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Dachgaube

Gaube bauen lassen in Berlin – Fachbetrieb für Dachgauben

Eine Gaube greift in die tragende Sparrenlage ein, erfordert eine Wechselkonstruktion im Schnittbereich und schafft nutzbaren Wohnraum mit aufrechter Stehhöhe. Statik, Dachentwässerung, Wärmeschutz und Baurecht müssen dabei gleichzeitig gelöst werden — ein Fehler in der Planung führt typischerweise erst Jahre später zu Schäden an Kehle oder Dampfbremse.

In Berlin bedürfen Gauben, die bestimmte Maßgrenzen überschreiten oder die festgesetzte Dachgestaltung verändern, einer Baugenehmigung nach BauO Bln. Hinzu kommen Bebauungsplan-Festsetzungen zu Firsthöhe, Dachneigung und Gaubenanteil sowie ggf. denkmalschutzrechtliche Auflagen, die Gaubentyp und Verkleidungsmaterial einschränken. Eine frühzeitige Voranfrage beim zuständigen Bezirksamt spart Planungskosten.

Leistungsumfang

Was umfasst das Bauen einer Gaube?

  • Planung und Statik: Wechselkonstruktion, Sparrenumlegung, Belastungsnachweis durch Tragwerksplaner
  • Baugenehmigung: Bauantrag oder Voranfrage inkl. aller erforderlichen Bauvorlagen
  • Zimmermannsarbeit: Gaubenstuhl, Gaubenwangen, Firstanschluss, Kehlsparren
  • Dachdeckung und Klempnerarbeiten: Eindeckung Gaubendach, Kehlblech, Wandanschlüsse
  • Wärmeschutz und Luftdichtheit: Dämmung Wangen/Decke, Dampfbremse lückenlos durchgeführt
  • Gaubenverkleidung und Fenstereinbau: Zink, Faserzement oder Holz; Fensteranschlag und -abdichtung

Die Ausführung umfasst alle Gewerke koordiniert aus einer Hand: Zimmermannsarbeit, Dachdeckung, Klempnerarbeiten und Fenstermontage werden abgestimmt, da Kehlanschlüsse und Luftdichtheitsebene gewerkeübergreifend hergestellt werden müssen.

15.000–30.000 €Gesamtkosten Dachgaube (typisch, Berlin)
4–8 MonateGenehmigungsdauer Bezirksamt Berlin
2–4 WochenBauzeit reine Gaubenarbeiten
≤ 1,1 W/(m²K)GEG-Anforderung Uw-Wert Gaubenfenster
Gaubentypen im Querschnittvergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Baugenehmigung für Dachgauben in Berlin

In Berlin sind Dachgauben nach § 63 BauO Bln grundsätzlich genehmigungspflichtig — ein formeller Bauantrag beim zuständigen Bezirksamt ist erforderlich. Die in § 61 BauO Bln aufgeführten verfahrensfreien Vorhaben erfassen Gauben nicht; wer ohne Genehmigung baut, riskiert eine Rückbauverfügung.

Bei Gebäuden unter Denkmalschutz oder in Ensembleschutzbereichen tritt zusätzlich das Berliner Denkmalschutzgesetz (DSchG Bln) in Kraft — neben dem Bauantrag ist eine separate denkmalrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde erforderlich. Eine formlose Voranfrage beim Bezirksamt klärt frühzeitig, ob der Bebauungsplan bestimmte Gaubenformen oder -größen ausschließt.

Ablaufdiagramm: denkmalgeschütztes Berliner Gebäude mit Gaube, getrennte Wege für Bauantrag ans Bezirksamt und denkmalrechtliche Erlaubnis plus formlose Voranfrage.
Im Überblick

Gaubentypen im Überblick

Schleppgaube

Flache einseitige Neigung (ab 10°, materialabhängig), die nahtlos in das Hauptdach übergeht. Bietet maximale nutzbare Breite und ist kostengünstig in der Ausführung — der häufigste Gaubentyp in Berliner Bestandsgebäuden.

Satteldachgaube (Dreiecksgaube)

Klassische Giebelform mit Stirnfenster. Geringere Raumtiefe als die Schleppgaube, dafür optisch klar abgesetzt. Mindest-Dachneigung der Gaubeneindeckung: 15° bei Ziegel/Betondachstein.

