🏛 Putz & Fassade

Putzsysteme: Kalk-, Zement-, Gips- & Silikatputz im Vergleich

Putz ist der schützende und gestaltende Abschluss jeder Wand — innen wie außen. Welches System für Ihr Bauvorhaben das richtige ist, hängt von Untergrund, Feuchtebelastung, Norm und Budget ab. Der vollständige Fachratgeber für Berliner Bauherren und Planer.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist ein Putzsystem — und worauf kommt es an?

Ein Putzsystem ist der ein- oder mehrlagige mineralische oder organische Mörtelbeschichtung auf einem Mauerwerk, Beton oder Dämmstoffträger. Es ist nicht nur Gestaltungselement, sondern hat tragende technische Funktionen: Witterungsschutz, Dampfdiffusionsregulierung, Schallschutz, Wärmespeicherung und Brandschutz.

Die vier wichtigsten Bindemittelsysteme — Kalk, Zement, Gips und Silikat — unterscheiden sich grundlegend in Dampfdurchlässigkeit (µ-Wert), Druckfestigkeit, Feuchteempfindlichkeit und Einsatzbereich. Die falsche Wahl führt zu Schimmel, Rissen oder Abplatzungen — besonders im feuchten Berliner Altbaubestand ein häufiges Problem.

Normativ geregelt sind Putze in Deutschland durch DIN EN 998-1 (Putzmörtel für Innenputz), DIN EN 998-2 (Mauermörtel), das nationale Anwendungsdokument DIN 18550 sowie die WTA-Merkblätter für Sanierputze und Feuchteschutz. Für Außenwärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) gilt zusätzlich DIN 55699.

Die 4 Putzsysteme auf einen Blick

Kalk
Atmungsaktiv, alkalisch, historisch bewährt — ideal für Altbau und feuchte Keller
Zement
Sehr druckfest, wasserabweisend — Außenputz, Industrie- und Kellerbereich
Gips
Schnell trocken, glatte Oberflächen, günstig — ausschließlich trocken/Innen
Silikat
Dauerhaft diffusionsoffen, algenresistent — Premium-Fassadenputz
🧱

Kalkputz

Natürlich alkalisch (pH 12+), hohe Dampfdurchlässigkeit (µ 15–35), selbstdesinfizierend. Unverzichtbar im Denkmalschutz und bei hygrothermisch beanspruchten Wänden.

Innen & Außen
🏗

Zementputz

Druckfestigkeit bis CS IV (≥6 N/mm²), wasserundurchlässig, frost- und salzbeständig. Norm: DIN EN 998-1, Kategorie GP/R. Klassischer Sockel- und Außenputz.

Vorwiegend Außen
🏠

Gipsputz

Abbinde durch Kristallwasseraufnahme (keine CO₂-Carbonatisierung). Schnelle Belegreife (4–6 Std.), sehr glatt. Löst sich bei Feuchte auf — nur Innenräume ohne Spritzwasser.

Nur trocken/Innen
🔥

Silikatputz

Kaliumwasserglas als Bindemittel, verkieselt mit dem Untergrund (»Verkieselung«). Hochdiffusionsoffen (µ 20–50), farblichtecht, biozid-frei algenhemmend — Premium-Außenputz.

Außen Premium

Kalkputz — der Klassiker für Altbau und Denkmal

Kalkputz ist das älteste und in Berlin am häufigsten verwendete Putzsystem für historische Gründerzeit- und Nachkriegsbauten.

Eigenschaften & Norm

Bindemittel: Weißkalk (CL 90, CL 80) oder hydraulischer Kalk (NHL 2–5) gemäß DIN EN 459-1
Dampfdiffusion: µ-Wert 15–35 (sehr diffusionsoffen), sd-Wert abhängig von Schichtdicke
Druckfestigkeit: Kategorie CS I–II (0,4–2,5 N/mm²) nach DIN EN 998-1
pH-Wert: 12–13 → schimmelhemmend, selbstdesinfizierend
Abbinde: Langsame CO₂-Carbonatisierung (Tage bis Wochen), deswegen risssicher
WTA-Merkblatt 2-9: Einsatz als Sanierputz bei salzbelasteten Wänden zugelassen

