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Video: Renovierungszargevon Neuwest Bauleitern empfohlen
Fachbetrieb Berlin

Renovierungszarge einbauen lassen – Fachbetrieb Berlin

Eine Renovierungszarge wird über den vorhandenen Türrahmen geschoben und verschraubt – ohne Stemmarbeiten oder Neuverputz. Voraussetzung ist eine substanziell intakte Bestandszarge sowie eine Wandöffnung, die die Maßtoleranzen nach DIN 18202 einhält.

Entscheidend für das Ergebnis sind präzises Aufmaß, die richtige Zargentype (Umfassungszarge, Blockzarge oder aufgesteckte Renovierungszarge) sowie ein fachgerecht verarbeitetes Montageset. Planung, Lieferung und Einbau aus einer Hand.

Leistungsumfang

Was umfasst Renovierungszarge einbauen?

  • Aufmaß der Bestandszarge und Laibungsbreite, Prüfung auf Rechtwinkligkeit und Ebenheit nach DIN 18202
  • Demontage alter Türbekleidung und Vorbereitung der Anschlussflächen
  • Lieferung und Anpassung der Renovierungszarge auf Maß (Stahl, Holz oder Aluminium)
  • Einbau mit Justierbolzen, formschlüssige Verklebung und/oder Verschraubung ins Bestandsmauerwerk
  • Hinterfüllung der Hohlräume, Abdichtung der Anschlüsse, Schlosssitz-Kontrolle und Türblatt-Justage
  • Abschlusskontrolle: Spaltmaße, Gangbarkeit und ggf. Schallschutz-Protokoll

Alle Arbeiten erfolgen nach den anerkannten Regeln der Technik. Bei schallschutzrelevanten Wohnungstrennwänden oder Brandschutzanforderungen wird die Zargentype vorab mit dem zuständigen Planer abgestimmt.

70 – 200 mmSpreizbereich Teleskopzarge (überbrückbare Wandstärke)
bis 10 dBRw-Verlust bei ungedichteter Zargenfuge
48 hAkklimatisierungszeit Holzzarge vor Einbau
≤ 12 %Max. Holzfeuchte beim Einbau (DIN EN 942)
Renovierungszarge vs. Blockzarge: Wandquerschnitt im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Renovierungs-, Umfassungs- oder Bekleidungszarge: Systeme, Unterschiede, Verwechslungsfallen

Renovierungszargen (auch Überfalzzargen) werden direkt über die vorhandene Altblende gesetzt — kein Putz entfernen, kein Mauerwerk freilegen. Die Umfassungszarge greift dagegen mit ihren Schenkeln um das Mauerwerk und deckt beide Wandseiten ab; sie erfordert freigelegte Laibung und ist bei erheblichen Laibungsschäden die technisch richtige Wahl.

Die Bekleidungszarge ist eine häufig verwechselte dritte Kategorie: Sie ist kein tragendes Rahmenteil, sondern ein reines Verkleidungselement, das gegen eine bereits vorhandene Stahlzarge verschraubt wird. Wer eine Bekleidungszarge ohne Stahlbasisrahmen als eigenständige Montagelösung einsetzt, erhält keine normkonforme Türeinspannung — mit Folgen für Funktion, Schallschutz und Haftung.

Cutaway-Detail: Bekleidungszarge als Verkleidungsprofil wird auf einen vorhandenen, in der Wand verankerten Stahlzargen-Basisrahmen verschraubt.
Im Vergleich

Zarge-Systeme im Vergleich

MerkmalRenovierungszargeUmfassungszargeBekleidungszarge
Altblende entfernen nötigNeinJaNein
Putz / Mauerwerk freilegenNeinJaNein
Eigenständig tragendJaJaNein (Stahlrahmen Pflicht)
WandstärkenausgleichTeleskop 70 – 200 mmFest oder verstellbarNur am Stahlrahmen
Brandschutz T30 / EI2 30Nur mit SystemzertifikatJa (systemgeprüft)Ja (am Stahlrahmen)
Lichtes Maß Reduktion2× 10 – 20 mmKeine2× 10 – 20 mm
MontageaufwandGeringMittel bis hochGering

Teleskopzarge im Altbau: Spreizgrenzen und Messpunkte bei unregelmäßiger Laibung

Teleskopzargen überbrücken Wandstärken typischerweise von 70 bis 200 mm, je nach Hersteller in Schritten von 5–10 mm einstellbar. Kritisch im Altbau: Historische Laibungen weichen auf Höhe häufig um 5–15 mm voneinander ab. Die Messpunkte müssen deshalb mindestens an drei Stellen erfasst werden — Sturzbereich, Schlosshöhe (ca. 1.050 mm über Fertigfußboden) und Bodennähe (ca. 150 mm).

