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Video: Türen lackierenvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Lackierarbeiten an Holz- & MDF-Türen

Türen lackieren lassen in Berlin – Fachbetrieb für Innen- & Außentüren

Das Lackierergebnis an einer Tür steht und fällt mit der Untergrundvorbereitung: Ob Rohtür aus Kiefer, Buche oder MDF – jede Holzart und jeder Belagstyp verlangt ein spezifisch abgestimmtes Grundiersystem. Die Kantenvorbereitung ist dabei besonders kritisch, denn Falzkanten nehmen Feuchtigkeit bevorzugt auf und neigen zu Filmrissen, wenn der Lackaufbau dort nicht ausreichend stark ausgebildet ist.

Entscheidend ist auch die Wahl des Lacksystems: Alkydharz-Lacke bieten hohe Härte und Glanzbeständigkeit, benötigen aber lange Trockenzeiten. Wasserverdünnbare Acrylat-Dispersionslacke sind emissionsärmer, reagieren jedoch empfindlicher auf Qualitätsmängel beim Schliff – weil sie das Holz stärker anfeuchten und die Holzfaser aufstellen. PUR-Zweikomponenten-Lacke dominieren den gewerblichen Bereich dank außerordentlicher Filmhärte und Beständigkeit gegen mechanischen Abrieb.

Leistungsumfang

Was umfasst professionelles Türen lackieren?

  • Untergrundanalyse: Holzart, Altbeschichtung, Feuchtegehalt (Zielwert ≤ 12 % bei Innentüren), Kantengeometrie
  • Schleifen auf Rautiefe Ra ≤ 1,6 µm, Kantenbrechung, Porenfüller bei offenporigem Holz
  • Grundierung mit systemzugehörigem Primer (haftvermittelnd, ggf. Sperrgrund gegen Gerbstoffe oder Blaue)
  • Zwischenschliff nach jeder Schicht, Entstauben, Nassfilmstärke mit WFT-Messkamm kontrollieren
  • Decklack 1–2 Aufträge: Glanzgrad, Farbton und Lacksystem gemäß Leistungsverzeichnis oder Auftragsprotokoll
  • Zusatzauftrag an Stirn- und Falzkanten (Kantenversiegelung); abschließende Funktionsprüfung auf Schließverhalten und Blockneigung

Auf Wunsch wird die Tür für die Lackierung ausgehängt und liegend bearbeitet – das verhindert Läufer und ermöglicht einen gleichmäßigeren Filmaufbau besonders an Kanten. Bei fest eingebauten Zargenkonstruktionen wird der Bereich fachgerecht abgeklebt; Boden und angrenzende Wandflächen werden mit Folie gesichert.

≤ 15 %Maximale Holzfeuchte vor dem Lackieren
80–120 µmTrockenschichtdicke gesamt (DFT Zielbereich)
130 g/lVOC-Grenzwert Holzlack Innen (ChemVOCFarbV Phase II)
K150–240Körnung Zwischenschliff je Schicht
Schichtaufbau Türlackierung – Trockenfilmdicken je Lage – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

VOC-Grenzwerte bei Türlacken: Was die EU-Richtlinie für die Praxis bedeutet

Die Chemikalien-VOC-Farbverordnung (ChemVOCFarbV), die die EU-Richtlinie 2004/42/EG in deutsches Recht umsetzt, begrenzt flüchtige organische Verbindungen in Holzlacken und -beschichtungen für Innentüren und Verkleidungen auf maximal 130 g/l (Phase II, seit 2010). Lösungsmittelhaltige Alkydharzlacke erreichen oder überschreiten diesen Grenzwert; moderne wasserbasierte Systeme liegen mit 30–80 g/l deutlich darunter.

Für die gewerbliche Verarbeitung lösungsmittelhaltiger Produkte greift zusätzlich die TRGS 507 (Oberflächenbehandlung in Räumen) mit konkreten Anforderungen an Raumlüftung, Expositionszeiten und Zündquellenvermeidung. Wasserbasierte Einkomponentenlacke sind in der Regel ohne besondere Schutzmaßnahmen verarbeitbar — ein praktischer Vorteil bei bewohnten Objekten.