Vor- und Nachteile

🟢
Vorteil: Feuchteregulierend, sorptionsfähig — puffert Raumluftfeuchte (Wohnklima)
🟢
Vorteil: Denkmalverträglich, mit alten Putzuntergründen kompatibel
🟢
Vorteil: Bei NHL-Kalk auch außen und in feuchten Kellern einsetzbar
🔴
Nachteil: Lange Trocknungszeit (Carbonatisierung 28–90 Tage bis volle Festigkeit)
🔴
Nachteil: Geringere Druckfestigkeit als Zement — empfindlich gegen mechanische Beanspruchung
🔴
Nachteil: Verarbeitungstemperatur >+5 °C erforderlich (Carbonatisierungsstopp)
Berliner Praxis: In Gründerzeitbauten (Baujahr 1870–1918) bestehen originale Putzuntergründe oft aus reinem Weißkalk- oder Kalk-Gips-Mischputz. Zementhaltige Reparaturputze sind hier kontraindiziert — sie sind steifer als der Untergrund und erzwingen Risse. NEUWEST verwendet im Berliner Altbau grundsätzlich NHL-2,5-Kalkputze nach WTA 2-9 für Sanierungsmaßnahmen.

Zementputz — robust, wasserabweisend, außenfest

Zementputz ist das Arbeitspferd im Rohbau: hohe Druckfestigkeit, frost- und salzbeständig, ideal für Sockel, Außenwände und Feuchträume.

Eigenschaften & Norm

Bindemittel: Portland- oder Trasszement (CEM I–III) nach DIN EN 197-1
Druckfestigkeit: CS III–IV (3,5–≥6 N/mm²) nach DIN EN 998-1
Wasseraufnahme: W2 (0,2 kg/m²·√h) — wasserabweisend nach DIN EN 1015-18
Dampfdiffusion: µ 25–100 (eingeschränkt diffusionsoffen), Kategorie R1–R3
Frostbeständigkeit: FP 2 (Frost-Tau-beständig) nach DIN EN 998-1
Salzresistenz: Geeignet für Kategorie MA (Mäßige Beanspruchung) bis Außenbereich

Vor- und Nachteile

🟢
Vorteil: Sehr hohe Festigkeit — mechanisch belastbare Böden, Sockelzonen
🟢
Vorteil: Frost-Tau-beständig → kein Winterschaden an Außenflächen
🟢
Vorteil: Schnelle Verarbeitbarkeit (Hydratation), 28-Tage-Endfestigkeit
🔴
Nachteil: Geringe Elastizität → Schwindrisse häufig, Schwundmaß ca. 0,2–0,4 mm/m
🔴
Nachteil: Im Altbau ungeeignet (Eigenspannung > Haftzug alter Untergründe)
🔴
Nachteil: Hoher CO₂-Fußabdruck (Zementklinker ~820 kg CO₂/t)

Technische Kennwerte nach DIN EN 998-1

KenngrößeKalkputzZementputzGipsputzSilikatputz
Druckfestigkeit (CS)CS I–II (0,4–2,5 N/mm²)CS III–IV (3,5–≥6 N/mm²)CS I (0,4–1 N/mm²)CS II (1,5–5 N/mm²)
µ-Wert (Dampfdiff.)15–3525–1004–1020–50
Wasseraufnahme WW1W2nicht norm.W2
Frost-Tau-BeständigkeitFP 0FP 2kein AußeneinsatzFP 2
Feuerwiderstands-kl.A1A1A1A1
Typische Schichtdicke10–20 mm10–25 mm8–15 mm1,5–3 mm

Gipsputz — der schnelle Innenputz für glatte Flächen

Gipsputz (Calciumsulfat-Halbhydrat, CaSO₄·½H₂O) ist der dominierende Innenputz im deutschen Neubau: günstig, schnell, glattsparend — aber absolut feuchteempfindlich.

Eigenschaften & Norm

Bindemittel: Calciumsulfat (Gips β-Halbhydrat, Anhydrit) nach DIN EN 13279-1
Abbinde: Kristallwasseraufnahme (2–6 Std. begehbar, 24–48 Std. trocken)
Dampfdiffusion: µ 4–10 (sehr diffusionsoffen) → günstig für Raumluftfeuchte
Oberfläche: Bis Q4 (Spachtelglätte, DIN 18202) ohne Spachtelschicht möglich
🔴
Feuchte: Löst sich ab Dauerfeuchte >70 % rF auf — kein Bad, kein Außeneinsatz
🔴
Unverträglichkeit: Kein Kontakt mit Zement (Ettringit-Bildung, Treibrisse!)