Wird nur oben gemessen und die Laibung ist unten breiter, sitzt der Spreizrahmen einseitig unter Druckspannung — Folge: bleibende Verformung oder Ausbeulung des Zargenholms über Monate. Liegt die Laibungstiefe an verschiedenen Messpunkten außerhalb des Spreizbereichs des gewählten Produkts, muss eine maßgefertigte Zarge oder eine Umfassungslösung mit ausgleichenden Bekleidungsschenkeln gewählt werden.

Interaktiv

Kostenkalkulator: Renovierungszarge einbauen lassen

Richtwert je Tür inkl. Material und Montage, Basisausführung Folie / Wanddickengruppe 70–120 mm. Aufschläge je Stk.: CPL-Oberfläche ca. +20–35 EUR, Echtholzfurnier ca. +60–100 EUR; Wanddickengruppe 120–180 mm ca. +15 EUR, 180–240 mm ca. +25–40 EUR. Brandschutzausführung (T30/abP-Zulassung), Rückbau Bestandszarge und erforderliche Putzanschlussarbeiten sind separat zu kalkulieren.

Renovierungszargen (Folie, 70–120 mm Wanddicke)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Ablauf: Renovierungszarge fachgerecht einbauen

1

Bestandsaufnahme

Lichte Maße an mindestens 3 Höhenpunkten messen; Altblende auf Hohlräume und Tragfähigkeit prüfen (Klopftest, Dübel-Zugversuch); Bodenanschluss-Situation und eventuelle Niveauunterschiede klären.

2

Altblende vorbereiten

Hohlräume hinter der Altblende vollständig ausschäumen oder kraftschlüssig dübeln; Haftflächen entstauben und bei Bedarf mit Haftgrund vorstreichen.

3

Zargenholm setzen

Bandseite zuerst montieren; Zargenwinkel mit Wasserwaage auf Lot und Flucht justieren; schlossseitig Eingriffstiefen-Maß für Schlossfalle und Riegel prüfen.

4

Spreizrahmen einstellen

Teleskopschenkel auf gemessene Wandstärke ziehen; Klemm- und Schraubpunkte ausschließlich laut Herstellermontageanleitung setzen — Abweichungen können die Systemgewährleistung ausschließen.

5

PU-Schaum einbringen (Zweilagen-Verfahren)

Erste Lage: 30–40 % des Hohlraums füllen; 15–20 Minuten Teilaushärtung abwarten; zweite Lage einbringen. Druckgeregelter Pistolenschaum (max. 1 bar Fülldruck) reduziert Ausbeulungsrisiko gegenüber Dosenschaum.

6

Schließkantenjustage

Türblatt einhängen; Spaltmaß Bandseite 2–4 mm, Schlosseite 2–3 mm nach DIN 18100 kontrollieren; bei Schallschutztüren umlaufendes Dichtungsprofil auf satte Anlage prüfen.

7

Abschluss und Fugen

Überschüssigen Schaum bündig und ohne Hohlstellen abschneiden; Deckleisten aufklipsen oder verkleben; Anschlussfugen zur Wand mit Acryl-Dichtstoff schließen — kein Silikon, da nicht übermalbar.

