🏗 Rohbau & Hochbau

Rohbau-Bauablauf: Von der Sohle bis zum Dachstuhl

Der Rohbau ist das tragende Grundgerüst eines Gebäudes — von den ersten Erdarbeiten bis zum fertigen Dachstuhl. Hier erfähren Bauherren und Fachleute, welche Phasen es gibt, welche DIN-Normen gelten und was der Rohbau in Berlin 2026 kostet.

18 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Rohbau-Experten

Was ist der Rohbau? — Das Grundgerüst eines Gebäudes

Der Rohbau umfasst alle Bauleistungen vom ersten Spatenstich bis zur geschlossenen Gebäudehülle einschließlich Dachstuhl.

Der Rohbau ist das tragende Grundgerüst eines Gebäudes. Er umfasst alle Baumaßnahmen vom ersten Spatenstich über Fundamente, Keller, aufgehende Wände und Geschossdecken bis hin zum fertig errichteten Dachstuhl. Erst wenn der Rohbau steht, beginnen alle nachfolgenden Ausbaugewerke — von Dacheindeckung und Fenstern bis zu Heizung und Innenputz.

Für Bauherren ist der Rohbau die kostenintensivste und technisch anspruchsvollste Phase: Fehler in Fundament oder Betonkonstruktion lassen sich später kaum oder nur zu enormen Kosten korrigieren. Für Architekten und Bauingenieure bildet der Rohbau das statische Rückgrat, das alle Lasten aufnimmt und sicher in den Baugrund ableitet — geregelt durch mehr als 20 DIN- und EN-Normen (Eurocodes).

In Berlin dauert ein typischer Rohbau — abhängig von Gebäudegröße, Bauweise und Witterung — 16 bis 36 Wochen. Die Kosten liegen je nach Bauweise und Ausstattungsgrad bei 700 bis 1.400 € pro m² Wohnfläche (netto, Berliner Marktpreise 2026).

Rohbau auf einen Blick

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Bauphasen vom Aushub bis zum Richtfest
16–36
Wochen typische Rohbaudauer (EFH bis MFH)
700–1.400 €
Rohbaukosten pro m² WF, Berlin 2026, netto
> 20
relevante DIN/EN-Normen (Eurocodes) im Rohbau
01

Tragende Konstruktion

Fundamente, Wände, Stützen und Decken nehmen alle Lasten auf (Eigenlast, Nutzlast, Schnee, Wind) und leiten sie in den Baugrund ab.

DIN EN 1990–1996
02

Abdichtung & Gründung

Bodenplatte und Kellerwandabdichtung (Weiße oder Schwarze Wanne) schützen dauerhaft gegen Boden- und Sickerwasser — sprich: gegen  Feuchte von unten.

DIN 18195
03

Dachstuhl & Richtfest

Der Dachstuhl schließt den Rohbau ab. Er überträgt Dachlasten auf die Auflager (Ringbalken/Pfetten) und bildet die Grundlage für Dacheindeckung und Ausbau.

DIN EN 1995 EC 5

Die 9 Phasen des Rohbaus: Vom Aushub bis zum Richtfest

Jede Phase des Rohbaus baut auf der vorherigen auf — Fehler in frühen Phasen propagieren nach oben und sind teuer zu korrigieren.

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Erdarbeiten & Baugrubenaushub

Der Bagger trägt Oberboden ab und schürft auf Gründungstiefe (mind. 80 cm unter Geländeoberkante, frostfrei). Bei tiefen Kellern oder schwierigen Bodenschichten wird eine Baugrubensicherung erforderlich: in Berlin häufig der klassische Berliner Verbau (H-Träger + Holzbohlen) oder eine Spündwand. Ausgehobenes Material wird auf Wiedereinbautauglichkeit geprüft; überschüssiger Boden wird abgefahren.

