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Innendämmung Berlin
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Feuchtesichere Wanddämmung von innen

Innendämmung Wand in Berlin fachgerecht beauftragen

Innendämmung ist die einzige bauphysikalisch zulässige Lösung, wenn die Fassade unter Denkmalschutz steht, an Reihenhäusern kein Außenraum verbleibt oder nur einzelne Einheiten eines Mehrfamilienhauses saniert werden. Der entscheidende Unterschied zur Außendämmung: Die Taupunktebene verschiebt sich in das bestehende Mauerwerk — ein Sachverhalt, der eine systemgerechte Materialwahl und eine lückenlos luftdichte Ausführung aller Anschlüsse zwingend macht.

Ob kapillaraktives System (Kalziumsilikat, Mineraldämmputz) oder diffusionsdichtes System (PIR/PUR mit adaptiver Dampfbremse) — die Wahl hängt von der Bauteilfeuchte, dem Ausgangs-U-Wert, der verfügbaren Einbautiefe und dem GEG-Zielwert ab. Eine belastbare Systementscheidung setzt eine Vorabmessung der Wandfeuchte und eine rechnerische Wärmebrückenprüfung an Decken- und Bodenanschlüssen voraus.

Leistungsumfang Innendämmung

Was umfasst die Innendämmung durch den Fachbetrieb?

  • Bestandsaufnahme: Bauteilfeuchtemessung, Untergrundprüfung auf Altputzhaftung, Risse und Salzbelastung
  • Systemauswahl und hygrothermische Bewertung nach WTA-Merkblatt 6-4 (kapillaraktiv vs. diffusionsdicht)
  • Untergrundvorbereitung: Abtragen losen Putzes, Schließen von Rissen, Voranstrich und Grundierung
  • Montage des Dämmsystems mit Wärmebrückenminimierung an Decken-, Boden- und Eckanschlüssen
  • Luftdichte Ausführung aller Anschlüsse: Dampfbremse oder kapillaraktive Beschichtung mit Anschlussbändern
  • Schlussabnahme mit Dokumentation des erreichten U-Werts und Übergabe technischer Nachweise

Die Ausführungsqualität entscheidet bei Innendämmung über Langlebigkeit und Feuchtesicherheit. Kritische Details — Fensterlaibungen, Deckenbalkenköpfe und Innenwand-T-Stöße — erfordern planmäßige Wärmebrückenanalyse und handwerkliche Sorgfalt bei der luftdichten Ebene, die durch Konvektionseintrag aus Fugen weit stärker beansprucht wird als durch Diffusion allein.

80–200 EUR/m²Gesamtkosten Innendämmung inkl. Einbau
40–120 mmsystemabhängige Dämmdicke
pH 9–11Alkalinität von Calciumsilikatplatten – hemmt Schimmelwachstum chemisch
sd ca. 50–100 mDiffusionswiderstand einer PE-Dampfbremse (0,2 mm)
Taupunkt-Verschiebung: Kapillarsystem vs. Diffusionssperre – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Konvektion schlägt Diffusion: das unterschätzte Feuchterisiko

In der öffentlichen Diskussion dominiert Dampfdiffusion als Feuchterisiko bei Innendämmung – tatsächlich ist Luftkonvektion die gefährlichere Größe. Durch einen einzigen ungedichteten Stoß oder eine offene Anschlussfuge dringt feuchte Raumluft in die Konstruktion ein und kondensiert dort: Der konvektive Feuchteintrag übertrifft den diffusiven Feuchtetransport durch dieselbe Fläche um ein Vielfaches.

Daraus folgt eine klare Ausführungspriorität: Die Luftdichtheit der gesamten Konstruktion – insbesondere der Anschlüsse an Decken, Fußböden und aufgehende Wände – ist ausschlaggebender als der sd-Wert der Dampfbremse. Risse, offene Fugen und nicht verklebte Folienüberlappungen sind nach bauphysikalischen Untersuchungen die häufigste Schadensursache bei Innendämmungen.

Cutaway einer Innendämmung: warme Raumluft strömt durch undichte Anschlussfuge und offene Folienüberlappung, Tauwasser bildet sich am kalten Mauerwerk.
Preise & Kosten

Was kostet Innendämmung?