Teleskop-Mechanismus: Stufenlose Wanddickenanpassung (95–175 mm) – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Toleranzen nach VOB/C ATV DIN 18355: Was die Abnahme wirklich fordert

Die VOB/C ATV DIN 18355 (Tischlerarbeiten) bildet den vertraglichen Rahmen für den Zargeneinbau; für Ebenheits- und Lageabweichungen fertiger Zargenoberflächen verweist sie auf DIN 18202 (Maßtoleranzen im Hochbau). Praxisrelevant für die Abnahme sind vor allem die Spaltmaße nach DIN 18100: Bandseite 2–4 mm, Schlosseite 2–3 mm, Bodenspalt 8 mm. Abweichungen bis ±1 mm (Bandspalt) bzw. ±1,5 mm (Schlossspalt) gelten noch als vertragskonform — was darüber liegt, ist vor Abnahme nachzuarbeiten.

Häufig streitig bei der Abnahme ist der Bodenspalt. Bei nachträglichem Fußbodenaufbau — Fußbodenheizung, Belagserhöhung durch andere Gewerke — kann das Aufmaß bei Zargenbestellung und der tatsächliche Bodenspalt nach Fertigstellung erheblich voneinander abweichen. Nach VOB ist der Auftragnehmer nur für die Maße verantwortlich, die zum Zeitpunkt von Bestellung und Montage nachweislich bestanden.

Querschnitt einer Zarge am Boden: ursprünglicher Bodenspalt bei Zargenbestellung gegenüber kleinerem Restspalt nach nachträglichem Fußbodenaufbau mit Heizung.

Überputztes Bandlager — verdeckte Maßfalle

Ist das Bandlager der Altblende durch nachträgliche Putzschichten eingemauert, passt der Standard-Bandabstand der neuen Renovierungszarge nicht mehr. Die Zarge muss dann mit versetzten Bandbohrungen bestellt oder ein Bandlager-Adapter eingesetzt werden. Bei Brandschutztüren erlischt die Systemzulassung durch nachträgliches Aufbohren des Stahlrahmens.

Leichtmauerwerk: falsche Dübel sind Montagerisiko

Bei Porenbeton-Laibungen und historischen Ziegelwänden unter 10 N/mm² Druckfestigkeit keine Standard-Kunststoffdübel verwenden. Richtig sind Spezialdübel für Leichtmauerwerk (Injektionsmörtel oder Schraubanker für Porenbeton) oder die direkte kraftschlüssige Verschraubung in die Altblende.

Niveauunterschied: Bodendichtung statt Übergangsschiene

Überquert die Tür einen Niveauunterschied von ±5 mm oder mehr (z. B. Flur zu Bad), ist eine umlaufende Absenkdichtung statt einer starren Übergangsschiene zu wählen — sonst werden Rückstauwasser und Zugluft über den Bodenspalt übertragen.

Montageschaum und Zargenausbauchung: Expansionsdruck, Ursachen und Abhilfe

Einkomponentiger PU-Schaum expandiert beim Aushärten um 100–200 % seines Nassvolumens — der genaue Wert hängt von Temperatur, Luftfeuchte und Produkt ab. Wird er in einem Zug vollständig eingebracht, baut sich Seitendruck auf, der Zargenholme mit bis zu 5 mm nach innen ausbeult. Das lichte Maß unterschreitet dann die normgemäßen Spaltmaße, das Türblatt schleift oder schließt nicht mehr dicht.

Richtig ist das Zweilagen-Verfahren: erste Lage zu 30–40 % des Hohlraums einbringen, 15–20 Minuten teilaushärten lassen, dann zweite Lage. Druckgeregelter Pistolenschaum (Pistolenware, max. 1 bar Fülldruck) erzeugt weniger Expansionsdruck als handelsüblicher Dosenschaum. Bei besonders schlanken Zargenholmen unter 12 mm Wandstärke empfiehlt sich Fensterschaum mit reduzierter Expansion oder Mineralschaum-Kleber als Alternative.

Lösungs-Finder

Zargentyp-Finder: Welche Lösung passt zur Bestandssituation?

Wie ist die vorhandene Türzarge beschaffen?

