Ein Baukran ist das zentrale Hebezeug jeder Großbaustelle: Er transportiert Lasten vertikal und horizontal dorthin, wo Menschenkraft versagt. Welcher Krantyp für Ihr Berliner Bauvorhaben optimal ist — Turmdrehkran oder Mobilkran — hängt von Höhe, Last, Dauer und Grundstück ab.
Warum kein Hochbau ohne Kran funktioniert — und was Bauherren, Architekten und Bauleiter über Hebezeuge wissen müssen.
Ein Baukran ist ein maschinelles Hebezeug, das auf Baustellen Lasten — Betonfertigteile, Schalungsplatten, Stahl, Baustoffe und Anlagenteile — sowohl vertikal als auch horizontal befördert. Ohne Kran ist moderner Hochbau ab dem 2. Obergeschoss praktisch undenkbar.
Die Entscheidung zwischen Turmdrehkran (TDK) und Mobilkran ist eine der kostenintensivsten Festlegungen der Baustellenplanung. Beide Typen unterscheiden sich fundamental in Aufbauzeit, Standkosten, Tragmoment und Flexibilität. Falsch geplant kostet ein ungeeigneter Krantyp schnell 50.000 € und mehr an Mehrkosten.
In Berlin stehen täglich mehr als 300 Baukrane im Einsatz — auf Neubau-Hochhäusern wie dem Hochhaus Alexanderplatz, bei der Revitalisierung von Gewölben in Mitte oder beim Penthausbau in Prenzlauer Berg. Die Kranbranche unterliegt strengen Normen: DIN EN 14439 für Turmdrehkrane und EN 13000 für Fahrzeugkrane, ergänzt durch die DGUV Vorschrift 52 (Unfallverhütung Krane).
Von der kompakten Schnellmontage bis zum 500-Tonnen-Raupenkran — jede Bauaufgabe hat ihren idealen Krantyp.
Der klassische Baukran: Turm aus Gittermasten, rotierender Ausleger oben, Laufkatze mit Lasthaken. Traglast typisch 4–24 t, Hakenhöhe bis 120 m (mit Klettereinheit), Ausladung bis 75 m. Wird auf Fundament oder Schiene montiert. Norm: DIN EN 14439.
Standkran ab 2.500 €/WocheHydraulisch-teleskopierender Ausleger auf allradgelenkem Trägerfahrzeug. Straßen- und Geländetauglich. Traglasten 25–1.200 t, Teleausleger bis 120 m + Gitteraufsatz. Abstützbreite 5–12 m erforderlich. Norm: EN 13000.
Mobilkran ab 700 €/TagAuf Raupenfahrwerk — für weichen Untergrund und Schwerlastmontagen bis 3.200 t (LR 13000). Gitterausleger bis 180 m. Keine Straßenzulassung, Anlieferung per Schwertransporter. Einsatz bei Kraftwerken, Windenergie, Brückenbau. Ergänzend: Schnellmontagekran für kleine Baustellen.
Spezialkran ab 3.000 €/TagWächst mit dem Gebäude mit: Eine hydraulische Klettereinheit hebt den Turm Schuss für Schuss. Freistandhöhe unbegrenzt (Abspannung an Gebäudestruktur). Einsatz ab ca. 10 Stockwerke. Vorteil: kein hohes Fundament, Turm verbleibt innerhalb des Gebäudeschachts. Nachteil: Gebäude muss Abstü&zlig;kräfte aufnehmen (statische Prüfung!).
Wird auf LKW angeliefert und per Eigenantrieb in 2–4 Stunden aufgestellt — ohne Autokran. Traglasten bis ca. 6 t, Höhe bis 45 m. Ideal für Projekte von 4–24 Wochen, enge Innenstadtgrundstücke und Sanierungsbaustellen. Günstigste TDK-Variante. Hersteller: Potain, Liebherr (EC-B-Serie).
Der gesamte Turm dreht unten am Sockel. Geringer Platzbedarf in der Höhe, Ausladung kleiner als beim Obendreher. Einsatz bei niedrigen Bauten mit langer Bauachse (z. B. Hallen, Wohnzeilen). Kann auf Kranschienen entlang der Baustelle fahren. In Berlin für lineare Wohnbauvorhaben relevant.
Die wichtigsten Unterschiede für die Kranauswahl in der Praxis — technisch, wirtschaftlich und baulogistisch.