Raum-Querschnitt zeigt Lüftung, Frischluftzufuhr, Zündquellen-Abstand und Expositionszeit bei lösungsmittelhaltiger Türlackierung nach TRGS 507.
Preise & Kosten

Was kostet Türen lackieren lassen?

Entscheidender Kostentreiber ist der Untergrundstatus, nicht die Türfläche. Eine Standardtür (0,9 × 2,0 m) entspricht durch Kanten, Falze und Zargendetails einem Lackieraufwand von 4–6 m² Wandfläche — daraus erklärt sich der auf den ersten Blick überraschende Stückpreis.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
LeistungKosten Berlin (ca.)
Neuanstrich auf intaktem Altlack (Schliff + 2 Schichten)180–320 EUR / Tür
Neulackierung Rohtür (Grundierung + 2 Decklacke)250–420 EUR / Tür
Entlackung chemisch/mechanisch + vollständige Neubeschichtung400–700 EUR / Tür
Zarge mitlackieren (Blockzarge)80–160 EUR / Stk.
Aufpreis Spritzauftrag (HVLP, Maskierung, Nacharbeit)+25–40 % auf Lohnanteil
Umfangreiche Spachtelarbeit bei Ausbrüchen/Rissenca. 45–75 EUR/h Mehraufwand
Schellackabsperrung bei harzhaltigem Holz15–30 EUR / Tür

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Holzfeuchte vor dem Lackieren: Der oft übersprungene Schritt

Im beheizten Innenbereich stellt sich bei Holz eine Gleichgewichtsfeuchte von 8–12 % ein — abhängig von Raumtemperatur und relativer Luftfeuchte (typisch: 20°C / 50 % rF). Für die Beschichtung gilt: Die Holzfeuchte sollte den erwarteten Gleichgewichtswert am Einbauort um nicht mehr als 2–3 Prozentpunkte überschreiten, in jedem Fall aber 15 % nicht übersteigen.

Zu feuchtes Holz erzeugt Blasenbildung und Haftungsausfall: Restfeuchte verdampft unter der Lackschicht, baut Dampfdruck auf und sprengt diese ab. Professionelle Ausführung nach VOB/C DIN 18363 schließt die Überprüfung des Untergrundes vor Arbeitsbeginn ein — bei neu eingebauten oder wassergeschädigten Türen ist eine Holzfeuchtemessung mit dem Widerstandsmessgerät obligatorisch.

Interaktiv

Kostenkalkulator: Türen lackieren Berlin

Richtkostenschätzung für das beidseitige Lackieren einer glatten Innentür inkl. Zarge und 2 Deckanstrichen auf vorbereiteter Fläche (Neulack). Füllungstüren: Aufschlag ca. 30–40 % (Mehraufwand Kehlen/Füllungen). Renovierung mit Altlackschliff: +40–60 EUR pro Tür. Glastüren je nach Sprossierung individuell kalkulieren.

Liter Decklack
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Im Überblick

Lacktypen für Innentüren: Eigenschaften und Einsatz

Wasserbasierter Acryllack (1K-WB)

Überstrichbarkeit 2–6 h, VOC 30–80 g/l, geruchsarm — optimal für bewohnte Objekte. Fasernaufrichtung erfordert zwingend Zwischenschliff nach der ersten Schicht. Leichte Vergilbungsneigung bei Weiß über Jahre; Endhärte erst nach 7–14 Tagen.

Alkydharzlack (lösungsmittelbasiert)

Klassischer Türlack: hohe Anfangshärte, guter Verlauf ohne Fasernaufrichtung. Überstrichbarkeit 16–24 h, VOC bis 130 g/l (Grenzwert ChemVOCFarbV). Ausgeprägte Vergilbungsneigung bei weißem Lack nach 2–5 Jahren durch Oxidation der Ölsäureketten.

1K-Polyurethanlack (feuchtigkeitsvernetzend)

Deutlich höhere Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit als Alkyd oder Acryl. Vernetzt über Luftfeuchte — Verarbeitung unter 40 % rF verlangsamt Härtung erheblich. Geeignet für Türen mit hoher Grifffrequenz (Büro, Wohnungseingänge).