Renovierungszarge (Anbau-Stahlzarge, 3-teilig) als Überbauung: wird auf die Bestandszarge aufgesteckt — keine Stemmarbeiten, kein Putzanschluss erforderlich. Wanddicken 70–240 mm durch entsprechende Schenkellänge abdeckbar. Bei Schallschutzanforderung ≥ 37 dB Rw auf doppelt-umlaufende Dichtung und Absenkdichtung (Bodendichtung) achten. T30-Ausführungen nur mit Renovierungszargen mit allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfung (abP) — Maßkonformität mit Hersteller-Zulassungstabelle zwingend prüfen.
Umfassungszarge als optische Bekleidung: Schenkellänge auf Wanddicke ± 5 mm abstimmen, Falzbreite beachten. Die Stahlzarge verbleibt als tragendes Element; die Umfassungszarge übernimmt Dichtebene und Oberflächenbild. Schallschutz durch nicht vollflächig gedichtete Fuge Stahl/Umfassung systemisch limitiert — Fuge umlaufend mit Polyurethan-Dichtstoff (Druckklasse S nach DIN EN 15651) schließen. Kein Rückbau erforderlich.
Vollrückbau empfohlen: Stemmarbeiten unvermeidbar. Nach Ausbau Laibungsmaß aufnehmen; Neueinbau einer Blockzarge (Stahlblech 1,5–2 mm oder Holzwerkstoff-Blockzarge nach DIN 18101). Renovierungszargen hier konstruktiv nicht regelwerkskonform — sie setzen eine fertig bekleidete, planebene Laibung voraus. Bei Brandschutzerfordernis (T30/T90) neue Blockzarge mit gültiger abZ/abP wählen.
Blockzarge (Neueinbau) direkt in die Rohbauöffnung nach DIN 18100: Maßtoleranz Rohbauöffnung ± 10 mm. Holzblockzarge für Trockenbau und leichte Massivwände; Stahlblockzarge für Mauerwerk mit Mörtelgruppe II/IIa. Renovierungszargen sind hier konstruktiv nicht vorgesehen — sie setzen eine fertige, vollflächig bekleidete Laibung als Untergrund voraus.
Technische Daten

Technische Kennwerte: Renovierungszarge

Spreizbereich Teleskopzarge70 – 200 mm Wandstärke
Standard-Baulichte Breite (DIN 18100)610 / 735 / 860 / 985 / 1.085 mm
Standard-Baulichte Höhe (DIN 18100)1.985 / 2.110 / 2.235 mm
Spaltmaß Bandseite (DIN 18100)2 – 4 mm
Spaltmaß Schlosseite (DIN 18100)2 – 3 mm
Bodenspalt Normwert (DIN 18100)8 mm (± 3 mm vertragskonform)
Max. Holzfeuchte beim Einbau (DIN EN 942)≤ 12 %
PU-Schaum Expansionsvolumen100 – 200 % des Nassvolumens
Akklimatisierungszeit vor Einbaumin. 48 h im Einbaubereich
Drei Befestigungsvarianten: Krafteinleitung und Eignung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Renovierungszarge an Brandschutztüren: Systemzertifikat versus Einzeltausch-Falle

Brand- und Rauchschutztüren (T30/T90 nach ehemaliger DIN 4102, heute klassifiziert nach EN 13501-2 als EI2 30/60/90) benötigen als Gesamtsystem eine bauaufsichtliche Zulassung — heute üblicherweise als allgemeine Bauartgenehmigung (aBG). Diese Zulassung gilt ausschließlich für die geprüfte Kombination aus Türblatt, Zarge, Dichtungssystem und Bandung des jeweiligen Herstellers.

Eine bauseits beschaffte Renovierungszarge eines anderen Herstellers — auch bei scheinbarer Baugleichheit — erlischt die Systemzulassung des Türblatts. In Bestandsgebäuden mit Brandschutzkonzept ist ein solcher Einzeltausch ohne Systemzertifikat bauordnungsrechtlich eine nicht genehmigte Änderung der zugelassenen Konstruktion. Vor dem Austausch muss geprüft werden, ob der Türblatthersteller eine passende Renovierungszarge als Systemkomponente anbietet; andernfalls ist die Abstimmung mit einem Brandschutzgutachter oder der unteren Bauaufsichtsbehörde erforderlich.

Querschnitt-Vergleich einer Brandschutztür: passende System-Renovierungszarge des Türherstellers gegenüber Fremdzarge, bei der die Zulassung erlischt.

