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Altbausanierung Berlin
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Wohnung
Doppelhaus
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Gewerbe
Video: Altbausanierungvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Sanierung & Komplettleistungen im Bestand

Altbausanierung in Berlin — Kosten, Planung & Fachbetrieb

Berliner Altbauten aus der Gründerzeit (1870–1918) vereinen massive Ziegelkonstruktionen mit oft komplexen Schadstoff- und Feuchtigkeitsproblemen. Vor jeder Sanierung steht die Bausubstanzanalyse: Tragwerksbeurteilung, qualifizierte Feuchtemessung (CM-Methode oder Darr-Verfahren) und ein Schadstoffgutachten durch ein akkreditiertes Büro legen den tatsächlichen Umfang belastbar fest.

Die Kosten einer Altbausanierung in Berlin liegen je nach Tiefe zwischen 400–800 €/m² bei Einzelgewerken und 1.500–3.000 €/m² Wohnfläche bei vollständiger Kernsanierung. Frühzeitige Abstimmung von GEG-Anforderungen, Denkmalschutzauflagen und konstruktiv notwendigen Maßnahmen verhindert kostspielige Nachträge — die Kostenstrukturierung nach DIN 276 (Kostengruppen 300/400) schafft dabei Budgettransparenz und erleichtert die KfW-Förderabgrenzung.

Leistungsumfang

Was umfasst eine Altbausanierung?

  • Bausubstanzanalyse, Feuchtemessung & Schadstoffgutachten
  • Tragwerksbeurteilung: Keller, Holzbalkendecken, Dachstuhl
  • Schadstoffsanierung nach TRGS 519/521 (Asbest, KMF, PCB)
  • Abdichtung & Feuchteschutz nach DIN 18533 (Keller, Fassade, Dach)
  • Energetische Ertüchtigung: Dämmung, Fenster, Haustechnik
  • Innenausbau, Estrich, Oberflächen & Bauteiltrocknung

Die Ausführung orientiert sich an den aktuellen Regelwerken: WTA-Merkblätter für Feuchteschutz im Bestand, DIN 4108 für Wärmeschutz, DIN 18533 für Abdichtungen erdberührter Bauteile sowie den Technischen Baubestimmungen des Landes Berlin. Jede Maßnahme beginnt mit einer systematischen Bestandsaufnahme — von der Tragwerksgeometrie bis zur Materialanalyse bestehender Putze und Beschichtungen.

38–68 %Energieeinsparpotenzial bei energetischer Vollsanierung Altbau
n50 ≤ 3,0 h⁻¹GEG-Grenzwert Luftdichtheit (ohne Lüftungsanlage, § 26 GEG)
0,04–0,07 W/(mK)Typischer Ψ-Wert Leibungsanschluss ohne Dämmmaßnahme
≥ 40 Vol.-%Mindestporosität Sanierputzsystem nach WTA Merkblatt 2-9
Schadstoffe im Altbau nach Baujahr – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Lüftungskonzept als Planungspflicht nach Fenstererneuerung

Luftdichtung im Altbau: Was DIN 1946-6 vorschreibt

Sobald bei einer Altbausanierung die Gebäudehülle signifikant ertüchtigt oder ein wesentlicher Anteil der Fenster ausgetauscht wird, greift DIN 1946-6:2019: Der Planende muss nachweisen, ob die natürliche Infiltration der erhöhten Luftdichtheit Rechnung trägt. In vielen Berliner Gründerzeitbauten lag die Luftwechselrate vor der Sanierung bei n = 0,5–1,5 h⁻¹ — nach der Ertüchtigung kann sie auf unter 0,3 h⁻¹ fallen und die Mindestrate für den Feuchteschutz unterschreiten.

Die Norm unterscheidet vier Lüftungsstufen: Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung. Unterschreitet die Infiltration die untere Stufe, ist ein Lüftungskonzept planungsseitig zu dokumentieren und ggf. eine mechanische Lüftungsanlage einzuplanen. Fehlt dieser Nachweis, entstehen Schimmelschäden nicht aus einem Fehler der Dämmung, sondern aus einem übersehenen Normkapitel.

Querschnitt eines sanierten Altbauzimmers mit abgedichtetem Fenster, Luftdichtheitsschicht, Lüftungsanlage und den vier Lüftungsstufen der DIN 1946-6.
So gehen wir vor

Altbausanierung Berlin: Technisch korrekte Gewerkeabfolge

1

Bestandsaufnahme und Schadstofferkundung

Bauteilöffnungen, Feuchtemessung, Salzanalyse (Ionenchromatographie), Asbest- und PAK-Screening als Grundlage aller Folgeentscheidungen — vor jedem weiteren Schritt.

2

Statische Vorbewertung

Mauerwerksdruckfestigkeit nach DIN EN 1996 einschätzen. Bei Gründerzeitziegel und geplanten Auflasten (Dachausbau, neue Decken): Bohrkernentnahme und Laborprüfung empfohlen.

