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Video: Schachtwandvon Neuwest Bauleitern empfohlen
Installationsschacht · Systemtrockenbau · Berlin

Schachtwand bauen in Berlin – EI-geprüfte Ausführung durch Fachbetrieb

Eine Schachtwand ist keine gewöhnliche Metallständerwand: Sie umhüllt Installationsschächte für Sanitär-, Heizungs- oder Lüftungsleitungen und muss gleichzeitig Feuerwiderstand, Schallschutz und Wartungszugänglichkeit auf engstem Raum vereinen. Diese Kombination ist nur durch systemgeprüfte Konstruktionen mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder Europäisch Technischer Zulassung (ETA) zuverlässig erreichbar — freie Planung außerhalb des Systemdatenblatts hebt den Verwendbarkeitsnachweis auf.

Technisch entscheidend ist die Wahl zwischen einseitig beplankbaren I-Ständer-Systemen (Montage und Beplankung ausschließlich von außen, kein Schacht-Innenraum-Zugang nötig) und konventionellen CW-Ständerwänden mit beidseitiger Zugänglichkeit. Erstere erreichen bei passendem Profilquerschnitt Schachthöhen von mehreren Geschossen ohne horizontale Zwischenabfangung — ein logistischer Vorteil im Bestand, der aber exakte Fugenausbildung an allen Abschottstellen voraussetzt.

Leistungsumfang

Was umfasst Schachtwand bauen?

  • Aufmaß, Bestandsanalyse und Systemauswahl nach Feuerwiderstandsklasse und Raumgeometrie (abZ/ETA-Nachweis)
  • Montage der U-Profil-Laufschienen an Rohdecke und Rohboden mit Trennstreifen zur Schall- und Brandübertragungsentkopplung
  • Einsetzen der I-Ständer oder CW-Profile im systemdefinierten Rastermaß; bei Mehrgschoss-Schächten Kontrollmaß laut Systemdatenblatt
  • Beplanken mit Gipsplatten – einlagig für EI 30, zweilagig (versetzten Fugen) für EI 60/EI 90 – inkl. Versiegelung aller Anschlüsse
  • Einbau EI-klassifizierter Revisionsklappen und ETA-zugelassener Brandschutzabschottungen (Manschetten/Kissen/Mörtel) an jeder Leitungsdurchführung
  • Spachtelarbeiten nach Q2/Q3, Abnahmedokumentation mit Systemnachweis und Übergabe der Ausführungsunterlagen

Die Ausführung erfolgt strikt nach den gültigen Systemdatenblättern der Hersteller; nur so bleibt der Verwendbarkeitsnachweis für den behördlichen Brandschutznachweis aufrechterhalten. Auf Wunsch wird eine prüffertige Dokumentation für Brandschutzsachverständige oder Versicherungsträger erstellt.

REI 30–90Brandschutzklassen Schachtwand
125–200 mmGesamtdicke je nach Ausbaustufe
45–55 dBBewertetes Schalldämmmaß Rw (bauteilbezogen)
≤ 25 dB(A)Max. Installationsgeräusch DIN 4109-1 in Aufenthaltsräumen
Schachtwand-Querschnitt: Schichtaufbau und Materialfolge – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schacht oder Installationswand — was entscheidet die Geometrie?

Entscheidend ist, ob die verkleidete Hohlzone geschossübergreifend verläuft und dabei eine Brandabschnittgrenze durchdringt. Trifft das zu, liegt ein Schacht im baurechtlichen Sinne vor — mit der Konsequenz, dass an jeder Deckendurchführung eine klassifizierte Brandschutzabschottung (EI-System) erforderlich ist. Eine raumhohe Vorwandinstallation, die innerhalb eines Geschosses bleibt und keine Brandabschnittgrenze überschreitet, fällt nicht darunter.

Die Geometrie bestimmt auch die Steifigkeitsreserven: Ein allseitig geschlossener Schacht erreicht durch Profileinspannung an Decke und Boden erheblich mehr Gesamtsteifigkeit als eine einseitig offene Vorwand. Praxisrelevant ist zudem das Revisionsklappenkonzept: Schächte ohne begehbares Lichtmaß benötigen geplante Öffnungen — nachträgliche Ausschnitte in fertigen REI-90-Wänden sind aufwändig und baurechtlich problematisch, wenn der Rahmen keine äquivalente Klassifizierung erhält.

