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Grundreinigung Berlin
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Video: Grundreinigungvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Gewerk Reinigung

Grundreinigung in Berlin beauftragen – Kosten, Ablauf & Fachbetrieb

Die Grundreinigung schließt die Reinigungsphase nach Abschluss aller Baugewerke ab – sie ist technisch anspruchsvoller als jede Unterhaltsreinigung, weil Zementschleier, Mörtelspritzer, Schutzfolienrückstände und Trennmittelfilme unterschiedliche Reinigungschemie und -mechanik erfordern. Maßgeblich für die Abgrenzung zur Baureinigung ist der Oberflächenzustand: Nach der Baureinigung (Befreiung von Grobschutt) bringt die Grundreinigung alle Oberflächen substratgerecht auf Übergabe- bzw. Gebrauchssauberkeit.

Entscheidend für das Ergebnis ist die Abfolge der Reinigungsmittel nach pH-Wert und Substrat: Alkalische Reiniger (pH 9–13) lösen Fette, Trennmittelrückstände und Polymerfilme; saure Reiniger (pH 1–4) entfernen Kalkschleier, Zementschleier und Rostflecken auf säurebeständigen Substraten. Ein Vertauschen der Reihenfolge oder ein falscher pH-Wert kann Oberflächen dauerhaft mattieren oder porös machen – besonders kritisch bei Naturstein, Calciumsulfat-Estrich und unversiegeltem Betonwerkstein.

Leistungsumfang

Was umfasst eine professionelle Grundreinigung?

  • Zementschleier- und Kalkschleierlösung von Fliesen, Glasflächen und Edelstahl (pH-angepasste Säurereiniger; kein HF bei Glas oder Naturstein)
  • Schutzfolienrückstände und Klebstofffilme von Böden, Türzargen, Beschlägen und Fensterprofilen (mechanisch und lösemittelfrei)
  • Fenster- und Glasreinigung innen/außen inkl. Rahmen, Dichtungen und Fensterbänke mit Kalziumbelag-Behandlung
  • Sanitär-Erstausrüstung: Armaturenreinigung, Abflussöffnungen freimachen, Bauschmutz aus Silikonfugen entfernen
  • Bodenbelagsreinigung substratgerecht: Parkett (Einwirkzeit ≤ 1–2 Min., kein Stehwasser), Fliese, Betonwerkstein oder Kunstharz
  • Übergabeprotokoll mit Flächen, eingesetzten Reinigungsmitteln (Produktdatenblatt) und Fotodokumentation als Abnahmeunterlage

Die Grundreinigung wird unmittelbar vor der Bauabnahme oder dem Erstbezug ausgeführt – niemals vor Abschluss aller stauberzeugenden Gewerke. Kritischer Abstimmungspunkt für Estrichflächen: Die Restfeuchte muss vor der Grundreinigung die zulässigen Grenzwerte unterschritten haben (Calciumsulfat-Estrich ≤ 0,5 CM-%, Zementestrich ≤ 2,0 CM-%), da feuchte Reinigung die Haftung nachfolgender Beläge gefährdet. Anfragen für die Ausführung sind über das Kontaktformular möglich.

Gütegrade nach RAL-GZ 902: Stufen A, B und C im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Grundreinigung, Unterhaltsreinigung, Bauzwischenreinigung: Abgrenzung mit Folgen

Die Grundreinigung ist eine intensive Einmalreinigung, die nach Fertigstellung, Umbau oder nach jahrelangem Betrieb eingesetzt wird — nicht zu verwechseln mit der Unterhaltsreinigung, die laufend, flächig und oberflächlich wirkt.

Die Bauzwischenreinigung (Grobreinigung während der Bauphase) bildet eine eigene Kategorie: Sie entfernt Baustaub, Mörtelreste und Schutzfolien, jedoch keine eingearbeiteten Schmutzschichten.

Wer diese drei Leistungsbilder in einer Ausschreibung vermischt oder gleichsetzt, riskiert Nachtragsansprüche oder Mängel bei der Abnahme.

