⚙ Betonsanierung & Instandhaltung

Betonsanierung: Karbonatisierung, Risse & Korrosion — Ursachen, Normen & Kosten 2026

Betonsanierung ist die gezielte Wiederherstellung der Schutz- und Tragfähigkeit geschädigter Stahlbetonbauteile. Wann Handlungsbedarf besteht, welche DIN-Normen gelten und was Sanierungsmaßnahmen in Berlin 2026 kosten — fachlich präzise für Bauherren und Ingenieure.

16 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist Betonsanierung? Definition & Handlungsbedarf

Betonsanierung bezeichnet alle baulichen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit, der Dauerhaftigkeit und des Korrosionsschutzes geschädigter Stahlbetonbauteile gemäß DIN EN 1504 („Produkte und Systeme für den Schutz und die Instandhaltung von Betontragwerken“). Sie umfasst Maßnahmen von der einfachen Rissinjektion bis zur vollständigen Reprofilierung und dem kathodischen Korrosionsschutz.

Die drei zentralen Schadensbilder, die in Deutschland den größten Sanierungsbedarf verursachen, sind: Karbonatisierung (CO₂-bedingte Neutralisierung der Betondeckung), Risse (Trennrisse, Biegezugrisse, Schwindrisse) und Bewehrungskorrosion (Rost durch Carbonatisierung oder Chloride). Bei Berliner Gründerzeit- und DDR-Plattenbauten treten alle drei Schadensbilder häufig kombiniert auf.

Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland Gebäude mit einem Alter von 30 bis 70 Jahren am häufigsten von Betonschäden betroffen. In Berlin entspricht das einem Großteil der Nachkriegsbauten, aber auch vieler Plattenbauten (1960–1990) und Betonbrut-Fassaden der 1970er.

Betonsanierung auf einen Blick

DIN EN 1504
Maßgebende europäische Norm für alle Schutz- und Instandsetzungsprodukte (9 Teile)
10–30 mm
Typische Karbonatisierungstiefe nach 30 Jahren bei ungeschütztem Beton
80–800 €/m²
Sanierungskosten je nach Schadensgrad und Maßnahme (Berlin 2026)
SIB-Bau
DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung“ als ergänzendes Regelwerk in Deutschland
01

Karbonatisierung

CO₂ aus der Luft reagiert mit Calciumhydroxid im Beton und senkt den pH-Wert von >12 auf <9. Die Schutzwirkung für die Bewehrung entfällt.

Schleichend
02

Rissbildung

Trennrisse, Biegezugrisse und Schwindrisse öffnen Transportpfade für CO₂, Chloride und Wasser — sie beschleunigen alle anderen Schadensmechanismen.

Katalysator
03

Bewehrungskorrosion

Korrodierte Bewehrung dehnt sich um das 6–10-fache aus. Folge: Abplatzungen der Betondeckung, Tragfähigkeitsverlust und ggf. Einsturzgefahr.

Kritisch

Karbonatisierung: Der stille pH-Abfall im Beton

Karbonatisierung ist ein natürlicher, unvermeidlicher Prozess — entscheidend ist, ob er die Bewehrungstiefe erreicht hat.

Mechanismus: Atmosphärisches CO₂ (Anteil ca. 0,04 Vol.-%) diffundiert durch die Betonporen und reagiert mit Calciumhydroxid Ca(OH)₂ zu Calciumcarbonat CaCO₃. Dieser Prozess senkt den pH-Wert des Betons von alkalischen Werten von 12,5–13,5 auf unter 9. Unterhalb von pH 9 bricht die Passivschicht auf der Bewehrung zusammen — die Korrosion kann beginnen.

Karbonatisierungstiefe xᴄ : Die Eindringtiefe folgt näherungsweise dem Wurzel-t-Gesetz:
xᴄ = k · √t (k = materialabhängiger Karbonatisierungskoeffizient, t = Zeit in Jahren).
Bei typischem Berliner Altbaubeton der 1950er–70er mit w/z-Wert >0,6 werden nach 40 Jahren Karbonatisierungstiefen von 15–35 mm gemessen — oft genug, um die Bewehrung (Betondeckung 10–20 mm) zu erreichen.

Nachweis nach DIN EN 14630: Phenolphthalein-Indikator (1 %-ige Alkohollösung) auf frischer Bruchfläche — karbonatisierter Bereich bleibt farblos, intakter Bereich verfärbt sich violett. Quantitative Bestimmung per Karbonatisierungsprofil (Titration, REM-EDX).

