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Holz lasieren lassen
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Video: Holz lasierenvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Holzschutz durch Lasur

Holz lasieren lassen in Berlin – Fachgerecht vom Malermeister

Eine Lasur schützt Holz grundlegend anders als ein Lack: Sie dringt ins Holzgefüge ein oder bildet eine hauchdünne, dampfdiffusionsoffene Schicht, die die natürlichen Quell- und Schwindungsbewegungen des Holzes toleriert. Die Maserung bleibt sichtbar – bei Dünnschichtlasuren sogar die taktile Holzstruktur. Entscheidend für die Standzeit sind Systemwahl, Untergrundfeuchte und normgerechte Vorbereitung.

Im Außenbereich unterscheidet man zwei Hauptsysteme: Dünnschichtlasuren (penetrierend, kein Filmaufbau, gleichmäßige Verwitterung) und Dickschichtlasuren (filmbildend, ≥ 80 µm Trockenschichtdicke, höherer mechanischer Schutz, aber rissanfällig bei starker Holzbewegung). Wird ein System falsch gewählt oder auf einem inkompatiblen Altuntergrund aufgetragen, entstehen Ablösung, Blasenbildung oder vorzeitiger Farbzerfall.

Leistungsumfang

Was umfasst das professionelle Lasieren von Holzflächen?

  • Feuchtemessung des Holzuntergrundes (Zielwert ≤ 15 % bei Nadelholz, ≤ 12 % bei Laubholz) mit kalibriertem Widerstandsmessgerät
  • Untergrundprüfung auf Harzgallen, Bläuepilze und Systemverträglichkeit mit der Altbeschichtung (Haftzugtest, Schleifprobe, Anlösungscheck)
  • Schleifen der Flächen (Körnung 80–120 längs der Faser), Entstaubung, Hirnholzkanten separat mit Spezialgrund vorbehandeln
  • Erster Anstrich: Imprägnierlasur oder Tiefengrund – Sicherung der Haftung, Pilzschutz und Tiefenpenetration
  • Zwischenschliff (Körnung 150–180), Entstaubung, Naht- und Fugenabdichtung an kritischen Anschlussstellen
  • Schlussanstrich(e): mindestens 2 Lasurlagen im Außenbereich, Auftrag ausschließlich mit dem Faserverlauf, Nass-in-Nass oder nach Standzeit laut TDS

Für Arbeiten als Werkleistung gelten die Anforderungen der VOB/C ATV DIN 18363 an Untergrundvorbereitung, Schichtdicken und Abnahme. Bei denkmalgeschützten Objekten, Schäden durch Durchfeuchtung oder Schimmelpilzbefall wird das Beschichtungssystem nach Befund festgelegt.

130 g/LVOC-Grenzwert Außenlasur wasserbasiert (EU 2004/42/EG, Phase II)
12–18 %Optimales Holzfeuchtefenster vor Lasuranstrich
P 80–120Empfohlene Schleifkörnung Grundschliff vor Lasuranstrich
≥ 6Blauskala-Mindestwert für pigmentierte Außenlasuren (ISO 105-B)
Dünnschichtlasur vs. Dickschichtlasur — Eindringtiefe im Holzgefüge – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

VOC-Grenzwerte: Was die EU-Richtlinie 2004/42/EG für Außenlasuren vorschreibt

Die EU-Richtlinie 2004/42/EG (Decopaint-Richtlinie) begrenzt den VOC-Gehalt in Beschichtungsmitteln. Für Außenholzlasuren gilt ab Phase II (2010): wasserbasierte Systeme max. 130 g/L, lösemittelbasierte max. 400 g/L flüchtige organische Verbindungen — jeweils im gebrauchsfertigen Produkt.

Ein in der Praxis häufig übersehenes Detail: der Grenzwert bezieht sich auf das gebrauchsfertig verdünnte Produkt. Wer auf der Baustelle zusätzlich mit Lösemittel streckt, kann den Grenzwert unwissentlich überschreiten — Herstellervorgaben zur Verdünnung sind daher verbindlich einzuhalten.

