Bauunternehmen für sicheres Bauen
Fassade streichen lassen
  • Kurzfristiger Baubeginn
  • Festpreise
  • Kostenlose Besichtigung durch Bau-Experten
  • Hohe Qualität in der Ausführung
  • Transparente Abrechnung
Kostenloses Angebot erhalten
Ø Angebot innerhalb von einer Woche
Sanierung
Ausbau
Neubau
Wärmedämmung
Abriss
Baugutachten
Sonstiges

Ort des Bauvorhabens

Details zum Bauvorhaben

Dateien hierher ziehen oder klicken – bis zu 50 Dateien

Objekttyp

Einfamilienh.
Mehrfamilienh.
Wohnung
Doppelhaus
Reihenhaus
Dachgeschoss
Bungalow
Gewerbe
Video: Fassadevon Neuwest Bauleitern empfohlen
Malerarbeiten Außenfassade

Fassade streichen lassen – Fachbetrieb Berlin

Der Anstrich einer Fassade ist kein rein optischer Eingriff: Er schützt den Untergrund vor Feuchteeintrag, UV-Abbau und biologischem Bewuchs. Entscheidend ist der systemkonforme Schichtaufbau aus Grundierung, Zwischen- und Deckanstrich – abgestimmt auf Untergrundtyp, Altbeschichtung und klimatische Exposition.

In Berlin spielen Nordseitenlage, urbane Feinstaubbelastung und häufige Taupunktschwankungen eine größere Rolle als in trockenen Klimaregionen. Die Wahl der richtigen Fassadenfarbe (Dispersionsfarbe, Silikonharzfarbe oder Silikatfarbe) erfordert daher eine Untergrundanalyse vor der Materialwahl – nicht umgekehrt.

Leistungsumfang

Was umfasst das Fassade streichen?

  • Untergrundprüfung: Bauteilfeuchtemessung (CM-Methode), Haftfestigkeitsprüfung nach EN ISO 4624, Altanstrichanalyse
  • Untergrundvorbereitung: Reinigung, Entfernung loser Schichten, Verfestigung kreidender Untergründe
  • Putz- und Rissausbesserung: Hohlstellen, Risse und beschädigte Sockelzonen systemkonform schließen
  • Grundierung: Haftbrücke oder Tiefengrund je nach Untergrundabsorption und gewähltem Beschichtungssystem
  • Zwischenauftrag und Deckanstrich: Nass-in-Nass oder nach vollständiger Zwischentrocknung gemäß Systemvorgabe
  • Abnahme nach VOB/C: Sichtprüfung, Messprotokoll, dokumentierte Bedenkenanmeldung bei Bedarf übergeben

Sämtliche Arbeitsschritte richten sich nach den Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller und den einschlägigen BFS-Merkblättern. Vor Beginn der Beschichtungsarbeiten wird der Untergrund messtechnisch geprüft und das Beschichtungssystem auf dieser Basis festgelegt.

Schichtaufbau Fassadenanstrich je Untergrundtyp – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Dampfdiffusion entscheidet über Systemwahl und Haltbarkeit

Der sd-Wert (wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke) bestimmt, ob eine Fassadenbeschichtung die im Mauerwerk diffundierende Feuchtigkeit passieren lässt oder staut. Für mineralische Untergründe gilt: Der Gesamtsystem-sd-Wert sollte unter 0,1 m liegen, damit keine Kondensation hinter dem Anstrichfilm entsteht.

Fehler bei der Systemabstimmung — etwa das Aufbringen einer dampfdichten Dispersionsfarbe auf einen stark saugenden Untergrund mit hoher Restfeuchte — führen innerhalb weniger Frost-Tau-Zyklen zu Blasenbildung und Abplatzungen. Die DIN 4108-3 definiert Grenzwerte für den Tauwassernachweis; ergänzend ist für Fassadensysteme der Nachweis nach DIN EN ISO 13788 relevant.