Vergleichsgrafik einer Wand in drei Reinigungszuständen: Bauzwischenreinigung mit Baustaub und Folie, Grobreinigung, fertige Unterhaltsreinigung.
Im Vergleich

Leistungsbilder im Vergleich

MerkmalUnterhaltsreinigungBauzwischenreinigungGrundreinigung
Frequenztäglich / wöchentlicheinmalig je Bauphaseeinmalig je Anlass
SchmutztiefeoberflächlichBauverschmutzung grobeingelagerter Schmutz, Beschichtungsreste
MaschineneinsatzWischmaschine, SaugerKehrmaschine, NasssaugerEinscheibenmaschine, HD-Extraktion
Chemie-pH6–8 (neutral)bis 11 (alkalisch)2–13 je Substrat und Reinigungsziel
VOB-Relevanzneinja (§ 4 VOB/B)ja, als LV-Position oder Nebenleistung

Normen und Regelwerke bei der Grundreinigung

Ein einheitliches DIN-Regelwerk speziell für die Grundreinigung existiert nicht — maßgebend sind die Gütebestimmungen der Gütegemeinschaft Gebäudereinigung, die Sicherheitsdatenblätter nach REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 sowie die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) für alle chemikalienführenden Verfahren.

Die TRGS 401 (Gefährdung durch Hautkontakt) regelt Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Reinigungs- und Lösemittelzubereitungen — ein Punkt, den Ausschreiber bei chemieintensiven Sonderreinigungen häufig nicht in die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen.

Für Schulgebäude und vergleichbare Nutzungsprofile zieht die Branche ergänzend DIN 77400 heran, die qualitative Anforderungen an Reinigungsdienstleistungen beschreibt und als übertragbarer Qualitätsbenchmark gilt.

Interaktiv

Grundreinigung Kostenkalkulator

Berechnet Chemiebedarf und Gesamtkosten-Bandbreite für eine Grundreinigung. Aufwandswert und Verbrauch steigen mit Untergrundrauhigkeit (Rk-Klasse) und Verschmutzungsgrad — bei stark verunreinigten oder strukturierten Böden 25–40 % Aufschlag auf den Chemiefaktor kalkulieren.

Reinigungskonzentrat
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

pH 1–13Chemischer Einsatzbereich je Reinigungsziel und Substrat
≥ 5 minMindest-Einwirkzeit für Stripper auf Polymerbeschichtungen
150–400 m²/hFlächenleistung Einscheibenmaschine je Untergrund
50–300 µmKumulierte Schichtdicke nach jahrelanger Pflegeemulsionsaufbringung
Maschinenklassen in der Grundreinigung: Typen und Flächenleistung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Reinigungschemie: Komplexbildner, Stripper und oxidative Systeme

Komplexbildner (z. B. EDTA, NTA, Zitronensäurederivate) binden Kalk- und Metallionen aus dem Schmutz und überführen sie in lösliche Form — besonders wirksam bei kalkhaltigen Ablagerungen auf Feinsteinzeug und mineralisch gebundenen Untergründen.

Stripper (stark alkalisch, pH 12–13, mit Lösemittelanteil) brechen Polymerbeschichtungen wie Acrylat- und Polyurethanversiegelungen auf; ihre Einwirkzeit von mindestens 5 Minuten ist für den Reinigungserfolg entscheidend — eine verkürzte Einwirkzeit erhöht den Padverbrauch, ohne das Ergebnis zu verbessern.

Oxidative Systeme auf Basis von Wasserstoffperoxid (H₂O₂) oder Natriumhypochlorit (NaOCl) werden bei organischer Tiefverschmutzung eingesetzt; ihre Wirksamkeit nimmt bei alkalischem pH deutlich ab, weshalb der Untergrund-pH vor dem Einsatz geprüft werden muss.

Querschnitt: alkalischer Stripper löst Polymerversiegelung, pH-Prüfstreifen und oxidatives System mit H₂O₂/NaOCl gegen organische Verschmutzung.
Im Überblick

Chemische Reinigungssysteme: Wirkprinzipien und Einsatzgrenzen

Alkalische Reiniger (pH 8–11)

Entfernen fetthaltige Anschmutzungen und organischen Schmutz durch Verseifung. Einsatz: Industrieböden, Küchenbereiche, Kunstharzestrich. Materialsicher auf den meisten Hartböden.

