🏠 Energieeffizienz & Förderung

KfW-Effizienzhaus 40 im Neubau — Anforderungen, Förderung & Kosten 2026

Das KfW-Effizienzhaus 40 (EH 40) ist der höchste KfW-geförderte Neubaustandard und verbraucht nur 40 % der Primärenergie eines GEG-Referenzgebäudes. Was das bauphysikalisch bedeutet, welche Förderung Sie 2026 erhalten und was ein EH 40 in Berlin wirklich kostet — vollständig erklärt für Bauherren und Fachplaner.

15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist ein KfW-Effizienzhaus 40?

Das KfW-Effizienzhaus 40 (EH 40) ist ein Gebäudestandard, bei dem der Jahres-Primärenergiebedarf QP maximal 40 % des Wertes eines GEG-Referenzgebäudes beträgt und der Transmissionswärmeverlust H'T auf 55 % des Referenzwertes begrenzt ist. Die Kennzahl „40“ steht also für 40 % — nicht für einen absoluten Energieverbrauch.

Grundlage ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2023) in Verbindung mit den KfW-Merkblättern für das BEG-Wohngebäude-Programm (Kredit 297/298). Die Berechnung erfolgt nach dem Referenzverfahren gemäß DIN V 18599 (Energetische Bewertung von Gebäuden).

EH 40 ist damit der höchste KfW-geförderte Neubaustandard und liegt energetisch zwischen EH 55 und dem Passivhaus-Standard. In der Praxis erfordert er dreifach verglaste Fenster, eine hochwertige Wärmedämmung aller Hüllflächen, eine luftdichte Baukonstruktion mit Blower-Door-geprüftem n50 ≤ 0,6 h−1 sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (KWL-WRG, η ≥ 80 %).

EH 40 auf einen Blick

40 %
Max. Primärenergiebedarf vs. GEG-Referenzgebäude (DIN V 18599)
55 %
Max. Transmissionswärmeverlust H'T vs. Referenzgebäude
0,6 h−1
Max. Luftwechsel n50 (Blower-Door-Test, DIN EN ISO 9972)
150.000 €
Max. KfW-Kredit pro Wohneinheit (BEG WG 297)

Energetische Anforderungen im Vergleich

GEG-Mindeststandard, EH 55, EH 40 und Passivhaus im direkten Vergleich — mit allen maßgeblichen Kennwerten.

Kennwert GEG-Mindest­standard KfW EH 55 KfW EH 40 Passivhaus
Primärenergiebedarf QP 100 % Referenz ≤ 55 % ≤ 40 % i. d. R. ≤ 15 kWh/(m²a) Heizwärme
Transmissionswärmeverlust H'T 100 % Referenz ≤ 70 % ≤ 55 % keine separate Vorgabe (PHPP)
Luftdichtheit n50 keine Pflicht* ≤ 3,0 h−1 ≤ 0,6 h−1 (mit KWL) ≤ 0,6 h−1
KWL mit Wärmerückgewinnung nicht erforderlich empfohlen praktisch Pflicht (η ≥ 80 %) Pflicht (η ≥ 75 %)
KfW BEG-Tilgungszuschuss 5–15 %
Norm / Berechnungsverfahren DIN V 18599 (Referenzverfahren), alternativ DIN V 4108−6 / DIN V 4701−10 für Wohngebäude
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GEG 2023, § 10 ff.: Legt das Referenzgebäude-Modell fest. Der Primärenergiebedarf wird für Heizung, Lüftung, Warmwasser und bei Nichtwohngebäuden auch Beleuchtung berechnet.
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DIN V 18599: Die zentrale Berechnungsnorm für den Energiebedarf. Umfasst 12 Teile; Teil 1 regelt die allgemeinen Bilanzierungsverfahren, Teil 4 Beleuchtung, Teil 6 Heizsysteme.
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Primärenergiefaktoren 2026: Strom fP = 1,8 (GEG, nicht erneuerbar); Erdgas fP = 1,1; Wärmepumpe profitiert stark vom niedrigen Strom-fP nach GEG 2023.
Achtung „40“: EH 40 bedeutet nicht, das Gebäude verbraucht 40 kWh/(m²a). Je nach Bauweise und Heizanlage liegt der tatsächliche Heizwärmebedarf bei 15–35 kWh/(m²a).

