Hausschwamm bekämpfen & sanieren lassen – Fachbetrieb Berlin
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist der gefährlichste holzzerstörende Pilz im Gebäudebestand: Er wächst über graue, strangförmige Rhizomorphen durch Mörtel, Ziegelmauerwerk und Beton, transportiert dabei eigenständig Wasser aus feuchten Bauteilen ins Holz und befällt so auch scheinbar trockenes Holz weit jenseits des sichtbaren Schadens. Eine fachgerechte Sanierung erfordert deshalb zwingend die Freilegung und Biozidbehandlung einer definierten Barrierezone – nie nur das sichtbar befallene Bauteil.
Für Berliner Altbauten mit Holzbalkendecken ist eine mykologisch gesicherte Pilzartbestimmung vor Sanierungsbeginn entscheidend: Sanierungstiefe, Biozidwahl und Barrierendimensionierung hängen direkt von der diagnostizierten Art ab. Eine Verwechslung mit Coniophora puteana (Kellerschwamm) oder Poria-Arten – beide ohne Rhizomorphen – führt zu systematischer Untersanierung und kostspieligem Rückfall.
Was umfasst Hausschwamm bekämpfen & sanieren?
- Mykologische Pilzartbestimmung und Schadenskartierung nach WTA-Merkblatt 1-2-05/D
- Holzfeuchte- und Mauerwerksfeuchtemessung sowie Sondierung des Rhizomorphen-Verlaufs
- Freilegung, Rückschnitt und Entsorgung befallener Holzbauteile inkl. 50 cm Überstand über letzten sichtbaren Befall
- Maschinenputzabtrag und Biozidtränkung der Barrierezone im Mauerwerk mit zugelassenen Boraten oder Kupferverbindungen (BPR EU 528/2012)
- Einbau trockener Ersatzkonstruktionen in der erforderlichen Holzschutzklasse nach DIN 68800
- Abschlussbericht mit Messprotokollen, Fotodokumentation und Empfehlungen zur dauerhaften Feuchtekontrolle
Jede Sanierung beginnt mit einer mykologisch gesicherten Diagnose – die Pilzartbestimmung legt Sanierungstiefe und Biozidwahl fest. Rhizomorphen-Sondierungen im Mauerwerk, Holzfeuchtemessung und Barrierenzonenberechnung sind integrale Leistungsbestandteile. Der dokumentierte Abschlussbericht mit Messprotokollen und Fotodokumentation gilt als Nachweis gegenüber Versicherung, Gutachtern und Behörden.

Wie Hausschwamm Mauerwerk überwindet: das Strangmyzel als Wasserleitung
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist der einzige in Deutschland heimische Holzpilz, der eigenständig Wasser über Strangmyzel durch trockenes Mauerwerk transportieren kann — dokumentiert über Strecken bis zu 8 Meter.
Diese Stränge bestehen aus gebündelten Hyphen mit einem wasserführenden Innenlumen und einer widerstandsfähigen Außenhülle, die kurzzeitige Austrocknung übersteht und Temperaturschwankungen toleriert.
Für die Sanierungsplanung ist das entscheidend: Der eigentliche Befallsherd kann Meter entfernt von der sichtbaren Schadstelle liegen — Trockenbarrieren aus Mörtel oder Backstein stellen für Serpula kein Hindernis dar.

