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Video: Raffstore & Außenjalousievon Neuwest Bauleitern empfohlen
Sonnenschutz & Beschattung

Raffstore & Außenjalousie montieren lassen in Berlin – Fachbetrieb für Neubau & Bestand

Raffstoren sind die effektivste außenliegende Beschattung: Ein korrekt montierter Raffstore erreicht einen fc-Wert von 0,10–0,15 (geschlossen: ≈ 0,05) und reduziert damit den solaren Wärmeeintrag um über 85 %. Innenliegende Vorhänge oder Rollos kommen auf fc ≈ 0,75 – der physikalische Unterschied liegt darin, dass außenliegende Systeme Strahlungswärme vor der Verglasung reflektieren, statt sie bereits im Raum abzugeben.

Entscheidend für Dauerhaftigkeit und Energiebilanz sind dabei drei Faktoren, die Laien oft unterschätzen: die Windwiderstandsklasse des gewählten Systems (EN 13659), die Dübeltragfähigkeit im jeweiligen Untergrund – besonders kritisch bei WDVS-Fassaden – und die Wärmebrückenfreiheit der Anbindungskonstruktion am Sturz.

Leistungsumfang

Was umfasst die Raffstore- & Außenjalousien-Montage?

  • Aufmaß und Untergrundprüfung: Bauteilkategorie, Dübeltragfähigkeit, WDVS-Schichtdicke und Sturzgeometrie
  • Demontage und fachgerechte Entsorgung vorhandener Beschattungsanlage inkl. Kabelreste
  • Montage Führungsschienen und Rolladenkasten/-blende mit Wärmedämmeinlage zur Kältebückenminimierung am Sturz
  • Verankerung mit bauaufsichtlich zugelassenen Dübeln – bei WDVS Durchdringung bis in den tragenden Untergrund (mind. 10 cm Einbindetiefe)
  • Einbau Raffstore-Mechanik und Antrieb (Rohrmotor 230 V oder Funk/Solar) mit VDE-gerechtem Schutzleiteranschluss und Leerrohrabschluss
  • Endpunkt-Kalibrierung, Lamellenwinkler-Einstellung und Inbetriebnahme von Wind- und Sonnenwächter inkl. Funktionstest aller Fahrstufen

Alle Arbeiten richten sich nach den Leistungsanforderungen der EN 13659 (Abschlüsse – Windwiderstandsklassen WL 0–6) und den Installationsvorschriften nach VDE 0100. Auf Anfrage stellen wir die fc-Wert-Dokumentation des montierten Systems für den sommerlichen Wärmeschutznachweis nach DIN 4108-2 bereit.

0,10–0,25fc-Faktor Außenjalousie — bester Wert aller beweglichen Außenschutzsysteme
±1 mm/mSchienenparallelität-Toleranz laut Herstellervorgabe
0,05–0,20Psi-Wert Sturzkasten in W/(m·K) je Konstruktion
15–25 J.Nutzungsdauer Aluminium-Lamellen bei korrekter Beschichtung
Windwiderstandsklassen WK 0–6 nach EN 13659 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Werkstoff und Beschichtung: Warum Legierung und Schichtdicke über die Lebensdauer entscheiden

Aluminium-Lamellen für Raffstoren werden typischerweise aus EN AW-3105 oder EN AW-5052 gefertigt — die Legierungswahl entscheidet maßgeblich über Formstabilität und Korrosionsbeständigkeit. Eine Pulverbeschichtung nach RAL-Norm sollte mindestens 60 µm Schichtdicke aufweisen; bei erhöhter Luftfeuchtigkeit oder Stadtklima sind 80 µm erforderlich, da Unterschreitungen zu Blasenbildung und Delamination führen.

Als Alternative bietet die Eloxalschicht nach EN ISO 7599 ab Klasse E20 (mindestens 20 µm) eine deutlich höhere UV-Beständigkeit als Standard-Pulver — entscheidend für Südlagen mit direkter Sonneneinstrahlung. Günstigere Lamellen mit Klasse E10 zeigen im Außeneinsatz ab 5–7 Jahren sichtbare Oxidationsflecken, die sich nicht mehr rückstandsfrei entfernen lassen.

