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Lüftung & Brandschutz

Brandschutzklappe einbauen lassen – Fachbetrieb Berlin

Ob Neubau oder nachträglicher Einbau in Bestandsleitungen: Brandschutzklappen sichern Wand- und Deckendurchführungen von Lüftungskanälen gegen Feuer- und Rauchausbreitung. Entscheidend sind dabei nicht nur die Produkte, sondern die zulassungskonforme Montage — denn jede Abweichung von der Allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) oder dem Europäischen Technischen Assessment (ETA) hebt die Schutzfunktion rechtlich und technisch auf.

In Berlin gelten die Anforderungen der LüAR Berlin (Lüftungsanlagen-Richtlinie) sowie die bauaufsichtlich eingeführten europäischen Produktnormen. Der Einbau umfasst weit mehr als die Montage der Klappe selbst — Einbaulage, Wandaufbau, Befestigung, Stellantrieb und lückenlose Dokumentation sind Teil einer prüffähigen Anlage.

Leistungsumfang

Was umfasst der Einbau einer Brandschutzklappe?

  • Bestandsanalyse: Kanalquerschnitt, Einbaulage und Wandaufbau (F30–F90) ermitteln und dokumentieren
  • Produktauswahl nach Feuerwiderstandsklasse (EI 60 / 90 / 120) und gültiger aBG oder ETA
  • Wanddurchbruch herstellen oder Bestandsöffnung anpassen — Spaltmaße nach Zulassungsdokument
  • Montage der Klappe inkl. Rahmenbefestigung, Fugenverguss und ggf. Intumeszenz-Manschette
  • Anschluss und Funktionsprüfung des Stellantriebs (Schmelzlot 72 °C, Federkraft-Rückschluss oder elektrisch)
  • Erstinspektion, Abnahmeprotokoll mit Fotodokumentation und Übergabe der Wartungsunterlagen

Bei Klappen mit Doppelfunktion als Entrauchungsklappe (EK) erfolgt zusätzlich die Parametrierung der Gebäudeautomation (GLT/BMS) und die Abstimmung mit der zuständigen Berliner Baubehörde im Rahmen des RWA-Konzepts.

EI 90Standard-Feuerwiderstandsklasse für Brandschutzklappen in Sonderbauten nach M-LüAR
72 °CAuslösetemperatur Schmelzlot Typ 1 — Standardwert für Aufenthalts- und Büroräume
EN 15650Harmonisierte EU-Produktnorm für Brandschutzklappen — Grundlage der CE-Kennzeichnung
1 × / JahrMindestprüfintervall nach VDMA 24168 — Betreiberpflicht, keine Empfehlung
Querschnitt Brandschutzklappe: Funktion der Bauteile im Brandfall – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schutzziel Fugenbrand — was eine Brandschutzklappe wirklich leistet

Brandschutzklappen dichten Lüftungsöffnungen in brandabschnittsbildenden Bauteilen ab — sie verhindern, dass ein Brand den Kanalquerschnitt als Weg in den Nachbarraum nutzt. Dieses Schutzziel heißt Abschottung gegen Fugenbrand und ist von der Rauchausbreitung strikt zu trennen.

Eine BSK stoppt keine Rauchgase: Rauch diffundiert auch durch geschlossene Klappen, solange kein S-Rating (Rauchdichtheit) vorhanden ist. Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR) unterscheidet deshalb konsequent zwischen BSK (Brandabschluss) und RSK (Rauchschutz) — beide Funktionen in einem Bauteil erfordern eine klassifizierte Kombiklappe.

Ein häufiger Planungsfehler: In Rettungswegen und notwendigen Treppenräumen genügt die thermisch auslösende BSK allein nicht — dort ist die RSK-Funktion (Schließen bei Rauchsignal) baurechtlich zwingend.

Erklaer-Grafik: thermische Brandschutzklappe laesst Rauch durch, klassifizierte Kombiklappe BSK+RSK schliesst rauchdicht per Rauchmelder im Treppenraum.
Im Überblick

Klappentypen im Überblick — BSK, RSK, MK und Entrauchungsklappe

BSK — Brandschutzklappe

Schließt thermisch bei 72 °C oder 95 °C (Schmelzlot). Schutzziel: Fugenbrand in brandabschnittsbildenden Wänden und Decken. Keine Rauchdichtheit ohne zusätzliches S-Rating. Produktnorm: EN 15650.