Wandquerschnitt: eingeschlossener Wasserdampf hinter dampfdichtem Farbfilm auf feuchtem Untergrund fuehrt zu Blasenbildung und Abplatzungen.
< 0,1 msd-Wert Obergrenze (mineralisch, hoch dampfdurchlässig)
≥ 0,3 N/mm²Mindest-Haftzugfestigkeit Untergrund (BFS-Merkblatt)
+5 °CMindesttemperatur Luft + Untergrund (VOB/C ATV DIN 18363)
5–10 JahreTypische Wirkdauer biozider Aktivsubstanzen

Untergrundprüfung: Was vor dem ersten Anstrich gemessen werden muss

Vor jeder Fassadenbeschichtung ist der Untergrund systematisch zu prüfen. Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) bestimmt die Restfeuchte mineralischer Substrate; zulässig sind maximal 4 CM-% — Abweichungen erhöhen das Risiko von Haftungsversagen erheblich. Zusätzlich ist die Haftzugfestigkeit mit einem Abreißgerät zu messen; dabei gilt 0,3 N/mm² als Mindestanforderung, besser 0,5 N/mm².

Auf Betonfassaden ist die Karbonisierungstiefe (Phenolphthalein-Test) entscheidend: Hat die Karbonisierungsfront die Bewehrungsüberdeckung erreicht, reicht ein Anstrich allein nicht mehr aus — dann ist eine Betoninstandsetzung nach EN 1504 erforderlich. Ein Anstrich schützt nur, wenn der Untergrund das trägt.

Interaktiv

Fassadenfläche & Gesamtkosten kalkulieren

Netto-Fassadenfläche eingeben (Bruttomaß abzgl. Fenster/Türen, typisch −15–25 %). Kalkulator rechnet mit 2 Deckstrichen à 175 ml/m² (Ergiebigkeit Silikat-Dispersion ca. 5–7 m²/l je Schicht); Grundieranteil eingerechnet. Gerüstkosten (ca. 8–12 EUR/m²) im Arbeitspreis enthalten.

Fassadenfarbe (Silikat-Dispersion)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Technische Daten

Technische Abnahmewerte: Untergrundprüfung Fassade

PrüfgrößeGrenzwert / Anforderung
CM-Feuchte mineralischer Untergrund≤ 4 CM-%
Haftzugfestigkeit (Abreißversuch)≥ 0,3 N/mm² (Ziel: ≥ 0,5 N/mm²)
pH-Wert Untergrund (frischer Beton)> 12 → Wartezeit bis Karbonisierung
Nassmenge Deckfarbe je Lage120–200 ml/m² je nach Körnung
Karbonisierungstiefe (Beton)< Bewehrungsüberdeckung, sonst EN 1504
Relative Luftfeuchte bei Verarbeitung≤ 80 % (VOB/C ATV DIN 18363)
Systemvergleich Fassadenfarben: Diffusion, Wasserabweisung, Preis – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

WDVS-Anstrich: Systemzulassung ist keine Formalie

Bei Wärmedämmverbundsystemen darf ausschließlich ein Anstrich verwendet werden, der in der Europäischen Technischen Bewertung (ETA) oder der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) des jeweiligen Systems explizit aufgeführt ist. Das Einbringen eines systemfremden Anstrichs bricht die Gesamtzulassung und schließt Hersteller-Gewährleistungsansprüche aus — mit erheblichen Haftungsfolgen im Schadensfall.

Kritisches Kriterium ist die Rissüberbrückungsklasse nach EN 1062-7: WDVS-Systeme erfordern typischerweise Klasse A2 (dynamisch, ≥ 0,5 mm Rissbreite bei −5 °C). Ein Standardanstrich ohne diesen Nachweis versagt bereits bei saisonalen Temperaturschwankungen an den Systemfugen — für Berlin mit Amplituden von 60 K und mehr ein reales Risiko.

Querschnitt eines WDVS-Fassadenaufbaus mit Dämmplattenfuge, Armierungsschicht und elastischem Anstrich, der einen Riss an der Systemfuge bei Temperaturdehnung überbrückt.
Im Vergleich

Fassadenbeschichtungssysteme im Vergleich

KriteriumSiliconharzfarbeEchte SilikatfarbeDispersionsfarbe (Acrylat)
sd-Wert (Dampfdurchlässigkeit)0,01–0,05 m (sehr gut)< 0,01 m (kapillaraktiv)0,05–0,5 m (mäßig)
Haftung auf Altanstrichengut (mit systemkonformem Primer)nur auf saugfähig-mineralischsehr gut (universell)
WDVS-Systemeignunghäufig ETA-gelistetselten zugelassenhäufig ETA-gelistet
Biozidgehalt erforderlichgeringer Bedarfkaum (hohe Alkalität schützt)meist erforderlich
Rissüberbrückung EN 1062-7Klasse A2 erreichbarnicht geeignetA2 je nach Produkt
Materialpreis (ca.)6–12 EUR/l4–8 EUR/l3–7 EUR/l