Vor- und Nachteile

🟢
Vorteil: Sehr schnelle Belegreife (Tapezieren/Streichen schon nach 24–72 Std.)
🟢
Vorteil: Einfache maschinelle Verarbeitung (Putzmaschinen-geeignet) — kostensparend
🟢
Vorteil: Günstigster Preis aller Putzsysteme im Innenbereich
🟢
Vorteil: Brandschutz A1 (feuerhemmend), wird in REI-Konstruktionen genutzt
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Nachteil: Feuchteräume (Bad, Waschküche, Keller) grundsätzlich ausgeschlossen
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Nachteil: Altbau-Untergründe mit Salzbelastung: Sulfatangriff möglich
Wichtig für Planer: Bei Wohnungssanierungen in Berlin-Altbau werden häufig Gipsputze auf ursprünglich kalkverputzte Wände aufgebracht. Das ist zulässig nur, wenn der Untergrund trocken und salzfrei ist. Kalksulfat-Kontamination (Ettringit-Treibrisse) bei unzureichender Vorprüfung kostet Berlin-Sanierungsprojekte jährlich Millionen. Untergrundprüfung nach DIN 18550-1 ist Pflicht vor jeder Neubeschichtung.

Silikatputz — der Premium-Außenputz für langlebige Fassaden

Silikatputz (Kaliumwasserglas-gebunden) ist das leistungsfähigste mineralische Putzsystem für Außenfassaden: dauerhaft diffusionsoffen, UV-stabil und biologisch resistent.

Eigenschaften & Norm

Bindemittel: Kaliumwasserglas (K₂SiO₃) in Kombination mit mineralischen Füllstoffen
Verkieselung: Chemische Bindung mit silicathaltigem Untergrund (kovalent!) — höchste Haftung
Dampfdiffusion: µ 20–50 (hochdiffusionsoffen) nach DIN EN 1015-19
UV-Stabilität: Anorganische Pigmente → keine Vergilbung, farblichtecht über Jahrzehnte
Biologie: Hoher pH hemmt Algen- und Pilzbefall ohne Biozid-Zusatz
WDVS: Zugelassen für mineralische Dämmplatten (Mineralwolle, EPS mit Silikat-Vlies)

Vor- und Nachteile

🟢
Vorteil: Extrem lange Lebensdauer (30–50 Jahre) ohne Sanierungsanstrich
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Vorteil: Keine organischen Bindemittel → kein Nährboden für Mikroorganismen
🟢
Vorteil: Schmutzabweisend durch Lotus-ähnliche Mikrostruktur (je nach Körnung)
🔴
Nachteil: Höchster Materialpreis aller Putzsysteme (Rohstoff Kaliumwasserglas)
🔴
Nachteil: Untergrund muss mineralisch und saugfähig sein — nicht auf Gips oder Organik
🔴
Nachteil: Spezialverarbeitung erforderlich (Verträglichkeit Systemkomponenten prüfen!)

Anwendungsmatrix: Welcher Putz wofür?

✓ = geeignet  |  🟡 = bedingt / mit Einschränkungen  |  ✗ = nicht geeignet

Anwendungsfall Kalkputz Zementputz Gipsputz Silikatputz
Innenanwendung (trocken)🟡🟡
Außenputz / Fassade🟡
Feuchträume (Bad, WC)🟡🟡
Keller / Sockel🟡
Denkmal / Gründerzeitbau🟡
WDVS-Oberputz (Mineral)🟡🟡
Sanierputz (salzbelastet)
Schnelle Belegreife🟡🟡
Sehr glatte Oberfläche (Q3/Q4)🟡🟡
Biologisch resistent (ohne Biozid)🟡🟡
📝
Norm Außenputz: DIN EN 998-1 regelt Kategorien GP (Normalputz), LW (Leichtputz), CR (Kratzputz), OC (Einlagenputz). Außenputze müssen FP 1 oder FP 2 (frostbeständig) sein.
📝
Norm Innenputz: DIN 18550-1 gilt als nationales Anwendungsdokument zu EN 998-1 und regelt Putzdicken, Untergrundanforderungen, Verarbeitungsbedingungen und Ausführungsklassen.
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Untergrundprüfung: Vor jeder Neubeschichtung: Saugfähigkeit (Wassersprühtest), Haftfestigkeit (Gitterschnitt DIN EN ISO 2409), Salzgehalt (Ionenchromatographie), Feuchte (CM-Gerät).
Gips + Zement = Ettringit: Die Kombination von Gips und Zement (Sulfat + Aluminat) bildet Ettringit-Treibkristalle. Trennputzschicht oder Sperrgrundierung ZWINGEND wenn beide Systeme aufeinandertreffen.