RSK — Rauchschutzklappe

Schließt elektrisch auf BMA-Signal oder Rauchdetektor. Schutzziel: Verhinderung von Rauchausbreitung in Rettungswegen. Kein thermischer Auslöser; Fail-Safe-Federschluss bei Spannungsausfall. Pflicht mit BMA-Anschluss und Rückmeldung.

MK — Mehrzweckklappe (Kombiklappe)

Kombiniert BSK- und RSK-Funktion: schließt bei Wärme UND bei Rauchsignal. Einsatz überall, wo beide Schutzziele gleichzeitig gefordert sind — z. B. Durchführungen im Treppenraum. Klassifiziert als EI+S (z. B. EI 90-S 200).

Entrauchungsklappe (RDA nach EN 12101-8)

Öffnet im Brandfall — funktionales Gegenstück zur BSK. Leitet Rauch gezielt ab (natürliche oder maschinelle Entrauchung). Verwechslungsgefahr im Bestand: RDA und BSK sind entgegengesetzt und nicht austauschbar — falsche Einbauposition führt zu kontraproduktivem Brandverhalten.

BSK, RSK oder Kombiklappe — welcher Typ ist baurechtlich vorgeschrieben?

Die Typvorschrift ergibt sich nicht aus einer einzelnen Norm, sondern aus dem Brandschutzkonzept in Verbindung mit den Landesbauordnungen und der M-LüAR: In Öffnungen von Brandwänden und F-90-Wänden ist grundsätzlich eine BSK der Klasse EI 90 erforderlich; die RSK-Funktion kommt hinzu, wenn die Öffnung in einen Rettungsweg oder notwendigen Flur mündet.

In Hochhäusern und Sonderbauten (Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) fordern die Sonderbauvorschriften der Länder oft explizit die MK oder eine RSK mit EI-Klassifizierung. Das ist im Brandschutznachweis zu belegen — eine BSK allein wird von der Bauaufsicht in diesen Fällen nicht anerkannt.

Wichtig für die Ausschreibung: Typ und Feuerwiderstandsklasse müssen im LV eindeutig benannt sein (z. B. 'BSK EI 90, rund DN 250, Schmelzlot 72 °C, Einbau in F-90-Wand'). Unspezifische Positionen wie 'Brandschutzklappe liefern und einbauen' führen regelmäßig zu Ausführungsfehlern und Nachtragsforderungen.

Interaktiv

Kostenrechner: BSK-Einbau kalkulieren

Basis: Brandschutzklappe DN 200, elektromechanischer Auslöser, Aufputzmontage. Für DN 100–160 Materialanteil ca. –25 %, für DN 315–500 ca. +30–60 %. Unterputz-Einbau (Revisionsöffnung + Putzrahmen) erhöht Montageanteil um ca. 40–60 EUR/Stück. Jährliche Wartungspauschale zusätzlich: 60–90 EUR/Stück (Funktionsprüfung inkl. Protokoll gemäß Brandschutzkonzept).

Brandschutzklappen (DN 200, elektromech.)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Im Vergleich

BSK, RSK und MK im direkten Vergleich

MerkmalBSKRSKMK (Kombiklappe)
AuslösungThermisch (Schmelzlot)Elektrisch (BMA/Rauch)Thermisch + elektrisch
SchutzzielFugenbrandRauchausbreitungFugenbrand + Rauch
S-Rating (Rauch)Nein (ohne Zusatz)Ja (S 200 / S 500)Ja (S 200 / S 500)
Rettungsweg geeignetNeinJaJa
BMA-AnschlussNicht erforderlichPflichtPflicht
Fail-Safe-SchlussThermisch (Lotschmelze)FederrückstellungFederrückstellung
Typische KlasseEI 90EI 60-S / EI 90-SEI 90-S 200
Klassifikationsmatrix Brandschutzklappe: EI 30 bis EI 120 nach EN 15650 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Auslösetemperatur 72 °C oder 95 °C — wann gilt welches Schmelzlot?

Das Schmelzlot einer BSK löst bei 72 °C aus — ausreichend für alle Räume mit normaler Betriebstemperatur (Büros, Wohnungen, Flure). In Bereichen mit erhöhter Umgebungstemperatur — gewerbliche Küchen, Bäckereibetriebe, Trockenräume, Heizungskeller — kann die Kanallufttemperatur im Betrieb 50–60 °C erreichen; ein 72-°C-Lot würde hier durch thermische Erschöpfung vorzeitig ausgelöst und die Lüftungsanlage stilllegen.