Orientierungswerte für Berlin 2025, Material und Einbau inkl. Verputzen. Endkosten abhängig von Untergrundaufwand, Baukörperkomplexität und Systemwahl.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Calciumsilikatplatten (40–80 mm)90–140 EUR/m²
Kapillaraktive Mineralschaumplatten70–120 EUR/m²
Vakuumdämmplatten – VIP (20–40 mm)180–320 EUR/m²
Dämmputzsystem (Perlite / Blähglas)50–90 EUR/m²
Dampfbremse / Dampfsperre (Zulage)8–18 EUR/m²
Untergrundvorbereitung, Altputzrückbau15–40 EUR/m²

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Calciumsilikat: Schimmelschutz durch Alkalinität, nicht durch Feuchteblockierung

Calciumsilikatplatten (CaSiO₃) erreichen einen pH-Wert von 9 bis 11 – in diesem basischen Milieu können Schimmelpilze nicht wachsen. Der Schutzmechanismus ist chemisch, nicht physikalisch: Das Material blockiert keine Feuchte, sondern ist hochkapillaraktiv (sd ≈ 0,1 m) und nimmt Feuchtigkeit gezielt auf, verteilt sie kapillar und gibt sie kontrolliert ab.

Diese Kapillaraktivität erlaubt es, auf eine separate Dampfbremsschicht zu verzichten – vorausgesetzt, alle Anschlüsse sind luftdicht ausgeführt und der Klebemörtelauftrag ist vollflächig ohne Hohlräume. Hinterlüftungshohlräume würden den kapillaren Feuchtetransport unterbrechen und Konvektionspfade schaffen.

Lösungs-Finder

Systemwahl nach Wandtyp und Randbedingung

Welcher Wandtyp oder welche Sonderbedingung liegt vor?

Empfehlung: kapillaraktives System (Calciumsilikat-Platte + Kalk-Leichtputz). Beschichtung sd-Wert ≤ 0,5 m — diffusionsoffen halten. Dampfsperren auf der Warmseite sind bei hygroskopischem Vollziegel kontraindiziert: Tauwasser akkumuliert an der Klebefuge. Nachweis: Glaser-Verfahren (DIN EN ISO 13788) bei homogenem Aufbau ausreichend; bei verbleibenden Putzresten oder Hohlräumen WUFI-Simulation empfohlen.
KS ist kapillar deutlich weniger aktiv als Vollziegel. Beide Systemklassen zulässig: kapillaraktiv (Calciumsilikat) oder diffusionsdicht (PIR/PU-Platte, sd ca. 50–150 m) mit luftdichter Dampfbremse (sd 2–5 m) auf der Warmseite. Kritische Punkte: Deckenstoß und Fensterlaibung. Nachweis: Glaser ausreichend; bei sd der raumseitigen Schichten < 2 m WUFI empfohlen.
Inhomogener Wandaufbau — Glaser-Verfahren nach DIN EN ISO 13788 unzulässig. Empfehlung: kapillaraktive Innendämmung (Lehmbauplatte, Holzfaser) kombiniert mit hygrovariabler Dampfbremse (sd 0,25–8 m je nach Raumfeuchte). Kein starrer sd-Wert, da Feuchteausgleich über die Jahreszeiten nötig. Nachweis: WUFI-Simulation mit 2D-Wärmebrückenberechnung am Ständeranschluss zwingend erforderlich.
Beton kapillar inaktiv und stark dampfdicht (sd >> 100 m). Diffusionsdichtes System bevorzugt: PIR-Platte vollflächig verklebt, kein Luftspalt hinter der Platte. Wärmebrücken an Deckenanschlüssen und Stützen ausgeprägt — ψ-Wert-Berechnung nach DIN EN ISO 10211 erforderlich. Alternativ kapillaraktiv mit vollflächigem Klebekontakt möglich. Nachweis: Glaser ausreichend.
Außendämmung bauordnungsrechtlich ausgeschlossen — Innendämmung bleibt einzige thermische Verbesserungsoption. Kapillaraktives System bevorzugt (reversibel, schadensarmer Rückbau). Materialwahl vorab mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen; in manchen Fällen Lehm- oder Kalkputzsystem vorgegeben. Nachweis: WUFI-Simulation + bauphysikalisches Gutachten für Baugenehmigung; Bestandswandfeuchte vor Ausführung messen.
Hohe dauerhafte Innenraumfeuchte. Kapillaraktives System nicht geeignet — hygroskopische Speicherkapazität wird übersättigt. Zwingend: diffusionsdichtes System + Abdichtung nach DIN 18534 (Verbundabdichtung Innenbereich). Fliesenspiegel wirkt als Dampfsperre (sd > 1 500 m). Nachweis: Glaser + Abdichtungsplan; Anschlüsse an Bodenschwellen, Wannenrand und Durchdringungen vollständig planen.
Wärmestrom vertikal — keine Außenwand-Geometrie. Dämmlösung: PIR- oder EPS-Platten an der Kellerdeckenunterseite ankleben und mechanisch dübeln. Betondecke übernimmt in der Regel die Funktion der Dampfbremse; raumseitige Dampfbremse entfällt meist. Kellerdecke als Bauteil der thermischen Hüllfläche nach GEG §3 ausweisen. Nachweis: Glaser ausreichend.
Hygroskopische Salze (Chloride, Sulfate, Nitrate) erhöhen die Gleichgewichtsfeuchte der Wand erheblich. Kein Innendämmsystem ohne Vorbehandlung ausführen. Pflicht: Salzanalyse nach WTA-Methode + Sanierputz nach WTA-Merkblatt 2-9-04/D (Porenspeicherputz ≥ 20 mm). Danach nur kapillaraktives System — diffusionsdicht kontraindiziert (Salzdruckabsprengungen an Plattenkanten). WUFI mit Salztransportmodell empfohlen.
Schematischer Aufbau