Echter Hausschwamm vs. Kellerschwamm: Verwechslung mit schwerwiegenden Folgen
| Merkmal | Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans) | Kellerschwamm / Unechter (Coniophora puteana) |
|---|---|---|
| Wasserleitung durch Mauerwerk | Ja — Strangmyzel bis 8 m nachgewiesen | Nein — benötigt externe Dauerfeuchte |
| Rückbaumaß | 1,5 m über sichtbaren Befallsrand hinaus | Sichtbarer Befall + unmittelbares Umfeld |
| Fruchtköper-Farbe | Ockergelb-orange, weißer Wollrand | Dunkelbraun bis olivfarben, heller Rand |
| Mauerwerk-Durchdringung | Typisch: Mörtelfugen, Hohlräume | Selten ohne externe Dauerfeuchte |
| Sanierungsaufwand | Hoch — Rückbau + Mauerwerk-Injektion | Moderat — Ursachenbeseitigung oft ausreichend |
| DNA-Labornachweis | Dringend empfohlen vor Sanierungsplanung | Empfohlen (Verwechslung im Frühstadium häufig) |
Echter vs. Unechter Hausschwamm: Artbestimmung im Feld reicht nicht aus
Im Früh- und Spätstadium überlappen die morphologischen Merkmale von Serpula lacrymans und Coniophora puteana erheblich: Beide erzeugen Braunfäule mit würfelförmigem Rissmuster und bilden im Frühstadium weißliche Myzelgeflechte.
Wird ein Kellerschwamm-Befall fälschlich als Echter Hausschwamm saniert, entstehen unnötige Kosten durch überdimensionierten Rückbau; wird umgekehrt eine Serpula-Infektion verkannt, ist der Rückfall nach unvollständiger Mauerwerk-Behandlung sicher.
Die einzig verlässliche Bestimmung liefert eine DNA-basierte Laboranalyse aus einer Myzel-Gewebeprobe — ein Schritt, der vor jeder Sanierungsplanung stehen sollte und gegenüber den Folgekosten einer Fehldiagnose minimal ist.
Sanierungskosten-Schätzer: Befallsfläche → Gesamtaufwand
Kalkulation für Vollsanierung bei massivem Mauerwerk (Rückbau befallener Hölzer inkl. 0,5–1,0 m Sicherheitsbereich, Fungizid-Injektion, kontrollierte Trocknung, Wiederaufbau). Bei Fachwerk sind Rückbau- und Wiederaufbaukosten ca. 30–50 % höher; bei Holzbalkendecken ohne Mauerwerksbefall reduziert sich der Injektionsanteil entsprechend.
Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.
Sanierungsablauf Hausschwamm: acht verbindliche Schritte
Schadensaufnahme und Myzel-Kartierung
Systematische Bestandsaufnahme über den Sichtbereich hinaus per Kernbohrung; Myzelproben für DNA-Labornachweis und Ausdehnungskontrolle.
Feuchtigkeitsquelle lokalisieren und abstellen
Messtechnische Lokalisierung der Ursache (Leck, Kondensation, Kapillar); Abstellen vor Sanierungsbeginn — andernfalls wächst Myzel nach jeder Behandlung zurück.
Rückbau befallener Bauteile
Ausbau aller befallenen Hölzer, Schüttungen und Verkleidungen mindestens 1,5 m über den makroskopisch sichtbaren Befallsrand hinaus (DIN 68800-4).
Mauerwerk-Behandlung
Biozid-Injektion oder Flutungsbehandlung des angrenzenden Mauerwerks; Abflammen allein reicht bei Echtem Hausschwamm nicht — Strangmyzel in Fugen überlebt Hitzeeinwirkung.
Biozidbehandlung verbleibender Holzteile
Streichen, Spritzen oder Tränken mit zugelassenem Fungizid (PT8 nach BPR 528/2012); Eindringtiefe und Gebinde-Chargennummern dokumentieren.
Neueinbau vorbeugend behandelter Hölzer
Ausschließlich Hölzer der passenden Gebrauchsklasse (GK 2 oder 3) mit werksseitigem Holzschutz nach DIN 68800-3 einbauen.
Trocknungsphase mit Messtechnik
Holzfeuchte-Monitoring in definierten Intervallen; Zielwert ≤ 18 %, empfohlen ≤ 15 %. Dauer: 3–6 Monate, bei massivem Mauerwerk bis 18 Monate.
Abschlussgutachten, Protokoll und Freigabe
Sachverständigen-Gutachten mit Messwertprotokoll, Biozid-Gebindebescheinigungen und Laborberichten — Grundlage für Gewährleistung, Versicherung und behördliche Nachweise.

Der häufigste Sanierungsfehler: Fruchtkörper entfernt, Myzel übersehen
Statistisch häufigste Ursache für Rückfälle: Sichtbare Fruchtkörper werden entfernt, das Myzelgeflecht im Mauerwerk bleibt unangetastet. Strangmyzel überlebt in Mörtelfugen, Backstein-Hohlräumen und altem Putz — selbst wenn diese Bereiche von außen trocken erscheinen.
Ein einzelner sichtbarer Fruchtkörper kann auf ein metergroßes, nicht sichtbares Myzel-Netz hinweisen; die sichtbare Befallsfläche entspricht selten dem tatsächlichen Schadensbild.
Eine korrekte Sanierung beginnt deshalb immer mit einer Myzel-Kartierung über den Sichtbereich hinaus — per Kernbohrung und Labornachweis, nicht per Sichtprüfung allein.

