⚖ Recht & Gebäudeenergie

Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) 2026 — Sanierungspflichten, Fristen & Förderung

Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist das neue Kerngesetz der deutschen Gebäudeenergiegesetzgebung: Es setzt die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024/1275/EU) in nationales Recht um und verpflichtet Eigentümer von Worst-Performing Buildings ab 2027 zur energetischen Sanierung. Fachlich präzise erklärt — mit Berliner Marktpreisen 2026.

15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)?

Das GMG ist ein eigenständiges Bundesgesetz zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie — und verpflichtender Meilenstein der deutschen Klimapolitik im Gebäudesektor.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ist ein Bundesgesetz, das im Februar 2026 vom Bundestag beschlossen wurde und seit März 2026 in Kraft ist. Es setzt die EU-Richtlinie 2024/1275/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD Recast, Mai 2024) in deutsches Recht um — die EU-Frist lief am 29. Mai 2026 ab.

Das GMG ergänzt das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG), ersetzt es aber nicht vollständig. Kern des Gesetzes sind Mindestanforderungen an die Energieeffizienz (MEPS) für Bestandsgebäude, verpflichtende Sanierungsfahrpläne sowie strengere Vorgaben für Nullemissionsgebäude. Im Gebäudesektor müssen bis 2030 rund 14 % der schlechtesten Gebäude auf Energieeffizienzklasse E oder besser gebracht werden.

Für Berlin ist das GMG besonders relevant: Rund 55 % des Wohnungsbestands (ca. 1,8 Millionen Wohnungen) ist älter als 1978 — davon ein Großteil in den schlechtesten Effizienzklassen G und H. Die Stadt steht vor einer der größten Sanierungsaufgaben Deutschlands.

GMG 2026 auf einen Blick

14 %
Der Gebäude in Deutschland müssen bis 2030 saniert werden (Klasse G/H)
2027
Start der Sanierungspflicht für Nichtwohngebäude (Klasse G)
bis 70 %
Förderquote BEG bei Worst-Performing-Building-Bonus
3 %
Angestrebte jährliche Sanierungsrate in Deutschland (bisher: 1 %)
01

MEPS — Mindest-Energieeffizienz

Pflichtanforderungen für die schlechtesten Gebäude (EPC G/H): gestufte Sanierungspflichten bis 2033, mit Ausnahmeregelungen für Denkmalschutz und soziale Härte.

Sanierungspflicht
02

Nullemissionsgebäude (ZEB)

Neue öffentliche Gebäude müssen ab sofort, neue Wohngebäude ab 2028 den ZEB-Standard erfüllen: nahezu nullemittierend, solar-ready, smart-ready.

Neubau
03

iSFP & Renovierungspass

Jedes Gebäude mit Energieausweis G oder H erhält ab 2027 automatisch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Eigentümer werden aktiv benachrichtigt.

Beratungspflicht

Sanierungspflicht: Welche Gebäude betrifft das GMG?

Das Gesetz richtet sich an Eigentümer von Gebäuden der Effizienzklassen G und H — die schlechtesten 14–16 % des deutschen Bestands.

EPC-Klasse Primärenergiebedarf (kWh/m²a) Anteil Bestand (D) GMG-Pflicht
A+ / A < 30 / 30–50 ca. 3 % Keine — Vorbildstandard (ZEB/EH 40)
B 50–75 ca. 6 % Keine
C 75–100 ca. 10 % Keine
D 100–130 ca. 15 % Keine (Zielklasse für Sanierungen)
E 130–160 ca. 18 % Keine (Zwischenziel bis 2030)
F 160–200 ca. 20 % Empfohlen; Pflicht für NWG ab 2033
G 200–250 ca. 14 % Pflicht: mind. Klasse E bis 2030
H > 250 ca. 14 % (gemeinsam G/H) Pflicht: mind. Klasse E bis 2030, D bis 2033

Gesetzlich anerkannte Ausnahmen

🏛
Denkmalschutz: Eingetragene Denkmäler sind von der MEPS-Pflicht ausgenommen, wenn die Sanierungsmaßnahmen die Denkmaleigenschaft beeinträchtigen würden
💰
Wirtschaftliche Unzumutbarkeit: Wenn die Sanierungskosten den Gebäudewert übersteigen oder die Finanzierung nachweislich nicht möglich ist, kann eine verlängerte Frist beantragt werden
🏠
Leerstand & Abriss: Gebäude, die für den Abriss innerhalb von 5 Jahren vorgesehen sind oder dauerhaft leer stehen, sind ausgenommen
📋
Kleine Gebäude: Wohngebäude mit weniger als 3 Wohneinheiten bei Eigennutzung erhalten eine verlängerte Übergangsfrist bis 2035