Bauphysikalische Anforderungen im Detail

EH 40 ist kein Aufkleber — er erfordert präzise Planung aller Bauteilschichten, nahtlose Luftdichtheitsebene und konsequente Wärmebrückenfreiheit.

Bauteil GEG-Referenz­wert EH 55 typisch EH 40 typisch Konstruktion (Beispiel)
Außenwand 0,28 W/(m²K) 0,18–0,22 0,10–0,15 22 cm Poroton + 24 cm EPS-032-WDVS
Dach / oberste Geschossdecke 0,20 W/(m²K) 0,13–0,16 0,08–0,12 32–40 cm Mineralwolle (Satteldach zwischen + unter Sparren)
Bodenplatte / Kellerdecke 0,35 W/(m²K) 0,20–0,25 0,10–0,15 20–28 cm XPS oder EPS-035 unter Bodenplatte
Fenster Uw 1,30 W/(m²K) 0,90–1,10 0,70–0,95 Dreifachverglasung Ug 0,5–0,6; Warm-Edge-Spacer; Passivhaus-Rahmen
Außentür UD 1,80 W/(m²K) 1,10–1,30 0,80–1,00 Dämmgefüllte Metalltür, umlaufende Dichtungsebene
Wärmebrückenkorrektur ΔUWB 0,10 W/(m²K)* 0,05 0,03–0,05 Wärmebrückenminimierung gem. DIN EN ISO 10211 / DIN EN ISO 14683

*Pauschaler Aufschlag nach GEG wenn kein detaillierter Wärmebrückennachweis vorliegt. Alle U-Werte in W/(m²K).

Richtig geplant: EH 40 erreichbar

Luftdichtheitsebene lückenlos geplant und auf der Baustelle vorgegeben — alle Anschlüsse (Steckdosen, Rohrdurchführungen) mit Pro-Clima o.ä abgedichtet
Wärmebrücken minimiert gemäß DIN EN ISO 10211: Balkonplatten thermisch getrennt (Isokorb), Rollladenpanzer gedämmt, Fensterleibungen bündig dämmend
Qualitätssichernde Baubegleitung durch KfW-zugelassenen Energieeffizienz-Experten (EEE); Zwischen- und Abschlusskontrollen dokumentiert
Blower-Door-Test nach DIN EN ISO 9972 während der Bauphase (Leckageortung) und nach Fertigstellung (Nachweis n50 ≤ 0,6 h−1)

Häufige Planungs- und Ausführungsfehler

Luftdichtheitsebene unterbrochen durch ungeklebte Dampfsperren-Überlapps, nicht abgedichtete Elektrodosen oder überlappende Folienstumpf-Stöße ohne Klebeband
Auskragende Betonbauteile (Balkone, Treppen) ohne thermische Trennung — typischer Wärmebrücken-Fehler; Psi-Wert ohne Isokorb: 0,3–0,8 W/(mK)
Fenster im Laibungsbereich ungedämmt: Wenn Fenster außenliegend in Laibung eingebaut, aber Leibungsfläche nicht dämmend verkleidet → Psi > 0,04 W/(mK)
KWL-Rohrnetz nicht isoliert — Förderluftrohre in unbeheizten Bereichen (Dachboden, Keller) kühlen Zuluft ab und senken den Wärmerückgewinnungsgrad effektiv ab