Bei gewerblichen Ausschreibungen empfiehlt sich die Formulierung 'VOC-konform nach RL 2004/42/EG' im Leistungsverzeichnis. Dies schließt veraltete Hochlösemittelsysteme aus und schafft Nachweispflicht für den Auftragnehmer.

Diagramm zum VOC-Grenzwert nach RL 2004/42/EG: gebrauchsfertige Lasur, Herstellerverdünnung und unzulässige Streckung auf der Baustelle.
Im Überblick

Lasurentypen: Eigenschaften und Einsatzbereiche

Imprägnierlasur (Dünnschicht)

Eindringendes System ohne Filmaufbau, Trockenfilm < 25 μm. Holzmaserung vollständig sichtbar. Ideal für sägeraue Außenflächen und als Grundierungsschicht im Systemaufbau; Träger für Biozidwirkstoffe.

Halbdeckende Lasur

Erhöhte Pigmentierung, Maserung noch erkennbar. Geeignet für vergrautes, ungleichmäßig gefärbtes oder vorgeschädigtes Holz. Bessere Farbtonhaltbarkeit als reine Dünnschicht.

Dickschichtlasur (filmbildend)

Trockenfilm 60–100 μm, Barrierewirkung. Höherer UV- und Feuchteschutz, aber Rissüberbrückungsfähigkeit prüfen — bei bewegungsaktivem Holz kritisch.

Ölbasierte Holzlasur

Eindringendes Öl bildet keinen Film; hohe Substratverträglichkeit. Besonders geeignet für offenporige Hölzer, Thermowood und harzreiche Nadelhölzer. Lösemittelgehalt oft höher als bei wässrigen Systemen.

Holzfeuchte messen und einhalten: Das kritische 12–18 %-Fenster vor der Beschichtung

Die Holzfeuchte ist der am häufigsten unterschätzte Qualitätsfaktor beim Lasieren. Liegt sie über 18 %, treibt das später entweichende Wasser die Lasur von innen auf — Blasen und Haftungsversagen entstehen, oft erst Wochen nach der Ausführung sichtbar.

Gemessen wird nach DIN EN 13183-2 (elektrisches Widerstandsverfahren); die Elektroden müssen mindestens 1/3 der Brettdicke eindringen, um den Kern zu erfassen. Reine Oberflächenmessungen nach kurzem Sonnenschein täuschen trockenes Holz vor, das im Kern noch zu feucht ist.

Praxisfaustregel: nach Landregen mindestens 48–72 h Wartezeit bei trockenem Wetter einplanen. Nordexponierte Flächen, Rillen- und Profilbretter trocknen erheblich langsamer — immer individuell messen, nie schätzen.

Interaktiv

Literbedarf und Kosten kalkulieren

Richtwert fuer 2 Anstriche bei mittlerer Holzsaugfaehigkeit (Kiefer gehobelt, Eiche). Geringe Saugfaehigkeit (Teak, Bangkirai): Faktor 0,15 L/m²; hohe Saugfaehigkeit (Laerche rau, Douglasie): Faktor 0,30 L/m². Holzschutzgrund-Voranstrich erhoehen den Gesamtverbrauch um ca. 15 %. Herstellerangaben gemaess DIN EN 927-1 beachten.

Holzlasur
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Technische Daten

Technische Kennwerte — Außenholzlasur auf einen Blick

Holzfeuchte max. (Erstanstrich)15–18 % (Herstellerangabe maßgeblich)
Messung HolzfeuchteDIN EN 13183-2 (elektrisches Widerstandsverfahren)
Schleifkörnung GrundschliffP 80 – P 120
Schleifkörnung Zwischenschliffmax. P 150 – P 180
Trockenfilm Imprägnierlasur< 25 μm
Trockenfilm Deckauftrag60–100 μm
VOC-Grenzwert wasserbasiert (Außen)max. 130 g/L (EU 2004/42/EG, Phase II)
VOC-Grenzwert lösemittelbasiert (Außen)max. 400 g/L (EU 2004/42/EG, Phase II)
Blauskala-Mindestwert Außen UV-exponiert≥ 6 (ISO 105-B)
Wiederanstrich-Intervall24–72 h (temperatur- und produktabhängig)
EN 927 — Bewitterungsklassen für Außenholzbeschichtungen (Leistungsstufen) – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Biozidhaltige Holzlasuren: Wirkstoffe und Zulassung nach EU-VO 528/2012

Holzlasuren mit fungiziden oder insektiziden Wirkstoffen zählen als Biozidprodukte und unterliegen der EU-Verordnung 528/2012. Nur Produkte mit behördlich genehmigten Aktivsubstanzen dürfen als 'schützend' vermarktet werden; die Liste genehmigter Wirkstoffe wird laufend aktualisiert und nicht genehmigte Stoffe vom Markt genommen.

