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Hausschwamm sanieren lassen
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Video: Hausschwamm bekämpfen &von Neuwest Bauleitern empfohlen
Schadstoff & Sondersanierung – Fachbetrieb Berlin

Hausschwamm bekämpfen & sanieren lassen – Fachbetrieb Berlin

Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist der gefährlichste holzzerstörende Pilz im Gebäudebestand: Er wächst über graue, strangförmige Rhizomorphen durch Mörtel, Ziegelmauerwerk und Beton, transportiert dabei eigenständig Wasser aus feuchten Bauteilen ins Holz und befällt so auch scheinbar trockenes Holz weit jenseits des sichtbaren Schadens. Eine fachgerechte Sanierung erfordert deshalb zwingend die Freilegung und Biozidbehandlung einer definierten Barrierezone – nie nur das sichtbar befallene Bauteil.

Für Berliner Altbauten mit Holzbalkendecken ist eine mykologisch gesicherte Pilzartbestimmung vor Sanierungsbeginn entscheidend: Sanierungstiefe, Biozidwahl und Barrierendimensionierung hängen direkt von der diagnostizierten Art ab. Eine Verwechslung mit Coniophora puteana (Kellerschwamm) oder Poria-Arten – beide ohne Rhizomorphen – führt zu systematischer Untersanierung und kostspieligem Rückfall.

Leistungsumfang

Was umfasst Hausschwamm bekämpfen & sanieren?

  • Mykologische Pilzartbestimmung und Schadenskartierung nach WTA-Merkblatt 1-2-05/D
  • Holzfeuchte- und Mauerwerksfeuchtemessung sowie Sondierung des Rhizomorphen-Verlaufs
  • Freilegung, Rückschnitt und Entsorgung befallener Holzbauteile inkl. 50 cm Überstand über letzten sichtbaren Befall
  • Maschinenputzabtrag und Biozidtränkung der Barrierezone im Mauerwerk mit zugelassenen Boraten oder Kupferverbindungen (BPR EU 528/2012)
  • Einbau trockener Ersatzkonstruktionen in der erforderlichen Holzschutzklasse nach DIN 68800
  • Abschlussbericht mit Messprotokollen, Fotodokumentation und Empfehlungen zur dauerhaften Feuchtekontrolle

Jede Sanierung beginnt mit einer mykologisch gesicherten Diagnose – die Pilzartbestimmung legt Sanierungstiefe und Biozidwahl fest. Rhizomorphen-Sondierungen im Mauerwerk, Holzfeuchtemessung und Barrierenzonenberechnung sind integrale Leistungsbestandteile. Der dokumentierte Abschlussbericht mit Messprotokollen und Fotodokumentation gilt als Nachweis gegenüber Versicherung, Gutachtern und Behörden.

bis 8 mWasser-Transportweite des Strangmyzels durch Mauerwerk (dokumentiert)
≥ 20 %Holzfeuchte-Schwellenwert für Keimung von Serpula lacrymans
40–60 %Festigkeitsverlust im Holz, bevor erste Schäden sichtbar werden
1,5 mMindest-Rückbaumaß über sichtbaren Befallsrand hinaus
Bestimmungshilfe: Holzzerstörende Pilze im direkten Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Wie Hausschwamm Mauerwerk überwindet: das Strangmyzel als Wasserleitung

Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist der einzige in Deutschland heimische Holzpilz, der eigenständig Wasser über Strangmyzel durch trockenes Mauerwerk transportieren kann — dokumentiert über Strecken bis zu 8 Meter.

Diese Stränge bestehen aus gebündelten Hyphen mit einem wasserführenden Innenlumen und einer widerstandsfähigen Außenhülle, die kurzzeitige Austrocknung übersteht und Temperaturschwankungen toleriert.

Für die Sanierungsplanung ist das entscheidend: Der eigentliche Befallsherd kann Meter entfernt von der sichtbaren Schadstelle liegen — Trockenbarrieren aus Mörtel oder Backstein stellen für Serpula kein Hindernis dar.