Putzkosten-Rechner: Was kostet Ihr Projekt?

Wählen Sie Putzart, Fläche und Schichtdicke — der Rechner gibt Ihnen Berliner Richtwerte für Material und Gesamtkosten inkl. Lohn (2026).

Putzart
Fläche 80 m²
Schichtdicke 15 mm
Untergrundvorbereitung
Materialkosten (netto)
720 €
Gesamtkosten inkl. Lohn (ca.)
3.840 €
Materialbedarf
96 kg
Berliner Marktrichtwerte 2026, netto. Lohnkosten: Putzarbeiten 30–45 €/m² je nach Untergrund und Region. Gips: Maschinell günstiger. Silikatputz: Dünnlagig (1,5–3 mm), Materialpreis/m² höher als Schichtdicke suggeriert.

Anwendung, Untergrundvorbereitung & häufige Fehler

Der häufigste Fehler bei Putzarbeiten ist nicht die falsche Putzart — sondern die mangelhafte Untergrundvorbereitung. Hier die wichtigsten Praxisregeln.

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Untergrundprüfung ist Pflicht (DIN 18550-1)

Vor jedem Putzauftrag: Untergrund auf Festigkeit (Kratzen), Saugfähigkeit (Wassersprühtest), Feuchte (max. 3 % CM-Wert für Gipsputz, 6 % für Kalk), Salzgehalt und störende Schichten prüfen. Lose Putze, Effloreszenz (Salzkristalle) oder biologischen Befall vollständig entfernen. BGI 694 der BG Bau gibt den Prüfrahmen vor.

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Haftbrücke, Vorspritze, Putzträger

Glatte Betonflächen (Schalung) benötigen eine mineralische Haftbrücke (Spritzbewurf nach DIN 18550-2) oder Putzträger (Rabitzgewebe, Putzträgerplatte). Dämmstoffträger (WDVS) erfordern zwingend ein Armierungsgewebe (Glasfasergewebe EC-1 nach ETAG 004) in der Unterputzschicht, um Risse zu verhindern.

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Verarbeitungstemperatur & Witterungsschutz

Alle Putze: Verarbeitung zwischen +5 °C und +30 °C Lufttemperatur. Kalkputz: Gefahr des »Frostbrandes« bei Unterschreitung. Gipsputz: Überhitzung beschleunigt Abbinde, Risse entstehen. Frisch aufgebrachter Außenputz muss mindestens 24 Std. vor Regen, Frost und praller Sonne geschützt werden. In Berlin typisches Risiko: Frühjahrsarbeiten mit Nachtfrost.

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Häufige Fehler und ihre Ursachen

Schwindrisse: Zementputz zu dicklagig aufgebracht, kein Armierungsgewebe. — Abplatzungen: Putz weicher als Untergrund (Altbau + Zement). — Schimmel: Gipsputz in Feuchtraum oder hinter WDVS mit zu geringem sd-Wert. — Treibrisse (Ettringit): Gips- und zementhaltige Schichten ohne Trennung. — Ausblühungen: Salztransport durch nicht ausgetrocknetes Mauerwerk.

Normenübersicht Putz: Die wichtigsten Regelwerke

Norm / RegelwerkInhaltRelevanz
DIN EN 998-1:2017Putzmörtel für Innenanwendungen & Außenputze — Anforderungen, Druckfestigkeitsklassen CS I–IVAlle Putzsysteme
DIN 18550-1:2015Planung, Vorbereitung, Ausführung von Innen- und Außenputzen, nationale Ergänzung zu EN 998Planerpflicht
DIN EN 13279-1:2009Gipsbinder und Gips-Trockenmörtel — BindemitteldefinitionenGipsputz
DIN EN 459-1:2015Baukalk: Klassen CL (Weißkalk), DL (Dolomitkalk), NHL (hydraulischer Kalk)Kalkputz
WTA-Merkblatt 2-9:2014Sanierputzsysteme: Anforderungen, Prüfung, Anwendung bei salzbelastetem MauerwerkSanierungsputz
DIN 55699:2014Verarbeitung von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) — Oberputz, Armierung, UntergrundWDVS-Putz
ETAG 004 / EAD 040083Europäische Zulassung für WDVS-Systeme — Armierungsgewebe, Kleber, OberputzWDVS-Systeme

Berliner Marktpreise 2026: Putzarbeiten im Vergleich

Preise für Putzarbeiten in Berlin variieren stark nach Untergrund, Systemeinsatz und Untergrundvorbereitung. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Ausschreibungen (Stand Q2 2026, netto).