Stripper / Entschichter (pH 11–13)

Lösen Polymerbeschichtungen (Acrylat, PU, Dispersionswachs) vom Untergrund. Einwirkzeit 5–15 min, anschließend Nasssaugeraufnahme — kein Nachwischen mit klarem Wasser, bis pH neutralisiert.

Saure Reiniger / Komplexbildner (pH 1–5)

Entfernen Kalkablagerungen, Zementschleier und Metalloxide. Vorsicht auf Kalkstein und Marmor: pH < 4 löst Calciumcarbonat aus der Steinmatrix — irreversibler Materialschaden.

Oxidative Systeme (H₂O₂, NaOCl)

Bei organischer Tiefverschmutzung und hygienekritischen Bereichen. Nicht auf unbeschichtetem Beton oder zementierten Fugen einsetzen: erhöhtes Ausblühungsrisiko durch Poreneindringung.

Maschinengewicht und Bodenbelastung: Ein oft übersehener Risikofaktor

Einscheibenmaschinen mit Wasservorrat und Zusatzgewicht erreichen Gesamtgewichte von 120–180 kg; Heißwasserextraktionsgeräte für textile Böden überschreiten 200 kg. Auf Standard-Doppelböden mit zulässiger Nutzlast von 2,5–5,0 kN/m² erscheint das unkritisch — doch die Belastung ist keine Flächen-, sondern eine Punktlast.

Bei einem Radaufstandspunkt von weniger als 50 cm² entstehen lokale Flächenpressungen, die das Zehnfache des scheinbaren Flächengewichts betragen können — ein statisch relevanter Wert für Holzbalkendecken und Archivböden.

Vor dem Einsatz schwerer Reinigungsmaschinen in historischen Gebäuden oder auf Decken mit unbekannter Tragfähigkeit sollte die zulässige Nutzlast durch einen Statiker bestätigt werden — ein Schritt, den Ausschreibungen selten einfordern.

Lösungs-Finder

Reinigungsverfahren-Finder: Chemiesystem & Maschinenpad

Untergrundmaterial und dominante Schmutzart wählen:

Chemiesystem: stark alkalischer Grundreiniger pH 12–13 (NaOH + nichtionische Tenside); Maschinenpad: schwarzer Schrubbpad (Grit 40–60 µm); Mindest-Einwirkzeit: 10 min, bei verhärtetem Schmutz Heißwasser 60–70 °C empfohlen; Materialschutz: Beton laugenbeständig — Gefälle zur Ablaufrinne prüfen, Aluminiumkanten und -profile vor Maschineneinsatz sichern.
Chemiesystem: schwach saurer Steinreiniger pH 3–4 (Citronensäure- oder Phosphorsäurebasis); Maschinenpad: weißer Non-scratching-Pad; Mindest-Einwirkzeit: 3–5 min max. — prolongierter Säurekontakt mattiert die Calcitoberfläche irreversibel; Materialschutz: sofort neutralisieren (pH-7-Spülung), Imprägnierung nach vollständiger Abtrocknung auffrischen.
Chemiesystem: Beschichtungsabzieher auf Ammoniak-/NaOH-Basis pH 11–13, bei Linoleum max. 3 % Konzentration; Maschinenpad: roter Schrubbpad; Mindest-Einwirkzeit: 5–15 min je Schichtstärke; Materialschutz: Linoleum ammoniak-sensibel — Einwirkzeit auf 5 min begrenzen, anschließend neutralen Grundreiniger nacharbeiten. PVC verträgt höhere Konzentration.
Chemiesystem: Allzweckreiniger pH 8–9 (Tensid-/Enzymbasis) für Normalverschmutzung; bei Sinterbelägen saurer Gebäudereiniger pH 3–4; Maschinenpad: blauer Reinigungspad; Mindest-Einwirkzeit: 5 min; Materialschutz: unglasiertes Feinsteinzeug ist saugfähig — mehrfach nachwischen, offenporige Flächen nach Trocknung imprägnieren.
Chemiesystem: pH-neutraler Wachsentferner pH 6,5–7,5 (Tensid-Ethanol-Basis); Maschinenpad: weißer Pad, Single-Disc-Maschine max. 20 kg Andruck; Mindest-Einwirkzeit: 3–5 min, Feuchtigkeitseintrag minimal halten; Materialschutz: Holzfeuchte-Änderung ΔMC ≤ 4 % — keine Trommelmaschine, kein Dampf, Restfeuchte sofort aufnehmen.
Technische Daten