2K-Polyurethanlack (Polyol + Isocyanat-Härter)

Höchste Schlagzähigkeit und Hydrolysefestigkeit; Topfzeit nach Anmischen 4–8 h je nach Produkt. Endhärte bereits nach 24–48 h. Pflichtanwendung bei dauerhaft feuchtebelasteten Türen (Bäder, Gastronomie) und nach Entlackung mit starker Vorschädigung.

Anspruchsstufen für Türlackierungen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Kanten und Falze: Die unterschätzte Schadenszone bei Türlackierungen

Beschichtungsausfälle an Holztüren beginnen statistisch überproportional häufig an Kanten, Hirnholzflächen und Falzkanten. Der physikalische Grund: Oberflächenspannung des flüssigen Lacks zieht das Material von scharfen Kanten zurück (Kantenrücklauf) — die Schichtdicke liegt dort 30–60 % unter dem Flächenwert. Zusätzlich nehmen Kanten Feuchte schneller auf und geben sie schneller ab, was Quellen und Schwinden beschleunigt.

Professionelle Gegenmaßnahmen: Kanten vor dem Anstrich leicht brechen (nicht verrunden), nach jedem maschinellen Auftrag gezieltes Nachpinseln der Kanten und Falzkanten, und die Stichkante (Schlagkante) als Hirnholz besonders sorgfältig schließen — hier unterwandert Feuchte die Beschichtung und löst sie flächig ab.

Querschnitt einer Türlackierung mit gebrochener Kante, Falzkante und Hirnholz-Stichkante, an der Feuchte die Beschichtung unterwandert.
So gehen wir vor

Professioneller Lackierablauf bei Holztüren (nach VOB/C DIN 18363)

1

Untergrundprüfung

Holzfeuchtemessung, Haftungsprüfung der Altbeschichtung (Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409, Zielwert Gt 0–1), Beurteilung von Harzgehalt und Vorschäden. Entscheidungsgrundlage: Aufarbeitung oder vollständige Entlackung.

2

Untergrundvorbereitung

Schleifen mit K80–K120, Spachtelung von Rissen und Ausbrüchen mit lösungsmittelbeständigem Holzkitt, Harztaschen und Aststellen absperren, vollständig entstauben. Bei starker Altbeschichtung: chemische oder mechanische Entlackung.

3

Absperrung und Grundierung

Bei harzreichen Hölzern zuerst Schellackabsperrung (20–25 % Schellack in Ethanol) oder Aluminiumpigment-Absperrgrund. Anschließend pigmentierter Haftvermittler oder transparenter Tiefengrund — deckend auf alle sechs Seiten auftragen.

4

Zwischenschliff und Feinspachtel

K150–K180, trocken oder nass. Zweite Spachtelrunde für verbliebene Poren und Pinselspuren. Vollständiges Entstauben mit Abwaschtuch oder Druckluft — jeder Staubkorn unter dem Decklack ist im Streiflicht sichtbar.

5

Erster Decklackauftrag

Quer-Längs-Technik auf Füllungen, dann Stile und Riegel. Falze, Kanten und Stichkante mit dem Pinsel gezielt nachstreichen. Schichtdicke kontrollieren (Nassmessgerät, Zieldichte Trockenfilm anteilig).

6

Schlussanstrich

K220–K240 schonend zwischenschleifen, entstauben. Oberkante, Unterkante und alle vier Kanten nicht vernachlässigen — vollständiger Rundumschluss ist Pflicht. Verarbeitungsfeuchte unter 75 % rF einhalten; bei 2K-Lack: nach Ablauf der Topfzeit kein Nachverdünnen.

Harzhaltige Hölzer lackieren: Absperrung und Harzdurchschlag verhindern

Kiefer, Lärche und Douglasie enthalten harzreiche Kanäle (Harzgallen), aus denen bei Erwärmung oder mechanischer Belastung Harz austritt. Durch normale Lackschichten diffundiert es langsam und erzeugt braune Flecken oder Schichtabsprengungen — typischerweise 6–18 Monate nach der Beschichtung, wenn die Temperaturbelastung (Heizung, Sonneneinstrahlung) zunimmt.