Isometrischer Vergleich: allseitig geschlossener Schacht mit Profileinspannung und geplanter Revisionsklappe gegenueber einseitig offener Vorwand.
Im Überblick

Konstruktionsvarianten: Schachtwand-Bauarten im Überblick

Einfachbeplankung REI 30

CW 75, je 1 × 12,5 mm GKF pro Seite. Gesamtdicke ca. 100 mm. Ausreichend in Einfamilienhäusern ohne brandabschnittstrennende Funktion; kostengünstigste Variante.

Doppelbeplankung REI 60

CW 75 oder CW 100, je 2 × 12,5 mm GKF. Gesamtdicke ca. 125 mm. Standard in Mehrfamilienhäusern (Gebäudeklasse 3–4). Fugenstaffelung ≥ 200 mm horizontal, ≥ 600 mm vertikal ist zwingend.

Dreifachbeplankung REI 90

3 × 12,5 mm GKF oder 2 × 18 mm GKF je Seite. Pflicht ab Gebäudeklasse 5 und Sonderbauten. Gesamtdicke bis 200 mm; Profilauswahl muss auf das erhöhte Gesamtgewicht und die Verankerung abgestimmt sein.

Entkoppelte Schallschutz-Schachtwand

Doppelt beplankt mit Akustikdämmstreifen an allen Profilen und Hohlraumdämmung aus Steinwolle (≥ 40 mm, ≥ 30 kg/m³). Bewertetes Schalldämmmaß Rw bis 55 dB erreichbar. Empfohlen bei angrenzenden Schlaf- oder Büroräumen.

Schallschutz im Schacht: Körperschall ist das eigentliche Problem

Die Schachtwand selbst dämmt Luftschall wirksam — bewertete Schalldämmmaße Rw von 45 bis 55 dB sind je nach Aufbau erreichbar. Der kritische Pfad ist jedoch der Körperschall: Rohre, die starr mit der Rohbaukonstruktion verbunden sind, leiten Strömungsgeräusche, Druckstöße und Schwingungen direkt in die Gebäudestruktur und umgehen die Schachtwand vollständig. DIN 4109-1 begrenzt den Installationsgeräuschpegel in Aufenthaltsräumen auf 25 dB(A) — ein Wert, der bei starrer Rohrmontage oft überschritten wird.

Entscheidend ist daher die akustische Entkopplung der Rohre vor dem Schachtverschluss: schwingungsgedämpfte Rohrschellen mit EPDM-Einlage, entkoppelte Schellenkonsolen, kein Direktkontakt der Rohre mit Wand- oder Deckenflächen. Entwässerungssysteme aus Grauguss (SML) oder schallgedämmten Kunststoffen reduzieren die Quellpegel bereits systemseitig — ein nachträglicher Rohrtausch nach Schachtverschluss erfordert vollständigen Beplankungsrückbau.

Interaktiv

Materialmengen-Richtwert Schachtwand EI 60

Basis: 2-lagige GKF-Beplankung 12,5 mm einseitig, CW-Profilständer, inkl. pauschalem Abschottungsansatz (+8 % auf Gesamtkosten). Für EI 30 (1-lagig) Plattenmenge ×0,55; für EI 90 (2 × 15 mm GKF) ×1,12. Netto-Richtpreise ohne MwSt.

GKF-Platten 12,5 mm (1,25 × 2,00 m)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Technische Daten