Renovierungszarge: Stärken und Grenzen

Vorteile

  • Kein Putzrückbau, kein Wandöffnen — Montage in 2–4 Stunden pro Tür möglich
  • Keine Beschädigung vorhandener Fußböden oder Wandanstriche außerhalb der Laibung
  • Geringer Staubanfall — geeignet für bewohnte Bestände, Pflegeeinrichtungen, Kliniken
  • Kompatibel mit nahezu allen gängigen Türblatt-Baulichten nach DIN 18100
  • Einsparung von Nebengewerken (Maler, Trockenbauer) gegenüber Vollrenovierung

Nachteile / Grenzen

  • Lichtes Maß reduziert sich beidseitig um je 10–20 mm (Zargenholmstärke)
  • Ohne Systemzertifikat des Türblattherstellers nicht für Brandschutztüren geeignet
  • Altblende muss tragfähig und vollflächig anliegend sein — Hohlräume erhöhen Vorbereitungsaufwand
  • Bei Laibungsmaßdifferenz über 15 mm zwischen Sturz- und Bodenzone: Systemwechsel erforderlich
  • Schallschutz stark montageabhängig — Einbaufehler sind nachträglich kaum korrigierbar

Schallschutz-Verluste durch die Zarge: Wo bis zu 10 dB Rw verschwinden

Das bewertete Schalldämm-Maß Rw einer Tür ist immer ein Systemwert: Er gilt für das geprüfte Gesamtbauteil aus Blatt, Zarge, Dichtung und Einbausituation — nicht für das Türblatt allein. Bei Renovierungszargen entstehen konstruktionsbedingt Nebenwegübertragungen an der Übergangszone zwischen Altblende und neuem Zargenholm. Feldmessungen zeigen Einbußen von 4–10 dB Rw gegenüber dem Laborkennwert des Türblatts, wenn keine umlaufende Kompriband-Abdichtung oder akustisch wirksamer Schaum hinter dem Zargenfalz eingebracht wird.

Der schallschutzkritischste Punkt ist häufig der Bodenanschluss: Zwischen Zargenholm-Unterkante und Rohboden verbleiben bei Renovierungszargen oft Hohlräume, die als direkte Schallbrücke wirken. Bei Schallschutztüren ab Rw 37 dB ist eine bodenseitige Absenkdichtung (Fallendichtung) in der Regel Pflichtbestandteil des Systems; die Zarge muss dafür entsprechende Führungskanäle aufweisen — nicht jede Renovierungszarge ist mit allen Absenkdichtungssystemen kompatibel.

Interaktiv

Schalldämm-Rechner: Rw der Tür-Trennkonstruktion

Stellen Sie das bewertete Schalldämm-Maß Rw des geplanten Türblatts ein. Der konstruktive Rw der Gesamtkonstruktion liegt systemisch unter dem Blattwert — die Zarge mit ihren Dichtungsebenen ist typischerweise die schalltechnisch schwächste Stelle der Einheit.

Türblatt Rw
Preise & Kosten

Was kostet Renovierungszarge einbauen?

Preisrahmen Berlin, Endkunde, inkl. Material und Montage (netto, Einzeltür, Standardmaß nach DIN 18100). Sondermaße und historische Laibungen mit erhöhtem Aufwand werden als Aufschlag ausgewiesen.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Einfache CPL-Renovierungszarge, Standardmaß180 – 320 EUR/Stück
Teleskopzarge, Spreizbereich bis 200 mm Wandstärke250 – 450 EUR/Stück
Zarge mit Schallschutz-Dichtungssystem (Rw-optimiert)350 – 600 EUR/Stück
Zarge für Brandschutztür T30, inkl. Systemzertifikat480 – 950 EUR/Stück
Demontage und Entsorgung Altblende40 – 80 EUR/Stück
Aufpreis Sondermaße außerhalb DIN 18100+ 20 – 35 %
Aufpreis Echtholzfurnier gegenüber CPL+ 30 – 60 EUR/Stück
Mehraufwand historische Laibung (Maßdifferenz > 10 mm)+ 50 – 120 EUR/Stück

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

DIN 18101 Maßkette: Rohbauöffnung bis Nennmaß – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