Querschnitt durch Ziegelmauerwerk: Hausschwamm-Strangmyzel wächst durch Mörtelfugen, Innenlumen als Wasserleitung zwischen feuchtem und entferntem Holz.
Im Vergleich

Echter Hausschwamm vs. Kellerschwamm: Verwechslung mit schwerwiegenden Folgen

MerkmalEchter Hausschwamm (Serpula lacrymans)Kellerschwamm / Unechter (Coniophora puteana)
Wasserleitung durch MauerwerkJa — Strangmyzel bis 8 m nachgewiesenNein — benötigt externe Dauerfeuchte
Rückbaumaß1,5 m über sichtbaren Befallsrand hinausSichtbarer Befall + unmittelbares Umfeld
Fruchtköper-FarbeOckergelb-orange, weißer WollrandDunkelbraun bis olivfarben, heller Rand
Mauerwerk-DurchdringungTypisch: Mörtelfugen, HohlräumeSelten ohne externe Dauerfeuchte
SanierungsaufwandHoch — Rückbau + Mauerwerk-InjektionModerat — Ursachenbeseitigung oft ausreichend
DNA-LabornachweisDringend empfohlen vor SanierungsplanungEmpfohlen (Verwechslung im Frühstadium häufig)

Echter vs. Unechter Hausschwamm: Artbestimmung im Feld reicht nicht aus

Im Früh- und Spätstadium überlappen die morphologischen Merkmale von Serpula lacrymans und Coniophora puteana erheblich: Beide erzeugen Braunfäule mit würfelförmigem Rissmuster und bilden im Frühstadium weißliche Myzelgeflechte.

Wird ein Kellerschwamm-Befall fälschlich als Echter Hausschwamm saniert, entstehen unnötige Kosten durch überdimensionierten Rückbau; wird umgekehrt eine Serpula-Infektion verkannt, ist der Rückfall nach unvollständiger Mauerwerk-Behandlung sicher.

Die einzig verlässliche Bestimmung liefert eine DNA-basierte Laboranalyse aus einer Myzel-Gewebeprobe — ein Schritt, der vor jeder Sanierungsplanung stehen sollte und gegenüber den Folgekosten einer Fehldiagnose minimal ist.

Interaktiv

Sanierungskosten-Schätzer: Befallsfläche → Gesamtaufwand

Kalkulation für Vollsanierung bei massivem Mauerwerk (Rückbau befallener Hölzer inkl. 0,5–1,0 m Sicherheitsbereich, Fungizid-Injektion, kontrollierte Trocknung, Wiederaufbau). Bei Fachwerk sind Rückbau- und Wiederaufbaukosten ca. 30–50 % höher; bei Holzbalkendecken ohne Mauerwerksbefall reduziert sich der Injektionsanteil entsprechend.

Fungizid-Injektionslösung (Borsalzkonzentrat, gebrauchsfertig)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Sanierungsablauf Hausschwamm: acht verbindliche Schritte

1

Schadensaufnahme und Myzel-Kartierung

Systematische Bestandsaufnahme über den Sichtbereich hinaus per Kernbohrung; Myzelproben für DNA-Labornachweis und Ausdehnungskontrolle.

2

Feuchtigkeitsquelle lokalisieren und abstellen

Messtechnische Lokalisierung der Ursache (Leck, Kondensation, Kapillar); Abstellen vor Sanierungsbeginn — andernfalls wächst Myzel nach jeder Behandlung zurück.

3

Rückbau befallener Bauteile

Ausbau aller befallenen Hölzer, Schüttungen und Verkleidungen mindestens 1,5 m über den makroskopisch sichtbaren Befallsrand hinaus (DIN 68800-4).

4

Mauerwerk-Behandlung

Biozid-Injektion oder Flutungsbehandlung des angrenzenden Mauerwerks; Abflammen allein reicht bei Echtem Hausschwamm nicht — Strangmyzel in Fugen überlebt Hitzeeinwirkung.