Technische Kennwerte Schachtwand-Konstruktionen

ProfilnormDIN 18182 (CW-/UW-Profile, verzinkter Stahl)
Profil-Wandstärkemind. 0,6 mm (CW-Ständer), 0,5 mm (UW-Rahmen)
Ständerachsabstandmax. 417 mm (Plattenkante bündig auf Profilmitte)
Plattenlage je Seite REI 301 × 12,5 mm GKF (Gesamtdicke ca. 100 mm)
Plattenlage je Seite REI 602 × 12,5 mm GKF (Gesamtdicke ca. 125 mm)
Plattenlage je Seite REI 903 × 12,5 mm GKF oder 2 × 18 mm GKF (bis ca. 200 mm)
Fugenstaffelung bei Mehrlagigkeit≥ 200 mm horizontal, ≥ 600 mm vertikal
Hohlraumdämmung SchallschutzSteinwolle ≥ 40 mm, Rohdichte ≥ 30 kg/m³
Deckenanschluss MineralwolleStopfdichte ≥ 55 kg/m³, Einbautiefe ≥ 100 mm
Revisionsklappe Mindestformat300 × 300 mm, EI-Klasse entspr. Schachtwandklasse
Brandschutzklassen EI 30 / EI 60 / EI 90 nach EN 13501-2 – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Maßtoleranzen nach DIN 18202: was für Schachtwände gilt

DIN 18202 'Toleranzen im Hochbau — Bauwerke' regelt in Tabelle 3 die zulässigen Abweichungen für vertikale Bauteile. Für Schachtwände sind drei Grenzwerte praxisrelevant: Lotabweichung maximal 5 mm je Geschosshöhe bis 3 m, Winkelabweichung (Wand zu Decke bzw. Boden) 3 mm auf 1 m Messkante sowie Ebenheitstoleranz für unverputzte Trockenbauwände 5 mm bei 1 m und 10 mm bei 4 m Messlänge.

Im Schacht addieren sich Toleranzen beider gegenüberliegender Wände: Liegt jede Wand an der Obergrenze von Lotabweichung und Ebenheit, kann das Lichtmaß im Schacht um bis zu 20 mm vom Planmaß abweichen — kritisch für vormaßgefertigte Lüftungsrohre oder knapp bemessene Schachtquerschnitte. Die VOB/C ATV DIN 18340 (Trockenbauarbeiten) benennt die Maßtoleranzkontrolle als Abnahmeinhalt; Überschreitungen begründen einen Mängelanspruch.

Querschnitt durch einen Schacht: zwei gegenüberliegende Trockenbauwände mit addierten Lot- und Ebenheitsabweichungen verengen das Lichtmaß um das Lüftungsrohr.
Preise & Kosten

Was kostet Schachtwand bauen lassen?

Netto-Richtpreise für Berlin, Fachbetrieb inkl. Material und Einbau (ohne MwSt.). Brandschutzabschottungen sind gesondert ausgewiesen — sie übersteigen bei mehrgeschossigen Schächten mit vielen Leitungsdurchführungen oft die eigentliche Wandfläche im Gesamtpreis.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Schachtwand REI 30, einfach beplankt45 – 70 EUR/m²
Schachtwand REI 60, doppelt beplankt65 – 95 EUR/m²
Schachtwand REI 90, dreifach beplankt85 – 130 EUR/m²
Aufpreis entkoppelte Schallschutz-Ausführung+ 15 – 30 EUR/m²
Brandschutzabschottung Rohrdurchführung REI 90 (je Stk.)200 – 700 EUR
Revisionsklappe 300 × 300 mm EI 3090 – 180 EUR inkl. Einbau
Revisionsklappe 600 × 600 mm EI 60/90280 – 550 EUR inkl. Einbau
Akustische Rohrentkopplung (je Schelle inkl. Montage)20 – 50 EUR
Schachtkopf-Mineralwolldichtung (je lfm Deckenabschluss)35 – 80 EUR/lfm

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

GKFI statt GKF: der unterschätzte Unterschied im Nassbereich

GKF (Gipskarton-Feuerschutzplatte) enthält Glasfasern und Brandschutzadditive im Kern — bietet aber keinen Feuchteschutz. GKFI kombiniert beide Eigenschaften: brandschutzadditierter Kern und feuchteresistenter, imprägnierter Deckkarton. In Schächten hinter Nassräumen, neben Küchen oder in Bereichen mit Kaltwasserleitungen (Kondensatrisiko im Winter) ist GKFI die normgerecht richtige Wahl — auch wenn der Schacht selbst nicht direkt befeuchtet wird.

