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Video: Zargevon Neuwest Bauleitern empfohlen
Montage & Einbau

Türzarge einbauen lassen in Berlin – Fachbetrieb für Zargeneinbau

Die Zargenart entscheidet nicht nur über Optik, sondern über Schallschutz, Brandverhalten und Langzeittauglichkeit. Einputzzargen aus Stahlblech, Blockzargen aus Massivholz und Steckzargen für die Sanierung folgen jeweils eigenen Maß- und Befestigungsnormen — ein falsches System führt zu schwer korrigierbaren Einbaufehlern.

Besonders unterschätzt: die Fugenabdichtung zwischen Zarge und Mauerwerk. Offenporiger Montageschaum bricht bei schallschutzkritischen Wänden den Rw-Wert des gesamten Türelements, weil Schallbrücken entstehen. Fachgerechte Ausführung nach DIN 4109 erfordert Mineralwolle plus geschlossenzelliger Dichtschaum oder Stopfmörtel — je nach Anforderungsklasse.

Leistungsumfang

Was umfasst der Zargeneinbau?

  • Rohbaumaßaufnahme & Toleranzprüfung (lichtes Maß, Wandstärkenbereich, Rechtwinkligkeit)
  • Zargenauswahl: Einputz-, Block- oder Steckzarge je nach Wandaufbau & Anforderung
  • Ausrichten mit Montagepresse — lot- und waagerecht, Diagonalmaßkontrolle
  • Befestigung: Einmauern, Dübeln (Edelstahlschrauben) oder Klemmsystem je Zargentyp
  • Schallschutzgerechte Fugenabdichtung (Mineralwolle + geschlossenzelliger PUR-Schaum)
  • Bandeinstellung, Schlossfunktionsprüfung & Übergabe mit Falzmaßdokumentation

Der Einbau umfasst die vollständige Montage der Türzarge inklusive Rohbaumaßprüfung, normgerechter Ausrichtung, dauerhafter Befestigung und schallschutztechnisch korrekter Verfugung. Brandschutzzargen werden ausschließlich nach herstellerspezifischer Übereinstimmungserklärung eingebaut — jede Abweichung vom zugelassenen Einbaudetail hebt die brandschutztechnische Klassifizierung auf.

±2 mmFertigmaßtoleranz lichte Weite nach VOB/C ATV DIN 18355
12–68 mmPutzdickenausgleich Zargenfutter (Standard-Schenkelbreiten)
≥ 900 mmMindest-Durchgangsbreite barrierefrei (DIN 18040-2)
27 dBMindest-Rw,P Innentüren zwischen Wohneinheiten (DIN 4109)
Zargentypen im Wandquerschnitt: Blockzarge, Umfassungszarge, Stahlzarge – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Zargenfutter oder Vollzarge: Entscheidungskriterien

Das Zargenfutter (Bekleidungszarge) ist zweiteilig und wird nach den feuchten Gewerken montiert — verstellbare Teleskopschenkel gleichen Wanddicken von 70 bis 320 mm aus. Dieser Typ ist die erste Wahl bei Bestandssanierungen, weil er zerstörungsfrei austauschbar ist.

Die Vollzarge (Blockzarge) ist ein starres U-Profil, das vor dem Verputzen in die Rohbauöffnung eingesetzt wird. Sie bietet höhere Formstabilität und eine bessere Hinterputzung, erfordert aber ein exakt definiertes Rohbaumaß.

Entscheidend ist der Einbauzeitpunkt im Bauablauf: Vollzargen binden in die Wandkonstruktion ein und sind nachträglich nicht ohne Stemmarbeiten austauschbar. Bei variablen oder nicht definierten Wanddicken ist das Zargenfutter die technisch sicherere Wahl.