Kritisch: Karbonatisierungstiefe ≥ Betondeckung bedeutet, dass die Passivschicht der Bewehrung gefährdet ist. Sofortige Zustandserfassung nach DIN EN 1504-9 einleiten.
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pH > 11,5: Kein unmittelbarer Handlungsbedarf, Monitoring empfohlen
pH 9–11,5: Karbonatisierungsfront nähert sich der Bewehrung — Planung einleiten
🔴
pH < 9 an Bewehrung: Aktive Korrosion möglich, Instandsetzung dringend
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DIN EN 12390-12: Prüfverfahren für Karbonatisierungswiderstand (beschleunigt, 1 % CO₂)

Einflussfaktoren auf die Karbonatisierungsgeschwindigkeit

FaktorEinflussPraxishinweis
Wasser-Zement-Wert (w/z)sehr hochw/z > 0,55 erhöht Porosität stark — Altbeton oft w/z 0,6–0,8
Zementgehalt & -arthochCEM III/B (Hüttensand) karbonatisiert schneller als CEM I
Feuchte (rel. Luftfeuchte)mittelOptimum bei 50–70 %rF — nasser Beton diffundiert kaum CO₂
CO₂-KonzentrationmittelInnen (Garagen, Tiefgaragen): bis 0,5 Vol.-% → deutlich schneller
BetondeckungentscheidendHeute DIN EN 1992-1-1: cₘᴬⁿ je nach Expositionsklasse XC1–XC4 = 10–40 mm
OberflächenbeschichtungprotektivOS-Systeme nach DIN EN 1504-2 verzögern CO₂-Eintrag um Faktor 5–50

Rissarten in Stahlbetonbauteilen: Bewertung & Grenzwerte

Nicht jeder Riss ist gefährlich — entscheidend sind Breite, Tiefe, Aktivität und Ursache.

Ruhende (inaktive) Risse

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Schwindrisse: Entstehen beim Austrocknen des fr. Betons, meist oberflächlich <0,2 mm, netzartig — häufig unbedenklich
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Frühschwindrisse: Plastisches Schwinden vor dem Erstarren, z. T. bis zu 1 mm Breite — Injektion empfohlen wenn >0,3 mm
Instandsetzung: Starre Rissinjektion (EP oder PU-Harz) nach DIN EN 1504-5 Prinzip 1.5 (Füllen von Rissen)
📌
Rissbreitengrenzwert (DIN EN 1992-1-1): XC1 = 0,4 mm | XC2–XD1 = 0,3 mm | XS2–XD3 = 0,2 mm

Aktive (bewegliche) Risse

Biegezugrisse: Lastabhängig, atmen mit Belastung — Rissbreite variiert, Bewehrung offen für Korrosion
Setzungsrisse: Ungleichmäßige Gründung, progressiv — Ursache zuerst beheben, dann Riss schließen
Temperaturwechselrisse: Zyklisch aktiv, Breitenänderung bis >1 mm — elastische PU-Injektion erforderlich
🔴
Instandsetzung: Flexible Injektion (PU-Schaum oder -Gel) oder elastische Überbrückung mit Beschichtung nach DIN EN 1504-2

Systematische Zustandserfassung nach DIN EN 1504-9

1

Sichtprüfung & Rissaufnahme

Kartierung aller Risse (Breite, Länge, Orientierung) mittels Risslehre und Fotodokumentation. Aktivität mit Gipsmarken oder Dehnungsmessstreifen über 3–6 Monate prüfen. Norm: DIN 1076 (Brücken), DIN EN 1504-9 (allg. Zustandserfassung).

2

Karbonatisierungstiefe & Chloridprofil

Bohrkernentnahme (Ø 100 mm) alle 3–5 m. Phenolphthalein-Test (DIN EN 14630), Chloridgehaltsbestimmung je Tiefenstufe (DIN EN 14629). Kritischer Chloridgehalt für Stahl: 0,4 % bez. Zementmasse.

3

Bewehrungskorrosion & Betondeckung

Potentialfeldmessung (DIN EN ISO 12696) zur Lokalisation aktiver Korrosion ohne Aufstemmen. Betondeckungsmessung mit Deckungsmessgerät (Covermeter) nach DIN EN 13791. Ggf. Freilegen einzelner Bewehrungsstäbe zur visuellen Beurteilung des Korrosionsgrades (nach DIN EN ISO 4628-3).