Querschnitt einer Aluminium-Lamelle mit Eloxalschichten: dichte 20-µm-Schicht (E20) gegenüber dünner 10-µm-Schicht (E10) mit Oxidationsflecken, Schichtdicken-Skala in µm.
Im Überblick

Raffstore-Typen und Systemvarianten im Überblick

Raffstore 50 mm Standard

Lamellenbreite 50 mm, geeignet für Standardfenster bis ca. 1,5 m Breite. Feines Lichtspiel, gut für Büro- und Wohnbebauung. Marktdominante Variante.

Breitlamellen-Raffstore 60–80 mm

Für großformatige Verglasungen ab 1,5 m Breite. Weniger Lamellen je Element, geringere Staubanfälligkeit, höhere Windlaststabilität durch größere Lamellenträgheit.

Glasleisten-Jalousie (integriert im SZR)

Im Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung eingebaut. Kein äußerer Kasten, wartungsarm — fc-Wert jedoch schlechter als außenliegendes System (fc ≈ 0,30–0,45), da Reflexion hinter dem Glas stattfindet.

Sonderprofil Fassadenintegration

C-Schienen- und Zargensysteme für Pfosten-Riegel-Fassaden. Schienenprofil bündig in der Fassadenebene; erfordert enge Abstimmung mit dem Fassadenplaner bereits in der Entwurfsphase.

GEG-Anrechnung: fc-Faktor und Heizlastminderung durch Außenjalousie

Der Abminderungsfaktor fc nach DIN EN ISO 52022-3 beschreibt, wie stark ein Sonnenschutzsystem den solaren Wärmeeintrag reduziert. Für außenliegende Raffstoren liegt er je nach Lamellenwinkel zwischen 0,10 und 0,25 — deutlich günstiger als innenliegende Systeme (fc = 0,45–0,75), weil die Reflexion außen vor dem Glas stattfindet.

Im baulichen Wärmeschutznachweis nach DIN 4108-2 wird der resultierende Gesamtenergiedurchlassgrad g_tot = g × fc eingesetzt, was die sommerliche Überwärmung nachweislich reduziert. Bei der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 kann der Außenjalousie-fc die Kühllastspitze um 15–30 % mindern — bei Niedrigstenergiegebäude-Nachweisen häufig der entscheidende Faktor für das Bestehen des Sommerwärmeschutz-Nachweises.

Interaktiv

Richtpreis-Kalkulator: Raffstore-Montage in Berlin

Schätzwert für Aluminium-Raffstore mit Rohrmotor, inkl. Montage und 230-V-Elektroinstallation. Basis: Windklasse 2 nach EN 13659. Aufpreis Windklasse 3–4 (Hochhauslage, Küstennähe): ca. +15–25 % auf Materialposition (verstärkte Führungsschienen, Windautomatik).

Alu-Raffstore-System (50-mm-Lamelle, eloxiert, mit Rohrmotor)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Technische Daten

Technische Kennwerte Raffstore / Außenjalousie

Lamellenbreite50 mm (Standard) / 60 mm / 80 mm (Breitlamelle)
Max. Elementbreitebis 3.500 mm (herstellerabhängig)
Max. Elementhöhebis 5.000 mm (herstellerabhängig)
fc-Faktor außenliegend0,10–0,25 je Lamellenwinkel und Reflexionsgrad
Schutzklasse MotorIP 44 (Mindest-Außenbereich) / IP 54 (erhöhte Beregnung)
Motordrehmoment typisch6–30 Nm je Elementgröße
WindlastzoneWLZ 1–4 nach DIN EN 1991-1-4; Abschaltung typ. ab ~8 m/s
Betriebstemperatur Antrieb-10 °C bis +60 °C (Standard) / -20 °C bis +70 °C (Winterversion)
Eloxal-Mindestschicht AußenE20 = 20 µm nach EN ISO 7599
Systemvergleich: Vorbau-, Einbau- und Integralkasten-Raffstore – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Wärmebrücke Sturzkasten: Psi-Werte kennen und im Nachweis richtig einsetzen

Der in die Außenwand einbindende Sturzkasten ist eine häufig unterschätzte Wärmebrücke bei der Raffstore-Montage. Je nach Konstruktion liegen die linearen Wärmedurchgangskoeffizienten (Psi-Werte) zwischen 0,05 und 0,20 W/(m·K) — ein ungedämmter Betonkastenrahmen ohne Kerndämmung liegt regelmäßig am oberen Ende dieser Spanne.