Cutaway einer Blockzarge als starres U-Profil, eingesetzt in die gemauerte Rohbauöffnung mit Hinterputzung und Rohbaumaß vor dem Verputzen.
Im Vergleich

Zargenfutter vs. Vollzarge: Eigenschaften im Vergleich

KriteriumZargenfutterVollzarge (Blockzarge)
Einbauzeitpunktnach Putz (Bestand/Trockenphase)vor Putz (Rohbau)
Wanddickenausgleich70–320 mm verstellbarFixmaß, kein Ausgleich
Austauschbarkeitzerstörungsfrei möglichStemmarbeiten nötig
Formstabilitätmittelhoch
Schallschutzeignungbedingt (Hinterfüllung!)gut
Typische AnwendungBestandssanierungNeubau

Einschäumen, Einmörteln oder Verschrauben: Befestigungsverfahren im Vergleich

Einschäumen mit PU-Schaum ist das schnellste Verfahren für Zargenfutter im Bestand. Kritisch: Der expandierende Schaum übt Druck auf die Schenkel aus — ohne Spreizlatten verringert sich das lichte Maß um 3–8 mm. Für Schallschutzanforderungen ist PU-Schaum nicht ausreichend; mineralische Hinterfüllung oder akustischer Dichtstoff sind zwingend.

Einmörteln ergibt die formstabilste Verbindung und ist Standard für Stahlvollzargen im Massivbau. Der Aushärtungsprozess verhindert Verformungen dauerhaft, erfordert aber exaktes Ausrichten vor dem Einbetten und entsprechend lange Wartezeiten vor Weiterarbeit.

Anschrauben/Dübeln bietet maximale Justierbarkeit und ermöglicht nachträgliche Korrekturen. Dübelabstände und Einschraubtiefen sind nach Herstellervorgabe einzuhalten; in porösem Untergrund (Porenbeton, Hohlziegel) sind Spezialdübel nach Bemessung zwingend.

Interaktiv

Rohbauöffnung und Montagekosten kalkulieren

Formel Rohbauöffnung: Lichtmaß + 2 × Zargenfalzbreite (je 10 mm) + 2 × Fugenbreite (Mauerwerk 10–15 mm / Trockenbau 3–5 mm) + 2 × Putzversatz (je 10–12 mm). Geben Sie die Gesamtfläche aller Zargenöffnungen ein (Richtwert Standardtür: 0,95 m × 2,13 m ≈ 2,0 m²) — Rechner ermittelt Anzahl Zargen und Einbaukosten (Stahlzarge grundiert, Berliner Richtwert inkl. Befestigungsmaterial).

Türzargen (Stahlzarge, grundiert)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Einbauablauf Türzarge: Schritt für Schritt

1

Rohbauöffnung prüfen

Rohbaumaß messen (lichte Weite + 2× Zargendicke + 2× Putzdicke), Lot und Waage kontrollieren. Abweichungen > 5 mm vor Zargeneinbau korrigieren.

2

Zarge auswählen und akklimatisieren

Schenkelbreite auf Wanddicke abstimmen. Verpackung mindestens 24 Stunden vor Montage entfernen — Akklimatisierung bei Raumtemperatur verhindert Verzug durch Feuchtigkeitsausgleich.

3

Zarge einsetzen und ausrichten

Zarge mittig positionieren, mit Wasserwaage in beiden Achsen ausrichten (Lot und Waage), anschließend Spreizlatten einsetzen und fixieren.

4

Befestigung ausführen

Je nach Verfahren: PU-Schaum einbringen (Spreizlatten bis zur Aushärtung belassen), Dübel nach Herstellerangabe setzen oder Zarge in Mörtel einbetten. Keine Befestigung ohne ausgerichtete Zarge.

5

Anschluss abdichten

Spalt zwischen Zargenschenkel und Wand mit Fugendichtstoff schließen. Bei Schallschutzanforderungen: akustisch wirksamen Dichtstoff verwenden, Hohlräume mineralisch verfüllen.

6

Türblatt einhängen und justieren

Spaltmaße kontrollieren (umlaufend 3 ± 1 mm), Bandeinstellung und Anschlagposition nachjustieren, Schließer und Drücker montieren.