Trigger-basierte Pflichten

🔙
Eigentümerwechsel (Verkauf): Bei Eigentumswechsel eines G/H-Gebäudes muss der Käufer innerhalb von 2 Jahren eine Sanierung auf mind. Klasse E nachweisen
🔑
Große Renovierung: Bei Renovierungen, die > 25 % der Gebäudehülle betreffen, gelten automatisch die GEG-Bauteilgrenzwerte (U-Wert-Anforderungen gem. DIN EN ISO 6946)
📅
Neuvermietung: Ab 2028 müssen neu vermiete Wohnungen mindestens Energieausweis-Klasse F aufweisen — Klasse G und H sind nicht mehr vermietbar
Solar-Pflicht bei Dachsanierung: Wird das Dach eines Gebäudes > 100 m² Grundfläche vollständig erneuert, ist eine PV-Anlage Pflicht (ab 2026)

Der GMG-Zeitplan: Was bis wann gilt

Die Anforderungen werden stufenweise schärfer — wer frühzeitig saniert, profitiert von höheren Förderboni und mehr Planungssicherheit.

2026

GMG in Kraft — erste Pflichten

GMG tritt in Kraft (März 2026). Neue öffentliche Gebäude müssen Nullemissionsstandard (ZEB) erfüllen. Bei Dachsanierung >100 m² greift die PV-Pflicht. Alle Parkplätze mit >10 Stellplätzen müssen bis Jahresende mit Solar-Carports ausgestattet sein (bestehende: bis 2028).

2027

Sanierungspflicht Nichtwohngebäude startet

Nichtwohngebäude (Büros, Handelsflächen, Hotellerie) der Klasse G und H müssen mind. Klasse E erreichen. Alle G/H-Gebäude erhalten automatisch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Der Smart Readiness Indicator (SRI) ist für große Gebäude >290 kW Heizleistung Pflicht.

2028

Wohngebäude & Neubaustandard

Neue Wohngebäude müssen den Nullemissionsstandard (ZEB) erfüllen. Neuvermietung von Wohnungen unter Klasse F wird untersagt. Eigentümerwechsel bei G/H-Gebäuden lösen Sanierungspflicht aus (2-Jahres-Frist). Solar-Carport-Pflicht für Bestandsparkplätze.

2030

Zwischenziel: Alle G/H-Gebäude mind. Klasse E

Alle Wohn- und Nichtwohngebäude der Klasse G und H müssen mind. Energieeffizienzklasse E aufweisen. Nichtwohngebäude zusätzlich bis Klasse D. Ohne Nachweis drohen Zwangsmaßnahmen und B&uszlig;gelder (bis 50.000 €).

2033

Endziel: Klasse D für alle Problemgebäude

Alle ehemals als G/H-klassifizierten Wohngebäude müssen mind. Klasse D erfüllen. Nichtwohngebäude erreichen Klasse C. Gebäude unter Klasse F dürfen nicht mehr vermietet werden. Deutschland hat bis dahin seinen Gebäude-CO&sub2;-Ausstoß um mind. 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Sanierungskostenrechner: Was kostet die GMG-Pflicht?

Wählen Sie Gebäudealter, Wohnfläche und Sanierungsziel — der Rechner zeigt Investition, BEG-Förderung und Eigenanteil (Richtwerte Berlin 2026).

Wohnfläche / BGF 150 m²
Gebäudealter
Sanierungsziel (Effizienzhausstandard)
BEG-Fördersatz 25 %
Investitionskosten gesamt (Berlin)
48.000 €
BEG-Förderung (KfW / BAFA)
12.000 €
Ihr Eigenanteil
36.000 €
Heizkosteneinsparung / Jahr
1.980 €
Richtwerte für Berlin 2026. Kosten je m² Wohnfläche nach Baualtersklasse und Sanierungsziel. Tatsächliche Kosten abhängig von Baukonstruktion, Bestandssituation und Handwerkermarkt. BEG-Fördersatz durch Energieberater optimierbar (Worst-Performing-Building-Bonus +10 %). Professionelle Beratung empfohlen.

Förderung 2026: BEG, KfW, BAFA & IBB Berlin

Bis zu 70 % Förderquote sind möglich — die Kombination mehrerer Boni ist entscheidend. Ein Energieberater (iSFP) ist Pflicht und zahlt sich aus.

