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Wanddurchbruch Berlin
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Video: Wanddurchbruchvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Tragende Wände — Statik, Sturz & Recht

Wanddurchbruch in Berlin ausführen lassen — tragende Wand, Statik, Kosten

Ein Wanddurchbruch in einer tragenden Wand ist kein Abbruchprojekt, sondern ein statischer Eingriff: Die Wand leitet Lasten aus Decken und Geschossen in den Untergrund — fällt Material heraus, verliert dieser Querschnitt schlagartig seine Tragfähigkeit, wenn keine Ersatzkonstruktion bereitsteht. Öffnungsbreite, Wandmaterial, Deckenlast, Gebäudealter und Untergrundverhältnisse bestimmen gemeinsam, welcher Sturz einzubauen und welche Abstützkonstruktion vor dem ersten Schnitt aufzubauen ist.

In Berlin gilt: Durchbrüche in statisch relevanten Bauteilen sind nach BauO Bln (Abschnitt genehmigungsfreie Vorhaben) genehmigungspflichtig. Eine vom Tragwerksplaner erstellte statische Berechnung ist Grundlage für Sturzdimension, Lagertiefe und Abstützschema; die Genehmigungsfreiheit gilt ausschließlich für nicht-tragende Trennwände ohne Einfluss auf Brandabschnitte oder die Gesamtstandsicherheit.

Leistungsumfang

Was umfasst ein Wanddurchbruch vom Fachbetrieb?

  • Bestandsaufnahme & Wandanalyse: Materialbestimmung (Kalksandstein, Ziegel, Stahlbeton, Porenbeton), Wandstärkenmessung und Leitungsortung per Ortungsgerät vor Beginn jeder Maßnahme
  • Abstützung & Lastumlagerung: Aufbau von Lehrgerüsten oder Stahlträgersystemen beidseits der geplanten Öffnung vor dem ersten Schnitt — temporäre Lastabtragung bis der Sturz die statische Funktion übernimmt
  • Wandöffnung präzise herstellen: Schnitt per Diamantwandsäge oder Kernbohrkette je nach Material und Stärke; Nasschnittverfahren für staubarmes Arbeiten in bewohntem Umfeld
  • Sturz einbauen & vergießen: Einbau des statisch bemessenen Trägers (Stahlbetonfertigsturz, IPN/HEA-Stahlträger oder Ortbetonsturz) mit vorgeschriebener Lagertiefe; Hinterfüllung der Auflagerzone mit Expansionsmörtel (nicht schwindend)
  • Anschlüsse wiederherstellen: Verfugung und Instandsetzung der Wandanschlussfugen beidseits; bei Außenwanddurchbrüchen Anpassung der Dämmebene und Abdichtungsebene
  • Entsorgung & Dokumentation: Abtransport und fachgerechte Entsorgung des Ausbruchmaterials; Übergabe von Messnachweisen und Fotodokumentation als Grundlage für die bauaufsichtliche Abnahme

Je nach Befund können ergänzende Leistungen hinzukommen: Freilegen und Umverlegen von Installationen im Wandquerschnitt, Setzen von Zugankern bei engen Wandknotenbreiten oder Setzungsmonitoring bei historischen Gebäuden und kritischem Untergrund. Diese werden nach der Bestandsaufnahme separat bewertet.

Schneidverfahren im Vergleich: Kernbohrung, Diamantschnitt, Stemmen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Lastpfad im Mauerwerk: Druckbogen und Gewölbewirkung

Der Wanddurchbruch in tragendem Mauerwerk unterbricht den gewachsenen Lastpfad, der sich aus Deckenauflagern, Eigengewicht und Nutzlasten im Querschnitt aufgebaut hat. Intaktes Mauerwerk leitet Druckkräfte über die Gewölbe- und Druckbogenwirkung — typischerweise im 60°-Winkelbereich beidseitig der Öffnungsecken — zu den Auflagerpunkten um.