Maßtoleranzen der Rohbauöffnung nach Wandbaustoff – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schallschutz an der Zarge: Was DIN 4109 fordert

DIN 4109 definiert Anforderungen an das bewertete Schalldämm-Maß Rw,P von Trennbauteilen. Für Türen zwischen fremden Wohnbereichen gilt ein Mindestwert von Rw,P ≥ 27 dB; für erhöhten Schallschutz werden ≥ 37 dB empfohlen.

Die Zarge ist das kritischste Schwachglied im Türsystem: Undichte Falze, fehlende Bodendichtungen und Schallleitungspfade durch Hohlräume hinter dem Zargenschenkel können das Schalldämm-Maß des Türblatts um bis zu 15 dB verringern. Ein hochwertiges Schallschutz-Türblatt ohne schallschutzgerechte Zarge verfehlt die Anforderung zuverlässig.

Schallschutzgerechter Einbau erfordert: umlaufende dreifache Dichtungsebene, mineralische oder akustisch dämpfende Hinterfüllung des Zargenhohlraums und eine raumabschließende Abdichtung am Bodenanschluss. Systemprüfung von Zarge und Blatt als Einheit ist Voraussetzung für den rechnerischen Nachweis nach DIN 4109.

Querschnitt einer Schallschutztür: Zarge mit dreifacher Dichtung, mineralischer Hohlraum-Hinterfüllung und abdichtender Bodendichtung nach DIN 4109.
Technische Daten

Technische Kennwerte Türzargeneinbau

Türblatt-Nennmaße einflügelig (DIN 18101)625 / 750 / 875 / 1000 mm
Fertigmaßtoleranz lichte Weite (VOB/C)± 2 mm
Geradheitstoleranz Zargenschenkel (VOB/C ATV DIN 18355)≤ 2 mm/m
Zargenfalztiefe Standard16 mm
Putzdickenausgleich Zargenfutter12–68 mm
Min. Durchgangsbreite barrierefrei (DIN 18040-2)≥ 900 mm
Schallschutz-Mindestanforderung Innentür (DIN 4109)Rw,P ≥ 27 dB
Max. Höhendifferenz Bodenschwelle barrierefrei (DIN 18040)≤ 2 mm

Brandschutzzargen: Zulassung, Klassen, Einbauversagen

Brandschutztürzargen sind Teil des geprüften Feuerschutzabschlusses und dürfen nicht eigenständig ausgetauscht werden. Sie besitzen eine bauaufsichtliche Zulassung (abZ oder abP des DIBt) oder eine ETA nach EN 1634-1. Klassifizierungen: EI2 30-C (ehemals T30), EI2 60-C (T60), EI2 90-C (T90) — der Buchstabe C steht für selbstschließend.

Der häufigste Einbaufehler: Zarge und Türblatt stammen aus verschiedenen Prüfkonfigurationen. Die Zulassung ist nur für die geprüfte Kombination gültig — ein Ersatz einzelner Komponenten macht den Feuerschutzabschluss ungültig, selbst wenn beide Teile für sich betrachtet zertifiziert sind.

Pflichtbestandteil jeder Brandschutztür: ein dauerhaftes Kennzeichnungsschild mit Zulassungsnummer, Hersteller und Klassifizierung. Das Fehlen oder nachträgliche Entfernen dieses Schilds ist ein Abnahmemangel und führt im Brandfall zu erheblichen haftungsrechtlichen Risiken für Planer und Ausführende.

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Zargentyp und Befestigungsverfahren wählen

Welcher Wandaufbau und welches Anforderungsprofil liegen vor?