5

Biozidbehandlung verbleibender Holzteile

Streichen, Spritzen oder Tränken mit zugelassenem Fungizid (PT8 nach BPR 528/2012); Eindringtiefe und Gebinde-Chargennummern dokumentieren.

6

Neueinbau vorbeugend behandelter Hölzer

Ausschließlich Hölzer der passenden Gebrauchsklasse (GK 2 oder 3) mit werksseitigem Holzschutz nach DIN 68800-3 einbauen.

7

Trocknungsphase mit Messtechnik

Holzfeuchte-Monitoring in definierten Intervallen; Zielwert ≤ 18 %, empfohlen ≤ 15 %. Dauer: 3–6 Monate, bei massivem Mauerwerk bis 18 Monate.

8

Abschlussgutachten, Protokoll und Freigabe

Sachverständigen-Gutachten mit Messwertprotokoll, Biozid-Gebindebescheinigungen und Laborberichten — Grundlage für Gewährleistung, Versicherung und behördliche Nachweise.

Ausbreitungsschema: Strangmyzel im Mauerwerksquerschnitt mit Abriegelzone – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Der häufigste Sanierungsfehler: Fruchtkörper entfernt, Myzel übersehen

Statistisch häufigste Ursache für Rückfälle: Sichtbare Fruchtkörper werden entfernt, das Myzelgeflecht im Mauerwerk bleibt unangetastet. Strangmyzel überlebt in Mörtelfugen, Backstein-Hohlräumen und altem Putz — selbst wenn diese Bereiche von außen trocken erscheinen.

Ein einzelner sichtbarer Fruchtkörper kann auf ein metergroßes, nicht sichtbares Myzel-Netz hinweisen; die sichtbare Befallsfläche entspricht selten dem tatsächlichen Schadensbild.

Eine korrekte Sanierung beginnt deshalb immer mit einer Myzel-Kartierung über den Sichtbereich hinaus — per Kernbohrung und Labornachweis, nicht per Sichtprüfung allein.

Aufsicht-Cutaway eines Raums: ein Fruchtkörper auf dem Boden, darunter weit verzweigtes verstecktes Myzel, Kernbohrungs-Raster und Kartiergrenze zur Labornachweis-Sanierung.
Technische Daten

Biologie von Serpula lacrymans: Kennwerte für die Sanierungsplanung

Wachstumstemperatur3–26 °C (Optimum 18–22 °C)
Holzfeuchte-Schwellenwert≥ 20 % für Keimung; ≥ 18 % bei Dauerfeuchtigkeit
Myzel-Tagesleistungbis 10 mm/Tag (unter Optimalbedingungen)
Wasser-Transportweite Strangmyzelbis 8 m durch Mauerwerk (dokumentiert)
Festigkeitsverlust vor Sichtbarkeit40–60 % (Celluloseabbau bei erhaltenem Lignin)
Überleben bei AustrocknungDauerformen bis ca. 12 Monate lebensfähig
Fruchtköperdurchmesser (Einzelexemplar)bis 50 cm; Sporenproduktion: Milliarden/m²

Borverbindungen vs. Azol-Fungizide: Wirkstoffe, Eindringtiefe und Zulassungspflicht

Borverbindungen (z.B. Dinatriumoctaborat) sind wasserlöslich, penetrieren trockenes Holz gut und gelten als vergleichsweise umweltverträglich — werden jedoch bei dauerhafter Wasserbelastung ausgewaschen und sind daher auf witterungsgeschützte Innenbauteile beschränkt.

Azol-Fungizide (Wirkstoffe: Propiconazol, Tebuconazol) binden lipophil an die Holzzellwand, sind auswaschfest und werden bevorzugt bei erdberührenden oder dauerhaft feuchteexponierten Bauteilen eingesetzt.

Beide Wirkstoffgruppen benötigen eine Zulassung nach EU-Biozidprodukteverordnung BPR 528/2012, Produkttyp PT8 — nicht zugelassene Mittel dürfen auch im Sanierungsfall rechtlich nicht eingesetzt werden; der Zulassungsnachweis gehört zwingend ins Sanierungsprotokoll.

