Raufaser streichen lassen in Berlin – Fachbetrieb für Innenanstriche
Raufaser ist der meistverlegte Wandbelag in deutschen Bestandsimmobilien – und gleichzeitig der am häufigsten falsch überstrichene. Entscheidend ist nicht die Farbe, sondern die Untergrundvorbereitung: Kreide-Altanstriche, Silikonschichten und zu viele Farblagen sind die Hauptursachen für Abplatzungen und Reliefverlust.
Ein fachgerechter Anstrich erhält das Raufaser-Relief und schafft eine dauerhaft haftende, homogene Oberfläche. Dabei beeinflussen Flortiefe der Walze, Viskosität der Dispersionsfarbe und Schichtfolge das Ergebnis mindestens so stark wie die Farbqualität selbst.
Was umfasst Raufaser streichen?
- Untergrundprüfung: Haftfestigkeit, Schichtdicke, Saugfähigkeit (Abzugs- und Wischtest)
- Reinigung und Vorbehandlung – Entfernung von Kreidefilm, Schimmelflecken und haftlosen Altschichten
- Grundierung nach Untergrundklasse (Tiefengrund oder Sperrgrundierung auf Schellack-/Kunstharzbasis)
- Naht- und Eckversiegelung, Spachtelung von Fehlstellen vor dem Erstanstrich
- Zwei-Schicht-Anstrich mit strukturgerechter Innen-Dispersion (Nassabriebklasse 2, Flortiefe 12–15 mm)
- Abnahme nach VOB/C ATV DIN 18363 – Beurteilung bei diffusem Tageslicht aus 1,5 m Sichtabstand
Die Ausführung erfolgt nach ATV DIN 18363 (Malerarbeiten) und den BFS-Merkblättern des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz. Verwendete Dispersionsfarben erfüllen mindestens die Nassabriebklasse 2 nach DIN EN 13300 und sind für den Einsatz auf Strukturtapeten zugelassen.

BFS-Merkblätter und VOB: Was Fachbetriebe bei Tapetenanstrichen rechtlich schulden
Das BFS-Merkblatt für Tapezier- und Klebearbeiten (Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz) legt fest, welche Vorleistungen vor dem Tapetenanstrich zu erbringen sind: Haftprüfung, Dokumentation der Altanstriche, Festlegung des Anstrichsystems und Einhaltung von Trocknungszeiten. Wer diese Prüfpflichten übergeht, riskiert Mängelansprüche auch dann, wenn das handwerkliche Ergebnis optisch einwandfrei wirkt.
Nach VOB/C ATV DIN 18363 muss der Auftragnehmer den Untergrund vor Arbeitsbeginn auf Haftfestigkeit, Feuchtegehalt und vorangegangene Beschichtungen prüfen und Bedenken schriftlich anzeigen — andernfalls gilt die Eignung als stillschweigend anerkannt. Besonders bei Tapetenanstrichen ist die Anzahl der Altanstriche zu dokumentieren, da sie die technische Grundlage für die Entscheidung Überstreichen oder Abriss bildet.

Deckvermögen auf Strukturflächen: Warum Raufaser zwei Anstriche zur Regel macht
Das Deckvermögen von Farben wird über den Kontrastgrad bei festgelegtem Auftrag auf einer normierten Prüfkarte bestimmt. Das Problem bei Raufaser: Rillen und Körner erzeugen Schattenzonen, die selbst bei hoher Pigmentdichte mit einem einzigen Anstrich nicht vollständig abgedeckt werden — die Herstellerangabe zur Ergiebigkeit gilt für ebene Flächen und darf nicht direkt auf Strukturtapeten übertragen werden.
Daraus ergibt sich die zwingende Zwei-Lagen-Regel: Der Erstanstrich benetzt und grundiert die Struktur, der Zweitanstrich schließt die verbliebenen Schattenzonen. Wer in der Ausschreibung nur einen Anstrich vorsieht, unterschreitet bei Raufaser typischerweise die geschuldete Deckqualität — ein häufiger Streitpunkt bei der Abnahme nach VOB/B, der sich durch korrekte Positionierung im LV vermeiden lässt.
Farb- und Grundierungsbedarf berechnen
Richtwerte für Raufaser Kl. II (mittelkörnig), 2 Anstriche Dispersionsfarbe — Ergiebigkeit ca. 5 m²/L. Kl. I (fein): Faktor ~0,30 L/m², Ergiebigkeit ~6,5 m²/L; Kl. III (grob): ~0,55 L/m², ~3,5 m²/L. Tiefengrund zusätzlich ca. 0,10 L/m² (separat kalkulieren).
Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.
Ablauf: Raufaser fachgerecht streichen
Untergrundprüfung
Haftfestigkeit per Klebestreifen-Test an mehreren Stellen prüfen, Feuchtemessung (Ziel ≤3 % CM bei Kalkputz), Anzahl der Altanstriche zählen und schriftlich dokumentieren.
Reinigung und Kleinreparaturen
Fettflecken entfetten, abgelöste Tapetenkanten mit Tapetenkleber anlegen und vollständig trocknen lassen, Risse mit Elastik-Spachtel schließen.
Abdeckarbeiten
Lichtschalter, Steckdosen und Fensterrahmen mit Abklebeband sichern, Böden mit Baumwoll-Vlies abdecken — keine Folie allein, da Farbnebel darauf wegrutscht.
Sperrgrund (bei Bedarf)
Bei Farbwechsel dunkel→hell oder stark saugenden Untergründen pigmentierten Sperrgrund auftragen; vollständige Trocknung mindestens 12–24 h abwarten, bevor der Deckanstrich beginnt.
Erstanstrich
Kanten und Ecken mit Pinsel vorstreichen, dann Fläche mit Kurzflor-Rolle (Flortiefe 10–12 mm) vollflächig in einer Richtung rollen — Richtung merken oder markieren.
Trocknungszeit einhalten
Mindestens 4–6 Stunden bei 20 °C und 50 % r. F.; bei Kalk- oder Silikatfarbe gemäß TDS des Herstellers, oft 12–24 h. Zugluft in den ersten 2–3 h vermeiden.
Zweitanstrich
Kanten und Ecken erneut vorstreichen, dann Fläche quer zur Erstlagrichtung rollen; gleiche Rollgeschwindigkeit und gleichen Rollendruck halten, um Glanzgradunterschiede im Streiflicht zu vermeiden.
Abnahme im Streiflicht
Beschichtung unter seitlichem Lichteinfall auf deckende Gleichmäßigkeit, Rollspuren und Kantenschatten prüfen. Befund und Trocknungszeiten protokollieren, Endhärte-Hinweis an Auftraggeber übergeben.

Dunkel nach hell: Sperrgrundpflicht und warum sie regelmäßig ignoriert wird
Wechselt der Anstrich von einem dunklen auf einen hellen Farbton, reichen zwei Decklagen nicht: Das Durchscheinen des Untergrunds (Farbdurchschlag) wird unter wechselnden Lichtverhältnissen sichtbar und stellt nach den einschlägigen BFS-Merkblättern einen Mangel dar. Fachgerecht ist hier ein pigmentierter Sperrgrund (weiß oder abgetönt), der den alten Farbton neutralisiert, bevor die Deckanstriche aufgebaut werden.
In der Praxis wird dieser Schritt häufig weggelassen, weil er eine zusätzliche Trocknungsphase bedeutet und die Kosten spürbar erhöht. Das Einsparpotenzial beträgt dabei 5–9 EUR/m² — der Folgeaufwand bei reklamiertem Farbdurchschlag liegt in der Regel um ein Vielfaches höher, da der gesamte Deckanstrich zu wiederholen ist.

Schimmel unter Raufaser darf nicht überstrichen werden
Schimmelflecken unter der Tapete müssen durch Abriss freigelegt, der Untergrund desinfiziert und die Ursache (Wärmebrücke, Lüftungsmangel) beseitigt werden. Eine Abdeckung durch Anstrich verstößt gegen das Gebot der Mängelfreiheit, verschleppt den Befund und kann gesundheitsgefährdend sein.
Rollrichtung konsequent beibehalten
Wird die Rollrichtung zwischen Erst- und Zweitanstrich willkürlich gewechselt, entstehen sichtbare Schimmer- und Glanzunterschiede im Streiflicht — insbesondere bei Dispersionsfarben mit Seidenglanz. Empfehlung: immer senkrecht (in Bahnrichtung) rollen, Kanten stets mit demselben Pinseltyp vorarbeiten.
Zugluft in der Anfangstrocknung vermeiden
Stark durchlüftete Räume trocknen Dispersionsfarben an der Oberfläche zu schnell ab — es bildet sich eine Haut, die die Restfeuchte einschließt und zu Blasenbildung führt. Fenster während der ersten 2–3 Stunden nach Auftrag schließen, danach gleichmäßig lüften.