Biozidgehalt: Schutzwirkung, Wirkdauer und Umweltbilanz

Fassadenfarben mit algiziden und fungiziden Wirkstoffen unterliegen der EU-Biozidverordnung 528/2012 (BPR). Zugelassene Aktivsubstanzen wie DCOIT, IPBC oder Zinkpyrithion schützen vor Algen- und Pilzbefall; das früher verbreitete Terbutryn ist seit 2015 in Außenanwendungen in der EU nicht mehr zugelassen, da es in Gewässer ausgewaschen wird und aquatische Organismen schädigt.

Die Wirkdauer liegt produktabhängig bei 5–10 Jahren — danach ist ohne Wirkstoffnachschub kein Schutz mehr vorhanden, auch wenn der Anstrich optisch intakt wirkt. Biozidfreie Alternativen (Silikatfarben, photokatalytisch aktive TiO₂-Beschichtungen) zeigen in exponierten, nordorientierten Lagen teils geringere Langzeitresistenz, vermeiden aber den Eintrag in den Wasserhaushalt.

Lösungs-Finder

Farbsystem-Finder nach Untergrund & Anforderung

Welcher Untergrundtyp liegt vor?

Dispersion-Fassadenfarbe oder Silikat-Dispersion als Kompromiss möglich. Kreidegrad prüfen (Wischtest): > Stufe 2 → Tiefengrund LF oder Haftgrundierung erforderlich. Reine Silikatfarbe (Kaliwasserglas) haftet dauerhaft NUR nach vollständigem Altanstrichabtrag oder nach silikatkompatiblem Haftgrund — sonst Schichttrennung nach 3–5 Jahren durch inkompatible Bindung. VOB/C ATV DIN 18 363 regelt Prüfpflichten vor Ausführung.
Echte Silikatfarbe (Kaliwasserglas-Basis) ideal: reagiert alkalisch mit Calciumsilikat der Putzmatrix zu dauerhaftem Verbund (Verkieselung). Kein Tiefengrund; Silikat-Festiger nur bei Kapillarwasserkoeffizient w > 2,0 kg/(m²·√h) nötig (DIN EN 1062-3). sd-Wert < 0,01 m — maximale Diffusionsoffenheit. Hellbezugswert (HBW) ≥ 25 als allgemeine Empfehlung bei Süd-/Westexposition (Wärmeaufnahme). Biozidausstattung nach Exposition wählen.
Nur Systemfarben der ETA-Zulassung des jeweiligen WDVS mit sd ≤ 0,3 m — Diffusionssperre verboten (Schimmel unter Putz). Rollauftrag nur bei Reibeputz ≤ 1,5 mm Korn; Kratzer- und Scheibenputz ausschließlich streichen. HBW ≥ 25 gemäß ETA-Systemzulassung (dunkle Fassaden → Wärmedehnung EPS → Risse). MFT ≥ +5 °C einhalten; Lösemittelanteil > 5 % kann EPS-Kern anlösen.
Oberflächenschutzsystem nach DIN EN 1504-2 (OS-Klassen 1–8) erforderlich. Karbonatisierungstiefe vor Beschichtung messen: Phenolphthalein-Indikator (rosa = nicht carbonatisiert). Bei Tiefe > 5 mm Schutzklasse ab OS-2 prüfen (Korrosionsschutz-Anforderung). Grundierung: Epoxidgrundierung bei feuchtem Untergrund; lösemittelhaltiger Alkaliprimer bei trockenem Beton (pH 12–14 verhindert Haftung ohne Angleichung).
Deckender Anstrich: Mineralfarbe mit hohem Pigmentanteil, 2 Schichten, Rollauftrag. Lasierender Anstrich: Silikonharz-Imprägnierlasur für Wasserabweisung ohne optische Veränderung der Klinkerstruktur; bei dichten Klinkern kein Biozid erforderlich. Mörtelgrenzen auf Ausbrüche und Hohlstellen prüfen — VOB/C ATV DIN 18 363 Abschnitt 3 regelt Vorleistungspflichten des Auftraggebers bei mangelhaftem Untergrund.
Im Überblick

Fassadenfarbentypen: Eigenschaften und Einsatzbereiche

Siliconharzfarbe

Kombination aus organischen Bindemitteln und Siliconen; sehr gute Wasserabweisung bei gleichzeitig hoher Dampfdurchlässigkeit. Geeignet für WDVS und Bestandsfassaden. Marktstandard bei Fassadensanierungen.