Schichtaufbau: Innendämmsystem an Altbau-Außenwand

Wärmebrücken-Karte: Kritische Anschlusspunkte bei Innendämmung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Wann das Glaser-Verfahren nicht ausreicht

Das Glaser-Verfahren nach EN ISO 13788 ist ein stationäres Diffusionsmodell: Es berechnet Tauwasserausfall unter konstanten Randbedingungen und berücksichtigt weder Kapillartransport noch Konvektion noch Sorptionshysterese. Für kapillaraktive Innendämmsysteme – bei denen genau diese Mechanismen ausschlaggebend sind – liefert Glaser keine belastbare Prognose.

In diesen Fällen ist eine hygrothermische Simulation nach EN 15026 erforderlich, z.B. mit dem Programm WUFI (Fraunhofer IBP). Die Simulation berücksichtigt zeitlich variable Klimadaten, Sorptionsisothermen und kapillare Leitfähigkeit – und erlaubt damit eine belastbare Aussage über die Langzeitfeuchteentwicklung im Bauteilquerschnitt.

Querschnitt einer innengedämmten Ziegelwand mit farbigem Feuchtegradient, Sorptionskurve und Zeitachse zur hygrothermischen Simulation nach EN 15026.
Im Überblick

Innendämmsysteme im Überblick

Calciumsilikatplatten

Hochalkalisch (pH 9–11), hochkapillaraktiv (sd ≈ 0,1 m), nicht brennbar (A1). Kein separater Schimmelschutz erforderlich. Geeignet für Denkmal, Feuchtemauerwerk und Sockelbereich. λ ≈ 0,065 W/(mK). Kosten ca. 90–140 EUR/m².

Kapillaraktive Mineralschaumplatten

Nicht brennbar (A1), günstiger als Calciumsilikat. λ 0,045–0,055 W/(mK), geringere Alkalinität. Bei erhöhter Schimmelgefahr ergänzender Schimmelschutzputz empfehlenswert. Kosten ca. 70–120 EUR/m².

Vakuumdämmplatten (VIP)

λeff ≈ 0,007–0,009 W/(mK) – maximale Dämmleistung bei minimaler Dicke (20–40 mm statt 80–120 mm). Integrierte Dampfsperre, nicht zuschneidbar, fragil. Hohe Kosten (180–320 EUR/m²). Geeignet wenn Raumverlust minimiert werden muss.

Holzfaser-Innendämmplatten

Diffusionsoffen, sorptionsfähig, gut für Holzständerkonstruktionen. Brandklasse B2. Empfindlich gegen Dauerfeuchte – Untergrundfeuchte vor Einbau dauerhaft beseitigen. λ 0,040–0,045 W/(mK).

Innendämmputz (Perlite / Blähglas)

Nahtlose Ausführung ohne Plattenstöße, kein Hinterlüftungsrisiko. Geringere Dämmwirkung (λ 0,06–0,08 W/(mK)), typische Dicke 20–40 mm. Geeignet für einfache Verbesserungen und geometrisch komplexe Bereiche. Kosten ca. 50–90 EUR/m².

Wärmebrücken an Anschlusspunkten: der unterschätzte Energieverlust

Innendämmung unterbricht die Dämmebene an allen Anschlüssen zu Innentrennwänden, Decken und Fußböden. An diesen Stellen führt die ungedämmte Bauteilmasse Wärme direkt nach außen – quantifizierbar als linearer Wärmebrückenverlustkoeffizient ψ nach EN ISO 10211. In Altbauten mit massiven Ziegeldecken und vielen Innentrennwänden können diese Anschlüsse einen erheblichen Anteil des gesamten Transmissionswärmeverlusts der gedämmten Außenwandfläche ausmachen.