3

Schadstoffsanierung

Asbest, KMF-haltige Altmineralwolle und teerhaltige Klebstoffe vollständig entfernen und entsorgen — vor jeder Dämmmaßnahme. Überdämmen belasteter Schichten gilt als illegale Verkapselung und begründet Haftung.

4

Kellerdecke und Erdreich

Kellerdeckendämmung als erste thermische Maßnahme: Unterbrechung der Kältebrücke zum unbeheizten Keller. Bei drückendem Wasser: Abdichtung erdberührter Bauteile nach DIN 18533 vor jeder Dämmschicht.

5

Dach und oberste Geschossdecke

Aufdachdämmung oder Zwischensparren- mit Untersparren-Ergänzung (Wärmebrückenminimierung). Luftdichtheitsebene als zusammenhängende Hülle ausführen — Anschlüsse an Wände planmäßig kleben.

6

Fassade und Fenster

Fenstererneuerung und Wanddämmung koordinieren: erst Leibungen dämmen, dann Fenster einbauen. Wärmebrücken-Ψ-Werte für BEG-Fördernachweis dokumentieren.

7

Haustechnik und Lüftungskonzept

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 neu erstellen. Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 abschließen — ggf. dezentrale Lüftungsgeräte je Raum oder zentrale WRG-Anlage.

8

Blower-Door-Test und Abnahme

Luftdichtheits-Messung n50 nach DIN EN ISO 9972. Zwischenmessung nach Rohbauabschluss erlaubt günstige Nachbesserung noch zugänglicher Leckagen, bevor Schichten unzugänglich werden.

Hygrophile Salze als unterschätzter Schadensauslöser im Gründerzeitbestand

Salzkontamination im Altmauerwerk: Warum Standard-Putz versagt

Berliner Gründerzeitmauerwerk enthält — besonders in Keller- und Erdgeschoss-Außenwänden — häufig erhöhte Konzentrationen an Sulfaten, Chloriden und Nitraten. Diese Salze sind hygroskopisch: Sie binden Luftfeuchtigkeit, lösen sich zyklisch auf und kristallisieren wieder. Normaler Gipsputz oder Kalkzementputz versagt unter diesen Bedingungen typischerweise nach 2–5 Jahren durch Ausblühungen und Abplatzungen.

Das WTA Merkblatt 2-9 (Sanierputzsysteme) definiert die Mindestanforderungen: mindestens 40 Vol.-% Porenanteil und eine Wasseraufnahme w ≤ 0,5 kg/(m²·h⁰·⁵). Vor dem Auftrag ist eine Ionenchromatographie-Analyse empfehlenswert — sie quantifiziert Sulfat, Chlorid und Nitrat getrennt und entscheidet, ob ein Standard-Sanierputz reicht oder ein vorgeschaltetes Opferputzsystem notwendig ist.

Interaktiv

Sanierungskosten-Schätzer Berliner Altbau

Richtwert für eine Vollsanierung (Gebäudehülle + Haustechnik + Innenausbau). Orientierungsbandbreiten: Hüllensanierung 150–250 €/m² WF, Kernsanierung (+ Heizung/Leitungen) 350–600 €/m², Vollsanierung 600–1.200 €/m² WF. Kostentreiber Berliner Altbau: Denkmalschutzauflagen (+20–40 %), Schadstoffsanierung nach TRGS 519 (Asbest) und GefStoffV (PCB, Blei), statische Ertüchtigung bei Holzbalkendecken. Baujahr-Klassen: Gründerzeit bis 1918: 38–51 cm Ziegelmauerwerk, geringere Transmissionsverluste, häufig Kellerfeuchte und Schadstoffbelastung (Bleikabel, PCP-Holzschutz). Nachkrieg 1945–60: Trümmersteinkonstruktionen, heterogene Materialien — Statikvorgutachten empfehlenswert. 1960–80er: Asbest-Screening vor Vergabe nach TRGS 519 Pflicht.

Materialkosten (Vollsanierung Median Berlin)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Preise & Kosten

Was kostet Altbausanierung in Berlin?

Richtwerte für Berliner Bestand (Gründerzeit bis 1960er Jahre), netto, ohne Schadstoffsanierung. Tatsächliche Kosten hängen stark von Schadensbild, Bauteilkomplexität und Zugänglichkeit ab. BEG-Förderung (15–20 % Grundförderung zzgl. möglicher Boni) reduziert den Eigenanteil.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Außenwanddämmung WDVS (80–160 mm EPS/MW)80–145 EUR/m²
Außenwanddämmung Vorgehängte Fassade (VHF)120–185 EUR/m²
Innendämmung Kalziumsilikatplatten (60–80 mm)110–190 EUR/m²
Kellerdeckendämmung unterseitig (80 mm MW)45–75 EUR/m²
Oberste Geschossdecke begehbar dämmen35–60 EUR/m²
Dachsanierung Aufdachdämmung inkl. Neueindeckung220–380 EUR/m²
Fenstererneuerung 2-fach-Wärmeschutzverglasung650–1.100 EUR/m² Fenstermaß
Fenstererneuerung 3-fach-Verglasung800–1.350 EUR/m² Fenstermaß
Sanierputzsystem WTA 2-9 inkl. Vorbehandlung55–95 EUR/m²
Horizontalsperre gegen kapillare Feuchte (Injektion)80–160 EUR/lfd. m Wand
Vollsanierung Gebäudehülle (alle Bauteile kombiniert)350–750 EUR/m² Wohnfläche