Stehgaube

Senkrechte Außenwand, dadurch maximale nutzbare Raumhöhe unmittelbar hinter dem Fenster. Statisch aufwendiger — der Gaubenstuhl muss die vertikale Windlast nach WZ 2 gesondert ableiten.

Fledermausgaube

Geschwungener Übergang zum Hauptdach ohne gerade Wange. Ausschließlich in Handarbeit ausführbar, kaum normierbar — hohe Anforderungen an Klempner und Dachdecker. Reparaturen sind aufwendig und kostspielig.

Walmdachgaube

Seitliche Schrägen (Walme) auf beiden Seiten. Optisch harmonisch bei Walm- und Krüppelwalmdächern; die seitlichen Walme reduzieren jedoch die nutzbare Innenbreite erheblich.

Statik: Ab wann ist ein Tragwerksplaner Pflicht?

Sobald für eine Gaube tragende Sparren durchtrennt werden müssen, ist ein statischer Nachweis erforderlich. In der Praxis tritt dies bei Gaubenbreiten ab ca. 1,50 m auf — Wechsel und Hängesäulen lassen sich dann nicht mehr ohne rechnerischen Nachweis dimensionieren. Der Standsicherheitsnachweis erfolgt nach DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5, Holzbau) durch einen bauvorlageberechtigten Tragwerksplaner.

Bei Gauben mit Balkon oder begehbarer Dachfläche steigen die Nutzlasten nach DIN EN 1991-1-1 auf 4,0 kN/m² — hier ist Tragwerksplanung unabhängig von der Breite zwingend. In Gründerzeit-Bestandsgebäuden arbeiten Sparren häufig bereits nahe ihrer Tragfähigkeitsgrenze; eine Bestandsaufnahme durch den Tragwerksplaner ist dann vor jeder Planung ratsam.

Interaktiv

Kostenkalkulator Gaube: Richtwert nach Außenbreite

Basis: Schleppgaube, Eindeckung Betonziegel, Wangenverkleidung Titanzink, alle Gewerke inkl. Nebenleistungen (Berlin, mittlere Qualität). Satteldach-/Walmdachgaube: +20–30 % aufschlagen. Wangen in Rhombusschalung Lärche: –5 %; Kupfer statt Titanzink: +15–20 %. Typische Gewerke-Aufteilung je lfm Gaubenbreite: Zimmermann 40 %, Dachdecker 25 %, Klempner 15 %, Fenster 15 %, Statik/Planung 5 %.

Baumaterialpaket (Konstruktionsholz, Eindeckung, Wangenverkleidung, Fenster anteilig)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Ablauf: Gaubenbau von der Planung bis zur Fertigstellung

1

Bestandsaufnahme & Planung

Aufmaß, Statik-Vorcheck, Klärung Bebauungsplan und Denkmalschutz. Architekt oder erfahrener Zimmermann erstellt Eingabeplan für den Bauantrag.

2

Baugenehmigung beantragen

Einreichung beim zuständigen Berliner Bezirksamt. Gesetzliche Bearbeitungsfrist: 3 Monate — in der Praxis 4–8 Monate. Vollständige Unterlagen inkl. Standsicherheitsnachweis einreichen.

3

Gerüst stellen & Provisorium vorbereiten

Gerüst muss die Dachfläche überragen. Vor dem Öffnen des Daches wird eine Schutzplane als Witterungsprovisiorium bereitgehalten — keine Tageslücke zwischen Öffnen und Schließen.

4

Zimmererarbeiten: Dach öffnen & Gaubenstuhl bauen

Sparren durchtrennen, Wechsel einbauen, Gaubenstuhl (Sattelhölzer, Stiele, Rähm) aufstellen und verstreben. Kernarbeit dauert 3–5 Arbeitstage.

5

Dachdeckerarbeiten & Kehlanschlüsse

Eindeckung der Gaubenflächen, Ausbildung der Kehlbereiche mit Kehlblech (Titanzink ≥ 0,7 mm nach EN 988), Anschluss an Hauptdach nach ZVDH-Regelwerk.