Diese natürliche Lastumlagerung funktioniert nur, wenn die Pfeilhöhe — die Mauerwerkshöhe über der Oberkante des künftigen Sturzes — mindestens ein Viertel der Öffnungsweite beträgt. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, muss der Sturz die volle Lastordinate ohne Druckbogenentlastung aufnehmen; das hat direkte Konsequenzen für Querschnitt, Auflagertiefe und den Durchbiegungsnachweis.

Querschnitt einer Ziegelwand: natürlicher Druckbogen über der Öffnung entlastet den Sturz, mit Pfeilhöhe und Öffnungsweite.
60°Druckbogenwinkel im Mauerwerk beidseitig der Öffnungsecken — Grundlage der natürlichen Lastumlagerung
≥ 200 mmPraxisrichtwert Mindest-Auflagerlänge für Stahlträger in tragendem Mauerwerk
5 mm/sDIN 4150-3 Schwinggeschwindigkeits-Richtwert für Wohngebäude bei f < 10 Hz
1–3 TageTypische Ausführungsdauer Wanddurchbruch je nach Wandtyp und Öffnungsgröße

Sturz-Auflagertiefe: Was der Eurocode 6 konkret fordert

DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6) mit deutschem Nationalanhang verlangt für Sturzauflager keinen fixen Tabellenwert, sondern den rechnerischen Nachweis, dass die Auflagerpressung die charakteristische Druckfestigkeit des Mauerwerks nicht überschreitet. In der Praxis haben sich Richtwerte bewährt: bis 1,0 m Öffnungsweite genügen häufig 115 mm (Halbstein), zwischen 1,0 und 2,0 m sind 175 mm und über 2,0 m mindestens 240 mm Auflagerlänge erforderlich.

Für Stahlträger kommt die Lastverteilungsplatte unter dem Trägerfuß zwingend hinzu: Ohne sie konzentriert sich die Auflagerkraft auf die schmale Flanschbreite und überschreitet die zulässige Druckfestigkeit des Mauerwerks lokal. Dieser Punkt wird im Bestand häufig vernachlässigt und ist eine der Hauptursachen für punktuelle Rissbildung unmittelbar neben dem Sturzauflager.

Interaktiv

Kostenrechner Wanddurchbruch

Richtwert für KS-Mauerwerk 24 cm, Öffnungshöhe ~2,10 m, aktuelle Berliner Marktpreise. Aufschlag Stahlbeton: +30 %. Vollziegel: vergleichbar KS. Wandstärke 36 cm: +12 %; 49 cm: +25 %. Statiknachweis, Genehmigungsgebühren und Bodenangleich sind nicht enthalten.

Ausbruch, Diamantschnitt + Entsorgung
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Ablauf: Wanddurchbruch in tragender Wand

1

Statische Voruntersuchung

Tragwerksplaner ermittelt Deckenlasten, Wandtyp und zulässige Öffnungsgröße; bei Stahlbeton Bewehrungsplan beschaffen oder Bestandsaufnahme per GPR anordnen.

2

Leitungs- und Bewehrungsortung

Elektro-, Gas-, Wasser- und Heizungsleitungen freilegen; Bewehrungseinlagen mit Profometer und ggf. Ground-Penetrating Radar (GPR) kartieren und protokollieren.

3

Abfangkonstruktion einrichten

Stützen und Bohlen exakt unter dem Lastpfad positionieren; Deckenlast beidseitig über mindestens zwei Felder ableiten, bevor der erste Abbruchschnitt erfolgt.

4

Wandöffnung herstellen

Vorzugsweise Diamant-Wandsäge (nass) für minimale Erschütterungen und exakte Maße; Stemmarbeiten nur für Restquerschnitte oder weiches Mauerwerk geringer Festigkeit.

5

Sturz einbauen

Stahlträger oder Stahlbetonsturz im Auflagerbett mit Lagermörtel und Lastverteilungsplatte setzen; alle Hohlräume vollständig verpressen oder vermörteln.

6

Lasteintragung und Lehrgerüstrückbau

Nach Erhärten des Lagermörtels (mind. 7 Tage, Freigabe durch Tragwerksplaner) Lehrgerüste stufenweise entfernen; angrenzende Bereiche auf Rissbildung kontrollieren.