Für diese Bereiche ist das 95-°C-Schmelzlot vorgesehen. Die Entscheidung trifft nicht der Monteur vor Ort, sondern der Planer auf Basis der maximalen Kanallufttemperatur — dieser Wert muss im LV oder in der Werkplanung dokumentiert sein, da er die Lotauswahl baurechtlich begründet.

Kritisch: Der Lotwechsel ist keine triviale Wartungsmaßnahme. Die abZ/ETA des Herstellers gibt vor, welche Lottypen in welcher Konfiguration zulässig sind. Ein nicht dokumentierter Tausch auf eine andere Temperaturklasse — auch wenn das Lot baugleich aussieht — erlischt den Verwendbarkeitsnachweis für genau diesen Einbaupunkt.

Cutaway-Detail einer Brandschutzklappe mit Auslösefeder und zwei Schmelzloten für 72 °C und 95 °C sowie Kennzeichnungsschild.
Technische Daten

Technische Kennwerte — Brandschutzklappe

ProduktnormEN 15650:2005+A1:2010
FeuerwiderstandsklassenEI 15 · EI 30 · EI 45 · EI 60 · EI 90 · EI 120
Rauchklasse (optional)S 200 (Raumtemperatur) · S 500 (Hochtemperatur)
Schmelzlot-Auslösetemperatur72 °C (Typ 1, Normal) · 95 °C (Typ 2, Küche/Technik)
Prüfdruck Dichtheit200 Pa (Nennbetrieb)
Nennweiten rundDN 100 – DN 800 mm (herstellerabhängig)
Nennweiten rechteckigbis ca. 1 000 × 500 mm
Gehäuse BaustoffklasseA2-s1,d0 (nichtbrennbar nach EN 13501-1)
Motorspannung (el. Antrieb)24 V DC oder 230 V AC
Schutzart AntriebIP 44 (Standard) · IP 65 (Feuchtraum)
Funktionserhalt SteuerkabelE 30 oder E 90 (Anforderung nach MLAR)

ETA, abZ und CE — welcher Nachweis zählt in der Ausschreibung?

Brandschutzklappen fallen unter die harmonisierte Norm EN 15650, weshalb die CE-Kennzeichnung mit Leistungserklärung (DoP) der primäre Verwendbarkeitsnachweis ist. Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des DIBt war der deutsche Vorgänger-Nachweis; viele ältere Produkte laufen noch unter einer abZ, die weiterhin gültig ist, bis der Hersteller sie zurückzieht oder das DIBt sie widerruft.

Die Europäisch Technische Bewertung (ETA) kommt ins Spiel, wenn ein Produkt außerhalb des Geltungsbereichs von EN 15650 liegt — etwa Sonderkonstruktionen oder Einbausituationen, die die Norm nicht abdeckt. In der Ausschreibung nach VOB/A ist die Forderung nach CE-Kennzeichnung gemäß EN 15650 plus Angabe der deklarierten Leistungsklasse (z. B. EI 90, S 200) zwingend und ausreichend.

Ein Missverständnis in der Praxis: CE-Kennzeichnung allein — ohne Angabe der deklarierten Feuerwiderstandsklasse und des Einbautyps in der DoP — genügt nicht. Der Planer muss sicherstellen, dass die im LV geforderte Klasse in der DoP des gewählten Produkts tatsächlich deklariert ist; andernfalls droht baurechtlicher Mangel trotz CE-Zeichen.

Lösungs-Finder

Auslösertyp ermitteln: thermisch oder elektromechanisch?

Welche Gebäudenutzung und Überwachungsstruktur liegt vor?