DIN 18300 · DIN 4124 Woche 1–2
2

Drainage, Sauberkeitsschicht & Leitungsführung

Auf dem verdichteten Planum wird eine Sauberkeitsschicht aus Magerbäton (C8/10, 5–10 cm) oder Rollierung (Kies 0/56 mm, 10–15 cm) eingebaut. Sie schützt die Bodenplattenbewehrung vor Verschmutzung und schafft eine ebene Arbeitsoberfläche. Gleichzeitig werden alle Grundleitungen für Abwasser, Regenwasser und ggf. Erdwärme verlegt — diese sind später nicht mehr zugänglich. Die Perimeterdämmung (XPS) am Kellerfuß wird vorbereitet.

DIN EN 13242 · DIN 4095 Woche 2–3
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Bodenplatte oder Streifenfundament

Die Bodenplatte ist das Rückgrat jedes modernen Rohbaus. Für Ein- und Mehrfamilienhäuser ohne Keller wird eine bewehrte Stahlbetonplatte in Dicken von 20–30 cm betoniert. Beton mindestens C25/30, Expositionsklasse XC2 (korrosionsauslösend, durchfeuchtet), Bewehrung BSt 500 B nach DIN 488. Bei höherem Grundwasserstand (in Berlin ab ca. 2–3 m u. GOK möglich) wird die Bodenplatte als WU-Beton (wasserundurchlässig, w/z ≤ 0,50 nach DIN EN 206) ausgebildet — die sogenannte Weiße Wanne. Streifenfundamente kommen bei Mauerwerksbauten ohne Keller zum Einsatz (Breite 60–80 cm, Tiefe ≥ 80 cm unter GOK).

DIN EN 1992 EC2 · DIN EN 206 · DIN 488 Woche 2–4
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Kellergeschoss: Wände & Abdichtung

Kelleraußenwände werden als Stahlbetonwände (25–30 cm) oder in Kombination aus WU-Beton und Schwarzer Wanne (Bitumenabdichtung nach DIN 18195-4) ausgeführt. In Berlin ist die Weiße Wanne (Integral-Abdichtung aus WU-Beton) weit verbreitet, da der Berliner Sand relativ durchlässig ist — die Schwarze Wanne erfordert z. T. aufwändigere Schutzsysteme. Innentrennwände im Keller folgen je nach Statik als Stahlbeton oder Mauerwerk. Der Kellerfußboden wird mit Perimeterdämmung (XPS λ ≤ 0,035 W/mK) versehen.

DIN EN 1992 · DIN 18195-4 · DIN EN 206 Woche 3–6
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Kellerdecke & Erdgeschossdecke

Die Stahlbetondecke über dem Keller (Kellerdecke = EG-Rohdecke) wird als Ortbetondecke oder Filigrandecke (Halbfertigteil mit Ortsbetonergänzung) ausgeführt. Typische Deckenstärke im EFH: 18–24 cm, im MFH bis 28 cm je nach Spannweite und Belastung. Die Decke wirkt als horizontale Aussteifungsscheibe und überträgt Lasten gleichmäßig auf die tragenden Wände. Leerrohre für Elektro und Heizung werden vor dem Betonieren eingelegt. Nach dem Einbau beginnt die Nachbehandlung des Betons (7 Tage feuchten nach DIN EN 13670) — ein häufig vernachlässigter aber kritischer Schritt für die Endfestigkeit.

DIN EN 1992 · DIN EN 13670 Woche 5–8
6

Aufgehendes Mauerwerk Erdgeschoss

Das aufgehende Mauerwerk bildet die Außen- und tragenden Innenwände. In Deutschland dominieren vier Systeme: Poroton-Ziegel (Hochlochziegel T9/T11, λ ≤ 0,09 W/mK, 36,5–49 cm), Porenbeton (PP2-400 bis PP4-500), Kalksandstein (KS 20/2,0 für besten Schallschutz, Rw > 55 dB) und Stahlbeton (für Skelettbau). Tür- und Fensterbankstürze werden aus Stahlbeton oder Fertigteil eingesetzt. Alle Mauerwerksbänder werden nach DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6) auf Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit nachgewiesen.