7

Fertigstellung

Leibungsputz, Randstreifen, ggf. Elastomer-Lagerstreifen für Schallschutz; Standsicherheitsnachweis und Dokumentation für Bauakte archivieren.

Temporäre Abfangkonstruktion: Ablauf Schritt für Schritt – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Erschütterungen beim Wanddurchbruch: Grenzwerte nach DIN 4150-3

DIN 4150-3 'Erschütterungen im Bauwesen — Teil 3' definiert Anhaltswerte für die Spitzenschwinggeschwindigkeit (v_peak) als Beurteilungsgröße für benachbarte Bauwerke. Für Wohngebäude gilt bei Frequenzen unter 10 Hz ein Richtwert von 5 mm/s — ein Grenzwert, den maschinell geführte Presslufthämmer im 1-m-Abstand regelmäßig überschreiten.

Der Diamant-Nassschnitt bleibt mit unter 1 mm/s weit unterhalb dieses Grenzwerts und ist für erschütterungsempfindliche Nachbargebäude oder denkmalgeschützte Substanz die einzig vertretbare Abbruchmethode. Bei historischen Stuck-Decken, vorgeschädigtem Mauerwerk oder angrenzenden Labors sind vorab Erschütterungsmessungen und ein Monitoring-Konzept vorzusehen — andernfalls droht Haftung des ausführenden Betriebs nach dem Verursacherprinzip.

Querschnitt: Diamant-Nassschnitt am Mauerdurchbruch mit Erschütterungswellen, Geophon am Nachbargebäude und Monitoring-Messgerät nach DIN 4150-3.
Preise & Kosten

Was kostet ein Wanddurchbruch in tragender Wand?

Preisrahmen für Berlin inkl. MwSt.; Endpreis abhängig von Wandmaterial, Öffnungsgröße und statischen Anforderungen.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Standsicherheitsnachweis (Tragwerksplaner)400–1.200 EUR
Bewehrungsortung (elektromagnetisch + GPR)150–400 EUR
Wanddurchbruch Mauerwerk, bis 1,0 m²800–1.800 EUR
Wanddurchbruch Stahlbeton, bis 1,0 m²1.500–3.500 EUR
Stahlträger HEB 200 einbauen inkl. Material (3 m)900–2.200 EUR
Bewehrter Ortbetonsturz inkl. Schalung und Bewehrung600–1.500 EUR
Putz- und Leibungsarbeiten Fertigstellung300–700 EUR
Gesamtkosten Türdurchbruch 80 × 210 cm, Mauerwerk2.000–4.500 EUR
Gesamtkosten großer Durchbruch 3,0 m, Stahlbeton5.000–12.000 EUR

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Genehmigungspflicht für Wanddurchbrüche in Berlin

In Berlin unterliegen Eingriffe in tragende Wände grundsätzlich dem Genehmigungsvorbehalt nach der Berliner Bauordnung (BauO Bln). Auch wenn bestimmte Vorhaben als verfahrensfrei eingestuft werden, bleibt die Standsicherheit eine öffentlich-rechtliche Pflicht, die durch einen Standsicherheitsnachweis eines bauvorlageberechtigten Tragwerksplaners zu belegen ist — unabhängig vom gewählten Verfahrensweg.

Bei Eigentumswohnungen zählen tragende Bauteile zum Gemeinschaftseigentum; die Zustimmung der Eigentümerversammlung nach § 20 WEG ist zwingend — eine fehlende Beschlussfassung kann trotz abgeschlossener Baumaßnahme zur Rückbaupflicht führen. Für denkmalgeschützte Gebäude ist ergänzend die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuholen; der Vorlauf beträgt in Berlin erfahrungsgemäß zwei bis sechs Monate.

Lösungs-Finder

Tragwandtyp-Assistent: Genehmigung, Statik, Schnittverfahren

Welcher Tragwandtyp soll durchbrochen werden?