Wirksame Absperrung: Schellackgrund (Knotting, 20–25 % Schellack in Ethanol) isoliert Harzaustritte zuverlässig, da Schellack selbst harzresistent und hoch sperrend ist. Alternativ: aluminiumpigmentierter Spezialsperrgrund. Eine Vorerwärmung mit Heißluft (>80°C) kann oberflächennahes Harz vor dem Schleifen austreiben, erfasst aber tiefer liegende Gallen nicht und ersetzt die Absperrung nicht.

Lösungs-Finder

Sanierungsstrategie: Welche Vorbehandlung braucht der Altlack?

Wie zeigt sich der vorhandene Lackfilm an der Tür?

Überstreichen nach Zwischenschliff (Körnung 100–120) möglich. Kreidung (fotochemischer Bindemittelabbau) tritt an Innentüren nur bei Westlicht oder anhaltender Feuchteeinwirkung auf. Kreidegrad-Wischtest: deutlicher Abrieb → Haftvermittler-Zwischenlage erforderlich. Nach VOB/C DIN 18363 ist bei Kreidung ein Haftvermittler vor dem Deckanstrich zwingend; andernfalls kein regelkonformer Untergrund.
Vollständiges Abschleifen bis auf Holz oder Grundierung erforderlich (Körnung 60–80). Craquelé entsteht durch Versprödung alter Alkydharz-Öllacke oder kumulativen Schichtaufbau > 200 µm. Überstreichen ist keine Lösung: der neue Film reißt beim nächsten Temperaturzyklus mit. Anschließend Porenfüller oder Spritzspachtel, danach Systemaufbau neu beginnen.
Vollständiges Abbeizen oder thermisches Abstrippen (Heißluftpistole), danach Untergrund sanieren. Enthaftung zeigt Haftversagen: häufige Ursachen sind kumulativer Altlackfilm > 250 µm, PVC/NC-Altlack unter ölhaltigem Neusystem, oder fehlende Grundierung. Gitterschnitt-Test nach DIN EN ISO 2409 vorab: Ergebnis Gt 3–5 macht Überstreichen fachlich unvertretbar.
Ursachendiagnose vor jeder Maßnahme: Feuchteeintrag von rauminnenseitig (Badezimmer, Küche) → Belüftungssituation und Dampfdiffusion prüfen; Fremdstoffe (Öl, Wachs, Silikon) → Wasserperlentest oder Lösemitteltest. Erst nach Ursachenbeseitigung neu beschichten. Systemwechsel (z.B. Alkydharz auf wässriges PU-System) erfordert vollständiges Abbeizen — ohne diesen Schritt ist die Haftung des neuen Systems nicht gewährleistbar.
Im Vergleich

Spritzen oder Streichen — Auftragsarten bei Türlackierungen

KriteriumSpritzauftrag (HVLP/Airless)Streich-/Rollauftrag
Oberflächenqualität Flächesehr hoch, keine Pinselspurengut bis sehr gut (Kurzflor-Rolle)
KantenversorgungKantenrücklauf verstärkt, Pinsel-Nacharbeit nötigPinsel ermöglicht gezieltes Nacharbeiten
Maskieraufwandhoch (Beschläge, Rahmen, Boden, Nachbarflächen)gering
VOC-/Aerosolbelastunghoch, Atemschutz Pflichtgering, oft ohne Sonderschutz
Wirtschaftlichkeit ab 10+ Türendeutlich schneller, Rüstzeit amortisiertzeitintensiver
Eignung Einzeltür im BestandunwirtschaftlichStandard
Schichtgleichmäßigkeitsehr gleichmäßig, reproduzierbarleichte Varianz an Übergängen
1K-Acryllack vs. 2K-PU-Lack – Direktvergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Zwischenschliff beim Türlackieren: Körnung, Technik und typische Fehler

Wasserbasierte Lacke richten Holzfasern auf (Fasernaufrichtung) und hinterlassen nach dem Trocknen eine rauhe Oberfläche — jede Folgeschicht fühlt sich ohne Schliff rauher an als die vorherige. Geeignete Körnung: K150–K180 nach Grundierung (grob genug für mechanische Verankerung), K220–K240 vor dem Schlussanstrich (fein genug, um keine sichtbaren Kratzer einzubringen). Zu grob reißt die Schicht auf, zu fein verliert die Abrasivität schnell.