Kranbetrieb ist streng geregelt. Überblick über die relevanten DIN-, EN- und DGUV-Vorschriften für Bauherren und Fachplaner.
| Norm / Vorschrift | Bezeichnung | Geltungsbereich |
|---|---|---|
| DIN EN 14439:2010 | Krane — Sicherheit — Turmdrehkrane | Alle TDK-Typen: Standsicherheit, Stabilität, Elektrik, Prüfung |
| EN 13000:2010+A1:2014 | Krane — Fahrzeugkrane: Sicherheitsanforderungen | AT-Krane, Autokrane, Teleskopkrane auf Fahrzeugträger |
| DGUV Vorschrift 52 | Krane (ehem. BGV D6) — Unfallverhütungsvorschrift | Betrieb aller Krane: Prüfpflichten, Kranführerauftrag, Einweisung |
| BetrSichV §§ 14–15 | Betriebssicherheitsverordnung — Prüfpflichten | Wiederkehrende Prüfungen, Abnahme vor Erstinbetriebnahme |
| TRBS 2111 Teil 1 | Technische Regeln für Betriebssicherheit — Maschinen | Mechanisch bewegte Teile, Sicherheitsabstände, Lastpendelung |
| DIN EN ISO 4306-1 | Krane — Fachausdrücke — Allgemeines | Begriffsdefinitionen (Tragmoment, Hakenhöhe, Ausladung, Ecktraglast) |
| DIN EN 14502-1 | Krane — Einrichtungen zum Heben von Personen | Krankorb-Einsatz auf TDK (z. B. Fassadenarbeiten) |
Reale Berliner Marktpreise für Krananmietung, Kranführer und Nebenkosten — als Orientierung für Ausschreibung und Budgetplanung.
| Krantyp | Traglast (Nennlast) | Hakenhöhe | Miete / Woche | Auf- & Abbau | Kranführer / Woche |
|---|---|---|---|---|---|
| Schnellmontagekran | 4–6 t | bis 40 m | 2.500–3.500 € | 4.000–8.000 € | 2.200–3.200 € |
| TDK Standard (Obendreher) | 8–12 t | bis 60 m | 4.500–7.000 € | 10.000–22.000 € | 2.200–3.200 € |
| TDK Hochleistung | 16–24 t | bis 80 m | 8.000–15.000 € | 18.000–40.000 € | 2.800–4.200 € |
| AT-Mobilkran 50 t | 50 t | bis 55 m | Tagesmiete: 700–1.100 €/Tag | 350–500 €/Tag | |
| AT-Mobilkran 100 t | 100 t | bis 70 m | Tagesmiete: 1.300–1.900 €/Tag | 350–500 €/Tag | |
| AT-Mobilkran 200 t | 200 t | bis 90 m | Tagesmiete: 2.800–4.500 €/Tag | 420–600 €/Tag | |
Stellen Sie Höhe, Last, Einsatzdauer und Platzsituation ein — der Rechner empfiehlt den wirtschaftlicheren Krantyp und schätzt die Gesamtkosten.
Von der Fundamentplanung bis zur Abnahme — so läuft die Aufstellung eines Turmdrehkrans auf der Berliner Baustelle ab.
Fachplaner erstellt Kranstandort-Plan: Hakenhöhe, Ausladung, Lastbereiche, Kollisionsprüfung mit Nachbarkranen und Gebäuden. Statischer Nachweis für Fundamentbelastung. Norm: DIN EN 14439. Dauer: 1–2 Wochen.
Kranstandort-Genehmigung beim Berliner Bezirksamt. DIEAG / Vattenfall Leitungsauskunft für Fundament (Strom, Gas, Wasser, Glasfaser). Bei Höhe über Hindernis: Meldung bei DFS / Luftfahrtamt. Dauer: 1–3 Wochen.
Stahlbeton-Kranfundament: typisch 5×5–8×8 m, 1,0–1,8 m Stärke, mit einbetonierten Ankerschrauben (Krankreuz). Kosten: 5.000–25.000 € je nach Boden. Aushärtezeit 7–14 Tage. Bodenuntersuchung: DIN 1054.
Anlieferung in mehreren LKW (Turmsektionen, Ausleger, Gegenausleger, Seilwinde). Aufbau per Autokran oder AT-Kran: Turm Sektion für Sektion, dann Ausleger, dann Gegenausleger mit Betongewichten. Dauer: 1–3 Tage je nach TDK-Größe.
Pflichtprüfung nach BetrSichV: Überprüfung aller Sicherheitseinrichtungen (Endschalter, Lastmomentbegrenzer, Windfahne, Sturmwarnanlage). Lasttest mit 110 % der Nennlast. Nur nach erfolgter Abnahme darf der Kran betrieben werden.
Jährliche Prüfung nach DGUV Vorschrift 52 während der Standzeit. Nach Projektende: Rückbau durch Kranverleiher (Hilfskran nötig). Fundament verbleibt oder wird rückgebaut — im Vertrag klären! Abbauzeit: 1–2 Tage.
NEUWEST koordiniert Krananmietung, Aufstellung und Betrieb — für reibungslosen Rohbau im Takt.