Häufiger Fehler: GKF wird als 'Feuerschutzplatte' gewählt, weil Brandschutz im Vordergrund steht — die fehlende Feuchteresistenz fällt erst nach Jahren auf, wenn Deckkartonlagen durch Kondensatfeuchte delaminieren und damit die Brandschutzfunktion beeinträchtigen. GKB (Feuchtraumplatte ohne Feuerschutz) darf in Schachtwänden mit REI-Anforderung nicht als alleinige Beplankungslage verwendet werden. Der Preisaufschlag von GKFI gegenüber GKF beträgt ca. 1,50 – 2,50 EUR/m² Plattenware — vernachlässigbar gegenüber den Sanierungskosten bei Feuchtigkeitsschaden.

Lösungs-Finder

Systemfinder: Plattentyp und Profil nach Gewerk und Anforderung

Welche Kombination aus Gewerk, Brandschutzklasse und Feuchtigkeitszone trifft zu?

Plattentyp GKF 12,5 mm (DIN 18180), 2-lagig einseitig. Profil CW 50, Achsabstand 625 mm. Mindestbautiefe 75 mm. Leitungsabschottung EI 60 nach MLAR (Abschnitt 4). Revisionsöffnung EI 60-C (selbstschließend, klassifiziert nach EN 13501-2).
Plattentyp GKFI 12,5 mm (DIN 18180), 2-lagig einseitig. Profil CW 50 feuerverzinkt. Mindestbautiefe 75 mm. Verbundabdichtung nach DIN 18534 (mind. Beanspruchungsklasse W2-I). Zargen und Revisionsklappenrahmen nichtbrennbar (A2-s1,d0 nach EN 13501-1). Revisionsöffnung EI 60-C.
Plattentyp GKF 15 mm 2-lagig oder GKF 12,5 mm 3-lagig. Profil UA 50 oder CW 100, Achsabstand max. 416 mm. Mindestbautiefe 100 mm. Brandschutzklappe EI 90 (klassifiziert nach EN 13501-3, geprüft nach EN 1366-2) am Kanaleinlass. Plattenstöße mit Brandschutzband überkleben; Fugen mit Brandschutzspachtel schließen. Revisionsöffnung EI 90-C.
Plattentyp GKF 12,5 mm (DIN 18180), 1-lagig. Profil CW 50, Achsabstand 625 mm. Mindestbautiefe 50 mm. Kabelschott mit geprüftem System EI 30 (allgemeine Bauartgenehmigung aBG oder ETA des Herstellers). Revisionsöffnung EI 30-C.
Plattentyp GKFI 15 mm, 2-lagig. Profil UA 50 feuerverzinkt, Achsabstand 416 mm. Mindestbautiefe 120 mm. Rohrabschottung EI 90 nach MLAR Abschnitt 4.4 mit geprüftem Manschettensystem (aBG/ETA). Verbundabdichtung DIN 18534 W2-I. Revisionsöffnung EI 90-C; Druckprüfprotokoll vor Wandverschluss erstellen.
Im Vergleich

Plattentypen im Vergleich: Einsatz in Schachtwänden

PlattentypBrandschutzFeuchteschutzBewertung Schachtwand
GK Standard (weiß)neinneinnicht zulässig
GKF Feuerschutz (rot)ja (REI-fähig)neinTrockenbereiche — Standard
GKB Feuchtraum (grün)neinjanur kombiniert mit GKF; nicht allein REI-fähig
GKFI Kombi (grün/rot)ja (REI-fähig)jaNassbereiche — korrekte Wahl
Kalziumsilikatplatteja (sehr hoch)jaSonderfälle: hohe Brandlast, Dampfexposition
Revisionsöffnungstypen im Schacht: Zulassung und Einbautiefe – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schachtkopf und Schachtfuß: der kritische Deckenanschluss

Der Anschluss der Schachtwand an Rohdecke und Boden ist brandschutztechnisch der sensibelste Bereich. Das UW-Deckenprofil wird mit einem Akustikdämmstreifen (Mineralwolle ≥ 55 kg/m³, mind. 8 mm) unterlegt — er übernimmt gleichzeitig Körperschallentkopplung und den Abschluss des Hohlraums gegen Flammen- und Rauchübertritt. Ab REI 60 ist ein vollflächiger Hohlraumabschluss (Stopfdichte ≥ 55 kg/m³, Einbautiefe ≥ 100 mm) normativ gefordert.