Förderprogramm Maßnahme Fördersatz / Betrag Antragstelle
BEG Gebäude (KfW 261) Komplettsanierung auf EH 85 15 % (+ Boni) KfW, vor Baubeginn
BEG Gebäude (KfW 261) Komplettsanierung auf EH 70 20 % (+ Boni) KfW, vor Baubeginn
BEG Gebäude (KfW 261) Komplettsanierung auf EH 55 25 % (+ Boni) KfW, vor Baubeginn
BEG Gebäude (KfW 261) Komplettsanierung auf EH 40 45 % (+ Boni) KfW, vor Baubeginn
WPB-Bonus Worst-Performing Building (Klasse G/H) + 10 % KfW, mit iSFP
iSFP-Bonus Maßnahme laut Sanierungsfahrplan + 5 % KfW / BAFA
Seriell-Sanierungs-Bonus Industriell vorgefertigte Fassade + Dach + 15 % KfW
BEG EM (BAFA) Einzelmaßnahmen: Dämmung, Fenster, Heizung 15–70 % BAFA
IBB Energetische Sanierung Zusätzlich für Berliner Eigentümer bis 400 €/m² IBB Berlin
Max. Fördersatz kombiniert EH 40 + WPB + iSFP + seriell bis 70 % KfW + BAFA
📋
iSFP ist Schlüssel: Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist Pflichtgrundlage für den +5 %-Bonus und sichert die optimale Maßnahmenreihenfolge. Kosten: ca. 500–1.200 €, davon 80 % förderfähig.
💰
Förderhöchstbetrag EFH: Bei Komplettsanierung bis 150.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit; bei Mehrfamilienhäusern bis 150.000 € je Einheit (max. 10 Einheiten im Normalfall).
Antrag VOR Baubeginn: BEG-Förderanträge müssen vor Beauftragung gestellt werden — kein rückwirkender Antrag möglich. Fachplaner und Energieberater (zugelassene Experten EnEV) sind Pflicht.
🏘
Serielles Sanieren: Bei industriell vorgefertigten Fassaden- und Dachlösungen (z. B. Energiesprunghäuser-Modul) steigt der Bonus auf +15 % — besonders für große Mehrfamilienhäuser attraktiv.

Technische Anforderungen: DIN-Normen, U-Werte & Nachweispflichten

Die GMG-Anforderungen bauen auf dem GEG auf und verweisen auf eine Reihe technischer Normen, die Planern und Bauherren bekannt sein müssen.

Bauteil GEG-Grenzwert (Sanierung) — U-Wert W/(m²K) GEG-Grenzwert (Neubau/ZEB) Maßgebliche Norm
Außenwand (opak) ≤ 0,24 ≤ 0,20 DIN EN ISO 6946, DIN 4108-2
Dach / oberste Geschossdecke ≤ 0,24 ≤ 0,20 DIN EN ISO 6946, DIN 4108-2
Kellerdecke / erdberührte Bodenplatte ≤ 0,30 ≤ 0,25 DIN EN ISO 13370
Fenster (Uw) ≤ 1,30 ≤ 0,95 DIN EN ISO 10077-1
Haustür / Außentre ≤ 1,80 ≤ 1,30 DIN EN 14351-1
Lüftung (Wärmerückgewinnung) WRG ≥ 75 % bei KWL WRG ≥ 80 % bei ZEB DIN EN 13141-7, DIN EN 308
Gesamtgebäude (Primärenergie) gemäß EPC-Zielklasse ≤ 55 kWh/m²a (EH 55) DIN V 18599 (alle Teile)

Zentrale Norm: DIN V 18599 — Energetische Bewertung von Gebäuden

Die DIN V 18599 (Vornorm, 10 Teile) ist die maßgebliche Berechnungsnorm für die energetische Bewertung von Gebäuden in Deutschland. Sie deckt Heizung, Trinkwarmwasser, Lüftung, Klima und Beleuchtung ab und bildet die Grundlage für den Energieausweis nach GEG und die Einstufung in EPC-Klassen gemäß GMG.

📚
DIN V 18599-1: Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung — Grundlage aller weiteren Teile
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DIN V 18599-2: Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen — thermische Hülle
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DIN V 18599-6: Heizanlagen, Wärmeübertragungssysteme — Wärmepumpe, Fernwärme, Gasheizung
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DIN EN ISO 52016: Europäische Überarbeitungsnorm (ab 2027 verpflichtend neben 18599), verbessert monatliche Berechnungsgenauigkeit

Smart Readiness Indicator (SRI) — neue Pflicht für Gebäude > 290 kW

Das GMG führt den Smart Readiness Indicator (SRI) als Pflichtnachweis für Gebäude mit Heizanlagen über 290 kW ein. Der SRI bewertet, wie intelligent das Gebäude auf Netz- und Nutzerbedarf reagieren kann (Demand-Response, EV-Laden, BEMS). Basis: CEN/TR 52120-1 und EU-Delegierte Verordnung 2020/2155. Der SRI wird auf einer Skala von A (smart) bis G (nicht smart) angegeben.