4

Instandsetzungskonzept & Leistungsnachweis

Auswahl des Instandsetzungsprinzips nach DIN EN 1504-9 Tabelle 1 (Prinzipien 1–11). Schreiben des Leistungsverzeichnisses mit Produktanforderungen nach den jeweiligen Produktnormen (DIN EN 1504-2 bis -7). In Berlin bei öffentlichen Bauwerken zusätzlich ZTV-ING beachten.

Bewehrungskorrosion: Wenn der Stahl im Beton rostet

Korrosion der Bewehrung ist der gefährlichste Folgeprozess — sie führt zu Abplatzungen und Tragfähigkeitsverlust.

Elektrochemischer Prozess: Stahl bildet im alkalischen Beton eine stabile Passivschicht (Magnetit Fe₃O₄). Fällt der pH-Wert durch Karbonatisierung unter 9 oder überschreitet der Chloridgehalt 0,4 % Cl⁻ (bez. Zementmasse), bricht diese Schicht lokal auf. Es entstehen galvanische Elemente: anodische Bereiche (aktive Korrosion, Fe → Fe²⁺ + 2e⁻) und kathodische Bereiche (O₂ + 2H₂O + 4e⁻ → 4OH⁻).

Folgen: Rostprodukte (Eisenhydroxide) haben ein Volumen von bis zu 10-fach des Ausgangsmetalls. Der entstehende Spreiz- und Spaltdruck sprengt die Betondeckung auf („Spalling“). Freiliegende Bewehrung korrodiert beschleunigt weiter. Querschnittsabnahmen der Bewehrung von 20–50 % sind bei berliner Altbauten keine Seltenheit.

Chloridinduzierte Korrosion (XD/XS-Exposition) ist besonders aggressiv, da Chloride die Passivschicht direkt angreifen, unabhängig vom pH-Wert. Berliner Tiefgaragen, Brücken und Fassaden mit Tausalzbelastung sind typische Fälle.

Potentialfeldmessung (DIN EN ISO 12696): Korrosionswahrscheinlichkeit klassifiziert nach Halbzellenpotential vs. Cu/CuSO₄-Elektrode. > −200 mV = gering, −200 bis −350 mV = unsicher, < −350 mV = hoch
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Chloridgrenzwerte: 0,2 % Cl⁻ (Spannstahl), 0,4 % (Betonstahl), 0,4–1,0 % (Bewehrung mit Beschichtung) — je nach Expositionsklasse DIN EN 206
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Visuelle Klassifizierung nach DIN EN ISO 4628-3: Ri 0 (kein Rost) bis Ri 5 (>40 % Rostfläche) für freigelegte Bewehrung
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Querschnittsverlust: Bis 20 % meist tolerierbar (Sicherheitsnachweis!), darüber Ersatz der Bewehrung — statische Beurteilung durch Tragwerksplaner

DIN EN 1504: Das europäische Normwerk der Betonsanierung

Die 9-teilige Normenreihe DIN EN 1504 ist seit 2005 das maßgebende Regelwerk für alle Schutz- und Instandsetzungsprodukte in Europa.

NormTitelAnwendung in der Praxis
DIN EN 1504-1BegriffeDefinitionen für alle Folgenormen; maßgebend für LV-Formulierung
DIN EN 1504-2OberflächenschutzsystemeOS-Systeme 1–11 (OS 2: Hydrophobierung bis OS 11: Rissverbrückung >0,5 mm). CE-Kennzeichnung Pflicht
DIN EN 1504-3BetonersatzReprofilierung mit PCC/SPCC-Mörtel; Klassen R1–R4 (Druckfestigkeit 10–45 MPa)
DIN EN 1504-4Kleber für TragwerksanänderungenKlebearmierung, CFK-Lamellen (Verstärkung nach Tragwerksprüfung)
DIN EN 1504-5RissinjektionStarre (EP/PU-Harz) und flexible Injektion; Leistungsklassen A, B, C, D, E, F
DIN EN 1504-6Verankerung von BewehrungKlebeankermörtel für nachträgliche Bewehrung und Anschluss-Bewehrung
DIN EN 1504-7Korrosionsschutz der BewehrungPassivierungsmörtel und Beschichtungen für freiliegende Bewehrung
DIN EN 1504-8QualitätskontrolleQS-Anf. an Hersteller; für Planer/Auftraggeber: Produktdatenblätter prüfen
DIN EN 1504-9Allgemeine Grundsätze Anwendung11 Instandsetzungsprinzipien (PI 1–11); Zustandserfassung; Entscheidungsmatrix
Ergänzende deutsche Regelwerke: Die DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ (SIB-Bau) ergänzt DIN EN 1504 um nationale Anforderungen. Bei Brücken und Ingenieurbauwerken gilt zusätzlich die ZTV-ING Teil 3, Abschnitt 4. Bundesländer Berlin/Brandenburg schreiben für öffentliche Bauwerke die ZTV-ING als Vertragsgrundlage vor.

