🧱 Rohbau & Baustoffe

Mauersteine: Poroton, Kalksandstein und Porenbeton im Detail

Poroton, Kalksandstein und Porenbeton sind die drei marktbeherrschenden Mauerstein-Typen im deutschen Wohnungsbau — mit grundverschiedenen Stärken bei Wärmeschutz, Schallschutz und Tragfähigkeit. Dieser Leitfaden erklärt Technik, Normen, Anwendung und Berliner Marktpreise 2026.

15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: Juni 2026
Von NEUWEST Bau-Experten

Was sind Mauersteine — und warum ist die Wahl entscheidend?

Mauersteine sind genormte, industriell gefertigte Baustoffe zur Herstellung von tragenden und nicht-tragenden Wänden — klassifiziert nach DIN EN 771. Drei Typen dominieren den deutschen Neubau.

Mauersteine im Sinne von DIN EN 771 sind industriell hergestellte, geometrisch definierte Körper aus mineralischen Rohstoffen, die im Verband mit Mörtel zu Mauerwerk gefügt werden. Die Norm unterscheidet sechs Produktgruppen — für den deutschen Hochbau sind vor allem drei relevant: Mauerziegel (DIN EN 771-1), Kalksandsteine (DIN EN 771-2) und Porenbetonsteine (DIN EN 771-4).

Die Wahl des Mauersteins beeinflusst Wärmeschutz (GEG 2023), Schallschutz (DIN 4109), Tragfähigkeit (Eurocode 6 / DIN EN 1996) und Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes fundamental. Ein falscher Steintyp führt entweder zu nicht-GEG-konformen U-Werten, zu teuren Zusatzmaßnahmen (WDVS, Vorsatzschalen) oder zu unzureichendem Schallschutz bei Trennwänden.

In Berlin dominieren bei Mehrfamilienhäusern Kalksandstein + WDVS (ca. 45 % der Neubau-Außenwände) und Poroton (ca. 30 %), während Porenbeton besonders im Einfamilienhaus- und Aufstockungs-Segment punktet.

Die drei Typen auf einen Blick

0,07–0,11
Poroton T8/T10: Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m·K) — exzellente Dämmwirkung
0,56–0,99
Kalksandstein KS 20: λ in W/(m·K) — schlechte Dämmung, top Schallschutz
0,07–0,14
Porenbeton PP2–PP4: λ in W/(m·K) — sehr leicht, sehr gut dämmend
0,24
GEG 2023 Grenzwert U-Wert Neubau-Außenwand in W/(m²·K) — entscheidend für die Wahl
01

Poroton (Hochlochziegel)

Gebrannter Ton mit Lochbild und Perlitfüllung. Hoher Wärmeschutz, monolithisch einsetzbar, dampfdiffusionsoffen. Norm: DIN EN 771-1.

Wärmeschutz
02

Kalksandstein (KS)

Pressling aus Kalk und Quarzsand, autoklavgeheizt. Sehr hohe Druckfestigkeit und Masse → bester Schallschutz. Norm: DIN EN 771-2.

Schallschutz
03

Porenbeton (AAC / Ytong)

Hochporöser Leichtbaustoff aus Kalk, Zement, Quarzsand und Aluminiumstaub. Sehr leicht, gut dämmend, leicht zu bearbeiten. Norm: DIN EN 771-4.

Leichtbau

Poroton (Hochlochziegel): Wärmeschutz als Hauptvorteil

Poroton-Steine sind Hochlochziegel mit optimiertem Lochbild und Perlitfüllung — der am weitesten verbreitete monolithische Wandbaustoff in Deutschland.

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Wärmeleitfähigkeit λ: 0,07 W/(m·K) (T10) bis 0,11 W/(m·K) (T7). Das Lochbild verlängert den Wärmestrom-Weg, Perlit-Füllung reduziert zusätzlich die Konvektion in den Kammern.
Druckfestigkeit: Klassen 4–16 N/mm² nach DIN EN 771-1. Für mehrgeschossige Wohnbauten bis ca. 5 Stockwerke ausreichend.
🛠
Rohdichteklasse: 0,55–0,80 (g/cm³). Ein m² Außenwand (36,5 cm) wiegt ca. 190–295 kg — deutlich leichter als Kalksandstein.
📋
Mörtel: Ausschließlich Dünnbettmörtel (1–3 mm Fugenbreite) nach DIN EN 998-2, da überbreite Fugen die Dämmwirkung drastisch verschlechtern.
🏠
Typische Wanddicken: 30 cm (T10, λ=0,10) oder 36,5 cm (T8, λ=0,08) für GEG-konforme monolithische Außenwände ohne zusätzliche Dämmung.
🔎
Hersteller (Berlin-Markt): Wienerberger (Porotherm), Schlagmann (Poroton), Unipor. Mauer-Fertigmörtel und Zubehör im Paket lieferbar.