Im Energieausweis und im Nachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2 müssen Sturzkastendetails explizit berücksichtigt werden. Ein gedämmter Aufsatzkasten mit Kernfüllung aus Hartschaum (λ ≤ 0,035 W/(m·K)) hält den Psi-Wert unter 0,05 W/(m·K) und kann mit dem Beiblatt-Katalogwert angesetzt werden — bei Bestandssanierungen daher immer den bestehenden Kasten auf Dämmstoffzustand und intakte Dampfbremse prüfen, bevor ein neues Antriebssystem eingebaut wird.

Querschnitt eines gedämmten Aufsatz-Rollladenkastens mit Hartschaum-Kernfüllung, Dampfbremse, Sturzanschluss und Wärmestrom als Wärmebrücken-Detail.
Im Vergleich

Aufsatzkasten vs. Einbaukasten: Systementscheidung für Planer

KriteriumAufsatzkasten (AP)Einbaukasten (UP)
EinsatzsituationSanierung + Neubau nachrüstbarNeubau mit Vorplanung
Montageaufwandgering (kein Stemmen)hoch (Kernbohrung / Stemmarbeit)
Dämmqualitätnachbesserbar (Kernfüllung einbringbar)werkseitig integriert, konstant
Wartungszuganggut (Frontblende abnehmbar)eingeschränkt
Fassadenoptiksichtbarer Kastenbündig in Fassadenebene
KostenindexBasis 100 %ca. 120–140 % inkl. Stemmarbeit
EmpfehlungSanierung / begrenzte VorplanungNeubau mit klarem Fassadenkonzept

Montagefehler Nr. 1: Schienenparallelität und ihre Langzeitfolgen

Der häufigste Langzeitdefekt bei Raffstoren entsteht durch fehlende Parallelität der Führungsschienen — laut Herstellervorgaben ist eine Toleranz von maximal ±1 mm auf 1000 mm Länge einzuhalten. Bereits 2–3 mm Versatz führen zu ungleichmäßigem Lamelleneinzug, erhöhtem Clip-Verschleiß und schließlich zum Verklemmen der Wendestäbe beim Schließvorgang.

Ursache ist meist schiefes Mauerwerk oder nicht ausgeglichene Rohbaupunkte; die korrekte Lösung sind Ausgleichsscheiben (Shimming) — kein Nachbiegen der Schienen, das nur Spannungen verlagert und den Fehler kaschiert. Das Abnahmeprotokoll sollte die gemessene Schienenparallelität dokumentieren, da nachträgliche Reklamationen ohne diesen Nachweis dem Montagefehler kaum eindeutig zuzuordnen sind.

Lösungs-Finder

Systemwahl-Assistent: Bauweise und Antrieb gezielt wählen

Was beschreibt Ihre Einbausituation am besten?