Typische Fehler: Schleifen zu früh (Lack noch zähplastisch, schmiert statt schleift), zu spät (vollausgehärtet, hoher Abtrag nötig), oder Entstauben vor dem Folgeauftrag vergessen. Staubeinschlüsse unter dem Schlussanstrich sind im Streiflicht deutlich als Struktur erkennbar und gelten als Ausführungsmangel nach VOB/C DIN 18363.

Cutaway-Sequenz zeigt Türlack-Zwischenschliff zu früh, zu spät und Staubeinschluss unter Schlusslack im Streiflicht.

Beschichtungsdicke verändert das Falzspiel

Jede Lackschicht addiert ca. 30–50 µm je Seite. Bei 3 Schichten auf Tür und Zarge kann das Falzspiel um 0,2–0,4 mm abnehmen — bei bereits eng toleriertem Falzmaß führt das zum Klemmen. Bei Neueinbau: Beschichtungszuschlag einplanen oder Tür vor dem Einbau fertiglackieren.

Alle sechs Seiten beschichten — nicht nur die Sichtflächen

Ober- und Unterkante sowie beide Stichkanten bestehen aus Hirnholz und nehmen Feuchte besonders schnell auf. Einseitig oder unvollständig beschichtete Türen verziehen sich durch asymmetrischen Feuchteeintrag. Vollständiger Rundumschluss ist keine Kür, sondern technische Anforderung.

Gitterschnitt vor Überbeschichtung: Gt 0–1 als Akzeptanzgrenze

Haftungsprüfung nach DIN EN ISO 2409 (Gitterschnitt) vor Überbeschichtung von Altlack: Kennwert Gt 0 (keine Ablösung) bis Gt 1 (≤ 5 % abgelöst) gelten als tauglich für Überstreichung. Ab Gt 2 (> 5 %) ist vollständige Entlackung wirtschaftlicher und technisch sicherer.

Holztüren in Feuchträumen: Lackaufbau und Versiegelungsanforderungen

Badezimmertüren sind erhöhter Feuchte-, Kondensat- und Temperaturwechselbelastung ausgesetzt. Ein einseitiger Lackauftrag — nur die Sichtfläche, Kanten und Rückseite vernachlässigt — führt zu asymmetrischem Feuchteeintrag und dadurch zu messbarem Verzug bereits nach einer Heizperiode. Alle sechs Seiten müssen mit gleichmäßiger Schichtdicke geschlossen werden.

Geeignete Systeme: 2K-Polyurethanlacke mit hoher Hydrolysefestigkeit sind hier erste Wahl — sie bilden einen geschlossenen, diffusionshemmenden Film. Lösungsmittelbasierte Alkydlacke mit Langölbasis sind bedingt geeignet. Wasserbasierte 1K-Acryllacke sind für dauerhaft feuchtebelastete Türen nur eingeschränkt zu empfehlen, da ihre Quellfestigkeit gegenüber vernetzenden Systemen deutlich geringer ist.

Interaktiv

Trockenfilmdicke Decklack: Deckkraft vs. Filmriss-Risiko

Die Trockenfilmdicke (TFD, engl. DFT) des Decklacks ist der zentrale Qualitätsparameter bei Türlackierungen. BFS-Richtlinien für Holzlackierungen im Innenbereich fordern einen Gesamtaufbau von mind. 80 µm TFD (Summe aller Lagen). Der Regler zeigt, was eine einzelne Decklack-Lage bei der angestrebten Schichtdicke leistet — und wo das Risiko beginnt.