CPL, Folie oder Furnier: Welche Zargenoberfläche wo dauerhaft hält

CPL (Continuous Pressure Laminate) ist druckimprägniertes Trägerpapier mit Melaminharz-Oberfläche — kratzfest, feuchtigkeitsbeständig (Dauerbetrieb bis ca. 70 % rel. Luftfeuchte), reinigungsfreundlich und nicht nachschleifbar. Folienzargen (PVC- oder PP-Folie) sind die günstigste Variante, neigen aber bei anhaltender UV-Exposition oder dauerhafter Dampfeinwirkung (Duschnähe, Außentüren unter Überdachung) zum Ablösen — besonders an Kanten und Gehrungsstößen.

Echtholzfurnier (nach DIN EN 942) ermöglicht späteres Schleifen und Umlackieren und ist bei repräsentativen Innenräumen die hochwertigste Wahl. Kritisch: Bei Fußbodenheizung mit Vorlauftemperaturen über 35 °C oder Wandheizflächen in direkter Zargennähe sind Trockenrissbildungen entlang der Längsfugen wahrscheinlich. In Feuchträumen (Bad, WC) ist Furnier nur mit vollständiger umlaufender Versiegelung dauerhaft einsetzbar — CPL ist dort die fachlich robustere Lösung.

Querschnitt einer Türzarge mit Furnier-, CPL- und Versiegelungszonen, Fußbodenheizung mit Trockenriss und Feuchtraum-Kante.

Bei Renovierungszargen an Brandschutztüren, Schallschutztüren über Rw 37 dB und historischen Laibungen mit mehr als 15 mm Maßdifferenz zwischen Sturzzone und Bodenanschluss ist eine Einzelfallprüfung vor der Bestellung unumgänglich — das richtige Zargenprodukt lässt sich in diesen Fällen nicht pauschal aus dem Katalog wählen.

Fachhinweis aus der Türmontage-Praxis

Akklimatisierungspflicht: 48 Stunden Lagerung und die Holzfeuchte-Falle beim Neubau

Holzzargen müssen mindestens 48 Stunden im Einbaubereich oder unter vergleichbaren raumklimatischen Bedingungen akklimatisieren, bevor sie montiert werden. DIN EN 942 gibt für Holz in Tischlerarbeiten eine Zielholzfeuchte von ca. 9 % (± 3 %, je nach Klimazone und Nutzungsklasse) vor; zum Einbauzeitpunkt sollte die mit einem Widerstandsmessgerät ermittelte Holzfeuchte ≤ 12 % betragen. Liegt sie darüber, ist der Einbau zurückzustellen.

Montageschritte Renovierungszarge: Schritt für Schritt – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Cutaway-Illustration: liegende Zargenlagerung zur Akklimatisierung im feuchten Neubauraum mit Hygrometer und Querschnitt-Detail von Längsfugenriss und Bandstauchung.

Im Neubau ist diese Anforderung besonders kritisch: Frisch verputzte oder gestrichene Räume weisen rel. Luftfeuchten von 70–85 % auf. Zargen, die ohne ausreichende Akklimatisierung montiert werden, quellen auf; nach Austrocknung des Gebäudes entstehen Risse entlang der Längsfugen und Bandstauchungen, die nicht reversibel sind. Bei Serienbaustellen im Wohnungsbau empfiehlt sich ein schriftliches Akklimatisierungsprotokoll als Teil der Montagedokumentation.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Renovierungszarge einbauen