Häufig eingesetzte Wirkstoffe in zugelassenen Außenholzlasuren: IPBC (3-Iod-2-propinylbutylcarbamat) gegen Schimmelpilze und Bläue, Tebuconazol und Propiconazol als Breitbandtriazole. Tributylzinnverbindungen (TBT) und zahlreiche ältere Wirkstoffe sind verboten.

Bei Ausschreibungen ist 'Biozidprodukt gemäß EU-VO 528/2012 genehmigt' präziser als ein Produktname. Der Auftragnehmer muss eine Produktgenehmigung nach Art. 17 der Verordnung nachweisen können — besonders relevant bei sensiblen Bereichen wie Kinderspielgeräten oder Wassereinzugsgebieten.

Querschnitt einer außenholzlasur-beschichteten Fassadenbohle mit Eindringzone, Bläuepilz im Holz und Produktgenehmigungs-Dokument nach EU-VO 528/2012.
So gehen wir vor

Ablauf: Holz fachgerecht lasieren

1

Untergrundprüfung

Holzart, Altbeschichtungen (Öl, Wachs, Lack) und Substratfestigkeit prüfen. Bei unbekanntem Altbestand: Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409 und Lösemittelwischtest vorab durchführen.

2

Feuchtemessung

Holzfeuchte nach DIN EN 13183-2 messen; max. 15–18 % je Produktvorgabe. Nord-, Rücken- und Profilseiten separat messen — dort trocknet das Holz langsamer als die Sichtseite.

3

Schleifen und Entstauben

Grundschliff P 80–P 120 längs zur Faser. Schleifstaub vollständig absaugen und trocken abwischen. Bei Hartholzstäuben (Buche, Eiche): PSA nach TRGS 553 obligatorisch.

4

Vorbehandlung Sonderstellen

Hirnholzflächen mit verdünntem Voranstrich behandeln (3–5× höhere Saugfähigkeit). Harzgallen und Äste mit geeignetem Harzseifenprimer abdecken, bevor lasiert wird.

5

Imprägnierlasur / Grundierung

Erste Schicht als eindringendes Imprägniersystem, ggf. nach Herstellervorgabe verdünnt. Nassfilmdicke und Mindestverbrauch laut TDS einhalten; Trocknungsintervall abwarten (mind. 24 h).

6

Deckauftrag(e)

1–2 Deckaufstriche je nach Systemaufbau nach BFS-Merkblatt Nr. 18. Zwischenschliff P 150–180 bei Dickschichtsystemen. Anstrich nur bei T > 5 °C und rel. Luftfeuchte < 80 %.

Thermowood lasieren: Warum Standardprodukte versagen und was stattdessen funktioniert

Thermisch vergütetes Holz (Thermowood, Behandlung bei ca. 160–230 °C) verliert durch partielle Zerlegung acetylierter Zellwandstrukturen einen Großteil seiner Hygroskopizität. Die Oberfläche ist hydrophob — ein Wassertropfen auf frisch geschliffenem Thermowood bleibt oft über 30 Sekunden stehen, ohne einzudringen.

Diese Hydrophobie lässt wasserbasierte Standardgrundierungen abperlen statt eindringen: der Haftverbund kommt nicht zustande, und die Lasur enthaftet innerhalb kurzer Zeit. Für Thermowood empfehlen sich niedrigviskose Ölimprägniermittel oder lösemittelreiche Spezialprimer mit dokumentierter Thermowood-Freigabe des Herstellers.