Lösungs-Finder

Befallsstufen-Finder: Symptom → Dringlichkeit + Erstmaßnahme

Welches Befallssymptom liegt vor?

Stufe 4 — Hochdringend. Aktiver Sporenflug; Ausbreitung über Luftpfad möglich. Sofortige Konstruktionsöffnung zur Ausdehnsungsbestimmung; befallene Hölzer mit mind. 1,0 m Sicherheitsabstand rückbauen; Mauerwerksbefall durch Beprobung bestimmen und mit zugelassenem Biozid (Borat- oder Kupfersalzlösung) injizieren. Sachverständiger zwingend — Sanierungsumfang und -tiefe sind ohne Befundaufnahme nicht festlegbar (WTA-Sanierungsrichtlinie Echter Hausschwamm, Typ-A-Sanierung).
Stufe 3 — Dringend. Vegetatives Stadium mit aktiver Ausbreitung, noch kein Sporenflug. Konstruktionsöffnung zur Ausdehnsungsbestimmung; Rückbau befallener Hölzer mit mind. 0,5 m Sicherheitsabstand. Artbestimmung per Sichtdiagnose oder PCR-Analyse empfohlen — Coniophora puteana (Kellerbraunfäule) erfordert abweichendes Sanierungsregime. Sachverständiger empfohlen (Typ-B-Sanierung ggf. möglich).
Stufe 0–1 — Beobachten und untersuchen. Kellergeruch kombiniert mit erhöhter Holzfeuchte (Richtwert: >20 % nach DIN EN 13183-2, Widerstandsmessung) ist Risikofaktor, nicht Befund. Systematische Feuchtemessung und Endoskopinspektion verdeckter Holzteile; Ursachenbehebung (Abdichtung, Lüftung) vorrangig. Sachverständiger nicht zwingend — Wiederholungsprüfung nach 3–6 Monaten.
Stufe 1–2 — Mittlere Dringlichkeit. Würfelbruchmuster ist für Serpula lacrymans charakteristisch, jedoch nicht artspezifisch — Coniophora puteana und Poria-Arten erzeugen identische Zerstörungsbilder. Materialprobe (Myzel-Ausstrich oder PCR-Analyse) zur Artbestimmung zwingend vor Maßnahmenplanung. Sachverständiger empfohlen — ohne Artnachweis ist die Sanierungsreichweite nicht belastbar festlegbar.
Stufe 3–4 — Dringend. Serpula lacrymans überbrückt trockene Mauerpartien über wasserführende Myzelstränge (Rhizomorphen) und ist damit der einzige Holzpilz, der nasses Mauerwerk als Ausbreitungsweg nutzt. Flächenhafte Injektion allein unzureichend — befallene Mauerpartien abzustemmen, biozidbehandeln und neu verfugen; Rückbautiefe durch Beprobung festlegen. Sachverständiger zwingend — WTA-Sanierungsrichtlinie Echter Hausschwamm, Typ-A-Sanierung.
Zeitlicher Ablauf

Zeitplan einer Hausschwamm-Sanierung: typische Phasen und Dauern

  • Schadensaufnahme und Laboranalyse1–5 Tage
  • Planung, Ausschreibung, Genehmigung1–4 Wochen
  • Rückbau und Freilegung2–10 Tage
  • Biozid-Behandlung und Aushärtezeit3–7 Tage
  • Trocknungsphase mit Messtechnik3–18 Monate
  • Neueinbau und Ausbau-Rückbau1–4 Wochen
  • Abschlussgutachten und Freigabenach Messergebnis
Bohrlochraster fuer Injektionsverfahren: Einzel- vs. Doppelreihe nach Wandstaerke – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Feuchtigkeitsquelle zuerst sichern: ohne Ursachenbeseitigung ist jede Sanierung wirkungslos

Kein Holzpilz — auch nicht Serpula lacrymans — kann dauerhaft überleben, wenn die Holzfeuchte unter 18 % fällt. Wird die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigt, wachsen Myzel und Fruchtkörper nach jeder Biozidbehandlung zurück.