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Taupunktverlauf: Innendämmung im Variantenvergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Grenzen des Glaser-Verfahrens bei Altbaukonstruktionen

Innendämmung und Feuchteschutz: Wann hygrothermische Simulation entscheidend ist

Bei denkmalgeschützten Fassaden oder wenn Außendämmung aus städtebaulichen Gründen ausscheidet, wird die Innendämmung gewählt. Das Glaser-Verfahren (DIN EN ISO 13788) ist für Altbaukonstruktionen strukturell ungeeignet: Es liefert nur monatliche Mittelwerte und bildet kapillaren Feuchtetransport nicht ab. Das WTA Merkblatt 6-2 empfiehlt stattdessen dynamische Simulation mit validierten Werkzeugen (WUFI, Delphin), die Schlagregenbelastung, reale Klimarandbedingungen und kapillaraktive Materialien korrekt abbilden.

Kalziumsilikatplatten (λ ≈ 0,06 W/(mK)) und Holzfaserplatten tolerieren Feuchtepuffer erheblich besser als PIR oder EPS. Regelkonformer Aufbau nach WTA 6-2: sd-Wert raumseitig > 0,5 m (dampfbremsend) und sd < 0,1 m wandseitig (kapillarer Ausgleich zur Außenwand) — sofern die Simulation keine kritischen Feuchtegehalte im Mauerwerkskern nachweist.

Wandquerschnitt einer kapillaraktiven Kalziumsilikat-Innendämmung auf Bestandsmauerwerk mit Kleberschicht, Dämmplatte und Innenputz.
Im Vergleich

Innendämmung vs. Außendämmung: Entscheidungsmatrix

KriteriumAußendämmung (WDVS / VHF)Innendämmung (Kalk-Si / Holzfaser)
FeuchtephysikTaupunkt bleibt im Außenbereich — unkritischTaupunkt wandert in Wandkern — Simulation zwingend
WärmebrückenDecken-/Trennwandanschlüsse bleiben kritischAlle Innenanschlüsse ungedämmt — hohe Ψ-Verluste
Thermische SpeichermasseMassive Außenwand bleibt thermisch wirksamWirksame Speichermasse reduziert sich um 30–60 %
Denkmalschutz BerlinMeist nicht genehmigungsfähig (Sichtfassade)Regelfall bei denkmalgeschützten Gebäuden
WohnflächenverlustKeiner4–10 cm je gedämmter Wandseite
Kosten (m² Außenwandfläche)80–185 EUR/m²110–190 EUR/m²
HauptausführungsrisikoSchlagregen, Verankerung schwerer PutzeDampfbremsen-Anschlüsse, Fugen, Elektrodosen
Ψ-Werte an Fensteranschlüssen korrekt nachweisen

Leibungswärmebrücken: Der häufig vergessene Wärmeverlust bei Fenstererneuerung

Bei der Fenstererneuerung konzentriert sich die Aufmerksamkeit oft auf den Ug-Wert der Verglasung — dabei sind Leibungswärmebrücken für 15–30 % des gesamten Wärmeverlusts am Fensteranschluss verantwortlich. Der lineare Wärmedurchgangskoeffizient Ψ (Psi-Wert) an der Laibung liegt ohne Dämmmaßnahme typischerweise bei 0,04–0,07 W/(mK). Über die gesamte Fensterperipherie eines Wohnhauses summiert sich das auf signifikante Transmissionsverluste.

Regelkonforme Ausführung nach Beiblatt 2 zu DIN 4108: Das Fenster sollte möglichst in der Dämmebene positioniert werden (Vorsatzposition bei WDVS), oder die Laibung erhält mindestens 20 mm Dämmung. Ohne diesen Schritt ist der Ψ-Nachweis über 2D-FEM-Berechnung zu erbringen — der pauschale Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,10 W/(m²K) nach DIN 4108 Beiblatt 2 kann dann nicht mehr beansprucht werden.

Lösungs-Finder

Sanierungsreihenfolge-Planer

Welches Gewerk zeigt den kritischsten Mangel im Bestand?