Echte Silikatfarbe

Kieselsäurebasiert, geht chemische Verbindung (Verkieselung) mit silikatischem Untergrund ein. Dauerhaft alkalisch — natürlicher Algenschutz ohne Biozide. Nicht haftfähig auf Dispersionsaltanstrichen.

Dispersionsfarbe (Acrylat)

Universell haftend, kostengünstig, einfach zu verarbeiten. Schwächste Dampfdurchlässigkeit der Gruppe — auf saugenden Untergründen nur mit systemkonformem Primer, sonst Staurisiko.

Elastomere Fassadenfarbe

Hohe Reißdehnung (> 150 % nach EN 1062-7, Klasse A2). Überbrückt haarfeine Risse im Untergrund. Ideal für Altbauten mit saisonaler Rissaktivität; Schichtdicke 200–400 µm nass.

Mineral-Außenputzfarbe

Zement- oder kalkgebunden, ausschließlich für mineralische Untergründe. Sehr hohe Alkalität, biozidresistent. Eingeschränkte Farbtiefe; für Bestandsfassaden mit stark alkalischem Untergrund oder Industriebauten.

Hellbezugswert (HBW) und thermische Spannung bei WDVS – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Warum Fassadenfarben versagen — Fehlerursachen und Prävention

Der häufigste Versagensmechanismus ist Haftungsversagen am Übergang Untergrund / Altanstrich: ein nicht vollständig gereinigter oder nicht grundierter Untergrund verhindert den Verbund. Weitere Ursachen: Verarbeitung bei zu hoher Luftfeuchte (> 80 %) oder zu niedriger Temperatur (< 5 °C), unzureichende Trockenzeit zwischen den Lagen und das Überschichten eines dampfdicht sperrenden Altanstrichs ohne Abtrag.

Strukturelle Ursachen liegen häufig in nicht geschlossenen Rissen vor dem Anstrich: kapillar saugendes Regenwasser gelangt hinter den Film und löst ihn bei Frost ab. Prävention: Alle Risse > 0,2 mm vor dem Anstrich mit rissüberbrückenden Spachtelmassen oder Injektionsharz schließen; bei Fassaden mit Vorschäden ist ein Untergrundgutachten der wirtschaftlichere Weg.

Fassaden-Querschnitt: Regenwasser dringt in Putzriss, wandert hinter den Farbfilm und sprengt ihn bei Frost ab; daneben mit Spachtel und Injektionsharz sanierter Riss.

Feuchter Untergrund: Unsichtbare Zeitbombe

Ein Anstrich auf Untergrund mit > 4 CM-% Restfeuchte hält selten eine Gerüststandzeit durch. Der Dampfdruck unter dem Film führt zu Blasen — häufig erst nach dem ersten Winter sichtbar. CM-Messung vor Ausführung protokollieren lassen.

WDVS-Systembruch vermeiden

Niemals einen systemfremden Anstrich auf einem ETA-zugelassenen WDVS aufbringen. Bereits eine einzige nicht-gelistete Komponente bricht die Gesamtzulassung. Im Schadenfall erlischt die Hersteller-Haftung vollständig.

Grundierung: Nicht einsparen

Bei saugfähigen oder inhomogenen Untergründen reduziert eine Tiefengrundierung den Bindemittelverlust aus der Deckfarbe und gleicht Saugspitzen aus. Ohne Grundierung kann die Deckfarbe 'aussaugen' — Farbton und Filmdicke werden ungleichmäßig.

Nordexposition: Biozid-Anforderung erhöht

Nord- und nordwestexponierte Fassadenflächen trocknen langsamer und sind länger benetzt — der Algendruck ist signifikant höher als auf Südfassaden. Für diese Lagen biozidhaltige Produkte mit nachgewiesener Mindeststandzeit wählen oder auf echte Silikatfarbe umstellen.