Stahlzarge mit Maurerankern (3 Anker je Seite nach RAL-Montagenorm). Fugenbreite ≤ 15 mm, Hinterfüllung mit Mineralwolle (Baustoffklasse A1); PU-Schaum nur ergänzend, nicht allein tragend. Zargenfalz 12–14 mm; Wandstärke ≥ 115 mm sicherstellen.
Umfassungszarge oder entkoppelt verankerte Stahlzarge mit umlaufender elastischer Fuge. Zargenfalzmaß auf Türblatt-Falzdichtung abstimmen (Toleranz ± 0,5 mm nach DIN 18101). Kein Schallkurzschluss über starre Anker; Anschluss zum Putz dauerelastisch abdichten.
Einbaustahlzarge mit Gewindeanker oder Betonschraube (Ø ≥ 8 mm, Einbindetiefe ≥ 60 mm in Beton, ≥ 80 mm in KS-Vollstein). Nachträglicher Einbau: Klemmfix-Konsole, Falztiefe an Wandstärke anpassen. Keine Maureranker in KS-Hohlblockstein ohne zugelassenen Sonderanker.
Zugelassene Brandschutzzarge (EI30 oder EI90) gemäß allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder Europäischer Technischer Bewertung (ETB). Einbau ausschließlich nach herstellerspezifischem Montageplan; Einbindetiefe Anker ≥ 80 mm, keine Profilbohrungen ohne Herstellerfreigabe. Abnahme durch Sachverständigen erforderlich.
Umfassungszarge (Einstellzarge / Klemmzarge) mit Brückenankern in verdoppelten CW-Profilen (≥ 75 mm) beidseitig neben der Öffnung. Befestigung: Spenglerschrauben Ø 4,5 × 60 mm in Ständerprofil, nicht in Beplankung. Fugenbreite ≤ 5 mm, kein Kraftschluss auf Gipskartonplatte.
GKF-Zarge mit bauaufsichtlich zugelassenem Einbausatz (abZ). Feuchtraum: feuerverzinkte Stahl- oder Edelstahlzarge, Anschlüsse mit MS-Polymer-Dichtstoff (dauerelastisch, ETICS-verträglich). Mineralwollehinterfüllung (A1) umlaufend ohne Fehlstellen; Anker ausschließlich in Ständerprofil, nicht in Beplankung.

Brandschutzzarge: Prüfkonfiguration einhalten

Zarge und Türblatt müssen aus derselben bauaufsichtlichen Zulassung stammen. Kombinationen aus verschiedenen Zulassungen machen den Feuerschutzabschluss ungültig — selbst wenn beide Teile einzeln zertifiziert sind. Dies gilt auch beim Tausch nur eines Bauteils im Bestand.

Einbau erst nach feuchten Gewerken

Holzzargen erst montieren, wenn Estrich und Putz vollständig abgebunden haben und die Raumluftfeuchte dauerhaft unter 65 % liegt. Mindestens 48 Stunden Akklimatisierung vor der Montage — Verpackung dabei entfernen.

Spreizlatten bis zur vollständigen Aushärtung belassen

PU-Schaum expandiert nach dem Einbringen noch 15–20 Minuten. Spreizlatten erst nach vollständiger Aushärtung (mindestens 2 Stunden) entfernen — sonst verschiebt sich die lichte Weite um 3–8 mm dauerhaft.

Montagezeitpunkt der Zarge im Bauablauf – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Verzug bei Holzzargen: Ursachen, Grenzwerte, Abhilfe

Holzzargen (Vollholz oder MDF-basiert) reagieren auf Feuchtigkeitsschwankungen mit Quellen und Schwinden. Kritisch ist die Einbauphase: Werden Zargen in einen Rohbau eingebracht, dessen Raumluftfeuchtigkeit noch über 65 % r. F. liegt, treten Dimensionsänderungen auf, die zu dauerhaftem Verzug führen.

Nach VOB/C ATV DIN 18355 ist die Geradheitstoleranz des Zargenschenkels auf ≤ 2 mm/m begrenzt. In der Praxis zeigen zu früh eingebaute Holzzargen Abweichungen von 3–5 mm/m — das Türblatt klemmt, Spaltmaße werden ungleichmäßig, im Extremfall platzt die Oberfläche auf.

Vorbeugung: Zargen erst nach vollständiger Aushärtung aller feuchten Gewerke einbauen und mindestens 48 Stunden akklimatisieren (Verpackung entfernen). Bei kritischen Objekten oder hoher Umgebungsfeuchte ist MDF-Zargenmaterial gegenüber Vollholz deutlich dimensionsstabiler.