DIN EN 1996 EC6 · DIN 18330 Woche 6–10
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Decken & Obergeschosse

Für jedes weitere Stockwerk wiederholen sich die Schritte: Decke einschalen → bewehren → betonieren → nachbehandeln → Mauerwerk aufmauern. Im Mehrfamilienhaus kommen häufig Fertigdecken (Filigran- oder Spannbeton-Hohldielen) zum Einsatz, um Schalzeiten zu reduzieren. Im Einfamilienhaus wird oft Ortbeton bevorzugt, da die Deckengrundrisse unregulärer sind. Treppenhäuser werden parallel mit Treppenläufen aus Stahlbeton oder Fertigteilen eingebaut. Die Rohbau-Trägfähigkeit wird stufenweise bis zur Endlast aufgebaut — der Statiker gibt den Freigabeplan vor.

DIN EN 1992 · DIN EN 13670 Woche 9–14
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Ringanker, Ringbalken & Giebel

Der Ringanker (oder Ringbalken) ist ein umlaufendes horizontales Stahlbetonband in Deckenhöhe des obersten Geschosses. Er verbindet alle tragenden Wände ringförmig miteinander, verteilt Horizontalkräfte (Wind, Erdbeben) und sichert das Mauerwerk gegen Aufklaffen. Nach DIN EN 1996-1-1 Pflicht für alle Mauerwerksbauten über einer Lage. Das Giebelmauerwerk (Dreiecksform des Giebels) wird anschließend auf den Ringbalken gemauert. Es nimmt keine übertragene Last auf und kann daher leichter ausgeführt werden.

DIN EN 1996 · DIN EN 1992 Woche 13–16
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Dachstuhl & Richtfest

Der Dachstuhl aus Nadelholz C24 oder Brettschichtholz GL24h nach DIN EN 14080 bildet den Abschluss des Rohbaus. Sparren, Pfetten und First werden nach DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5) auf Schnee- und Windlasten (Berlin: Schneelastzone 1, Windzone 2) bemessen. Windverbanddiagonalen sichern die Dachscheibe gegen horizontale Kräfte. Das traditionelle Richtfest — gefeiert wenn der erste Sparren steht — markiert den Abschluss des Rohbaus: Ein Richtkranz wird aufgestellt, der Polier spricht den Richtspruch. In Berlin ist diese Tradition lebendig und wird auch bei MFH-Projekten gepflegt.

DIN EN 1995 EC5 · DIN EN 14080 Woche 14–20

Rohbau-Kostenrechner: Was kostet Ihr Rohbau in Berlin?

Stellen Sie Wohnfläche, Geschosse, Bauweise und Keller ein — Kosten, Bauzeit und Betonmenge berechnen sich live (Richtwerte Berlin 2026, netto zzgl. 19 % MwSt).

Wohnfläche 160 m²
Anzahl Geschosse (ohne Keller)
Bauweise
Kellergeschoss
Rohbaukosten gesamt (netto, ca.)
136.000 €
Rohbaudauer
22 Wochen
Betonmenge (Schätzwert)
50 m³
Richtwerte Berlin 2026, netto zzgl. 19 % MwSt. Tatsächliche Kosten hängen stark von Grundstück, Bodengutachten, Geometrie und Marktlage ab. Individuelle Kalkulation erhalten Sie von NEUWEST kostenlos.

DIN-Normen & Eurocodes im Rohbau: Regelwerk & Qualität

Der Rohbau ist eines der am dichtesten geregelten Baugebiete. Diese Normen müssen Planer und Ausführende kennen.

