müssen vor dem Schließen der Wand geplant und abgestimmt sein. Abschottungstypen je Leitungsart festlegen, Hersteller der Abschottungssysteme bestimmen, Einbauhinweise beschaffen — dann erst Beplankung schließen.
Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers verbindlich einhalten: Plattenversatz, Schraubenabstand (max. 250 mm in der Fläche), Fugenverspachtelung mit Brandschutzspachtel bei F90, Anschlussfugen mit zugelassenem Dichtband. Dokumentation mit Fotos je Lage — besonders an Anschlüssen und Abschottungen — ist für spätere Abnahmen unerlässlich.
Bei der Bauabnahme kontrolliert der Prüfsachverständige oder die Bauaufsicht die korrekte Ausführung. Folgende Unterlagen bereithalten: Systemzulassung (abZ/ETA) des Herstellers, Lieferscheine der Platten und Profile (Chargennachweis), Fotodokumentation der Schichten, Zulassungen der Abschottungen. Für F90-Wände in GK 5 ist dies keine Formalität — Mängel führen zur Nachbesserungspflicht.
Standard-GK-Platten statt GKF (Typ F). Die Verwechslung ist auf der Baustelle häufig — beide sehen ähnlich aus. GKF hat roten Karton oder rote Beschriftung als Erkennungsmerkmal.
Fehler Nr. 1Elektriker bohren nachträglich Löcher für Kabel — ohne Brandschutzabschottung. Jede Öffnung in einer F-Wand muss mit zugelassenem System verschlossen werden. Koordination vor Wandbau ist Pflicht.
Fehler Nr. 2Schattenfuge am Boden oder Decke ohne Brandschutzband. Eine optisch saubere Fuge ohne Brandschutz ist technisch wertlos. Intumeszenz-Dichtband (quillt bei Hitze auf) ist Systembestandteil.
Fehler Nr. 3NEUWEST realisiert Brandschutztrockenbau von F30 bis F90 normgerecht und dokumentiert — von der Planung bis zur Abnahme. Kostenlose Ersteinschätzung in 24 Stunden.