Querschnitt eines verzogenen Holzzargenschenkels mit Referenzachse, klemmendem Türblatt, Abweichungsmaß und Materialvergleich MDF gegen Vollholz.
Im Überblick

Zargentypen und Materialien im Überblick

Holzzargenfutter (CPL/Furnier)

Häufigster Typ im Wohnungsbau. Teleskopschenkel für Wanddicken 70–320 mm. CPL-Folie günstig und robust, Echtholzfurnier optisch hochwertig. Nicht für Dauerfeuchtbereiche geeignet.

Stahlvollzarge

Standard im Gewerbebau, in Treppenhäusern und Kellergeschossen. Einmörteln oder Einschrauben. Besonders für Brandschutz- und erhöhte Schallschutzanforderungen geeignet. Oberfläche: Pulverbeschichtung oder Feuerverzinkung.

Aluminiumzarge

Feuchtraumgeeignet (Bäder, überdachte Außenbereiche), korrosionsbeständig und dauerhaft formstabil. Thermisch entkoppelte Ausführungen für außenseitig eingesetzte Türen erhältlich. Höhere Materialkosten als Stahl.

Brandschutzzarge (EI2 30-C bis EI2 90-C)

Integraler Bestandteil des Feuerschutzabschlusses — ausschließlich in der geprüften Kombination mit dem zugelassenen Türblatt montierbar. Überwiegend Stahlausführung, teils mit Dämmkern. Pflicht: dauerhaftes Kennzeichnungsschild mit Zulassungsnummer.

Schallschutz-Zarge

Für Rw,P ≥ 37 dB (erhöhter Schallschutz nach DIN 4109). Konstruktiv: dreifache Dichtungsebene, akustisch entkoppelte Befestigung, Mineralwolle-Hinterfüllung. Systemprüfung als Einheit mit Türblatt erforderlich.

Typische Einbaufehler und ihre Folgeschäden

Der häufigste Fehler beim Einschäumen: Spreizlatten vergessen oder zu früh entfernt. PU-Schaum expandiert 15–20 Minuten nach dem Einbringen; der Druck verringert die lichte Weite um mehrere Millimeter. Das Türblatt klemmt dauerhaft, weil das lichte Maß unter das Nennmaß gesunken ist.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Dübeln zu nah an Wandkanten: Abstände unter 50 mm zum Mauerwerksrand führen zu Ausbrüchen im Untergrund, die Befestigung verliert ihre Tragfähigkeit dauerhaft. Bei Hohlkammersteinen und Porenbeton sind Spezialdübel und Herstellerangaben zwingend.

Folgeschäden reichen von klemmendem Türblatt und Rissen im Anschlussputz über dauerhaft zu große Spaltmaße (Schall- und Zugluftbrücken) bis zur vollständigen Funktionsuntüchtigkeit eines Brandschutzabschlusses — mit erheblichen haftungsrechtlichen Konsequenzen für Planer und Ausführende.

Interaktiv

Türblattgewicht – Mindestbandanzahl und Klasse nach EN 1935

Türbänder werden nach EN 1935 in Tragfähigkeitsklassen eingeteilt. Schieben Sie den Regler auf das Gewicht des einzubauenden Türblatts — Sie erhalten Mindestbandanzahl, Klassenhinweis und kritische Einbauanforderungen für die Zargenmontage.

Türblattgewicht
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Zarge einbauen