Renovierungszarge (Überfalzzarge)
Zarge zur Montage direkt über die vorhandene Altblende ohne Putzrückbau; überfalzt die Altblende und erfordert kein Freilegen des Mauerwerks.
Teleskopzarge
Renovierungszarge mit stufenlos oder gestuft verstellbaren Schenkeln, die Wandstärken von ca. 70 bis 200 mm überbrückt.
Lichtes Maß (LM)
Nutzbare Öffnungsbreite und -höhe nach vollständigem Einbau von Zarge und Türblatt; Planungsgrundlage nach DIN 18100.
Rw — Bewertetes Schalldämm-Maß
Einzahlkennwert der Luftschalldämmung in dB; gilt als Systemwert für das geprüfte Gesamtbauteil aus Blatt, Zarge und Dichtung — nicht nur das Türblatt allein.
aBG — Allgemeine Bauartgenehmigung
Bauaufsichtliche Zulassung für Bauprodukte ohne harmonisierte Norm; bei Brandschutztüren ausschließlich gültig für die geprüfte Hersteller-Systemkombination.
CPL — Continuous Pressure Laminate
Melaminharz-Schichtstoffoberfläche auf druckimprägniertem Trägerpapier; kratz- und feuchtigkeitsresistente Standardoberfläche für Zargen im Innenbereich.
Kompriband
Vorkomprimiertes, selbstquellendes Dichtband aus imprägniertem PU-Schaum; wird hinter dem Zargenfalz eingebracht und verbessert Luftdichtheit und Schalldämmung der Zargenfuge.
ATV DIN 18355
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Tischlerarbeiten (VOB/C); regelt Ausführungsanforderungen, Toleranzen (in Verbindung mit DIN 18202) und Abrechnungsgrundlagen für eingebaute Zargen.