Kritischer noch: An Kältebrücken sinkt die raumseitige Oberflächentemperatur unter den Taupunkt der Raumluft – Schimmelwachstum folgt, obwohl die übrige Fläche einwandfrei gedämmt ist. Punkt-Wärmebrücken (χ-Wert nach EN ISO 10211) an Dübelköpfen oder Heizkörperkonsolen sind bauphysikalisch weniger relevant, müssen aber bei VIP-Systemen durch wärmegedämmte Spezialdübel kompensiert werden.

Interaktiv

Kostenrechner: Innendämmung kapillaraktiv (Calciumsilikat 60 mm)

Richtwerte für ein kapillaraktives System: Calciumsilikat-Platte 60 mm inkl. Klebe- und Armierungsmörtel, Oberputz sowie Lohnanteil (Untergrundvorbereitung und Einbau). Bei 60 mm Calciumsilikat (λ = 0,065 W/mK) auf Vollziegel 36 cm resultiert U ≈ 0,58 W/m²K. Für KfW BEG EM Einzelmaßnahme Außenwand (Schwelle 0,35 W/m²K) benötigt Calciumsilikat ca. 135 mm — PIR-Systeme (λ ≤ 0,022 W/mK) erreichen diesen Wert bereits ab ca. 46 mm Systemdicke.

Calciumsilikat-Platten 60 mm
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Im Vergleich

Innendämmung vs. Außendämmung: Entscheidungskriterien

KriteriumInnendämmungAußendämmung (WDVS)
Wärmebrücken Deckenanschlüsseschwer eliminierbarweitgehend unterbrechbar
Schimmelrisiko bei Mängelnhoch (Kaltzone hinter Dämmung)gering
Raumflächenverlust4–12 cm je gedämmter Wandkeiner
Eingriff in Fassadenbildkeinererheblich (Attika, Fensterlage, Gesims)
Denkmalschutz-Tauglichkeitja, bei reversibler Ausführungmeist nicht genehmigungsfähig
Ausführung bei bewohntem Objektraumweise möglichextern, wenig störend
Speichermasse auf Warmseiteerhalten (Sommerkomfort)nach innen verlagert
Typische Gesamtkosten80–200 EUR/m²100–250 EUR/m²
Materialsysteme im Vergleich: Kennwerte der Innendämmung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Dampfbremse oder Dampfsperre: sd-Wert, Einbaulage und Anschlussdetails

Eine Dampfbremse (sd 0,5–10 m) verlangsamt die Diffusion, eine Dampfsperre (sd ca. 50–100 m, z.B. PE-Folie 0,2 mm) unterbindet sie nahezu vollständig. Bei nicht-kapillaraktiven Innendämmstoffen (Mineralwolle, EPS) wird die Dampfbremse auf der Warmseite – also zwischen Innenputz und Dämmung – eingebaut, damit keine Feuchte im Dämmkörper kondensiert.

Adaptive Dampfbremsen passen ihren sd-Wert der relativen Luftfeuchte an: im Winter hoher Diffusionswiderstand, im Sommer niedrigerer Widerstand für Rücktrocknung. Entscheidend für die Funktion ist in jedem Fall die luftdichte Einbindung aller Stöße und Anschlüsse – mit dauerhaft elastischen Klebemassen, Manschetten und Kompriband. Lücken an Stoßstellen oder Durchdringungen heben die Systemfunktion lokal vollständig auf.

Bauteil-Schnitt: adaptive Dampfbremse im Dachaufbau mit luftdichten Details an Stoß, Rohrdurchdringung und Wandanschluss.
So gehen wir vor

Ausführungsablauf Innendämmung

1

Untergrunddiagnose

Feuchtemessung (kapazitiv und gravimetrisch), Salzanalyse (Chloride, Sulfate, Nitrate), Haftzugversuch. Feuchtigkeitsursachen – aufsteigende Feuchte, Undichtigkeiten – vor Einbau dauerhaft beseitigen.

2

Untergrundvorbereitung

Losen Altputz entfernen, Risse schließen, Untergrund festigen. Keine frischen Nassputze – Restfeuchte abwarten. Starke Unebenheiten (> 10 mm) durch Egalisierungsschicht ausgleichen.