GMG in Berlin: Altbaubestand, Marktpreise & Förderung 2026

Berlin ist mit seinem riesigen Gründerzeitbestand besonders betroffen — und hat gleichzeitig die größten Chancen durch Kombiförderung.

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Berliner Altbaubestand: 55 % vor 1978 gebaut

Berlin hat rund 1,9 Millionen Wohngebäude, davon ca. 400.000 vor 1949 (Gründerzeit, Weimarer Republik, Vorkrieg). Der Größteil dieser Gebäude fällt in die EPC-Klassen F, G oder H. Hinzu kommen ca. 300.000 Gebäude aus der Plattenbauzeitperiode 1950–1978 (oft DDR-Typen wie WBS 70, P2, Q3A). Die Berliner Sanierungsquote lag 2025 bei knapp 1,1 % — das GMG muss sie auf über 3 % steigern.

💰

Berliner Marktpreise für Sanierungsmaßnahmen 2026

Handwerkermangel und Material teuern: Fassadendämmung (WDVS) 95–175 €/m² inkl. Material; Innendämmung (besonders bei Denkmal) 120–220 €/m²; Dachbodendämmung 45–95 €/m²; Kellerdecke 35–75 €/m²; Fensterwechsel (dreifach verglasten Holz-/Alu-Fenster) 550–1.400 €/Einheit; Wärmepumpe (Luft-Wasser, EFH) 18.000–35.000 €; kontrollierte Wohnraumlüftung 8.000–20.000 €. Vollsanierung Altbau auf EH 85: 320–520 €/m² Wohnfläche.

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Denkmalschutz & Milieuschutz: Berliner Besonderheiten

Berlin hat rund 18.000 Einzeldenkmale und 74 Milieuschutzgebiete. Denkmalgeschützte Gebäude sind von der GMG-MEPS-Pflicht ausgenommen, wenn Maßnahmen das Erscheinungsbild beeinträchtigen. In Milieuschutzgebieten (z. B. Prenzlauer Berg, Friedrichshain) ist luxuriöse Modernisierung (Mietpreiserhöhung >15 %) sozialrechtlich eingeschränkt — trotzdem sind energetische Pflichtmaßnahmen durchzuführen. Lösung: Innendämmung statt Außendämmung, Kastenfenster-Einbau oder aufgesetzte Wärmeschutzscheiben (Denkmalanforderungen nach VDI 3809 beachten).

🏠

IBB & Berliner Klimaschutzförderung (KSF)

Die Investitionsbank Berlin (IBB) ergänzt Bundesförderung durch eigene Programme: IBB Energetische Sanierung (Eigenheimförderung bis 50.000 € zusätzlich) und die Berliner Klimaschutzförderung (KSF) für Unternehmen und Vermieter. Die Berliner Senatsverwaltung hat 2026 zusätzlich 80 Mio. € aus dem Klimaschutzfonds bereitgestellt — vorrangig für Wohnungsbaugesellschaften (degewo, Howoge, Gesobau etc.) beim seriellen Sanieren. Berliner Mieter können ergänzend das Berliner Wärmebonus-Programm nutzen (bis 500 € Einmalzahlung bei Heizungstausch in Klasse G/H).