Luftdichtheit: der Blower-Door-Test nach DIN EN ISO 9972

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Grenzwert EH 40: n50 ≤ 0,6 h−1 bei kontrollierter Lüftung (bei Fenstlüftung max. 1,0 h−1 nach GEG, aber dann EH 40 nicht realisierbar)
💡
Zeitpunkt: Ersten Blower-Door-Test in der Rohbauphase durchführen (vor Einbau Innenausbau) → Leckagen orten und schließen. Abnahme-Test nach Fertigstellung.
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Norm: DIN EN ISO 9972:2015 (Methode 1 für Nachweise gegenüber Dritten). Messung bei 50 Pa Über- und Unterdruck, Mittelwert aus beiden.
📈
Kosten Berlin 2026: Blower-Door-Test inkl. Leckageortung ca. 600–1.200 € (je nach Gebäudegröße). Reiner Abnahmetest ca. 350–600 €.

Haustechnik für EH 40: Lüftung, Heizung, Erneuerbare

Die Haustechnik bestimmt maßgeblich, ob EH 40 erreicht wird — und welche Primärenergiefaktoren im Energieausweis erscheinen.

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Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL)

Zentrales oder dezentrales Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung (WRG) gemäß DIN 1946-6. Normaler Luftwechsel: 0,4–0,5 h−1. Wärmerückgewinnungsgrad η ≥ 80 % erforderlich. Sommerbypass und Feuchteregulierung empfohlen.

DIN 1946-6 / EN 16798

Wärmepumpe als Heizsystem

Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ ≥ 3,0) oder Sole-Wasser-WP (JAZ ≥ 4,0) optimal für EH 40. Niedriger Primärenergiefaktor fP = 1,8 für Strom (GEG 2023) macht WP besonders effektiv. Füßbodenheizung ideal (Vorlauf 30–35 °C).

Empfohlen

Photovoltaik & Primärenergie-Optimierung

Eine PV-Anlage reduziert den rechnerischen Strombedarf und damit den Primärenergiebedarf QP nach DIN V 18599 erheblich. In Berlin mit ca. 1.050 kWh/(kWp·a) Globalstrahlung wirtschaftlich sinnvoll. Kombiniert mit Wärmepumpe: Synergieeffekt.

Synergie mit WP
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Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — Basis für Anlagenauslegung

Die Norm-Heizlast ist für EH 40 typischerweise sehr gering: 20–35 W/m² (zum Vergleich: GEG-Mindeststandard ca. 50–70 W/m²). Raumweise Berechnung sichert korrekte Auslegung der Fußbodenheizkreise und des Wärmeerzeugers — keine Überdimensionierung.

🔊

Schallschutz und Lüftungsanlage nach DIN 4109

KWL-Anlagen erzeugen Strömungsgeräusche. DIN 4109-1 fordert Schallpegel ≤ 25 dB(A) in Schlafräumen. Kanalquerschnitte groß (niedrige Strömungsgeschwindigkeit ≤ 2 m/s), schallentkoppelte Befästigungen und biegeweiche Roh­re im Wohnbereich einplanen.

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GEG-Pflicht seit 2024: 65-%-Erneuerbare-Anforderung

Seit dem GEG 2024 müssen neu installierte Heizungsanlagen zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung generell. Gasheizung ist kombiniert mit 65 % Biogas (Nachweis) oder solarthermisch zulässig — im Neubau jedoch unwirtschaftlich.

Warmwasser: Primärenergie-Treiber nicht unterschätzen

Warmwasser macht beim EH 40 oft 30–50 % des gesamten Primärenergiebedarfs aus (da Heizwärmebedarf stark reduziert). Warmwasserwärmepumpe oder Wärmerückgewinnung aus Abluft (Wärmepumpentrockner-Kopplung) effektiv. Zirkulationsleitungen mit Zeitschaltuhr minimieren Verluste.