Einfacher Vortest vor der Produktauswahl: 0,1 ml Wasser auf die frisch geschliffene Fläche tropfen — zieht der Tropfen innerhalb von 30 Sekunden ein, sind übliche wasserbasierte Systeme kompatibel. Bleibt er länger stehen, muss die Produktwahl angepasst und eine Herstellerfreigabe eingeholt werden.

Lösungs-Finder

Lasur-System ermitteln

Exposition und Vorbehandlungszustand der Holzflaeche:

System: Holzschutzimpraegniergrund (loesemittelbasiert, tiefe Penetration) + 2x Dickschicht-Lasur gemaess DIN EN 927-3. Bei Laerche und Douglasie: harzende Stellen vorher abflämmen oder Knotenprimer setzen. Mindestschichtdicke 80 µm trocken; Langzeitschutz 5-8 Jahre erreichbar.
System: 2-3 Lagen Duennschicht-Lasur nach DIN EN 927-2, kein Vollschutzgrund erforderlich. Erstverbrauch 80-120 ml/m² je Lage. Diffusionsoffen, spurenlos ueberarbeitbar. Wartungsintervall 4-6 Jahre; Kanten jaehrlich kontrollieren.
Zuerst Holzreiniger (Oxalsaeure- oder Aktivsauerstoffbasis) auftragen, mind. 72 h bei 20 °C / 65 % rF trocknen. Anschliessend Impraegniergrund + 2x Dickschicht-Lasur. Alternativ: Holzoel-System (schichtbildungsfrei, diffusionsoffen, Wartung alle 2-3 Jahre).
Systemgleiche Ueberarbeitung verwenden: Oel-Basis auf Oel-Basis, Wasser-Basis auf Wasser-Basis — Inkompatibilitaet fuehrt zu Schichtspannungen und Haftungsversagen (BFS-Merkblatt 18). Schleifen Korn 80-120, entstauben, 1-2 Decklagen systemgleich.
Vollstaendige Entfernung des Altsystems: thermisch (Heissluft 200-250 °C) oder mechanisch (Abziehmesser, Schleifpapier Korn 60). Neuaufbau: Impraegniergrund + 2 Deckanstriche. Mehraufwand fuer Entfernung: 6-12 EUR/m² zusaetzlich kalkulieren.
Loesemittelarme Innenraumlasur oder Hartoel / Hartwachsoel (VOC-Klasse A+, ggf. RAL-UZ 102). Mechanisch belastete Flaechen (Treppe, Boden): Aufbausystem Hartoel + Versiegelung. Trocknungszeit je Schicht mind. 24 h; kein UV-Stabilisator erforderlich.

Holzstäube: Schutzpflicht nach TRGS 553

Stäube von Buche, Eiche und bestimmten Tropenhölzern sind nach TRGS 553 krebserzeugend (Kategorie A1). Beim maschinellen Schleifen sind P3-Atemschutz und Absaugung Klasse M Pflicht — auch bei kurzen Schleifarbeiten auf der Baustelle.

Hirnholz: 3–5× höhere Saugfähigkeit gezielt ausgleichen

Stirnholzflächen saugen Lasuren und Grundierungen drei- bis fünfmal schneller auf als Längsflächen. Dort immer einen verdünnten Voranstrich oder eine spezielle Hirnholzversiegelung einplanen — sonst entsteht eine ungleichmäßige Oberfläche mit erhöhtem Biozidverbrauch.

Altbestand-Kompatibilität vor dem Überlasieren prüfen

Wachse, Öle oder Alkydharzreste auf dem Untergrund verhindern das Eindringen der Lasur. Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409 und Lösemittelwischtest vorab durchführen. Unverträgliche Altbeschichtungen vollständig entfernen, nicht überlasieren.

Kritische Schwachstellen am Holzbauteil — Feuchteeintrag und Schadenspotenzial – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schleifkörnung richtig wählen: Die Haftungsfalle bei zu feinem Schliff

Für lasierende Systeme ist die Schleifkörnung entscheidender als bei deckenden Anstrichen. Zu feiner Schliff (P > 150) verschließt Holzporen durch Reibungswärme und feinsten Holzmehlstaub — die Lasur bleibt an der Oberfläche statt einzudringen und bildet einen schwach haftenden Film.