3

Haftbrücke aufbringen

Tiefengrund oder Kontaktbrücke vollflächig auftragen. Verarbeitungsfenster des Klebemörtels beachten (produktabhängig, typisch 15–60 Minuten nach Applikation).

4

Dämmplattenmontage

Vollflächig kleben – kein Punkt-Wulst-Verfahren (Hinterlüftungsrisiko). Platten versetzt verlegen, Stöße schließen. Mechanische Dübelung bei Abrisslasten über Klebekapazität oder bei Brandschutzanforderungen.

5

Dampfbremse / Luftdichtheit herstellen

Folie oder Dampfbremsebahn vollflächig verlegen, Stöße ≥ 150 mm überlappen und verkleben. Anschlüsse an Decke, Boden und Fensterleibungen mit Manschette oder Klebeband luftdicht einbinden.

6

Oberputz und Beschichtung

Armierungsschicht mit Glasfasergewebe (mindestens 160 g/m²), Oberputz diffusionsoffen (sd ≤ 0,1 m). Keine dampfdichten Innenanstriche (Epoxid, Alkydlack) – diese blockieren die Rücktrocknung.

7

Abnahme und Dokumentation

Blower-Door-Test zur Kontrolle der Luftdichtheit empfohlen. Thermografische Aufnahme bei Heizbetrieb zeigt Wärmebrücken und Fehlstellen. Übergabe der Ausführungsdokumentation.

Lüftungskonzept nach DIN 1946-6: Pflicht wenn Innendämmung die Luftdichtheit erhöht

Wenn Innendämmmaßnahmen die Luftdichtheit der Gebäudehülle wesentlich erhöhen, kann der natürliche Luftwechsel durch Infiltration unter das hygienische Mindestmaß sinken. DIN 1946-6 schreibt für diesen Fall die Erstellung eines Lüftungskonzepts vor, das vier Lüftungsstufen unterscheidet: Lüftung zum Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung.

Ergibt das Konzept, dass die erforderliche Lüftungsstufe nicht durch Fensterlüftung sichergestellt werden kann, sind dezentrale Abluftventilatoren oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung vorzusehen. Gerade bei umfangreichen Innenertüchtigungen, die auch Fenster abdichten, wird dieser Nachweis häufig unterschätzt – er ist jedoch Bestandteil einer fachgerechten Planung.

Interaktiv

Wandoberflächentemperatur und Schimmelrisiko nach Dämmstärke

Referenzwand: Vollziegel 36 cm (U ≈ 1,26 W/m²K), Calciumsilikat-Innendämmung (λ = 0,065 W/mK). Randbedingungen: Raumtemperatur 20 °C / Außentemperatur −10 °C (vereinfachter Worst-Case-Ansatz) / 50 % rF. Taupunkttemperatur 9,3 °C. Mindest-Temperaturfaktor fRsi nach DIN 4108-2: 0,70.

Dämmstärke Innendämmung

Bei Innendämmung entscheidet nicht primär die Dämmstärke, sondern die Luftdichtheit an den Anschlüssen: Ein einziger undichter Stoß kann durch Konvektion mehr Feuchte einbringen als durch 10 m² Fläche diffundiert.

Bauphysikalischer Grundsatz – vgl. Fraunhofer IBP, Forschungsberichte zu Innendämmversagen
Hygrothermischer Jahresverlauf: Tauperiode und Verdunstungsperiode – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Innendämmung unter Denkmalschutz: Reversibilität als Zulassungskriterium

Denkmalschutzbehörden bewerten Innendämmmaßnahmen primär nach dem Kriterium der Reversibilität: Die historische Substanz darf durch die Maßnahme nicht dauerhaft verändert oder beschädigt werden. Calciumsilikatplatten, die mit kalkgebundenen Klebemörteln vollflächig befestigt werden, lassen sich in der Regel rückstandsfrei entfernen – vorausgesetzt, Dübel werden ausschließlich in Mörtelfugen, nicht in historische Werksteine gesetzt.

Der Nachweis der Reversibilität ist Bestandteil des Genehmigungsantrags und muss das Rückbauverfahren beschreiben. Zusätzlich prüfen Denkmalbehörden, ob die Innendämmung Raumproportionen, historische Putzoberflächen und Stuckelemente beeinträchtigt – hier sind Systeme mit geringer Dämmdicke (VIP, Dämmputz) oder gestufte Leibungsdetails oft vorzuziehen.

Querschnitt-Detail einer reversiblen Innendämmung im Denkmal mit VIP, Dämmputz, gestufter Leibung und erhaltenem Stuckgesims.