Technische Kenndaten: Reinigungsmaschinen und Pads

Einscheibenmaschine 430 mmEigengewicht 50–80 kg | Drehzahl 150–500 U/min | Flächenleistung 150–250 m²/h
Scheuersaugmaschine GehmodellEigengewicht 60–100 kg | Arbeitsbreite 400–700 mm | Flächenleistung bis 2.500 m²/h
Scheuersaugmaschine AufsitzEigengewicht 350–700 kg | Arbeitsbreite 550–1.200 mm | Flächenleistung bis 6.000 m²/h
HD-Extraktionsgerät (Teppich)Eigengewicht 80–130 kg | Arbeitsdruck 30–100 bar | Wassertemperatur bis 95 °C
Scheibenpad weiß (Pflege)Abrasivität gering (~2 µm RMS) | empfindliche Oberflächen, Nachpflege
Scheibenpad rot (Grundreinigung)Abrasivität mittel (~20 µm RMS) | Standardpad für intensive Reinigung
Scheibenpad schwarz (Abtrag)Abrasivität hoch (~150 µm RMS) | Stripper-Einsatz, Altbelagentfernung
Pad-Farbcodierung nach ISSA-Standard: Aggressivitätsstufe und Untergrundeignung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Typische Fehler bei der Grundreinigung — Ursachen und Folgen

Der häufigste Fehler ist das Nachwischen mit klarem Wasser direkt nach der Stripper-Aufnahme: Restalkali wird auf dem Boden verteilt, der pH steigt erneut an, und Folgebeschichtungen haften nicht oder trüben innerhalb von Stunden aus.

Ein zweiter Klassiker ist der Einsatz saurer Reiniger auf Kalkstein oder Marmor — pH-Werte unter 4 lösen Calciumcarbonat aus der Gesteinsstruktur und hinterlassen irreversible Mattierungen und Mikropitting.

Als drittes Risikobild gilt das Trockenlaufen der Scheuerbürste auf kunststoffbeschichteten Böden: Ohne ausreichende Flüssigkeit entsteht Reibungswärme über 60 °C, die Polymerbeschichtungen anlöst und sichtbar eintrübt.

Querschnitt-Vergleich: saurer Reiniger löst Marmoroberfläche an, trockene Scheuerbürste trübt Kunststoffbeschichtung durch Reibungswärme.

Stripper nicht auf Naturstein

Stark alkalische Stripper (pH > 12) mit Lösemittelanteil greifen Natursteinoberflächen und Fugenversiegelungen an. Immer Materialprüfung auf verdeckter Fläche vor dem Flächeneinsatz.

Kein Säurereiniger auf Kalkstein oder Marmor

pH < 4 löst Calciumcarbonat aus der Steinmatrix — die Oberfläche mattiert irreversibel. Schmutz auf Kalkstein alkalisch lösen, nicht sauer.

Einwirkzeit vollständig einhalten

Stripper und alkalische Grundreiniger benötigen Reaktionszeit für Verseifungs- und Komplexierungsvorgänge. Einwirkzeit unter 5 min erhöht den Padverbrauch, ohne das Reinigungsergebnis zu verbessern.

Lüftungsanlage vor Reinigung abschalten

Bei Einsatz von Strippern und oxidativen Mitteln Lüftungsanlage im Reinigungsbereich deaktivieren — sonst werden Lösemitteldämpfe und Aerosole in angrenzende Gebäudebereiche verteilt.