Typische Ursachen in Altbauten: defekte Dachentwässerung, aufsteigende Bodenfeuchte durch fehlende Horizontalsperre, undichte Leitungen im Mauerkörper sowie Kondensatbildung an ungedämmten Kellerwänden.

Erst wenn Messtechnik — Widerstandsmessgerät, Mikrowellenverfahren oder CM-Methode — den Trocknungsfortschritt dokumentiert, ist der Zeitpunkt für Rückbau und Biozidbehandlung verlässlich planbar.

Querschnitt eines Altbaus mit vier Feuchtigkeitsquellen von Dach bis Keller und Messtechnik zur Kontrolle des Trocknungsfortschritts

Abflammen allein vernichtet Strangmyzel im Mauerwerk nicht

Abflammen tötet nur oberflächliches Myzel an zugänglichen Flächen — Strangmyzel in Mörtelfugen und Mauerwerkshohlräumen überlebt Hitzebehandlung. Ohne begleitende Biozid-Injektion ins Mauerwerk sind Rückfälle wahrscheinlich.

Sichtbarer Fruchtkörper ≠ tatsächlicher Befallsumfang

Ein einzelner Fruchtkörper kann auf ein metergroßes, unsichtbares Myzel-Netz hinweisen. Sanierungsplanung darf sich niemals allein auf den Sichtbefund stützen — immer Myzel-Kartierung über den Sichtbereich hinaus durchführen.

DNA-Mykologie vor Sanierungsbeginn schützt vor Fehlplanung

Eine DNA-basierte Pilzartbestimmung aus dem Labor kostet 150–400 EUR und kann Tausende Euro an unnötigem Rückbau (Verwechslung mit Kellerschwamm) oder kostspieligem Rückfall (verkannte Serpula) verhindern.

DIN 68800-4 und WTA-Merkblatt 1-2: Was die Norm zur Sanierung verbindlich regelt

DIN 68800-4:2012 'Holzschutz — Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten' definiert Mindestanforderungen: 1,5 m Rückbaumaß über sichtbaren Befallsrand, Biozidbehandlung des angrenzenden Mauerwerks und Nachweis der Wirkstoffzulassung nach BPR 528/2012.

Das WTA-Merkblatt 1-2 der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege präzisiert diese Anforderungen: Es regelt die Bauzustandsanalyse, die Anforderungen an das mykologische Gutachten sowie Trocknungsfristen und Kontrollmessungen nach Sanierung.

Abweichungen von beiden Regelwerken müssen fachlich begründet und schriftlich dokumentiert werden — andernfalls entsteht ein Haftungsrisiko für Planer und ausführenden Betrieb gleichermaßen.

Interaktiv

Heißluft-Thermosanierung: Kerntemperatur → Abtötungsgrad

Beim Heißluft-Injektionsverfahren muss die Zieltemperatur über die gesamte Einwirkzeit im Bauteilkern gehalten werden — kalibriertes Monitoring an mind. 3 Messpunkten je Behandlungszone ist Pflicht. Basis: empfohlene Mindesteinwirkzeit ≥ 60 min ab Erreichen der Kerntemperatur.

Zieltemperatur im Bauteilkern
Preise & Kosten

Was kostet Hausschwamm bekämpfen & sanieren?