Thermischer Auslöser (Schmelzlot 72 °C) ist normativ ausreichend. Für Wohngebäude ohne automatische Brandmeldeanlage genügt das Schmelzlot-Prinzip — keine Stromversorgung am Einbauort erforderlich, geringstes Wartungsrisiko. Rückstellung erfolgt manuell vor Ort durch Fachkundigen nach Sichtprüfung des Auslösers.
Elektromechanischer Auslöser mit BMZ-Ansteuerung erforderlich. Fail-safe-Prinzip: Klappe schließt stromlos bei Signal der Brandmelderzentrale (24 V DC). Fernrückstellung über BMZ möglich. Norm-Basis: DIN VDE 0833-2 (Brandmeldeanlagen) i. V. m. DIN EN 15650. 24-V-DC-Versorgung am Einbauort zwingend einplanen.
Kombinations-Auslöser (thermisch + elektromechanisch) oder elektromechanischer Auslöser mit lokalem Rauchmelder empfohlen. Höhere Auslösesicherheit als reines Schmelzlot, ermöglicht Störungsmeldung und Protokollierung. Lokale Handauslösung und Rückstellung — kein BMZ-Anschluss erforderlich. Mehraufwand ggü. thermisch: ca. 80–150 EUR/Stück für Auslöseeinheit und Verkabelung.
Kombinierter Auslöser mit Fernrückstellung und Positionsrückmeldung an BMZ zwingend. Landesspezifische Sonderbauvorschriften (Berliner Beherbergungsstättenverordnung, Versammlungsstättenverordnung) schreiben i. d. R. BMA-Ansteuerung, Klappen-Quittierung und zentrale Rückstellbarkeit vor. Sicherheitsstromversorgung (USV-Einbindung) der Auslöseeinheiten gesondert nachweisen lassen.
So gehen wir vor

Einbauablauf Brandschutzklappe — von der Planung bis zum Attest

1

Planung und Typenfreigabe

Klappenplan erstellen, Typ und Feuerwiderstandsklasse festlegen, abZ/ETA prüfen, Einbaumaße und Wandstärken klären, Schmelzlot-Temperaturklasse anhand der max. Kanallufttemperatur bestimmen.

2

Wandöffnung herstellen

Kernbohrung oder Stemmarbeit mit Maßtoleranz nach Herstellervorgabe (typisch ± 5 mm). Vorhandene Bewehrung prüfen und bei Relevanz statische Freigabe einholen.

3

Klappe einsetzen und ausrichten

Strömungspfeil auf dem Gehäuse mit Luftströmungsrichtung abgleichen. Rahmenbefestigung ausschließlich nach Montageanweisung der abZ — nicht nach Eigenermessen oder Baustellenpraxis.

4

Wandanschluss abSchotten

Ringspalt zwischen Klappenrahmen und Wandöffnung mit abZ-konformem Material verfüllen — Mörteltyp, Mineralwolleklasse und Schichtdicke laut Zulassung. Bauschaum und nicht klassifizierte Materialien erlöschen die Zulassung.

5

Elektroanschluss bei RSK/MK

BMA-Schleife anschließen, Fail-Safe prüfen (Klappe schließt bei Spannungsentzug), Endlagenschalter 'Zu' verdrahten und Rückmeldung auf BMA-Zentrale verifizieren. Kabel in Funktionserhalt E 30 oder E 90 verlegen.

6

Funktionsprüfung

Manuelle Auslösung und Rücksetzung durchführen, bei BSK thermische Probeauslösung, Öffnen und Schließen ohne Klemmen verifizieren, Rückmeldung an BMA quittieren.

7

Dokumentation und Einbauattest

Einbauattest nach MLAR ausstellen: Klappentyp, Einbauposition, Zulassungsnummer, Einbaudatum, Monteursunterschrift. Wartungsbuch anlegen. Unterlagen dem Betreiber im Original übergeben.

Einbaulagen Brandschutzklappe: Schacht, Wand und Decke im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

BMA-Anschluss und Fernauslösung — Elektromechanik, Rückmeldung, Fail-Safe

Elektrisch gesteuerte Klappen (RSK, MK) erhalten den Schließbefehl über die Brandmeldeanlage (BMA) — entweder als Gruppensteuerung (Brandabschnitt) oder als Einzelsteuerung (adressierbar). Das Fail-Safe-Prinzip ist zwingend: Der Federantrieb schließt die Klappe automatisch, sobald die Steuerspannung entfällt — Spannungsausfall gleich Brandfall ist die konstruktive Sicherheitsannahme.

Für die Rückmeldung ist mindestens ein Endlagenschalter 'Zu' erforderlich; die BMA meldet damit 'Klappe ausgelöst'. In Hochhäusern und komplexen Sonderbauten verlangen viele Brandschutzkonzepte zusätzlich den Endlagenschalter 'Auf', um die Betriebsposition zu überwachen — sogenannte Zweipunkt-Rückmeldung.