PutzsystemMaterial netto (€/m²)Gesamt inkl. Lohn (€/m²)Anmerkungen
Kalkputz (Innen, 15 mm) 7–12 €/m² 35–55 €/m² NHL-Kalke teurer; maschinell 10–15 % günstiger; Sanierputz +20–30 %
Zementputz (Außen, 15 mm) 5–10 €/m² 28–48 €/m² Sockel mit Dichtschlämme +8–12 €/m²; maschinell Standard
Gipsputz (Innen, 12 mm) 4–8 €/m² 22–38 €/m² Günstigster Innenputz; Maschinenauftrag dominant; Q3-Glättung +4–6 €/m²
Silikatputz Außen (2 mm Edelkratz) 14–28 €/m² 45–75 €/m² Inkl. Unterputz; WDVS-Komplettsystem 80–120 €/m² (Dämmung + Putz)
Sanierputzsystem (WTA) 18–35 €/m² 55–95 €/m² Mehrlagig (Spritzbewurf + Unter- + Oberputz); Sanierputzsystem nach WTA 2-9
WDVS-Komplettsystem (EPS) 95–160 €/m² (Gesamt inkl. Dämmung) Stärke 160 mm EPS, 10 cm Mineralwolle teurer; Berliner Förderung via KfW möglich
🏭
Lohnkosten Berlin 2026: Putzerlohn nach BRTV Bau (Mindestlohn Lohngruppe 1: 15,61 €/Std.) + Sozialabgaben + Gerüst + Entsorgung. Kalkulatorischer Stundenverrechnungssatz: 55–70 € (Fachbetrieb, tarifgebunden).
💵
Materialpreise gestiegen: Energiekosten und Transportlogistik haben Trockenmörtelpreise 2023–2025 um 15–25 % erhöht. Seit Q1 2026 leichte Entspannung; Silikatputz-Rohstoff (Kaliumwasserglas) weiterhin knapp.
🏠
Altbau-Zuschlag: Gründerzeitbauten in Berlin (Mitte, Prenzlauer Berg, Charlottenburg) erfordern oft Gerüst, Voruntersuchung, WTA-Planung und besondere Entsorgungslogistik. Kalkulieren Sie +20–40 % gegenüber Neubau.
💰
KfW-Förderung: WDVS mit mineralischem Silikatputz ist förderfähig über BEG (Bundesförderung effiziente Gebäude). Tilgungszuschuss bis 35 % bei Sanierung auf KfW-EH-85-Standard.