6

Fenstereinbau

Einbau des Gaubenfensters mit Anschlussdichtung zur Wangenverkleidung. Fugendichtheit nach ift-Rosenheim-Einbaurichtlinie ist Voraussetzung für den Energieausweis.

7

Wangenverkleidung

Außenseitige Bekleidung der Gaubenwangen mit Zinkblech, Schiefer oder Holzschalung. Hinterlüftungsebene (mind. 40 mm) und Unterlagsbahn müssen vor der Verkleidung fertiggestellt sein.

8

Innenausbau & Luftdichtheitsebene

Einbau Wärmedämmung (WLG 032–035), Dampfbremse (sd ≥ 10 m konventionell), Beplankung, Malerarbeiten. Blower-Door-Messung nach Fertigstellung empfohlen.

Tragwerksaufbau der Gaubenöffnung im Dachstuhl – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Kehlanschluss: Die häufigste Schadensursache

Der Kehlbereich zwischen Gaubenwange und Hauptdach ist die häufigste Ursache für Folgeschäden beim Gaubenbau. Wasser und Laub stauen sich, wenn die seitliche Überlappung des Kehlblechs unter 100 mm liegt — die Mindestanforderung nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks (ZVDH-Regelwerk, Abschnitt Metallarbeiten). Besonders kritisch: fehlende Trennlage (Unterlagsbahn) unter dem Kehlblech, die Reibkorrosion zwischen Blech und Holzunterlage verhindert.

Bei Verwendung von Kupferblechen in Kehlen, die an verzinkte Bauteile angrenzen, entsteht galvanische Korrosion. Titanzink nach EN 988 (mind. 0,7 mm) oder eloxiertes Aluminium sind die normengerechten Alternativen. Zu schmale Kehlen ohne ausreichende Hinterlüftung der Wange begünstigen zudem Staunässe — eine Situation, die sich erst nach 3–5 Jahren durch sichtbare Schäden bemerkbar macht.

Cutaway einer Dachkehle: Titanzink-Kehlblech neben verzinktem Bauteil, Korrosionszone am Kontakt und fehlende Hinterlüftung der Wange mit Staunässe.
Preise & Kosten

Was kostet Gaube bauen?

Richtwerte für eine Dachgaube in Berlin (Bestand, inkl. aller Gewerke, ohne Innenausbau-Sonderausstattung). Abweichungen je nach Gaubentyp, Bestandssituation und Dacheindeckungsmaterial.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Schleppgaube komplett (ca. 3 m Breite)14.000–22.000 €
Satteldachgaube komplett (ca. 2 m Breite)17.000–28.000 €
Zimmererarbeiten (Gaubenstuhl, Sparrenwechsel)4.000–8.000 €
Dachdeckerarbeiten (Eindeckung + Kehlen)3.500–7.000 €
Wangenverkleidung (Zink oder Schiefer)1.200–3.500 €
Gaubenfenster (1-flügelig, Uw ≤ 1,1 W/(m²K))1.500–3.500 €
Innenausbau (Dämmung, Dampfbremse, GK-Beplankung)2.500–5.500 €
Bauantrag + Tragwerksplanung1.500–4.000 €
Gerüst (Anteil Gaube)800–2.000 €

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Kostenstruktur: Welches Gewerk kostet wie viel?

Beim Gaubenbau entfallen typisch 35–40 % der Gesamtkosten auf den Zimmerer (Tragwerk, Sparrenwechsel, Gaubenstuhl), 25–30 % auf den Dachdecker (Eindeckung, Kehlanschlüsse, Klempnerarbeiten Wange). Innenausbau und Dämmung schlagen mit 15–20 % zu Buche, Fenster und Montage mit 10–15 %.

Häufig unterschätzt werden Planungs- und Nebenkosten für Bauantrag, Tragwerksplanung und Gerüst, die zusammen 10–15 % der Bausumme ausmachen können. Ein Angebot, das diese Positionen nicht einzeln ausweist, ist kein belastbarer Vergleich — sie werden andernfalls oft als Nachtragsposition berechnet.

Lösungs-Finder

Gaubentyp-Finder: Welche Gaubenform passt zu Ihrem Vorhaben?

Welches Profil beschreibt Ihr Projekt am besten?