Priorität 1 — Dach immer zuerst. Eindringende Feuchte entwertet jede Folgearbeit: Mineralwolledämmung versackt dauerhaft, Holzsparren beginnen ab ca. 20 % Holzfeuchte (DIN EN 13183) zu verfaulen. Maßnahme: diffusionsoffene Unterdeckbahn (sd ≤ 0,1 m nach DIN 4108-3), danach erst Aufsparrendämmung oder Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse. Gleichzeitig Dachentwässerung prüfen (DIN EN 12056-3): überlastete Rinnen sind in Berliner Gründerzeithäusern häufig Ursache für Feuchteeinträge unter der Traufe.
Priorität 1 — Abdichtung vor allen anderen Maßnahmen. Kapillar aufsteigende Feuchte zerstört Wandputze, Holzbalkendecken und Estrich von unten — alle Folgegewerke verlieren ihre Funktion. Gemäß WTA-Merkblatt 4-5: Bei kapillar feuchtem Altmauerwerk ohne hydrostatischen Druck zuerst Horizontalsperre (Injektionsverfahren oder mechanischer Sägeschnitt). Kelleraußenwand: KMB-Abdichtung nach DIN 18533 (ersetzt DIN 18195 seit 2017). WTA-Sanierputzsystem (mindestens 3-lagig, ≥ 20 mm Gesamtdicke) erst nach nachgewiesener Feuchteabnahme im Mauerwerk aufbringen.
Priorität 2 — nach dichtem Dach und trockenem Keller. WDVS erst nach Untergrundprüfung: Haftzugfestigkeit ≥ 0,08 N/mm² (DIN EN 1015-12). Bei denkmalgeschützter Gründerzeit-Fassade (Außendämmung oft nicht genehmigungsfähig): hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026 vor Innendämmung (Calciumsilikat, Mineralschaum) zur Taupunktlage-Analyse Pflicht. Innendämmungssystem muss DIN 4108-3 bezüglich sd-Wert der raumseitigen Schicht entsprechen — andernfalls Kondensatausfall im Altmauerwerk.
Priorität 3 — Heizungsanlage erst nach Hüllensanierung einbauen. Neue Wärmepumpe vor Dämmung: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 ergibt nach vollständiger Hüllensanierung 30–50 % geringere Auslegungsheizlast — Anlage dauerhaft überdimensioniert, JAZ sinkt erheblich. Ausnahme: Heizungsausfall im Winter — Interimslösung. Hydraulischer Abgleich nach GEG § 60a bei Neuanlage zwingend. BEG-Förderung WP erst nach Hüllensanierung sinnvoll beantragen — Effizienznachweis fällt wesentlich besser aus.
Priorität 2–3 — parallel zu Innenausbau, zwingend vor Estrich und Putz. Elektro: Leitungsquerschnitte nach VDE 0100-520 für aktuelle Verbrauchslasten (Wallbox 11 kW, Induktionsherd, Wärmepumpe) neu auslegen. Aluminiumleitungen (typisch 1960–80er): nicht direkt mit Kupfer verbinden (galvanische Korrosion); Al/Cu-Klemmen verwenden oder Gesamtaustausch. Wasser: Verzinktstahl-Rohre mit Baujahr ≤ 1960 grundsätzlich austauschen (Lochkorrosion, TrinkwV § 17). Alle Bodenkanäle, Heizkreisverteiler und Abzweigdosen vor Estrichverlegung setzen — nachträgliche Aufbrüche kosten das 3–5-Fache.
Im Überblick

Sanierungspakete im Altbau: Was sinnvoll kombiniert wird

Energetisches Hüllenpaket

Fassade + Fenster + Dach/OGD + Kellerdecke als koordiniertes Paket. Nur vollständige Hüllensanierung erreicht eine KfW-Effizienzhausstufe. Empfohlene Reihenfolge: erst Dach, dann Fassade, zuletzt Fenster.

Substanzpaket Feuchteschutz

Rissdiagnose + Horizontalsperre + Sanierputz WTA 2-9 + Sockelabdichtung. Voraussetzung für alle nachfolgenden Dämmmaßnahmen — Dämmen auf geschädigtem Untergrund erzeugt Folgeschäden.

Denkmalpaket

Innendämmung (Kalk-Si) + historisch proportionierte Fensterprofile (2-fach Wärme) + Lüftungskonzept DIN 1946-6. Abstimmung mit der Berliner Unteren Denkmalschutzbehörde vor Planung ist verbindlich.

Feuchtepaket Keller

Horizontalabdichtung (Injektion oder Schlitzverfahren) + vertikale Abdichtung + Sanierputzsystem. Bei drückendem Grundwasser: Weiße Wanne oder Bentonitspritzdichtung — kein Sanierputz als alleinige Maßnahme.

Haustechnikpaket

Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 nach Hüllensanierung neu erstellen. Überdimensionierte Heizkörper ermöglichen dann niedrige Vorlauftemperaturen (< 55 °C) — Grundlage für effiziente Wärmepumpen-Integration.