Grundreinigung im VOB-Kontext: Abnahmepflichten und Haftungsfragen

Gemäß § 4 VOB/B ist der Auftragnehmer verpflichtet, die Arbeitsstätte in ordnungsgemäßem Zustand zu halten; die abschließende Bauschlussreinigung gilt als Teil der geschuldeten Leistung, sofern sie im Leistungsverzeichnis nicht gesondert ausgewiesen ist.

Für ausgeschriebene Reinigungsleistungen bilden die ATV DIN 18299 (Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art) die vertragliche Grundlage für Nebenleistungen — einschließlich der Pflicht zur sauberen Übergabe des Arbeitsbereichs.

Eine mangelhafte oder fehlende Schlussreinigung berechtigt den Auftraggeber zur Mängelrüge nach § 13 VOB/B und gibt ihm das Recht, die Abnahme zu verweigern oder Kostenvorschuss für die Ersatzvornahme einzufordern.

Interaktiv

Intervall-Rechner: Grundreinigungsturnus nach Nutzungsfrequenz

Regler auf die durchschnittliche Tagesfrequenz der Fläche einstellen. Empfehlung basiert auf der Schmutzlastklasse nach DIN EN 13549 (Reinigungsdienstleistungen — Grundanforderungen und Empfehlungen für Qualitätsmesssysteme) sowie nutzungsartspezifischen Hygienevorgaben.

Nutzungsintensität
So gehen wir vor

Ablauf einer professionellen Grundreinigung

1

Substratanalyse und Vortest

Bodenbelag, Beschichtungstyp und Verschmutzungsgrad bestimmen. Reiniger auf verdeckter Testfläche prüfen. Feuchtigkeitsmessung bei Holz- und Korkböden (Zielwert max. 12 % Holzfeuchte vor Maschineneinsatz).

2

Grobreinigung und Vorabsaugen

Lose Partikel, Sand und groben Schmutz mit Kehrmaschine oder Industriesauger entfernen. Trockenstaub auf Leisten, Türzargen und Sockeln wischen, bevor nasse Verfahren beginnen.

3

Chemisches Vorlösen

Reinigungsmittel flächig auftragen (pH-Wahl je Substrat und Schmutztyp), Einwirkzeit vollständig einhalten (5–15 min je Produkt). Mittel nicht eintrocknen lassen — bei Bedarf nachbefeuchten.

4

Maschinelle Bearbeitung

Einscheibenmaschine mit passendem Pad oder Scheuersaugmaschine. Schmutzwasser sofort aufnehmen — stehendes Schmutzwasser re-kontaminiert den Boden und hemmt die weitere Reinigung.

5

Nachspülen und pH-Neutralisation

Klares Wasser nachspülen; nach alkalischen Reinigern empfiehlt sich ein leicht saures Nachspülmittel (pH 5–6). Rückstands-pH mit Teststreifen kontrollieren — Zielwert pH 6–7.

6

Trocknung und Folgebeschichtung

Vollständige Trocknung abwarten (30–120 min je Raumklima). Restfeuchte über 5 % rel. Fläche verhindert Haftung von Pflegeemulsionen oder Versiegelungen.

pH-Verträglichkeitsfenster nach Untergrundmaterial – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schichtreinigung: Versiegelte Böden richtig sanieren

Auf intensiv gepflegten Böden (Linoleum, PVC, Kautschuk) können sich über Jahre hinweg 3–8 Lagen Pflegeemulsion oder Dispersionswachs aufbauen — eine kumulierte Schichtdicke von 50–300 µm, die im UV-Licht vergilbt und Schmutz dauerhaft einlagert.

Eine klassische Unterhaltsreinigung entfernt nur die oberste Lage; eine Schichtreinigung (Stripping) mit alkalisch-lösemittelhaltigen Strippern löst den gesamten Altbelag ab und schafft eine definierte Ausgangsfläche für die Neubeschichtung.

Entscheidend nach dem Stripping: Der Boden-pH muss auf pH 6–7 zurückgeführt werden, bevor Pflegeemulsion oder Versiegelung aufgetragen wird — Restalkali unter der Beschichtung führt zu Haftungsverlust innerhalb weniger Wochen.