Die Kosten hängen stark von Befallsumfang, Mauerwerksart und erforderlichem Rückbaumaß ab. Richtwerte für den Berliner Markt (Stand 2025) — kein Ersatz für eine Einzelkalkulation nach Befundaufnahme.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Sachverständigengutachten (Erstbegehung)500–1.500 EUR pauschal
Myzel-Kartierung inkl. DNA-Mykologie (Labor)200–800 EUR pauschal
Rückbau befallenes Holz + fachgerechte Entsorgung35–85 EUR/m²
Mauerwerk-Injektion (Biozidtränkung)25–60 EUR/m²
Biozidbehandlung verbleibender Holzbauteile8–18 EUR/m²
Neueinbau Holzkonstruktion (vorbeugend behandelt)80–200 EUR/m²
Trocknungsbegleitung, Messtechnik und Protokoll15–40 EUR/m²
Abschlussgutachten mit Messwertprotokoll300–1.000 EUR pauschal

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Sanierungsablauf: Vier Kernphasen der fachgerechten Hausschwamm-Sanierung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Sachverständiger: wann er rechtlich und versicherungstechnisch zwingend ist

Viele Gebäudeversicherungen fordern ein unabhängiges Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen als Voraussetzung für die Schadensregulierung — ohne Gutachten kann die Versicherung Leistungen ablehnen.

Bei denkmalgeschützten Objekten verlangen Denkmalbehörden und finanzierende Kreditinstitute eine zertifizierte Befundaufnahme; ohne Gutachten riskieren Eigentümer den Verlust des Bestandsschutzes.

Rechtlich relevant ist das Protokoll auch bei Immobilientransaktionen: Ein bekannter, nicht deklarierter Hausschwamm-Befund begründet Gewährleistungsansprüche — ein unabhängiges Sachverständigenprotokoll schützt Käufer und Verkäufer gleichermaßen.

Querschnitt eines denkmalgeschützten Gebäudes mit Balkenauflager, Probeentnahme, Feuchtemessung und Beweissicherungs-Protokoll bei der Sachverständigen-Befundaufnahme.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Hausschwamm bekämpfen & sanieren

Serpula lacrymans
Wissenschaftlicher Name des Echten Hausschwamms — einziger heimischer Holzpilz mit autonomer Wassertransportfähigkeit durch Mauerwerk via Strangmyzel.
Strangmyzel
Zu Bündeln verfestigte Pilzfäden (Hyphen) mit wasserführendem Innenlumen; ermöglichen Feuchtigkeitstransport in trockene Mauerwerksbereiche hinein — bis 8 m dokumentiert.
Würfelbruch (Braunfäule)
Charakteristisches kubisches Rissmuster durch Celluloseabbau bei erhaltenem Lignin; Kennzeichen für Echter Hausschwamm und Kellerschwamm — visuell nicht unterscheidbar.
Borverbindungen (Borate)
Wasserlösliche, anorganische Biozide (z.B. Dinatriumoctaborat) mit guter Holzpenetration; auswaschgefährdet bei Feuchtebelastung — nur für witterungsgeschützte Innenbauteile zugelassen.
BPR 528/2012
EU-Biozidprodukteverordnung — regelt Zulassung aller Biozide einschließlich Holzschutz-Fungizide (Produkttyp PT8). Nur zugelassene Mittel dürfen im Sanierungsfall eingesetzt werden.
WTA-Merkblatt 1-2
Richtlinie der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege zur Hausschwamm-Sanierung; präzisiert die Anforderungen aus DIN 68800-4.
CM-Methode
Kalziumkarbid-Schnellmessung zur Vor-Ort-Bestimmung der Materialfeuchte als Masseprozent; liefert schnellere Ergebnisse als Darrprobe, mit geringerer Messgenauigkeit.
Myzel-Kartierung
Systematische Bestandsaufnahme des gesamten Pilzgeflechts über den sichtbaren Befallsrand hinaus — per Kernbohrung und Labornachweis; Pflichtgrundlage für den Rückbauplan.

Kontrollmessungen und Trocknungsfristen: Was nach der Sanierung dokumentiert werden muss

DIN 68800-4 schreibt nach Abschluss der Sanierung Kontrollmessungen vor: Holzfeuchtemessungen (Zielwert ≤ 18 %, empfohlen ≤ 15 %) sowie visuelle Kontrolle auf Myzel-Neuaustrieb an allen freigelegten Flächen in definierten Zeitabständen.