Integrierter Kasten-Raffstore (wärmegedämmter Einbaukasten nach EN ISO 10077). Rohrmotor mit KNX- oder Funk-Schnittstelle, Sonnenstands- und Windautomatik. Führungsschienen bündig im Laibungsfalz — kein sichtbarer Aufbau, minimale Wärmebrücke. Windklasse 2 Standard, Klasse 3 gegen Mehrpreis. Empfehlung Antrieb: Rohrmotor 10–20 Nm je nach Elementschwere (Richtwert: 1,0 Nm je kg Lamellenpaket).
Aufputz-Raffstore mit separatem Rollkasten (Alu-Blende, Aufbautiefe ca. 200–260 mm). Befestigung auf Dübeluntergrund (Mauerwerk: M8 Schraubanker nach ETA; Beton: Betonschraube Ø 10 mm, mind. 70 mm Einbindung). Thermische Schwachstelle am Kastenbereich: Perimeterdämmung des Kastens (min. 40 mm WLG 032) dringend empfohlen, sonst Wärmebrückenerhöhung Ψ > 0,10 W/(m·K). Antrieb: Rohrmotor oder kompakter Gurtantrieb nachrüstbar.
Verstärktes Raffstore-System nach EN 13561 Windklasse 3–4: doppelwandige Führungsschienen (Wandstärke ≥ 1,5 mm), Lamellendicke ≥ 0,5 mm, Sturmsicherung mit automatischer Windwächtersteuerung (Anemometer, Abfahrimpuls ab 6–8 m/s). Statischer Befestigungsnachweis nach DIN EN 1991-1-4 (Windlastzonen) erforderlich — Dübelraster und Ankerlast müssen kalkuliert und dokumentiert werden. Mehrkosten gegenüber Klasse 2 typisch: +15–25 %.
Schlanksystem mit reduziertem Kastenvolumen (Einbautiefe ≤ 160 mm) und individuell angefassten Profilfarben (Pulverbeschichtung nach RAL-Vorgabe der Unteren Denkmalbehörde Berlin). Mechanischer Gurtantrieb bevorzugt — minimaler Kabelaufwand, kein Motor-Kabelkanal sichtbar. Voranfrage bei Unterer Denkmalbehörde (LDA Berlin) vor Auftragserteilung obligatorisch; Befundgutachten zur Fassadensubstanz (Rissgefährdung durch Dübellast) wird empfohlen.
So gehen wir vor

Montageablauf: Von der Maßaufnahme bis zur Abnahme

1

Maßaufnahme und Sturzprüfung

Lichte Breite und Höhe aufnehmen, Sturzkonstruktion auf Tragfähigkeit und Dämmzustand prüfen. Schienenachsen vorbemessen und auf Bauteil-Flucht abstimmen.

2

Kastenmontage und Abdichtung

Aufsatz- oder Einbaukasten befestigen, Fugen zur Außenwand mit Kompriband (z. B. nach RAL-GZ 695) abdichten. Kerndämmung einbringen und Dampfbremse sicherstellen.

3

Schienenset montieren und vermessen

Führungsschienen setzen, Parallelität mit Laser oder Richtlot auf ±1 mm/m kontrollieren. Rahmendübel ohne Stahl-auf-Aluminium-Direktkontakt setzen (Kontaktkorrosion vermeiden).

4

Lamellenpaket einziehen

Lamellenpaket in die Schienen einführen, Wendestäbe einhängen, gleichmäßige Führung im Trockenlauf prüfen. Auf Leichtgängigkeit über gesamten Hub achten.

5

Antrieb einbauen und Endlagen einstellen

Rohrmotor einsetzen, mechanische und elektronische Endlagen nach Herstelleranleitung einstellen. Drehmoment-Abschaltung und Überlastschutz testen.

6

Bus-Integration und Automatik-Test

SMI- oder KNX-Adressierung konfigurieren, Wind- und Regensensorik sowie Zeitprogramm testen. Sicherheitsabsenkung (unabhängiger Steuerkreis) separat simulieren.

7

Abnahme und Protokoll

Funktion aller Betriebsmodi dokumentieren, gemessene Schienenparallelität schriftlich festhalten. Bedienungsanleitung und Wartungsintervalle übergeben.

Lamellenneigung versus solarer Gesamtenergiedurchlassgrad g_total – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Raffstore oder Rolladen: Entscheidungsmatrix für Planer und Bauherren

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Optik, sondern in fc-Wert und Tageslichttauglichkeit: Raffstoren erreichen fc = 0,10–0,25 bei gleichzeitiger Lichtlenkung; Rollladen erzielen geschlossen ähnliche fc-Werte, aber nur bei vollständiger Verdunklung — jede Zwischenposition ist praktisch nicht nutzbar.

Für Büro- und Gewerbegebäude mit Bildschirmarbeitsplätzen empfiehlt DIN EN 17037 (Tageslicht in Gebäuden) außenliegende Sonnenschutzsysteme mit Lichtlenkfunktion — Raffstoren erfüllen diese Anforderung, konventionelle Rollladen nicht. In reinen Wohngebäuden mit Priorität auf Einbruchschutz und Vollverdunklung bleibt der Rolladen die wirtschaftlichere Wahl; der Mehrpreis für den Raffstore amortisiert sich über Komfortzugewinn und GEG-Effizienz in der Regel erst nach 8–12 Jahren.