Querschnitt eines versiegelten Bodens: Stripper löst den gesamten Altbelag ab, freigelegte Fläche wird auf pH 6–7 neutralisiert.
Schematischer Aufbau

Schichtaufbau versiegelter Boden nach Jahren ohne Stripping

Was kostet eine Grundreinigung? Kosten, Kalkulation und Berliner Preise

Die Kosten hängen primär vom Verschmutzungsgrad, dem Bodenbelag und dem maschinellen Aufwand ab — nicht allein von der Quadratmeterzahl. Büroflächen mit Normverschmutzung liegen in Berlin bei 4–9 EUR/m², Industrieböden mit eingearbeiteten Öl- und Chemierückständen bei 12–28 EUR/m².

Ablaufphasen einer professionellen Grundreinigung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Technische Schnitt-Illustration der Kostenbestandteile einer Grundreinigung: Schichtaufbau, Maschinentransport, Chemie und Schmutzwasser-Entsorgung.

Schichtreinigungen (Stripping plus Neubeschichtung) kosten je nach Schichtanzahl 8–18 EUR/m². Hinzu kommen Rüst- und Mobilisierungskosten (Maschinentransport, Chemiebereitstellung) von typisch 150–400 EUR pauschal.

Bei chemieintensiven Verfahren sind gesondert Entsorgungskosten für schmutzbelastetes Abwasser zu kalkulieren — insbesondere wenn Stripper oder oxidative Mittel eingesetzt werden und kommunale Einleitbeschränkungen greifen.

Preise & Kosten

Was kostet Grundreinigung?

Netto-Richtwerte für Berlin (Stand 2025), exkl. MwSt. Endpreise variieren je nach Verschmutzungsgrad, Flächengröße und Zugänglichkeit.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Büro / Verwaltung, Normverschmutzung4–9 EUR/m²
Einzelhandel / Verkaufsfläche6–12 EUR/m²
Industrieboden mit Öl- oder Chemieeintrag12–28 EUR/m²
Bauschlussreinigung (VOB-konform)3–8 EUR/m²
Schichtreinigung (Stripping) ohne Folgebeschichtung5–10 EUR/m²
Schichtreinigung inkl. 2 Lagen Pflegeemulsion8–18 EUR/m²
Teppich: Sprühextraktion3–7 EUR/m²
Teppich: HD-Heißwasserextraktion5–12 EUR/m²
Rüst- / Mobilisierungspauschale150–400 EUR pauschal
Chemie-Entsorgung (bei Sonderverfahren)ca. 2–5 EUR/l Schmutzwasser

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Grundreinigung ist keine Unterhaltsreinigung mit mehr Maschineneinsatz — sie ist ein anderes Verfahren mit anderen Wirkstoffen, anderen Pads und einem anderen chemischen Ansatz. Wer das gleichsetzt, bekommt entweder einen zerkratzten Boden oder eine unzureichend gereinigte Fläche.

Hinweis aus der Praxis des Gebäudereiniger-Handwerks
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Grundreinigung

Stripper
Stark alkalischer Reiniger (pH 11–13) mit Lösemittelanteil zur Entfernung von Polymer-Pflegebeschichtungen (Dispersionswachs, Acrylat, PU). Nicht mit allgemeinem Grundreiniger verwechseln.
Scheibenpad
Kreisrundes Schleif-/Reinigungsvlies für Einscheibenmaschinen. Farbe kennzeichnet Abrasivität: Weiß = mild (Pflege), Rot = mittel (Grundreinigung), Schwarz = hoch (Stripper-Einsatz, Altbelagabtrag).
Komplexbildner
Chemische Verbindungen (z. B. EDTA, Zitronensäurederivate), die Kalk- und Schwermetallionen aus dem Schmutz binden und löslich machen. Schlüsselkomponente saurer Reiniger für Kalkentfernung.
Schichtreinigung
Vollständige Entfernung aufgebauter Pflegebeschichtungslagen von Hartböden durch Stripper-Einsatz. Ziel: definierte, pH-neutrale Ausgangsfläche für die Neubeschichtung.
Flächenleistung
Gereinigte Fläche pro Stunde. Einscheibenmaschine: 150–400 m²/h je Untergrund und Verschmutzung. Aufsitz-Scheuersaugmaschine: bis 6.000 m²/h auf offenen Flächen.
Bauschlussreinigung
Reinigung nach Fertigstellung aller Gewerke vor Übergabe. Entfernt Bau- und Montageverschmutzungen, Klebstoffreste, Schutzfolien und Zementschleier. VOB-rechtlich Bestandteil der geschuldeten Leistung.
ATV DIN 18299
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauarbeiten jeder Art. Regelt Nebenleistungen, die ohne gesonderte Vergütung zu erbringen sind — darunter Reinigung der Arbeitsstätte nach Abschluss der Leistung.