Zargenfutter (Bekleidungszarge)
Nachträglich montierbare Zarge mit verstellbaren Teleskopschenkeln. Wird nach den feuchten Gewerken eingebaut und gleicht unterschiedliche Wanddicken aus.
Vollzarge (Blockzarge)
Einteiliges U-Profil, das vor dem Verputzen in die Rohbauöffnung eingesetzt wird. Formstabiler als Zargenfutter, aber ohne Wanddickenausgleich und schwer austauschbar.
Lichte Weite
Freies Durchgangsmaß zwischen den Zargenholmen im eingebauten Zustand — maßgeblich für Nutzbarkeit und Barrierefreiheit nach DIN 18040.
Zargenfalztiefe
Tiefe des Anschlagfalzes, in den das Türblatt einschlägt. Standardmaß 16 mm; Schallschutz-Zargen haben oft 20 mm oder mehr.
Rw,P
Bewertetes Schalldämm-Maß in dB, gemessen am fertigen Bauteil unter Praxisbedingungen. Maßgebliche Größe für Schallschutzanforderungen nach DIN 4109.
abZ / abP (DIBt)
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung bzw. allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis des Deutschen Instituts für Bautechnik — Voraussetzung für Brandschutzzargen in Deutschland.
Spreizlatte
Temporäres Distanzstück, das während des Einbaus die lichte Weite der Zarge sichert, bis PU-Schaum oder Mörtel vollständig ausgehärtet ist.
EI2 30-C
Europäische Klassifizierung für Feuerschutzabschlüsse: E = Raumabschluss, I = Wärmedämmung, Zahl = Minuten Feuerwiderstand, C = selbstschließend. Entspricht der früheren deutschen Klasse T30.
Bandpositionen: 2-Band- vs. 3-Band-Montage nach Einbaurichtlinie – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Barrierefreiheit nach DIN 18040 und die Zargenplanung

DIN 18040-2 (barrierefreie Wohnungen) fordert eine lichte Durchgangsbreite von ≥ 0,90 m; für rollstuhlgerechte Ausführung gelten zusätzlich beidseitig 0,50 m Bewegungsfläche neben dem Türdrücker. Diese Anforderungen bestimmen direkt die Dimensionierung der Rohbauöffnung.

An der Zarge sind zwei Punkte kritisch: Erstens darf keine Bodenschwelle entstehen — die Norm toleriert maximal 2 mm Höhendifferenz. Bodendichtungen müssen so ausgeführt sein, dass kein Stolperrisiko besteht. Zweitens: Für ein 900-mm-Türblatt ist eine Rohbauöffnung von 1010–1025 mm erforderlich.

Häufiger Planungsfehler: zu enge Wandöffnungen werden erst spät erkannt. Nachträgliches Aufweiten erfordert Stemmarbeiten, kann statisch relevante Bauteile beeinflussen und kostet 150–400 EUR zusätzlich. Frühzeitige Abstimmung zwischen Türplanung und Rohbauausführung vermeidet diesen typischen Nachtragsposten.

Querschnitt einer barrierefreien Türzarge mit flacher Bodenschwelle, Absenkdichtung und Maßangaben für Rohbauöffnung und Türblattbreite nach DIN 18040.

Die Türzarge ist kein Zubehör — sie ist der konstruktive Abschluss der Wandöffnung. Schallschutz und Brandschutz stehen und fallen mit Qualität und Korrektheit ihres Einbaus: Falze, Hinterfüllung und Anschlüsse entscheiden, ob die Prüfkonfiguration im Bestand auch wirklich erreicht wird.

Planungshinweis für Fachbauleiter und Objektplaner

Kosten Zargeneinbau: Woraus sich der Preis zusammensetzt

Der Preis für den fachgerechten Zargeneinbau variiert stark nach Zargentyp, Befestigungsverfahren und Bauteilzustand. Holzzargenfutter im Bestand (Austausch ohne Stemmarbeiten) liegen bei 80–180 EUR/Stück inkl. Material und Montage; Vollzargen im Neubau ohne Putzarbeiten bei 60–130 EUR.

Schichtaufbau Schallschutz-Zarge vs. Standard-Zarge – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Cutaway-Detail einer eingemörtelten Stahlzarge in ausgestemmter Rohbauöffnung mit Putzanschluss und Oberflächenvarianten als Kostentreiber.

Brandschutz- und Schallschutzausführungen kosten 280–600 EUR je nach Klassifizierung und Systemanforderungen. Stahlzargen mit Einmörteln liegen bei 150–280 EUR. Hinzu kommen Stemmarbeiten bei zu engen Rohbauöffnungen (150–400 EUR) und etwaige Nacharbeiten am Putzanschluss.

Relevante Kostentreiber: Anzahl der Falze, Oberflächenausführung (CPL-Folie günstiger als Echtholzfurnier oder Pulverbeschichtung), erforderliche Systemprüfnachweise bei Brandschutz sowie Losgrößeneffekte — bei Objekten ab 10 Türen sinkt der Stückpreis durch effizientere Montageabläufe spürbar.