Sanierungsverfahren im Überblick

Die Wahl des Verfahrens hängt von Schadenstiefe, Exposition und wirtschaftlichem Zeithorizont ab.

💉

Oberflächenschutzsystem (OS) nach DIN EN 1504-2

Schutzanstrich auf intaktem oder leicht geschädigtem Beton. Klassen OS 2 (Hydrophobierung), OS 4 (Rissfüllend bis 0,1 mm), OS 8 (Rissverbrückend bis 0,3 mm), OS 11 (dynamisch rissverbrückend >0,5 mm). Anwendung: Fassaden, Bäder, Balkone ohne tiefgreifende Schäden. Berliner Marktpreis 2026: 12–45 €/m² je OS-Klasse.

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Reprofilierung (Betonersatz) nach DIN EN 1504-3

Abgetragener oder abgeplatzter Beton wird durch zertifizierten PCC- oder SPCC-Mörtel (Polymer Cement Concrete) ersetzt. Klassen R1–R4; R3/R4 für tragend relevante Bereiche. Voraussetzung: Freilegen und Sandstrahlen der Bewehrung, Grundierung, Korrosionsschutz (DIN EN 1504-7). Berliner Marktpreis 2026: 80–180 €/m² (inkl. Rückspringen und Bewehrungsbearbeitung).

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Rissinjektion nach DIN EN 1504-5

Verpressung von Rissen mit Epoxidharz (starre Verbindung) oder Polyurethangel/-schaum (flexibel, wasserabdichtend). Einsatz: Risse 0,05–2 mm. Verfahren: Niederdruckinjektionen (<5 bar) oder Vakuuminjektionen. Tiefrisse über 200 mm Tiefe mit Bohrpacker. Berliner Marktpreis 2026: 18–65 €/lfm je Rissbreite und Verfahren.

Kathodischer Korrosionsschutz (KKS) nach DIN EN ISO 12696

Elektrochemisches Verfahren bei chloridinduzierter Korrosion oder wenn eine vollständige Reprofilierung unwirtschaftlich ist. Permanente Fremdstromanlage (ICCP) oder galvanische Anode (SACP). Eingebettete Titanoxid-Mesh-Anode oder Zinkspritzanode an der Oberfläche. Jahrzehntelanger Schutz ohne erneuten Betoneingriff. Berliner Marktpreis 2026: 150–380 €/m² inkl. Monitoring-System.

📋

Elektrochemische Chloridextraktion (ECE) & Realkalisierung

Temporäre elektrochemische Verfahren: ECE entzieht dem Beton Chloridionen durch gleichgerichteten Strom (4–8 Wochen). Realkalisierung hebt den pH-Wert karbonatisierten Betons wieder an (Natriumcarbonat-Paste + Gleichstrom). Beide Verfahren kommen bei denkmalgeschützten Fassaden in Berlin zum Einsatz, wo mechanische Eingriffe minimiert werden sollen. Kosten: 80–200 €/m².

Sanierungskosten-Rechner (Berlin 2026)

Wählen Sie Bauteil, Schadensgrad und Maßnahme — die Richtkosten berechnen sich live auf Basis Berliner Marktpreise 2026.

🔧 Ihre Parameter eingeben
Sanierungsfläche 80 m²
Maßnahme
Schadensgrad mittel
Zusätzliche Rissinjektion?
Richtwert Unterkante
960 €
Richtwert Oberkante
3.600 €
Preis pro m² (Mitte)
28 €/m²
Richtwerte Berlin 2026, inkl. Vor-/Nachbehandlung, exkl. Gerüst, Statik und Mehrwertsteuer. Verbindliche Kosten nur nach Vor-Ort-Begutachtung durch Fachingenieur.

