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Brandschutzwand F90 Berlin
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EI90 / F90 im Trockenbau

Brandschutzwand Berlin – F90/EI90 Trockenbau vom Fachbetrieb

Eine Brandschutzwand im Trockenbau trennt Gebäudebereiche so, dass ein Brand für mindestens 90 Minuten nicht übertreten kann. Die europäische Klassifizierung lautet EI90 (E = Raumabschluss/Integrität, I = Wärmedämmung, 90 = Minuten) und ersetzt die ältere deutsche Bezeichnung F90 aus DIN 4102-2 — beide Begriffe sind im Planungsalltag noch parallel in Gebrauch. Entscheidend ist nicht allein die Plattenauswahl, sondern der vollständig systemzugelassene Aufbau: Profilgröße, Ständerabstand, Lagenanzahl und Anschlussdetails müssen exakt der ETA oder abZ des jeweiligen Systems entsprechen.

Typische Schwachstellen entstehen nicht in der Fläche, sondern an Durchführungen, Fugenanschlüssen und Türzargen. Jede Leitung, jedes Rohr und jede Elektrodose ist ein potenzieller Brandpfad, der durch ein geprüftes Abschottungssystem nach EN 1366-3 gesichert sein muss. Die vollständige Revisionsdokumentation mit Systemzertifikaten und Lichtbildnachweis ist baurechtlich und haftungstechnisch unverzichtbar.

Leistungsumfang

Was umfasst eine Brandschutzwand im Trockenbau?

  • Bestandsaufnahme und Prüfung der Brandabschnittsgrenzen nach Brandschutzkonzept
  • Auswahl des systemzugelassenen Aufbaus (ETA / abZ) abgestimmt auf Raumhöhe und Lastfall
  • Montage der UW-/CW-Stahlprofile in zugelassener Dimension und Rasterung
  • Beplanung mit Feuerschutzplatten Typ F (GKF), mindestens 2-lagig je Seite für EI90
  • Normkonforme Abschottung aller Leitungs- und Rohrdurchführungen gemäß EN 1366-3
  • Übergabe der Revisionsdokumentation mit Systemzertifikaten, Zulassungsnummern und Fotodokumentation

Alle Arbeiten basieren auf systemzugelassenen Konstruktionen nach aktueller ETA oder abZ; der Leistungsumfang richtet sich nach dem objektspezifischen Brandschutzkonzept und den baurechtlichen Anforderungen.

F90-Trockenbau-Schichtaufbau im Querschnitt – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Zwei Normen, ein Brandschutzziel — für Planer entscheidend

F90 oder EI 90? Klassifizierung richtig lesen

Die Bezeichnung F90 stammt aus DIN 4102-2 (nationale Klassifizierung); EI 90 ist die europäische Entsprechung nach EN 13501-2, wobei E für Raumabschluss (Integrity) und I für Wärmedämmung (Insulation) steht — je 90 Minuten. Nichttragende Trennwände erhalten EI 90, tragende Wände REI 90 (R = Tragfähigkeit, Resistance).

In der Praxis laufen beide Bezeichnungen parallel: Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (AbZ) älterer Systeme verweisen noch auf F90, aktuelle Europäische Technische Bewertungen (ETA) und allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG) nutzen EI 90 nach EN 13501-2. Für Leistungsbeschreibungen und Ausführungsnachweise ist die Angabe beider Bezeichnungen rechtlich vollständig.

Erklaer-Diagramm: aeltere AbZ-Zulassung mit F90 und neue ETA/aBG mit EI 90 nach EN 13501-2 verweisen auf dieselbe feuerwiderstandsfaehige Trockenbauwand.
90 minFeuerwiderstandsdauer F90 / EI 90
≥ 100 mmMindestbautiefe (CW 50, 2-lagig je Seite)
bis 57 dBSchalldämmmaß Rw kombinierter F90-Systeme
bis 10 mWandhöhe zertifizierter F90-Systeme (systemabh.)
Warum freies Kombinieren keine Option ist

Systemzulassung vs. Eigenkomposition: Rechtssicherheit bei F90

F90-Trockenbauswände dürfen nicht frei zusammengestellt werden. Jede Ausführung muss einem zugelassenen System entsprechen — einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG, früher AbZ), einem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) oder einer Europäischen Technischen Bewertung (ETA). Das System legt Profilabmessungen, Plattensorte, Lagenzahl, Ständerachsmaß und Verschraubungsraster verbindlich fest.