Preise & Kosten

Was kostet Zarge einbauen?

Preise für die fachgerechte Montage einer Türzarge in Berlin, inkl. Material, ohne Türblatt (Stand 2025):

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Holzzargenfutter Bestand (Austausch, keine Stemmarbeiten)80–180 EUR/Stück
Vollzarge Neubau (ohne Mauerwerkarbeiten)60–130 EUR/Stück
Stahlvollzarge einmörteln150–280 EUR/Stück
Aluminiumzarge Feuchtraum/Außenbereich200–450 EUR/Stück
Brandschutzzarge EI2 30-C (T30)280–500 EUR/Stück
Schallschutz-Zarge Rw,P ≥ 37 dB300–600 EUR/Stück
Rohbauöffnung aufweiten (Stemmarbeiten)150–400 EUR je nach Aufwand

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Zarge einbauen Fragen & Antworten

Einputzzarge, Blockzarge oder Steckzarge — welche Zargenart passt zu welchem Einbaufall?
Einputzzargen aus Stahlblech werden im Rohbau eingemauert und eignen sich für Neubau mit Kernputz — sie müssen exakt auf die Wandstärke bestellt werden und sind danach nicht mehr justierbar. Blockzargen stehen freistehend, werden mit Wandankern nachträglich befestigt und ermöglichen noch nach dem Einbau eine gewisse Ausrichtkorrektur. Steckzargen bestehen aus zwei Seitenteilen plus Oberteil, klemmen sich in die fertige Wandöffnung und sind die schnelle Lösung für Sanierungen mit bestehendem Putz; sie decken typisch Wandstärken von 100–240 mm ab. Entscheidend für die Auswahl: Bauphase, Wandstärkentoleranz und ob Schall- oder Brandschutzanforderungen eine eingemauerte Ausführung erzwingen.
Welches Rohbaumaß muss für eine Standard-Innentürzarge eingeplant werden?
Das Rohbaumaß ergibt sich aus dem Nennmaß des Türblatts zuzüglich Zargenfalzmaß und Montagezuschlag. Für ein Türblatt 860 × 2010 mm (Bezeichnung DN 9/21 nach DIN 18101) plant man in der Praxis ca. 1010 mm Breite × 2115 mm Höhe ein. Das lichte Durchgangsmaß eingebauter Zargen sollte Grenzabmaße von ±2 mm einhalten — Rohbauöffnungen, die mehr als 5 mm übermaßig sind, erfordern Beilagen oder Mauerwerkskorrektur. Für Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 (Wohngebäude) ist ein lichtes Durchgangsmaß von mindestens 900 mm Pflicht, was eine Zargenbestellung mit entsprechendem Falzmaß voraussetzt.
Warum darf bei Schallschutzanforderungen kein offenporiger Montageschaum verwendet werden?
Offenporiger PUR-Schaum ist luftdurchlässig und hat einen Schalldämm-Eigenwert von unter 20 dB. Bei einer Wand mit Rw = 47 dB und einem Türblatt Rw = 32 dB senkt eine schlecht abgedichtete Randfuge den Gesamtwert des Türelements messbar, weil die Fuge als Schallbrücke wirkt. DIN 4109 fordert für schallschutzkritische Anschlüsse eine raumabschließende Fugenausführung: Mineralwolle umlaufend einbringen, dann mit geschlossenzelligem Dichtschaum überdecken. Nur so bleibt der im Prüfstand ermittelte Rw-Wert des Türelements im realen Einbau annähernd erhalten.
Was muss beim Einbau von Brandschutzzargen (EI2 30-C5 / T30) zwingend beachtet werden?
Brandschutzzargen dürfen ausschließlich nach der herstellerspezifischen Übereinstimmungserklärung (ÜZ) eingebaut werden. Diese legt u. a. fest: die Mindestmauerwerksdicke rund um die Zarge, das vorgeschriebene Einputzmörtelgemisch, das maximal zulässige Bodenspaltmaß (häufig ≤ 8 mm) und die freigegebenen Türband- und Schlosssysteme. Eigenverantwortliche Vereinfachungen — etwa Klebeschaum statt Einputzmörtel oder ein nicht freigegebenes Band — heben die brandschutztechnische Klassifizierung ersatzlos auf. Im Schadensfall entsteht daraus eine erhebliche Haftungslücke für Verarbeiter und Bauherr.