Dämmsysteme im Vergleich: U-Wert, Fläche, Kosten – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Feuerwiderstandsanforderungen im Berliner Gründerzeitbestand

Holzbalkendecken und Brandschutz: Was die BauOBln im Sanierungsfall verlangt

Historische Holzbalkendecken erfüllen in der Regel keine normierten Feuerwiderstandsklassen — sie entstanden vor Einführung moderner Brandschutzanforderungen. Die Berliner Bauordnung (BauOBln) differenziert nach Gebäudeklasse: Ab GK 3 müssen Decken zwischen Nutzungseinheiten mindestens feuerhemmend (F30) sein, ab GK 4 hochfeuerhemmend (F60). Im Sanierungsfall greift zunächst die Bestandsschutzregelung (§ 85 BauOBln) — eine Nutzungsänderung oder wesentliche bauliche Änderung kann diesen Schutz jedoch entfallen lassen.

Ertüchtigung bestehender Holzbalkendecken auf F30: Unterseitige Bekleidung mit mindestens 18 mm Gipskarton-Feuerschutzplatten (GKF) oder Gipsfaserplatten; die Einstufung des Brandverhaltens ist werksseitig nachzuweisen. Schüttung oder Trockenestrich-Doppelplatte auf der Oberseite verbessert den Widerstand zusätzlich. Bei Decken über dem obersten Geschoss zu einem unbeheizten Spitzboden gelten regelmäßig abgeminderte Anforderungen — Einzelfallabstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde ist empfehlenswert.

Querschnitt einer Holzbalkendecke mit F30-Aufbau: GKF-Bekleidung unten, Holzbalken, Schüttung und Trockenestrich-Doppelplatte oben.

Dämmen vor Schadstoffsanierung ist unzulässig

Asbest, KMF-haltige Altwolle und teerhaltige Klebstoffe müssen vor jeder Dämmmaßnahme vollständig entfernt sein. Das Überdämmen belasteter Schichten gilt als illegale Verkapselung und begründet Haftung — auch gegenüber späteren Eigentümern.

Blower-Door-Zwischenmessung spart Nachbesserungskosten

Eine Luftdichtheits-Zwischenmessung nach Rohbauabschluss, aber vor Innenausbau, erlaubt die Ortung und günstige Nachbesserung von Leckagen. Eine einzige Abschlussmessung nach Fertigstellung ist zu spät — Nachbesserung hinter Verkleidungen kostet ein Vielfaches.

BEG EM: Kombinationsbonus seit 2024

Die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG Einzelmaßnahmen) gewährt seit 2024 einen Bonus von 5 Prozentpunkten, wenn mindestens zwei förderfähige Einzelmaßnahmen gleichzeitig beantragt werden. Fachplanernachweis über Energieeffizienz-Experten auf der BAFA-Liste ist Pflichtvoraussetzung.

Keine Dampfsperre ohne hygrothermische Berechnung

Eine konventionelle PE-Folie (sd > 100 m) auf der Raumseite einer Altbauwand kann kapillaren Feuchtausgleich vollständig blockieren. Feuchteanreicherung im Mauerwerk und Schimmel an Wärmebrücken sind die typische Folge — immer hygrothermisch berechnen lassen (WTA Merkblatt 6-2).

Klassenanforderung standortbezogen bestimmen, bevor Fenster ausgeschrieben werden

Fensterklassen nach DIN EN 1027: Schlagregendichtheit vor dem Einbau klären

DIN EN 12208 klassifiziert die Schlagregendichtheit von Fenstern in neun Klassen (1A bis 9A), geprüft nach DIN EN 1027. Im Berliner Altbaubestand sind exponierte Traufseiten und Giebel häufig hoher Schlagregenbelastung ausgesetzt — die standortbezogen relevante Klasse sollte anhand der Windlastkarte nach DIN EN 1991-1-4 (Berlin: Windzone 2) vorab bestimmt werden.

Ein häufig übersehener Aspekt: Selbst ein Fenster der Klasse 9A verliert seine Klassifizierung, wenn unebene historische Laibungen oder nachlassender Anpressdruck den Falzdichtungsanschluss kompromittieren. Die RAL-Montagerichtlinie für Fensterprofile empfiehlt dreiteiligen Anschluss — innen luftdicht, Mittelzone dampfdiffusionsoffen, außen schlagregendicht. Bei historischen Laibungsgeometrien ist dieser Dreischichtaufbau aufwendiger, aber nicht verzichtbar.

Interaktiv

BEG-Förderrechner: Zuschuss und Tilgungszuschuss

Förderfähige Gesamtinvestition schätzen — Orientierung zu erreichbarem Zuschuss (BEG EM via BAFA) oder Tilgungszuschuss (KfW 261 Effizienzhaus). Stand: BEG-Richtlinie 2024. Energieberater mit BzA-Zulassung (DENA oder BAFA-Liste) ist für alle Förderwege vor Auftragsvergabe Pflicht.