Vollantrag nach BauO Bln erforderlich — Genehmigungsfreistellung ausgeschlossen. Vor Statikbeauftragung Kernbohrprobe ø 100 mm entnehmen und Druckfestigkeit nach DIN EN 12504-1 bestimmen: Altbau-Vollziegel streuen stark zwischen 1,8 und 12 N/mm². Statik nach EC 6/DIN EN 1996-1-1: Auflagertiefe Sturz mind. 20 cm je Seite; bei Außenwänden Wärmebrückenbeurteilung. Schnittverfahren: ausschließlich Diamant-Wandsäge — kein Schlagwerkzeug, da Vollziegel-Verband unkontrolliert bricht.
Häufigster Tragwandtyp im Berliner Geschosswohnungsbau. Genehmigungsfreistellung nach BauO Bln bei bestimmten Wohngebäuden möglich — Prüfung durch Tragwerksplaner. Statik nach EC 6: KS-Rohdichteklasse mind. 1,8, Mörtelgruppe mind. IIa nachweisen. Auflagertiefe Fertigteilsturz nach DIN EN 845-2: min. 115 mm je Seite (halber Planstein). Schnittverfahren: Diamant-Wandsäge, Schnittüberschneidung an Ecken mind. 50 mm.
Vollantrag zwingend — Genehmigungsfreistellung ausgeschlossen. Bewehrungsplan vor Statikauftrag beschaffen (Fertigteilhersteller-Archiv; bei WBS-70 Gebäudeakte). Statik nach EC 2/DIN EN 1992: Durchstanznachweis bei punktgestützten Decken, Resttragfähigkeit verbleibende Wandscheibe. Auflagertiefe Sturz: mind. 150 mm je Seite. Schnitt ausschließlich diamantbesetzt (Kernbohrung bis ø 200 mm oder Wandsäge) — kein Stemmen, da unkontrolliertes Durchtrennen der Bewehrung Folgeschäden auslöst.
Druckfestigkeit nur 2–6 N/mm² — deutlich unter KS oder Vollziegel. Genehmigungspflicht wie KS-Bau nach BauO Bln. Sturz-Auflager kritisch: mind. 25 cm Auflagerfläche, Lastverteilungsplatte (Stahlwinkel oder Betonfertigplatte) empfohlen, da Porenbeton lokal absplittert. Statik nach EC 6: Druckspannungsnachweis beidseitiger Wandpfeiler. Schnittverfahren: Bandsäge oder diamantbesetzte Handführungssäge — rotierende Wandsäge nur mit Staubabsaugung (Quarzstaubgrenzwert nach TRGS 559).
Ohne Materialnachweis ist kein belastbarer Statikauftrag möglich. Vorgehen: Rückprallhammer-Screening nach DIN EN 12504-2, dann Kernbohrprobe ø 100 mm zur Druckfestigkeitsprüfung nach DIN EN 12390-3 im Labor. Temporäre Vollabfangkonstruktion (H-Stahlrahmen + Stahlstützen) bis zur Statikfreigabe vorhalten. Vollantrag nach BauO Bln erforderlich. Zeitpuffer 4–8 Wochen für Materialanalyse und Statikbearbeitung einplanen.
Im Vergleich

Ausführungsmethoden im Vergleich

KriteriumStemmhammerDiamant-WandsägeKernbohrungen + Handsäge
Erschütterungsniveauhoch (20–40 mm/s)< 1 mm/s< 2 mm/s
Schnittgenauigkeitgering, Ausbrechen möglichexakt (± 2 mm)präzise
Staubentwicklungsehr hoch (Trockenstaub)gering (Nassschnitt)gering (Nassschnitt)
Relative Kostenniedrigmittel bis hochmittel
Geeignet fürweiches MauerwerkStahlbeton + Mauerwerkalle Wandtypen
Sturztypen nach Spannweite: Fertigsturz, Ortbeton, Stahlprofil – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Fehlerquellen bei der Abfangkonstruktion

Der häufigste statische Versagensmechanismus liegt in einer falsch positionierten Abfangkonstruktion: Stützen, die nicht exakt unter dem Lastpfad stehen, erzeugen Ausmittigkeiten und unkontrollierte Setzungen im ungesicherten Zustand. Besonders kritisch ist die Phase zwischen Abbruchbeginn und vollständiger Lasteintragung in den neuen Sturz.