Produkttypen & GEG-Konformität

TypλD W/(m·K)Dicke für U ≤ 0,24Rohdichte (g/cm³)Druckfestigkeit
Poroton T70,0724 cm0,55Kl. 4–6
Poroton T80,0830 cm0,60Kl. 6–8
Poroton T100,1036,5 cm0,65Kl. 6–12
Poroton T120,1242,5 cm0,70Kl. 8–16

U-Wert berechnet nach DIN EN ISO 6946 mit Rsi=0,13 und Rse=0,04 m²K/W. GEG-Grenzwert opake Außenwand Neubau: U ≤ 0,24 W/(m²·K).

✓ Vorteile Poroton

Monolithisch: Keine zusätzliche Dämmung bei T7/T8/T10 in vielen Klimazonen — spart WDVS-Kosten
Dampfdiffusionsoffen: Gutes Raumklima, keine Kondensatprobleme bei korrekter Planung
Schnelles Mauern: Großformatige Planziegel (Zungensystem) ermöglichen hohen Fortschritt
Erprobter Baustoff: Jahrzehnte Praxiserfahrung, umfangreiche Bemessungsunterlagen
Recyclingfähig: Gebrochener Ziegel als Recycling-Baustoff wiederverwertbar

✕ Nachteile Poroton

Schallschutz mäßig: Durch Hohlkammern schlechteres Schalldämm-Maß als Kalksandstein gleicher Dicke
Lochbild empfindlich: Ungenaues Schneiden oder Drucklasten quer zum Lochbild schwächen die Festigkeit
Dünnbettmörtel-Pflicht: Ausschließlich Systemmörtel zulässig — kein Normalmauermörtel (Qualitätssicherung!)
Schwerer als Porenbeton: Einzelsteine bis 20 kg — erhöhter Aufwand bei manueller Verarbeitung
Kellermauerwerk ungeeignet: Bei Feuchtigkeit im Erdreich nicht empfohlen (Normalmauersteine bevorzugen)

Kalksandstein: Spitzenreiter beim Schallschutz

Kalksandstein (KS) ist ein autoklav-gehärteter Pressling aus Quarzsand und Kalk — mit der höchsten Rohdichte aller Mauersteine und damit unschlagbarem Schallschutz.

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Schalldämm-Maß Rw: Bis 62 dB (KS 24 cm, Rohdichte 2,0) — damit Pflichtbaustoff in Anwendungsfall IV nach DIN 4109 (Erf. R'w ≥ 57 dB für Wohntrennwände mit erhöhtem Schallschutz).
Druckfestigkeit: Klassen 12–48 N/mm² — damit für Hochhäuser und Industrie-Tragwerke geeignet. Keine andere Mauersteingruppe erreicht KS 48.
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Rohdichte: 1,2–2,2 g/cm³. Ein m² KS-Wand (24 cm) wiegt ca. 340 kg — das dreifache eines Poroton-Steins gleicher Dicke.
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Formate: KS-E (Einzelstein), KS XL (150×248×240 mm), KS XXL (250×248×240 mm). Planstein-Ausführung für Dünnbettmörtel ermöglicht sehr hohe Mauertoleranzen (DIN 18201).
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Wärmeleitfähigkeit λ: 0,56–0,99 W/(m·K) je nach Rohdichte. Wärmeschutz sehr schlecht — Außenwände aus KS benötigen zwingend WDVS oder Vorhangfassade.
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Mauerflächen-Genauigkeit: Plansteine haben Dickentoleranzen von ±1 mm — optimale Voraussetzung für dünne Putzschichten und Sichtmauerwerk.