Was kostet Betonsanierung in Berlin? Preistabelle 2026

Richtwerte für Berliner Betonsanierung 2026, basierend auf Angeboten und abgerechneten Projekten.

MaßnahmeEinheitPreis von–bisHinweis
Oberflächenschutz OS 2–4 (Hydrophobierung/einfach)12–25 €Ohne Substrataufbereitung; Gründerzeit-Fassaden
Oberflächenschutz OS 8–11 (rissverbrückend)28–55 €Inkl. Armierungsschicht; Balkone, Tiefgaragen
Rissinjektion (EP-Harz, starre Verbindung)lfm25–65 €Rissbreite 0,1–0,5 mm; inkl. Packer setzen
Reprofilierung (PCC-Mörtel R3) inkl. Vorbereitung95–180 €Abbruch, Strahlen, Grundierung, Mörtelauftrag
Bewehrungskorrosionsschutz (Passivierungsmörtel)lfm8–18 €Gemäß DIN EN 1504-7; zusätzl. zur Reprofilierung
Kathodischer Korrosionsschutz (KKS/ICCP)150–380 €Inkl. Monitoring 5 Jahre; Tiefgaragen, Brücken
Elektrochemische Chloridextraktion (ECE)80–200 €Temporäres Verfahren; denkmalgeschützte Substanz
Balkon-Komplettsanierung (Gefahr im Verzug)300–800 €Abtrag, Reprofilierung, Abdichtung, Belag, Gerüst
Zustandserfassung (Gutachten inkl. Kernbohrungen)Pauschal1.500–5.000 €Je nach Bauteilgröße und Untersuchungsumfang
💰
Gerüstkosten zusätzlich: Für Fassadenarbeiten in Berlin bei mehrstöckigen Gebäuden rechnen Sie mit 8–18 €/m² Fassadenfläche für Auf- und Abbau.
MwSt.: Alle Preise netto. Bei Wohngebäuden (Eigennutzer) ist die Handwerkerleistung steuerlich absetzbar (20 % von max. 6.000 € Lohnanteil = 1.200 € direkte Steuerersparnis).
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Denkmalförderung: Bei denkmalgeschützten Berliner Gebäuden: IBB-Zuschüsse (Investitionsbank Berlin) und erhöhte steuerliche Abschreibung nach § 7i EStG prüfen.
📈
KfW-Förderung: Maßnahmen die die Gebäudehülle verbessern (z. B. Wärmedämmung kombiniert mit Betonsanierung) können über KfW BEG (Bundesförderung) mitfinanziert werden.