Oft übersehen: Die Kabelführung zu elektrischen Klappen muss in Funktionserhalt ausgeführt sein (E 30 oder E 90 nach MLAR). Diese Forderung steht in der MLAR und wird in Ausschreibungen regelmäßig vergessen — was zu teuren Nachträgen führt, da Funktionserhaltskabel im Bestand schwer nachzuführen sind.

Detailgrafik: elektrischer Klappenantrieb mit zwei Endlagenschaltern und Funktionserhaltskabel E30/E90 zur BMA-Zentrale.

Einbaurichtung — Strömungspfeil ist baurechtlich bindend

Der Pfeil auf dem Klappengehäuse ist kein Hinweis, sondern Bestandteil der abZ. Falsch eingebaute Klappen schließen nicht vollständig oder lösen asymmetrisch aus — der Verwendbarkeitsnachweis erlischt stillschweigend, ohne dass dies optisch erkennbar ist.

Wandverfüllung nur mit zugelassenem Material — kein Bauschaum

Die abZ jedes Herstellers benennt exakt, welcher Mörteltyp, welche Mineralwolleklasse und welche Schichtdicken zulässig sind. Bauschaum, handelsübliche Mineralwolle ohne Klassifizierung oder falscher Mörteltyp erlöschen die Zulassung — auch wenn optisch alles korrekt aussieht.

Einbauattest sofort nach Montage ausstellen — nicht nachträglich

Nachträglich erstellte Einbauatteste werden von Bauaufsichtsbehörden und Versicherungen zunehmend abgelehnt. Das Attest muss unmittelbar nach dem Einbau ausgestellt und dem Betreiber im Original übergeben werden.

Einbaufehler die die Zulassung erlöschen lassen — was Monteure oft übersehen

Der häufigste Fehler: unzulässige Wandverfüllung. Jede abZ legt exakt fest, welcher Mörteltyp, welche Mineralwolleklasse und welche Schichtdicke im Ringspalt zwischen Klappenrahmen und Wandöffnung verwendet werden darf. Wird davon abgewichen — auch wenn das Ergebnis technisch gleichwertig erscheint — erlischt die Zulassung für genau diesen Einbaupunkt, ohne dass dies optisch erkennbar ist.

Zweithäufig: zu geringe Abstände zu Formstücken. MLAR und die meisten abZ fordern Mindestabstände von Klappen zu Bögen, T-Stücken und Querschnittsübergängen (häufig ≥ 1 × Klappenduchmesser, herstellerabhängig). Turbulenzen in diesen Bereichen können die thermische Auslösung erheblich verzögern.

Weiterer kritischer Punkt: Klappenrahmen ohne vollflächigen Bauteilkontakt — wenn der Rahmen Hohlräume zum Mauerwerk aufweist, die nicht fachgerecht verfüllt sind, entsteht eine Feuerbrücke, die die EI-Klassifizierung unterläuft. Abhilfe schafft nur die herstellerkonforme Nachverfüllung; Eigenimprovisation erlischt die Zulassung erneut.

Interaktiv

Leckage-Klasse nach DIN EN 15650 einordnen

Stellen Sie die im Brandschutzkonzept geforderte Leckage-Klasse ein. Die Klassen definieren die maximale Leckrate durch die geschlossene Klappenlamelle — maßgebend für den Rauchdichtheitsnachweis des Lüftungsabschnitts und die Zertifizierbarkeit der Gesamtanlage.

DIN-EN-15650-Leckage-Klasse
Preise & Kosten

Was kostet Brandschutzklappe einbauen?

Preisrahmen Berlin inkl. Material, Einbau, Funktionsprüfung und Einbauattest (ohne Elektroanschluss, sofern nicht angegeben). Nettopreise, Richtwerte — Einzelpreise je nach Einbausituation, Deckenstärke und Zugänglichkeit.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
BSK rund DN 100–200 (inkl. Kernbohrung, Verfüllung, Attest)380 – 650 EUR/Stk.
BSK rund DN 250–400 (inkl. Kernbohrung, Verfüllung, Attest)550 – 950 EUR/Stk.
BSK rechteckig bis 400 × 300 mm (inkl. Stemmarbeit)650 – 1.100 EUR/Stk.
BSK rechteckig über 400 × 300 mm1.000 – 1.800 EUR/Stk.
Elektromechanischer Antrieb nachrüsten (RSK/MK, ohne Kabel)250 – 500 EUR/Stk.
BMA-Verkabelung je Klappe (Funktionserhalt E 30/E 90)150 – 450 EUR/Stk.
Jährliche Wartung nach VDMA 24168 (Prüfung + Protokoll)90 – 180 EUR/Stk./Jahr
Einbauattest-Erstellung nachträglich (Fremdleistung)80 – 150 EUR/Stk.