Holzfeuchte-Aktivierungsgrenzen: Kritische Schwellenwerte je Pilzart – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt eines sanierten Ziegelmauerwerks mit Feuchtemessstelle, rückzubauendem Putz und archiviertem Sanierungsprotokoll für Kontrollmessungen.

Die Trocknungsfrist vor dem Rückbau (Verkleidungen, Putz) beträgt je nach Befallsumfang und Baukonstruktion 3 bis 6 Monate; bei massivem Ziegelmauerwerk und großem Schadensbild kann die vollständige Austrocknung 12–18 Monate dauern.

Das Sanierungsprotokoll mit Messwerten, Biozid-Gebindebescheinigungen und Laborberichten ist mindestens 10 Jahre aufzubewahren — Grundlage für Gewährleistungsansprüche, Versicherungsfälle und behördliche Nachweise.

Hausschwamm bekämpfen & sanieren Fragen & Antworten

Wie unterscheide ich den Echten Hausschwamm sicher von anderen holzzerstörenden Pilzen?
Serpula lacrymans ist makroskopisch an drei Merkmalen erkennbar: weißes bis silbergraues, watteartiges Myzel; ockerfarbene bis rostbraune Fruchtkörper mit rotem Sporenpulver; und vor allem graue, strangförmige Rhizomorphen, die durch Mauerwerk wachsen können. Coniophora puteana (Kellerschwamm) bildet keine Rhizomorphen und wächst nur bei dauerhaft über 30 % Holzfeuchte. Poria-Arten wachsen tief im Holz, ohne sichtbares Oberflächenmyzel. Im Zweifelsfall ist eine mykologische Laborbestimmung aus Fruchtkörper oder Myzel zwingend – eine Fehldiagnose führt zur Untersanierung und zum Rückfall.
Welches Regelwerk gilt verbindlich für die Hausschwammsanierung in Deutschland?
Zentrales Regelwerk ist das WTA-Merkblatt 1-2-05/D 'Sanierung von Holzkonstruktionen bei Befall mit holzzerstörenden Pilzen' der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege. Es legt Sanierungsradius, Barrierezone, Biozidauswahl und Dokumentationspflichten fest. Ergänzend gilt DIN 68800-4 (Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen) sowie die EU-Biozidprodukteverordnung (EU) Nr. 528/2012 (BPR) für den Einsatz zugelassener Wirkstoffe. Bei denkmalgeschützten Gebäuden in Berlin sind zusätzlich die Vorgaben des Landesdenkmalamts verbindlich.
Was ist die Barrierezone, und wie tief muss sie ins Mauerwerk reichen?
Die Barrierezone ist der Bereich, der über das sichtbar befallene Holz hinaus behandelt werden muss, um Rhizomorphen-Rückstände zu inaktivieren. Nach WTA-Merkblatt 1-2-05/D muss das Holz mindestens 50 cm über den letzten sichtbaren Pilzbefall zurückgeschnitten werden. Im Mauerwerk ist eine Biozidtränkung bis zur Tiefe der Ziegelschale oder mindestens 5 cm in Naturstein und Beton erforderlich. Je poröser das Mauerwerk – historisches Ziegelwerk, Kalkstein – desto tiefer müssen die Rhizomorphen-Sondierungen reichen. Eine rein visuelle Abgrenzung ohne Sondierung unterschätzt den tatsächlichen Befallsradius regelmäßig.
Kann Hausschwamm wirklich durch Mauerwerk wachsen – und welche Konsequenz hat das für die Sanierung?
Ja – das ist das entscheidende Alleinstellungsmerkmal von Serpula lacrymans: Die Rhizomorphen bauen über enzymatische Prozesse Kalziumverbindungen im Mörtel ab und können so durch Ziegelmauerwerk und Beton wachsen. Sie transportieren dabei aktiv Wasser und können einen Befallsherd in einem anderen Raum oder Geschoss begründen, ohne jede direkte Holzverbindung. Konsequenz: Bauteilöffnungen und Rhizomorphen-Sondierungen weit über das sichtbare Befallsgebiet hinaus sind obligatorisch. Eine rein auf das sichtbare Holzbauteil beschränkte Sanierung gilt nach WTA als nicht fachgerecht und wird bei Schadensrückfall von Gebäudeversicherern regelmäßig nicht anerkannt.