Raumluft und Farbe: VOC-Klassen, AgBB-Schema und wann Kalkfarbe sinnvoll ist
Die EU-Richtlinie 2004/42/CE begrenzt den VOC-Gehalt (flüchtige organische Verbindungen) für Innenwandfarben (Kategorie A) auf ≤75 g/L bei wasserverdünnbaren Produkten. In der Praxis überschreiten viele handelsüblichen Dispersionsfarben diesen Wert bei der initialen Anfangsemission — relevant vor allem für Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Räume mit immun- oder atemwegssensiblen Bewohnern.
Das AgBB-Schema (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) geht darüber hinaus und bewertet Summenparameter wie TVOC nach 28 Tagen; Produkte mit Blauem Engel (RAL UZ 102) oder natureplus-Zertifizierung erfüllen diese Kriterien nachweislich. Kalkfarbe bietet hier einen systemischen Vorteil: Sie enthält keine organischen Bindemittel, gibt keine VOC ab und ist in der Regel AgBB-konform — allerdings nur auf kompatiblen Untergründen einsetzbar.
Welche Grundierung für Raufaser?
Welcher Ausgangszustand liegt vor?
Technische Kenndaten: Anstrichsysteme auf Raufaser
| Eigenschaft | Typischer Wert / Klasse |
|---|---|
| Ergiebigkeit auf Raufaser | 8–10 m²/L je Lage (Herstellerangaben gelten für Glattflächen) |
| Auftragsviskosität Dispersionsfarbe | 3 000–6 000 mPa·s (Kreiselviskosimeter, 20 °C) |
| Nassabrieb-Klasse (EN 13300) | Kl. 1–2 für Gemeinschaftsflächen, Kl. 3–4 für normale Wohnräume |
| VOC-Grenzwert Innenwand (EU-RL 2004/42/CE, Kat. A) | ≤75 g/L (gebrauchsfertig, wasserverdünnbar) |
| Oberflächentrocken (20 °C / 50 % r. F.) | 30–60 min |
| Überstreichbarkeit Dispersionsfarbe | ≥4–6 h |
| Überstreichbarkeit Kalk-/Silikatfarbe | ≥12–24 h (produktabhängig) |
| Volle Endhärte Dispersionsfarbe | 2–4 Wochen nach Endanstrich |
| Sperrgrund pigmentiert (pH) | pH 7–9, Trockenzeit ≥12 h vor Deckanstrich |
| Empfohlene Flortiefe Rolle | 10–12 mm Kurzflor |

Nassabrieb-Klasse: Der häufigste Planungsfehler bei Treppenhäusern und Fluren
Die Nassabrieb-Klasse nach EN 13300 klassifiziert, wie viele Bürstenzyklen unter Wasserbenetzung eine Beschichtung widersteht, bevor sichtbarer Materialabtrag einsetzt — Klasse 1 ist am beständigsten, Klasse 5 praktisch nicht waschbar. In Treppenhäusern und gemeinschaftlich genutzten Fluren wird aus Kostengründen häufig eine Standardinnenfarbe der Klasse 3–4 verwendet, die nach wenigen Jahren ausgewaschen ist und neu gestrichen werden muss.
Die korrekte Ausschreibung für Gemeinschaftsflächen in Wohngebäuden verlangt mindestens Nassabrieb-Klasse 2, für stark frequentierte gewerbliche Flächen Klasse 1 (Latexfarbe). Der Planungsfehler entsteht meist nicht auf der Baustelle, sondern im Leistungsverzeichnis: Steht dort nur 'Dispersionsfarbe weiß' ohne Klassen-Angabe, liegt die Produktwahl beim günstigsten Bieter.