Trockenfilmdicke je Decklack-Lage
Technische Daten

Technische Kennwerte Türlackierung

KennwertRichtwert / Anforderung
Trockenschichtdicke gesamt (DFT)80–120 µm
Grundierung / Vorstreicher (Trockenschicht)20–30 µm
Decklack je Schicht (Trockenschicht)25–40 µm
Maximale Holzfeuchte vor Beschichtung≤ 15 % (Gleichgewicht Innen: 8–12 %)
Zwischenschliff nach GrundierungK150–K180
Zwischenschliff vor SchlussanstrichK220–K240
VOC-Grenzwert Holzlack Innen (ChemVOCFarbV Phase II)≤ 130 g/l
Überstrichbarkeit Alkydharzlack16–24 h (20°C / 50 % rF)
Überstrichbarkeit Wasserlack 1K2–6 h (20°C / 50 % rF)
Topfzeit 2K-PU nach Anmischen4–8 h (produktabhängig)
Haftungsprüfung Altlack (DIN EN ISO 2409)Akzeptanz ≤ Gt 1
Ausführungsnorm MalerarbeitenVOB/C DIN 18363
Typische Lackierfehler an Türen – Erscheinungsbild und Ursachen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Was Türen lackieren lassen kostet: Preistreiber und Kalkulationslogik

Der entscheidende Kostentreiber ist der Untergrundstatus: Rohtür (Grundierung + 2 Decklacke), Tür mit intaktem Altlack (Schliff + 2 Decklacke) und Tür mit Schadschicht (Entlackung + Neubeschichtung) unterscheiden sich im Zeitaufwand um den Faktor 2–3. Sonderfall harzreiches Holz: Schellackabsperrung kostet 20–30 Minuten Mehrarbeit pro Tür — ein Posten, der im Angebot oft vergessen und im Nachgang diskutiert wird.

Maler rechnen Innentüren häufig pauschal je Stück ab, weil Türen trotz kleiner Nennfläche hohen Aufwand durch Falze, Kanten, Beschlägedemontage und Zargenarbeit erzeugen. Als interne Daumenregel gilt: Eine Standardtür entspricht im Lackieraufwand 4–6 m² gestrichener Wandfläche — inklusive Einrichten, Maskieren und Nacharbeit an Kanten.

Querschnitt-Detail einer Innentür mit Falzen, demontierten Beschlägen und Zarge als Aufwandstreiber der Lackierkalkulation
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Türen lackieren

DFT (Dry Film Thickness / Trockenschichtdicke)
Schichtdicke der vollständig ausgetrockneten Beschichtung in Mikrometern (µm). Die Nassschichtdicke ist durch den Lösungsmittel- und Wasseranteil höher — das Verhältnis Nass- zu Trockenschichtdicke hängt vom Festkörpergehalt des Lacks ab.
Kantenrücklauf
Physikalisches Phänomen: Die Oberflächenspannung des flüssigen Lacks zieht Material von scharfen Kanten zurück. Resultat: Schichtdicke an Kanten 30–60 % geringer als auf Flächen. Gegenmaßnahme: Kanten brechen und gezielt nachpinseln.
Fasernaufrichtung (Grain Raising)
Wasserbasierte Lacke quellen Holzfasern an der Oberfläche auf — nach dem Trocknen entsteht eine rauhe Oberfläche trotz vorherigem glattem Schliff. Beseitigung durch Zwischenschliff nach der ersten wasserbasierten Schicht obligatorisch.
Harzdurchschlag
Austritt von Holzharz aus harzreichen Nadelhölzern (Kiefer, Lärche) durch die Lackschicht hindurch. Erkennbar als braune Flecken oder Schichtabsprengungen, oft erst Monate nach der Beschichtung. Verhindert durch Absperrung mit Schellack- oder Aluminiumabsperrgrund.
ChemVOCFarbV
Chemikalien-VOC-Farbverordnung — deutsche Umsetzung der EU-Decopaint-Richtlinie 2004/42/EG. Begrenzt VOC-Gehalte in Beschichtungsstoffen nach Produktkategorie. Für Holzlacke Innen gilt Phase II: max. 130 g/l (seit 2010).
2K-Lack
Zweikomponentenlack aus Basis (z.B. Polyol) und Härter (z.B. Polyisocyanat). Vernetzt chemisch nach dem Mischen — höhere Endhärte, Beständigkeit und Hydrolysefestigkeit als einkomponentige Systeme. Verarbeitbar nur innerhalb der Topfzeit.
Gitterschnitt (DIN EN ISO 2409)
Normiertes Prüfverfahren für die Haftfestigkeit von Beschichtungen. Kennwert Gt 0 (keine Ablösung) bis Gt 5 (>65 % abgelöst). Für Überbeschichtung von Altlack gilt Gt 0–1 als akzeptabel; ab Gt 2 ist Entlackung empfohlen.