Untergrundfeuchte: systementscheidend

Innendämmung darf nur bei bautrocknem Untergrund eingebaut werden. Erhöhte Baukörperfeuchte führt zu Schimmelwachstum hinter der Dämmschicht, das erst nach Jahren sichtbar wird. Feuchteursache (aufsteigende Feuchte, Undichtigkeit) dauerhaft beseitigen – nicht durch die Dämmschicht überdecken.

Kein Punkt-Wulst-Verfahren

Beim Punkt-Wulst-Kleben entstehen Luftpolster hinter der Platte, die als Konvektionskanäle wirken und Feuchte akkumulieren. Vollflächige Verklebung mit mindestens 80 % Klebefläche ist zwingend – auch wenn das Punkt-Wulst-Verfahren bei WDVS außen zulässig ist.

Förderung: BEG Einzelmaßnahmen

Innendämmung an Außenwänden ist förderfähig im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) über BAFA, wenn die U-Wert-Anforderung der jeweils gültigen BEG-EM-Richtlinie erfüllt wird. Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) ist für die Antragstellung Pflicht.

Typische Ausführungsfehler und ihre Schadensbilder

Der häufigste Fehler ist die unvollständige Luftdichtung an Anschlüssen: Offene Fugen zwischen Dämmplatte und Decke schaffen Konvektionspfade, durch die feuchte Raumluft in die Konstruktion eindringt. Tauwasserausfall im Dämmkern und Schimmelwachstum hinter der Platte sind die Folge – oft erst nach 2–5 Jahren sichtbar.

Massnahmenablauf Innendämmung: Untergrundprüfung bis Qualitätskontrolle – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt zeigt unverklebten Dampfbremsen-Stoß und Kältebrücke am Innentrennwandanschluss mit Schimmel an der Decke bei intakter Wandfläche.

Zweithäufigster Fehler: Dampfbremse mit unverklebten Stößen – das System verliert seine Funktion lokal, während die Fläche intakt wirkt. Weiterer typischer Schaden: Innendämmung ohne Behandlung der Wärmebrücken an Innentrennwandanschlüssen – die entstehende Kältebrücke erzeugt Schimmel an der Decke, obwohl die Außenwandfläche selbst einwandfrei ausgeführt ist.

Technische Daten

Technische Kennwerte: Innendämmsysteme im Vergleich

KennwertCalciumsilikat
Wärmeleitfähigkeit λ [W/(mK)]0,060–0,070
sd-Wert [m]≈ 0,1
Rohdichte [kg/m³]250–400
Brandklasse (EN 13501-1)A1
Kapillaraktivitäthoch
Typische Einbaudicke [mm]40–100
Rückbaubarkeit (Denkmal)ja

Vor- und Nachteile der Innendämmung

Vorteile

  • Kein Eingriff in die Fassade – geeignet für Denkmal, Straßenrandbebauung, Brandwände
  • Ausführung bei laufendem Betrieb und bewohntem Gebäude – raumweise umsetzbar
  • Speichermasse des Mauerwerks bleibt auf der Warmseite erhalten (günstiger Sommerkomfort)
  • Kombinierbar mit Haustechnikinstallationen in der Dämmebene
  • Förderfähig nach BEG EM bei Einhaltung der U-Wert-Anforderung

Nachteile / Grenzen

  • Wärmebrücken an Decken-, Boden- und Wandanschlüssen kaum vollständig eliminierbar
  • Erhöhtes Schimmelrisiko bei Ausführungsmängeln oder nicht beseitigter Untergrundfeuchte
  • Raumflächenverlust: 4–12 cm Dämmdicke je gedämmter Wand
  • Heizkörpernischen, Elektroinstallationen und Fensterbänke müssen angepasst werden
  • Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ggf. erforderlich
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Innendämmung