Ein 'Eigenaufbau' — etwa der Austausch zugelassener Gipsplatten gegen ein anderes Fabrikat ohne eigene Zulassung — hebt den Nachweis auf. Die Folge: kein F90-Nachweis, Haftungsrisiko für Planer und Ausführenden. Im Brandschutzkonzept muss daher stets die Systembezeichnung mit zugehöriger Zulassungsnummer dokumentiert sein.

Lösungs-Finder

Erforderliche F-Klasse ermitteln

Gebäudeklasse und Nutzungszone der geplanten Brandschutzwand wählen:

F30-B genügt oder keine Anforderung. Nichttragende Trennwände in GK 1 und 2 müssen lediglich 'feuerhemmend' sein, sofern die LBO eine Klassifizierung fordert. Aufbau: CW 75, 1 × GKF 12,5 mm je Seite. Grundlage: § 29 MBO / BauO Bln.
F30-B, raumabschließend. Wände notwendiger Treppenräume in GK 1–2 müssen feuerhemmend raumabschließend sein. CW 75, 1 × GKF 15 mm + 1 × GKF 12,5 mm je Seite. Grundlage: § 35 Abs. 1 MBO.
F30-B mindestens; bei Nutzungseinheit > 400 m² Grundfläche Brandwand (F90-A) erforderlich. Für F30 genügt CW 75, einlagig GKF 15 mm je Seite; für Brandwandersatz F90 zweilagig beidseitig. Grundlage: §§ 29, 30 MBO / BauO Bln.
F90-A zwingend. Wände notwendiger Treppenräume in GK 3–5 müssen feuerbeständig sein. Trockenbau-F90: CW 100, 2 × GKF 12,5 mm beidseitig + MW 40 mm, Profilabstand 400 mm. Grundlage: § 35 Abs. 4 MBO.
F60-B (hochfeuerhemmend) für Trennwände zwischen Nutzungseinheiten. Trockenbau: CW 100, 2 × GKF 12,5 mm je Seite + MW 40 mm. Brandwand bei NE > 400 m² bleibt F90-A. Grundlage: §§ 29, 30 MBO / BauO Bln.
F90-A, raumabschließend – zwingend für alle Treppenraumwände in GK 5. CW 125, 2 × GKF 15 mm beidseitig + MW 60 mm, Profilabstand max. 400 mm, Deckenanschluss UA 100. Zertifiziertes System nach DIN EN 1365-1. Grundlage: § 35 Abs. 4 MBO + LTB Berlin.
F90-A unabhängig von der GK. Wände zwischen Tiefgarage und angrenzenden Nutzungseinheiten sind feuerbeständig und raumabschließend auszuführen, inkl. Fugenabdichtung an Decke und Boden. CW 100, 2 × GKF beidseitig + MW. Grundlage: § 37 MBO + GarVO Berlin.
F90-A Mindestanforderung; bei Lagern > 3.000 m³ Brutto-Rauminhalt oder Sonderbauten häufig F120 nach individuellem Brandschutzkonzept. Abstimmung mit Brandschutzsachverständigem vor Planung erforderlich. Grundlage: § 50 MBO + Sonderbauvorschriften Berlin.
Im Vergleich

Brandwand (massiv) vs. Brandschutzwand (Trockenbau)

KriteriumBrandwand nach MBO §30F90-Trockenbauswand
NormgrundlageMBO §30 / jeweilige LBOEN 13501-2, aBG / ETA
StandfestigkeitStandfest auch bei beidseitigem GebäudeeinsturzNur eigene Standfestigkeit im Brandfall
BaustoffeAusschließlich A1 (nichtbrennbar)A2-s1,d0 (GKF Typ F) zulässig
EinsatzbereichGebäudeabschluss, GK 4–5Nutzungseinheitentrennung innen
ErsetzbarkeitNicht durch Trockenbau ersetzbarErsetzt Brandwand nicht
Flächengewicht300–500 kg/m²ca. 50–60 kg/m²
MontagezeitMauern + Aushärtung mehrere Tage1–2 Tage je Achsabschnitt
Klassifizierungsmatrix F30 bis F120 mit europäischen EI-Äquivalenten – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Wo F90-Wände am häufigsten scheitern