Fehlende Lastverteilungsplatten unter Stahlträgerenden führen zur punktuellen Überdrückung des Mauerwerks im Auflagerknotenpunkt. Das vorzeitige Entfernen des Lehrgerüsts — bevor Lagermörtel oder Ortbeton ausreichend Festigkeit entwickelt hat — ist eine klassische, in der Praxis häufig unterschätzte Fehlentscheidung, die im Nachhinein kaum zu korrigieren ist.

Querschnitt eines Stahlträger-Auflagers auf Mauerwerk: fehlende Lastverteilungsplatte, punktuelle Überdrückung und Lehrgerüst als Fehlerquellen der Abfangkonstruktion.
Im Überblick

Sturzarten im Überblick

Stahlbeton-Fertigsturz (U-Schale)

Für Öffnungen bis ca. 2,75 m in Wohngebäuden; U-Schalenform nach DIN EN 845-2 ermöglicht das Einlegen zusätzlicher Bewehrung vor dem Verguss. Einfach einzubauen, zuverlässig dimensioniert, wirtschaftlich.

Stahlträger HEB / IPE

Standard für größere Spannweiten oder hohe Auflasten; HEB-Profile wegen breiter Flansche bei kurzen Auflagerlängen bevorzugt. Bei schweren Deckenkonstruktionen als beidseitiger Doppelträger eingebaut.

Bewehrter Ortbetonsturz

Flexibel im Querschnitt; erfordert Schalung und Wartezeit auf Aushärtung. Vorteilhaft bei unregelmäßigen Wandquerschnitten oder wenn der Sturz dauerhaft sichtbar bleiben soll.

Stahlsteindecken-Sturz (Altbau)

In Berliner Gründerzeit- und Altbauten vor 1940 häufig: I-Profile (Kleineisen) tragen Ziegelkappen. Bestand meist tragfähig, aber Korrosionsgrad der Kleineisen ist vor Weiternutzung zu prüfen.

Durchbrüche in Stahlbetonwänden: Bewehrungsortung und Restquerschnitt

Vor jedem Trenn- oder Bohrangriff in Stahlbetonwänden ist eine Bewehrungsortung zwingend. Elektromagnetische Geräte (z. B. Profometer) erfassen Stahleinlagen bis ca. 120 mm Tiefe sicher; bei dichter Bewehrung oder größeren Betondeckungen empfiehlt sich ergänzend das Ground-Penetrating Radar (GPR), das tiefer liegende Lagen und Spannglieder zuverlässig erkennt.

Der statische Nachweis des Restquerschnitts ist bei Schubwänden besonders kritisch: Sie übertragen Horizontallasten (Wind, Erdbeben) und eine Öffnung verändert die Steifigkeitsverteilung im Grundriss messbar. Als Orientierungsgröße gilt, dass die verbleibenden Pfeilerbreiten links und rechts der Öffnung zusammen annähernd der ursprünglichen Wandlänge entsprechen sollten — anderenfalls ist eine Verstärkungs- und Nachweisplanung nach EC 2 erforderlich.

Interaktiv

Orientierungs-Sturzdimensionierung nach EC 6

Richtwerte für KS-Mauerwerk (Rohdichteklasse 1,8, Mörtelgruppe IIa). Stahlbetonwände und Öffnungen über 300 cm immer durch Tragwerksplaner nach EC 2 / EC 3 bemessen lassen.