FAQ: Betonsanierung

Was ist Karbonatisierung beim Beton und wann wird sie gefährlich?
+
Karbonatisierung ist die Reaktion von atmosphärischem CO₂ mit dem Calciumhydroxid im Beton, wodurch der pH-Wert von >12,5 auf unter 9 sinkt. Gefährlich wird sie, wenn die Karbonatisierungsfront die Bewehrungstiefe erreicht: Die Passivschicht des Stahls bricht zusammen, und Korrosion setzt ein. Nachweis: Phenolphthalein-Indikator auf Bohrkernbruchfläche (DIN EN 14630). Typische Richtwerte für Berliner Altbauten: nach 40 Jahren 15–35 mm Karbonatisierungstiefe.
Wie erkenne ich, ob mein Balkon oder meine Betondecke sanierungsbedürftig ist?
+
Typische Warnsignale: Rostflecken auf der Betonoberfläche (Lochfraß der Bewehrung), Abplatzungen (Schalensprünge mit sichtbarer Bewehrung), Haarrisse parallel zur Bewehrungsrichtung, hohl klingende Bereiche beim Abklopfen sowie sichtbare Risse mit Rostausblutungen. Bei älteren Berliner Balkonen (vor 1980) und sichtbaren Abplatzungen ist eine Begutachtung durch einen Sachverständigen sofort empfehlenswert — freiliegende Bewehrung bedeutet akute Verletzungsgefahr durch herabfallende Betonsplitter.
Was sagt DIN EN 1504 und welche Teile sind für Bauherren relevant?
+
DIN EN 1504 ist die 9-teilige europäische Normreihe für Schutz und Instandhaltung von Betontragwerken. Für Bauherren sind vor allem relevant: DIN EN 1504-9 (definiert 11 Instandsetzungsprinzipien und fordert eine systematische Zustandserfassung vor jeder Maßnahme), DIN EN 1504-2 (Oberflächenschutzsysteme), DIN EN 1504-3 (Betonersatzmörtel) und DIN EN 1504-5 (Rissinjektion). Alle in Deutschland eingesetzten Produkte müssen eine CE-Kennzeichnung nach diesen Normen tragen.
Was kostet eine Betonsanierung am Balkon in Berlin 2026?
+
Die Kosten hängen stark vom Schadensgrad ab. Richtwerte für Berlin 2026: OS-Beschichtung ohne tiefgreifende Schäden: 12–55 €/m². Reprofilierung (Betonersatz): 95–180 €/m². Balkon-Komplettsanierung mit Abdichtung und neuem Belag: 300–800 €/m². Für einen typischen Berliner Standardbalkon von 6–8 m² ergeben sich je nach Maßnahme Gesamtkosten von ca. 2.500–6.000 € exkl. Gerüst. Nutzen Sie unseren interaktiven Rechner weiter oben für Ihre Fläche.
Was ist der Unterschied zwischen karbonatisierungsbedingter und chloridinduzierter Korrosion?
+
Bei der karbonatisierungsbedingten Korrosion wird die gesamte Passivschicht durch den pH-Abfall unter 9 destabilisiert — die Korrosion verläuft flächig und gleichmäßig. Bei der chloridinduzierten Korrosion (Tausalze, Meeresluft) greifen Chloridionen die Passivschicht lokal an, obwohl der pH-Wert noch hoch ist — es entstehen tiefe Lochfraßnester bei noch augenscheinlich intakter Betondeckung. Die Chloridkorrosion ist schwerer zu lokalisieren (Potentialfeldmessung nötig) und schreitet schneller voran. Berliner Tiefgaragen und Brücken mit Tausalzeinsatz sind typischerweise chloridgeschädigt.
Wann ist kathodischer Korrosionsschutz (KKS) sinnvoll?
+
KKS nach DIN EN ISO 12696 ist die Methode der Wahl bei chloridinduzierter Korrosion, wenn eine vollständige Reprofilierung unwirtschaftlich oder technisch nicht möglich ist (z. B. bei sehr hohem Chloridgehalt über die gesamte Bauteildicke). Durch einen geringen Gleichstrom wird die Bewehrung zur Kathode gemacht — Korrosion kann elektrochemisch nicht mehr stattfinden. KKS schützt auch nicht freigelegte, noch chloridbelastete Bereiche und verlegt damit das Sanierungsintervall auf 20–30 Jahre. Wirtschaftlich bei Tiefgaragen, Brücken und Parkhausdecken ab ca. 200 m² Fläche.
Wie oft muss Beton nach der Sanierung nachkontrolliert werden?
+
DIN EN 1504-9 und die DAfStb-Richtlinie empfehlen ein regelmäßiges Monitoring nach der Instandsetzung. Für einfache OS-Systeme genügt eine Sichtprüfung alle 3–5 Jahre. Bei KKS-Anlagen ist ein jährliches Monitoring der Potenzialmesswerte vorgeschrieben. Bei Brücken und öffentlichen Ingenieurbauwerken schreibt die DIN 1076 eine Hauptprüfung alle 6 Jahre vor. Generell gilt: Eine Nachkontrolle nach der Gewährleistungszeit (typisch 5 Jahre) ist wirtschaftlich sinnvoll, um Folgeschäden früh zu erkennen.
Kann ich Betonschäden am Balkon selbst reparieren?
+
Kleine oberflächliche Schäden (Haarrisse bis 0,2 mm, einzelne Fehlstellen ohne freiliegende Bewehrung) können Heimwerker mit zertifizierten PCC-Sanierungsmörteln füllen. Grenze der Eigenleistung: Sobald Bewehrung sichtbar ist, muss ein Fachbetrieb beauftragt werden — freiliegende, korrodierte Bewehrung erfordert Sandstrahlen, Passivierung und kraftschlüssigen Betonersatz nach DIN EN 1504-3. Bei Balkonen ist zusätzlich die Abdichtung zu beachten (DIN 18531): Eine falsch ausgeführte Reparatur ohne Abdichtungsanschluss kann Folgeschäden im darunterliegenden Bauteil verursachen.

Betonschäden in Berlin? Wir begutachten und sanieren.

Von der Zustandserfassung nach DIN EN 1504-9 bis zur schlüsselfertigen Sanierung — NEUWEST ist Ihr Fachbetrieb für Betonsanierung in Berlin und Umgebung.

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