KfW-Förderung BEG WG: Was Sie bekommen können

Das Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG WG, KfW-Kredit 297) gibt EH-40-Bauherren günstige Kredite plus Tilgungszuschuss. Berechnen Sie Ihren möglichen Vorteil:

KfW-Förderrechner EH 40 (BEG WG 297)
Anzahl Wohneinheiten
Förderklasse
Tatsächlich beantragter Kreditbetrag 150.000 €
50.000 €150.000 € (max. pro WE)

Klimafreundlicher Neubau: Gebäude erfüllt zusätzlich Treibhausgas-Grenzwert für die Errichtung (≤ 10 kg CO&sub2;-Äqu./(m²a)).
QNG-Siegel Premium: Zusätzlich zum KFN-Standard anerkanntes Nachhaltigkeitssiegel (z. B. DGNB, BNB).

Max. KfW-Kreditrahmen gesamt
150.000 €
Tilgungszuschuss
5 %
Tilgungszuschuss in Euro
7.500 €
Nettokredit nach Zuschuss
142.500 €
Richtwerte gemäß KfW BEG WG Kredit 297 (Stand 2026). Kreditantrag vor Baubeginn stellen. Tilgungszuschuss wird nach Abschluss der Baubegleitung und Vorlage der „Bestätigung nach Durchführung“ ausgezahlt. Verbindliche Konditionen: kfw.de
📌
Antrag vor Baubeginn: Der KfW-Antrag muss zwingend vor Abschluss des ersten Liefer- oder Leistungsvertrags gestellt werden — auch bevor Architektenleistungen beauftragt werden, gilt als Vorhabenbeginn.
💰
Zinsvorteil: Neben dem Tilgungszuschuss bietet der BEG-Kredit einen günstigen Zinssatz (unter Marktniveau) mit bis zu 10 tilgungsfreien Anlaufj­ahren und langen Laufzeiten bis 30 Jahre.
👥
Hausbank: Kredit wird über die Hausbank (Durchleitungsprinzip) beantragt — nicht direkt bei der KfW. Energieberater-Vorlage und Bestimmung der Effizienzhaus-Stufe erfolgen vorab.
🏭
Kombinierbar: KfW BEG lässt sich mit BAFA-Förderung für Anlagen kombinieren (Wärmepumpe, Lüftungsanlage), soweit keine Doppelförderung gleicher Kosten erfolgt.

So wird ein Neubau zum KfW-Effizienzhaus 40

Von der ersten Energieberater-Konsultation bis zum Tilgungszuschuss — der Prozess in 6 Phasen.

1

Energieberater beauftragen (EEE-Liste der KfW)

Nur ein von der KfW zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) darf die „Bestätigung zum Kreditantrag (BzKA)“ ausstellen. Liste: zugelassene-energieberater.de. Kosten Berlin 2026: 3.000–8.000 € für vollständige Planungs- und Baubegleitung.

2

Energetische Fachplanung & Berechnung (DIN V 18599)

Der EEE erstellt die vollständige Energiebilanz nach DIN V 18599, prüft alle U-Werte, Wärmebrücken (Psi-Werte nach DIN EN ISO 14683), Luftwechselrate und den Anlagensystem-Aufwandszahl eP. Ergebnis: Bestätigung zum Kreditantrag (BzKA).

3

KfW-Antrag über Hausbank stellen (VOR Baubeginn!)

BzKA und alle Unterlagen bei der Hausbank einreichen. Die Bank leitet den Antrag an die KfW weiter. Erst nach Kreditbewilligung (Zusage) darf mit dem Bau begonnen werden — dies ist eine der häufigsten Fehlerquellen, die zur Ablehnung führt.

4

Qualitätssichernde Baubegleitung durch EEE

Der EEE muss den Bau mindestens zweimal vor Ort prüfen (nach Rohbau/Luftdichtheitsebene, nach Fertigstellung Gebäudehülle). Dokumentation aller planungsrelevanten Bauteile, ggf. Korrektur der Planung bei Abweichungen. Der Blower-Door-Test (DIN EN ISO 9972) muss ebenfalls begleitet und protokolliert werden.