Biologie von Serpula lacrymans: Kennwerte für die Sanierungsplanung
| Wachstumstemperatur | 3–26 °C (Optimum 18–22 °C) |
|---|---|
| Holzfeuchte-Schwellenwert | ≥ 20 % für Keimung; ≥ 18 % bei Dauerfeuchtigkeit |
| Myzel-Tagesleistung | bis 10 mm/Tag (unter Optimalbedingungen) |
| Wasser-Transportweite Strangmyzel | bis 8 m durch Mauerwerk (dokumentiert) |
| Festigkeitsverlust vor Sichtbarkeit | 40–60 % (Celluloseabbau bei erhaltenem Lignin) |
| Überleben bei Austrocknung | Dauerformen bis ca. 12 Monate lebensfähig |
| Fruchtköperdurchmesser (Einzelexemplar) | bis 50 cm; Sporenproduktion: Milliarden/m² |
Borverbindungen vs. Azol-Fungizide: Wirkstoffe, Eindringtiefe und Zulassungspflicht
Borverbindungen (z.B. Dinatriumoctaborat) sind wasserlöslich, penetrieren trockenes Holz gut und gelten als vergleichsweise umweltverträglich — werden jedoch bei dauerhafter Wasserbelastung ausgewaschen und sind daher auf witterungsgeschützte Innenbauteile beschränkt.
Azol-Fungizide (Wirkstoffe: Propiconazol, Tebuconazol) binden lipophil an die Holzzellwand, sind auswaschfest und werden bevorzugt bei erdberührenden oder dauerhaft feuchteexponierten Bauteilen eingesetzt.
Beide Wirkstoffgruppen benötigen eine Zulassung nach EU-Biozidprodukteverordnung BPR 528/2012, Produkttyp PT8 — nicht zugelassene Mittel dürfen auch im Sanierungsfall rechtlich nicht eingesetzt werden; der Zulassungsnachweis gehört zwingend ins Sanierungsprotokoll.
Befallsstufen-Finder: Symptom → Dringlichkeit + Erstmaßnahme
Welches Befallssymptom liegt vor?
Zeitplan einer Hausschwamm-Sanierung: typische Phasen und Dauern
- Schadensaufnahme und Laboranalyse1–5 Tage
- Planung, Ausschreibung, Genehmigung1–4 Wochen
- Rückbau und Freilegung2–10 Tage
- Biozid-Behandlung und Aushärtezeit3–7 Tage
- Trocknungsphase mit Messtechnik3–18 Monate
- Neueinbau und Ausbau-Rückbau1–4 Wochen
- Abschlussgutachten und Freigabenach Messergebnis

Feuchtigkeitsquelle zuerst sichern: ohne Ursachenbeseitigung ist jede Sanierung wirkungslos
Kein Holzpilz — auch nicht Serpula lacrymans — kann dauerhaft überleben, wenn die Holzfeuchte unter 18 % fällt. Wird die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigt, wachsen Myzel und Fruchtkörper nach jeder Biozidbehandlung zurück.
Typische Ursachen in Altbauten: defekte Dachentwässerung, aufsteigende Bodenfeuchte durch fehlende Horizontalsperre, undichte Leitungen im Mauerkörper sowie Kondensatbildung an ungedämmten Kellerwänden.
Erst wenn Messtechnik — Widerstandsmessgerät, Mikrowellenverfahren oder CM-Methode — den Trocknungsfortschritt dokumentiert, ist der Zeitpunkt für Rückbau und Biozidbehandlung verlässlich planbar.