Am Schachtfuß sammelt sich Kondensat; eine kleine Entwässerungsbohrung (∅ 5–8 mm) im untersten UW-Profil verhindert Staunässe und Profilkorrosion — ein Detail, das in der Ausführungsplanung häufig fehlt. Wo Rohre die Decke durchdringen, ersetzt die systemzugelassene Abschottung die Mineralwollfüllung im Durchführungsquerschnitt. Die Kombination aus Mineralwolldichtung und Rohrabschottung im selben Deckenbereich ist nur in Abstimmung mit dem Abschottungshersteller prüffähig und zulassungskonform.

Querschnitt eines Installationsschachts: Entwässerungsbohrung im UW-Profil am Schachtfuß und systemzugelassene Rohrabschottung neben Mineralwolldichtung im Deckendurchbruch.
So gehen wir vor

Ausführungsablauf Schachtwand: Schritt für Schritt

1

Bestandsaufnahme und Planung

Rohbaumaße abnehmen, REI-Anforderung klären, Leitungsführung und Abschottungslagen abstimmen, Revisionsklappenlagen festlegen. Toleranzpuffer ≥ 10 mm zum Rohbau einkalkulieren.

2

Profile befestigen

UW-Boden- und Deckenprofile mit Akustikdämmstreifen (Mineralwolle ≥ 55 kg/m³) unterlegen, im Abstand ≤ 50 cm dübeln. CW-Ständer im Achsabstand max. 417 mm (Kante–Mitte Steg) einsetzen.

3

Innenbeplankung (erste Lage)

GKF-/GKFI-Platten schrauben: Randzone 150 mm, Feld 250 mm Schraubenabstand. Plattenstöße nur auf Profilen; alle Fugen mit Fugengips oder Armierungsmörtel schließen.

4

Haustechnik und akustische Entkopplung

Rohre mit schwingungsentkoppelten Schellen (EPDM-Einlage) befestigen; Direktkontakt zur Wandfläche durch Dämmbuchsen vermeiden. Durchführungsstellen für Abschottung markieren und vorbereiten.

5

Brandschutzabschottungen einbauen

System gemäß ETA oder abZ (Manschette, Schaumabschottung oder Putzmantel) an jeder Deckendurchführung montieren. Einbauprotokoll mit Systembezeichnung, Zulassungsnummer und Einbaudatum führen.

6

Außenbeplankung (weitere Lagen)

Fugen um ≥ 200 mm horizontal und ≥ 600 mm vertikal zur Vorlage versetzen. Revisionsklappenrahmen zuschnittgenau einsetzen — Feuerschutzklasse muss der Schachtwandklasse entsprechen.

7

Schachtkopf-Abdichtung und Spachtelung

Deckenanschluss mit Steinwolle (≥ 55 kg/m³) auf mind. 100 mm Tiefe vollflächig stopfen und armieren. Außenfläche verspachteln (mind. Q2; Q3 bei Streiflichtsituation).

Die häufigsten Fehler beim Schachtwandbau — Ursachen und Vermeidung

Profile ohne Dämmstreifen: UW-Profile direkt auf Beton geschraubt erzeugen starre Schallbrücken — Nachbesserung erfordert vollständigen Rückbau. Falscher Plattentyp: GKF statt GKFI hinter Nassräumen führt nach 5–10 Jahren zu Plattendelamination durch Kondensatfeuchte, ohne dass der Schaden außen sichtbar wird. Fehlklassifizierte Revisionsklappe: Eine EI 30-Klappe in einer REI 90-Schachtwand ist ein Brandschutzmangel — und bei Baupflegebegehungen häufig anzutreffen.

Unvollständige Abschottung: Bei nachträglichen Leitungsergänzungen werden neue Durchführungen ohne Systemzulassung ausgeführt oder alte Abschottungsöffnungen nicht geschlossen. Fugen nicht gestaffelt: Durchlaufende Plattenstöße bei Mehrlagigkeit bilden thermische Schwachstellen — in Brandprüfungen ein wiederholt dokumentiertes Versagensmuster. Alle diese Mängel fallen typischerweise erst bei Brandschutzbegehungen oder beim Gebäudeverkauf mit Sachverständigengutachten auf.