Welche Holzfeuchte braucht Hausschwamm – und überlebt er nach vollständiger Austrocknung?
Zur Infektion benötigt Serpula lacrymans eine Holzfeuchte von mindestens 20 %; das Wachstumsoptimum liegt bei 35–50 %. Das biologisch Entscheidende: Er ist der einzige Holzpilz, der Wasser über Rhizomorphen aus feuchtem Mauerwerk aktiv ins Holz transportiert und damit scheinbar trockenes Holz infizieren kann. Kritisch für jede Sanierungsplanung: Myzel und Rhizomorphen überleben vollständige Austrocknung in einem Ruhezustand über viele Jahre und reaktivieren sich bei erneutem Feuchteeintrag. Eine nachhaltige Feuchteursachenbeseitigung – Abdichtung, Drainage, kontrollierte Lüftung – ist deshalb integraler Bestandteil jeder fachgerechten Maßnahme.
Welche Biozide sind für die Hausschwammsanierung in Deutschland zugelassen, und was gilt beim Einsatz im Innenbereich?
Zugelassene Wirkstoffe für Holzschutz-Sanierungsmaßnahmen (Produktart PT 8 nach BPR) sind vor allem Borate (Dinatriumoctaborat, Borax), Kupferverbindungen und Quaternäre Ammoniumverbindungen. Borat-Lösungen werden bevorzugt, weil sie tief in Holz und poröses Mauerwerk eindringen, geruchsneutral sind und langfristige Schutzwirkung bieten. Verbindlich: Nur BAuA-gelistete Produkte mit gültiger Produktzulassung gemäß BPR dürfen eingesetzt werden. Teeröle (Kreosot) sind im Innenbereich EU-weit verboten. Beim Einsatz im bewohnten Bestand sind die Schutzmaßnahmen der TRGS 523 einzuhalten – einschließlich Expositionszeiten und Wiedereinzugsfristen.
Wie lange dauert eine fachgerechte Hausschwammsanierung, und wann kann das Bauteil wieder genutzt werden?
Bei kleineren Befallsbildern (1–2 Holzbalken, Barrierezone bis ca. 15 m²) beträgt die Sanierungsdauer typisch 3–5 Werktage. Großflächige Schäden mit mehreren Geschossen oder weitreichenden Rhizomorphen erfordern 2–4 Wochen inklusive Mauerwerk-Trockenphase. Nach Biozidauftrag gilt eine produktabhängige Wartezeit von 48–72 Stunden vor der Raumnutzung. Die abschließende Holzfeuchtemessung für den Befundbericht sollte frühestens vier Wochen nach Sanierungsende erfolgen – erst dann lässt sich beurteilen, ob die Feuchteursache nachhaltig beseitigt ist und kein Rückbefall droht.
In welchen Fällen ist ein Sachverständigengutachten zur Hausschwammsanierung rechtlich oder versicherungstechnisch verpflichtend?
Ein öffentlich bestellter Sachverständiger ist in vier Konstellationen regelmäßig erforderlich: (1) Versicherungsschäden – Gebäudeversicherer verlangen ein Gutachten als Voraussetzung für die Schadensregulierung. (2) Kaufvertragsstreitigkeiten – bei arglistig verschwiegenem Mangel. (3) Denkmalgeschützte Gebäude – das Berliner Landesdenkmalamt fordert vor Eingriffen in die Substanz eine sachverständige Befundaufnahme. (4) Institutionelle Eigentümer (Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften) – Compliance-Vorgaben und Förderrichtlinien verlangen unabhängige Dokumentation. Das Gutachten vor der Sanierung schützt vor Nachforderungen; das Abschlussgutachten sichert den Sanierungserfolg gegenüber Versicherung und Behörden.
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