Schleppgaube — konstruktiv einfachste und kosteneffizienteste Lösung. Gaubenwandneigung 70–80° zur Horizontalen; Sturzhöhe typ. 1,9–2,2 m, Sattelfußhöhe ≥ 0,8 m empfohlen. Traufanschluss als stehende Kehle nach Fachregeln des Klempnerhandwerks ausführen; First- und Traufblech Titanzink ≥ 0,7 mm. Sparrenwechsel i.d.R. 2–3 Felder je Seite; statischer Nachweis nach EC 5 (DIN EN 1995-1-1) durch Fachplaner empfohlen. Wirtschaftlichster Raumgewinn pro Euro.
Satteldachgaube (Spitzgaube) — bei steilerem Hauptdach proportional stimmig und statisch günstig. Gaubendachneigung üblicherweise 35–45°; Firsthöhe ≤ 2/3 der Hauptfirsthöhe (optisches Kriterium, kein Normwert). Eigene Pfettenlage oder Stehstuhl erforderlich; Gratsparren-Mindestquerschnitt nach EC 5 berechnen. Vorteil: maximale Stehfläche auch nahe der Gaubenwangen. Mehrkosten ca. 25–40 % gegenüber Schleppgaube; Amortisation durch deutlich höheren Wohnwert.
Walmdach- oder Fledermausgaube — Sonderformen mit hohem Gestaltungsanspruch. Walmdachgaube: Eingriff in Gratsparren; Verstärkung auf ≥ 60 % Zusatzquerschnitt nach EC 5 i.d.R. erforderlich; Blechanschlüsse an Grat und Traufe nach DIN EN 14783 (vollflächig unterstützte Metalldeckung). Fledermausgaube: keine Schnittlinie am Hauptdach, geschwungene Ziegeleinpassung erfordert handverlegte Einzelziegel (Biberschwanz oder Schiefer); Kostenaufschlag 40–80 % gegenüber Schleppgaube. Tragwerksplaner zwingend einbeziehen.
Denkmalgeschütztes Objekt: Formgebung durch Untere Denkmalschutzbehörde (UDB) Berlin vorgegeben. Vorabstimmung vor Bauantrag obligatorisch (Bearbeitungszeit UDB typ. 4–10 Wochen). Historische Proportionen (Gaubenverhältnis Breite:Höhe typ. 1:1,2–1:1,5), Materialien (Schiefer, patinierter Zink, unbehandeltes Holz) und Fenstergliederung (Sprosse, Teilung) häufig verpflichtend; Rechtsgrundlage: Berliner Denkmalschutzgesetz (DSchG Bln). Statische Nachweise nach aktuellem EC nicht verhandelbar. Energetische Anforderungen nach GEG können bei Bestandsschutz-Maßnahmen teilweise entfallen — im Einzelfall mit Energieberater abstimmen. Planungsaufschlag ca. 30–60 % gegenüber Neubau-Gaube.
Technische Daten

Technische Kennwerte Gaubenbau

Mindest-Dachneigung Schleppgaube10° (materialabhängig, Herstellervorgabe)
Mindest-Dachneigung Sattelgaube15° (Ziegel/Betondachstein)
Uw-Wert Gaubenfenster (GEG)≤ 1,1 W/(m²K) Neubaustandard
Windlastzone BerlinWZ 2 nach DIN EN 1991-1-4/NA
Freier Lüftungsquerschnitt Hinterlüftung≥ 2 cm² je lfd. m Trauflänge (DIN 4108-3)
Mindest-Überlappung Kehlblech seitlich100 mm (ZVDH-Regelwerk Metallarbeiten)
Mindest-Luftschicht Außenwandbekleidung40 mm (DIN 18516-1)
Dampfbremsfolie sd-Wert (konventionell)≥ 10 m (klimaadaptiv: 0,5–5 m dynamisch)
Nutzlast Balkon/Dachterrasse an Gaube4,0 kN/m² (DIN EN 1991-1-1, Kategorie C)
Kehlblech Titanzink Mindestdicke0,7 mm (EN 988)
Schichtaufbau Gaubenwange — Außen bis Innen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Gaubenfenster: Uw-Wert, Windlast und Einbautiefe

Gaubenfenster unterliegen den gleichen GEG-Anforderungen wie Vertikalfenster: Uw ≤ 1,1 W/(m²K) im Neubau, bei Sanierungsmaßnahmen gelten die Auslösewerte nach § 48 GEG. Berlin liegt in der Windlastzone WZ 2 nach DIN EN 1991-1-4/NA — Hersteller müssen die Windlasttauglichkeit über Baumusterprüfung nach DIN EN 14351-1 nachweisen, was bei Standardfenstern bis 2,0 m Breite in der Regel erfüllt ist.