NormBereichBedeutung im Rohbau
DIN EN 1992-1-1 (EC 2) Stahlbeton Bemessung aller Stahlbetonteile: Bodenplatte, Decken, Stützen, Wände — Grundlage jeder Rohbaustatik
DIN EN 1996-1-1 (EC 6) Mauerwerk Nachweis Mauerwerk-Außen- und Innenwände; Ringanker, Öffnungsbemessung, Knicknachweise
DIN EN 1995-1-1 (EC 5) Holzbau Bemessung Dachstuhl, Pfetten, Sparren, Holzrahmenkonstruktionen; Schnee- und Windlastbemessung
DIN EN 206:2017 Beton Expositionsklassen (XC0–XA3), Mindest-w/z-Wert, Mindestzementgehalt, Frisch- und Festbetonprüfung
DIN EN 13670:2011 Betonausführung Qualitätssicherung beim Betonieren: Schalungsplanung, Bewehrungseinbau, Verdichtung, Nachbehandlung 7 d
DIN 488:2009 Betonstahl Bewehrungsstahl BSt 500 B/S: Festigkeit fyk = 500 N/mm², Dehnvermögen ≥ 5 %, Rillengeometrie
DIN 18195-4:2017 Abdichtung Außenwandabdichtung unter Gelände (Schwarze Wanne): Bitumenabdichtung, Schutzsysteme, Prüfung
DIN 4124:2012 Baugruben Böschungswinkel (Sand: max. 45°), Verbaukonstruktionen, Sicherheitsabstände, Randbedingungen
DIN 18300 / 18331 (VOB/C) Abrechnung ATV Erdarbeiten / Beton- und Stahlbetonarbeiten: Leistungsbeschreibung, Einheitenermittlung, Abrechnung
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Bodengutachten (Baugrunduntersuchung): Vor Baubeginn Pflicht nach DIN EN 1997-2. Liefert Bodenkennwerte, Grundwasserstand und Gründungsempfehlung — kostet 1.500–4.000 €, spart aber ein Vielfaches an Nachträgen.
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Bauleitung & Objektplanung: Die HOAI-Leistungsphasen 6–8 (Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung) sind während des Rohbaus aktiv. Der Bauleiter kontrolliert Betonfestigkeit (Würfelprüfung), Bewehrungslage (Betondeckung) und Nachbehandlung.
Betonnachweis / Konformitätszertifikat: Das Betonwerk liefert mit jeder Lieferung einen Lieferschein mit Expositionsklasse, w/z-Wert und Zementgehalt. Diese Dokumente müssen aufbewahrt werden (GoBD 10 Jahre).
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Brandschutz im Rohbau: Betonbauteile erfüllen in der Regel F90 (feuerwiderstandsfähig 90 min) ohne zusätzliche Bekleidung, wenn die Mindestbetondeckung eingehalten wird. Holzbauteile (Dachstuhl) müssen nach DIN 4102 / DIN EN 13501 nachgewiesen werden.

Massivbau vs. Stahlbeton vs. Holzrahmenbau: Der Vergleich

Die Wahl der Rohbau-Konstruktion hat langfristige Auswirkungen auf Kosten, Schallschutz, Wärmeschutz und Flexibilität.

Massivbauweise Mauerwerk

Wärmeschutz: Sehr gut mit Poroton T9 (λ ≤ 0,09 W/mK) — oft einschaliges Wandsystem ohne zusätzliche WDVS-Schicht möglich (GEG-konform bei 49 cm)
Schallschutz: Kalksandstein (KS 20/2,0) erzielt Schalldämmmaß Rw ≥ 55 dB — ideal für Wohntrennwände in MFH
Speichermasse: Hohe Wärmespeicherfähigkeit (Beton, Ziegel) dämpft Temperaturspitzen — angenehmes Raumklima auch ohne aktive Kühlung
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Kosten Berlin 2026: 750–1.000 €/m² WF ohne Keller; 980–1.280 €/m² WF mit Keller (netto)
Flexibilität: Tragende Innenwände sind nachträglich nur mit Aufwand versetzbar — Grundrissplanung von Anfang an entscheidend