Bei Innentüren ist die häufigste Fehlerquelle nicht die falsche Lackwahl, sondern zu wenig Zeit für Untergrundvorbereitung und Zwischenschliff. Wer dort spart, schafft sich in 2–3 Jahren die nächste Baustelle — und dann ist die Entlackung oft teurer als der erste Auftrag richtig gewesen wäre.

Malermeister, Innungsfachbetrieb Berlin

Türtypen und ihre Lackiertücken im Überblick

Kassettentüren erfordern an Schattenfugen und Faserrichtungswechseln besonders sorgfältiges Einstreichen mit dem Pinsel, da Spritzauftrag dort zu Nasen und Haftungsfehlern führt; Glattflächentüren reagieren hochempfindlich auf Tropfen, weil kein Profil den Ablauf stoppt. Sprossenkonstruktionen erfordern Abdeckung der Glasflächen vor Spritzauftrag und sehr schmale Pinselführung in den Innenecken, um Overspray und Lackaufbau an den Gehrungsstößen zu vermeiden.

Türtypen und ihre Lackiertücken im Überblick – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Türen lackieren Fragen & Antworten

Welches Lacksystem eignet sich für Innentüren – Alkyd, Acrylat oder PUR?
Für stark beanspruchte Innentüren (Wohnungseingänge, Kinderzimmer) empfehlen Fachbetriebe heute meist PUR-Zweikomponenten-Lacke: Sie bilden nach der Vernetzung einen besonders harten, wischfesten Film und sind chemisch beständig gegenüber Reinigungsmitteln. Alkydharz-Lacke sind nach wie vor bewährt, benötigen 24–48 h Trockenzeit zwischen den Schichten und können bei ungünstiger UV-Exposition leicht vergilben. Wasserverdünnbare Acrylat-Systeme gelten als emissionsärmer (relevant für Schlafzimmer oder Kinderbereiche), stellen jedoch die Holzfaser stärker auf – ein sorgfältiger Zwischenschliff nach dem ersten Auftrag ist daher unerlässlich.
Kann man CPL-beschichtete Türen überlackieren?
CPL (Continuous Pressure Laminate) hat eine melaminharzbeschichtete Oberfläche mit sehr geringer Oberflächenenergie – handelsübliche Lacke haften ohne Vorbehandlung nicht ausreichend und können nach kurzer Nutzungszeit blättern. Fachgerechtes Überlackieren erfordert zunächst ein Anschleifen mit 120–150er Körnung zum Aufrauen der Melaminschicht und anschließend einen Haftvermittler-Primer, der speziell für Kunststoff- oder Melaminflächen formuliert ist. Nicht jeder Primerstoff ist für CPL vom Hersteller freigegeben – ein Systemaufbau aus abgestimmten Produkten desselben Herstellers hat hier Vorrang vor Mischkombinationen.
Warum ist die Kantenvorbereitung besonders kritisch?
Stirnholzkanten (Ober- und Unterkante) und Falzkanten saugen Bindemittel des Grundiers stark auf und sind durch Schließzyklen mechanisch dauerhaft hoch belastet. Die BFS-Richtlinien für Holzbeschichtungen empfehlen daher, Kanten mit mindestens einem zusätzlichen Lackauftrag zu versehen, um eine ausreichende Trockenschichtdicke sicherzustellen. Praxis-Faustregel: Auf der Kante sollte nach dem Endauftrag eine Trockenschichtdicke von mindestens 80 µm vorhanden sein – auf einer glatten Breitfläche reichen typischerweise 40–60 µm. Fehlende Kantenversiegelung ist in der Praxis die häufigste Ursache für Filmrisse und eindringende Feuchtigkeit.
Welcher Glanzgrad ist für Türen sinnvoll – und was sagt die Norm?