Die Einbautiefe des Fensters in der Gaubenwange beeinflusst den solaren Wärmegewinn: Liegt das Fenster mehr als 200 mm hinter der Außenkante der Wange, sinkt der effektive Gesamtenergiedurchlassgrad g unter den Tabellenwert. Dieser Verschattungseffekt wird über den Abminderungsfaktor Fc im Energieausweis berücksichtigt und kann bei tiefen Laibungen energetisch relevant werden.

Querschnitt einer Gaubenwange mit tief eingebautem Fenster; flacher Sonnenstrahl wird durch die Laibung verschattet, Bemaßung der Einbautiefe.

Dachöffnung ohne Abdichtung

Zwischen dem Öffnen des Dachs und dem provisorischen Verschließen darf keine Nacht liegen — Niederschlag kann den gesamten Dachstuhl und die darunter liegende Decke durchfeuchten. Bauzeitplan und Wetterprognose müssen abgestimmt sein, bevor mit den Zimmerarbeiten begonnen wird.

Kehlblech: Titanzink statt Kupfer

In Kehlen, die an verzinkte Stahlverbinder oder feuerverzinkte Sparrenwinkel angrenzen, führt Kupferblech zur galvanischen Korrosion. Titanzink nach EN 988 (≥ 0,7 mm) oder eloxiertes Aluminium sind hier die dauerhaltbaren Alternativen ohne Materialkombinationsproblem.

Voranfrage vor Bauantrag

Eine formlose Voranfrage beim Berliner Bezirksamt klärt, ob der Bebauungsplan eine bestimmte Gaubenform ausschließt oder Abstandsflächen entgegenstehen — und spart Planungskosten für ein möglicherweise nicht genehmigungsfähiges Projekt. Die Bearbeitungszeit beträgt meist 4–6 Wochen.

Wangenverkleidung: Zink, Schiefer oder Holz

Titanzink (0,7–1,0 mm, EN 988) ist der gängige Standard für Gaubenwangen: wartungsarm, formbar für komplexe Anschlussgeometrien, 40–60 Jahre Lebensdauer bei fachgerechter Verarbeitung. Voraussetzung ist eine diffusionsoffene Unterlagsbahn als Trennlage zwischen Blech und Holz. Naturschiefer (Rechteck- oder Bogenschnittdeckung) ist die historisch authentische Variante — höhere Flächenlast (ca. 30–40 kg/m²), kostspielig, aber in Altbauvierteln oft baugenehmigungsrechtlich vorgegeben.

Holzschalung aus Lärche oder Douglasie (unbehandelt) verwittert zu einem gleichmäßigen Silbergrau und eignet sich für zeitgenössische Dacharchitektur. Der Hinterlüftungsabstand von mindestens 40 mm nach DIN 18516-1 ist einzuhalten. Wichtig: Unbehandelte Hölzer dürfen keinen Kontakt zu Farbe oder Lasur haben — eine partielle Vorbehandlung führt zu ungleichmäßigem Vergrauen und optisch störenden Streifen.

Interaktiv

Raumgewinn-Rechner: Nutzbare Stehfläche (h ≥ 2,0 m)

Berechnet für Schleppgaube (Wandhöhe 1,05 m, Gaubenneigung 15°, Einbindetiefe 1,4 m). Satteldachgaube liefert ca. +20 % mehr Stehfläche. Dachneigung des Hauptdachs beeinflusst die Einbindetiefe: bei 30° ca. 1,0 m Stehtiefe, bei 45° ca. 1,4 m, bei 55° ca. 1,7 m — Angaben sind Richtwerte ohne Berücksichtigung von Drempel-/Kniestockhöhe.