Öffnungsbreite
Technische Daten

Schwinggeschwindigkeits-Richtwerte nach DIN 4150-3 (Auswahl)

Industriebauten, Gewerbe — Zeile 1 (f < 10 Hz)20 mm/s
Wohngebäude, gemischt genutzt — Zeile 2 (f < 10 Hz)5 mm/s
Besonders empfindliche Gebäude — Zeile 3 (f < 10 Hz)3 mm/s
Normierter Messorterdberührendes Bauteil oder EG-Decke
Presslufthammer — Richtwert bei 1 m Abstand20–40 mm/s
Diamant-Nassschnitt — Richtwert< 1 mm/s
Mindestpfeilerbreiten neben Wandöffnungen nach EC 6 / DIN EN 1996-1-1 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schallschutz nach dem Wanddurchbruch: Flankenübertragung nach DIN 4109

DIN 4109-1:2018 unterscheidet zwischen Direktschallübertragung durch das Trennbauteil und der Flankenübertragung über angrenzende Decken und Nebenwände. Eine neue Tür in einer Trennwand begrenzt den resultierenden Schalldämmwert Rw auf das Schalldämmmaß des Türelements — selbst schwere Holz-Türblätter erreichen selten mehr als 40 dB und liegen damit unter manchen Mindestanforderungen für Wohnungstrennwände.

Kritisch ist die Sturzzone: Ein Stahlträger, der ohne elastische Zwischenlage bündig in angrenzende Wandquerschnitte eingebunden wird, schafft eine Schallbrücke und erhöht die Flankenübertragung messbar. DIN 4109 empfiehlt entkoppelte Elastomer-Lagerstreifen für Sturzauflager im Schallschutzbereich — allerdings verändern diese die Auflagerkennwerte und sind mit dem Tragwerksplaner vorab abzustimmen.

Querschnitt Sturzzone: Stahlträger auf Mauerwerk, links entkoppeltes Elastomer-Auflager, rechts starre Schallbrücke mit Flankenübertragung nach DIN 4109.

Lehrgerüst nie vorzeitig abbauen

Die Abfangkonstruktion darf erst nach vollständiger Aushärtung des Lagermörtels und nach Freigabe durch den Tragwerksplaner entfernt werden. Ein zu früher Rückbau führt zu Setzungen und Rissen, die im Extremfall das Gesamttragwerk gefährden.

Bewehrungsortung: zwei Methoden kombinieren

Elektromagnetische Ortung (Profometer) erkennt Stahl sicher bis ca. 120 mm Tiefe. Bei dichter Bewehrung oder Betondeckungen über 100 mm zusätzlich Ground-Penetrating Radar (GPR) einsetzen — nur so werden tiefer liegende Lagen und Spannglieder zuverlässig erfasst.

WEG: Zustimmungspflicht vor Baubeginn

Tragende Wände zählen zum Gemeinschaftseigentum der WEG. Eine fehlende Beschlussfassung nach § 20 WEG kann trotz abgeschlossener Baumaßnahme zur Rückbaupflicht führen — unabhängig davon, ob ein Standsicherheitsnachweis vorliegt.

Durchbrüche in WU-Beton-Kellerwänden: Abdichtung nach WU-Richtlinie

WU-Beton-Kellerwände (Weiße Wanne) wirken wasserretardierend über das dichte Betongefüge — nicht über eine aufgeklebte Membran. Grundlage ist die DAfStb-Richtlinie 'Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton'. Jeder Schnitt schafft eine neue Fuge als Schwachstelle; die Wiederherstellung der Abdichtung erfordert Fugenprofile (Quellband oder Injektionsschlauch) und ggf. nachträgliche Verpressungen.

Feuerwiderstandsklassen für Öffnungsabschlüsse: EI 30 / EI 60 / EI 90 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt einer WU-Beton-Kellerwand mit Durchbruch, Ergänzungsbeton-Rahmen, Außenabdichtung und drückendem Grundwasser über Sohlplatte.