Das kritischste Detail: Hochzug an Rohdecke und Boden

Eine F90-Wand endet bauphysikalisch erst an der Rohdecke — nicht an einer abgehängten Unterdecke. Führt die Ständerwand nur bis zur Abhängdecke, entsteht ein unkontrollierter Brandüberschlag durch den Deckenhohlraum. Die Systemzulassung schreibt den lückenlosen Anschluss an die tragende Decke vor, ggf. mit Mineralwolleeinlage im Hohlraum (Schmelzpunkt ≥ 1.000 °C) entlang der gesamten Wandlänge.

Am Bodenanschluss muss der Wandfuß auf dem Rohboden stehen und der Spalt mit zugelassenem Brandschutzsilikon oder Mineralwolle dicht verschlossen werden. Bewegungsfugen zwischen Wand und Decke/Boden sind mit geprüften Fugenbändern oder intumeszierenden Dichtmitteln auszuführen — deren Reaktionstemperatur (typisch 150–200 °C) und Expansionsverhältnis sind herstellerabhängig und im Systemzertifikat belegt.

Querschnitt eines Brandschutz-Wandanschlusses: Wandfuß auf Rohboden mit Silikonfuge, Mineralwolle und intumeszierendem Fugenband an der Rohdecke.
Schematischer Aufbau

Schichtaufbau F90-Trockenbauswand (Beispiel: 2-lagig je Seite, EI 90)

Drei Komponenten — alle systemkonform, alle prüfzeugnisnachgewiesen

Türöffnungen in F90-Wänden: T90, Zargenanker und Dichtprofil

Öffnungen in F90-Wänden erfordern Feuerschutzabschlüsse der Klasse EI2 90-C (nationale Entsprechung: T90 nach DIN 4102-5) — das Kürzel C steht für selbstschließend. Zarge, Türblatt und Dichtung müssen als geprüftes System zusammenpassen; ein nachträglicher Tausch einzelner Komponenten ohne eigene Zulassung hebt die Klassifizierung auf.

Zargenanker sind in die CW-Ständer der Trockenbauswand einzubinden; Ankerabstände und Randabstände sind dem Einbauattest der Türzarge zu entnehmen. Intumeszierende Dichtprofile an Falz und Blatt schließen im Brandfall den Rauchdurchgang; sie sind CE-gekennzeichnet und nur mit zugehörigem Prüfzeugnis (EN 1634-1) einzubauen. Eine fehlende oder falsch montierte Dichtung entwertet die EI2-90-Klassifizierung des gesamten Abschlusses.

Interaktiv

Materialkalkulator F90-Ständerwand (CW 100, zweilagig)

Berechnet GKF-Plattenbedarf (4 Lagen gesamt, +10 % Verschnitt) und Gesamtkosten inkl. CW/UW-Profile, Mineralwolle 40 mm, Befestigungsmaterial und Montage Berlin. Kostenbandbreite 90–140 EUR/m². Basis: System CW 100, Profilabstand 400 mm.

GKF-Platten 2-lagig beidseitig
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Kabeldurchführungen: brandschutzrelevant und oft nicht koordiniert

Jede Leitungsdurchführung (Elektro, Wasser, Lüftung) durch eine F90-Wand muss mit einem geprüften Schott (Kabelschott, Rohrabschottung nach EN 1366-3) versehen werden. Fehlt das Schott, entfällt der F90-Nachweis für den gesamten Wandabschnitt — auch wenn Ständerwerk und Beplankung korrekt ausgeführt sind.

Plattenstöße versetzt anordnen — zulassungspflichtig, nicht optional

Die Systemzulassung schreibt den Versatz von Plattenstößen benachbarter Lagen vor (typisch ≥ 600 mm Längsversatz, ≥ 200 mm Querversatz — je nach Hersteller). Ein Stoß direkt übereinander schwächt die thermische Trennwirkung lokal auf eine einzige Plattenlage und gefährdet die F90-Klassifizierung.