Gaubenbreite
Zeitlicher Ablauf

Projektphasen und Zeitbedarf

  • Planung, Voranfrage, Bauantrag Berlin4–8 Monate
  • Ausschreibung & Auftragsvergabe4–6 Wochen
  • Gerüst stellen & Materialanlieferungca. 1 Woche
  • Zimmererarbeiten (Öffnung, Gaubenstuhl)3–5 Arbeitstage
  • Dachdeckerarbeiten & Kehlanschlüsse3–5 Arbeitstage
  • Fenstereinbau & Wangenverkleidung2–3 Arbeitstage
  • Innenausbau (Dämmung, Dampfbremse, GK)1–2 Wochen
  • Gerüst abbauen & Abnahme1–2 Tage
Wärmebrücken-Karte Gaubenanschluss – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Dachbelüftung: Was der Gaubeneinbau erzwingt

Der Gaubeneinbau unterbricht die durchgehende Hinterlüftungsebene des Hauptdaches. Zuluft von der Traufe und Abluft zum First müssen auch nach dem Einbau beidseitig der Gaube funktionieren — üblicherweise über Lüftungsschienen am Gaubenanschluss und eine Überströmöffnung über der Gaubendecke. Der freie Lüftungsquerschnitt beträgt nach DIN 4108-3 mindestens 2 cm² je laufendem Meter Trauflänge — dieser Wert darf durch den Gaubeneinbau nicht unterschritten werden.

Kritisch sind hinterlüftete Kaltdächer mit knapper Luftschicht (Mindestmaß: 40 mm nach DIN 4108-3): Werden Kehlhölzer oder Wechsel zu hoch ausgeführt, entsteht eine Einschnürung der Lüftungsebene. Die Folge sind Kondensationszonen an der Dachinnen­seite im Kehlbereich — erkennbar an Stockflecken oder Pilzbefall, die meist erst im ersten Winter nach dem Einbau auftreten.

Querschnitt eines Kaltdachs: zu hohes Kehlholz verengt den 40-mm-Lüftungsspalt, Kondensat und Stockflecken an der Dachinnenseite im Kehlbereich.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Gaube bauen

Gaubenstuhl
Tragendes Holzgerüst der Gaube aus Sattelhölzern, Stielen und Rähm. Überträgt Gauben- und Schneelasten auf den verbleibenden Dachstuhl; muss statisch nachgewiesen werden.
Wechsel
Quer zu den Sparren eingebautes Holz, das die durchtrennten Hauptsparren überbrückt und die Last auf die benachbarten unversehrten Sparren ableitet. Dimensionierung nach Standsicherheitsnachweis (EC 5).
Kehle
Einspringende Kante zwischen Gaubenwange und Hauptdachfläche — kritischste Anschlussstelle für Abdichtung und Entwässerung. Mindest-Seitenüberlappung des Kehlblechs: 100 mm (ZVDH).
Dampfbremse (sd-Wert)
Folie mit definiertem Diffusionswiderstand. Konventionell: sd ≥ 10 m. Klimaadaptive (intelligente) Membranen arbeiten dynamisch mit sd 0,5–5 m und sind für Gauben in Bestand besonders geeignet.
Titanzink EN 988
Walztitanzink nach europäischer Norm für Dacheindeckungen und Wandbekleidungen. Mindestdicke für Gaubenwangen: 0,7 mm. Lebensdauer 40–60 Jahre; kein Materialkontakt mit Kupfer.
Tageslichtquotient
Verhältnis Innenraumbeleuchtungsstärke zur simultanen Außenbeleuchtungsstärke (bedeckter Himmel). Mindestanforderung für Aufenthaltsräume: 0,9 % nach DIN 5034-1 — maßgebend für die Fensterflächen-Dimensionierung.

Tageslicht: Wieviel Fensterfläche braucht ein Aufenthaltsraum mit Gaube?

Für Aufenthaltsräume fordert DIN 5034-1 einen Tageslichtquotienten von mindestens 0,9 %. Bei einem typischen Dachzimmer von 15–20 m² entspricht das einer lichten Fensterfläche von ca. 1,5–2,0 m². Eine einzelne Schleppgaube mit Fensterformat 1,00 × 1,20 m (1,2 m² lichte Fläche) unterschreitet diesen Wert — eine Kombination mit einem Dachflächenfenster oder eine breitere Gaube mit mehrflügeliger Verglasung ist dann erforderlich.