Stahlbetonkonstruktion

Freie Grundrisse: Skelettbau mit weit gespannten Decken (bis 8 m stützenfrei) ermöglicht maximale Grundrissvarianz — ideal für Gewerbe und Mehrfamilienhäuser
Brandschutz: Betonbauteile erfüllen F90 ohne Bekleidung bei eingehaltener Betondeckung (mind. 35 mm für R90)
Robustheit: Höchste Tragfähigkeit, optimal für Gebäude > 4 Geschosse, Industrie- und Parkbauten; sehr guter Schallschutz durch Masse
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Kosten Berlin 2026: 1.050–1.300 €/m² WF ohne Keller; 1.280–1.600 €/m² WF mit Keller (netto)
Wärme & Feuchtigkeit: Betonwände ohne Wärmedämmung sind problematisch; Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder Fassade immer nötig

Holzrahmenbau: Schnelle Alternative mit Ökobilanz-Vorteil

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Schnelle Montage: Vorgefertigte Wandelemente werden auf der Baustelle montiert — der Rohbau steht in wenigen Wochen. In Berlin wachsen Holzhybrid-MFH aus BS-Holz und Betonkern sichtbar, z. B. im Bereich Adlershof und Lichterfelde.
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CO₂-Bilanz: Holz speichert CO₂ und hat eine deutlich bessere Ökobilanz als Beton. Berliner Klimaschutzziele forcieren den Holzbau. LCA (Life Cycle Assessment) nach DIN EN 15978 zunehmend gefordert.
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Kosten Berlin 2026: 700–950 €/m² WF ohne Keller; 920–1.200 €/m² WF mit Massivkeller (Fundament meist Beton). Mehrkosten für Vorfertigung häufig durch kürzere Bauzeit kompensiert.
Schallschutz & Brand: Holzbau erfordert zusätzliche Schallschutzmaßnahmen (Entkopplung, Beschwerung). Brandschutz nach DIN EN 13501-2: Holzständerwände erreichen F60–F90 mit geeigneter Bekleidung (Gipskarton GKF).

Rohbau in Berlin: Besonderheiten, Preise & Vorschriften

Berlin hat spezifische Bodenbedingungen, eine eigene Bauordnung und eine stark gestiegene Rohbaukosten-Situation — das müssen Bauherren wissen.

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Berliner Untergrund: Sand, Grundwasser & Sonderfälle

Der Berliner Untergrund besteht überwiegend aus diluvialem Sand und Kies (Spreetal) mit relativ hoher Tragfähigkeit. Das Grundwasser liegt in weiten Teilen Berlins 2–5 m unter GOK, in der Spree-Aue und in Spandau auch höher. In Bereichen mit Moorböden (Grunewald, Teile Sp.-Neukölln, Heiligensee) sind Spezialtiefbauverfahren nötig (Pfähle, Raftfundamente). Ein Bodengutachten nach DIN EN 1997-2 ist in Berlin daher keine Option, sondern Pflicht — der Bürgermendelssöhne-Bohrlochatlas der SenStadtUm gibt erste Anhaltspunkte, ersetzt aber keine projektspezifische Untersuchung.

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Berliner Bauordnung (BauO Bln) 2021 & Musterbauordnung

Die Berliner Bauordnung 2021 regelt u. a. Abstandsflächen (0,4 H für Gebäude bis 16 m Höhe in Innenbereich), Standsicherheitsnachweise (Tragwerksplanung Klasse 3 mit Prüfinger ab 3 Geschossen), Schallschutz (DIN 4109) und Energieanforderungen (GEG 2024, KfW-Förderung EH40/EH55). Ab 4 Vollgeschossen ist ein Prüfstatiker (SV f. Tragwerksplanung) Pflicht. Baugenehmigungen werden beim Berliner Bezirksamt (Stadtentwicklungsamt / Baugenehmigungsbehörde) beantragt — Bearbeitungszeit 3–12 Monate je Bezirk.