Schallschutz-Klassen nach DIN 4109 — typische KS-Anwendungen

BauteilMindest-R'w (dB)KS-LösungDicke
Wohnungstrennwand Standard (Afw I)53 dBKS 20, ρ=1,8 g/cm³17,5 cm
Wohnungstrennwand erhöht (Afw IV)57 dBKS 20, ρ=2,0 g/cm³24,0 cm
Treppenhaus / Fahrstuhlschacht52 dBKS 20, ρ=1,6 g/cm³17,5 cm
Gewerbe-Wohn-Trennwand (stark)67 dBKS-Doppelschale + Tr.-Unterbr.2×15 cm

✓ Vorteile Kalksandstein

Schallschutz unschlagbar: Hohe flächenbezogene Masse nach dem Massengesetz → bester Rw aller Mauersteine
Höchste Druckfestigkeit: KS 48 für Hochhausbau und unterirdische Bauwerke — statisch sehr leistungsfähig
Sehr hohe Genauigkeit: Plansteine mit <±1 mm Toleranz → minimaler Putzaufwand, kostengünstige Weiterverarbeitung
Günstigster Materialpreis: Pro Wandfläche oft 20–30 % günstiger als Poroton oder Porenbeton

✕ Nachteile Kalksandstein

WDVS zwingend: Außenwand ohne zusätzliche Dämmung nie GEG-konform — immer Zusatzkosten (55–90 €/m²)
Sehr schwer: 340–480 kg/m² Wand (24 cm) → höhere Decken- und Fundamentlasten, erschwertes Handling
Schlechte Wärmedämmung: λ=0,79 W/(m·K) — ohne WDVS nicht für Außenwand geeignet
Wärmebrücken-Risiko: Bei WDVS-Befestigungen (Dübel) müssen Wärmebrücken nach DIN EN ISO 10211 berücksichtigt werden

Porenbeton (AAC): Leicht, dämmend, einfach zu verarbeiten

Porenbeton — international als Autoclaved Aerated Concrete (AAC) bekannt, in Deutschland unter Markennamen wie Ytong oder Solbet — ist ein hochporöser Leichtbaustoff mit sehr guten Dämmeigenschaften.

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Wärmeleitfähigkeit λ: 0,07–0,21 W/(m·K) je nach Rohdichteklasse (PP2–PP6). Stein PP2-0,35 (λ=0,09) ist ähnlich dämmfähig wie bester Poroton T8.
Gewicht: 300–700 kg/m³ — bis 4× leichter als Kalksandstein. Einzelsteine (Planblock 62,5×25×24 cm) wiegen ca. 12 kg: Auch von einer Person alleine verarbeitbar.
Druckfestigkeit: Klassen 2–8 N/mm² (DIN EN 771-4). Ausreichend für bis zu 3–4 Vollgeschosse. Bei höheren Gebäuden Ingenieurnachweis erforderlich.
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Bearbeitbarkeit: Mit einfachem Handwerkzeug (Handsäge, Hobel, Raspel) formschlüssig bearbeitbar — keine Diamantscheibe nötig. Elektrische Installationsleitungen per Hand scharren.
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Normen & Zulassung: DIN EN 771-4 (Produktnorm), DIN 4223 (Bemessung), DIN 18180 (Beiputz). Systemhersteller bieten eigene Bemessungssoftware und allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ).
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Feuchteschutz: Porenbeton ist hygroskopisch — Erdberührung und dänische Dachkonstruktionen müssen vermieden werden. Für Keller: speziell hydrophobierte PP-Qualitäten oder Alternativen wählen.

Rohdichteklassen und Einsatzbereiche

TypRohdichte (kg/m³)λD W/(m·K)DruckfestigkeitTypische Verwendung
PP2-0,353500,092 N/mm²GEG-konform ab 36,5 cm, nichttragend
PP4-0,505000,144 N/mm²Tragende Wände EFH bis 3 Gesch.
PP4-0,555500,164 N/mm²Tragende Wände, Deckensystem
PP6-0,656500,216 N/mm²Aufstockung, Dachgeschoss