Vergleichs-Illustration: außenliegender Raffstore mit Lichtlenkung am Bürofenster gegenüber Rolladen mit Vollverdunklung am Wohnfenster.
Preise & Kosten

Was kostet Raffstore & Außenjalousie montieren?

Preisrahmen für Berlin, inkl. Material und Montage, netto, je m² Fensterfläche (Nettofläche des Elements).

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Manueller Raffstore, Aufsatzkasten (AP)180–260 EUR/m²
Motorisierter Raffstore, AP-Kasten, ohne Bus260–380 EUR/m²
Motorisiert + SMI-Busanbindung, AP-Kasten320–450 EUR/m²
KNX-Integration (Aufschlag je Element)+80–150 EUR/Element
Einbaukasten (UP) statt AP (Aufschlag)+20–35 EUR/m² zzgl. Stemmarbeit nach Aufwand
Gerüst / Hubarbeitsbühne ab 4 m Einbauhöhe50–150 EUR/m² Gerüstfläche nach Aufwand
Demontage Altanlage (falls vorhanden)30–60 EUR/m²
Inspektion und Wartung (jährlich empfohlen)60–120 EUR/Element

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Motorisierung und Automation: Anforderungen an Antrieb und Bus-Integration

Rohrmotoren für Raffstoren werden nach IEC 60335-2-97 geprüft; für Normalbetrieb sind Antriebe mit S3-Klassifizierung (25–40 % Einschaltdauer) ausreichend, bei Gebäudeautomation mit häufigen Wind-Regen-Sensor-Aktionen ist S1 (Dauerbetrieb) die sicherere Wahl. IP 44 ist Mindestanforderung im Außenbereich; bei direkter Beregnung oder Sockellage IP 54 verwenden.

Die SMI-Schnittstelle (Standard Motor Interface) nach RAL-GZ 695 ermöglicht herstellerunabhängige Anbindung an beliebige SMI-Master — entscheidend bei Sanierungen mit vorhandenem Gebäudeautomationssystem. Für die sicherheitsrelevante Absenkung bei Windwarnung ist ein separater Sicherheitssteuerkreis vorzusehen, der unabhängig vom Bussystem reagiert und kein Softwareereignis als alleinige Triggerquelle verwendet.

Interaktiv

Lamellenwinkel-Simulation: g-Wert und Tageslichtdurchlass

Verstellen Sie den Lamellenwinkel und lesen Sie den solaren Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert nach EN 13363-2) sowie den Tageslichtdurchlass (τv) für ein typisches 50-mm-Alu-Lamellensystem vor Isolierverglasung (Ug = 1,0 W/m²K) ab.

Lamellenwinkel

Windwächter bei Motorantrieb zwingend erforderlich

Ohne Windautomatik können Raffstoren bei Sturm (Beaufort 6–7) Totalschäden an Lamellen und Führungsschienen erleiden. Versicherungsschutz erlischt bei fehlendem Windwächter-Nachweis häufig — dies gilt auch bei einer nachträglichen Schadensmeldung.

Gedämmten Aufsatzkasten im Energienachweis ansetzen

Ein Aufsatzkasten mit Kernfüllung (λ ≤ 0,035 W/(m·K)) hält den Psi-Wert unter 0,05 W/(m·K) und kann nach DIN 4108 Beiblatt 2 mit dem Katalog-Wert angesetzt werden — das verbessert die Energiebilanz oft messbar.

SMI statt Proprietärsystem schützt die Investition

SMI-kompatible Antriebe lassen sich an jeden SMI-Master anschließen und sichern die Investition gegen Herstellerwechsel ab. Proprietäre Bus-Systeme einzelner Hersteller können bei Firmenaufgabe oder Produktabkündigung nicht mehr erweitert werden.

Führungsschienen-Dichtungstypen: Klemm-, Stift- und Bürstendichtung im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Was den Montagepreis treibt: Kostenstruktur transparent erklärt

Der größte Kostenhebel ist nicht das Lamellenpaket, sondern Gerüst oder Hubarbeitsbühne: Bei Einbauhöhen über 4 m verdoppelt sich der Montageaufwand durch Rüstzeiten und Arbeitssicherheitsanforderungen nach DGUV Regel 101-011. Zweiter Faktor ist der Kastentyp — Aufsatzkasten (AP) ist rund 20–30 % günstiger als Einbaukasten (UP), weil keine Stemmarbeit anfällt.