Gewerkefolge beim Gaubeneinbau — Ablaufphasen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt einer Gaube: tief eingebautes Fenster mit Laibungstiefe über 300 mm reduziert den Lichteinfallswinkel und die effektive Tageslichtfläche im Raum.

Die effektive Lichteinfallsfläche wird durch Einbautiefe und Laibungstiefe des Fensters reduziert: Eine Laibungstiefe über 300 mm kann den Tageslichtquotienten um 20–30 % gegenüber einem wandbündigen Einbau senken. Für Arbeitsräume in Dachgeschossen gilt zusätzlich die ASR A3.4 (Arbeitsstättenrichtlinie Beleuchtung), die über den Wohnraum-Standard hinausgeht und eine detaillierte Lichtberechnung erfordert.

Die Kehle zwischen Gaube und Hauptdach ist kein Standardanschluss — sie ist Einzelplanung. Wer hier mit Minimalüberlappungen und ohne Trennlage arbeitet, riskiert Wasserschäden, die sich erst nach drei bis fünf Jahren in ihrer vollen Konsequenz zeigen.

Fachregeln des Dachdeckerhandwerks, ZVDH-Regelwerk Metallarbeiten

Gaube bauen Fragen & Antworten

Ab wann braucht eine Gaube in Berlin eine Baugenehmigung?
Nach BauO Bln gelten kleinere Gauben unter bestimmten Voraussetzungen als verfahrensfrei (§ 61 Anlage): Sie dürfen die im Bebauungsplan festgesetzte Dachgestaltung nicht verändern, keine zusätzliche Vollgeschossebene erzeugen und bestimmte Abmessungsgrenzen nicht überschreiten. Sobald eine Gaube breiter als ein Drittel der zugehörigen Trauflänge ist oder die zulässige Gebäudehöhe tangiert, ist ein Baugenehmigungsverfahren nach § 63 BauO Bln erforderlich. In Denkmalschutzbereichen ist zusätzlich eine denkmalrechtliche Genehmigung nötig — unabhängig von der Gaubengröße.
Welche Gaubenbreite ist statisch sinnvoll und wie beeinflusst sie die Tragkonstruktion?
Im Sparrendach müssen alle im Gaubenbereich geschnittenen Sparren durch eine Wechselkonstruktion (Wechsel + Wechselsparren) neu geführt werden. Gauben bis ca. 2,50 m Breite lassen sich in der Regel mit einem einfachen Holzwechsel lösen; darüber hinaus wird häufig ein Doppelwechsel oder ein Stahlträger als Sturzbalken wirtschaftlicher. Wichtig: Die Windlast auf die Gaubenwand erzeugt zusätzliche horizontale Kräfte, die in den bestehenden Dachverband eingeleitet werden müssen — eine statische Berechnung durch einen Tragwerksplaner ist daher in jedem Fall erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen Fertiggaube und handwerklicher Zimmermannskonstruktion?
Fertiggauben (werkseitig vorgefertigte Holzrahmen- oder Stahlrahmenmodule) werden per Kran eingesetzt und verkürzen die kritische Öffnungszeit des Dachs auf wenige Stunden. Der Nachteil: Standardmaße passen selten exakt zur vorhandenen Sparrenteilung; Anschlüsse an unregelmäßige Traufhöhen oder Bestandsgebäude mit Sondermaßen erfordern kostspielige Anpassungen. Die klassische Zimmermannskonstruktion ist aufwendiger, erlaubt aber maßgenaue Anpassung an jeden Bestand und eine werkstoffgerechte, nahtlose Integration in die vorhandene Luftdichtheitsebene — was langfristig das geringere Schadenspotenzial bedeutet.
Warum ist die Kehle der kritischste Punkt einer Gaube — und wie wird sie fachgerecht ausgeführt?