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Berliner Rohbaupreise 2026: Aktuelle Marktpreise

Berliner Rohbaukosten haben sich in den Jahren 2020–2024 um 35–50 % erhöht; seit 2025 stabilisieren sie sich leicht durch abgekühlte Nachfrage. Nachfolgend Berliner Marktpreise 2026 (netto, inkl. Lohn und Material, Berliner Aufschlag ggü. Bundesdurchschnitt ca. +10–15 %):

GewerkPreisspanneEinheit
Bodenaushub (Löffelbagger)28–48 €pro m³
Sauberkeitsschicht / Rollierung20–32 €pro m²
Bodenplatte Stahlbeton C25/30155–220 €pro m²
Kelleraußenwand Stahlbeton (25 cm)390–530 €pro m²
Mauerwerk Außenwand Poroton 36,5 cm195–285 €pro m²
Stahlbetondecke (Ortbeton, 20 cm)115–175 €pro m²
Dachstuhl Nadelholz C2488–150 €pro m² GF
Berliner Verbau (H-Träger + Bohlen)280–480 €pro lfm
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Berliner Verbau: Stadtspezifische Baugruben-Lösung

Bei beengten innerstadtischen Grundstücken — besonders in Neukölln, Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg — ist der klassische Berliner Verbau (auch: Berliner Bauweise) gängig: H-Stahlträger werden im Rasterabstand (1–2 m) in den Boden gerammt, zwischen die Gurte werden horizontale Holzbohlen eingeschoben, während der Aushub fortschreitet. Vorteil: Keine Schwere Erschütterung durch Rammen, rückbaubar. Bei höherem Grundwasserstand oder angrenzendem Fundament werden Spundwandverbau oder Bohrpfahlwand eingesetzt (höherer Aufwand: +30–60 % Mehrkosten).

FAQ: Rohbau-Bauablauf — Fragen & Antworten

Was ist der Rohbau und was gehört dazu?
+
Der Rohbau umfasst alle tragenden und raumbildenden Baumaßnahmen eines Gebäudes vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Dachstuhl. Dazu zählen: Erdarbeiten und Baugrubensicherung, Fundamente und Bodenplatte, Kellermauerwerk und -abdichtung, Geschossdecken, aufgehende Wände (Mauerwerk oder Stahlbeton), Treppenhäuser, Ringanker sowie der Dachstuhl. Nicht zum Rohbau gehören Dacheindeckung, Fenster und Türen, Putz, Estrich, Heizung, Sanitär und Elektroinstallation — diese zählen zum Innenausbau.
Wie lange dauert der Rohbau eines Einfamilienhauses?
+
Für ein typisches Einfamilienhaus (150–180 m² WF, 2 Geschosse) ohne Keller dauert der Rohbau in Berlin 16–22 Wochen. Mit Keller verlängert sich die Zeit um 6–8 Wochen. Einflüsse: Witterung (Frost stoppt Betonage unter −3 °C), Lieferzeiten für Fertigteile, Anzahl der Bautrupps und Taktung der Nachunternehmer. Größere Mehrfamilienhäuser (8–12 WE) benötigen 30–52 Wochen für den Rohbau.
Was kostet der Rohbau pro Quadratmeter in Berlin 2026?
+
In Berlin liegen die Rohbaukosten 2026 je nach Bauweise zwischen:
  • Mauerwerk EFH ohne Keller: 750–1.000 €/m² WF (netto)
  • Mauerwerk EFH mit Keller: 980–1.280 €/m² WF (netto)
  • Stahlbeton MFH ohne Keller: 1.050–1.350 €/m² WF (netto)
  • Stahlbeton MFH mit Keller: 1.280–1.600 €/m² WF (netto)
Dazu kommen 19 % MwSt. und Nebenkosten (Statiker, Vermesser, Prüfstatiker). Eine kostenlose Einschätzung für Ihr Objekt erhalten Sie von NEUWEST.
Was ist der Unterschied zwischen Weißer und Schwarzer Wanne?
+
Beide Systeme schützen den Keller vor eindringendem Wasser, aber auf unterschiedliche Weise:

Weiße Wanne (WU-Beton): Wasserdichtigkeit wird durch den Beton selbst erzielt (wasserundurchlässiger Beton nach DIN EN 206, w/z ≤ 0,50, keine externen Abdichtungslagen). Vorteil: Robuster, kein Versagen durch Folienfehler. Nachteil: Erfordert sehr präzise Betonausführung und Fugenabdichtung (Injektionsschlauch an Arbeitsfugen).