Einbaubescheinigung: Pflichtdokument nach Fertigstellung

Nach Montage ist eine Einbaubescheinigung (Übereinstimmungserklärung des Ausführenden) zu erstellen. Sie dokumentiert Systembezeichnung, Zulassungsnummer und wesentliche Ausführungsparameter. Ohne dieses Dokument ist eine bauordnungsrechtliche Abnahme und spätere Bestandsdokumentation unvollständig.

Abschottungstypen für Leitungsdurchführungen in Brandschutzwänden – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Was Brandschutzsachverständige bei Begehungen immer wieder beanstanden

Die 5 häufigsten Ausführungsfehler bei Brandschutzwänden

1. Wand endet an Abhängdecke: Brandüberschlag über Deckenhohlraum — häufigster und schwerwiegendster Fehler. 2. Durchführungen ohne Schott: Elektriker- und Sanitärgewerke nicht koordiniert; Schottung fehlt oder falsch dimensioniert. 3. Plattenstöße nicht versetzt: Lagen direkt übereinander statt versetzt — Schwachzone über gesamte Wandhöhe.

4. Verschraubungsabstand überschritten: Systemzulassungen schreiben Schraubenabstände für Feld und Randbereich vor; Überschreitungen entwerten die Zulassung. 5. Falsche Profilgröße: Bei großen Wandhöhen reichen Standard-CW-Profile nicht; die Profilabmessung ist aus der Systemtabelle je Wandhöhe zu entnehmen. Alle fünf Fehler sind durch eine Zwischenabnahme vor Verschließen der Außenschale vermeidbar.

Erklär-Grafik: Schraubenabstände in Rand- und Feldbereich sowie Standard- gegenüber verstärktem CW-Profil bei hohen Brandschutzwänden.
Technische Daten

Technische Kennwerte: F90-Systeme im Überblick

Klassifizierung nationalF90 nach DIN 4102-2
Klassifizierung europäisch (nichtragend)EI 90 nach EN 13501-2
Klassifizierung europäisch (tragend)REI 90 nach EN 13501-2
Plattentyp (Pflicht)GKF Typ F nach EN 520 / DIN 18180
Plattenstärke je Lage12,5 mm (Regelmaß) oder 15 mm (verstärkt)
Lagen je Seite — Standard F902 Lagen
Lagen je Seite — F120 / erhöhter Schutz3 Lagen
Ständerachsmaß (Regelfall)625 mm
Wandhöhe max. (systemabhängig)bis 10 m
Baustoffklasse GKFA2-s1,d0 (nichtbrennbar, geringer Rauchanteil)
Flächengewicht (4 Lagen GKF 12,5 mm)ca. 50–60 kg/m²
Rw Standard (2-lagig je Seite, ohne Dämmung)ca. 45 dB
Rw kombiniert (mit Hohlraumdämmung Steinwolle)bis 52–57 dB
Wenn Brandschutz und Schallschutz gleichzeitig gefordert sind

Rw 52 dB und F90 in einer Wand: kombinierte Systemaufbauten

Kombinierte Anforderungen — F90 und erhöhter Schallschutz — sind mit Trockenbausystemen möglich, erfordern aber einen abgestimmten Aufbau: typisch Doppelständerwerk mit Dämmstreifen (entkoppelte Schalen) oder einfache Ständerreihe mit vollständiger Hohlraumdämmung aus Steinwolle (Rohdichte ≥ 30 kg/m³). Mit 2 × 2 Lagen GKF 12,5 mm und Steinwollefüllung werden Rw-Werte von 52–57 dB bei gleichzeitiger EI-90-Klassifizierung erreicht.

Entscheidend: Schallschutz und Brandschutz werden in separaten Prüfungen nachgewiesen — Schall nach EN ISO 10140, Feuer nach EN 1364-1. Ein F90-zugelassenes System besitzt nicht automatisch einen geprüften Rw-Wert. Planer sollten Systeme wählen, die beide Nachweise in einem Systemdokument führen, um Lücken im Ausführungsnachweis zu vermeiden.