Der Ergänzungsbeton muss nach DIN EN 206 / DIN 1045-2 die gleiche Expositionsklasse wie der Bestand erfüllen — für erdberührte Kellerwände typischerweise XC4 und XA1. Bei drückendem Wasser (Grundwasserspiegel über Sohlplattenoberkante) sind lastfallgerecht bemessene Stahlbetonrahmen und außenseitige Abdichtungsanschlüsse nach WTA-Merkblatt 4-6 erforderlich.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Wanddurchbruch

Druckbogen
Bogensegmentförmige Lastableitung im Mauerwerk beim Entstehen einer Öffnung. Lasten werden im ca. 60°-Winkel beidseitig der Öffnungsecken zu den Seitenauflagern umgeleitet — setzt ausreichende Pfeilhöhe voraus.
Abfangkonstruktion
Temporäre Stützkonstruktion aus Bohlen und Stützen, die während des Abbruchs die Deckenlast trägt, bis der neue Sturz eingebaut und ausgehärtet ist.
WU-Beton (Weiße Wanne)
Wasserundurchlässiger Beton nach DAfStb-Richtlinie. Die Dichtigkeit entsteht durch den dichten Betonquerschnitt selbst; Fugen und neue Anschlüsse erfordern spezielle Fugenprofile.
Standsicherheitsnachweis
Statische Berechnung, die nachweist, dass das Gebäude nach dem Eingriff alle planmäßigen Lasten sicher abtragen kann. In Berlin für Eingriffe in tragende Wände behördlich gefordert.
Flankenübertragung
Schallübertragung nicht direkt durch das Trennbauteil, sondern über angrenzende Bauteile (Decken, Nebenwände). Nach DIN 4109-1 bei der Bemessung neuer Öffnungen zu berücksichtigen.
Expositionsklasse
Klassifizierung der Betonumgebungsbedingungen nach DIN EN 206. Für erdberührte Kellerwände typisch XC4 (wechselnd feucht, Karbonatisierungsrisiko) und XA1 (schwacher chemischer Angriff durch Boden- oder Grundwasser).