Interaktiv

Wandhöhen-Profil-Rechner: Profilnenndicke und Achsabstand je Schachthöhe

Schachthöhe eingeben → Empfehlung für CW- oder UA-Profilnenndicke und Ständerachsabstand nach Systemzulassung. Basis: 2-lagige GKF-Beplankung 12,5 mm, Innenschacht ohne horizontale Außenlast.

Schachthöhe

Schachtwand ist kein tragendes Bauteil

Gipskarton-Schachtwände dürfen keine vertikalen Lasten aus anderen Bauteilen übernehmen. Rohrhalterungen und Konsolkräfte müssen rückwärtig an der Rohbaukonstruktion abgefangen sein — eine Krafteinleitung in CW-Profile oder Beplankung ist unzulässig.

Revisionsklappe vor zweiter Beplankungslage festlegen

Lage, Größe und Feuerschutzklasse der Revisionsklappe müssen vor dem Aufbringen der äußeren Beplankung endgültig fixiert und markiert sein. Nachträgliches Ausschneiden ohne passgenauen Rahmen kompromittiert Brandschutz und Schallschutz dauerhaft.

Abschottungsprotokoll ist Abnahmevoraussetzung

Jede Brandschutzabschottung muss mit Systembezeichnung, Zulassungsnummer, Einbaudatum und ausführender Firma dokumentiert werden. Dieses Protokoll ist bei Gebäudeübergabe, Versicherungsfall und behördlicher Brandschutzbegehung vorzuweisen.

Abschottungssysteme im Schacht: Funktionsprinzip und ETA-Zulassung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Kostentreiber Schachtwand: Brandschutzklasse, Abschottungen, Zugänglichkeit

Der größte Einzelkostenfaktor ist die geforderte Brandschutzklasse: Von REI 30 auf REI 90 verdoppelt sich der Plattenaufwand je Seite; bei einem dreigeschossigen Schacht mit ca. 30 m² Wandfläche entspricht das einem Mehraufwand von rund 1.000 – 1.800 EUR nur für Material und erhöhte Montagezeit durch Mehrlagigkeit. Die Brandschutzabschottungen übersteigen bei mehrgeschossigen Schächten mit vielen Leitungsdurchführungen regelmäßig die eigentlichen Wandkosten: Sechs Rohrdurchführungen je Deckenebene über drei Stockwerke ergeben 18 Abschottungen à 200 – 700 EUR.

Zugänglichkeit treibt die Kosten indirekt: Enge Bestandsschächte erfordern individuelle Zuschnitte, erhöhten Verschnitt und aufwändigere Montagelogistik. Arbeitshöhen über 4 m ziehen Gerüst- oder Arbeitsbühnenkosten nach sich. In Bestandsgebäuden mit schmalen Treppenhäusern schlägt der Materialtransport auf obere Geschosse spürbar zu Buche — dieser Aufwand sollte im Angebot explizit ausgewiesen sein, um spätere Nachträge zu vermeiden.

Gebäudequerschnitt zeigt engen Bestandsschacht, Zuschnitt mit Verschnitt, Gerüst über 4 m und Materialtransport durch schmales Treppenhaus.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Schachtwand bauen