Abflammen allein vernichtet Strangmyzel im Mauerwerk nicht
Abflammen tötet nur oberflächliches Myzel an zugänglichen Flächen — Strangmyzel in Mörtelfugen und Mauerwerkshohlräumen überlebt Hitzebehandlung. Ohne begleitende Biozid-Injektion ins Mauerwerk sind Rückfälle wahrscheinlich.
Sichtbarer Fruchtkörper ≠ tatsächlicher Befallsumfang
Ein einzelner Fruchtkörper kann auf ein metergroßes, unsichtbares Myzel-Netz hinweisen. Sanierungsplanung darf sich niemals allein auf den Sichtbefund stützen — immer Myzel-Kartierung über den Sichtbereich hinaus durchführen.
DNA-Mykologie vor Sanierungsbeginn schützt vor Fehlplanung
Eine DNA-basierte Pilzartbestimmung aus dem Labor kostet 150–400 EUR und kann Tausende Euro an unnötigem Rückbau (Verwechslung mit Kellerschwamm) oder kostspieligem Rückfall (verkannte Serpula) verhindern.
DIN 68800-4 und WTA-Merkblatt 1-2: Was die Norm zur Sanierung verbindlich regelt
DIN 68800-4:2012 'Holzschutz — Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten' definiert Mindestanforderungen: 1,5 m Rückbaumaß über sichtbaren Befallsrand, Biozidbehandlung des angrenzenden Mauerwerks und Nachweis der Wirkstoffzulassung nach BPR 528/2012.
Das WTA-Merkblatt 1-2 der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege präzisiert diese Anforderungen: Es regelt die Bauzustandsanalyse, die Anforderungen an das mykologische Gutachten sowie Trocknungsfristen und Kontrollmessungen nach Sanierung.
Abweichungen von beiden Regelwerken müssen fachlich begründet und schriftlich dokumentiert werden — andernfalls entsteht ein Haftungsrisiko für Planer und ausführenden Betrieb gleichermaßen.
Was kostet Hausschwamm bekämpfen & sanieren?
Die Kosten hängen stark von Befallsumfang, Mauerwerksart und erforderlichem Rückbaumaß ab. Richtwerte für den Berliner Markt (Stand 2025) — kein Ersatz für eine Einzelkalkulation nach Befundaufnahme.
| Leistung | Preis-Spanne (Richtwert) |
|---|---|
| Sachverständigengutachten (Erstbegehung) | 500–1.500 EUR pauschal |
| Myzel-Kartierung inkl. DNA-Mykologie (Labor) | 200–800 EUR pauschal |
| Rückbau befallenes Holz + fachgerechte Entsorgung | 35–85 EUR/m² |
| Mauerwerk-Injektion (Biozidtränkung) | 25–60 EUR/m² |
| Biozidbehandlung verbleibender Holzbauteile | 8–18 EUR/m² |
| Neueinbau Holzkonstruktion (vorbeugend behandelt) | 80–200 EUR/m² |
| Trocknungsbegleitung, Messtechnik und Protokoll | 15–40 EUR/m² |
| Abschlussgutachten mit Messwertprotokoll | 300–1.000 EUR pauschal |
Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Sachverständiger: wann er rechtlich und versicherungstechnisch zwingend ist
Viele Gebäudeversicherungen fordern ein unabhängiges Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen als Voraussetzung für die Schadensregulierung — ohne Gutachten kann die Versicherung Leistungen ablehnen.
Bei denkmalgeschützten Objekten verlangen Denkmalbehörden und finanzierende Kreditinstitute eine zertifizierte Befundaufnahme; ohne Gutachten riskieren Eigentümer den Verlust des Bestandsschutzes.
Rechtlich relevant ist das Protokoll auch bei Immobilientransaktionen: Ein bekannter, nicht deklarierter Hausschwamm-Befund begründet Gewährleistungsansprüche — ein unabhängiges Sachverständigenprotokoll schützt Käufer und Verkäufer gleichermaßen.

Wichtige Begriffe rund um Hausschwamm bekämpfen & sanieren
Serpula lacrymans
Strangmyzel
Würfelbruch (Braunfäule)
Borverbindungen (Borate)
BPR 528/2012
WTA-Merkblatt 1-2
CM-Methode
Myzel-Kartierung
Kontrollmessungen und Trocknungsfristen: Was nach der Sanierung dokumentiert werden muss
DIN 68800-4 schreibt nach Abschluss der Sanierung Kontrollmessungen vor: Holzfeuchtemessungen (Zielwert ≤ 18 %, empfohlen ≤ 15 %) sowie visuelle Kontrolle auf Myzel-Neuaustrieb an allen freigelegten Flächen in definierten Zeitabständen.


Die Trocknungsfrist vor dem Rückbau (Verkleidungen, Putz) beträgt je nach Befallsumfang und Baukonstruktion 3 bis 6 Monate; bei massivem Ziegelmauerwerk und großem Schadensbild kann die vollständige Austrocknung 12–18 Monate dauern.
Das Sanierungsprotokoll mit Messwerten, Biozid-Gebindebescheinigungen und Laborberichten ist mindestens 10 Jahre aufzubewahren — Grundlage für Gewährleistungsansprüche, Versicherungsfälle und behördliche Nachweise.