FAQ: Putzsysteme — was Bauherren wirklich fragen

Welcher Putz ist der beste für den Innenbereich?
+
Das hängt vom Raumtyp ab: Gipsputz ist der Standardinnenputz für trockene Wohnräume, Flüre und Schlafzimmer — er ist günstig, schnell trocken und ergibt glatte Oberflächen. Kalkputz empfiehlt sich für feuchteregulierte Räume, Altbauten und räume mit schimmelprophylaktischen Anforderungen (z. B. Kinderzimmer). Zementputz eignet sich für Feuchträume (Bad, WC) und Kellerräume. Gips nie in Feuchträumen — er quillt auf, verliert Festigkeit und schimmelt.
Was kostet Innenputz in Berlin pro m² (2026)?
+
Aktuelle Berliner Richtwerte (netto, inkl. Lohn):
  • Gipsputz (maschinell, 12 mm): 22–38 €/m²
  • Kalkputz (15 mm): 35–55 €/m²
  • Zementputz (15 mm): 28–48 €/m²
Altbau-Zuschlag (+20–40 %) bei komplizierten Untergründen, Untergrundvorbereitung und Gerüststellung. Holen Sie mindestens 3 Angebote ein — Berliner Putzerbetriebe variieren im Verrechnungssatz erheblich.
Kann ich Gipsputz im Altbau auf alten Kalkputz aufbringen?
+
Nur unter Bedingungen. Gipsputz auf Kalkputz ist technisch möglich, wenn der alte Untergrund: (1) vollständig trocken (CM <3 %), (2) fest und tragfähig, (3) salzfrei ist. Wichtig: Alten Kalkputz niemals mit Zement reparieren, bevor Gips aufgebracht wird — Ettringit-Bildung droht. Bei historischen Berliner Altbauten empfehlen wir aus konservatorischen Gründen Kalkputz auf Kalkputz zu erhalten (denkmalverträglicher, reversibel).
Was ist der Unterschied zwischen Kalk- und Kalk-Zement-Putz?
+
Ein Kalk-Zement-Mischputz (KZP) kombiniert Weißkalk mit Portland-Zement im Mischungsverhältnis 1:1 bis 1:3. Er ist härter und schneller fest als reiner Kalkputz, aber weicher und diffusionsoffener als Reinzementputz. Einsatz: Außenputz Unterputzlage, sockelnahe Bereiche, Neubau-Außenwände. Nachteil im Altbau: Der Zementanteil macht ihn unelastischer als den Untergrund — bei Altbauten (NHL-Kalk) bleibt reiner Kalkputz die bessere Wahl. Norm: DIN EN 998-1, Typ GP.
Wie lange dauert es, bis Putz trocken ist?
+
Die Trocknungszeiten unterscheiden sich erheblich:
  • Gipsputz: Abbinde 2–6 Std., begehbar 4–8 Std., Streichen/Tapezieren nach 24–72 Std. möglich
  • Zementputz: Endfestigkeit nach 28 Tagen; begehbar nach 24 Std., vollst. trocken 4–6 Wochen
  • Kalkputz: Carbonatisierung sehr langsam (Wochen bis Monate) — frühes Streichen ist Fehler! Mindestens 4–6 Wochen abwarten
  • Silikatputz: Verkieselung abgeschlossen nach 3–7 Tagen, danach wetterfest
Faustregel: 1 mm Schichtdicke = 1 Woche für Kalk und Zement (bei 20 °C, 50 % rF).
Wann brauche ich einen Sanierputz (WTA)?
+
Ein WTA-Sanierputzsystem (nach Merkblatt 2-9) wird benötigt, wenn das Mauerwerk dauerhaft mit hygroskopischen Salzen (Chloride, Nitrate, Sulfate) belastet ist — typisch in Berliner Kellerwänden, Sockeln und historischen Grundmauern. Sanierputze haben:
  • Sehr großes Porenvolumen (>40 Vol. %) → Salze kristallisieren im Putz, nicht an der Oberfläche
  • Geringe Kapillarleitfähigkeit (kein Wassertransport nach außen)
  • Mindestdicke 20 mm Unterputz + 10 mm Oberputz
Standard-Kalkputz kann Salzausblühungen nur kurz überdecken — er platzt innerhalb von 1–3 Jahren ab.
Lohnt sich Silikatputz an der Fassade wirklich?
+
Ja — wenn Sie langfristig rechnen. Silikatputz kostet in Berlin ca. 45–75 €/m² (inkl. Unterputz, netto) — das sind 20–30 % mehr als ein Standard-Kalk-Zement-Edelputz. Dafür erhalten Sie:
  • Lebensdauer 30–50 Jahre ohne Folgestrich (vs. 10–15 Jahre Dispersionsputz)
  • Keine Algen, kein Schimmel ohne Biozid (keine Nachbehandlungskosten)
  • Hohe Diffusionsoffenheit → weniger Feuchte-Schaden im WDVS
Bei einem 300 m² Berliner Mehrfamilienhaus amortisiert sich der Aufpreis typ. nach 12–18 Jahren gegenüber einer Dispersions-Fassade mit zweimaligem Folgestrich.
Was ist der µ-Wert bei Putzen und warum ist er wichtig?
+
Der Wasserdampf-Diffusionswiderstandsfaktor µ (mu) gibt an, wie viel schlechter ein Material Wasserdampf durchlässt als ruhende Luft. µ = 1 ist so diffusionsoffen wie Luft, µ = 100 ist 100-mal dichter. Für Putze gilt:
  • Gipsputz: µ 4–10 (sehr diffusionsoffen)
  • Kalkputz: µ 15–35 (diffusionsoffen)
  • Silikatputz: µ 20–50 (diffusionsoffen)
  • Zementputz: µ 25–100 (eingeschränkt)
Wichtig: Eine hohe Diffusionsoffenheit des Außenputzes ist zwingend, damit Feuchte aus dem Mauerwerk entweichen kann. Dichter Außenputz + kapillaraktive Innenwand = Feuchte-Falle und Schimmelrisiko.

Putzarbeiten in Berlin? NEUWEST plant & führt aus.

Von der Untergrundanalyse über die Systemauswahl bis zur fachgerechten Ausführung — NEUWEST ist Ihr Putz- und Fassadenexperte in Berlin.

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