Interaktiv

Systemgrenze: Max. Wandhöhe je CW-Profilbreite (F90, 2-lagig)

Wählen Sie die geplante CW-Profilbreite. Ausgabe: maximal zulässige lichte Wandhöhe bei 2-lagiger F90-Beplankung beidseitig (Profilabstand 400 mm) nach Systemzulassung Knauf / Rigips – ohne Sonderstatik.

Ständerprofil-Breite CW
Im Überblick

Systemvarianten: F30 bis F120 im Trockenbau

F30 / EI 30

Einlagige Beplankung je Seite (1 × 12,5 mm GKF); ausreichend für Nutzungseinheitentrennung in Gebäudeklasse 1–3. Geringster Materialaufwand, schnelle Montage.

F60 / EI 60

Zweilagig oder einlagig mit 15 mm Typ F; Einsatz in Treppenräumen, Technikräumen und Gebäudeklasse 4. Zunehmend mit Schallschutzanforderung kombiniert.

F90 / EI 90 — Standardklasse

Zweilagige Beplankung (2 × 12,5 mm GKF) je Seite; Pflichtklasse für Nutzungseinheitentrennung in GK 4–5 und Sonderbauten. Breiteste Systemauswahl (Knauf W112, Rigips RF, Siniat Topline F90 u.a.).

F120 / EI 120

Drei- oder mehrlagige Beplankung; Einsatz in Hochhäusern, Industriebauten und Sonderbauten mit verlängerter Evakuierungszeit. Systemzulassungen eingeschränkter verfügbar — Hersteller frühzeitig einbinden.

Deckenanschluss: Regelausführung vs. typischer Ausführungsfehler – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Nachträglicher Brandschutz bei Umnutzung und Aufstockung

Bestandswände auf F60/F90 ertüchtigen: Auflagen und Nachweispflichten

Bei Umnutzung oder Aufstockung verlangen Baugenehmigungen häufig, bestehende Trennwände auf F60 oder F90 zu ertüchtigen. Die wirtschaftlichste Methode ist die Vorsatzbekleidung: Vor die bestehende Wand (Mauerwerk, Stahlbeton) wird eine Metallprofilunterkonstruktion montiert und mit GKF-Platten beplankt — ohne wesentlichen Eingriff in die Bestandssubstanz.

Der Nachweis erfordert ein zugelassenes Ertüchtigungssystem oder ein projektspezifisches Prüfzeugnis einer akkreditierten Prüfstelle. Bestandsschutz entfällt bei wesentlichem Umbau; ein Brandschutzsachverständiger klärt vorab, welche Nachweise die zuständige Baubehörde akzeptiert. Zu beachten: Vorsatzbekleidungen verringern die Nettogrundfläche — relevant bei Mietflächen und Nutzungsberechnungen.

Querschnitt einer Bestandswand mit aufgesetzter Brandschutz-Vorsatzschale, Unterkonstruktion, Feuerschutzplatte und markiertem Flächenverlust samt Prüfzeugnis-Symbol.
So gehen wir vor

Ausführungsablauf: F90-Trockenbauswand

1

Systemwahl und Planungsfreigabe

Brandschutzkonzept, Systemzulassung (aBG/ETA) und Einbaudetails mit Planer und Brandschutzsachverständigem abstimmen. Systembezeichnung und Zulassungsnummer verbindlich im Leistungsverzeichnis verankern.

2

Rohdecke freilegen und Maßaufnahme

Abhängdecken im Wandbereich freilassen oder öffnen. Rohdecke freilegen, Wandlauf einmessen, Profilgröße gemäß Wandhöhe/Systemtabelle festlegen.

3

Ständerwerk montieren

UW/OW-Profile mit Dichtband und zugelassenen Befestigungsmitteln (max. 1,0 m Abstand) montieren. CW-Ständer im vorgeschriebenen Achsmaß (625 mm Regelfall) einsetzen.

4

Erste Beplankungslage und Installationen

Erste GKF-Lage je Seite montieren (Stöße über Ständer). Hohlraumdämmung und alle Leitungen inkl. Schottungen einbauen — vor Schließen dokumentieren (Zwischenabnahme).