Klimafenster: Wann Fassadenarbeiten ausgeführt werden dürfen

Die VOB/C ATV DIN 18363 legt verbindliche Ausführungsbedingungen für Malerarbeiten fest: Luft- und Untergrundtemperatur müssen mindestens +5 °C betragen, die relative Luftfeuchte darf 80 % nicht überschreiten. Außerdem sind direkte Sonneneinstrahlung (zu schnelle Filmbildung verhindert vollständige Vernetzung), Regen, Tauwasserbildung und Frostwetter auszuschließen.

Für Berlin bedeutet das in der Praxis: Das optimale Ausführungsfenster liegt zwischen April und Oktober mit einem Sicherheitspuffer von je zwei Wochen an den Jahresenden. Frühmorgens übersteigt die relative Luftfeuchte häufig 90 %; die Tagesarbeitszeit sollte erst bei abgetrockneter Oberfläche und stabiler Temperatur beginnen. Bei strittiger Ausführungsqualität sind Thermohygro-Logger-Protokolle das entscheidende Beweismittel.

Interaktiv

Biozidschutz-Intervall nach Dachüberstand

Der Dachüberstand (horizontale Tiefe von Traufkante bis Fassadenoberfläche) ist der stärkste Einzelfaktor für Algen- und Pilzbewuchs. Regler einstellen — Ergebnis zeigt den realistischen Wiederholungsanstrich-Intervall und die empfohlene Biozidstärke gemäß BPR Produktart PT-21 (EU-Biozidprodukteverordnung Nr. 528/2012).

Dachüberstand
Zeitlicher Ablauf

Ablauf: Fassade streichen lassen — von der Prüfung bis zur Abnahme

  • Untergrundprüfung + Leistungsverzeichnis1–2 Tage
  • Gerüstaufbau (Fassadengerüst nach TRBS 2121)1–2 Tage
  • Reinigung (Niederdruckwäsche / HD-Wäsche) + Abklebung0,5–1 Tag
  • Ausbesserung Risse, Schadstellen, Hohlstellen1–3 Tage
  • Grundierung (Trocknungszeit produktabhängig einhalten)1 Tag + Wartezeit
  • 1. Lage Deckfarbe1–2 Tage
  • Zwischentrocknung (min. 12–24 h, produktabhängig)1 Tag Pause
  • 2. Lage Deckfarbe (Schlussstrich)1–2 Tage
  • Gerüstabbau + Abnahme nach VOB/B1 Tag
Risstypen-Diagnose: Überstreichen oder Sanieren? – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Was Fassadenarbeiten kosten — Kostenstruktur im Detail

Der Gesamtpreis setzt sich aus vier Hauptpositionen zusammen: Gerüstmiete (8–18 EUR/m² Fassadenfläche), Vorarbeiten (Reinigung, Ausbesserung, Grundierung: 5–12 EUR/m²), Materialkosten Deckfarbe (2–5 EUR/m²) und Lohnkosten Anstrich (8–18 EUR/m²). Der Lohnanteil macht typischerweise 60–70 % der Gesamtkosten aus.

Hauptpreistreiber sind Gerüstkomplexität (Erker, Gesimse, Schräglagen), Schadensumfang am Untergrund und Farbtonwechsel. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche ergeben sich typische Gesamtkosten von 3.500–8.000 EUR; bei WDVS-Neusystem mit Anstrich sind 80–140 EUR/m² realistisch.

Erklär-Illustration eines Einfamilienhauses mit Gerüst: Erker, Gesims, Schräglage und WDVS-Aufbau als Hauptkostentreiber der Fassadenarbeiten.
Preise & Kosten

Was kostet Fassade streichen?

Richtwerte für Berlin; je nach Untergrundaufwand, Gerüstkomplexität und Systemwahl. Preise netto, Gerüst separat ausgewiesen.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
LeistungPreisrahmen
Fassadenreinigung (Niederdruckwäsche)2–5 EUR/m²
Fassadenreinigung (HD, inkl. Algenentfernung)4–8 EUR/m²
Grundierung (Tiefengrund / Haftgrund)1,50–3 EUR/m²
Rissausbesserung (Spachtel/Injektion, einfach)3–8 EUR/m²
1× Anstrich Deckfarbe (Material + Lohn)8–14 EUR/m²
2× Anstrich Deckfarbe — Standard-Sanierung14–25 EUR/m²
WDVS-Anstrich systemkonform (2 Lagen)18–32 EUR/m²
Gerüst (Auf-/Abbau + Miete ca. 3 Wochen)8–18 EUR/m² Fassade
Gesamtpaket Fassadensanierung (inkl. Gerüst)25–55 EUR/m²
WDVS + Anstrich Neusystem (inkl. Gerüst)80–140 EUR/m²