Im Altbau kommen häufig unvorhergesehene Mehraufwände hinzu: eingelegte Stahlträger, verfüllte Sturzkästen oder baufällige Fensterbänke. Eine Vorabinspektion mit Stichbohrung vor der Angebotserstellung reduziert Nachtragsrisiken erheblich; werden mehrere Elemente in einem Zug montiert, sinken die Einzelkosten durch Gerüstteilung und Lernkurve typisch um 10–20 %.

Querschnitt einer Altbau-Fensterlaibung mit eingelegtem Stahlträger, verfülltem Sturzkasten, baufälliger Fensterbank und Stichbohrung zur Vorabinspektion.

Außenjalousie und Raffstore: Stärken und Grenzen im Überblick

Vorteile

  • Bester fc-Wert aller beweglichen Außenschutzsysteme (0,10–0,25) — direkt anrechenbar im GEG-Nachweis
  • Tageslichtlenkung durch stufenlose Lamellenwinkelstellung (0°–90°)
  • Kombinierter Sicht- und Sonnenschutz ohne vollständige Verdunklung möglich
  • Erfüllt Anforderungen nach DIN EN 17037 (Tageslicht) für Bildschirmarbeitsplätze
  • Lange Nutzungsdauer bei korrekter Legierungs- und Beschichtungswahl (15–25 Jahre)

Nachteile / Grenzen

  • Höhere Investition als Rolladen (typisch +30–50 % Mehrkosten)
  • Windempfindlich: automatische Hochfahrt ab ~8 m/s (Bft 5) zwingend erforderlich
  • Saisonale Reinigung nötig — Staubablagerung zwischen den Lamellen
  • Bei Fassadenrenovierung aufwändigere Demontage als bei Rolladen
  • Sturzkasten als Wärmebrücke muss gesondert im Energienachweis berücksichtigt werden

Frostschutz: Welche Maßnahmen im Berliner Klima wirklich nötig sind

Berlin verzeichnet in Extremwetterlagen Temperaturen bis -15 °C. Standard-Rohrmotoren mit Betriebstemperatur bis -10 °C erreichen damit ihre spezifizierte Grenze; Antriebe mit erweitertem Temperaturbereich bis -20 °C (bei einigen Herstellern mit Kennung 'E' oder 'W' ausgewiesen) vermeiden Schäden an Getriebeschmiermittel und Kondensatorkapazität.

Typische Schadensbilder am Raffstore: Ursachen und Erscheinungsformen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt-Grafik: frostunempfindliche Alu-Führungsschiene, versprödete EPDM-Dichtlippe und empfohlene halbe Abfahrtsstellung gegen angefrorene Lamellen.

Führungsschienen aus stranggepresstem Aluminium sind frostunempfindlich; kritisch sind hingegen Dichtlippen aus EPDM oder PVC, die bei -15 °C verspröden und im Frühjahr als erste Komponente ausfallen. Empfehlung: Raffstoren bei Langzeitstillstand im Winter auf halbe Abfahrt belassen, nicht vollständig geschlossen — das verhindert das Anfrieren eingeklemmter Lamellen an der Zarge, das beim nächsten Hochfahren zu Lamellenverformungen führt.

Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Raffstore & Außenjalousie montieren