Grundreinigung Fragen & Antworten

Was ist der technische Unterschied zwischen Baureinigung, Grundreinigung und Unterhaltsreinigung?
Die Baureinigung entfernt Bauschutt, Verpackungen und groben Schmutz direkt nach Gewerksabschluss – sie ist keine Grundreinigung. Die Grundreinigung folgt danach und bringt alle Oberflächen auf Übergabesauberkeit: Zementschleier, Schutzfolienrückstände und Baufeinstaub werden substrat- und pH-gerecht entfernt. Die Unterhaltsreinigung erhält diesen Zustand im laufenden Betrieb. Wichtig: Eine Grundreinigung lässt sich nicht durch intensive Unterhaltsreinigung ersetzen, weil Zementschleier und Polymerfilme alkalische oder saure Reiniger erfordern, die im Unterhalt kontraindiziert sind.
Welche pH-Werte sind bei der Grundreinigung für welche Substrate kritisch?
Saure Reiniger (pH 1–4) lösen mineralische Ablagerungen wie Kalk-, Zement- und Rostschleier auf säurebeständigen Substraten (glasierte Fliesen, Glas, Edelstahl). Alkalische Reiniger (pH 9–13) entfernen Fette, Trennmittelrückstände und Polymerfilme. Kritische Ausnahmen: Naturstein (Kalkstein, Marmor, Travertin) und Calciumsulfat-Estriche reagieren auf Säure mit Oberflächenabtrag – hier ausschließlich pH-neutrale Reiniger (pH 6–8) einsetzen. Auch unbehandelter Betonboden verträgt keine starken Säuren dauerhaft. Ein falscher pH-Wert kann Oberflächen irreversibel mattieren oder porös machen.
Wann muss die Grundreinigung im Bauablauf stattfinden – und was passiert bei falscher Reihenfolge?
Die Grundreinigung ist erst sinnvoll, wenn alle stauberzeugenden Gewerke abgeschlossen sind: Estrichschleifen, Trockenbau-Verspachtelung, Fliesenlegen, Malerarbeiten. Häufiger Fehler: Grundreinigung vor der Silikonfugenverfüllung – Silikonabtropfer auf gereinigtem Boden erfordern aufwändige mechanische Nacharbeit. Ebenso kritisch: Grundreinigung vor Malerarbeiten – ausgehärtete Farbspritzer auf Fliesen oder Parkett lassen sich kaum noch chemisch lösen. Der optimale Zeitpunkt liegt 1–3 Tage vor der Bauabnahme, nach Abschluss aller einbauenden und stauberzeugenden Arbeiten.
Wie werden Kalkschleier und Zementschleier auf Fliesen und Glasflächen fachgerecht entfernt?
Kalkschleier (aus Bauwasser und Putzspritzern) bestehen aus CaCO₃ und lösen sich mit Säuren wie Zitronen- oder Phosphorsäure (pH 2–3). Zementschleier enthalten Calciumsilikathydrate aus dem Abbindeprozess – sie erfordern stärkere anorganische Säuren (verdünnte Salzsäure, pH 1–2) mit kurzen Einwirkzeiten von max. 2–5 Minuten, da längere Einwirkung Fugen und Kantenversiegelungen angreift. Absolut ungeeignet für Glas ist Flusssäure (HF): Sie ätzt Silikate und hinterlässt permanente Mattflecken, wird aber in manchen Billigprodukten verwendet. Vortest auf 10 × 10 cm ist vor jeder Flächenbehandlung Pflicht.
Was kostet eine Grundreinigung in Berlin – und wovon hängt der Preis pro m² ab?