5

Abnahmen & Nachweise zusammenstellen

Blower-Door-Protokoll, Prüfbericht KWL-Anlage (Luftmengen), Wartungsanleitungen, Qualitätsnachweise für Dämmung und Fensterkennwerte (CE-Kennzeichen, Datenblätter). QNG-Siegel: zusätzlich Sachverständigennachweis für Nachhaltigkeit (DGNB-Audit o.ä).

6

„Bestätigung nach Durchführung (BnD)“ → Tilgungszuschuss

Nach Fertigstellung stellt der EEE die BnD aus. Diese wird über die Hausbank an die KfW weitergeleitet. Nach Prüfung wird der Tilgungszuschuss direkt auf das Kreditkonto angerechnet — der Kredit reduziert sich entsprechend.

KfW-Effizienzhaus 40 in Berlin: Kosten & Marktpreise 2026

Was ein EH-40-Neubau in Berlin wirklich kostet — inklusive Mehrkosten gegenüber GEG-Mindeststandard, Grundstück und regionalen Besonderheiten.

KostenpunktPreisspanne Berlin 2026Anmerkung
Baukosten EH 40 Neubau (EFH/ZFH), einfache Ausstattung 3.100–3.600 €/m² WF Bodenplatte, KG, EG, DG, Satteldach; KWL + WP inklusive
Baukosten EH 40 Neubau, gehobene Ausstattung 3.700–4.800 €/m² WF Inkl. PV-Anlage, Hausspeicher, Designbäder, hochwertige Fenster
Mehrkosten EH 40 vs. GEG-Mindeststandard +8–15 % (250–500 €/m²) Hauptsächlich Dämmung, Fenster, KWL-Anlage, Blower-Door, EEE
Grundstück Berlin (Median, Bauland) 350–1.200 €/m² Spandau/Marzahn: 350–500 €; Prenzlauer Berg/Mitte: 900–1.200+ €
Energieberater (EEE) Honorar gesamt 3.000–8.000 € Fachplanung + 2 Baubegleitungen + BzKA + BnD; BAFA fördert ca. 50 % (max. 650 €)
Blower-Door-Test 600–1.200 € Inkl. Leckageortung; reiner Abnahmetest ca. 350–600 €
Amortisation Mehrkosten (Energie-Mehrkosten-Vergleich) 12–20 Jahre Bei Strompreis 35 ct/kWh und JAZ 3,5 WP; ohne Zinsvorteil KfW-Kredit
🏛

Berlin: Berliner Energieagentur (BEA) und Berliner Senat förderprogramme

Berlin bietet über die Berliner Energieagentur (BEA) kostenlose Erstberatung für Neubauvorhaben. Das Berliner Senatsprogramm fördert über die Investitionsbank Berlin (IBB) zusätzliche Programme (IBB Energie plus, Stand 2026). Prüfen Sie vor Antragstellung immer die IBB-Website auf aktuelle Konditionen.

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Praxisbeispiel: EH 40 Einfamilienhaus Spandau

135 m² Wohnfläche, Bodenplatte, EG + OG + ausgebautem Dach, Luft-Wasser-Wärmepumpe, KWL mit WRG, 10 kWp PV + 8 kWh Speicher. Baukosten ca. 450.000 € (3.330 €/m²). KfW-Kredit 150.000 € + Tilgungszuschuss 5 % = 7.500 € Direktvorteil + Zinsvorteil. Berechneter Heizwärmebedarf: 22 kWh/(m²a).

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Mehrfamilienhäuser: Skalierungseffekt nutzen

Bei MFH ab 4 Einheiten sinken die spezifischen Mehrkosten für EH 40 auf 6–10 %, da Hüllfläche pro Volumen-Einheit günstiger wird (A/V-Verhältnis). Gleichzeitig steigt der KfW-Kreditrahmen proportional: bei 6 WE sind max. 900.000 € Kredit möglich. Zentrale Wärmepumpe mit Erdsonden amortisiert sich bei größeren Gebäuden schneller.