Empfehlung: letzter Grundschliff vor dem Lasuranstrich max. P 120 für sägeraue Außenflächen, max. P 150 für glatte Hobelflächen im Innenbereich. Zwischen zwei lasierenden Anstrichen darf kurz mit P 150–180 zwischengeschliffen werden, um aufgequollene Fasern niederzulegen — das ist kein Ersatz für den Grundschliff.

Kritische Fehlerquelle: Exzenterschleifer bei Längsholz. Die rotierenden Schleifspuren verlaufen quer zur Faser und werden nach dem Lasieren als deutliche Kreismuster sichtbar ('Schleifringe'). Grundschliff ausschließlich mit Schwingschleifer oder von Hand längs zur Faser ausführen.

Vergleichsgrafik: Exzenterschleifer erzeugt sichtbare Schleifringe quer zur Faser, Schwingschleifer längs zur Faser mit Körnung P120 bis P150.
Im Vergleich

Wasserbasiert vs. lösemittelbasiert: Entscheidungskriterien

KriteriumWasserbasiertLösemittelbasiert
VOC-Gehalt max. (Phase II)130 g/L400 g/L
Geruch bei VerarbeitungGeringErheblich
Trocknungszeit Strich-auf-Strich2–4 h6–24 h
Eindringtiefe ins HolzMittelHoch (Kapillarwirkung)
WitterungsbeständigkeitGutSehr gut
Eignung ThermowoodBedingtBesser geeignet
WerkzeugreinigungWasser + SpülmittelLösemittel erforderlich
Min. Verarbeitungstemperatur+5 °C+3 °C

Lichtechtheit und UV-Schutz: Blauskala, Pigmentstabilität und Farbtonhaltbarkeit

Die Lichtechtheit von Lasurpigmenten wird auf der Blauskala (ISO 105-B01) von 1 (schnell verblassend) bis 8 (ausgezeichnet) bewertet. Für Außenlasuren mit hoher UV-Exposition — Südfassaden, Loggien, auskragende Dachuntersichten — sollten nur Produkte mit Blauskala-Wert ≥ 6 eingesetzt werden.

Anorganische Pigmente auf Fe-Oxid-Basis (Ockertöne, Rotbraun, Grüntöne) erreichen häufig Werte von 7–8; organische Azo- oder Phthalocyanin-Pigmente liegen je nach Qualität bei 3–6. Was am Verkaufsregal identisch aussieht, verhält sich nach 2–3 Jahren an der Südfassade völlig unterschiedlich.

Zusätzlich entscheidend: HALS-Stabilisatoren (Hindered Amine Light Stabilizers) und UV-Absorber im Bindemittel schützen das Harz vor Photooxidation. Ohne diese Additive versprödet die Lasurmatrix und verliert Elastizität — auch wenn der Farbton noch akzeptabel wirkt. Bei unklarer Datenlage Systemempfehlung des Herstellers für 'UV-exponierte Außenlagen' einholen.

Interaktiv

Wartungsintervall einschaetzen

Der Regler bildet den kombinierten Expositionsindex ab: UV-Strahlungsdauer, Feuchtewechsel-Haeufigkeit und Windlast. Ueberdachte Nordlage entspricht Stufe 1-2; freistehende Suedwest-Fassade, Kueste oder Hochgebirge Stufe 9-10.

Witterungsbelastung (Expositionsindex)
Preise & Kosten

Was kostet Holz lasieren?

Richtwerte für Berliner Verhältnisse inkl. Material und Lohn; Netto-Preise für gewerbliche Auftraggeber. Gewerk Malerarbeiten, Außenbereich.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Imprägnierlasur 1-fach (Untergrund/Grundierung)8–14 EUR/m²
Außenlasur 2-fach (Imprägnierlasur + 1 Deckauftrag)18–28 EUR/m²
Außenlasur 3-fach (Neubau-Systemaufbau nach BFS-18)28–42 EUR/m²
Renovierungslasur auf Altbestand (inkl. Schleifen)22–35 EUR/m²
Thermowood-Sonderbehandlung (Ölprimer + 2-fach Lasur)35–55 EUR/m²
Hirnholzversiegelung (Zusatzleistung)4–8 EUR/lfm
Gerüst / Absturzsicherungnach Aufwand, ggf. Fremdleistung

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Gerbsäurereaktive Holzarten — Tannin-Ausblutungen und Isoliergrundierung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

BFS-Merkblatt Nr. 18: Der normative Rahmen für fachgerechte Außenholzbeschichtungen

BFS-Merkblatt Nr. 18 des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz ist die anerkannte Regel der Technik für Außenholzbeschichtungen. Es legt Untergrundklassen, Systemaufbauten (Imprägnierung plus 1–2 Deckaufstriche), Mindestfilmdicken und Prüfverfahren fest.