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Druckabfall Brandschutzklappe: ζ-Wert und Δp nach Nennweite DN 100–400 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Staubablagerung — warum Brandschutzklappen trotz Wartung versagen können

Im Lüftungsbetrieb lagern sich Staub, Fasern und Partikel auf dem Klappenteller und im Bereich des Schmelzlots ab. Diese Schicht wirkt als Wärmeisolierung: Das Lot nimmt Brandtemperatur langsamer auf und löst verzögert oder gar nicht aus — ein Effekt, der unter den sauberen Bedingungen der jährlichen Prüfung nicht sichtbar wird, im Brandfall aber kritisch sein kann.

Besonders problematisch ist Fettstaub in Küchenlüftungsanlagen: Er verklebt den Auslösemechanismus und verhindert das freie Öffnen des Federantriebs nach dem Lotschmelzen. In solchen Anlagen ist eine halbjährliche Reinigung des Auslösebereichs sinnvoll und in einigen landesspezifischen Betreiberpflichten explizit gefordert.

VDMA 24168 schreibt deshalb nicht nur die Funktionsprüfung vor, sondern ausdrücklich auch Sichtkontrolle und Reinigung des Klappeninneren und des Schmelzlot-Bereichs. Ein Wartungsprotokoll ohne diesen Schritt ist unvollständig — und im Schadensfall haftungsrelevant.

Cutaway einer Brandschutzklappe in Küchenlüftung: Fettstaub verklebt Schmelzlot und Federantrieb und blockiert das Klappenblatt.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Brandschutzklappe einbauen

BSK
Brandschutzklappe — schließt thermisch bei 72 °C oder 95 °C; verhindert Brandausbreitung durch Lüftungsöffnungen (Schutzziel: Fugenbrand).
RSK
Rauchschutzklappe — schließt elektrisch auf BMA-Signal; kein thermischer Auslöser; schützt Rettungswege vor Rauch. S-Rating erforderlich.
MK
Mehrzweckklappe (Kombiklappe) — vereint BSK- und RSK-Funktion; klassifiziert als EI+S (z. B. EI 90-S 200).
EI-Klasse
Feuerwiderstandsklasse für raumabschließende Bauteile: E = Raumabschluss, I = Wärmedämmung (Schutz vor Brandübertragung durch Wärmeleitung).
S 200 / S 500
Rauchdichtheitsklasse nach EN 15650: S 200 = dicht bei Raumtemperatur (bis 200 °C), S 500 = dicht bei erhöhter Temperatur (bis 500 °C).
Schmelzlot
Thermisch auslösender Mechanismus in der BSK: schmilzt bei 72 °C (normal) oder 95 °C (Küche/Technik) und gibt den Federantrieb zum Schließen frei.
Fail-Safe
Sicherheitsprinzip: Federantrieb schließt Klappe automatisch bei Spannungsausfall — Sicherheit durch Energieentzug, nicht durch Energiezufuhr.
MLAR
Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie — technische Baubestimmung der Länder; regelt Einbau, Typ, Klasse und Dokumentation von Brandschutzklappen in Lüftungsanlagen.
VDMA 24168
Richtlinie des VDMA für die Wartung von Brandschutz- und Rauchschutzklappen — definiert Prüfintervalle, -inhalte und Dokumentationspflichten.
abZ / ETA
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (DIBt) bzw. Europäisch Technische Bewertung — Verwendbarkeitsnachweis für Produkte außerhalb oder ergänzend zur harmonisierten Norm.
DoP
Declaration of Performance (Leistungserklärung) — Herstellerdokument zur CE-Kennzeichnung; deklariert die geprüften Leistungsklassen (z. B. EI 90, S 200).
Funktionserhalt E 30/E 90
Anforderung an Steuerkabel: Betriebsfähigkeit für 30 bzw. 90 Minuten im Brandfall — Pflicht für Kabel zu RSK/MK nach MLAR.

Wartungspflichten nach VDMA 24168 — Betreiberverantwortung und Haftungsrisiko

VDMA 24168 legt als anerkannte Regel der Technik fest: Brandschutzklappen sind mindestens einmal jährlich zu prüfen — Sichtkontrolle, manuelle Auslösung, Rücksetzung, Kontrolle des Schmelzlots auf Korrosion und Kontaminierung, Reinigung des Auslösebereichs, Dokumentation im Wartungsbuch. Die Wartungspflicht trifft den Betreiber, nicht den Errichter — sie ist nicht delegierbar, nur beauftragbar.