Was ist der Unterschied zwischen Falzmaß und Durchgangsmaß — und warum ist das bestellrelevant?
Das Durchgangsmaß (lichtes Maß) ist der freie Querschnitt, den Personen und Gegenstände passieren. Das Falzmaß ist das Innenmaß der Zarge, in das das Türblatt einschlägt — es ist um 2× den Falzüberstand (typisch 10–12 mm je Seite) größer als das Durchgangsmaß. Ein häufiger Bestellfehler: Falzmaß und Rohbaumaß werden verwechselt, die Zarge passt weder in die Wandöffnung noch gibt sie das gewünschte lichte Maß frei. Bei Barrierefreiheitsplanung immer vom geforderten Durchgangsmaß rückwärts auf Falzmaß und Rohbaumaß hochrechnen — nicht umgekehrt.
Wie wird eine verzogene oder schiefe Zarge nachträglich korrigiert?
Bei eingemauerten Zargen ist eine nachträgliche Korrektur kaum möglich, da der Mörtel Formschluss hergestellt hat. Bei gedübelten Zargen lässt sich der Rahmen durch Distanzscheiben an den Befestigungspunkten begrenzt nachstellen — sinnvoll bis ca. 2–3 mm. Bei Steckzargen ist die Justage über die Klemmbügel noch möglich, solange der Wandputz nicht geschlossen ist. Prävention ist entscheidend: Vor der endgültigen Fixierung Lot und Wasserwaage an allen vier Zargenecken prüfen, Diagonalmaße messen (Differenz < 2 mm) und Falzluft mit Türblatt-Dummy oder Lehre kontrollieren.
Welche Zarge ist für Feuchträume geeignet und was gilt beim Nasszelleneinbau?
Unbeschichtete Holzzargen sind in Feuchträumen ungeeignet — Quellen und Schimmel im Fußbereich sind typische Folgeschäden nach wenigen Jahren. Geeignet sind Stahlzargen mit hochwertiger Pulverbeschichtung, Aluminiumzargen oder Holzzargen aus vollständig melaminierter MDF-Platte. In allen Fällen: Fußspalt zum Nassestrich von mindestens 10 mm einhalten, um Kapillarwasseraufnahme zu verhindern. Der Anschluss zwischen Zarge und Fliese muss mit dauerhaft elastischer Fugenmasse (Silikon) ausgeführt werden — kein Fugenmörtel, der bei Bewegung reißt und Wasser hinterlaufen lässt.
Welche Montagefehler führen zu späterem Schlagen oder Klemmen der Tür?
Der häufigste Fehler ist Verzug durch einseitige Befestigung: Wird nur der Bandseitenholm verschraubt und der Schlossseitenholm nicht rückverspannt, verbiegt sich die Zarge unter dem Gewicht des Türblatts. Zweiter klassischer Fehler: zu geringe Falzluft (< 2 mm umlaufend) — bei Quellung oder Temperaturdehnung klemmt das Blatt bereits im ersten Winter. Dritter Fehler: Bänder nach Stückzahl statt nach Türblattgewicht dimensioniert; DIN EN 1935 klassifiziert Bänder nach Tragfähigkeit (Klassen 7–14 nach Gewicht in kg). Faustregel: Falzluft umlaufend 2–3 mm einstellen, Diagonalmaße prüfen, Bandklasse vor Bestellung anhand Türblattgewicht wählen.
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Zarge einbauen Referenzen & Beispiele

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Fachliche Grundlagen: DIN 18111 (Zargen für Innentüren), DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) sowie herstellerspezifische Übereinstimmungserklärungen für klassifizierte Brandschutzelemente.

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