Förderfähige Investitionssumme
Technische Daten

Technische Kennwerte Altbausanierung: Ziel- und Grenzwerte

Luftdichtheit n50 ohne Lüftungsanlage (GEG § 26)≤ 3,0 h⁻¹
Luftdichtheit n50 mit Lüftungsanlage (GEG § 26)≤ 1,5 h⁻¹
U-Wert Außenwand (BEG EM Mindestanforderung 2024)≤ 0,20 W/(m²K)
U-Wert Dach / OGD (BEG EM 2024)≤ 0,14 W/(m²K)
U-Wert Fenster Uw (BEG EM 2024)≤ 0,95 W/(m²K)
U-Wert Kellerdecke (BEG EM 2024)≤ 0,25 W/(m²K)
Ψ-Wert Leibungsanschluss ohne Dämmung (typ.)0,04–0,07 W/(mK)
Sanierputz Mindestporosität (WTA Merkblatt 2-9)≥ 40 Vol.-%
Sanierputz max. Wasseraufnahme w≤ 0,5 kg/(m²·h⁰·⁵)
Gründerzeitziegel typ. Druckfestigkeit Steinca. 8–16 N/mm²
Mauerwerk fk (Gründerzeit + NHL-Mörtel, Kombination)ca. 1,7–3,5 N/mm²
Mindest-Luftwechsel Feuchteschutz (DIN 1946-6)n = 0,30 h⁻¹ (Nennvolumen)
Kalziumsilikat-Innendämmung Wärmeleitfähigkeit λ≈ 0,06 W/(mK)
Kostenverteilung Vollsanierung: KGR 300 / 400 / 500 nach DIN 276 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Statische Bewertung nach Eurocode 6 vor geplanten Auflasten

Tragreserven im Altmauerwerk: Was Gründerzeitziegel wirklich leisten

Berliner Gründerzeitziegel (ca. 1870–1918) stammen aus märkischen Ziegeleien und erreichten keine einheitlichen Gütestandards. Nach DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6) liegt die charakteristische Druckfestigkeit fk der Mauerwerkskombination — Ziegelstein plus historischem Natürlichen Hydraulischen Kalk (NHL 2–3,5) als Mörtel — typischerweise bei 1,7–3,5 N/mm². Die Schwachstelle ist nicht der Ziegel selbst (Steindruckfestigkeit ca. 8–16 N/mm²), sondern der weiche Kalkmörtel.

Geplante Auflasten durch Dachausbau, neue Betondecken oder Treppenhauseinbauten erfordern deshalb eine Bestandsaufnahme mit Bohrkernentnahme und Baustoffprüfung. Erfahrungswert: 38 cm starke Gründerzeitwände leisten im Regelfall vier bis sechs Vollgeschosse. Nachträgliche Einbauten (z. B. Betondecken anstelle ursprünglicher Holzbalkendecken) können Lastpfade ungünstig verändert haben — dann ist eine rechnerische Neubeurteilung nicht delegierbar.

Querschnitt einer 38 cm starken Gründerzeitwand mit Bohrkernentnahme, Lastpfaden über mehrere Geschosse und nachträglicher Betondecke statt Holzbalkendecke.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Altbausanierung

Blower-Door-Test (DIN EN ISO 9972)
Druckdifferenzmessung zur Bestimmung der Luftwechselrate n50 bei 50 Pa. Pflichtnachweis für BEG-Förderung und Effizienzhausstufen; Zwischenmessung nach Rohbau erlaubt wirtschaftliche Nachbesserung noch zugänglicher Leckagen.
Hygrothermische Simulation (WTA Merkblatt 6-2)
Dynamische Berechnung von Wärme- und Feuchtetransport in Bauteilen mit Werkzeugen wie WUFI oder Delphin. Pflichtmethode bei Innendämmung im Altbau — das stationäre Glaser-Verfahren nach DIN EN ISO 13788 bildet kapillaren Transport nicht ab.
Sanierputzsystem (WTA Merkblatt 2-9)
Mineralisches Putzsystem mit ≥ 40 Vol.-% Porenanteil für salzbelastetes Mauerwerk. Speichert Salze in der Pore statt sie an die Oberfläche auszutransportieren — verhindert Ausblühungen und Abplatzungen.
Ψ-Wert (linearer Wärmedurchgangskoeffizient)
Kennwert in W/(mK) für Wärmebrücken an Bauteilanschlüssen (Fensterlaibung, Balkenkopf, Deckenanschluss). Wird durch 2D-FEM-Berechnung ermittelt; relevant für den Nachweis nach Beiblatt 2 zu DIN 4108.
Feuerwiderstandsklasse F30 / F60 (DIN 4102)
Bauteil hält 30 bzw. 60 Minuten normierter Brandbeanspruchung stand. Parallel gilt die EN 13501-Notation REI 30/60. Für Holzbalkendecken im Altbau wird F30 durch GKF-Bekleidung erreicht; F60 erfordert zusätzliche Maßnahmen.
Eurocode 6 (DIN EN 1996)
Europäische Norm für die Bemessung von Mauerwerksbauten. Bestimmt die charakteristische Druckfestigkeit fk aus Stein- und Mörtelklasse — Grundlage für statische Bestandsbewertungen bei Berliner Altbaubestand.
NHL (Natürlicher Hydraulischer Kalk)
Bindemittel nach EN 459-1, Klassen NHL 2, 3,5 und 5. Historisch in Berliner Gründerzeitbauten als Mauermörtel und Putz eingesetzt; weicher als Zementmörtel, kapillaraktiv und diffusionsoffen — im Verbund die maßgebliche Schwachstelle für fk.
Das unterschätzte Trocknungsrisiko nach energetischer Ertüchtigung