Überstreichen oder abreißen? Entscheidungsmatrix
| Kriterium | Überstreichen | Abreißen + Neuverklebung |
|---|---|---|
| Anzahl Altanstriche | ≤4–5 Lagen | >6–8 Lagen |
| Tapetenzustand | blasenfrei, vollflächig haftend | Blasen, abgelöste Kanten, Risse |
| Schimmelindiz | kein Befall vorhanden | immer abreißen — Inspektion Pflicht |
| Klebestreifen-Hafttest | <10–15 % Flächenablösung | ≥15 % Ablösung an Teststellen |
| Kostenniveau | 12–24 EUR/m² | 32–50 EUR/m² |
| Strukturerhalt | leichte Glättung durch Farbaufbau möglich | Neuprofil, volles Strukturbild wiederherstellbar |
| Schallschutz/Masse | kein Einfluss | bei Neuaufbau Mehrlagennachweis prüfen |
Kalkfarbe auf Raufaser: Voraussetzungen, Unverträglichkeiten und ein oft übersehenes Risiko
Kalkfarbe mit pH 12–13 ist auf Raufaser möglich, setzt jedoch voraus, dass der Untergrund frei von Kunstharzdispersionen, Öl- oder Alkylanstrichen ist: Kalkfarbe verseift mit fetthaltigen Bindemitteln, die Haftung bricht zusammen, die neue Schicht platzt ab. Vor der Erstanwendung auf vorbehandelten Tapeten ist ein Testauftrag an verdeckter Stelle mit 24-stündiger Beobachtungszeit unerlässlich.
Das systemisch entscheidende Risiko: Kalkfarbe ist nicht mit Dispersion überstreichbar — wird der Kalkfilm zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Kunststoffdispersion übergestrichen, fehlt die Haftbrücke, die Schicht blättert ab. Wer Kalkfarbe wählt, legt sich auf das System fest oder muss später vollständig abreißen. Diese Bindewirkung muss bei der Beratung klar kommuniziert und schriftlich festgehalten werden.
Was kostet Raufaser streichen?
Netto-Richtwerte für Berlin, bezogen auf fertige Wandfläche inkl. Material und Lohn. Individuelle Kalkulation nach Objektbegehung.
| Leistung | Preis-Spanne (Richtwert) |
|---|---|
| Untergrundprüfung und Dokumentation | 3–6 EUR/m² |
| Pigmentierter Sperrgrund (1 Lage, bei Farbwechsel) | 5–9 EUR/m² |
| 2 Lagen Dispersionsfarbe (Standardfall) | 12–18 EUR/m² |
| 3 Lagen bei starkem Farbwechsel dunkel→hell | 16–24 EUR/m² |
| 2 Lagen Latexfarbe Nassabrieb-Kl. 1 (Flure, Treppenhäuser) | 18–28 EUR/m² |
| 2 Lagen Kalkfarbe inkl. Untergrundvorbereitung | 18–26 EUR/m² |
| Abreißen Raufaser + Neuverkleben + 2 Anstriche | 32–50 EUR/m² |
Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Trocken ≠ durchgehärtet: Warum der Zeitpunkt des Zweitanstrichs über Haftung entscheidet
Dispersionsfarben zeigen nach 30–60 Minuten Oberflächentrockenheit — klebfrei, aber das Filminnere ist noch nicht vernetzt. Wird der Zweitanstrich zu früh aufgebracht, weicht das Lösemittel der neuen Lage die noch weiche Erstlage auf: Es entstehen Runzelbildung, Abhebungen und irreversible Glanzstreifen, die eine vollständige Neuausführung erfordern.
Die Endhärte einer Dispersionsfarbe ist erst nach 2–4 Wochen erreicht; in dieser Zeit darf die Fläche nicht gereinigt, beklebt oder mechanisch belastet werden. Reklamationen wegen mangelhafter Haftfestigkeit — besonders auf glatten oder schwach saugenden Untergründen — sind in der Praxis häufig auf zu kurze Zwischentrocknungszeiten oder zu frühe Folgebeschichtungen zurückzuführen, nicht auf Produktfehler.

Farbsysteme für Raufaser im Überblick
Dispersionsfarbe (Kunststoff-Dispersion)
Marktstandard mit breitem Spektrum an Nassabrieb-Klassen (1–4), gut abtönbar, kurze Trocknungszeit, pH-neutral. Kompatibel mit nahezu allen Altanstrichen. Für die meisten Wohnräume erste Wahl — auf AgBB-Konformität und VOC-Klasse bei sensiblen Nutzungen achten.
Latexfarbe (Latex-Dispersion)
Hohe Elastizität und überlegene Waschbeständigkeit (Nassabrieb-Klasse 1). Empfohlen für Treppenhäuser, Flure, Bäder und Küchen. Weniger dampfdiffusionsoffen als Standard-Dispersion — in Räumen mit hoher Feuchtedynamik Diffusionswiderstand beachten.