Renovierungszarge einbauen Fragen & Antworten

Was unterscheidet eine Renovierungszarge technisch von einer Neubauzarge?
Eine Renovierungszarge ummantelt die Bestandszarge, statt sie zu ersetzen: Die Schenkel greifen über den alten Rahmen und die Wandbekleidung; das Türblatt wird fortan in der neuen Zarge geführt. Der entscheidende Vorteil ist der Entfall von Stemmarbeiten und Neuverputz. Der weniger bekannte Nachteil: Das lichte Durchgangsmaß reduziert sich um typischerweise 2 × 9–14 mm (Zargenprofildicke). Bei knappen Flurbreiten oder barrierefreien Anforderungen nach DIN 18040-2 (lichtes Maß ≥ 900 mm) kann das zum Ausschlusskriterium werden.
In welchen Fällen ist eine Renovierungszarge technisch nicht zulässig oder nicht möglich?
Drei harte Ausschlusskriterien: (1) Die Bestandszarge ist korrodiert, verfault oder stark verzogen – sie liefert keine tragfähige Basis. (2) Die Laibungstiefe reicht nicht für Bestands- plus Renovierungsprofil; Standard-Renovierungszargen decken Mauerbreiten von ca. 100–240 mm ab, darüber hinaus sind Sonderprofile nötig. (3) Brandschutz- oder Rauchschutztüren (T30/T60/T90, RS): Hier ist ausschließlich die vom Hersteller systembauartgenehmigte Zarge zulässig – eine Renovierungszarge hebt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) auf und ist baurechtlich unzulässig.
Welche Maßtoleranzen muss die Wandöffnung vor dem Einbau einhalten?
Maßgeblich ist DIN 18202 'Toleranzen im Hochbau'. Für Wandöffnungen gilt Tabelle 3: Zulässige Abweichung vom Nennmaß bis 1 m Öffnungsbreite beträgt ±10 mm, bis 3 m ±12 mm. Winkelabweichungen dürfen 2 mm/m nicht überschreiten. Praxisrelevant: Ein Sturz mit mehr als 4 mm Durchbiegung je Meter (Grenzwert nach Tabelle 3) muss vor dem Einbau ertüchtigt werden – die Renovierungszarge folgt dem Verzug und klemmt spätestens bei Temperaturschwankungen. Diesen Messpunkt übersehen Handwerker häufig, weil er am fertigen Türblatt erst nach Wochen sichtbar wird.
Stahl, Holz oder Aluminium – welches Zargenmaterial ist für welchen Anwendungsfall richtig?
Stahlzargen nach DIN 18100 sind die robusteste Wahl: Einbruchhemmung bis RC 2/RC 3 systemintegriert möglich, kein Kantenschutzprofil nötig, hohe Feuchtebeständigkeit. Nachteil: ungedämmte Stahlzargen sind Wärmebrücken. Holzumfassungszargen eignen sich für Innentüren mit normaler Feuchtebelastung und lassen sich gut mit Schallschutz-Dichtungssets kombinieren. Aluminiumzargen kommen im Feucht- und Objektbereich zum Einsatz (Bäder, Keller, Treppenhäuser); korrosionsbeständig, eloxiert oder pulverbeschichtet. Für Wohnungseingangstüren mit Schallschutzanforderung Rw ≥ 37 dB nach DIN 4109-1 sind abgedichtete Stahl-Falzzargen mit Runddichtung Holzzargen klar überlegen.
Welche Schallschutzwerte erreicht eine Renovierungszarge und wo liegen die typischen Schwachstellen?
Nach DIN 4109-1:2018 sind für Wohnungseingangstüren Rw ≥ 37 dB gefordert. Das Türblatt allein bestimmt den Rw-Wert nicht: Die Zarge ist Flankenweg und Nebenwegübertragungsquelle. Ein Türblatt mit Rw = 42 dB verliert 4–8 dB, wenn die Zargenfuge zur Leibung undicht ist oder die umlaufende Anschlagdichtung fehlt. Besonders kritisch bei Renovierungszargen: Der Hohlraum zwischen alter und neuer Zarge wirkt als akustischer Resonator und drückt den resultierenden Rw um 3–5 dB – wenn er nicht vollständig mit PU-Schaum verfüllt wird. Schallschutzklassen SSK 2 (Rw 37 dB) und SSK 3 (Rw 42 dB) sind nur mit vollgedämmter Zargenrückseite und dreiseitiger Dichtungsgarnitur erreichbar.
Wie wird eine Renovierungszarge einbruchhemmend nach DIN EN 1627 ausgeführt?
Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 wird als Systemzertifikat vergeben – Türblatt, Zarge und Beschlag müssen gemeinsam geprüft sein. Für RC 2 gibt es zertifizierte Stahl-Renovierungszargen mit verstärktem Eckband-Aufnahmebereich und Gegenschließblechen. Kritischer Punkt: Die Verschraubung ins Mauerwerk muss in den im Prüfzeugnis definierten Positionen und mit den vorgeschriebenen Dübeln erfolgen – Abweichungen heben die RC-Klassifizierung formal auf. Bei Massivwänden (Beton, Kalksandstein) ist das in der Regel problemlos; bei Gipskarton-Ständerwänden ist RC 2 für Renovierungszargen konstruktionsbedingt nicht darstellbar.
Was sind die häufigsten Montagefehler bei Renovierungszargen?
Vier klassische Fehler aus der Praxis: (1) Kein Sturz-Aufmaß: Der Sturz hängt durch, die Zarge folgt dem Verzug – die Tür schleift nach wenigen Monaten. Abhilfe: 2-m-Richtlatte anlegen und Abweichung messen vor Bestellung. (2) Dübel zu randnah: Hersteller und Normen schreiben Mindestrandabstände vor (oft ≥ 50 mm); zu nah gesetzt, splittet Kalksandstein beim Anzug. (3) PU-Schaum vor Endausrichten: Schaum muss nach dem endgültigen Ausrichten eingebracht werden, da der Expansionsdruck die Zarge aus dem Lot drückt. (4) Spaltmaße nicht kontrolliert: Das Norm-Spaltmaß zwischen Türblatt und Zargenfalz beträgt umlaufend 3 mm; Abweichungen über 5 mm sind ein Indikator für Einbaufehler oder Materialverzug und sollten vor der Abnahme korrigiert werden.
Was kostet eine Renovierungszarge einbauen lassen in Berlin – und welche Faktoren beeinflussen den Preis?
Für eine Standard-Renovierungszarge aus Stahl, einflügelig, Normmaß bis 860 × 1985 mm, liegt der Komplettpreis in Berlin bei 350–650 € inkl. Material und Einbau. Wesentliche Preistreiber: Sondermaße (Breite > 1,01 m oder Höhe > 2,135 m) +80–200 € Sonderanfertigung; RC-2-System (Zarge + Beschlag als Prüfset) +200–400 €; Schallschutzausführung SSK 2/SSK 3 mit Dichtungsgarnitur +100–180 €; schlechter Bestandszargen-Zustand mit aufwändiger Demontage und Untergrundvorbereitung +1–3 Stunden Mehraufwand. Nicht im Einheitspreis enthalten: Lackierung, Türblatt-Austausch und Malerarbeiten an der Leibung.
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