Die Kehle ist der innere Winkel zwischen Gaubendachfläche und Hauptdachfläche. Sie sammelt Regenwasser aus zwei Richtungen und ist bei Schnee besonders durch Schneesackbildung belastet. Fehlerhafte Kehlanschlüsse sind für den überwiegenden Teil der gaubenspezifischen Wasserschäden verantwortlich. Fachgerechte Ausführung: Kehlblech aus Titanzink oder Edelstahl mit mindestens 150 mm beidseitigem Überstand, hinterlüftete Anschlussfuge, Kehlsparren mit ausreichend Abstand zur Dachhaut für Luftzirkulation. Bei Gaubendachneigungen unter 25° ist zusätzlich eine Unterschlagbahn (Kriechbahn) zwingend vorzusehen.
Wie wirkt sich eine Gaube auf den Wärmeschutz nach GEG aus?
Gaubenwangen und Gaubendecke sind neue Außenbauteile und müssen die aktuellen GEG-Anforderungen erfüllen (Außenwand neu: U-Wert ≤ 0,24 W/(m²K)). Besonders kritisch sind die Bauteilanschlüsse: Am Übergang Gaubenwange/Sparren und Gaubenschwelle/Kehlsparren entstehen geometrische Wärmebrücken, die bei unzureichender Dämmkontinuität zu Tauwasserausfall an der Innenseite führen. Die Dampfbremse muss lückenlos von der Dachfläche über alle Gaubenwangen bis zum Fußpunkt geführt werden — jede Fehlstelle erzeugt eine Kondensationszone, die erst nach Jahren als Schimmel oder Fäule sichtbar wird.
Welche Gaubentypen gibt es und für welche Situation eignet sich welcher?
Die Schleppgaube (einseitig geneigtes Pultdach) ist die wirtschaftlichste Lösung und fügt sich unauffällig in flachere Dächer ein, bietet aber geringere Raumhöhe am Fenster. Die Satteldachgaube ist der klassische Typ mit eigenem Satteldach und hoher Raumausnutzung. Die Walmgaube hat beidseitig abgewalmte Dachflächen — aufwendig in der Herstellung, aber formal ruhiger. Die Fledermausgaube mit geschwungener Dachlinie ist handwerklich sehr anspruchsvoll und in Denkmalschutzgebieten oft gefordert. Entscheidend für die Typwahl sind: vorhandene Dachneigung, Bebauungsplan-Vorgaben, gewünschte Raumhöhe und Budget.
Welche Gaubenverkleidungen sind dauerhaft und wartungsarm?
Titanzink (Mindestdicke 0,70 mm nach EN 988, Fassadenqualität) gilt als dauerhafteste Lösung: 60–80 Jahre Lebensdauer, wartungsfrei — vorausgesetzt, Kontaktwässer von Beton- oder Putzbauteilen werden abgeleitet, da Zementwasser Zink korrodiert. Faserzementtafeln (nach EN 12467) sind ca. 25–30 % günstiger, mit 40–50 Jahren Lebensdauer, aber empfindlicher gegenüber Algenbewuchs in Nordlage. Holzschalung (Sibirische Lärche oder thermisch behandelte Esche) ist optisch wertvoll, erfordert aber alle 8–12 Jahre Lasurerneuerung. Grundregel für alle Typen: Gaubenwangen benötigen eine hinterlüftete Ebene (mindestens 20 mm) hinter der Verkleidung, um Kondensation an der Rückseite zu verhindern.
Was kostet eine Gaube in Berlin und welche Faktoren bestimmen den Preis maßgeblich?
Für eine Standardgaube (Schleppgaube, 1,50–2,50 m breit, Holzkonstruktion, Zinkverkleidung, ein Fenster) liegen die Gesamtkosten in Berlin typischerweise zwischen 18.000 und 35.000 € brutto inkl. aller Gewerke. Hauptkostentreiber sind: Gaubentyp (Schleppgaube am günstigsten, Fledermausgaube am teuersten), Gaubenbreite, Verkleidungsmaterial (Faserzement ca. 25–30 % günstiger als Titanzink), Statikaufwand (einfacher Holzwechsel vs. Stahlträger-Lösung), Baugenehmigungsgebühren (ca. 500–2.500 € je nach Aufwand) sowie der Zustand der Bestandskonstruktion — Schimmelbefall, Fäule oder unzureichende Bestandsdämmung können den Aufwand erheblich steigern. Gerüstkosten (700–1.800 €) werden im Vergleich häufig unterschätzt.
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