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Streichen, sanieren oder dämmen? Entscheidungsrahmen für Bauherren und Planer

Ein reiner Farbanstrich ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn die bestehende Fassade bauphysikalisch intakt ist, der U-Wert der Außenwand unter 0,8 W/(m²K) liegt und keine strukturellen Schäden (Rissbreiten > 1,5 mm, Hohlstellen > 20 % der Fläche) vorliegen. Andernfalls ist die Kosteneffizienz des Anstrichs allein fraglich.

Anstrichprozess und Klimafenster: Arbeitsschritte und Sperrzeiten – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Vergleichender Wandquerschnitt: links reiner Neuanstrich auf Bestandsmauerwerk, rechts WDVS mit Dämmplatte, Armierung und Deckanstrich, davor Gerüst.

Wenn ohnehin ein Gerüst gestellt werden muss, lohnt der Systemvergleich: Ein WDVS mit Anstrich kostet 3–5× mehr als ein reiner Neuanstrich, spart langfristig Heizkosten und kann Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG §§ 47 ff.) erfüllen. Verfügbare BEG-Förderungen (BAFA/KfW) können die Mehrkosten erheblich reduzieren — Planungshorizont und Finanzierbarkeit sind die entscheidenden Variablen.

Die häufigste Fehlentscheidung ist es, einen Anstrich auf einen Untergrund aufzubringen, der ihn nicht trägt. Ein Untergrundgutachten kostet 300–500 EUR — ein Folgeschaden durch Systemversagen das Zehnfache davon.