Wartungsablauf nach VDMA 24168: Prüfschritte und Dokumentationspflicht – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Cutaway einer Brandschutzklappe im Wanddurchbruch mit Typenschild, Revisionsöffnung und Klappenregister als Wartungsnachweis nach VDMA 24168.

Im Schadensfall prüfen Versicherungen zunächst den Wartungsnachweis. Fehlt dieser oder ist er lückenhaft, droht der Verlust des Versicherungsschutzes — unabhängig davon, ob die Klappe technisch in Ordnung war. In Sonderbauten (Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Hochhäuser) verlangen die Sonderbauvorschriften der Länder oft zusätzlich Nachweise durch anerkannte Sachverständige oder akkreditierte Prüfstellen.

Praktische Konsequenz: Wartungsvertrag und Klappenregister — Lageplan mit allen BSK/RSK-Positionen, Klappentypen und Zulassungsnummern — sind keine Kür, sondern Pflicht. Ein fehlendes Klappenregister ist bei Gebäudeübertragungen und Sicherheitsaudits regelmäßig ein Befund mit erheblichem Nachbesserungsaufwand.

Eine Brandschutzklappe ist nur so gut wie ihr letzter Wartungsnachweis — im Brandfall entscheidet nicht der Einbaustandard von vor zehn Jahren, sondern der dokumentierte Betriebszustand von heute. Ein lückenloses Wartungsbuch ist der einzige Beweis, dass die Klappe zum Zeitpunkt des Schadens funktionsfähig war.