FAQ: Gebäudemodernisierungsgesetz 2026

Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) genau?
+
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ist ein deutsches Bundesgesetz (in Kraft seit März 2026), das die EU-Richtlinie 2024/1275/EU („EPBD Recast“) in nationales Recht umsetzt. Es ergänzt das GEG (Gebäudeenergiegesetz) und legt erstmals verpflichtende Mindestenergieeffizienzstandards (MEPS) für Bestandsgebäude fest. Kern: Gebäude der Energieklassen G und H müssen bis 2030 mindestens Klasse E und bis 2033 Klasse D erreichen.
Bin ich als Eigentümer eines alten Einfamilienhauses betroffen?
+
Ja, wenn Ihr Haus in Energieklasse G oder H eingestuft ist — was bei Gebäuden vor 1978 ohne größere Sanierung häufig der Fall ist. Den aktuellen Energieausweis können Sie von einem zugelassenen Energieberater ausstellen lassen. Ausnahme: Selbst genutzte Einfamilienhäuser erhalten eine längere Übergangsfrist bis 2035, und bei nachgewiesener wirtschaftlicher Unzumutbarkeit können individuelle Friststreckungs-Anträge gestellt werden.
Was passiert, wenn ich mein G/H-Gebäude nicht saniere?
+
Ab 2030 drohen bei Nichterfüllung der MEPS-Pflicht empfindliche Sanktionen: Bußgelder bis 50.000 € je Gebäude, Untersagung der Neuvermietung (ab 2028 bereits für Klasse G) und &oml;ffentliche Eintragung im Gebäudeenergieregister. Zusätzlich verliert das Gebäude erheblich an Marktwert — bereits heute sind EPC F/G/H-Gebäude im Berliner Markt mit deutlichen Preisabschlägen von 10–25 % behaftet.
Wie viel kostet eine typische GMG-Sanierung?
+
Das hängt stark von Gebäudealter und Sanierungstiefe ab. Für ein typisches Berliner Gründerzeithaus (150 m², Klasse H) auf Klasse E (EH 85) zu bringen kostet grob 45.000–80.000 € (300–530 €/m²), je nach Maßnahmenbündel. Eine Sanierung auf Klasse C (EH 55) kostet eher 80.000–130.000 €. Mit BEG-Förderung (15–70 %) und IBB-Programmen reduziert sich der Eigenanteil erheblich. Unser Rechner oben gibt erste Richtwerte für Berlin 2026.
Wie hoch ist die BEG-Förderung für die GMG-Pflichtmaßnahmen?
+
Die BEG-Grundfördersätze liegen je nach Effizienzhausstandard zwischen 15 % (EH 85) und 45 % (EH 40). Dazu kommen Boni: +10 % Worst-Performing-Building-Bonus (für Klasse G/H, wie im GMG definiert), +5 % iSFP-Bonus (bei Maßnahme gemaß Sanierungsfahrplan), +15 % Seriell-Sanierungs-Bonus. In der Maximal-Kombination sind so bis zu 70 % Förderquote möglich. Förderhöchstbetrag: 150.000 € je Wohneinheit (Sanierungsfall). Wichtig: Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.
Gilt das GMG auch für denkmalgeschützte Gebäude in Berlin?
+
Nein — eingetragene Denkmale sind von den MEPS-Pflichten ausgenommen, wenn eine Sanierung die Denkmaleigenschaft gefährden würde. Das ist der Regelfall bei großem Berliner Gründerzeitbestand mit historischen Stuckfassaden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten: Innendämmung (z. B. Calcium-Silikat-Platten, 120–220 €/m²), Dreischeiben-Denkmalverglasung für historische Kastenfenster und Dachraum-Dämmung ohne Außenwirkung. Für diese Sonderlösungen gelten GEG-Befreiungsregeln gemäß § 105 GEG — ein Energieberater mit Denkmal-Erfahrung ist Pflicht.
Was ist der Unterschied zwischen GMG und GEG?
+
Das GEG (Gebäudeenergiegesetz) regelt primär die Anforderungen bei Neubau und großer Renovierung: U-Werte, Primärenergiebedarf, Heizungsanforderungen. Das GMG ergänzt das GEG um Mindeststandards für alle Bestandsgebäude unabhängig von Bautätigkeit: MEPS, Renovierungspass, SRI, Solar-Pflichten. Im Streitfall gelten beide Gesetze; das GMG ist die jüngere, strengere Lex specialis für den Bestand. Die U-Wert-Grenzwerte des GEG (nach DIN EN ISO 6946 / DIN 4108-2) gelten weiterhin unverändert.
Welche Maßnahmenpakete erfüllen die GMG-Pflicht am kosteneffizientesten?
+
Die kosteneffizienteste Reihenfolge gemäß iSFP-Methodik: 1. Dämmung Dachboden/oberste Geschossdecke (niedrigste Kosten, höchster Effekt), 2. Fensteraustausch (große Transmissionsfläche), 3. Kellerdeckendämmung, 4. Außenwaldämmung (WDVS), 5. Heizungstausch auf Wärmepumpe oder Fernwärme. Für die Mindest-Pflicht (Klasse G → E) reichen oft Maßnahmen 1–3 aus. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) berechnet die optimale Reihenfolge für Ihr spezifisches Gebäude — besonders wichtig bei Berliner Altbauten mit unbekannter Wandkonstruktion.

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