fc-Faktor
Abminderungsfaktor für den solaren Wärmeeintrag durch Sonnenschutz nach DIN EN ISO 52022-3. Je niedriger der Wert, desto besser die Abschirmwirkung des Systems.
g_tot (Gesamtenergiedurchlassgrad)
Produkt aus dem Glaseigenschaftswert g und dem Sonnenschutz-Faktor fc: g_tot = g × fc. Maßgebliche Eingangsgröße im baulichen Wärmeschutznachweis nach DIN 4108-2.
Psi-Wert (Ψ)
Linearer Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m·K); quantifiziert den Wärmeverlust über eine linienförmige Wärmebrücke (hier: Sturzkasten) je Meter Länge und Kelvin Temperaturdifferenz.
SMI (Standard Motor Interface)
Herstellerunabhängiges Bus-Protokoll für Rollladen- und Raffstore-Antriebe, definiert in RAL-GZ 695. Ermöglicht den Austausch zwischen Antrieben verschiedener Fabrikate an einem SMI-Master.
Aufsatzkasten (AP)
Sturzkasten, der auf dem Fenstersturz aufgesetzt wird — außen sichtbar, kein Stemmaufwand erforderlich.
Einbaukasten (UP)
In die Wandöffnung integrierter Kasten (Unterputz-Variante) — bündig mit der Fassade, erfordert Stemmarbeit oder bauliche Vorbereitung im Neubau.
Wendestab
Kunststoffprofil, das die Lamellen eines Raffstores verbindet und bei Drehbewegung des Antriebs synchron alle Lamellen im Winkel verstellt.
IP 44 / IP 54
Schutzklassen nach IEC 60529: erste Ziffer = Staubschutz, zweite Ziffer = Wasserschutz. IP 44 = Berührungsschutz + Spritzwasser, IP 54 = staubgeschützt + Strahlwasser.