5

Zweite Beplankungslage und Anschlüsse

Zweite GKF-Lage mit vorgeschriebenem Versatz zur ersten Lage befestigen. Wand-/Decken- und Bodenanschluss mit Brandschutzsilikon oder Mineralwolle lückenlos schließen.

6

Einbaubescheinigung und Abnahme

Einbaubescheinigung (Übereinstimmungserklärung) mit Systembezeichnung, Zulassungsnummer und Ausführungsparametern erstellen. Abnahme durch Bauleitung und ggf. Brandschutzsachverständigen, Übergabe zur Bestandsdokumentation.

Preise & Kosten

Was kostet eine Brandschutzwand (Trockenbau)?

Netto-Richtwerte für Berlin, inkl. Material und Montage — ohne Abbruch, Türzargen oder Schottungen. Faktoren: Systemklasse, Wandhöhe, Zugänglichkeit, Anzahl Durchführungen.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
F30-Trennwand (einlagig, bis 3,0 m Höhe)45–70 EUR/m²
F60-Trennwand (zweilagig, bis 3,5 m Höhe)65–95 EUR/m²
F90-Standardwand (zweilagig, bis 4,0 m Höhe)85–130 EUR/m²
F90 + erhöhter Schallschutz Rw ≥ 52 dB110–160 EUR/m²
F120 (dreilagig, Sondersystem)140–200 EUR/m²
Vorsatzbekleidung Bestand auf F90 (Bekleidung)55–90 EUR/m²
Kabelschott / Rohrabschottung (je Schott)80–200 EUR/Stk.
T90-Türzarge inkl. Einbau (EI2 90-C)600–1.400 EUR/Stk.

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Brandschutzwand

EI 90 / REI 90
Europäische Feuerwiderstandsklasse nach EN 13501-2: E = Raumabschluss (Integrity), I = Wärmedämmung (Insulation), R = Tragfähigkeit (Resistance), 90 = Minuten. Nichttragende Wände: EI 90; tragende Wände: REI 90.
F90 (DIN 4102-2)
Nationale deutsche Feuerwiderstandsklasse (90 Minuten). Ältere Systemzulassungen verweisen darauf. In aktuellen Zulassungen (aBG, ETA) wird EI 90 nach EN 13501-2 verwendet. Beide Bezeichnungen sind bauordnungsrechtlich gültig.
GKF / Gipskarton Typ F
Gipskartonplatte mit erhöhtem Feuerwiderstand nach EN 520 / DIN 18180. Glasfasereinlage im Kern verzögert frühzeitiges Versagen; Baustoffklasse A2-s1,d0. Erkennbar am roten Karton (herstellerabhängig).
aBG / AbZ / ETA
Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG, gültige Bezeichnung nach MBO-Novelle 2016), früher Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ); Europäische Technische Bewertung (ETA). Alle drei belegen die bauaufsichtliche Zulässigkeit eines Brandschutzsystems.
Schott / Abschottung
Brandschutzmaßnahme für Leitungsdurchführungen durch F-klassierte Wände. Kabelschotts und Rohrabschottungen müssen eigenständig klassifiziert sein (EN 1366-3) und werden separat dokumentiert.
Intumeszenz
Eigenschaft von Dicht- und Dämmstoffen, sich bei Hitzeeinwirkung (typisch 150–200 °C) stark auszudehnen. Wird in Fugen, Dichtprofilen und Rohrabschottungen eingesetzt. Expansionsfaktor und Reaktionstemperatur sind produktabhängig — Wert aus Prüfzeugnis entnehmen.
EI2 90-C (T90)
Europäische Klassifizierung von Feuerschutzabschlüssen nach EN 13501-2: EI 90 (Raumabschluss + Wärmedämmung 90 min), '2' = von einer Seite klassifiziert, C = selbstschließend. Entspricht dem nationalen T90 nach DIN 4102-5.

Bei Brandschutzwänden im Trockenbau liegt die Schwachstelle nie in der Wand selbst — sie liegt im Anschluss an die Rohdecke, in nicht geschotteten Durchführungen und in der fehlenden Einbaubescheinigung. Wer diese drei Punkte bei der Abnahme konsequent prüft, hat neun von zehn Mängeln eliminiert.