sd-Wert
Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke [m] – Maß für den Dampfdiffusionswiderstand einer Schicht. sd = μ × d (μ: Diffusionswiderstandszahl, d: Schichtdicke in m). Je höher der sd-Wert, desto stärker wird Dampfdiffusion gehemmt.
Kapillaraktivität
Fähigkeit eines Baustoffs, flüssiges Wasser durch Kapillarkräfte aufzunehmen, zu transportieren und kontrolliert abzugeben. Hochkapillaraktive Systeme (Calciumsilikat, Mineralschaum) können Feuchtepeaks puffern, ohne dass Tauwasser ausfällt.
Glaser-Verfahren
Stationäres Diffusionsrechenverfahren nach EN ISO 13788. Berechnet, ob und wo Tauwasser im Bauteilquerschnitt anfällt. Berücksichtigt keine Kapillarleitung, keine Konvektion, keine Sorptionshysterese – für kapillaraktive Innendämmsysteme eingeschränkt aussagekräftig.
WUFI
Hygrothermisches Simulationsprogramm des Fraunhofer IBP (Wärme- und Feuchtetransport in Bauteilen). Berechnet Wärme- und Feuchteverteilung instationär mit realen Klimadaten, Sorptionsisothermen und kapillaren Leitfähigkeiten – genormt nach EN 15026.
ψ-Wert (linearer Wärmebrücken-Verlustkoeffizient)
Quantifiziert den zusätzlichen Wärmestrom an einem Liniendetail (z.B. Deckenanschluss, Außenwandecke) gegenüber dem eindimensionalen Fall [W/(mK)] – berechnet nach EN ISO 10211.
Adaptive Dampfbremse
Dampfbremsfolie mit feuchteabhängigem sd-Wert: im Winter hoher Diffusionswiderstand (Schutz vor Tauwasser), im Sommer niedrigerer Widerstand (Rücktrocknung möglich). Geeignet für Konstruktionen mit saisonal wechselnden Feuchtebelastungen.
Vakuumdämmplatte (VIP)
Dämmelement mit evakuiertem Kern (Kieselsäure oder Mineralfaser), umhüllt von einer gasdichten Verbundfolie. λeff ≈ 0,007–0,009 W/(mK) – bis zu zehnmal besser als konventionelle Dämmstoffe. Nicht zuschneidbar, bei Beschädigung der Hülle sofort wirkungslos.