Wanddurchbruch Fragen & Antworten

Wann ist ein Wanddurchbruch in Berlin genehmigungspflichtig?
Jeder Eingriff in eine tragende oder aussteifende Wand berührt die Standsicherheit des Gebäudes und ist nach der Berliner Bauordnung (BauO Bln) genehmigungspflichtig — unabhängig von der Öffnungsgröße. Genehmigungsfrei bleiben ausschließlich Maßnahmen an nicht-tragenden Trennwänden ohne Auswirkung auf Brandabschnitte. Bei Unsicherheit entscheidet die zuständige Untere Baubehörde im Bezirksamt; eine informelle Voranfrage ist möglich und oft zweckmäßig.
Wie erkenne ich zuverlässig, ob eine Wand tragend ist?
Die sicherste Methode ist die Einsicht in vorhandene Bestandspläne und Statikakten. Als erste Orientierung gilt: Wände rechtwinklig zur Deckenspannrichtung übernehmen häufig Auflagerfunktionen — aber das ist keine Garantie. Sichtbare Hinweise sind Auflagerbereiche von Deckenbalken oder -platten an der Wand, Wanddicken über 20 cm bei Mauerwerk oder über 12 cm bei Stahlbeton sowie eine Lage im Stützenraster des Gebäudes. Endgültige Sicherheit gibt ein Tragwerksplaner, der bei Bedarf eine Bauteilöffnung zur Sichtprüfung anordnet.
Welcher Sturz ist für welche Öffnungsbreite geeignet — und warum ist die Auflagertiefe so kritisch?
Bei Breiten bis ca. 1,25 m werden häufig Stahlbetonfertigstürze nach DIN EN 845-2 eingesetzt. Zwischen 1,25 m und 3,5 m sind doppelte Stahlträger (IPN oder HEA) mit Verguss das Mittel der Wahl; ab 3,5 m oder bei hohen Auflasten kommt ein bewehrter Ortbetonsturz oder ein Verbundträger zum Einsatz. Die Auflagertiefe — in der Praxis mindestens 20 cm je Seite, statisch oft mehr — ist entscheidend: Zu kurze Lagerung erzeugt Druckspannungsspitzen im Mauerwerk, die sich erst Monate später als Rissbildung im Wandanschluss zeigen.
Was passiert mit der Gebäudelast während des Ausbruchs?
Vor dem ersten Schnitt wird die Wand durch ein temporäres Abstützsystem — Lehrgerüste oder Stahlträgersysteme beidseits der Öffnung — aus der Lastabtragung genommen. Erst nach Aufbau und Verspannung dieser Konstruktion beginnt der Ausbruch. Nach dem Sturz-Einbau und dem Abbinden des Expansionsmörtels — üblicherweise 24 bis 48 Stunden Wartezeit — wird die Abstützung schrittweise und kontrolliert entlastet; ein schlagartiges Entfernen ist nicht zulässig, da frühzeitige Vollbelastung den noch nicht ausgehärteten Verbund stört.
Welche Wandmaterialien sind bei Durchbrüchen besonders anspruchsvoll?
Porenbeton (z. B. Ytong, Hebel) hat mit ca. 2–4 N/mm² eine geringe Druckfestigkeit — Lasten im Auflagerbereich müssen über großflächige Lastverteilungsplatten abgefangen werden. Historisches Vollziegelmauerwerk vor 1960 ist oft mit Kalkmörtel der Mörtelgruppe I gefügt: geringer Verbund, erhöhtes Ausbruchrisiko an den Schnitträndern. Bewehrter Stahlbeton mit hohem Bewehrungsgrad erfordert vor dem Schnitt eine Bewehrungsortung per Profometer oder Röntgenaufnahme, da Schnitte durch Hauptbewehrung unmittelbare statische Auswirkungen haben.
Welche Ausführungsfehler führen typischerweise zu späteren Schäden?
Der häufigste Fehler ist eine unzureichende Abstützung vor dem Ausbruch: Unkontrollierte Lastumlagerung erzeugt Risse in angrenzenden Wänden und Decken. Zweithäufig ist eine zu kurze Auflagertiefe des Sturzes, die Druckspannungsspitzen im Auflagerbereich produziert. Besonders unterschätzt: das Vergießen der Auflagerzone mit schwindendem Normalmörtel statt Expansionsmörtel — der Sturz verliert den vollflächigen Kontakt, Lasten werden durch Biegung statt durch Druck übertragen, und die Folge sind Risse im Sturz-Wand-Anschluss, die oft erst 6 bis 18 Monate nach der Ausführung sichtbar werden.
Was kostet ein Wanddurchbruch in Berlin?
Die Kosten hängen stark von Wandmaterial, Öffnungsbreite und Stürztyp ab. Grobe Orientierungswerte ohne Statik und Genehmigung: Nicht-tragende Wand bis 1 m Breite ab ca. 400–800 €; tragender Mauerwerk-Durchbruch bis 1,25 m inkl. Fertigsturz und Abstützung ca. 1.500–3.000 €; Stahlbetonwand mit Doppelstahlträger bis 2,5 m ca. 3.500–7.000 €. Hinzu kommen Tragwerksplaner-Honorar (ca. 500–1.500 €) und Genehmigungsgebühren. Größte Kostentreiber: hoher Bewehrungsgrad (Ortung per Profometer oder Röntgen erforderlich), beengte Platzverhältnisse für die Abstützkonstruktion und Leitungsumverlegungen im Wandquerschnitt.
Ist nach einem Wanddurchbruch ein Setzungsmonitoring erforderlich?
Bei unkritischen Einfamilienhausdurchbrüchen ist es in der Regel nicht vorgeschrieben, kann aber von der Statik explizit gefordert werden. Bei Mehrfamilienhäusern, Gründerzeitgebäuden und Durchbrüchen nahe an Fundamenten oder bei weichem Untergrund (Berliner Sand, Auffüllungen) ist es fachlich geboten. Typisch: Rissnadelmonitoring (Gipsmarken oder elektronische Rissmonitore) an Wand-Decken-Knoten für 3 bis 6 Monate. Risse, die sich aktiv öffnen oder 0,2 mm überschreiten, sind als Warnsignal zu werten und unverzüglich dem Tragwerksplaner zu melden.
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Wanddurchbruch Referenzen & Beispiele

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Die folgenden Normen und Regelwerke bilden die fachliche Grundlage für Planung, Ausführung und bauaufsichtliche Abnahme von Wanddurchbrüchen in tragenden Bauteilen.

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