Erfahrungswert aus Brandschutzbegehungen

Materialvergleich: GKF-Platte vs. Gipsfaserplatte (GF)

GKF-Platten (Gipskarton-Feuerschutz nach EN 520 Typ F) haben eine Rohdichte von ca. 900 kg/m³ und sind in fast allen Systemzulassungen von Knauf, Rigips und Saint-Gobain als Standardkomponente hinterlegt. Gipsfaserplatten (z. B. Fermacell) erreichen ca. 1.150 kg/m³, sind homogen und kartonlos — bauphysikalisch vorteilhaft bei Feuchtigkeitsbelastung, erfordern aber eine separate systemspezifische Zulassung, da sie nicht 1:1 austauschbar sind.

Materialvergleich: GKF-Platte vs. Gipsfaserplatte (GF) – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Brandschutzwand Fragen & Antworten

Was bedeutet EI90 — und wie verhält sich das zur alten Bezeichnung F90?
F90 stammt aus DIN 4102-2 und klassifiziert den Feuerwiderstand nach deutschen Prüfregeln. Die europäische Ablösung ist EN 13501-2 mit dem Klassifikationsformat EI90: E steht für Raumabschluss (Integrität), I für Wärmedämmung (Insulation), 90 für die Mindestdauer in Minuten. Bei tragenden Wänden kommt R (Resistance/Tragfähigkeit) hinzu — die vollständige Klasse heißt dann REI90. Nichttragende Trockenbau-Trennwände werden ausschließlich nach EI klassifiziert. In Ausschreibungen und Baugenehmigungen sind beide Bezeichnungen noch parallel anzutreffen; technisch sind EI90 und F90 nicht deckungsgleich, da Prüfbedingungen und Messkriterien leicht abweichen.
Warum reicht eine einlagige Beplankung mit Feuerschutzplatten für EI90 in aller Regel nicht aus?
Die Feuerwiderstandsdauer hängt maßgeblich von Gesamtdicke und Lagenanzahl der Beplankung ab. Einlagige Konstruktionen mit Feuerschutzplatten (Typ F nach EN 520, umgangssprachlich GKF) erreichen in systemzugelassenen Aufbauten typischerweise nur EI30 bis EI60. Für EI90 schreiben die meisten Zulassungen mindestens zwei Lagen je Seite vor — häufig 2 × 12,5 mm oder eine Kombination aus 12,5 mm und 15 mm. Die exakten Schichtdicken sind der ETA oder abZ des jeweiligen Systems zu entnehmen, da sie je nach Profilhöhe und Ständerabstand variieren.
Welche Rolle spielt der Ständerabstand bei der Brandschutzklassifizierung?
Ständerabstand, Profilhöhe (z.B. CW 75 oder CW 100) und Schraubenraster sind integrale Bestandteile der Systemzulassung — keine frei wählbaren Planungsgrößen. Ein Achsmaß von e = 625 mm gilt in vielen EI90-Zulassungen als zulässiges Maximum; bei größeren Wandhöhen kann die Zulassung engere Rasterung oder stärkere Profile vorschreiben. Jede Abweichung vom zugelassenen Aufbau — auch ein einzelner weggelassener Zwischenständer — hebt die Klassifizierung rechtlich und haftungstechnisch vollständig auf. Vor Montabeginn ist die Systemzulassung daher zwingend als Ausführungsgrundlage beizuziehen.
Wie werden Rohrleitungen und Kabel normkonform durch eine EI90-Wand geführt?
Jede Durchführung ist ein potenzieller Brandpfad und muss mit einem nach EN 1366-3 geprüften Abschottungssystem verschlossen werden. Die Klassifizierung des Abschottungssystems nach EN 13501-2 muss mindestens der Wandklasse entsprechen (bei EI90-Wänden also 90 Minuten Feuerwiderstand). Gebräuchliche Systeme sind Brandschutzmanschetten für Kunststoffrohre, Brandschutzmörtel- oder Schaumsysteme für Kabelbündel sowie konfektionierte Kabelabschottungsblöcke. Alle eingesetzten Produkte müssen in der Revisionsdokumentation mit Zulassungsnummer, Produktbezeichnung und Einbauort nachgewiesen werden.