Sachverständiger für Beschichtungsschäden, Berlin

Fassade streichen Fragen & Antworten

Warum entscheidet der sd-Wert der Fassadenfarbe über Schimmel und Abblättern?
Der sd-Wert (äquivalente Luftschichtdicke) beschreibt den Wasserdampf-Diffusionswiderstand einer Beschichtung. Diffusionsoffene Systeme (sd < 0,14 m nach DIN EN ISO 7783) lassen Feuchte aus dem Mauerwerk entweichen – geschlossene Systeme stauen sie und erzeugen Hinterfeuchtungsdruck. Kritisch ist: Liegt unter einem neuen diffusionsoffenen Anstrich noch eine dampfdichte Altschicht, bestimmt die Sperrschicht das Systemverhalten – nicht der Neulack. Die Altanstrichanalyse muss deshalb vor der Materialwahl stattfinden, nicht danach.
Ab welchem Feuchtegehalt im Mauerwerk darf nicht gestrichen werden?
Für mineralische Untergründe gilt als Richtwert ein maximaler Feuchtegehalt von 4 Masseprozent (gemessen per CM-Methode unmittelbar vor Verarbeitungsbeginn). Kalksandstein und Porenbeton haben abweichende Grenzwerte – maßgeblich sind die einschlägigen BFS-Merkblätter und die jeweiligen Herstellerfreigaben. Ein feuchter Untergrund verhindert die vollständige Filmbildung: Die Folgen sind Blasenbildung, Haftungsversagen und vorzeitiger Schichtabbruch – typischerweise innerhalb der ersten Wintersaison.
Für welchen Untergrund eignet sich Silikatfarbe – und wo versagt sie?
Echte Silikatfarben (Kali-Wasserglas-Basis) reagieren chemisch mit dem Untergrund: Die Verkieselungsreaktion bindet den Anstrich dauerhaft ins mineralische Gefüge ein. Das funktioniert ausschließlich auf silikatverträglichen, karbonisierten Untergründen – Kalkputz, Zementputz, Kalksandstein, Beton. Auf Dispersionsaltanstrich, Gipsputz oder organischen Beschichtungen bleibt die Reaktion aus; das Ergebnis ist vollständige Enthaftung. Vor Silikatanstrichen muss der Untergrund daher auf Silikatverträglichkeit geprüft werden.
Was bedeutet Taupunktabstand – und warum ist er bei Berliner Außentemperaturen relevant?
Die Untergrundtemperatur muss bei der Verarbeitung mindestens 3 K über dem aktuellen Taupunkt liegen – sonst kondensiert unsichtbar Feuchtigkeit auf der Oberfläche, bevor der Film geschlossen ist. In Berlin kritische Situationen: frühmorgendliche Verarbeitung nach kühler Nacht, Flächen in Nordlage die nach Sonneneinstrahlung abkühlen, feuchte Hochsommerperioden mit hoher relativer Luftfeuchte. Gemessen wird mit einem Taupunkt-Hygrometer direkt am Untergrund – nicht in der Umgebungsluft.
Was regelt VOB/C ATV DIN 18363 – und was bedeutet das für die Gewährleistung?
Die ATV DIN 18363 (Maler- und Lackierarbeiten) definiert im Rahmen der VOB/C Untergrundprüfungspflichten, Farbtonabweichungstoleranzen (nach RAL oder NCS), Abrechnungsregeln und Gewährleistungsfristen. Wichtig und in der Praxis oft unbekannt: Die Norm verpflichtet den Auftragnehmer, Bedenken gegen einen ungeeigneten Untergrund schriftlich anzuzeigen. Ohne dokumentierte Bedenkenanmeldung entfällt der Gewährleistungsausschluss für untergrundbedingte Schäden – der Auftragnehmer haftet dann auch bei angewiesener Ausführung.
Wie wird die Haftfestigkeit der Altbeschichtung vor dem Neuanstrich gemessen?
Der Abreißversuch nach EN ISO 4624 (Pull-Off-Test) misst die Zugfestigkeit: Ein Prüfstempel wird auf die getrocknete Schicht aufgeklebt, senkrecht abgezogen, die Bruchlast in N/mm² bestimmt. Typische Mindestanforderungen liegen je nach System bei 0,3–0,8 N/mm². Entscheidend ist der Bruchort: Kohäsionsbruch im Altanstrich zeigt mangelnde innere Festigkeit (Abtrag nötig), Adhäsionsbruch an der Grenzfläche zeigt Haftungsprobleme zwischen Schichten. Der Befund bestimmt, ob Festigung, Abtrag oder direkte Überbeschichtung die richtige Maßnahme ist.
Warum können Gerüstkosten die eigentliche Streichleistung übersteigen?
Bei Gebäuden ab drei Geschossen überschreiten Gerüststellung, Vorhaltezeit und Rüstung häufig den Wert der reinen Materialkosten und Streichstunden. Kostenrelevant sind: Auslegergerüst vs. Rahmengerüst, Schutznetze, Eckaussteifungen, Sonderlösungen bei Balkonen oder Erkern. Wirtschaftlich sinnvoll ist die Kombination des Fassadenanstrichs mit anderen Fassadenarbeiten (Rissabdichtung, Sockelbehandlung, Fensterbankversiegelung) – das Gerüst wird dann einmalig aufgebaut und für mehrere Gewerke genutzt.
Welche Schäden entstehen durch einen falschen Systemaufbau auf bestehendem Altanstrich?
Der häufigste Fehler: Ein diffusionshemmendes Altsystem (z.B. Alkydharzbasis) wird mit einem diffusionsoffenen Neusystem überbeschichtet. Feuchte aus dem Mauerwerk trifft auf die Sperrschicht und drückt das neue System von innen ab. Weitere Fehlerbilder: stark kreidender Untergrund ohne Festiger als Zwischengrund (Haftungsbruch an der Grenzfläche), mechanisch instabiler Putz mit Hohlstellen der unter Eigenspannung des Neufilms aufreißt. Korrekte Vorgehensweise: Systemanalyse, ggf. vollständiger Abtrag, Haftgrundierung auf blankem Untergrund.
Unsere Projekte

Fassade streichen Referenzen & Beispiele

Weitere Referenzen ansehen

Ausgewählte Fassadenprojekte in Berlin geben einen Eindruck vom handwerklichen Anspruch und der Bandbreite ausgeführter Beschichtungssysteme.

Bereit für Ihr Bauprojekt?

Kostenlose Besichtigung & Festpreis-Angebot – meist innerhalb von 24 Stunden.

Jetzt kostenlos anfragen

Fassade streichen: Bauwissen & Ratgeber