Raumklima nach Sanierung: Warum Übertrocknung alte Bausubstanz schädigt

Historische Altbauten haben über Jahrzehnte ein Feuchtegleichgewicht mit ihrer Umgebung aufgebaut — Holzbalken, Bodendielen und Kalkputze sind hygroskopisch und enthalten je nach Innenklima 9–14 % Holzfeuchtigkeit. Nach konsequenter Luftdichtheitsertüchtigung und Einsatz einer Lüftungsanlage ohne Feuchterückgewinnung kann die relative Raumluftfeuchte im Winter auf 25–35 % absinken — weit unter den für Materialerhalt empfohlenen 40–55 %.

Injektionsverfahren Horizontalsperre: Prozessschritte – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt-Grafik: Übertrocknung schädigt Holzbalken, Kalkputz und Holzfenster im Altbau; Enthalpietauscher als Feuchterückgewinnung in der Lüftung.

Die Folgen sind typischerweise: Holzbalken und -dielen trocknen aus und reißen, Kalkputzflächen verlieren Adhäsion, historische Holzfenster schrumpfen in Führungen. Gegenmaßnahme: Enthalpietauscher (Feuchterückgewinnung) statt reinem Wärmetauscher in der Lüftungsanlage oder gezielte Befeuchtung im Heizbetrieb. Als Richtwert gilt: Bei n50 < 0,6 h⁻¹ sollte ein Feuchtigkeitsmanagement explizit mitgeplant werden.

Eine Altbausanierung ist kein Produktaustausch, sondern ein Eingriff in ein gewachsenes System. Wer nur einzelne Komponenten optimiert, ohne das Gesamtgefüge — Feuchte, Statik, Brandschutz, Lüftung — zu erfassen, erzeugt neue Schäden dort, wo vorher keine waren.

Sinngemäß nach Empfehlungen der WTA — Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege

Altbausanierung Fragen & Antworten

Was kostet eine Altbausanierung in Berlin pro m²?
Der Kostenrahmen variiert stark nach Sanierungstiefe: Einzelgewerke (Fassade, Keller, Dach) kosten 150–450 €/m² der sanierten Bauteilfläche. Eine vollständige Kernsanierung mit Erneuerung aller technischen Anlagen, Böden und Oberflächen liegt im Berliner Markt bei 1.500–3.000 €/m² Wohnfläche. Gründerzeitbauten mit massiven Ziegelwänden (50–80 cm) tendieren durch höheren Aufwand für Durchbrüche, Sturzsanierungen und Leitungsführung zum oberen Bereich. Für eine belastbare Kostenschätzung empfiehlt sich die Gliederung nach DIN 276 Kostengruppen 300/400, damit KfW-förderfähige energetische Maßnahmen sauber von rein konstruktiven getrennt werden.
Welche Schadstoffe sind in Berliner Altbauten typisch?
Asbest wurde in zwei Hauptformen verbaut: Spritzasbest (Brandschutz, Akustik) bis 1979, schwachgebundene Produkte (Dachplatten, Dämmbahnen, Vinyl-Klebstoffe) bis 1993 — Sanierung nach TRGS 519. Künstliche Mineralfasern (KMF) der alten Generation (vor 1996) fallen je nach Biobeständigkeit unter TRGS 521. PCB steckt häufig in elastischen Fugendichtstoffen an Kastenfenstern der 1960er–70er Jahre; bei Gehalten über 1 mg/kg greift die PCBAbfallüberwachungsverordnung. Holzschutzmittel mit DDT, Lindan oder PCP (bis 1989/1990 zugelassen) finden sich regelmäßig in exponierten Dachstühlen Berliner Gründerzeitgebäude. Ein Schadstoffgutachten durch ein akkreditiertes Büro vor Sanierungsbeginn schützt vor unkalkulierbaren Entsorgungskosten und Haftungsrisiken.
Was fordert das GEG bei der Altbausanierung konkret?
Wird mehr als 10 % der Fläche eines Bauteils erneuert, greifen die U-Wert-Höchstwerte nach § 48 GEG i. V. m. Anlage 7 — z. B. U ≤ 0,24 W/(m²K) für Außenwände. Die 10-%-Schwelle bezieht sich auf das jeweilige Bauteil, nicht auf das Gesamtgebäude — ein häufiges Missverständnis bei Bauherren. Für Denkmäler und erhaltenswerte Gebäude sieht § 105 GEG Befreiungen vor, wenn die Anforderungen die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen würden. Beim Bilanzierungsnachweis über ein Referenzgebäude kann ein Bauteil die Einzelanforderung verfehlen, sofern ein anderes kompensiert — das eröffnet bei komplexen Bestandssanierungen rechnerischen Gestaltungsspielraum.
Wie erkenne ich statisch bedenkliche Risse im Altbau?
Haarrisse bis 0,2 mm Breite sind bei Ziegelmauerwerk typische Schwindrisse ohne Tragrelevanz. Kritisch werden Risse ab 0,5 mm mit Höhenversatz an den Rissufern (Schubversagen), diagonale Mauerwerksrisse über Öffnungen (Sturz- oder Auflagerversagen) sowie Risse mit progressivem Verlauf. Rissfortschritt lässt sich mit Gipsmarken einfach überwachen oder per Rissmessgerät dokumentieren. Bei Verdacht auf Gründungsprobleme — erkennbar an durchgehenden Schrägrissen vom Sockelbereich aufwärts — ist ein Tragwerksplaner mit Baugrundbewertung einzubeziehen, bevor Sanierungs- oder Lastveränderungsmaßnahmen beginnen.
Kellersanierung: Außenabdichtung, Innendichtung oder Injektion — was wann?
Außenabdichtung (schwarze Wanne nach DIN 18533, Typ W1.1-E) ist die dauerhafteste Lösung bei erdberührender Feuchte, setzt aber Freilegung der Kellerwände voraus — im innerstädtischen Berliner Altbau mit engen Innenhöfen oft aufwändig oder kaum realisierbar. Die druckwasserhaltende Innendichtung (mineralische Dichtschlämme oder WU-Beton-Vorsatzschale) eignet sich, wenn Außenarbeit nicht möglich ist; sie verkleinert den Nutzraum und erfordert eine dichte Anbindung an die Kellerdecke. Injektionsverfahren nach WTA-Merkblatt 4-4 bekämpfen ausschließlich kapillar aufsteigende Feuchte im Mauerfuß (Horizontalsperre) — nicht drückendes Wasser. Die Unterscheidung der Feuchteursache durch CM-Messung ist daher Pflicht vor jeder Kellersanierungsplanung.
Innendämmung oder Außendämmung bei Gründerzeitfassaden?
Stuckverzierte oder denkmalgeschützte Fassaden schließen ein WDVS meist aus. Bei Innendämmung ist die Taupunktberechnung nach DIN 4108-3 / EN ISO 13788 zwingend: Ohne raumseitige Dampfbremse (s_d ≥ 1,0 m) besteht bei konventionellen Dämmstoffen das Risiko interstitieller Kondensation. Kapillaraktive Systeme (Calciumsilikat, Perlite-Putz) arbeiten ohne Dampfbremse, weil sie anfallende Feuchte rücktrocknend transportieren — vorausgesetzt, die Außenwand ist nicht durch dampfdichte Beschichtungen verschlossen. Praxisfaustformel: Innendämmung ≤ 8 cm mit s_d ≥ 2 m raumseitig oder kapillaraktiv; bei größeren Dicken ist eine hygrothermische Simulation (z. B. WUFI-Methodik) zu empfehlen.
Wann brauche ich für Altbausanierung in Berlin eine Baugenehmigung?
Die Berliner Bauordnung (BauO Bln) § 61 stellt Instandhaltung, Instandsetzung und den gleichartigen Bauteilaustausch verfahrensfrei. Genehmigungspflichtig werden: Eingriffe in tragende oder aussteifende Bauteile, Nutzungsänderungen, Aufstockungen sowie Fassadenänderungen mit Auswirkung auf Abstandsflächen. Bei Denkmälern ist zusätzlich eine Erlaubnis nach dem Berliner Denkmalschutzgesetz (DSchG Bln) erforderlich — auch für Maßnahmen, die baurechtlich verfahrensfrei wären. Empfehlung: Voranfrage bei der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde (Bezirksamt) vor Maßnahmenbeginn, da nachträgliche Auflagen die Kosten erheblich treiben können.
Welche Planungsfehler werden bei Altbausanierungen besonders teuer?
1) Dämmung auf feuchtem Untergrund ohne vorherige Bauteiltrocknung — führt zu Schimmelpilzwachstum hinter der Dämmschicht; Haftzugfestigkeit des Untergrunds ≥ 0,1 N/mm² ist Mindestvoraussetzung für WDVS. 2) Kastenfensteraustausch gegen moderne Dreifachverglasung ohne Lüftungskonzept: Der stark reduzierte Fugenluftwechsel erhöht die Taupunktgefahr an ungedämmten Wärmebrücken (Deckenauflager, Fensterleibungen). 3) Fehlende Anschlussdetails bei Dämmmaßnahmen — Wärmebrücken an Sockeln und Rollladenkästen können den rechnerischen Dämmgewinn erheblich mindern. 4) Unterschätzung der Schadstoffentsorgungskosten: Asbesthaltiger Klebstoff unter Vinylbelägen oder kontaminierter Putz treiben Entsorgungskosten auf 50–150 €/m².
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Die folgenden Normen und Regelwerke bilden die fachliche Grundlage für eine regelkonforme Altbausanierung in Berlin.

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