✓ Vorteile Porenbeton

Extrem leicht: Aufstockungen ohne schwere Kranarbeit, auch für einmann-Selbstausbau geeignet
Gute Dämmung: PP2-0,35 ähnlich leistungsfähig wie Poroton T8 — monolithisch nutzbar
Einfachste Verarbeitung: Handgesägt, gehobelt, gebohrt ohne Spezialwerkzeug — ideal für Selbstausbauer
Schnelle Montage: Große Planblöcke (625×250×600 mm) im Klebemörtel-System: bis zu 3× schneller als KS

✕ Nachteile Porenbeton

Schallschutz schwach: Geringe Masse = schlechter Rw — für Wohnungstrennwände nach DIN 4109 oft nicht ausreichend
Feuchteempfindlich: Saugfähig, muss sofort verputzt werden; Keller- und Sockelbereich kritisch
Niedrige Druckfestigkeit: Systemgrenzen bei höheren Gebäuden — statischer Nachweis per abZ/ETA erforderlich
Systemzwang: Klebemörtel, Armierungsgewebe und Putz müssen zum System passen — kein Mischsortiment verschiedener Hersteller

Direktvergleich: Kennwerte aller drei Mauersteintypen

Die folgende Tabelle stellt die normativ relevanten Kennwerte nach DIN EN 771, DIN 4108, DIN 4109 und Eurocode 6 gegenüber — als kompakte Entscheidungshilfe für Planer und Bauherren.

EigenschaftPoroton T8Kalksandstein KS 20Porenbeton PP4-0,50
Norm (Produktnorm)DIN EN 771-1DIN EN 771-2DIN EN 771-4
Wärmeleitfähigkeit λD0,08 W/(m·K)0,79 W/(m·K)0,14 W/(m·K)
Rohdichte0,60 g/cm³1,80 g/cm³0,50 g/cm³
Druckfestigkeit6–12 N/mm²20 N/mm²4 N/mm²
Rw bei 17,5 cm40 dB50 dB37 dB
Rw bei 24,0 cm45 dB55 dB41 dB
U-Wert bei 36,5 cm0,21 W/(m²·K)1,96 W/(m²·K)0,36 W/(m²·K)
GEG 2023 ohne WDVS✓ ab 30 cm✗ nie△ ab 42,5 cm (PP2)
MörtelartDünnbett (1–3 mm)DünnbettKlebemörtel (1–3 mm)
Typische AnwendungMonolith. AußenwandTrennwand + WDVSEFH, Aufstockung
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Eurocode 6 (DIN EN 1996): Maßgebende Bemessungsnorm für Mauerwerk in Deutschland seit 2013. Ergänzt durch den Nationalen Anhang DIN EN 1996-1-1/NA. Ersetzt die alte DIN 1053.
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GEG 2023: Das Gebäudeenergiegesetz fordert für opake Außenbauteile im Neubau U ≤ 0,24 W/(m²·K). Für KfW-EH40: U ≤ 0,17 W/(m²·K) — kein Mauerstein schafft das alleine.
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DIN 4109-1:2018: Schallschutz im Hochbau, Mindestanforderungen. DIN 4109-4 regelt Nachweisverfahren. Wohnungstrennwände: R'w ≥ 53 dB (Standardfall), ≥ 57 dB (erhöht nach Bbl. 2).
Planungsregel: Außenwand → Poroton oder Porenbeton (Wärmeschutz). Trennwand MFH → Kalksandstein (Schallschutz). Aufstockung → Porenbeton (Eigengewicht).

Kennwert-Vergleichstool: Material & Wanddicke

Wählen Sie Material und Wanddicke — U-Wert, Flächenmasse, Schallschutz-Richtwert und Materialrichtpreis (Berlin 2026) berechnen sich sofort.

Material wählen
Wanddicke wählen
Poroton T8
λ = 0,08 W/(m·K) • Rohdichte 600 kg/m³ • DIN EN 771-1
U-Wert (DIN EN ISO 6946)
0,21 W/(m²·K)
✓ GEG 2023 konform
Flächenbez. Masse
219 kg/m²
Schallschutz Rw (Richtwert)
52 dB
Materialrichtpreis Berlin 2026
22–32 €/m²
U-Wert nach DIN EN ISO 6946 mit Rsi=0,13 und Rse=0,04 m²K/W. Schallschutz: Richtwerte, keine Planungsgrundlage. Preise: Stein + Mörtel, ohne Putz und Arbeitslohn.