REI-Klassifizierung
Europäische Brandschutzklassifizierung für raumabschließende Bauteile: R = Tragfähigkeit (Resistance), E = Raumabschluss ohne Durchbrand (Integrity), I = Wärmedämmung (Insulation). Die Zahl gibt die Mindeststandzeit in Minuten an, z. B. REI 90 = 90 Minuten.
Brandschutzabschottung
Systemzugelassene Abdichtung von Leitungsdurchführungen durch brandabschnittstrennende Bauteile. Typen: intumeszierende Manschette, Schaumabschottung, Putzmantel, Schottungsstein. Jedes System benötigt eine Europäische Technische Bewertung (ETA) oder allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ).
GKF / GKFI
GKF = Gipskarton-Feuerschutzplatte (roter Kern, brandschutzadditiert, kein Feuchteschutz). GKFI = Gipskarton-Feuerschutz-Imprägnat (brandschutzadditierter Kern UND feuchteresistenter Deckkarton) — korrekte Wahl für Schächte mit Feuchteexposition.
CW- / UW-Profil
Stahlblechprofile nach DIN 18182-2: CW = C-förmiger Ständer (vertikales Wandelement), UW = U-förmiges Rahmenprofil (Boden- und Deckenprofil). Nennbreiten 50, 75, 100 mm üblich; CW-Wandstärke mind. 0,6 mm.
Körperschall
Schwingungen, die sich durch feste Bauteile (Rohre, Profile, Beton) fortpflanzen und in Räumen als Geräusch abgestrahlt werden. Nicht durch Schachtwanddämmung zu reduzieren — nur durch akustische Entkopplung der Schallquelle an den Befestigungspunkten (Rohrschellen, Konsolen).
Schachtkopf / Schachtfuß
Anschlussbereiche der Schachtwand an Rohdecke (Kopf) und Boden (Fuß). Brandschutztechnisch kritische Zonen: Hohlraumabschluss mit Mineralwolle (Stopfdichte ≥ 55 kg/m³) und Akustikdämmstreifen unter dem UW-Profil sind hier unverzichtbar.
Revisionsklappe
Öffnungselement in der Schachtwand zur Inspektion und Wartung eingeschlossener Leitungen. Muss dieselbe EI-Klassifizierung aufweisen wie die umgebende Schachtwand. Standardformate: 300 × 300 mm bis 600 × 900 mm.

Profildimensionen CW 50 / CW 75 / CW 100 / UA 100 im Vergleich

CW-Ständerprofile werden nach Wandhöhe und zulässiger Auslenkung (l/500, in der Regel max. 10 mm) bemessen — CW 50 gilt für Standardhöhen bis ca. 3,5 m, CW 75 und CW 100 für größere Wandhöhen oder erhöhte Horizontallasten. Das UA-Profil ist ein verstärktes Sonderprofil mit Wanddicke ≥ 2,0 mm und wird ausschließlich für statisch beanspruchte Anschlüsse, Türzargen und Großöffnungen eingesetzt, wo CW-Profile die Systemgrenzen überschreiten würden.

Profildimensionen CW 50 / CW 75 / CW 100 / UA 100 im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schachtwand bauen Fragen & Antworten