Schwarze Wanne: Bitumen-Dickbeschichtung (2-K-Bitumen, mind. 4 mm) oder Abdichtungsbahn auf den Betonflächen (DIN 18195-4). Vorteil: Beton muss nicht WU-Qualität haben, günstiger. Nachteil: Bei mechanischer Beschädigung der Abdichtungsschicht (z. B. durch Erdarbeiten) kann Feuchtigkeit eindringen.
Welche DIN-Normen gelten verbindlich für den Rohbau?
+
Im deutschen Rohbau gelten die Eurocodes (DIN EN 199x) als Bemessungsnormen, ergänzt durch Nationale Anhänge (NA). Die wichtigsten sind DIN EN 1992 (Stahlbeton), DIN EN 1996 (Mauerwerk) und DIN EN 1995 (Holzbau). Hinzu kommen DIN EN 206 (Beton), DIN 488 (Betonstahl), DIN EN 13670 (Betonausführung), DIN 18195 (Abdichtung) und DIN 4124 (Baugruben). In Berlin müssen alle Standsicherheitsnachweise bei Gebäuden über 2 Vollgeschossen von einem zugelassenen Tragwerksplaner erstellt und ab 3 Vollgeschossen von einem bauaufsichtlich anerkannten Prüfstatiker geprüft werden.
Wann kann mit dem Dachstuhl begonnen werden?
+
Der Dachstuhl darf erst montiert werden, wenn der Ringbalken (Ringanker) aus Stahlbeton die nötige Festigkeit erreicht hat — in der Regel nach 28 Tagen (100 % Nennfestigkeit) oder frühestens nach Freigabe durch den Statiker (Druckfestigkeit C25/30 ≥ 25 N/mm² nach Würfelprüfung). Zusätzlich muss das Giebelmauerwerk ausreichend ausgesteift sein. In der Praxis vergehen von der letzten Deckenbetonage bis zum Richtfest 4–8 Wochen. Im Winter (Frostperioden) ist besondere Vorsicht geboten: Frischbeton darf nicht gefrieren.
Was passiert beim Richtfest und ist es Pflicht?
+
Das Richtfest ist keine gesetzliche Pflicht, aber eine lebendige Bautradition in Deutschland. Es findet statt, wenn der letzte Sparren des Dachstuhls gesetzt ist. Der Polier oder Zimmermannmeister spricht den Richtspruch, ein Richtkranz (Tannenzweig oder Birkenbüschel) wird an den First gehängt. Anschließend feiert der Bauherr gemeinsam mit Handwerkern. Das Richtfest markiert den offiziellen Abschluss des Rohbaus und den Übergang zum Innenausbau. In Berlin ist es auch bei größeren Mehrfamilienhäusern üblich und gilt als wichtiges Signal an die Nachbarschaft und künftige Mieter.
Wer überwacht die Qualität beim Rohbau?
+
Die Qualitätssicherung im Rohbau ist mehrschichtig:
  • Objektplaner / Bauleiter (LPH 8 HOAI): Überwacht Ausführung, prüft Bewehrungslage und Betondeckung, nimmt Betonlieferungen ab
  • Tragwerksplaner: Gibt Ausführungspläne frei, ggf. Baustellenüberwachung bei komplexen Konstruktionen
  • Prüfstatiker (Berlin, ab 3 Vollgeschossen): Prüft Standsicherheitsnachweise bauaufsichtlich
  • Betonprüflabor: Würfelprüfung nach DIN EN 12390, Betonablösescheinkontrolle
  • Bauherr: Sollte regelmäßig Baustelle besichtigen und Bedenken schriftlich kommunizieren
Bei NEUWEST ist die Bauleitung durch erfahrene Bauleiter mit täglicher Präsenz auf der Baustelle sichergestellt.

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Von der Baugrube bis zum Richtfest — NEUWEST realisiert Roh- und Massivbauten in Berlin mit eigenem Fachpersonal und 20+ Jahren Erfahrung.

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