Brandschutz-Sachverständiger, Berlin

Brandschutzklappe einbauen Fragen & Antworten

Wann ist eine Brandschutzklappe zwingend erforderlich — und wann reicht eine Rohrmanschette?
Eine Brandschutzklappe ist vorgeschrieben, wenn ein metallischer Lüftungskanal eine klassifizierte Wand oder Decke (F30–F90) durchdringt. Intumeszenz-Manschetten (Rohrmanschetten) sind dagegen nur für Kunststoffrohre bis ca. 160 mm Durchmesser zulässig: Das Rohr schmilzt im Brandfall, die Manschette schwillt auf und schließt die Öffnung. Bei Blechkanälen — auch kleiner Querschnitte — bietet die Manschette keine ausreichende Rückhaltewirkung, weil das Metall nicht wegbrennt und die Öffnung offen bleibt.
Was bedeuten die Einbaulagen der EN 15650 — und warum macht ein falscher Einbau die Zulassung ungültig?
Die Produktnorm EN 15650 definiert standardisierte Einbausituationen für Brandschutzklappen — z. B. horizontaler Kanal durch senkrechte Wand, senkrechter Kanal durch waagerechte Decke oder Einbau am Kanalende in einem Wandschlitz. Jede Klappe wird nur für bestimmte dieser Positionen geprüft und zugelassen; die zugelassenen Einbausituationen sind im aBG- oder ETA-Dokument bindend festgelegt. Wird eine Klappe außerhalb dieser Situationen montiert, ändert sich das Auslöseverhalten der Lamellen durch die Schwerkraftkomponente grundlegend — die Klassifizierung erlischt.
Welche Feuerwiderstandsklasse — EI 60, 90 oder 120 — muss eine Brandschutzklappe haben?
Als Grundregel gilt: Die Klappe muss mindestens dieselbe Feuerwiderstandsklasse aufweisen wie das Trennbauteil, in dem sie sitzt. Eine F90-Wand verlangt eine EI 90-Klappe. Das Kürzel steht für E (Raumabschluss: kein Flammendurchgang) und I (Wärmedämmung: begrenzte Temperaturerhöhung auf der kalten Seite) — beide Kriterien müssen für die volle Minutenzahl erfüllt sein. In Sonderfällen, etwa bei brandschutztechnisch genutzten Hohlräumen hinter abgehängten Decken, kann die Anforderung an die Klappe die Klassifizierung der Wand überschreiten.
Bei welcher Temperatur löst das Schmelzlot aus — und kann es durch einen Elektromotor ersetzt werden?
Das Standard-Schmelzlot (Thermoelement) löst bei 72 °C aus, was für normale Zu- und Abluftanlagen ausreichend ist. In Küchen oder technischen Räumen mit erhöhter Betriebstemperatur kommen Lote mit 95 °C oder 182 °C zum Einsatz — die Wahl ist im Planungsdokument zu begründen. Ein Elektromotor ersetzt das Schmelzlot nicht, sondern ergänzt es: Motorisch betätigte Klappen schließen bei Spannungsausfall durch Federkraft (Fail-safe), sodass die Schutzfunktion auch bei Stromausfall im Brandfall gewährleistet bleibt. Das Schmelzlot fungiert als redundante, rein mechanische Auslösung.
Wie groß darf der Spalt zwischen Klappe und Wandöffnung sein — und wie wird er fachgerecht geschlossen?
Die zulässigen Spaltmaße sind im Zulassungsdokument (aBG/ETA) des jeweiligen Herstellers bindend festgelegt und liegen typisch bei 10 bis 30 mm rundum. Dieser Spalt ist ausschließlich mit dem dort vorgeschriebenen Material zu schließen — in der Regel mineralischer Mörtel nach DIN EN 998-2 oder ein herstellerspezifisches Intumeszenz-Füllsystem. Handelsüblicher Gipskartonspachtel oder Bauschaum macht den Einbau ungültig. Gleiches gilt für Befestigungsmittel: Dübelbauart, Ankerstangen und Abstützlängen sind Teil der Zulassung und nicht substituierbar.
Welche Wartungsintervalle und Dokumentationspflichten schreibt das Berliner Baurecht vor?
Die LüAR Berlin schreibt vor, dass Brandschutzklappen mindestens einmal jährlich auf Funktion zu prüfen sind — umfassend: mechanische Auslösung, Schließ- und Öffnungsvorgang sowie Zustand der Dichtungsprofile und des Stellantriebs. Das Ergebnis ist im Betriebstagebuch der Lüftungsanlage zu dokumentieren. Für die Erstabnahme nach Einbau ist ein Abnahmeprotokoll mit Fotodokumentation zu erstellen, das Einbaulage, Typenbezeichnung, Zulassungsnummer und Prüfergebnis enthält — dieses Dokument ist über den gesamten Anlagenlebenszyklus aufzubewahren und bei Behördenprüfungen vorzulegen.
Warum verlieren viele nachträglich eingebaute Klappen ihre Zulassung — und wie lässt sich das beim Bestandseinbau vermeiden?
Der häufigste Fehler: Die Wandkonstruktion im Bestand entspricht nicht dem in der aBG oder ETA geprüften Wandaufbau. Die Zulassungsdokumente definieren exakt, in welchen Wandtypen eine Klappe verwendet werden darf — z. B. Mauerwerk mit Mindestdicke 240 mm, Stahlbeton ab 120 mm oder bestimmte Gipskarton-Trennwandaufbauten. Stimmt Wandwerkstoff, -dicke oder beidseitige Einbindetiefe nicht, erlischt die Klassifizierung. Abhilfe: Vor dem Einbau den Bestandswandaufbau aufmaßen und mit den Herstellerunterlagen abgleichen — bei Abweichungen eine andere Klappenbaureihe mit passender Zulassung wählen, statt die vorhandene zu erzwingen.
Muss eine Brandschutzklappe an die Gebäudeautomation (GLT/BMS) angeschlossen werden?
Für reine Brandschutzklappen ohne Entrauchungsfunktion ist ein BMS-Anschluss in den meisten Fällen nicht zwingend vorgeschrieben — der selbstständige Federkraft-Rückschluss bei thermischer oder elektrischer Auslösung reicht. Verpflichtend wird die GLT-Anbindung, wenn die Klappe Doppelfunktion als Entrauchungsklappe (EK) übernimmt: Sie muss dann fernsteuerbar schalten, ihren Zustand rückmelden und in das Rauch- und Wärmeabzugskonzept (RWA) eingebunden sein. In solchen SHEV-Anlagen ist die Zustandsrückmeldung 'Klappe geschlossen' Voraussetzung für die korrekte Auslösung durch die Brandmeldezentrale.
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Brandschutzklappe einbauen Referenzen & Beispiele

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Technische Grundlage bilden EN 15650 (Produktnorm), EN 1366-2 (Feuerwiderstandsprüfung), EN 13501-3 (Klassifizierung) sowie die LüAR Berlin und die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (MLüAR).

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