Was unterscheidet eine Schachtwand von einer normalen Trennwand?
Der Kernunterschied liegt in der einseitigen Montierbarkeit: Schachtwand-Systeme (I-Ständer in U-Laufschienen) werden komplett von der Außenseite errichtet — der Schachtraum muss nie betreten werden. Klassische Metallständerwände benötigen dagegen beidseitigen Zugang, um Ständer zu verschrauben und beidseitig zu beplanken. Zudem sind Schachtwände konstruktiv auf die kombinierte Anforderung aus Feuerwiderstand, Rohr-Abschottung und integrierter Revisionsklappe ausgelegt — eine normale Trennwand erfüllt diese Schnittstelle nicht systemkonform.
Welche Feuerwiderstandsklasse muss eine Schachtwand haben?
Die Klasse bestimmt der Brandschutznachweis nach Landesbauordnung und Gebäudeklasse. Im Wohnungsbau (Gebäudeklasse 3–5) ist für Leitungsschächte typischerweise EI 60 (nach EN 13501-2; national: F 60 nach DIN 4102) vorgeschrieben, bei Sonderbauten wie Krankenhäusern, Hochhäusern oder Versammlungsstätten auch EI 90. EI 30 ist in der Regel nur für Nebengebäude oder nicht schutzbedürftige Bereiche ausreichend. Die Klasse ist nicht durch freie Konstruktionswahl, sondern ausschließlich durch systemgeprüfte Ausführung nach abZ/ETA erreichbar.
Warum ist die Leitungsdurchführung durch eine Schachtwand so kritisch?
Jede Rohrdurchführung ist eine thermische Schwachstelle, die die gesamte Feuerwiderstandsklasse der Wand aufheben kann, wenn sie nicht mit einer ETA-zugelassenen Abschottung verschlossen wird. Entscheidend: Das Abschottungsprodukt (Manschette, Kissen, Mörtel) muss exakt zur Kombination aus Rohrwerkstoff (Kunststoff vs. Stahl), Rohraußendurchmesser und Wandkonstruktionstyp geprüft sein — es gibt keine universellen Lösungen. Ein nachträglicher Austausch der Abschottung ohne erneute Systemprüfung ist nicht zulässig.
Welchen Schallschutzwert muss eine Schachtwand zu Wohnräumen erfüllen?
Nach DIN 4109-1:2018 gilt für Wände zwischen einem Installationsschacht mit störenden Geräuschen (z.B. Fallrohr DN 100) und einem schutzbedürftigen Raum ein Mindest-Schalldämm-Maß von R'w ≥ 52 dB; erhöhter Schallschutz nach DIN 4109-5 verlangt ≥ 57 dB. Reine Gipsplatten-Konstruktionen erreichen diesen Wert nur mit ausreichend hoher flächenbezogener Masse oder Zweischaligkeit. Bei lauten Abwasserleitungen aus Kunststoff ist eine entkoppelte Doppelschale oft die einzig belastbare Lösung.
Welche Revisionsklappen sind für Schachtwände zulässig?
Die Klappe muss dieselbe Feuerwiderstandsklasse wie die Schachtwand aufweisen — eine EI-60-Wand benötigt zwingend eine EI-60-Klappe als geprüftes System. Eine selbst zugeschnittene Gipsplatte als 'provisorischer' Verschluss gilt nicht als klassifizierter Abschluss und setzt die Feuerwiderstandsklasse der gesamten Wandfläche herab. EI-Revisionsklappen bestehen in der Regel aus Stahlblech-Rahmen mit dämmschichtbildender Einlage und sind nur als Komplettsystem ETA-zugelassen — keine Einzelkomponenten.
Bis zu welcher Höhe kann eine Schachtwand ohne Zwischenabfangung errichtet werden?
Das hängt direkt vom gewählten System und Profilquerschnitt ab: I-Ständer-Systemschachtwände (z.B. Knauf Schachtwandsystem, Rigips Shaft Wall) erreichen bei entsprechendem Profilformat Geschosshöhen, die mehrere Normalgeschosse überspannen, ohne horizontale Stahlkonstruktion zur Zwischenabfangung. Die exakt zulässige Höhe ist im Systemdatenblatt des Herstellers tabellarisch nach Profildimension und Windlastannahme festgelegt und darf nicht extrapoliert werden. Bei Unterschreitung des Mindestrastermaßes reduziert sich die zulässige Wandhöhe überproportional.
Was kosten Schachtwände in Berlin — was treibt den Preis?
Typische Quadratmeterpreise liegen je nach System und Feuerwiderstandsklasse zwischen ca. 60 und 140 €/m² (Montage inkl., ohne MwSt.). Wesentliche Kostentreiber: Feuerwiderstandsklasse (EI 90 erfordert drei- oder mehrlagige Beplankung), Schachthöhe (Steiger-/Gerüstkosten ab ca. 4 m), Anzahl und Klassifizierung der Revisionsklappen (EI-Klappen 150–450 € Materialwert je Stück), Abschottungen pro Leitungsdurchbruch (50–300 € je Durchführung abhängig von Werkstoff und Dimension) und erschwerter Bestandszugang. Die Abschottungskosten werden bei vielen Gewerken unterschätzt — bei einem Schacht mit 8 Durchbrüchen können sie den Rohbauwandpreis übersteigen.
Darf eine Schachtwand mit Feuerwiderstandsanforderung im Eigenbau errichtet werden?
Formal nein — zumindest nicht regelkonform. Sobald eine Feuerwiderstandsklasse verlangt ist, muss die Ausführung dem Systemdatenblatt des Herstellers folgen, was neben Materialkenntnissen auch die lückenlose Dokumentation aller Systemdetails erfordert. Gegenüber Baubehörde und Gebäudeversicherung ist der Verwendbarkeitsnachweis nur aufrechtzuerhalten, wenn ein fachkundiger Betrieb die systemkonforme Ausführung bestätigen kann. Mängel an Feuerwiderstandskonstruktionen werden im Schadensfall regelmäßig durch Sachverständige analysiert — und nicht systemkonform ausgeführte Wände führen zur Leistungskürzung oder -verweigerung.
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Schachtwand bauen Referenzen & Beispiele

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Ausführungsgrundlagen sind die Systemzulassungen (abZ/ETA) der Hersteller sowie DIN 4102, DIN EN 13501, DIN 4109 und DIN 18202.

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