FAQ: KfW-Effizienzhaus 40 im Neubau

Was bedeutet „KfW-Effizienzhaus 40“ genau — 40 kWh pro Quadratmeter?
+
Nein. Die Zahl 40 gibt keinen absoluten Verbrauchswert an, sondern das prozentuale Verhältnis zum GEG-Referenzgebäude. Ein EH 40 verbraucht maximal 40 % des Primärenergiebedarfs eines nach GEG berechneten Referenzgebäudes gleicher Größe und Form. Der tatsächliche Heizwärmebedarf liegt je nach Bauweise bei etwa 15–35 kWh/(m²a). Zusätzlich gilt: der Transmissionswärmeverlust H'T darf maximal 55 % des Referenzwerts betragen.
Wie hoch ist die KfW-Förderung für ein EH 40 Neubau 2026?
+
Die Förderung läuft über das BEG-Wohngebäude-Kreditprogramm (KfW 297). Der maximale Kredit beträgt 150.000 € pro Wohneinheit zu günstigem Zinssatz. Dazu kommt ein Tilgungszuschuss von 5 % des Kreditbetrags (= max. 7.500 €/WE). Mit dem Bonus „Klimafreundlicher Neubau“ steigt der Zuschuss auf 10 %, mit QNG-Nachhaltigkeitssiegel auf 15 % (= max. 22.500 €/WE).
Welche U-Werte muss ein KfW-EH 40 erfüllen?
+
EH 40 schreibt keine fixen U-Werte vor — Maßgeblich ist das Gesamtergebnis der DIN-V-18599-Berechnung (40 % Primärenergie, 55 % H'T). In der Praxis sind jedoch folgende typische U-Werte erforderlich: Außenwand 0,10–0,15 W/(m²K), Dach 0,08–0,12, Bodenplatte 0,10–0,15, Fenster Uw 0,70–0,95 (Dreifachverglasung). Schlechter dämmende Komponenten können durch eine bessere Anlage (z. B. effizientere Wärmepumpe oder PV) bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden.
Ist ein Blower-Door-Test beim KfW-EH 40 Pflicht?
+
Ja, faktisch Pflicht. Zwar schreibt das GEG keinen Blower-Door-Test als generelle Pflicht vor — wer aber EH 40 mit kontrollierter Lüftungsanlage nachweisen will, muss den n50-Wert von ≤ 0,6 h−1 belegen (DIN EN ISO 9972 Methode 1). Dieser Nachweis kann nur durch einen durchgeführten Blower-Door-Test erbracht werden. Der KfW-EEE prüft das Protokoll als Teil der qualitätssichernden Baubegleitung. Ohne gültiges Blower-Door-Protokoll gibt es keine „Bestätigung nach Durchführung“ und keinen Tilgungszuschuss.
Was kostet ein KfW-Effizienzhaus 40 Neubau in Berlin mehr als ein normaler Neubau?
+
Die Mehrkosten gegenüber dem GEG-Mindeststandard betragen in Berlin typischerweise 8–15 % der Baukosten, also etwa 250–500 € pro m² Wohnfläche. Die größten Kostentreiber sind: dickere Dämmung der Gebäudehülle (+80–150 €/m²), Dreifachverglasung statt Zweifachverglasung (+40–80 €/m²), KWL-Anlage mit WRG (+50–100 €/m²), Energieberater-Honorar und Blower-Door (+30–60 €/m²). Der KfW-Tilgungszuschuss und die Günstigere Finanzierung amortisieren einen Teil dieser Mehrkosten schon vor dem ersten Heiztag.
Welche Heizung ist die beste für ein KfW-EH 40?
+
In den meisten Fällen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe (bei EFH/ZFH) oder Sole-Wasser-Wärmepumpe (bei MFH mit Erdsonden) die optimale Wahl. Gründe: niedriger Primärenergiefaktor fP = 1,8 für Strom nach GEG; erfüllt automatisch die 65-%-Erneuerbare-Pflicht (GEG 2024); kombiniert mit PV und Fußbodenheizung (Vorlauf 30–35 °C) maximal effizient. Holzpellets sind ebenfalls zulässig (fP = 0,2 für Biomasse), aber aufwendiger in Wartung und Beschickung. Gasheizungen erfüllen im Neubau die 65-%-Pflicht nur mit erheblichen Zusatzinvestitionen (Biomethan-Nachweis o.ä).
Wie unterscheidet sich EH 40 vom Passivhaus-Standard?
+
Beide Standards haben ähnliche Ambitionen, unterscheiden sich aber in Methode und Grenzwerten:

KfW EH 40: • Relative Anforderung (40 % des GEG-Referenzgebäudes) • Grenzwert für Primärenergie und H'T • Berechnung nach DIN V 18599 • Keine eigenständige Norm, sondern ein KfW-Label

Passivhaus: • Absoluter Grenzwert: Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a) oder Heizlast ≤ 10 W/m² • Berechnung mit PHPP (Passivhaus Projektierungspaket) • Zertifizierung durch Passivhaus Institut Darmstadt • Typischerweise strengere Anforderungen an Wärmebrückenfreiheit und Fensterdämmung

In der Praxis erreichen viele EH-40-Gebäude mit Wärmepumpe annNähernd Passivhaus-Niveau beim Heizwärmebedarf, ohne das aufwendigere Zertifizierungsverfahren des PHI zu durchlaufen.
Kann ich einen KfW-EH-40-Neubau auch ohne Keller realisieren?
+
Ja, problemlos. Kellerlose Gebäude mit gedämmter Bodenplatte (U ≤ 0,12–0,15 W/(m²K)) sind beim EH 40 weit verbreitet. Entscheidend ist die vollflächige Dämmung unter der Bodenplatte (XPS oder EPS, 20–28 cm), sowie ein lückenloser Anschluss der Perimeterdämmung an die Außenwanddämmung. Die Ecken und Kanten (Boden-Wand-Anschluss) sind typische Wärmebrückenquelle — konstruktiver Nachweis via DIN EN ISO 10211 sinnvoll. Kellerloses Bauen reduziert oft die Gesamtbaukosten um 10–15 % und verbessert die A/V-Bilanz.
Welche Normen gelten für die Planung eines KfW-EH 40?
+
Die relevanten Normen und Regelwerke im Überblick:
GEG 2023: gesetzliche Grundlage, §§ 10–16 Primärenergiebedarf und H'T
DIN V 18599 (Teile 1–12): Energetische Bewertung, Referenzberechnungsverfahren
DIN 4108-2: Mindestwärmeschutz (Umin-Grenzwerte, Taupunktnachweis)
DIN 4108-3: Klimabedingter Feuchteschutz (Glaserdiagramm, Diffusion)
DIN EN ISO 10211: Wärmebrücken — Berechnung der Wärmestromflüsse (2D/3D-FEM)
DIN EN ISO 14683: Wärmebrücken — Vereinfachte Berechnung (Linienwärmeverlustkoeffizient)
DIN EN ISO 9972: Blower-Door-Test, Luftdichtheitsmessung
DIN 1946-6: Lüftung von Wohngebäuden, Planung und Ausführung KWL
DIN EN 12831: Heizlastberechnung für Raumtemperaturregelung
DIN 4109-1: Schallschutz im Hochbau (relevant für Lüftungsgeräusche)

EH 40 in Berlin planen & bauen — mit NEUWEST

Von der energetischen Konzeption bis zum schlüsselfertigen KfW-Effizienzhaus — NEUWEST begleitet Ihr Neubauvorhaben in Berlin fachgerecht und förderkonform.

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