Als Beiblatt zur VOB/C DIN 18363 wird das Merkblatt bei gewerblichen Aufträgen automatisch Vertragsbestandteil, sofern es nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Abweichungen — etwa nur 1-facher Anstrich statt vorgesehener 2-facher Systemaufbau — können als Mangel nach VOB gewertet werden.

Für private Bauherren ohne VOB-Vereinbarung empfiehlt sich die ausdrückliche Vertragsaufnahme: 'Ausführung nach BFS-Merkblatt Nr. 18'. Dies schützt vor Minderausführungen und schafft klare Grundlage für Abnahme und Gewährleistungsansprüche.

Schichtaufbau einer fachgerechten Außenholzbeschichtung: Holzuntergrund, Grundierung, Zwischen- und Deckanstrich als zweifacher Systemaufbau nach BFS-Merkblatt Nr. 18.

Lasur vs. deckender Anstrich: Abwägung für die Entscheidung

Vorteile

  • Holzmaserung und -struktur bleiben sichtbar — ästhetisch wertvoll bei Eiche, Lärche, Douglasie
  • Geringer Filmaufbau toleriert Rissbildung im Holz besser — kein abplatzender Beschichtungsfilm
  • Renovierung einfacher: Überlasieren meist möglich, keine vollständige Entfernung des Altbelags nötig
  • Offenporiger Aufbau begünstigt Feuchteausgleich bei bewegungsaktiven Hölzern

Nachteile / Grenzen

  • Kürzerer Erneuerungsintervall: Außenlasur alle 3–5 Jahre, deckende Farbe oft 7–12 Jahre
  • Farbtonhaltbarkeit bei organischen Pigmenten geringer unter UV-Dauerlast
  • Kein vollständiger Barriereschutz — bei stark witterungsexponierter Lage können deckende Systeme überlegen sein
  • Substratanforderungen hoch: nicht jede Holzart und Oberflächenqualität ist für Lasuren geeignet

Quellen, Schwinden, Reißen: Holzartspezifische Bewegungsmaße und ihr Einfluss auf die Lasur

Holz ändert seine Dimensionen mit jeder Feuchteänderung. Das tangentiale Schwindmaß beträgt bei Lärche ca. 7–10 %, bei Kiefer ca. 6–9 %, bei Eiche bis ca. 10–12 %. An einem 20 mm dicken Brett entspricht das bis zu 2 mm Breitenänderung je Klimazyklus.

Verarbeitungs-Stufenfolge beim Holz lasieren — Schichtaufbau und Zeitfenster – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt zweier Fassadenbretter mit Dünnschichtlasur, dimensionierter Brettfuge, versiegeltem Hirnholz und rissüberbrückender Dickschichtlasur.

Lasierende Dünnschichtsysteme tolerieren diese Bewegung am besten, da kein geschlossener Film vorhanden ist, der reißen könnte. Bei filmbildenden Dickschichtlasuren muss die Rissüberbrückungsfähigkeit nach DIN EN 1062-7 für das jeweilige Holzsubstrat ausreichen — das Systemdatenblatt auf entsprechende Dehnbarkeitsangaben prüfen.