Silikatfarbe (Kieselsäurefarbe)
Mineralische Bindung durch Verkieselung mit dem Untergrund, sehr hohe Dauerhaftigkeit und Diffusionsoffenheit. Nicht auf organischen Altanstrichen anwendbar — Untergrund muss mineralisch oder mit Silikat-Grundierung vorbereitet sein. Nassabrieb-Klasse 1 erreichbar.
Kalkfarbe (Sumpfkalk oder Casein-Kalk)
pH 12–13, keine synthetischen Bindemittel, kein VOC-Austrag, nachweislich antimikrobiell. Systemtreue zwingend: nicht mit Dispersion misch- oder überstreichbar. Nur auf alkalitauglichen, von Kunstharzanstrichen freien Untergründen einsetzbar — Vorabtest obligatorisch.
Überstreichen oder abreißen? Die Wirtschaftlichkeitsgrenze in der Praxis
Ab etwa sechs bis acht Altanstrichen verliert der Gesamtaufbau Kohäsion: Der Rollendruck beim nächsten Anstrich erzeugt Blasen, weil die untersten Lagen nicht mehr ausreichend am Putz haften. Die Kostendifferenz zwischen problemlosem Überstreichen und vollständigem Abriss mit Neuverklebung beträgt typischerweise das 2–2,5-Fache — bei hochwertigen Flächen oder flächigen Altschäden ist Abriss langfristig die wirtschaftlichere Entscheidung.


Der Praxis-Entscheidungsbaum: Klebestreifen-Hafttest an mindestens fünf repräsentativen Stellen — löst sich dabei mehr als 10–15 % der geprüften Fläche, ist Abriss die sicherere Wahl. Ergänzend: Mehr als zwei sichtbare Blasen auf 10 m² gelten als Indiz für eine bereits gesättigte Anstrichtiefe. Beide Befunde sollten protokolliert und dem Auftraggeber vor Angebotserstellung schriftlich mitgeteilt werden.
Wichtige Begriffe rund um Raufaser streichen
BFS-Merkblatt 26
ISO 6504-3
Nassabrieb-Klasse (EN 13300)
VOC (Volatile Organic Compounds)
AgBB-Schema
Sperrgrund (pigmentiert)
VOB/C ATV DIN 18363
Metamerismus (Farbdurchschlag)
Raufaser streichen: Was es für Sie bedeutet
Entscheidend vor der Beauftragung: Wie viele Anstriche trägt die Raufaser bereits? Ab sechs Lagen steigt das Risiko für Blasenbildung und Haftungsversagen erheblich. Lassen Sie den Untergrund vor Ort prüfen — erst dann ist eine seriöse Entscheidung zwischen Überstreichen und Abreißen möglich. Für Wohnräume reicht Dispersionsfarbe; für Bäder, Flure und Treppenhäuser empfiehlt sich eine waschbeständige Latexfarbe der Nassabrieb-Klasse 1–2.
Im Leistungsverzeichnis sollten Nassabrieb-Klasse, VOC-Anforderung (AgBB-konform) und Anstrichanzahl explizit ausgeschrieben werden — ohne diese Angaben entscheidet der günstigste Bieter über das Produkt. BFS-Merkblatt 26 und VOB/C ATV DIN 18363 als Vertragsgrundlage festsetzen; Sperrgrundposition als Bedarfsposition aufnehmen, Haftprüfung als Vorleistungspflicht definieren.
Bei Instandhaltungsplanung ist die Anstrichhistorie der kritische Eingangswert: Mehr als sechs Altanstriche bedeuten erhöhtes Kohäsionsversagen-Risiko. Klebestreifen-Hafttest oder Gitterschnitt nach ISO 2409 als Pflichtprüfung vor jeder Folgebeschichtung vorsehen. Für Treppenhäuser Nassabrieb-Klasse 1–2 ausschreiben, Sperrgrunderfordernis objektabhängig prüfen.
Für Wohngebäude mit mehreren Einheiten gilt: Einheitliche Ausschreibung nach BFS-Merkblatt 26 reduziert Streitwert bei Mängelrügen signifikant. Latexfarbe Nassabrieb-Klasse 1 in Gemeinschaftsflächen verlängert Wartungsintervalle deutlich gegenüber Standard-Dispersion. Abriss und Neuverkleben lohnt wirtschaftlich ab ca. sechs Altanstrichen — die Budgetplanung sollte diesen Zyklus als Kostenpunkt abbilden.