Marktpreise 2026 in Berlin: Materialkosten & Gesamtkosten im Vergleich

Die Materialkosten sind nur ein Teil der Gesamtrechnung — Arbeitslohn, Putz und WDVS können das Bild komplett verschieben.

Material & DickeStein + Mörtel (Material)inkl. Putz (beids.)Gesamtkosten Rohbau*WDVS erforderlich?
Poroton T8, 30 cm18–24 €/m²+18–28 €/m²75–115 €/m²Nein (U = 0,26 W/(m²K))
Poroton T8, 36,5 cm22–32 €/m²+18–28 €/m²80–130 €/m²Nein (U = 0,21 W/(m²K))
Kalksandstein KS 20, 17,5 cm9–13 €/m²+12–18 €/m²85–130 €/m²Ja (+ 55–90 €/m²)
Kalksandstein KS 20, 24 cm12–18 €/m²+12–18 €/m²95–150 €/m²Ja (+ 55–90 €/m²)
Porenbeton PP4-0,50, 30 cm19–27 €/m²+16–24 €/m²80–120 €/m²Ja (U = 0,44 → WDVS)
Porenbeton PP2-0,35, 36,5 cm24–36 €/m²+16–24 €/m²85–130 €/m²Grenzwertig (U ≈ 0,24)

* Gesamtkosten inkl. Mauerwerk-Arbeitslohn (30–50 €/m² in Berlin 2026), Putz und ggf. WDVS. Ohne Fenster, Türen, Schalpol, Statik. Preise Richtgrößen für Berlin Brandenburg. Stand: Juni 2026.

Arbeitslohn Richtwerte Berlin 2026

GewerkRichtpreis (inkl. MwSt.)Hinweis
Mauerwerk Poroton / Porenbeton (Lohn)28–45 €/m²Plänsteine; Klebemörtel-Platten schneller
Mauerwerk Kalksandstein XL (Lohn)30–48 €/m²Große XL-Steine; hohes Gewicht erhöht Aufwand
Innenputz (Kalkgips, einlagig)18–28 €/m²Maschinell; ohne Tapete
Außenputz (Mineralkornputz, zweilagig)22–38 €/m²Inkl. Armierungsgewebe
WDVS komplett (EPS, 12–16 cm)60–95 €/m²Dämmpl., Kleber, Dübel, Schiene, Putz, Anstrich
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Berlin-Tipp: MFH Neubau — Kalksandstein + WDVS ist wirtschaftlich oft überlegen

Im Berliner Mehrfamilienhaus-Neubau wird KS 17,5 cm (Tragschale) + 14–16 cm EPS-WDVS am häufigsten realisiert. Der sehr günstige KS-Materialpreis, die hohe Wandflächenleistung durch XL-Steine und die exzellenten Schallschutz-Kennwerte der KS-Trennwände machen dieses System trotz WDVS-Kosten oft wirtschaftlicher als monolithisches Mauerwerk — besonders bei großen Wandflächen.

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EFH Berlin: Poroton T8 (36,5 cm) als Gesamtpaket am günstigsten

Für freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhäuser in Berlin bietet Poroton T8 (36,5 cm) die günstigste Außenwandlösung: GEG-konform ohne WDVS, erprobte Systemlösungen, mittlerer Arbeitslohn. Gesamtkosten ca. 80–130 €/m² — kein WDVS-Aufpreis. Poroton T7 (30 cm) ist bei gedämmter Bodenplatte und guter Luftdichtheit oft bereits ausreichend.