Besonders kritisch: enge Brettfugen und Hirnholz-Stoßkanten, wo Wasser einzieht und das Holz zyklisch stärker quillt. Fachgerechte Ausführung sieht Mindestfugenabstände (ca. 3–5 mm bei Fassadenbrettern) und Hirnholzversiegelungen an allen exponierten Schnittkanten vor.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Holz lasieren

Imprägnierlasur
Eindringendes Lasursystem ohne Filmaufbau (Trockenfilm < 25 μm). Schützt durch Konservierung des Holzstoffs, nicht durch Barriere.
Dickschichtlasur
Filmbildende Außenlasur, Trockenfilm 60–100 μm. Höherer Barriereschutz, aber Anforderungen an Rissüberbrückungsfähigkeit (DIN EN 1062-7) bei bewegungsaktivem Holz beachten.
Blauskala (ISO 105-B01)
Bewertungsskala für Lichtechtheit von Pigmenten, 1 (schnell verblassend) bis 8 (ausgezeichnet). Außen UV-exponiert: Mindestwert ≥ 6 empfohlen.
VOC (Volatile Organic Compounds)
Flüchtige organische Verbindungen. Ihr Anteil in Beschichtungsmitteln ist durch EU-Richtlinie 2004/42/EG (Decopaint) begrenzt.
Biozid (EU-VO 528/2012)
Wirkstoff gegen biologischen Befall (Pilze, Algen, Insekten). Für den Vertrieb als 'schützendes Mittel' muss der Wirkstoff behördlich genehmigt sein (Art. 17).
Thermowood
Thermisch modifiziertes Holz (160–230 °C), deutlich reduzierte Hygroskopizität. Erfordert angepasste Lasursysteme — Standardgrundierungen auf Wasserbasis haften unzureichend.
BFS-Merkblatt Nr. 18
Fachrichtlinie für Außenholzbeschichtungen (Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz). Beiblatt zu VOB/C DIN 18363 — bei gewerblichen Aufträgen automatisch Vertragsbestandteil.
Schwindmaß (tangential/radial)
Dimensionsänderung des Holzes bei Feuchteänderung in %. Tangential 1,5–2× größer als radial; maßgeblich für Dehnbarkeitsanforderungen an filmbildende Lasuren.