Innendämmung Fragen & Antworten

Wann ist Innendämmung sinnvoll — und wo liegen die Grenzen gegenüber Außendämmung?
Innendämmung ist geboten bei Denkmalschutz, Grenzbebauung oder wenn nur einzelne Einheiten im Mehrfamilienhaus saniert werden. Außendämmung ist bauphysikalisch einfacher, weil die Taupunktebene außerhalb des Mauerwerks liegt, die Wandspeichermasse thermisch nutzbar bleibt und höhere Dämmdicken ohne Raumverlust möglich sind. Bei kurzzeitig beheizten Gebäuden (Ferienhäuser, Versammlungsräume) kann der Wegfall der Speichermasse durch Innendämmung sogar vorteilhaft sein: Die Wandoberfläche erwärmt sich schneller, weil keine träge Mauerwerkmasse aufgeheizt werden muss.
Welche Dämmstoffe eignen sich für Innendämmung und wie unterscheiden sie sich grundlegend?
Kapillaraktive Systeme — Kalziumsilikatplatten (λ ≈ 0,060–0,070 W/mK) und Mineraldämmputz (λ ≈ 0,055–0,070 W/mK) — puffern Feuchte über Kapillartransport und benötigen keine separate Dampfbremse. Der alkalische pH-Wert von Kalziumsilikat (≥ 10) hemmt Schimmelwachstum zusätzlich. Diffusionsdichte Systeme — PIR (λ ≈ 0,022–0,028 W/mK) und XPS (λ ≈ 0,030–0,038 W/mK) — erzielen bei geringer Einbautiefe niedrige U-Werte, setzen aber eine lückenlos luftdichte Dampfbremse mit definiertem sd-Wert voraus. Adaptive Klimamembranen (sd = 0,5–5 m saisonvariabel) bieten gegenüber PE-Folie deutlich mehr Trocknungsreserve zur Raumseite.
Wie hoch ist das Schimmelrisiko bei Innendämmung, und wie wird es normgerecht bewertet?
Maßgeblich ist der Temperaturfaktor fRsi ≥ 0,70 nach DIN 4108-2, der an allen Bauteiloberflächen eingehalten werden muss. Bei den Randbedingungen θi = 20 °C / θe = −5 °C / φi = 50 % bedeutet das: Die Wandoberfläche darf nirgends unter 12,6 °C sinken — die Grenztemperatur für 80 % relative Oberflächenfeuchte (Schimmelkriterium). Kritische Stellen sind Decken- und Bodenanschlüsse sowie Balkenköpfe. Das WTA-Merkblatt 6-4 empfiehlt, die Dämmschicht an diesen Übergängen ausreichend weit (Flankendämmung) in angrenzende Bauteile einzubinden. Ohne diese Einbindetiefe entstehen lokale Wärmebrücken, die selbst kapillaraktive Systeme nicht kompensieren können.
Was kostet Innendämmung pro Quadratmeter in Berlin?
Die Gesamtkosten (Material und Montage) liegen je nach System zwischen 90 und 220 €/m² Wandfläche. Mineraldämmputz (15–40 mm) und Kalziumsilikat-Dünnplattensysteme starten bei ca. 90–130 €/m²; dickere Kalziumsilikatplatten (60–100 mm) kosten 130–185 €/m², PIR-Verbundsysteme mit Gipskartonbeplankung 110–175 €/m². Zusätzliche Kostenpositionen: Altputzabtrag (15–40 €/m²), das Versetzen von Steckdosen und Schaltern sowie die luftdichte Einbindung von Heizungsleitungen, Fensterbankprofilen und sonstigen Wanddurchdringungen. Letztere sind handwerklich aufwendig, aber nicht vernachlässigbar für die Funktionssicherheit.
Welche Normen und Regelwerke gelten für die Planung von Innendämmung?
Das zentrale Fachregelwerk ist das WTA-Merkblatt 6-4 'Innendämmsysteme', das Systemeignung, Planungsanforderungen und Ausführungsdetails beschreibt. Mindest-Wärmeschutzanforderungen — darunter den fRsi-Grenzwert — regelt DIN 4108-2; den klimabedingten Feuchteschutz DIN 4108-3. Das vereinfachte Glaser-Verfahren nach DIN EN ISO 13788 ist bei Innendämmung nur eingeschränkt aussagekräftig, da es kapillaren Feuchtetransport nicht abbildet; für diffusionskritische Konstruktionen empfiehlt WTA eine hygrothermische Simulation (z. B. WUFI). Energetische Anforderungen bei Sanierungsanlass regelt das GEG (aktuelle Fassung 2024).
Muss bei Innendämmung immer eine Dampfsperre eingebaut werden?
Nein — eine pauschale PE-Folie ist bei Innendämmung sogar kontraproduktiv. Kapillaraktive Systeme wie Kalziumsilikat regulieren Feuchte über Kapillartransport; eine raumseitige Dampfsperre würde diesen Puffermechanismus blockieren. Bei diffusionsdichten Systemen (PIR, XPS) hingegen ist eine luftdichte Dampfbremse mit sd ≥ 2 m zwingend — besser eine adaptive Klimamembrane, deren sd-Wert mit steigender Raumfeuchte sinkt und so Rücktrocknung ermöglicht. Entscheidend ist in jedem Fall die Luftdichtheit der Ebene: Konvektiv eingetragene Feuchte durch Fugen und Anschlusslücken übertrifft diffusiven Feuchtetransport um ein Vielfaches und ist die häufigste Ursache für Folgeschäden.
Wie viel Wohnfläche geht durch Innendämmung tatsächlich verloren?
Je nach Dämmdicke und Anzahl der gedämmten Außenwände reduziert sich die lichte Raumtiefe um 6 bis 16 cm je Wandseite (inkl. Trägerschicht und Beplankung). Für ein 4,0 × 5,0 m großes Zimmer mit zwei Außenwänden und je 8 cm Systemaufbau ergibt das eine Flächenreduktion von ca. 0,65 m² — rund 3–4 % der Grundfläche. Nach Wohnflächenverordnung und gif MF/G ist die neue lichte Raumgröße nach Einbau maßgeblich. Mineraldämmputzsysteme (15–30 mm) minimieren den Flächenverlust erheblich, erzielen aber entsprechend höhere U-Werte und erreichen den GEG-Zielwert von 0,24 W/m²K in der Regel nicht.
Welche U-Werte sind mit Innendämmung erreichbar, und was fordert das GEG?
Unsanierte Berliner Vollziegelwände (24–51 cm) weisen Ausgangs-U-Werte von typischerweise 0,8–2,2 W/m²K auf. Mit 80 mm Kalziumsilikat (λ = 0,065 W/mK) sinkt der U-Wert einer 36-cm-Wand auf ca. 0,45–0,55 W/m²K; mit 100 mm PIR (λ = 0,023 W/mK) auf ca. 0,20–0,25 W/m²K. Das GEG 2024 fordert bei sanierungsbedingtem Bauteilanlass einen Ziel-U-Wert von ≤ 0,24 W/m²K für opake Außenwände (Anlage 7). Dieser Wert ist mit PIR oder hochwertigen Mineralschaumsystemen ab ca. 100–120 mm Aufbaudicke erreichbar; mit Kalziumsilikat aufgrund des höheren λ-Werts erst ab ca. 160 mm — was den Raumverlust entsprechend erhöht und eine Systemabwägung erfordert.
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