Der Glanzgrad wird nach DIN EN ISO 2813 bei einem Messwinkel von 60° gemessen. Gängige Stufen: matt (unter 10 GE), seidenmatt (10–35 GE), halbglänzend (35–70 GE), hochglänzend (über 70 GE). Für Wohnungstüren wird seidenmatt bis halbglänzend bevorzugt – höhere Glanzgrade verstärken die optische Wirkung von Unebenheiten im Untergrund erheblich. Hochglanz (über 70 GE) erfordert zwingend einen egalisierenden Füller-Auftrag mit Nassschliff; der Arbeitsaufwand steigt gegenüber seidenmatt um den Faktor 1,5–2.
Müssen Türen für die Lackierung ausgehängt werden?
Grundsätzlich nein – professionelle Malerteams lackieren auch eingehängte Türen fachgerecht. Liegend bearbeiten hat jedoch klare Vorteile: Läufer und Nasen entstehen nicht, der Nassfilm verteilt sich gleichmäßiger, und Kanten sowie Falzseite sind besser erreichbar. Bei Hochglanzoberflächen oder maschinellem Spritzauftrag ist Aushängen in der Regel unumgänglich. Für Standardarbeiten mit seidenmatter Oberfläche und Rollauftrag ist der eingehängte Zustand vertretbar, sofern Boden und Rahmen sorgfältig abgeklebt und Scharniere ausgebaut oder abgedeckt sind.
Welche Raumkonditionen müssen bei der Verarbeitung herrschen?
Lacke und Lasuren dürfen laut Herstellervorgaben und VOB/C-Grundsätzen in der Regel nur bei Temperaturen zwischen +5 °C und +30 °C verarbeitet werden; empfohlen sind 15–20 °C. Die relative Luftfeuchte sollte 65 % nicht überschreiten. Kritisch und häufig unterschätzt: Kondensation auf der Oberfläche durch Taupunktunterschreitung führt zu Weißanlaufen des Lackfilms und mangelhafter Haftung. Die Türoberfläche muss daher mindestens 3 °C über dem gemessenen Raumtaupunkt liegen. Bei Renovierungsarbeiten im Winter ist Querlüften während der Trockenphase konsequent zu vermeiden.
Wie erkenne ich, ob ein Altlack sanierbar ist oder vollständig abgenommen werden muss?
Entscheidend ist der Haftverbund der Altbeschichtung, den die Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 bewertet: Kennwert Gt 0–1 gilt als tragfähig; ab Gt 3 ist eine Vollabnahme erforderlich. Weitere Kriterien: Schuppenbildung, Hohlstellen (Klopftest), Risstiefe und Holzfeuchte. Problemfall sind Nitro-Kombinationslacke (typisch in Bestandsgebäuden vor 1980): Sie vertragen keine lösemittelreichen Folgebeschichtungen ohne Zwischenebene, da Quellreaktionen auftreten können. Im Zweifel Klassifizierung durch Anquelltest – lösemittelgetränkter Lappen auf die Fläche legen und nach 5 Minuten prüfen, ob der Film anlöst.
Was kostet das Lackieren einer Innentür in Berlin – und woraus setzt sich der Preis zusammen?
Der Preis für eine beidseitig zu bearbeitende Innentür inklusive Zarge liegt in Berlin je nach Untergrundaufwand und Lacksystem typischerweise zwischen 180 € und 450 € netto. Wesentliche Preistreiber: Altbeschichtung abnehmen (Zeitaufwand 2–4 h je Tür), Hochglanzoberfläche (Füllerschicht und Nassschliff), CPL- oder furnierte Oberfläche (Haftprimersystem), Sonderfarbtöne (RAL-Farbtonabmischung in Kleinmengen). Der Materialanteil macht bei solchen Kleinaufträgen häufig nur 15–20 % des Preises aus – der Großteil entfällt auf Arbeitszeit sowie Vor- und Nachbereitung. Günstigster Fall: Neubautür aus Kiefer roh, einfarbig seidenmatt, eingehängt belassen, ohne Altbeschichtung.
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Türen lackieren Referenzen & Beispiele

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Fachliche Grundlage dieser Seite bilden die VOB/C ATV DIN 18363 (Malerarbeiten) sowie die BFS-Merkblätter für Holzbeschichtungen.

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