Raffstore & Außenjalousie montieren Fragen & Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Raffstore, Außenjalousie und Rollladen – und warum ist das für die Montage relevant?
Raffstore und Außenjalousie sind Synonyme: beide bezeichnen Systeme mit drehbaren Horizontallamellen (typisch 50 oder 80 mm Breite), die neben Verdunkelung auch gezielte Tageslichtlenkung ermöglichen. Der Rollladen besteht aus festen Profilen ohne Winkelverstellung. Montagetechnisch bedeutet das: Raffstoren benötigen präzisere Führungsschienen (Z-Führung statt einfacher U-Nut), und der Antrieb muss zwei Achsen steuern – Hub und Lamellenwinkel – was höhere Anforderungen an Motordrehmoment und Steuerungsverkabelung stellt. Wer beides verwechselt, riskiert eine unterdimensionierte Anlage.
Welche Windwiderstandsklasse braucht ein Raffstore in Berlin, und wann ist ein Windwächter sinnvoll?
Die EN 13659 definiert Windwiderstandsklassen WL 0–6. Für Berlin (Windzone II nach DIN EN 1991-1-4, Basiswindgeschwindigkeit 25 m/s) reicht bei Einbauhöhen bis ca. 6 m in der Regel WL 2; ab 10 m Fassadenhöhe oder exponierter Lage sollte WL 3–4 geplant werden. Ein Windwächter ist in Deutschland für Außenjalousien baurechtlich nicht generell verpflichtend, aber bei motorisierten Anlagen haftungsrechtlich sehr relevant: Viele Hersteller schließen Lamellenbruchschäden durch Sturm explizit aus der Gewährleistung aus, wenn kein Windwächter verbaut wurde.
Wie wird ein Raffstore bei einer WDVS-Fassade sicher verankert?
Bei WDVS-Fassaden darf die Zuglast nicht in die Dämmschicht eingeleitet werden – der Dübel muss den tragenden Untergrund (Mauerwerk oder Beton) mindestens 10 cm tief erfassen, was bei 16–20 cm Dämmstärke entsprechend lange Rahmendübel erfordert. Zulässig sind ausschließlich Dübel mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) für den jeweiligen Untergrundtyp. Zusätzlich sind Wärmedämmteller einzusetzen, um Wärmebrücken am Dübelteller zu minimieren. Der häufigste Fehler bei Eigenmontageversuchen: Verschrauben direkt im Putz oder in der EPS-Platte ohne Durchdringung zum Untergrund – das Ergebnis ist Ablösung unter Windlast.
Was bedeutet der fc-Wert, und wie hilft ein Raffstore beim sommerlichen Wärmeschutznachweis?
Der fc-Wert (Abminderungsfaktor für Sonnenschutz) nach DIN 4108-2 beschreibt, wie stark ein Sonnenschutzsystem den Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) der Verglasung reduziert. Im Nachweis wird der effektive Wert als g_tot = g × F_c berechnet. Ein Raffstore mit 45°-Lamellenneigung erreicht typisch fc = 0,10–0,15; bei 90° (vollständig geschlossen) sogar fc ≈ 0,05. Damit kann ein Raffstore eine Verglasung mit g = 0,60 auf g_tot ≈ 0,06–0,09 reduzieren – weit unter dem Grenzwert von 0,35 im vereinfachten Verfahren nach DIN 4108-2. Entscheidend: Nur außenliegende Systeme werden im Nachweis mit diesen fc-Werten angerechnet.
Rohrmotor oder Gurtwickler – nach welchen Kriterien wird entschieden?
Der Rohrmotor (230 V oder Niedervolt) ist Standard ab ca. 1,2 m Elementbreite oder wenn der Sturzkasten keinen Platz für Gurtöse lässt. Er ermöglicht Windwächter-Integration, Zeitschaltuhr und Smart-Home-Anbindung, erfordert aber vorhandene oder neu zu verlegende Elektroinstallation – Planung vor Putz ist deutlich günstiger als nachträgliches Fräsen. Der Gurtwickler (manuell) ist wartungsarm und ohne Stromanschluss, aber bei schweren Stahllamellen-Behängen oder Breiten über 2 m ergonomisch unzumutbar. Bei Nachrüstung ohne vorhandene E-Installation ist ein Solar- oder Batterie-Funkmotor wirtschaftlich sinnvoll – er erspart den Kabelweg komplett.
Welche Lamellenbreite und welches Material ist für welche Situation richtig?
Aluminium (eloxiert oder pulverbeschichtet, RAL-Farbe frei wählbar) ist Marktstandard für nahezu alle Außenanwendungen: korrosionsfest, leicht, UV-stabil. Bei der Lamellenbreite gilt: 50-mm-Lamellen erlauben feinere Lichtlenkung und passen in schmalere Führungsschienen; 80-mm-Lamellen erzeugen bei geneigtem Licht weniger sichtbare Trennlinien und wirken ruhiger im Fassadenbild – bevorzugt bei größeren Elementformaten. Stahllamellen (verzinkt) werden fast ausschließlich bei Industriebauten mit erhöhten Einbruchschutzanforderungen eingesetzt; sie sind deutlich schwerer und erhöhen die Anforderungen an Motorisierung und Sturzstatik erheblich.
Kann ein Raffstore nachträglich Einbruchschutz bieten, und welche Widerstandsklasse ist erreichbar?
Standard-Raffstoren bieten keinen zertifizierten Einbruchschutz – Aluminiumlamellen lassen sich mit Hebelwerkzeug in Sekunden verbiegen. Es gibt jedoch Sicherheitsraffstoren mit verstärkten Stahllamellen (≥ 1,5 mm), integrierten Widerhaken in den Führungsschienen und verriegeltem Endprofil, die als Widerstandsklasse RC 2 nach EN 1627 zertifiziert sein können. Voraussetzung ist immer die geprüfte Gesamtkonstruktion inklusive Baukörperanschluss; der nachträgliche Austausch von Lamellen gegen Stahlausführung in ein Standard-Schienensystem ergibt keine klassifizierte Schutzwirkung. RC-2-Eignung muss am vollständigen System nachgewiesen und bei der Montage nach Prüfbericht ausgeführt werden.
Welche Wartung braucht ein Außenraffstore, und was sind die typischen Verschleißpunkte?
Hersteller empfehlen eine jährliche Sicht- und Funktionsprüfung sowie Reinigung der Führungsschienen, da Staub, Flugsamen und Insekten den Lauf blockieren und Lamellenkanten beschädigen können. Die drei typischen Verschleißpunkte: (1) Tragbänder aus Polyester werden durch UV-Strahlung spröde – Lebensdauer je nach Sonnenexposition 10–15 Jahre; (2) Rohrmotorlager – Laufgeräusche sind das Frühwarnsignal, Austausch vor Totalausfall verhindert Lamellenabsturzschäden; (3) Führungsgleiter und Endkappen aus Kunststoff brechen bei vereisten Schienen unter Zugbelastung – Raffstoren bei Frost grundsätzlich nicht betätigen. Ersatzteile (Lamellen, Bänder, Gleiter) sind bei namhaften Systemherstellern üblicherweise bis 10 Jahre nach Produktionsende lieferbar – ein relevantes Kaufkriterium.
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