FAQ: Poroton, Kalksandstein, Porenbeton

Was ist der Unterschied zwischen Poroton und Porenbeton?
+
Poroton (Hochlochziegel) ist ein gebrannter Tonstein mit einem optimierten Lochbild, ggf. Perlitfüllung, nach DIN EN 771-1. Porenbeton (AAC) ist ein autoklav-gehärteter Leichtbaustoff aus Kalk, Zement, Quarzsand und Aluminiumstaub nach DIN EN 771-4. Beide bieten ähnliche Wärmedämmwerte, unterscheiden sich aber in Rohdichte (Poroton schwerer), Schallschutz (Poroton besser), Bearbeitbarkeit (Porenbeton einfacher) und Systemzwang.
Welcher Mauerstein ist am besten für Schallschutz geeignet?
+
Kalksandstein (KS) ist der unangefochtene Schallschutz-Champion: Die hohe Rohdichte (bis 2,2 g/cm³) erzeugt über das Massengesetz ein Schalldämm-Maß Rw von bis zu 62 dB (KS 24 cm). Damit erfüllen KS-Wohnungstrennwände selbst erhöhte Anforderungen nach DIN 4109 Beiblatt 2. Für reine Innenwand-Trennwände in Mehrfamilienhäusern ist KS daher meist erste Wahl.
Welcher Mauerstein erfüllt GEG 2023 ohne zusätzliche Dämmung?
+
Das GEG 2023 fordert für opake Außenwände im Neubau U ≤ 0,24 W/(m²·K). Poroton T8 (36,5 cm) erreicht U ≈ 0,21 W/(m²·K) — GEG-konform ohne WDVS. Porenbeton PP2-0,35 (36,5 cm) erreicht U ≈ 0,23 W/(m²·K) — grenzwertig, systemabhängig. Kalksandstein erreicht den GEG-Grenzwert alleine niemals — ein WDVS ist zwingend.
Was kostet Mauerwerk aus Poroton, Kalksandstein oder Porenbeton in Berlin 2026?
+
Die reinen Materialkosten (Stein + Mörtel, ohne Arbeit) liegen je nach Dicke bei: Poroton 22–32 €/m² (36,5 cm), Kalksandstein 12–18 €/m² (24 cm), Porenbeton PP4 19–27 €/m² (30 cm). Mit Arbeitslohn (30–48 €/m²) und Putz kommen fertige Rohbauwände auf 75–130 €/m². Bei KS-Außenwand addiert sich zwingend das WDVS (60–95 €/m² zusätzlich).
Ist Porenbeton für tragende Wände geeignet?
+
Ja, mit Einschränkungen. Porenbeton PP4 (Druckfestigkeit 4 N/mm²) und PP6 (6 N/mm²) sind für tragende Wände in Gebäuden bis ca. 3–4 Vollgeschossen nach Eurocode 6 (DIN EN 1996) zulässig. Der statische Nachweis muss über die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des jeweiligen Herstellers geführt werden. Bei höheren Gebäuden oder Hochhausbau ist Kalksandstein oder Stahlbeton vorzuziehen.
Welcher Mörtel wird für die verschiedenen Mauersteintypen verwendet?
+
Alle drei Mauersteintypen werden heute überwiegend im Dünnbettverfahren mit Dünnbettmörtel oder Klebemörtel (1–3 mm Fugendicke) nach DIN EN 998-2 verarbeitet. Bei Poroton ist Dünnbettmörtel Pflicht (breitere Fugen reduzieren den Wärmeschutz drastisch). Bei Kalksandstein und Porenbeton ist auch Normalmauermörtel MG IIa für einfache Anwendungen zulässig — ist aber langsamer und weniger genau. Die Mörtelwahl muss zum Steinformat und zur Druckfestigkeitsklasse passen (DIN EN 1996-2).
Kann man Porenbeton für Kellerwände verwenden?
+
Grundsätzlich nicht empfohlen. Standard-Porenbeton (PP4-0,50) ist stark saugfähig und reagiert empfindlich auf dauerhaft feuchte Bedingungen (Erdkontakt, Grundwasser). Für Kellerwände mit Erdkontakt sind Normalbeton, Stahlbeton oder spezielle WU-Beton-Systeme zu verwenden. Es gibt hydrophobierte Sonderqualitäten von Ytong/Solbet für den Kellerbereich — diese müssen aber mit einem durchgehenden Abdichtungssystem kombiniert werden und bedürfen einer bauaufsichtlichen Zulassung.
Welcher Mauerstein ist bei Aufstockungen in Berlin am besten geeignet?
+
Porenbeton ist die erste Wahl bei Aufstockungen bestehender Gebäude — denn das Eigengewicht des neuen Stockwerks ist bei alten Gründungen oft das entscheidende Limit. PP4-0,50 (500 kg/m³) ist 3× leichter als Kalksandstein. In Berlin sind Porenbeton-Aufstockungen (vor allem auf Nachkriegsbebauung in Pankow, Marzahn, Lichtenberg) weit verbreitet. Die statische Ertauglichkeits-Nachrechnung des Bestands ist dabei Pflicht.

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