Marktübliche Richtwerte in Berlin: 3–6 €/m² Nutzfläche für Neubauwohnungen mit geringer Verschmutzung; 7–12 €/m² für Gewerbebau mit Sichtestrich, Naturstein oder aufwändiger Sanitärausstattung; ab 15 €/m² bei Sanierungsobjekten mit starker Staubbindung. Preistreiber sind: Höhenzugang (Glasdächer, Fassade ab 4 m Arbeitshöhe), Sanitärobjektdichte je m² Fläche sowie Schutzfolien- und Restschmutzgrad. Pauschalen ohne Vor-Ort-Begehung sind bei Sanierungen fast immer Risikopreise – der tatsächliche Aufwand ist ohne Begehung nicht belastbar kalkulierbar.
Wie wird Grundreinigung in VOB-Verträgen korrekt abgegrenzt und ausgeschrieben?
In VOB/B-Verträgen ist die Grundreinigung keine automatische Nebenleistung – sie muss als eigenständige LV-Position nach DIN 18299 VOB/C ausgeschrieben werden (Abschnitt 4.1 Nebenleistungen vs. 4.2 Besondere Leistungen). Wird sie nur als pauschale 'Nebenleistung Reinigung' im Bauhauptgewerk eingetragen, entstehen regelmäßig Streitigkeiten über den Umfang. Korrekte Praxis: Eigenes Gewerk 'Reinigungsarbeiten' mit Flächen in m², definierter Reinigungsqualität (Übergabesauberkeit) und Fotodokumentation als vertraglich vereinbartes Abnahmekriterium. Im BGB-Werkvertrag empfiehlt sich dieselbe Flächenbeschreibung plus explizite textliche Abgrenzung zur Baureinigung.
Welche Schäden entstehen durch unsachgemäße Grundreinigung – und wer haftet?
Häufigste Schadensbilder: Mattflecken auf Glas durch flusssäurehaltige Reiniger; Weißschleier auf Parkett durch zu feuchte Wischpflege (Einwirkzeit über 2 Minuten); Oberflächenabtrag an Betonwerkstein durch übersäuerte Reiniger; Verfärbungen in Silikonfugen durch bleichmittelhaltige Produkte. Haftungsrechtlich: Bei Werkvertrag haftet der Reinigungsbetrieb nach § 634 BGB für Mängel (Verjährung 2 Jahre ab Abnahme). Schäden an Gewerken anderer Unternehmen (Parkett, Naturstein) können Regressansprüche auslösen, wenn nachweislich falsche Reinigungsmittel eingesetzt wurden – ein protokolliertes Produktdatenblatt schützt beide Seiten.
Welche Flächenleistung (m²/h) ist bei der Grundreinigung realistisch kalkulierbar?
Richtwerte aus der Praxis: Wohn- und Büroräume mit normaler Neubaubelastung: 15–25 m²/h je Arbeitsperson; Sanitärbereiche mit vollständiger Erstausrüstung: 3–6 m²/h wegen Armaturenzahl und Fugenreinigung; Hallen und Tiefgaragen mit Scheuersaugmaschine: 80–200 m²/h pro Gerät. Bei Sanierungsobjekten oder starker Staubbindung halbieren sich die Werte. Die RAL-GZ 902 der Gütegemeinschaft Gebäudereinigung empfiehlt für die Angebotskalkulation eine Begehung mit Musterflächen-Messung vor Angebotsabgabe – pauschale Stundensatzangebote ohne Besichtigung sind bei Sanierungen kalkulatorisch unseriös.
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Fachliche Grundlagen: VOB/C DIN 18299, RAL-GZ 992 (Gütegemeinschaft Gebäudereinigung), TRGS 500 sowie substratspezifische BFS-Merkblätter zur Reinigungsmittelverträglichkeit.

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