Holz lasieren Fragen & Antworten

Was ist der technische Unterschied zwischen Dünnschicht- und Dickschichtlasur?
Dünnschichtlasuren sind penetrierend: Sie dringen ins Holz ein, bilden keinen geschlossenen Film und lassen Holzfeuchtigkeit dampfdiffusionsoffen entweichen. Dickschichtlasuren bilden dagegen einen messbaren Film (≥ 80 µm Trockenschichtdicke), der höhere mechanische Schutzwirkung bietet, aber bei starken Schwind- und Quellbewegungen des Holzes aufbrechen kann. Für unbehandeltes Roh- oder Sägerauhholz sind Dünnschichtsysteme die Regel; Dickschichtlasuren kommen auf gehobelten, maßstabilen Hölzern zum Einsatz – und nur dort, wo ein Systemwechsel im Sanierungsfall kalkuliert werden kann.
Welche Holzfeuchte muss vor dem Lasieren eingehalten werden?
Nach BFS-Merkblatt Nr. 18 und den gängigen Herstellervorgaben gilt: Nadelholz max. 15 %, Laubholz max. 12 % Holzfeuchte, gemessen mit kalibriertem elektrischem Widerstandsgerät, eingestellt auf die jeweilige Holzart. Zusätzlich muss die Holztemperatur mindestens 3 K über dem aktuellen Taupunkt liegen. Wird zu feuchtes Holz beschichtet, entsteht ein Dampfstau unter der Beschichtung – Bläschen und Enthaftung sind die typischen Schadensbilder, die sich oft erst Wochen nach der Ausführung zeigen.
Warum muss Hirnholz gesondert behandelt werden?
Hirnholz – die quer zur Faser freiliegende Schnittfläche an Balkenenden, Pfosten und Schwellen – weist eine kapillar bis zu zehnfach höhere Saugfähigkeit auf als Längsholzflächen. Es nimmt Wasser extrem schnell auf und gibt es ebenso schnell ab, was zu hohen Feuchte­gradienten und frühem Rissversagen führt. Normgerechte Hirnholzbehandlung umfasst einen separaten Voranstrich mit Hirnholzgrund hoher Eindringtiefe und flexibler Filmbildung, bevor das reguläre Lasursystem aufgetragen wird – ohne diesen Schritt ist keine Beschichtung langfristig haltbar.
Welche Normen und Regelwerke gelten für Holzlasuren im Außenbereich?
Maßgeblich sind: EN 927-1 (Klassifizierung und Auswahl von Beschichtungsstoffen für Holz im Außenbereich), EN 927-2 (Leistungsanforderungen an Holzbeschichtungen im Außenbereich), DIN 68800-3 (vorbeugender chemischer Holzschutz im Hochbau) sowie das BFS-Merkblatt Nr. 18 des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz (BFS) (Beschichtung von Holz und Holzwerkstoffen im Außenbereich). Werkvertragliche Leistungen unterliegen zusätzlich der VOB/C ATV DIN 18363.
Verträgt sich eine neue wasserbasierte Lasur mit vorhandener lösemittelbasierter Altbeschichtung?
Nicht automatisch. Entscheidend ist zuerst der Haftzugtest: Ist die Altbeschichtung festhaftend und gleichmäßig, kann eine wasserbasierte Dünnschichtlasur nach Anschliff und Kompatibilitätsprobe (Anlösungstest, Aufquellverhalten) aufgebracht werden. Bei Dickschichtlasuren auf Lösemittelbasis ist häufig ein vollständiges Abschleifen auf rohen Untergrund erforderlich, da wasserbasierte Folgesysteme den Altfilm anlösen und Enthaftung provozieren können. Systemwechsel immer anhand des Hersteller-TDS und der Kompatibilitätsempfehlungen absichern – pauschale Aussagen sind hier nicht möglich.
Wie oft muss eine Holzlasur im Außenbereich erneuert werden?
Dünnschichtlasuren (kein Filmaufbau) verwittern gleichmäßig und erfordern eine Auffrischung typischerweise alle 2–4 Jahre, je nach Exposition (Südfassade, wetterexponiert vs. überdachte Nordfassade). Dickschichtlasuren halten bei fachgerechter Ausführung 5–8 Jahre; das Schadensbild bei Fälligkeit ist jedoch abrupter – Risse und Blätterverlust statt gleichmäßiges Vergrauen. Regelmäßige Sichtprüfung (jährlich) und rechtzeitige Pflegeanstriche sind wirtschaftlich erheblich günstiger als eine Komplettsanierung nach Durchfeuchtungsschäden an der Holzkonstruktion.
Können harzhaltige Hölzer wie Kiefer oder Lärche direkt lasiert werden?
Nein – ohne Vorbehandlung nicht. Nadelhölzer enthalten Harzgallen und scheiden unter Wärme­einwirkung (Südfassade, Sommertemperaturen) flüssiges Harz aus, das jede Beschichtung von innen ablöst. Die korrekte Vorbereitung sieht Entfetten mit geeignetem Lösemittel sowie Auftrag eines Shellac- oder Spezial-Harzsperrgrunds vor dem Lasursystem vor. Stark harzende Äste und Gallen müssen mechanisch herausgearbeitet und mit elastischem Kunstharzspachtel versiegelt werden – erst dann kann eine dauerhaft haftende Beschichtung aufgebaut werden.
Was sind die häufigsten handwerklichen Fehler beim Lasieren von Holz?
Vier Fehler dominieren die Schadensbilder: (1) Auftrag gegen den Faserverlauf: Faseraufrichtung, ungleichmäßige Saugtiefe und Stippenbildung, die durch die transluzente Schicht sichtbar bleiben. (2) Auftrag bei direkter Sonneneinstrahlung oder über 30 °C Holztemperatur: Lösemittel verdunsten, bevor die Lasur eindringen kann – Blasen sind die Folge. (3) Falsches Schleifkorn beim Zwischenschliff: Körnung unter 120 hinterlässt sichtbare Kratzer, die durch die lasierte Oberfläche scheinen. (4) Fehlender Hirnholzschutz: Beschleunigte Feuchteaufnahme an Pfosten­enden und Schwellen führt zu Rissbildung und beginnendem Fäulnisschaden bereits nach einer bis zwei Außenperioden.
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Holz lasieren Referenzen & Beispiele

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Die Ausführung orientiert sich an BFS-Merkblatt Nr. 18, EN 927-1/-2 sowie DIN 68800-3 für vorbeugenden Holzschutz im Innen- und Außenbereich.

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