Dürfen Elektrodosen und Schalter in eine EI90-Brandschutzwand eingebaut werden?
Ja — aber ausschließlich unter den definierten Bedingungen der jeweiligen Systemzulassung. Gegenständige Dosen (beidseitig direkt übereinanderliegend) sind in EI90-Konstruktionen unzulässig, da sie einen thermischen Kurzschluss durch die Wand erzeugen. Zulassungen schreiben typischerweise einen horizontalen Mindestversatz von 300 mm zwischen gegenüberliegenden Einbauöffnungen vor. Darüber hinaus regeln die Zulassungen auch Dosentyp (Metall- oder Kunststoffgehäuse), maximale Öffnungstiefe und ob ein Mineralwolledämmkissen hinter der Dose erforderlich ist. Eigenmächtige Abweichungen von diesen Vorgaben sind klassifizierungsrelevant.
Bis zu welcher Wandhöhe gelten Systemzulassungen für EI90-Trockenbau-Wände?
Die meisten ETA- und abZ-Zulassungen für EI90-Trockenbau-Trennwände gelten bis Wandhöhen von 4,00 m bis 5,00 m — je nach Hersteller, Profilhöhe und Beplankungsaufbau. Über dieser Grenze ist ein statischer Einzelnachweis erforderlich, da die zulässige Schlankheit (Verhältnis Höhe zu Wanddicke) überschritten werden kann. In Bestandsgebäuden mit hohen Räumen wird häufig ein horizontaler Zwischenriegel (Stahl-UA-Profil) mit Decken- oder Wandverankerung ergänzt, um die systemzugelassene Höhe einzuhalten und gleichzeitig die Brandschutzklassifizierung nicht zu gefährden.
Was unterscheidet die Wandklasse EI90 von der Türklasse EI2 90-C — und warum ist das für die Brandabschnittsplanung entscheidend?
Eine Brandschutzwand schützt den Brandabschnitt nur dann vollständig, wenn alle Öffnungen eine gleichwertige Klassifizierung aufweisen. Türen werden nach EN 13501-2 mit EI2 90-C klassifiziert: EI2 steht für Integrität und Wärmedämmung nur auf der dem Brand ausgesetzten Seite (im Gegensatz zu EI1 mit beidseitiger Anforderung), 90 für die Dauer, C für selbstschließend. Der Index 2 ist für Türen normtypisch und bedeutet keine Schwächung gegenüber der Wand. Der kritischste Schwachpunkt ist die Zargeneinbindung in die Trockenbau-Konstruktion: Eine nicht systemkonform verankerte Stahl- oder Holzzarge unterbricht den Brandschutz genau dort, wo thermische Beanspruchung am höchsten ist.
Welche Zulassungsgrundlagen und Normen gelten für Trockenbau-Brandschutzwände nach aktuellem deutschen Bauordnungsrecht?
Trockenbau-Brandschutzwände werden in Deutschland über ETA (Europäisch Technische Bewertung) oder — für ältere und noch gültige Zulassungen — über die abZ (allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, ausgestellt durch das DIBt) nachgewiesen. Prüfgrundlage für nichttragende Wände ist EN 1364-1; die Klassifizierung erfolgt nach EN 13501-2. Die alte DIN 4102-4 gilt im deutschen Bauordnungsrecht noch als anerkannte Regel der Technik und dient als Vergleichsmaßstab bei Bestandsnachweisen. Bei Sonderbauten (Krankenhäuser, Versammlungsstätten, Hochhäuser) ist das objektspezifische Brandschutzkonzept maßgeblich — dort reicht eine Systemzulassung allein häufig nicht; es ist die Übereinstimmung mit dem Konzept und ggf. die Zustimmung der Brandschutzbehörde erforderlich.
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Die folgenden Fachinhalte stützen sich auf gültige Normen, Systemzulassungen und Prüfgrundlagen für nichttragende Trockenbau-Brandschutzwände.

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